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Aus dem Journal des Vorstandes 

 

 

 

 

 

 

 

 2017.06. - Journal des Vorstands.pdf

 

 

 

 

April 2017 - Journal des Vorstands - Bitte Anklicken - .pdf 

 

 

 

 

März 2017 - Journal des Vorstands - Bitte Anklicken - .pdf 

 

 

 

 

 

Februar 2017 - Journal des Vorstands - Bitte Anklicken -   .pdf

 

  

 




Januar 2017 - Bilder vom Nachtreffen zur Bunzlau-Fahrt 2016 - Bitte Anklicken -   .pdf

 

 

 

 

Januar 2017  - Journal des Vorstands   - Bitte Anklicken -  .pdf

 

 

 

 

Dezember 2016 - Journal des Vorstands  - Bitte Anklicken -   .pdf

 

 

 

 

 Oktober 2016 - Journal des Vorstands  - Bitte Anklicken -  .pdf

 

 

 

 

September 2016 - Journal des Vorstands  - Bitte Anklicken -  .pdf 

 

 

 

 

August 2016 - Journal des Vorstands  - Bitte Anklicken -  .pdf 

 

 

  

(Juli-Ausgabe 2016)

 

Der Sommer bringt auch die Aktivitäten der Bundesheimatgruppe auf ein gemächlicheres Tempo. Unser Büro, wegen Umbaus des Städtischen Hauses der Begegnung als Flüchtlingsunterkunft nach wie vor noch ohne Telefon, blieb für ca. drei Wochen geschlossen. Jochem Birk war in der Schweiz in Urlaub, Peter Börner war in Schlesien in Kurlaub – unten mehr -, Norbert Roth mit unabweislichen Familienangelegenheiten befasst. Da konnte Dr. Jutta Schulte, wohnhaft in Köln, die Stellung in Siegburg nicht allein halten.

 

 

Gipfeltreffen in in Schlesien:

Peter Börner und Günter Bleul (Vorsitzenden der Bundesheimatgruppe)

auf der Tafelfichte im Isergebirge

 

Aber im Juli wird wieder richtig zugelangt! Allerdings war schon im Juni ein wichtiges Arbeitsvorhaben: die Vorbereitung und Durchführung des Pfarrer-Paul-Sauer-Gedenk-Gottesdienstes anlässlich seines 70.Todestages. Siehe eigener Beitrag! Da mussten Termin und Ablauf mit der katholischen Pfarrgemeinde abgestimmt werden, mögliche Teilnehmer rechtzeitig eine Einladung erhalten, die örtliche Presse vorinformiert werden (mit Erfolg), es wollte ein Blumengesteck mit Text für die Schleife bestellt sein, ja es war sogar nötig, den mehr als romantischen Wildwuchs rings um den Gedenkstein neben der Kirche massiv zurückzuschneiden. Kein Problem - bei all den Bunzlauern hier in Siegburg… (Ironie out). Die hätte es tatsächlich beinahe gegeben, wenn es nach dem Krieg gelungen wäre, eine Bunzlauer Keramik-Industrie auf den vorzüglichen Tonlagern dieser Stadt anzusiedeln. Aber wie die anlässlich des Umzugs unumgängliche Akten-Durchsicht zeigte, blieben zwei Anläufe in diese Richtung (Anfang der 50er und Mitte der 70er Jahre) leider ohne Ergebnis.

 

 

So schön ist die Heimat! Und irgendwo ganz dahinten muss Bunzlau liegen…

 

Daher wurde aus praktischen Gründen ein eigener Beitrag zum diesjährigen Siegburger Keramik-Markt am 10. Juli zurückgestellt. Wir beteiligen uns stattdessen am Vortag beim Begrüßungsfest für die 150 neuen Bewohner im Haus der Begegnung, und wir helfen dem Partnerschaftsverein, der auch die partnerschaftlichen Kontakte mit Bunzlau sehr fördert, an seinem Werbestand während des Keramikmarkts, wo auch in diesem Jahr vertraute Gäste und Freunde aus Bunzlau erwartet werden.

 

Für den Vorsitzenden der Bundesheimatgruppe wird das ein Wiedersehen nach kurzer Zeit. Denn in Verbindung mit seinem 14tägigen Aufenthalt in Bad Flinsberg im Isergebirge war er gleich zweimal ins 60 km entfernte Bunzlau gereist. Der erste Besuch führte ihn zusammen mit seinem Stellvertreter Günter Bleul – die beiden hatten sich zu einem sehr schönen Kuraufenthalt in Flinsberg verabredet – u.a.in das Bunzlauer Stadtmuseum, wo man ihnen eine sehenswerte Ausstellung über die Lebensverhältnisse der 1945/6 eintreffenden Polen zeigte. Da wurden bis in Einzelheiten hinein überraschende Ähnlichkeiten mit unserer eigenen zeitgeschichtlichen Ausstellung in der Heimatstube deutlich! Vor allem diente dieser Besuch der Vorbereitung der Gruppenreise im Oktober. Ein Ergebnis: Die Einzelpersonen werden jetzt zum Teil in Bunzlaus Pyramide logieren!

 

 

 

Woher kamen die neuen Bewohner von Stadt und Kreis Bunzlau? Auskunft gibt eine Tafel im Bunzlauer Stadtmuseum

 

Der zweite Heimatbesuch am Ende des Flinsberg-Aufenthalts hatte, abgesehen von einem wichtigen Gespräch im Rathaus mit Verwaltungsleiter Herba und Pressechefin Gergont und dem Verweilen am Grab Pfarrer Sauers, mehr privaten Charakter. Mit dem Mannheimer Heimatfreund und neuen Vereinsmitglied Ferdinand Isasiak - er hatte ab 1953 die ersten neunzehn Lebensjahre im Nachkriegsbunzlau verbracht und besitzt heute eine Zweitwohnung in der Sandstraße – genoss Peter Börner das stimmungsvolle Bunzlauer Stadtfest, man speiste gemeinsam im Goldenen Engel, und man war bei guten Freunden in Liebichau und in Bunzlau zu Gast.

 

 

Exotik auf dem Bunzlauer Marktplatz: Das diesjährige Stadtfest sah wieder Besucher aus aller Herren Länder

 

Wieder zu Hause angekommen, erwartete den Vorsitzenden die traurige Nachricht vom Ableben des unermüdlichen Horst Lessig. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust für die Heimatgruppe. Doch seine jahrelange sachkundige Mitarbeit im Vorstand und die zuverlässige Leitung der Bunzlauer Runde im Ruhrgebiet werden in lebhafter und dankbarer Erinnerung bleiben.    Ihr / euer Peter Börner

 

 

 

  

(Juni-Ausgabe 2016)

 

Die Bunzlauer Heimatstube ist nicht nur unser allwöchentlicher Arbeitsplatz (und nach dem verordnetem Umzug und Umbau leider immer noch ohne Telefon!), sie ist zugleich ein kleines und auf seine Weise einzigartiges Heimatmuseum. Gleichsam die begehbare Schatzkammer des alten und neuen Bunzlaus hier in Deutschland. Darum beteiligten wir uns in diesem Jahr wieder mit einem eigenen Beitrag am Internationalen Museumstag. Anlässlich des „Jubiläums“ 2016-1946 stellten wir (Jochem Birk, Peter Börner, Horst Tschage und Jochen Wiesner) am 22. Mai unter dem Motto Vertrieben, aufgenommen und geblieben der Öffentlichkeit das schreckliche Ende einer alten Zeit und den äußerst mühsamen und am Ende erfolgreichen Beginn einer neuen Zeit vor Augen. Aus praktischen Gründen konzentrierten wir uns auf das Schicksal der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen im Rhein-Sieg-Kreis, natürlich mit Bunzlau-Schwerpunkt, und richteten einen besonderen Blick auf das Schicksal der Kinder und Jugendlichen. Das waren wir damals!

 

 

 

Im Foyer des Städtischen „Hauses der Begegnung“, jetzt großenteils Flüchtlingsunterkunft (!), vermittelte eine achtteilige Stellwand mit Fotos, Skizzen und Erläuterungstexten einen Eindruck vom dramatische Geschehen jener Zeit. In der Heimatstube selbst fanden die Besucher ausgewählte, zeittypische Gegenstände zum Anfassen: einen kleinen Wagen, ursprünglich als Kinderspielzeug gebaut und dann Transportmittel bei der Flucht, einen alten Koffer, noch mit Heimatadresse auf dem Kofferanhänger, einen Kinderrucksack und ein gerettetes wunderschönes Bilderbuch, einen selbstgebastelten Holz-Quirl, Trichter und Kelle für den Haushalt, geschmiedet aus Konservendosenblech. Gezeigt wurde aber auch schon eine Töpfer-Drehscheibe mit einem „Milch-Nappel“ darauf und ein Kinder-Tippel vor dem Firmenschild einer nach bald Kriegsende gegründeten Bunzlauer Keramikfabrik, - Zeichen für die tapfere, aber keineswegs immer geglückte Aufbauphase am Ende der 40er Jahre.

 

 

  

Auf dem Schreibtisch gegenüber konnten sich die Gäste, die wir - nicht gerade zahlreich – mittels Zeitungsartikeln in der Lokal-Presse herbeigelockt hatten, in die Original-Urkunden der Patenschafts-Abkommen von 1952 vertiefen oder in ausgewählte Fachliteratur aus unseren Bücherschränken zum Thema „Kalte Heimat“ (so ein bezeichnender Buchtitel) oder in Kopien von Original-Zeitungartikeln aus unserem Archiv. Die berichteten 1946 anschaulich von den großen Bemühungen der Behörden, die Flüchtlingsmassen in Notunterkünften unterzubringen und zu verpflegen. Bei allem guten Willen: Von einer „Willkommenskultur“ konnten man damals nicht sprechen…  

 

 

 

Das konstatierten auch drei heutige Flüchtlinge, die wir eingeladen hatten, unsere Dauer- Ausstellung und die eben beschriebene Sonderausstellung besuchten. Es waren Jesiden, die vor der IS geflohen und mit vielen anderen in das extra umgebaute „Haus der Begegnung“ gelangt waren. Sie  staunten über die herrliche alte Bunzlauer Keramik, die wunderbarerweise den Krieg im Westteil Deutschlands überlebt hatte, und sie waren tief betroffen über die Zustände, die 1945 bis 1949 ihre damaligen – die deutschen! - Schicksalsgefährten ertragen mussten. Ob wir von Heimatfreunden noch etwas über den in Bayern gut aufgenommenen und dann in Mitteldeutschland verschollenen Bunzlauer Kurt Menzel erfahren werden?

 

Schon längere Zeit nach Kriegsende wuchs Heimatfreund Ferdinand Idasiak in Bunzlau auf. Er hat sich wie Kurt Basler mit dem Dokumentenfund im Rathausturm eingehend befasst und uns dank seiner Sprachkenntnisse zusätzlich polnische Erläuterungen mitgeteilt. Wie gut, dass wir überall Heimatfreunde und Bunzlau-Experten haben und manchmal sogar neue dazugewinnen! Wir werden die Ergebnisse ihrer Nachforschungen sorgfältig archivieren und in der BHZ veröffentlichen. Heimatfreund Isasiak wird uns außerdem in Bolesławiec / Bunzlau bei der Feinabstimmung der Oktoberreise behilflich sein. Auf eine baldige Zusammenkunft dort freut sich Ihr euer Peter Börner

 

 

 

  

(Mai-Ausgabe 2016)

 

Bei der letzten Vorstandssitzung haben wir die Jahresplanung der Bundesheimatgruppe aktualisiert. Das Schicksalsjahr 2016 - 1946 gibt nicht nur in Bunzlau / Bolesławiec Anlass zu Erinnerungsveranstaltungen. Am Freitag, dem 24. Juni, werden wir z.B. hier in Siegburg in Absprache mit der katholischen Kirchengemeinde St. Servatius in würdiger Form des 70. Todestages von Pfarrer Sauer gedenken.

