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1946 unschuldig gestorben - 2006 unvergessen. Bunzlauer gedachten des schlesischen Märtyrer-Priesters Paul Sauer an seinem 60. Todestag Siegburg. Am Samstag, dem 24. Juni 2006, versammelten sich Bunzlauer und Siegburger mit Pfr. Dr. Bernhard Domagalski an einem Gedenkstein neben der Siegburger St. Servatiuskirche (siehe Abb.), um eines vorbildlichen schlesischen Priesters und guten Hirten zu gedenken, der zu einem Märyrer der Nächstenliebe im 20. Jahrhundert wurde: Erzpriester Paul Sauer (Bunzlau).
Er wurde am 26. September 1892 im oberschlesischen Bielitz (Kr. Falkenberg) geboren, 1921 zum Priester geweiht und war ab 1938 Stadtpfarrer an der Kirche St. Mariä und Nikolaus in Bunzlau. Beim Einmarsch der Roten Armee im Februar 1945 hatte er seine Kirche mutig vor Plünderung und Zerstörung bewahrt und in chaotischer Zeit Gotteshaus und Pfarrhaus zur Zufluchtsstätte aller Verfolgten und Bedrängten gemacht. Allen Bewohnern seiner Stadt, den Deutschen beider Konfession, den neu eintreffenden Polen und der großen Zahl von Ausländern, die damals in Bunzlau auf ihre Repatriierung warteten, war er ein hingebungsvoller Seelsorger.
Am 24. Juni 1946, vor 60 Jahren, fiel er dann mit ca. 40 Landsleuten aus Stadt und Kreis Bunzlau einer vom polnischen Geheimdienst inszenierten Verfolgungwelle zum Opfer. Man beschuldigte ihn, Rädelsführer einer angeblichen deutschen Untergrundorganisation zu sein, die Schlesien mit amerikanischer Hilfe für Deutschland zurückerobern wollte. Als Anlass nahm man die Tatsache, dass er über sein Pfarramt und die Görlitzer St. Jakobuskirche (die heutige Kathedrale) eine Postverbindung für die in Niederschlesien verbliebenen Deutschen aufgebaut hatte. Zeitzeugen berichten, dass Pfarrer Sauer noch im Gefängnis trotz erlittener Misshandlungen den Mitgefangenen Mut gemacht hatte. Er verstarb am 24. Juni 1946 nach knapp zweimonatiger Haft, wenige Tage nach seinem silbernen Priesterjubiläum.
Auch im heutigen polnischen Boleslawiec ist Paul Sauer unvergessen. Im Mai 2004 fand dort auf Initiative der Bundesheimatgruppe in Bunzlau eine internationale Tagung statt, bei der sich Wissenschaftler und Zeitzeugen nachdrücklich für eine Rehabilitierung Paul Sauers aussprachen. Der Vorsitzende der Bundesheimatgruppe Peter Börner ist seit dieser Zeit im Gespräch mit den örtlichen staatlichen und kirchlichen Behörden, um die Anbringung einer Erinnerungstafel für Paul Sauer in seiner Bunzlauer Kirche zu erreichen. Möge sein Leben und Sterben zur Versöhnung von Deutschen und Polen beitragen! P.B.
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