Dazu passt: Ganz überraschend konnte dank Kurt Basler der Kontakt zu einem Mann hergestellt werden, der unter Paul Sauer und seinem Nachfolger Gromacki Ministrant war. Herr Heinz Marschler (Leipzig) erinnert sich mit Schrecken an das Abholen und die Bestattung von Opfern der Russen in der Zeit Februar bis Mai 1945. Er war auch bei der Beerdigung von Pfarrer Sauer dabei, die „auf Anweisung der Behörden in der Nacht“ stattfinden musste, und er bestätigt, dass die „Caritas-Post“, also die unerlaubte Vermittlung von Briefen an Angehörige westlich der Neiße, deren Aufdeckung zu Verhaftung und Tod Paul Sauers führte, über die Russen ging. Er selbst hat einmal, ohne den Hintergrund zu ahnen, solche Post  in einer Villa einem russischen Offizier übergeben.

Am Sonntag, 10. Juli 2016, ist wieder Siegburger Keramikmarkt. Wir beteiligen uns mit dem Vortrag „Bunzlauer Keramik aus Siegburg?“ Dabei geht es um vergebliche Bemühungen, nach dem Krieg Teile der Bunzlauer Tonwarenindustrie in Siegburg anzusiedeln. Gute Tonvorkommen waren und sind ja vorhanden! Wäre  es gelungen, stünde die Heimatgruppe jetzt anders / besser da…

Über das Flüchtlingselend 1946 im Rhein-Sieg-Kreis und seine Bewältigung - auch mit Blick auf die Gegenwart! -  ist eine eigene Veranstaltung mit dem BdV und der Landsmannschaft Schlesien in Siegburg vorgesehen. Es hat ja nicht nur einen schwierigen und am Ende gut gelungenen Neubeginn im polnisch gewordenen Bunzlau gegeben, zu dem wir nur gratulieren können, sondern auch im verbliebenen Teil Deutschlands.

Am 10. August erwarten wir den Besuch der Frauengruppe der Bonner Schlesier in der dann hoffentlich neu gestalteten Heimatstube. Der Verlust eines Raumes und die sich hinziehenden Umbauarbeiten im „Haus der Begegnung“ haben uns sehr gefordert. Für den Einsatz in letzter Zeit ist besonders Jochem Birk und Jochen Wiesner zu danken.

Die Mitgliederversammlung am Samstag, dem 3. September 2016, ein „kleines Heimattreffen“, werden wir wieder in den örtlichen  „Tag der Heimat“ (2. - 4. September) einbetten. Wir freuen uns auf einen Referenten, der uns und der Siegburger Öffentlichkeit einen Lichtbildervortrag über das aktuelle Thema „Breslau – Kulturhauptstadt Europas“ hält.

Am Sonntag, dem 18. September, nehmen wir wie bisher am immer gut besuchten Ostdeutschen Markttag auf dem Münsterplatz in Bonn teil; Gelegenheit dort für Bunzlau „Flagge zu zeigen.“

Die Bürgerfahrt vom 12. - 16. Oktober 2016 nach Görlitz, Bunzlau und ins wiedererstandene Hirschberger Tal mit Aufstieg zur Schneekoppe ist fast ausgebucht. Aber - wäre es nicht schön, wenn auch einmal in Bunzlau / Bolesławiec eine solche Bürgerfahrt im Rahmen der Städtepartnerschaft organsiert werden könnte, dann zu uns nach Siegburg?  Ich bin ganz sicher: Die Gäste wären herzlich willkommen!

Genau während unseres Bunzlau-Aufenthalts begeht das ILO Bolesławiec, Nachfolgerin der Zahnschen Schulanstalten, sein 70-jähriges Bestehen. Peter Börner ist als langjähriger Organisator des Schüleraustauschs eingeladen, am Festakt teilzunehmen, evtl. mit anderen Heimatfreunden. Eine gute Gelegenheit, um polnische Freunde wiederzusehen.

Auf ein sehr schlimmes Geschehen vor 70 Jahren bezieht sich die Anfrage einer Nachwuchswissenschaftlerin, die uns nach Kenntnissen über ein Gefangenenlager für Kinder und Jugendliche in Bunzlau fragt. Wer weiß etwas darüber?

Kurt Basler richtete inzwischen eine ausführliche Anfrage an das Keramik-Museum in Bunzlau bezüglich des Fundes im Rathausturm (siehe nächster Abschnitt). Auch wir sind auf die Antwort von gespannt.

Während das Ehepaar Bellinger in Brandenburg die „Eiserne Hochzeit“ feiern durfte (ganz herzlichen Glückwunsch!), blicken wir schon weit voraus auf die Bunzlauer Runde mit Günter Bleul in Essen am 22. Oktober 2016 und auf unsere Adventfeier mit Horst Tschage am 26. November 2016. Bleibt bis dahin gesund und froh und zeigt eure Verbundenheit mit der Heimatgruppe. Wir freuen uns über solche Zeichen, auch finanzieller Art, versichert

ihr /euer Peter Börner .

 

 

 

(April-Ausgabe 2016)

 

Aus Bunzlau erreichen uns interessante Neuigkeiten. Im Gebälk des Rathausturms entdeckte man bei umfangreichen Renovierungsarbeiten historische Schriftstücke in Schutz-Kapseln, die nach dem Krieg den Sturz des Reichs-Adlers auf der Turmspitze samt der Plünderung des „Turmknopfes“ (d.h. der Kugel zwischen der Turmspitze und dem Adler) überstanden hatten. Darunter ist ein Schreiben des Magistrats vom 8. Oktober 1928, das die damaligen Erneuerungsarbeiten am Turm dokumentiert (Siehe Abb.) Es ist vom damaligen Bürgermeister Burmann unterzeichnet. Frau Anna Bober-Tubaj hat die Fundgegenstände sachkundig und  behutsam in Anwesenheit des heutigen Bürgermeisters der Öffentlichkeit präsentieren lassen. Darüber gibt es einen schönen Film, den man sich im Internet anschauen kann unter https://youtu.be/GkfSYivljjE . Wir haben natürlich gratuliert und uns bei Frau Bober für die Konservierung dieser allen Bunzlauern wertvollen Erinnerungsstücke bedankt.  

 

 

 

 

 

Ein anderer uns ebenfalls gut bekannter polnischer Freund des alten Bunzlaus, Herr Tadeusz Łasica, ging noch tiefer in die Stadtgeschichte hinein. Er veröffentlichte in einer Bunzlauer Zeitschrift in drei Folgen zwischen Januar und März 2016 die Ergebnisse seiner Nachforschungen zu bekannten und weniger bekannten Skulpturen an der Katholischen Stadtpfarrkirche. Wir hoffen, dass wir seine bebilderten Aufsätze demnächst auf Deutsch in der Heimatzeitung abdrucken können.

 

Die dritte Neuigkeit bezieht sich auf die letzte Ruhestätte von Pfarrer Sauer auf dem Bunzlauer Kommunalfriedhof. Sie soll, so schrieb man uns, neugestaltet werden. Dann hätten wir im 70. Todesjahr Paul Sauers (24. Juni 1946 - 2016) neben dem bekannten Gedenkstein in Siegburg zwei sehr würdige Pfarrer-Sauer-Erinnerungsorte in Bunzlau, einen in der Obhut des Landkreises auf dem Grundstück an der Lutherstraße und einen in der Obhut der Stadt. Wir sind auf nähere Informationen gespannt. Spätestens bei der Bunzlau-Fahrt von im Oktober werden wir alles mit eigenen Augen besehen.  

 

In Berlin konnten wir jüngst sogar ein kleines, aber feines Stück des alten deutschen Bunzlaus erwerben. Ein Schlosser hatte im Schuppen eines Verwandten drei Zählwerke des Druckerei- und Verlagshauses Louis Fernbach entdeckt und im Internet schlesischen Institutionen zum Verkauf angeboten. Peter Börner arrangierte unverzüglich am Rande seiner Berliner Vortragsveranstaltung ein Treffen  mit ihm und erwarb  für die Heimatgruppe eins der Zählwerke. (Siehe Abb.)  Nun ergänzt es auf aparte Weise die „Bunzlauer Stadtblätter“ und neue Fotos von Firmenangehörigen, die Frau Ella Rabe, geb. Grän, bei der letzten Bunzlaurunde im Traditionslokal Sternquelle in Essen der Heimatgruppe geschenkt hat. Dank der Damen Lessig, Bleul und Delang-Wesenberg war dort die lange Tischreihe vorösterlich geschmückt und mit reichlich Kuchen bestückt. Auch dafür herzlichen Dank! In der Stern-Quelle konnten wir mit Herrn Eberhard Dittrich zudem ein neues Vereinsmitglied begrüßen. 

 

 

 

Sehr erfreulich auch das Mini-Bunzlau-Treffen in Berlin am Rande des oben erwähnten Vortrags mit Erich Eckert, Volker Winde und Heimatfreund Günter Feind. Weitere Bunzlau-Begegnungen ergaben sich vor hier vor Ort. Zunächst durch den Überraschungsbesuch der unverwüstlichen Ursel Burghard in der Heimatstube, wo Peter Börner, Jochem Birk und Norbert Roth gerade den Geburtstag unserer Mitarbeiterin Dr. Jutta Schulte, geb. Rachner (siehe Abb.), nachfeierten. Und bald kam schon wieder eine Gelegenheit zu frohem Beisammensein: Der Vorsitzende begab sich auf den Holzweg – der heißt wirklich so! -, im benachbarten Sankt Augustin, um dem früheren langjährigen Vorstandsmitglied Werner Seidel zu seinem  90. Geburtstag zu gratulieren, mit einer Flasche Siegburger Klosterlikör. Schließlich sind wir auch Siegburger, meint Ihr / euer Peter Börner

 

 

 

  

(März-Ausgabe 2016)

 

„Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt.“ Das sangen wir in der Volkschule. Wie vollkommen anders ist die heutige Welt! Wir merken es auf Schritt und Tritt, nicht nur in der Landwirtschaft. Der Andersartigkeit der Moderne stellt sich selbstverständlich auch der Vorstand der Heimatgruppe, -allerdings ohne Bewährtes und Wertvolles aus früherer Zeit gedankenlos und eilfertig aufzugeben.

 

 

Ein Beispiel: Wir pflegen gute Beziehungen zu heutigen Bewohnern der Heimat durch Brief-Kontakte, E-Mails, Telefonate und Besuche. Und umgekehrt erleben wir, dass polnische Freunde bei „Reisevorhaben“ von Bunzlauern „in die Vergangenheit“ behilflich sind, z.B. durch die Organisation eines Besuchs in der einstigen Wohnung, als spontane Reiseführer in Stadt und Kreis oder als Dolmetscher. Es gibt da sehr schöne Beispiele, über die wir berichtet haben. Einige ostdeutsche Heimatvereinigungen veranstalten sogar dank ihrer polnischen Partner und gemeinsam mit ihnen Heimatfeste vor Ort.    

  

 

So unterstützen wir mehr als manche Mitbürger aus dem Westen den immer aktuellen Brückenbau zu unseren östlichen Nachbarn und bleiben doch der eigenen Herkunft und Geschichte verbunden. Das hat Auswirkungen bis in die Politik: Wer Land und Leute persönlich kennt, neigt dazu, gelassener auf die politischen Veränderungen in Polen zu reagieren und die Bearbeitung der auftretenden Konflikte den dortigen - durchaus engagierten - Bürgern zu überlassen. So die Empfehlung von Peter Börner, als  er zu diesem Thema kürzlich von der Siegburger Lokalpresse interviewt wurde.

  

 

Weniger Gelassenheit ist angesagt, wenn die Existenz der Bundesheimatgruppe durch organisatorische oder finanzielle Weichenstellungen in der Patenstadt gefährdet ist. Durch das Entgegenkommen der Siegburger Stadtverwaltung blieb zwar den allermeisten Vereinen im Städtischen Haus der Begegnung, auch uns, der vollständige Auszug zu Gunsten der neuen Zuwanderer erspart. Wir erhielten nach Verlust des Büro- und Archivraums sogar eine ganz kleine Kompensation durch Zuteilung des lange erwünschten schmalen Lagerraums neben der Heimatstube, den wir dringend benötigen.  Aber nun ist seitens der Stadt angedacht, eine seit Jahrzehnten bewährte Praxis in Frage zu stellen: Bisher übernahm Siegburg unsere Telefon- und Portokosten auf der Grundlage des - nie aufgekündigten – Patenschafts-Abkommens von 1953. Dadurch konnten wir ohne finanzielle Sorgen die Brief- und Telefon-Kontakte, insbesondere zu den immer noch zahlreichen Heimatfreunden und zu den polnischen Nachbarn, pflegen. Letzteres ganz im Sinne der seit 1993 bestehenden Städtepartnerschaft, indem wir z.B. die Ausstellung „20 Jahre Städtepartnerschaft“ von Bunzlau nach Siegburg vermittelten und für das deutsch-sprachige Publikum bearbeiteten oder durch Unterstützung des Schüleraustauschs oder durch die von uns organisierten “Bürgerfahrten“ nach Bunzlau, jetzt wieder vom 12. - 16. Oktober 2016 geplant. Diese Fahrten gaben manchen Rheinländern Gelegenheit, Siegburgs polnische Partnerstadt persönlich kennenzulernen und Eindrücke vom wieder wunderschönen Niederschlesien zu empfangen. - Wir appellierten daher an die Stadtverwaltung, uns jetzt keine zusätzlichen Kosten aufzubürden, sondern den bisherigen Zuschuss für unsere Arbeit an der Bewahrung des Erbes (altes Bunzlau, seine Kulturschätze, seine früheren Bewohner) und am Brückenbau nach Osten (heutiges Bunzlau/Bolesławiec samt den jetzt dort lebenden Menschen) aufrecht zu erhalten.

 

 

Vorbildlich verhält sich der Rhein-Sieg-Kreis, der Patenkreis der Bunzlauer. Bei einem Gespräch in der Heimatstube (siehe Foto) sicherte uns Kulturamtsleiter Rainer Land, der von einem Mitarbeiter und einer Kunsthistorikerin begleitet wurde, konkrete Hilfe bei der Sichtung, Katalogisierung und dem Verkauf nichtbunzlauer Stücke zu. Vorher erhielten wir ein Angebot der Kreisarchivarin Dr. Arndt, uns bei der  Durchsicht, Bestandsaufnahme und Archivierung unserer Akten zu unterstützen. Bei der sachgemäßen Aufbewahrung der Schätze unserer Bilder-Sammlung  wollen uns Mitarbeiter des Museums in „Haus Schlesien“ beraten. - Da haben wir doch mal Glück!

 

 

 

 

 

 

 

Heimatfreund Kurt Basler in Erfurt schickte uns im Februar zwei bemerkenswerte Zeugnisse der Bunzlauer Stadtgeschichte aus der Barockzeit, die er weitgehend entschlüsselte. Es handelt sich um die Kopie eines langen „Geburtsbriefs“, ausgefertigt von Johann Tscherning (verwandt mit dem Bunzlauer Dichter und Gelehrten Andreas Tscherning?) sowie um Kopien von Abbildungen dreier Grabtafeln der Bunzlauer Töpferfamilie Umlauft. Beides könnte ein Fall für unseren freundlichen Zuarbeiter Dr. Dieter Kastner vom Landschaftsverband Rheinland werden…

 

 

Mehr in unsere Zeit herein führen Kontaktaufnahmen aus Bayern und aus Hamburg. Der bayerische Anrufer möchte unbedingt erfahren, was aus dem Bunzlauer Kurt Menzel geworden ist, geboren am 11.07.1909 in Armenruh / Kr. Löwenberg-Haynau, zuletzt Görlitzer Str. 45, gelernter Wagner, später bei der Concordia als Zahlmeister beschäftigt, dann Soldat, 1945 entlassen nach Bayern und 1946 verschollen in der SBZ, - in einem russischen Bergwerk? - Und Johannes Menschner, früher Birkenbrück, teilt uns mit, dass er als 11-Jähriger vom tragischen Unfall des Januar 1944 im Löschteich zu Tode gekommenen Soldaten Hubert Janocha erfahren hatte und tief erschüttert war. - Schicksale zweier Soldaten aus Bunzlau. Auch sie sind unserem Gedächtnis anvertraut…  Ihr /euer Peter Börner

 

 

 

 

 

(Februar-Ausgabe 2016)

 

Das neue Jahr begann besser, als das alte aufgehört hatte, jedenfalls in Siegburg. War im letzten Journal noch von der drängenden Aufgabe der Krisenbewältigung die Rede, nachdem wir durch die Notwendigkeit der Flüchtlingsunterbringung einen unserer beiden Räume verloren hatten, so kann nun von Fortschritt und Konsolidierung berichtet werden: Der Umzug in Raum II ist nicht zuletzt dank des Einsatzes von Jochem Birk halbwegs bewältigt, ohne dass die Substanz unserer Heimatsammlung Schaden genommen hat, auch wenn da manches entbehrliche Erscheinende ausgemustert wurde und wird und der Raum für Versammlungen jetzt auf ein Minimum (10-15 Personen) reduziert ist. Aber im Gebäude steht den verbliebenen Vereinen, damit auch uns, bei Bedarf ein größerer Tagungsraum zur Verfügung. Die Stadt will außerdem allen Vereinen einen internetfähigen Telefon-Anschluss beschaffen. Das bedeutet freilich, dass wir zurzeit ohne Telefon und Fax sind (erreichbar nur postalisch oder über 02241-590019) und dass Installation und Betrieb nicht kostenneutral sein sollen… Wieder ein Grund mehr, für die offizielle Mitgliedschaft in der Heimatgruppe zu werben!!! Andererseits erhielten wir jetzt endlich den dringend benötigten Depotraum. Dafür sind wir dankbar. Es ist also eine gemischte Bilanz nach dem vorherigen Schock.

 

 

 

Als Siegburger Verein bringen wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten natürlich ins örtliche Vereinsleben ein, und nicht nur bei den Schlesiern und beim BdV. Die befreundete Karnevalsvereinigung „Ehrengarde“, auch im Haus der Begegnung, lädt uns regelmäßig zu ihren Haupt-Veranstaltungen ein und erhält demnächst von uns nicht mehr benötigtes gutes Kaffee-Geschirr.  Insbesondere mit dem Siegburger Partnerschaftsverein, der die Bunzlau-Fahrten (siehe unten!) fördert, aber auch mit den Griechen, Kroaten, Türken, den Boxern, allesamt im Haus der Begegnung, pflegen wir nachbarliche Beziehungen. Peter Börner und Jochen Wiesner folgen in diesem Jahr außerdem der Einladung zu einem folkloristischen Groß-Ereignis, dem „Prinzen-Empfang“ im Kreishaus. Da begrüßt der Landrat sämtliche Karnevalsvereine des Rhein-Sieg-Kreises und andere geladene kostümierte Gäste, und  es bietet sich manche Gelegenheit zu nicht nur karnevalistischer Kontaktaufnahme. Im vorigen Jahr zum Beispiel mit dem späteren Bunzlauer Landrat Kwasniewski…  

 

 

 

Die Begegnung mit Heimatfreunden kommt dabei nicht zu kurz. Neben vielen Telefongesprächen (wegen des Umbaus der Heimatstube z.Zt. leider nur privat möglich!) ist ein Zusammentreffen mit den Teilnehmern der Bunzlauer Runde im Essener Stammlokal Sternquell am 19. März ab 12 Uhr vorgesehen, am Wochenende vorher schon mit Berliner Bunzlauern, wenn Peter Börner am 11. März um 19 Uhr im Bürgertreff S-Bahnhof Lichterfelde-West spricht. Thema des Lichtbilder-Vortrags: „Deutsches Nationalgefühl im geschichtlichen Wandel.“ - Kölner Verwandte übergaben kürzlich der Heimatgruppe Stücke aus dem Nachlass von Heimatfreund Kurt Anders, darunter eine Sammlung seiner Gedichte, die er bei Heimattreffen gern vorgetragen hat; aus dem Schwabenland erhielten wir Erinnerungsstücke aus der Bunzlauer Familie Wasner. Sie war erst in den 50er Jahren aus der Heimat herübergekommen, übrigens zuerst nach Siegburg.

 

 

 

 

 

Ein interessanter neuer Kontakt ergab sich mit den USA. Der Kunsthistoriker Prof. Charles R. Mack schickte uns einen illustrierten Bericht über eine von ihm veranstaltete Ausstellung über Bunzlauer Keramik. Er will das Projekt weiterverfolgen, hat Kontakt mit Sammlern in Bunzlau aufgenommen, darunter Frau Bober, und bittet auch um unsere Mithilfe. Leider ging das in den Wirren des Umzugs etwas unter. - Aus Bunzlau erhielten wir herzliche Weihnachts- und Neujahrgrüße u.a. vom Verein der Freunde Bunzlaus (Herr Mirecki, Herr Brusiło), Frau Wolanin, den Zahnschen Schulanstalten (jetzt ILO Bolesławiec) - die Deutschlehrerinnen Naglik und Pędlowska hatten übrigens im Dezember wieder einmal mit ihren Schülern die Heimatstube besucht - und vom Keramikmuseum. Unser Gegenbesuch in Bunzlau mit Zwischenaufenthalt in Görlitz und Ausflug ins Riesengebirge ist als „Siegburger Bürgerfahrt“ vom 12. bis 16. Oktober vorgesehen. Interessenten sollten sich bald melden! Ein anderer wichtiger Termin ist die Mitglieder-Versammlung am 3. September, ein kleines Heimattreffen, wieder mit attraktivem Programm. Bis dann, besser: bis bald!  

 

Ihr /euer Peter Börner

 

 

 

(Januar-Ausgabe 2016)

 

 

Man soll das neue Jahr mit guten Gedanken anfangen. Beginnen wir also mit dem Positiven. Wir dürfen zurückblicken auf eine stimmungsvolle, sehr gut besuchte Adventsfeier. Im liebevoll vorweihnachtlich geschmückten Saal des Kolpinghauses war kein Platz mehr frei. Als Jochen Wiesner die Teilnehmer aus dem Kreis der Siegburger Schlesier, der Bunzlauer und der Gäste zusammenzählte, kam er auf fast 50 Personen; darunter waren Bürgermeister Franz Huhn und ein prominenter Vertreter des Rhein-Sieg-Kreises.  

 

Erfreulich auch, nein: bewundernswert der zweitägige Einsatz von Heimatfreund Günter Bleul. Er war mit Frau Marlies nicht nur von Duisburg zur Adventsfeier angereist, sondern kam kurz darauf wieder und räumte „mit schwerem Gerät“ (mitgebrachten großen Transport-Rollern aus seinem früheren Metzgerei-Betrieb) und schwerem körperlichem Einsatz zusammen mit Peter Börner unter Assistenz von Jochem Birk und Norbert Roth - den Büro- und Archivraum der Heimatstube leer und verfrachtete alles in Raum II (den bisherigen Ausstellungs-, Bibliotheks- und Versammlungsraum), nachdem die meisten Tische, Stühle sowie einige ausgeräumte Schränke aus Raum I in einen großen Container vor dem Haus „entsorgt“ worden waren. –

 

Was war da passiert? Der Bürgermeister hatte am 2. Dezember allen Vereinen, die im städtischen Haus der Begegnung ansässig sind, eröffnet, dass dort „für 200 Flüchtlingsgäste Platz geschaffen werden soll, indem die bisherigen Nutzer die Hälfte ihrer bisherigen Fläche frei machen. - Termin: Ende Dezember.“ 

 

Wir können davon ausgehen, dass unsere Paten, die Stadt Siegburg und der Rhein-Sieg-Kreis, uns bei der Bewältigung des akuten Problems helfen. Leider ist es in absehbarer Zeit nicht möglich, im Stadtmuseum in größerem Stil unterzukommen, was nahe liegen würde. Gut wäre aber schon die Überlassung des seit langem erbeten Depot-Raums. - Der Rhein-Sieg-Kreis hat uns Umzugskartons zur Zwischenlagerung geliehen, einen Arbeitsplatz im Kreishaus in Aussicht gestellt (mehr geht nicht) und zugesagt, beim Verkauf von Dubletten und anderem Überflüssigem zu helfen. - Als sehr konstruktiv erwies sich „Haus Schlesien im Siebengebirge“. Man bot uns sogar einen Büro-Raum an, ist bereit, den Schriften-Bestand  mit uns durchzusehen und prüft, ob auf dem großen Dachboden von Haus Schlesien für unsere Sammlung Platz sein kann. Doch vorläufig ist erst mal konkrete Krisenbewältigung angesagt. - Wenn das die Museumsfachleute und die Bunzlauer Schüler geahnt hätten, die uns kurz vorher besucht hatten und von der Heimatstube sehr angesprochen waren!

 

Der Vorstand meint: Es wirkt sich jetzt aus, dass wir Bunzlauer bisher keinen wohlhabenden und großzügigen Mäzen haben wie z.B. die Stadt Görlitz, die jährlich eine Million Euro zur Erhaltung ihrer Kulturschätze von einem ungenannt bleibenden Spender erhält, und – mehr noch! - dass unsere Gesellschaft als Ganze den erhaltenen ideellen und materiellen Kostbarkeiten des historischen deutschen Ostens, die nicht zuletzt in den ostdeutschen Heimatstuben bewahrt werden, keine Aufmerksamkeit und erst recht keine nachhaltige Unterstützung schenkt. Man denke nur an das Trauerspiel bei der Besetzung des Leiters der Bundesstiftung „Flucht – Vertreibung – Versöhnung“!

 

Dabei wäre gerade in der bedrängenden Flüchtlingskrisenzeit eine praktische Besinnung auf unsere Geschichte, unsere Werte und unsere Identität dringend notwendig. - „Es ist kein Zufall“, so der Journalist Reinhard Müller in der FAZ, „dass anders geprägte Einwanderer sich oft darüber wundern, dass Deutsche von ihren eigenen Wurzeln nichts wissen wollen. - Wofür wirbt eigentlich die neue Willkommenskultur?“ Müllers Vater stammt aus Landsberg an der Warthe, die Mutter aus Danzig….

 

Es hofft auf Ihre Ermutigung und Unterstützung für die Bunzlauer Heimatstube und damit auf ein letztlich gutes neues Jahr

Ihr /euer Peter Börner.

 

 

 

(Dezember-Ausgabe 2015)

 

 

Deutsche und polnische Museumsleiter besuchten die Bunzlauer Heimatstube

 

 

 

Siegburg. 09.11.15 Im Rahmen ihrer internationalen Tagung in Haus Schlesien über „Vertreibung aus Schlesien und nach Schlesien“ führte eine Exkursion zwölf Museumsexperten auch nach Siegburg in die Bunzlauer Heimatstube.

 

 

 

 

Bei schlesischem Streuselkuchen und rheinischen Weckmännern befassten sich die Gäste am Beispiel der Bundesheimatgruppe Bunzlau mit der Frage, wie es nach 1945 möglich war, Millionen entwurzelter Vertriebener und Flüchtlinge aus dem deutschen Osten in die Nachkriegsgesellschaft zu integrieren. Dabei spielten Heimatgruppen wie die der Bunzlauer (seit 1953) und deren nachhaltige Betreuung durch Patenschaften eine wichtige Rolle, hier durch die Kreisstadt Siegburg und den Rhein-Sieg-Kreis. Man konnte mit Hilfe der Paten Heimattreffen veranstalten, Adressenkarteien anlegen und Heimatstuben einrichten. Diese Unterstützung ist in Siegburg bis heute wirksam.

 

 

Der Vorsitzende Studiendirektor i.R. Peter Börner stellte auch die aktuellen Aufgaben der Heimatgruppe und die Einrichtung der Heimatstube vor. Die häufigsten Besucher sind Freunde Bunzlauer Keramik, deutsche und polnische Bunzlauer, Schlesier, Menschen, die sich für deutsche Geschichte interessieren, Nachwuchs-Wissenschaftler und Schülergruppen aus Deutschland und Polen.

 

 

Die Dauerausstellung im Versammlungsraum präsentiert seltene und schöne Stücke klassischer Bunzlauer Keramik aus der Blütezeit vor 1945, Beispiele vom Wiederaufbau in der Nachkriegszeit und aus der aktuellen deutschen und polnischen Produktion, außerdem Gemälde und Graphiken mit Bunzlau-Bezug. Gelegentlich organisiert die Heimatgruppe Wechselausstellungen und Veranstaltungen zu spezifischen Themen, meist in Zusammenarbeit mit örtlichen und regionalen Institutionen wie Haus Schlesien, dem Siegburger Stadtmuseum oder Partnern im heutigen Bunzlau /Bolesławiec. Zuletzt: „Überraschend modern! Innovative Bunzlauer Keramik des 20. Jahrhunderts“ und - anlässlich des Rückblicks auf das Kriegsende vor 70 Jahren - öffentliche Zeitzeugen-Befragungen.

 

 

 

 

 

Die Präsenz-Bibliothek der Heimatstube bietet den Besuchern Literatur und Medien zu Stadt und Kreis Bunzlau in Geschichte und Gegenwart, u.a. eine gemeinsam mit polnischen Partnern erstellte digitalisierte Sammlung des Bunzlauer Stadtblatts, alle Ausgaben der Bunzlauer Heimatzeitung, aktuelle schlesische Zeitschriften und Fachliteratur zu Schlesien und zur Vertreibungsgeschichte.

 

 

Sehr gefragt unter den Familienforschern ist das Personen- und Sacharchiv. Die Heimatgruppe ist zudem kompetenter Ansprechpartner für Reisen nach Schlesien und vermittelt Kontakte aller Art ins heutige Bunzlau /Bolesławiec, auch durch selbst organisierte Reisen und beim Schüleraustausch mit Siegburgs polnischer Partnerstadt (seit 1992).

 

 

Diese Erläuterungen stießen bei den Teilnehmern auf reges Interesse. Museumsfachmann Tadeusz Orawiec vom Keramikmuseum in Bunzlau freute sich vor allem über das Wiedersehen mit den Schätzen Bunzlauer Keramikkunst und der umfangreichen Sammlung an Fachliteratur. Als Mitarbeiter von Direktorin Anna Bober-Tubaj, die mit der Heimatgruppe viele gemeinsame Projekte durchgeführt hat, kennt er Siegburg und die Heimatstube bereits von mehreren früheren Besuchen.

 

 

 

 

 

Der Vorsitzende der Bundesheimatgruppe ließ es sich nicht nehmen, anschließend mit den Gästen einen Rundgang durch die nächtliche Kreisstadt machen. Besondere Aufmerksamkeit fanden verständlicherweise das Stadtmuseum samt der Geschichte des Siegburger Komponisten Engelbert Humperdinck (Märchenoper Hänsel und Gretel!), die wunderbar renovierte mittelalterliche St. Servatius-Kirche, der Michaelsberg mit dem Kloster des Hl. Anno und das ihm gewidmete Anno-Lied, das der Bunzlauer (!) Barockdichter Martin Opitz in einer Breslauer Handschrift wiederentdeckt hatte. Darin ist übrigens zum ersten Mal (1080 n.Chr.) in deutscher Sprache von „den Deutschen“ die Rede.

 

 

Doch auch die Streiflichter auf die wechselhafte Wirtschafts- und Industriegeschichte der Stadt von der einst berühmten Siegburger Töpferei, die zum Anlass für die Übernahme der Patenschaft über die Bunzlauer wurde, bis zur Gegenwart waren den Besuchern neu und wichtig. Da die Begegnung an einem 9. November stattfand, durfte ein Hinweis auf Tragik dieses Tages (Schicksal der Siegburger Synagoge-Gemeinde) und auf die Freude (Mauerfall, fast am Martinsabend, bejubelt auch auf dem Siegburger Marktplatz) nicht fehlen.

 

 

Peter Börner

 

 

 

  

(November-Ausgabe 2015)

 

Manchmal gibt es im Leben unliebsame Überraschungen, so neulich nach dem Aufschließen des Büro- und Archivraums der Bunzlauer Heimatstube. Da bot sich ein unerwartetes Bild. Nein – keine Einbrecher. Aber es hatte durchgeregnet: Ein Teil der Deckenverkleidung lag durchgeweicht auf einem Holzschrank, anderes unten auf dem Kunststoff-Boden und daneben glitschige Wasserlachen. Der Schaden hielt sich Gott sei Dank in Grenzen: Archivmaterial und Sammelgut waren unbeschädigt. Inzwischen ist der Raum wieder sauber. Aber hoffentlich hält die provisorische Hausdachabdeckung und hoffentlich sieht es an der Zimmerdecke manierlich aus, wenn eine Gruppe von ca. 20 Museumsfachleuten von ihrer Tagung im Haus Schlesien einen Abstecher zu uns in die Heimatstube macht.

 

Vieles Wichtige bleibt den Augen der Besucher verborgen, z.B. die wachsende akribische Ordnung in den Archivschränken – vor allem dank Jochem Birks ordnenden Händen - oder die elektronische Datei unseres Sammelguts, um deren Aktualisierung sich Norbert Roth  bemüht. Frau Dr. Jutta Schulte inventarisiert parallel dazu neu ankommende Schriftstücke. Ein schönes Beispiel dafür ist die kleine Festschrift „70 Jahre Erinnerung - Derrheeme - Groß-Gollnisch" für das Heimattreffen am 05.09.2015, übersandt von Wilhelm Ehrhard. Darin hat Hans Eberlein in heimatlicher schlesischer Mundart u.a. den Weg der Flucht des Trecks der Groß-Gollnischer bis Egloffstein / Fränkische Schweiz beschrieben. Ein anrührendes Schriftstück!  

 

In diesem Zusammenhang sei noch einmal auf die in der Heimatstube befindliche große elektronische Sammlung Dietmar Plates zu Bunzlau, u.a. zum Spittel, und insbesondere zu zahlreichen großen und kleinen Dörfern des Kreises hingewiesen. Sie steht unseren Besuchern offen und kann in Absprache mit Heimatfreund Plate in Auszügen auch digital weitergegeben werden. Vieles andere erfahren Jüngere Gott sei Dank immer noch mündlich. Peter Börner hatte von Frau Schulte zwei Briefe mit z.T. bemerkenswerten Dokumenten zum Lesen erhalten und führte daraufhin ausgesprochen spannende, lebendige Telefongespräche mit Christa Wöhrmann, geb. Schulze und Sigrid von Breska, geb. Pralle. Die Erlebnisse der beiden alten Damen wären es wert, in einem Buch oder wenigstens in Artikeln in der Heimatzeitung niedergeschrieben zu werden!

 

Unsere langjährige (fast unentbehrliche!) Mitarbeiterin Ursel Burghardt, die ihre Lebenserinnerungen schon vor längerer Zeit einer Studentin, die sie wissenschaftlich interviewte, anvertraut hat, beging am 25. 10. zu Hause in ihrer Bonner Wohnung ihren 94. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich.

 

Zurück zu Bunzlau: Hansjochen Steinbrecher, ein Berliner Pastor, konnte durch Vermittlung der Heimatgruppe und zweier heutiger Bewohner Bunzlaus eine erfolgreiche "Reise in die Vergangenheit" seiner Mutter in Bunzlau unternehmen (Beninde, Thämmerstr. 14), die ihm seine Kinder zum 70. Geburtstag geschenkt hatten und ihn begleiteten. Unsere eigene Bunzlaufahrt im kommenden Jahr ist noch offen. Wir warten auf positive Signale aus Bunzlau, die wir dann sofort aufgreifen werden.

 

Eine angenehme Überraschung: Pfarrer Sauer hat jetzt einen festen Platz bei Wikipedia  im Internet erhalten. Auf telefonische Anfrage eines Bearbeiters konnten wir via E-Mail ergänzende Angaben zum vorliegenden Entwurf machen und einige Fehler richtigstellen. Das Internet ist ja praktisch, aber keineswegs unfehlbar. Am besten befragt man Zeitzeugen und Quellen, - nicht zuletzt bei uns in der Heimatstube. Auf ein Wiedersehen dort oder bei der Adventsfeier der Heimatgruppe im Kolpinghaus am Samstag, 12. Dezember freut sich

Ihr / euer Peter Börner

 

 

(Oktober-Ausgabe 2015)

Zuerst soll vom einem kleinen Bunzlau-Treffen berichten werden: der jährlichen Mitgliederversammlung unseres Vereins, diesmal verbunden mit Vorstandswahlen, sowie – schon traditionell - einer von der Heimatgruppe organisierten Kulturveranstaltung für die Siegburger Öffentlichkeit. In diesem Jahr kamen die Teilnehmer der Mitgliederversammlung vorwiegend aus dem alten Bundesgebiet: zwischen Augsburg und der Lüneburger Heide; zwischen Frankfurt, Köln, Dortmund und Peine und natürlich aus Siegburg. Herzliche Grüße erreichten uns unter anderem aus München, aus Nordhessen, aus Hagen, aus Brandenburg, Erfurt und aus dem fernen Dresden.

Die wichtigsten Ergebnisse: Der Tätigkeitsbericht wurde gebilligt, die Kasse stimmt, der Vorstand wurde entlastet. Unter der Wahlleitung von Helmut Liewald aus Seifersdorf, (er ist Vorsitzender der Schlesier in Hessen) wurde wiedergewählt als erster Vorsitzender Peter Börner; neu ins Amt kam Günter Bleul, Leiter der Bunzlauer Runde im Ruhrgebiet als Stellvertretender Vorsitzender, nachdem Horst Tschage nach vielen Jahren verdienstvoller Mitarbeit aus Altergründen nicht mehr kandidierte. Gleiches gilt für den wunderbaren Horst Lessig, der zuletzt noch als Beisitzer dem Vorstand angehörte. Bestätigt wurden Jochen Wiesner als Schriftführer, Norbert Roth als Schatzmeister, ebenso die Beisitzer Birk und Plate. Jetzt heißt es: Ärmel hochkrempeln und anpacken. Günter Bleul hat schon erfolgreich seine E-Mail-Poststation aktiviert…

Eingebettet war das kleine Siegburger Bunzlau-Treffen in eine dreitägige BdV-Veranstaltungsfolge zum Tag der Heimat 2015 vom 4. - 6. September, die Jochen Wiesner sorgfältig vorbereitet hatte. Detailplanung und Moderation des Eröffnungsabends im geschmückten Großen Sitzungssaal des Siegburger Rathauses mit Ansprache des ersten russlanddeutschen Bundestagsabgeordneten Heinrich Zertik lagen bei Peter Börner. Er betonte, bei aller notwendigen Anteilnahme am Schicksal der heutigen Zuwanderer aus dem Süden und Südosten dürften die großen Unterschiede zu den Flüchtlingen 1945/7 nicht übersehen werden: Damals kamen Deutsche zu Deutschen, es waren Menschen, denen die erwünschte Rückkehr in ihre Heimat verwehrt war, und es waren vorwiegend Frauen, Kinder und alte Leute, nicht junge Männer. Denn die waren im Krieg oder in Gefangenschaft oder tot. All dieser Landsleute wurde am Sonntag in einer Stunde des Gebets und des Erinnern am Vertriebenen-Ehrenmal auf dem Troisdorfer Friedhof gedacht. Wir legten einen Kranz mit Blumen in den Bunzlauer Farben nieder. Der Geistliche erhielt ein Buch-Geschenk, in dem Heimatfreund Hans-Dieter Haim das Schicksal seiner Bunzlauer Familie von 1938 bis 1954 erzählt. - Nicht zu vergessen: Die Auftaktveranstaltung im Rathaus erhielt eine ausgesprochen tröstlich-besinnliche Note durch Volkslieder, mehrstimmig und wunderbar sauber dargeboten durch einen Schul(!)-Chor. Die Anwesenden fielen zunächst vorsichtig mitsummend, dann mutig und froh mitsingend in die vertrauten Waisen ein.

 

Ein anderer Höhepunkt des „Tags der Heimat“ war das Zeitzeugengespräch in unserer Heimatstube. Vor ca. 40 Gästen, darunter Ursel Burghardt, ging es um die ähnlichen und dann wieder so unterschiedlichen Ereignisse bei Kriegsende in Siegburg und in Bunzlau. Die Siegburger berichteten von schweren Bombenangriffen, Kampfhandlungen, Wohnungsnot, ersten scheuen Annäherungen der Kinder an die amerikanischen Soldaten. Dr. Jutta Schulte, einst Schülerin des Bunzlauer Lyzeums, stellte eindringlich ihre Flucht aus Bunzlau dar, Horst Tschage die Flucht seiner Familie aus Mühlredlitz, die Heimkehr und die endgültige Vertreibung. Vorher hatten unsere Siegburger Gäste durch Lichtbilder Eindrücke aus dem alten deutschen Bunzlau vor dem 11. Februar 1945 erhalten.

Etwas aus der täglichen Arbeit: Norbert Roth hat den Ausdruck der digitalen Inventarisierung unserer Keramik abgeschlossen. Bisher ca. 150 Seiten! – Unter „Verschiedenes“ fanden wir das Typoskript eines Bunzlau-Hörspiels des Bayrischen Rundfunks von 1956 wieder. Autor und wohl auch Mitwirkender: der junge Dieter Hildebrandt, Übersender an die Heimatstube: Dr. Hubert Hupka, dessen 100. Geburtstagstags nun auch in Bonn unter Anteilnahme der Bundesheimatgruppe gedacht wurde. In der Liste der Spiel-Stimmen lesen wir u.a. „Töpfermeister Gleisberg“ und „Pfarrer Sauer“. Das Hörspiel wäre eine sehr schöne Bereicherung unseres Ton-Archivs. Leider verliefen diverse Nachforschungen nach einem erhaltenen Tonträger ergebnislos.

 

Gut erhalten sind dagegen Fotos aus dem Spittel, die uns in Kopie zugeschickt wurden. Der Chronist der Zahnschen Schulanstalten Prof. Alexander Bolz, unerwartet verstorben am 24. Juli 2015, hätte seine Freude daran gehabt. – Am Sonntag, dem 20. September, hatten Jochen Wiesner und Peter Börner einen ganztägigen Einsatz in Bonn. Im Rahmen des Ostdeutschen Markts auf dem Münsterplatz standen sie hinter zwei Doppeltischen mit Bunzeltippeln und Fachliteratur und führten mit Passanten zahlreiche Gespräche.

  

Ein erstaunlicher Telefon-Anruf zum Schluss: Ein 1953 in Bunzlau geborener Deutscher wusste von eingemauertem Bunzlau-Notgeld zu berichten, das 1963 bei Renovierungsarbeiten unter der Rathaustreppe gefunden worden war. Wir hatten bereits die ganze Serie und zeigen Sie gern nach unserem „Bunzlauer Adventsstündchen“ am Samstag, 12. Dezember, 15 Uhr im Siegburger Kolpinghaus Mühlenstraße 4. 

 Ihr/euer Peter Börner

 

 

 

September 2015 - Ausgabe - Journal des Vorstands.doc 

 

 

  

 

 

 August 2015 - Ausgabe - Journal des Vorstands.doc

 

 

 

 

(Juli-Ausgabe 2015)

 

So ein lebhaftes Treiben hatte das Siegburger Haus der Begegnung lange nicht erlebt! Während sich der Partnerschaftsverein um junge Gäste aus North Carolina / USA und ihre deutschen Gastgeber kümmerte, besuchten uns an zwei Tagen nacheinander je 28 Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe des benachbarten Gymnasiums unter Leitung ihres Religionslehrers. Wir hatten alle verfügbaren Stühle bereitgestellt und auf Tischen, wo immer noch Keramik auf die Inventarisierung wartet, Platz geschaffen für aufgeschlagene Bücher, Handreichungen, für Getränke, Knabberzeug und Streuselkuchen (der sehr gut wegging). Leinwand und Projektor waren aufgebaut und Zeitzeugen, wie es heute so schön heißt, rechtzeitig eingeladen.

 

Anlass und Thema waren Flucht und Vertreibung aus Bunzlau vor jetzt 70 Jahren. Nach Begrüßung und einführendem halbstündigen Lichtbildervortrag von Peter Börner und (Selbst-)Vorstellung der Zeitzeugen Jochem Birk (einstiger Spitteler), Dr. Jutta Schulte, geb. Rachner (einstige Lyzeumsschülerin) sowie Horst Tschage (geb. in Mühlredlitz, Kr. Lüben) und Peter Börner (geb. in Tillendorf) stellten sie sich den Fragen, z.B. „Wovon haben Sie eigentlich während der Flucht gelebt?“ – „Wie kamen Sie nach der Vertreibung  bei uns unter?“ Viele Schüler hatten mit ihren 16, 17 Jahren von den Ereignissen 1945/6 noch nie etwas gehört oder gesehen. Eine Schülerin sagte: „Im Geschichtsunterricht hatten wir einige Stunden das Thema Nationalsozialismus. Das Geschehen bei Kriegsende, die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und der DDR wurde nicht behandelt.“

 

Dazu passt, dass es der Heimatgruppe nicht gelungen war, Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer an Siegburger Schulen für unser Angebot ernsthaft zu interessieren. Auch Vorschläge, sich einmal die (guten!) Unterrichtshilfen der NRW-Landesregierung zu Flucht und Vertreibung vorstellen zu lassen oder unsere Zeitzeugen in einen Geschichtskurs einzuladen, gingen ins Leere. Umso erfreulicher, dass nun ein katholischer Religionslehrer des Gymnasiums Siegburg Alleestraße, der zudem noch für den Schüleraustausch mit Bunzlau zuständig ist, uns mit seinen beiden Oberstufenkursen besucht hat! Einige Schüler möchten aufgrund der Veranstaltung gern an einer Bunzlau-Reise teilnehmen.

 

Erfreulich auch, dass es möglich war, einen Siegburger Lokalhistoriker und Journalisten als Leiter einer Gesprächsrunde zu gewinnen, die am 5. September 2015 in der Heimatstube um 15.30 Uhr im Rahmen des „Tags der Heimat“ die Ereignisse bei Kriegsende in Siegburg mit den Ereignissen in Stadt und Kreis Bunzlau vergleicht. Dazu lädt der Vorstand alle in der Region herzlich ein, zumal an diesem Tage unsere Mitgliederversammlung mit Neuwahlen stattfindet, also eine Art kleines Heimattreffen.

 

Eine ganz andere Form des Heimattreffens war das große Schlesiertreffen vom 19. - 21. Juni in Hannover. Hier erste Eindrücke: An den Bunzlauer Tischen in der riesigen Versammlungshalle begegneten sich Heimatfreunde aus Stadt und Kreis. Der Bogen der Angereisten spannte sich zwischen München und der Lüneburger Heide von Bayern über Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland, Ruhrgebiet, Niedersachsen bis Brandenburg, Berlin und Sachsen. Wir Bunzlauer wurden ja in alle Winde verstreut. Die Namen folgender Dörfer tauchten in der Anwesenheitsliste auf: Giersdorf, Gießmannsdorf, Gremsdorf, Lichtenwaldau, Lorenzdorf, Mittlau, Prinzdorf, Niederschönfeld, Seifersdorf, Siegersdorf-Neudorf und Tillendorf. An beiden Abenden traf sich dann eine kleine unermüdliche frohe Runde bei Bier und leckerem regionalem Essen und man tauschte Tages- und Lebenserfahrungen aus.

 

 

Leider war der Vorstand der Bundesheimatgruppe diesmal zahlenmäßig schwach vertreten. Das Alter fordert seinen Tribut, z.T. auch die Berufstätigkeit. Hinzukommen andere Verpflichtungen: Jochen Wiesner nahm an der gleichzeitig stattfindenden zentralen Vertriebenen-Gedenkveranstaltung des Landes NRW in Schloss Burg a.d. Wupper teil; Norbert Roth war erst kurz davor zusammen mit Peter Börner nach Ahlen/Westfalen gereist, um auf Einladung der ev. Gemeinde beim Umzug der Tillendorfer gottesdienstlichen Geräte aus der aufgegebenen Neustadtkirche in die Christuskirche zu helfen. Dies geschah im Rahmen einer sehr würdigen gottesdienstlichen Feier, wobei Tillendorf ausdrücklich erwähnt wurde. Und demnächst werden Vorstandsmitglieder nach Erfurt fahren, um wertvolles Heimatgut abzuholen und um am Tag darauf, also am Sonntag, dem 19.Juli 2015, am Braunschweiger Treffen teilzunehmen.

 

Frau Dr. Jutta Schulte kommt aus Köln neuerdings jeden Dienstag in die Siegburger Heimatstube, um unsere Mannschaft zu verstärken. Das ist sehr hilfreich; denn Ursula Burghardt fehlt noch. Neben den alltäglichen, aber sehr notwendigen Inventarisierungsarbeiten beschäftigt sie sich mit dem alten deutschen Bunzlau. Ihr fiel dabei auf, dass man bisher das Schicksal unserer jüdischen Familien, die oft sehr angesehen waren und im Stadtleben eine wichtige Rolle spielten, zu wenig beachtet hat. Jetzt liegt eine erste gründliche Ausarbeitung von Kurt Basler zum jüdischen Friedhof vor (er sucht nach wie vor Fotos!) und eine ebenso gründliche, aber immer noch ergänzungsbedürftige allgemeine Zusammenstellung von Dietmar Plate.  

 

Wie im Journal öfters angemerkt, ergeben sich auch heute immer wieder mal neue Bunzlau-Kontakte. Das Telefongespräch war für beide Seiten sehr angenehm. Sie konnte sich nach langer Zeit endlich einmal eingehend mit jemand, der sich dafür ernsthaft interessiert, über Bunzlau unterhalten, wir lernten ‘was dazu, die Heimatzeitung fand eine neue Abonnentin und unser kleiner Verein ein zusätzliches Mitglied. Ideal! Darüber freut sich Ihr /euer Peter Börner

 

 

Bunzlauer Urgestein, auf dem man bauen kann.

 

Heimatfreund Horst Lessing beging am 18. April 2015 in Hagen seinen 90. Geburtstag und Jochen Wiesner überbrachte die Glückwünsche der Bundesheimatgruppe

 

 

Er ist einer der treuesten und sachkundigsten Bunzlauer. Nachdem er bereits 1953 beim allerersten Heimattreffen in Siegburg dabei war, leitete Horst Lessig von 1986 bis 2013 zuverlässig und mit Herz und Musik die Bunzlauer Runde im Ruhrgebiet. Die trifft sich mehrmals im Jahr traditionell in der „Sternquelle“ in Essen. Dann sorgte er in seiner sehr lebhaften Art nicht nur für gute Gespräche bei Kaffee, Mohn- und Streuselkuchen, sondern animierte die Heimatfreunde aus Stadt und Kreis Bunzlau mit Ziehharmonika und selbst erstelltem Liederbuch auch zu gemeinsamem Gesang. Gern sagte der gebürtige Bunzlauer: „Der Ton ist unser Element, / ob man ihn singt, ob man ihn brennt.“ Und dann sangen sie alle: „Mein Vater war ein Schlesiermann – und mir steckt’s auch im Blut…“

 

 

Seit 1996 gehört er dem Vorstand der Bundesheimatgruppe an, bis 2012 als Stellvertretender Vorsitzender. Solange es ihm die Gesundheit erlaubte, reiste er von der Breslauer Straße in Hagen-Hohenlimburg regelmäßig zu den monatlichen Vorstandssitzungen nach Siegburg, begleitet von Frau Else, der treuen Ehefrau und Helferin. Ehrensache, dass Horst Lessig bei fast allen Schlesiertreffen dabei war. Bereitwillig besuchte er auch immer wieder andere Zusammenkünfte von Heimatfreunden, sogar in anderen Bundesländern.

Seine enormen Kenntnisse des alten Bunzlaus sind bis heute unentbehrlich. Neben Ursula Burghardt und Werner Seidel ist er einer der wenigen vor Ort, die wirklich authentisch über das alte Bunzlau Auskunft geben können. Schon deshalb ist seine Mitarbeit in der Bundesheimatgruppe sehr wertvoll, ja geradezu unentbehrlich!

 

Vielleicht hängt sein großes Wissen damit zusammen, dass Vater und Großvater Fritz Lessig Lebensmittelhändler in Bunzlau waren. Wir fanden eine Annonce im Bunzlauer Stadtblatt vom 3. Dezember 1891! Das Geschäft war auf der Löwenberger Straße 16. Im elterlichen Betrieb absolvierte er seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Dann kam der Krieg. In Italien wurde er schwer verwundet. Es verschlug es ihn in die russische Besatzungszone; dort wurde er zum Buchbinder umgeschult. Auf der Suche nach seinen Angehörigen gelangte er in den Westen. Zusammen mit Frau Else baute er eine neue Existenz und eine Familie auf. Zuletzt (bis 1982) war er bei Krupp als Büro-Angestellter beschäftigt. Seit 1980 engagierte er sich zusätzlich in seiner neuen Heimatgemeinde Hagen im Behindertensport.

 

Jochen Wiesner und Frau Elvira trafen ihn beim Kaffeetrinken in fröhlicher Runde im Kreise der Familie. Sie bewunderten die reiche Schlesien- und Bunzlau-Sammlung und überreichten dem Jubilar und regelmäßigen Siegburg-Besucher neben schriftlichen Glückwünschen des Vorstands eine große Flasche Siegburger Klosterlikör. Der schmeckt nicht nur, er hält auch gesund. Und Gesundheit ist unserem Horst von ganzem Herzen zu wünschen! Seinem Schwiegersohn verdanken wir das schöne Erinnerungsbild vom Geburtstagsfest.   

Peter Börner

 

 

 

 

(Mai-Ausgabe 2015)

 

700 Kilometer an einem Tag! Das ist eine lange Strecke mit dem Auto. Peter Börner hatte sich mit einem Lehrer vom Siegburger Gymnasium während der Osterferien auf diese weite Reise begeben. Nach Bunzlau natürlich. Und warum? Das Gymnasium Alleestraße ist seit Jahren durch eine Schulpartnerschaft mit dem ILO Bolesławiec, den früheren Zahnschen Schulanstalten, freundschaftlich verbunden, und der mitreisende Kollege hatte sich zuletzt 1995, als Mitglied des Schulchors, in Bunzlau länger umgesehen und war sehr neugierig auf die Veränderungen. Tatsächlich gab es viel zu entdecken, schon unterwegs: in Gotha, Bautzen und bei einem Abstecher nach Görlitz, Zittau und ins Zittauer Gebirge. Denn der geplante Tagesausflug ins Riesengebirge musste wegen des plötzlichen Wintereinbruchs ausfallen. Für den Vorsitzenden der Bundesheimatgruppe aber war die Reise eine gute Gelegenheit, alte Kontakte zu pflegen, Freundschaften zu bekräftigen und neue Projekte anzustoßen oder zu unterstützen. Ein polnischer Schüler möchte z.B. die deutsche Geschichte der Zahnschen Schulanstalten vorstellen und benötigt Fotos aus Klassenräumen, möglichst mit Lehrern und Schülern. Nachforschungen in der Heimatstube brachten leider nur wenig. Nun will die Tochter von Oberstudiendirektor Blass, Frau J. Schuchardt, im Familienbesitz nach Brauchbarem fahnden. Und wer kann sonst noch aushelfen?  

 

Um ein viel, viel größeres Vorhaben ging es im Gespräch mit Frau Bober, der Leiterin des Keramikmuseums. Nach den Pionierarbeiten der Bundesheimatgruppe über die Bunzlauer Nachkriegskeramik (Ausstellung und Buch, 2009) wird jetzt von polnischer Seite das Thema intensiv aufgegriffen. Angedacht ist eine gründliche Dokumentation mit Schwerpunkt „Aufbau und Entwicklung der polnischen Keramik in Bunzlau.“ Aber die Bundesheimatgruppe ist eingeladen, die deutsche Seite des Geschehens darzustellen. Bei der letzten Vorstandssitzung war man sich einig: Das wird trotz unserer erheblichen Vorarbeiten eine große Herausforderung. Ohne Zuarbeiter und Experten ist das nicht zu schaffen…

 

Ein schöner Gedanke am Rande des Gesprächs mit Frau Bober, an dem auch Vizebürgermeister Filipowicz und Herr Mirecki vom Verein der Freunde Bunzlaus teilnahmen: Es kam die Überlegung auf, die öffentliche Präsentation der Ergebnisse, voraussichtlich im Herbst 2016, mit einer Einladung an alle deutschen Bunzlauer zu verbinden. So könnte dann doch noch eine Art Heimattreffen in Bunzlau zustande kommen. Andere Gemeinden in Schlesien, zuletzt Hirschberg, haben längst gezeigt, wie’s geht. Es ist denkbar, dass sich gerade im Ostteil Deutschlands, aber bestimmt nicht nur dort, nicht wenige Bunzlauer finden, die dann gerne hinfahren. Eine solche Begegnung könnte das versöhnliche Ende einer ungemein tragischen Entwicklung werden, die sich freilich seit Jahren – Gott sei Dank – in eine vernünftige Richtung bewegt.

 

Mittelfristig stehen auch in Siegburg wichtige Neuerungen an. Bei einem Gespräch mit Frau Dr. Gundula Caspary, der Leiterin des Stadtmuseums, wurde Einigkeit darüber erzielt, dass die wertvolle Keramiksammlung der Heimatstube einschließlich der Bildersammlung und anderer Erinnerungstücke als Dauerleihgabe der Obhut der Patenstadt anvertraut wird, wenn die Heimatstube einmal nicht mehr arbeitsfähig ist und im Stadtmuseum eine Umstrukturierung ansteht. Unsere Bunzlau-Sammlung bliebe auf diese Weise fachgerecht aufbewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich und zwar in genau jener Stadt und jener Region, wo die Bunzlauer über Jahrzehnte hinweg ein Stück ihrer Heimat bewahren konnten. „Die Bunzlauer sind ein Teil der Siegburger Lokalgeschichte“, so hat Bürgermeister Franz Huhn oft angemerkt.

 

Auch das reichhaltige Schriftgut der Heimatstube soll hier vor Ort bleiben. Die meisten „Bunzlauer Stadtblätter“ sind im Original längst dem Archiv des Kreishauses übergeben worden. Dorthin kämen im Falle einer Auflösung unserer Räumlichkeiten auch unsere Bibliothek (außer der Fachliteratur zur Keramik) und unser Archiv in Gestalt vieler Aktenordner. Die Personenkartei, teils auf Karteikarten, teils in digitalisierter Form, für Jochem Birk und andere Mitarbeiter ein unentbehrlicher Schlüssel der Auskunft für Bunzlau-Interessierte in aller Welt, mit denen wir es allwöchentlich zu tun haben, wollen wir so lange wie möglich in eigener Regie haben. Gleiches gilt für immer wieder angefragte Einwohnerverzeichnisse, Stadtpläne u. dergleichen.

 

Sehr schön wäre es, wenn vor der großen Umstrukturierung noch einige „Sonderaufgaben“ zum Abschluss  kommen könnten. Da ist ganz aktuell die Inventarisierung von Neuzugängen und deren Auswertung. Jetzt erhielten wir zum Beispiel weitere Dokumente aus dem Nachlass des Bunzlauers Georg Tschorn über seinen Sohn in Australien. Doch vor allem ist die bereits erwähnte Überarbeitung unserer Veröffentlichung zur Bunzlauer Nachkriegskeramik angesagt. – Auch zu bearbeiten: Heimatfreund Kurt Basler (Erfurt) hat uns vor kurzem seine umfangreiche Ausarbeitung über den jüdischen Friedhof in Bunzlau zur Verfügung gestellt. Und Dietmar Plate (Peine) ist nach wie vor fleißig beim Sammeln und Publizieren von Heimatwissen. Seine wertvollen Aufsätze und Fotos in der Bunzlauer Heimatzeitung lassen es erahnen. Von ihm erhalten wir immer wieder neben Kopien von Dokumenten hervorragende Zusammenstellungen zu Spezialthemen zu Stadt und Kreis Bunzlau. Aber wo ist der Sponsor, der es ermöglicht, dass dies alles in angemessener Weise auch einer größeren Öffentlichkeit nutzbar gemacht werden kann, zum Beispiel Plates immer noch anwachsende Schatztruhe der „Bunzlauer Straßen und Plätze“? Die Ernte ist groß…

 

Bei aller Arbeit gibt es auch immer wieder schöne Erlebnisse: der gute Verlauf der Unterredung von Horst Tschage und Peter Börner mit Frau Dr. Caspary und Frau Bunzel bei Kaffee und Streuselkuchen in der Heimatstube, die erfreulichen Resultate der Bunzlau-Reise, abgerundet durch den Besuch im Restaurant „Lucie Schulte“ in Görlitz, das von einem Sohn von Frau Ingeborg Schade, verwandt mit dem einstigen Bunzlauer Fotografen Richard Gebauer, geführt wird. Sie hatte uns zuvor wegen einer Auskunft und der Bitte um Fachliteratur kontaktiert. Auch da konnten wir helfen. Besonders erfreulich war die runde Geburtstagsfeier unseres langjährigen Mitarbeiters Horst Lessing in Hagen, dem Jochen Wiesner persönlich gratuliert hat. Und demnächst werden uns junge Leute vom Siegburger Gymnasium aufsuchen, um sich auf eine Fahrt nach Bunzlau vorzubereiten. Auch das ist ein Grund zur Freude. So schließt sich für heute der Kreis. Es grüßt Sie Ihr / euer Peter Börner

 

 

 

(April-Ausgabe 2015)

 

Wenn Sie, liebe Heimatfreunde, dieses Journal lesen, liegen drei besondere Ereignisse hinter uns: 1) das Osterfest, 2) direkt davor eine kleine Bunzlau-Reise, mit wichtigen Gesprächen. Dazu aus redaktionellen Gründen mehr erst in der nächsten Ausgabe. Und da war 3) die vergangene Bunzlauer Runde im Ruhrgebiet. Auf die ist schon jetzt ein kleiner Rückblick möglich:

 

Wiederum liebevoll organisiert von Ehepaar Günter und Marlis Bleul aus Duisburg und unterstützt von den langjährigen Organisatoren Horst und Else Lessig aus Hagen-Hohenlimburg trafen sich Stadt- und Kreis-Bunzlauer am 14. März im Essener Traditionslokal „Sternquelle“. Während man bei leckerem schlesischem Kuchen zusammensaß, überbrachte Peter Börner herzliche Grüße aus Siegburg und zeigte in einer PowerPoint-Präsentation Lichtbilder von der Bürgerfahrt nach Niederschlesien im vergangenen Herbst; dabei fanden die Fotos von der Einweihung des Ehrenmals im Garten Lutherstraße 5 natürlich besonderes Interesse. Neben den fast ständigen Teilnehmern wie Herta Delang-Wesenberg (Essen) waren diesmal sogar zwei „Neue“ anwesend: Frau Rita Dietrich hatte ihren Mann Eberhard, geboren in Paritz, überzeugen können, nicht nur die Heimatzeitung zu lesen, sondern auch mal der Einladung nach Essen zu folgen. Wenn das kein gutes Omen für das Deutschlandtreffen der Schlesier vom 19. - 21. Juni in Hannover ist! Der Vorstand hat allerdings beschlossen, von Siegburg aus diesmal keinen „Bunzlauer Abend“ zu organisieren und vertraut ganz der Initiative der immer noch zahlreichen Bunzlauer in Braunschweig, Hannover, Hildesheim…

 

Wir hier haben die Vorbereitungen unserer Beiträge zum Siegburger Keramikmarkt am Sonntag, dem 12. Juli, und zum „Tag der Heimat“, vom 4. bis 6. September 2015, begonnen. Organisator der mehrtägigen Veranstaltung ist unser Vorstandsmitglied Jochen Wiesner in seiner Eigenschaft als – einstimmig wiedergewählter - Kreisvorsitzender des BdVs Rhein-Sieg. Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg! Der Bunzlauer Schwerpunkt des „Tags der Heimat“ in Siegburg wird Samstag, der 5. September, sein. Da ist die Mitglieder-Versammlung mit Wahlen (noch Kandidaten zu allen Vorstandstandsaufgaben gesucht!); für den Nachmittag planen wir eine öffentliche Veranstaltung zum Thema „Kriegsende in Bunzlau und in Siegburg“ mit Lichtbildern und Zeitzeugenberichten. Damit wollen wir die Siegburger Bürger stärker heranholen (aber auch Bunzlauer Zeitzeugen sind sehr willkommen!) und an den erstaunlichen Erfolg des „Presse-Frühstücks“ am 10. Februar zum „10. Februar 1945-2015“ anknüpfen.

 

Ansonsten geht in der Heimatstube das Alltagsgeschäft weiter, wie stets mit gelegentlichen spannenden Entdeckungen: Uns überraschte z.B. das Sammler-Interesse am Nachlass von Frau Zahn. Eine schöne Festersen-Vase hat schon ihren Besitzer gewechselt. – Der unermüdliche Jochem Birk hat aus alten Ausgaben der BHZ für Frau G. Corfei sechs Seiten über Rosenthal aus der Feder von Heimatfreund Reinhard Winter in Bayreuth herauskopiert und versandt. Übrigens bittet er als Betreuer der Bunzlau-Kartei um regelmäßige Mitteilung aller wichtigen neuen Personenstands-Daten. - In Berlin freute sich Frau Schmicker, geb. Milde (Pelz-Milde in Bunzlau), über Auskünfte aus der elektronischen Datei Dietmar Plates in Peine. Es wäre großartig, wenn seine reich bebilderte Zusammenstellung der „Bunzlauer Straßen und Plätze samt ihren Bewohnern“ dank eines großzügigen Sponsors auch gedruckt vorliegen könnte!!! – Frau Sabine Bossau-Liebert (Luxemburg) dankte für Mithilfe beim Versand von Geschenk-Exemplaren der Bunzlauer Heimatzeitung an Angehörige in Kanada und hier. – Ein Anrufer aus Australien fragte, ob wir die Lebenserinnerungen des Bunzlauers Georg Tschorn schon erhalten haben. Ja, danke! - Aus Oberschlesien kam eine E-Mail-Anfrage zum Leben und Sterben von Geheimrat Artur Schiller. Auch da konnten wir helfen. - Kurt Basler (Erfurt) sammelt weiterhin alle Informationen zum alten jüdischen Friedhof in Bunzlau, besonders Fotos. – Peter Börner hat für das Archiv für Schlesische Kirchengeschichte Sein Referat zum Thema „Erzpriester Paul Sauer (1892-1946). Katholischer Stadtpfarrer in Bunzlau und zeitweiliger Betreuer der verwaisten evangelischen Gemeinde“ überarbeitet. Dabei entdeckte er von neuem, dass Priester Sauer seiner Bunzlauer Schülerin Christa („Christel“) Feige, geb. Kirchner, ins Poesie-Album geschrieben hatte: „Alles, was du von andern erwartest, tu‘ ihnen auch. – Goldene Regel der Bibel“. Diese lebenskluge und liebevolle Empfehlung gilt wohl uns allen, meint Ihr/Euer Peter Börner

 

 

 

 

 

Link zum Journal März 2015.doc 

 


  

 

  

(Februar-Ausgabe 2015)

 

Zufälle gibt‘s! Nachdem wir im umfangreichen Keramiknachlass unserer früheren Mitarbeiterin Elisabeth Zahn Stücke aus dem elsässischen Betschdorf gefunden hatten, stieß Peter Börner durch eine Erwähnung am Rande seines (übrigens gut besuchten) Bunzlau-Vortrags am 16. Januar in Berlin über Frau Hanske / Berlin auf Familie Pilger in Friedrichsthal im Saarland. Frau Ilka Pilger ist eine Tochter des Naumburgers Fritz Buchwald, den es nach französischer Kriegsgefangenschaft nach Betschdorf bei Hagenau verschlagen hatte, wo er sehr lange als Töpfer gearbeitet hat.

Bekannter aus Töpfer-Familie Buchwald sind die Brüder Georg und Gustav. Sie hatten nach 1945 in Bayreuth eine Bunzlauer Keramikfabrik gegründet. Auch aus deren wirklich qualitativ hochwertiger Produktion kann man jetzt in der Bunzlauer Heimatstube einige schöne Exemplare mehr bewundern. Die Buchwalds gehörten jener tapferen Generation Bunzlauer Töpfer und Keramiker an, die nach dem schrecklichen Ende des schrecklichen Krieges (2015 ist es 70 Jahre her) im Westteil Deutschlands unter schwierigsten Voraussetzungen für sich und ihren Familien eine neue Existenz aufgebaut und zugleich unzähligen Menschen die beliebte Bunzlauer Keramik wiedergeschenkt hatten. Wir haben ihre Leistungen in dem 2009 erschienenen Buch „Bunzlauer Keramik nach 1945“ gewürdigt.

 

Auch Günther Knoll (aus der Familie der Tischlerei Knoll in Bunzlau, Pappelstraße) war an dieser Pionierarbeit beteiligt. Er hatte seinem Onkel Kurt Börner als Betriebsleiter in der Bunzlauer Feinkeramik-Fabrik in Holzhausen/Hünstein geholfen und seine dort geborenen Söhne früh und erfolgreich für die Heimat interessiert. Jetzt waren die drei in der Siegburger Heimatstube erstmals zu Besuch – und begeistert! Vor unserer großen Karte des Kreises Bunzlau beschrieben sie ihre abenteuerlichen Streifzüge und Entdeckungen im riesigen Bunzlauer Stadtforst; sie erzählten von ausgebuddelten Keramikstücken, einem russischen Militärabzeichen und einer im Keller der zerstörten Buschenschenke gefundenen und mitgenommenen Bierflasche der Brauerei Kühnel. Der Heimatgruppe hatte ihre Mutter Anni Knoll zuvor wichtige persönliche Dokumente aus den Familien Rath, Börner, Lipsius und Knoll übergeben, die streiflichtartig das Leben im alten deutschen Bunzlau, die Flucht und all die Mühen des Einlebens in der Fremde beleuchten. Herzlichen Dank!

 

Nach der intensiven, lebhaften Nachfeier der Bunzlaureise am 10. Januar (mit fast 30 Teilnehmern) bei Mohnkuchen und Liegnitzer Bomben (beides selbst gebacken!) und einem Lichtbildervortrag wird die Bundesheimatgruppe versuchen, weitere Veranstaltungen im Laufe dieses Jahres zu „stemmen“. Anlässlich des Einzugs der Roten Armee in Bunzlau vor 70 Jahren (am 10. Februar 1945) wollen wir jene schicksalsträchtige Zeit den Siegburger Mitbürgerinnen und Mitbürgern noch einmal vor Augen zu stellen, einschließlich der Bedeutung des großen Verlusts der Ostgebiete für Deutschland als Ganzes. Das wird nicht einfach werden. Denn die schulische Resonanz auf unser Angebot, die Möglichkeit zu einem Zeitzeugengespräch im Unterricht zu nutzen, war denkbar gering. - Zusätzlich können wir zwecks Information der Öffentlichkeit zwei Filme auf Video und DVD anbieten, die wir aus Anlass „60 Jahre Ende des deutschen Bunzlaus“ 2005 hatten herstellen lassen. Einer der Filme könnte am 5. September im Rahmen der Veranstaltungen zum Tag der Heimat in Siegburg gezeigt werden, wenn auch die Mitgliederversammlung stattfindet.

 

Dass das Interesse an der verlorenen alten Heimat manchmal überraschend neu in der Kinder- und Enkelgeneration erwacht, zeigen immer wieder Anfragen, die uns erreichen: Frau I. Schade in Görlitz z.B. möchte wissen, wer noch ihre Großeltern erlebt hat. Der Großvater hatte das Fotoatelier Richard Gebauer Poststr. 7 (Vorgänger Alwin Wende). Später war dort Zahnarzt Dr. Hübler und dann das berüchtigte GPU-Gefängnis (Auskunft D. Plate). Eine andere Dame, die jetzt in Australien lebt, fragt, ob wir an der Autobiografie des Bunzlauers Georg Franz Tschorn, geb. 1889, gest. 1974, interessiert sind. Die Lebenserinnerungen reichen von seiner Kindheit bis 1947. Von 1938 bis 1963 hatte er als Ingenieur bei Bosch in Stuttgart gearbeitet. - Aber natürlich meint Ihr /euer Peter Börner

 

 


(Januar-Ausgabe 2015)

 

Ein neues Jahr hat begonnen. Was wird es uns bringen? Wir haben viele gute Wünsche erhalten, für die wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken. Eines ist klar: Auch 2015 steht der Vorstand der Bundesheimatgruppe vor spannenden und schwierigen Aufgaben. Schade, sehr schade, dass wir nur so wenige in Siegburg sind! Eine stattliche Gruppe von Stadt- und Kreis-Bunzlauern hat es bei Kriegsende in die Umgebung von Braunschweig verschlagen. Es ist das große Verdienst von Frau Ingeborg Wende, dass diese Gruppe bis heute so gut zusammenhält. In Abstimmung mit uns war Rudi Rückert aus Naumburg, langjähriger OB von Salzgitter, so freundlich, ihr in Würdigung ihrer Arbeit der letzten 15 Jahre ein Buchgeschenk zu überreichen. Dafür beiden und natürlich all den treuen Besuchern der Braunschweiger Runde ein herzliches Dankeschön! Weiterhin viel Erfolg, verehrte Frau Wende!

 

Zu den jetzt anstehenden Aufgaben in Siegburg gehört die Bearbeitung des Keramiknachlasses von Heimatfreundin Elisabeth H. Zahn. Unser langjähriges Vorstandsmitglied hatte eine umfangreiche, sehr gemischte Sammlung zusammengetragen (nicht nur von Bunzlauer Keramik!), die  wir im Dezember günstig erworben haben. Nun muss sie zunächst untergebracht und sortiert, dann  inventarisiert und schließlich je nachdem weitergegeben (aber wie und an wen?) oder passend in unsere Bestände integriert werden. Eine Aufgabe, die unsere Kräfte fast übersteigt. Man betrachte die Fotos!

 

 

 

Jedenfalls musste bis zum 10. Januar 15 Uhr auf dem Fußboden und den Tischen und Stühlen Platz für das Nachtreffen der Bunzlaufahrt 2015 sein. Wir erwarten ca. 30 Personen. Bei Kaffee und typisch schlesischem Kuchen gibt es viel zu erzählen, u.a. vom Glückwunschschreiben Kardinal Meisners und überhaupt von der öffentlichen Resonanz der Pfarrer-Sauer-Gedenkveranstaltung. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Von Professor Heino Schubert erhielten  wir einen Stimmschlüssel aus dem Besitz von Pfarrer Sauer, und Kurt Basler unterrichtete uns über seine akribischen Nachforschungen, die einmal mehr die polnische Legende vom Sitz Gestapo in der Villa Lutherstraße 4 widerlegen, und zudem plausibel machen, was es tatsächlich mit dem Skelettfund im dortigen Garten auf sich hat.

 

Es ist wirklich schade, dass unsere polnischen Partner, auch Heimatforscher, unser Potenzial so wenig nutzen! Man könnte manche Beispiele dafür nennen. Wir dürfen gespannt sein, wann die  seit langem zugesagte Dokumentation über die Bunzlauer Keramik nach 1945 anläuft, und in welchem Maße die deutsche Bunzlauer Nachkriegskeramik einbezogen wird. Gerade nach Erweiterung unserer Bestände durch den Nachlass Zahn könnten wir hilfreich sein. Wir hatten 2009 bei unserer Ausstellung und unserem Buch selbstverständlich die Entwicklung im polnisch gewordenen Bunzlau mit im Blick. - Es liegt auf der Hand, auch wenn es für manche schmerzlich ist: Ohne Zusammenarbeit mit den dort heute lebenden Bunzlauern hat das alte deutsche Bunzlau keine Zukunft und das heutige Bolesławiec eine sehr lückenhafte Geschichte.

 

Dazu passt der zweite Termin zu Beginn des Jahres 2015, der Schicksalstag 10. Februar. Wir werden die Siegburger Öffentlichkeit in angemessener Weise auf die 60. Wiederkehr des Anfangs vom Ende des deutschen Bunzlaus hinweisen. Noch gibt es darüber viele Erinnerungen. Erzählen Sie Ihren Kindern und Enkeln, was sie wissen, schreiben sie es gegebenenfalls auf, soweit nicht längst geschehen. 

 

Auf ein wertvolles Erinnerungsbuch sei hier kurz hingewiesen: Die „Bilder schlesischer Kindheit“ vom Dresdner Heimatfreund Professor Haim. Wir heben dieses 2014 erschienene Buch auch deswegen hervor, weil es nicht nur von Bunzlau, sondern auch von Gersdorf und von Gießmannsdorf handelt, und weil es die immer noch viel zu wenig bekannte mühsame Integration der Heimatvertriebenen in der sowjetischen Besatzungszone beispielhaft darstellt. Ein ganz anderes „Bunzlau-Buch“ erhielten wir neulich aus München. Manuela Schwab, eine junge Frau, hat unter gewissenhafter Auswertung auch des ihr von der Heimatgruppe zur Verfügung gestellten Materials die Lebens-und Wirkungsgeschichte Dieter Hildebrandts bis in 1972 beschrieben. Näheres später.

 

Während die genannten Fleißarbeiten abgeschlossen sind, ist Heimatfreund Dietmar Plate (mit Wurzeln in Bunzlau) nach wie unentwegt tätig. Inzwischen liegt der Bundesheimatgruppe nicht nur eine stattliche Sammlung von CDs zu Bunzlauer Spezial-Themen vor, sondern auch eine umfangreiche digitale Sammlung über zahlreiche Dörfer im Kreis, - mit vielen schwer zugänglichen Aufsätzen, Dokumenten und Bildern. Einfach phantastisch!

 

Apropos später, und so schließt sich der Kreis: Wir halten uns den Termin 20.-21. Juni 2015 frei. Da ist das Deutschlandtreffen der Schlesier im Kongresszentrum Hannover. Es freut sich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit  Heimatfreunden der Bunzlauer Runde in Braunschweig.

Ihr /euer Peter Börner

 

  

(Weihnachts-Ausgabe Dezember 2014)

 

Liebe Heimatfreunde aus Stadt und Kreis Bunzlau, liebe Freunde der Bunzlauer!

Schon wieder ist ein Jahr fast vergangen; Weihnachten kommt mit großen Schritten näher.  Das ist für uns in Siegburg und Umgebung immer ein Anlass, uns mit anderen schlesischen Heimatfreunden und den Paten zu einer gemütlichen und besinnlichen Adventsfeier im Siegburger Kolpinghaus zu treffen. Dieses Jahr, wie die Heimatzeitung angekündigt hat, schon am 1. Adventssonntag. Den vielen, die nicht dabei sein konnten, wünschen wir auf diese Weise in all dem vorweihnachtlichen Trubel gleichfalls ein paar ruhige, schöne Stunden und vor allem ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

 

Bei unserem adventlichen Beisammensein haben wir auch an unsere Jubilare gedacht und an Heimatfreunde, die uns in diesem Jahr für immer verlassen haben, zuletzt Eleonore Feind und Elisabeth Zahn. Ihr treuer Einsatz ist unvergessen!

 

Auch am Ende von 2014 dürfen wir dankbar auf einige gelungene Vorhaben zurückblicken. Da war zum Beispiel in Siegburg das große Stadtjubiläum, bei dem wir auf vielfältige Weise das alte und das neue Bunzlau den Bürgern vorstellen konnten. Vor allem aber konnten wir mit Unterstützung der Siegburger Paten im Kreishaus gemeinsam mit polnischen Freunden endlich – und zwar am Ort des damaligen Geschehens - ein würdiges Gedenken für Pfarrer Paul Sauer und die anderen deutsche Opfer der schlimmen Zeit 1945/46 veranstalten. Jeder, der künftig nach Bunzlau kommt, sollte die Möglichkeit nutzen, das Ehrenmal im Garten des heutigen Jugendkulturhauses in der Lutherstraße (ul. Grunwaldzka 5) aufzusuchen. Ein Zugang ist ohne weiteres möglich.

 

Wir helfen gern bei Reisevorbereitungen. Wie schön, dass wir so häufig Anfragen für Bunzlau-Reisen bekommen! Oft sind Menschen jungen und mittleren Alters darunter, die über das Internet eher zufällig auf uns gestoßen sind. Dank guter Kontakte nach Bunzlau / Bolesławiec konnten und können wir dann mit Karten, Kontakten und Auskünften weiterhelfen.

 

Und wie schön, dass es nach wie vor die Ortstreffen, Klassentreffen usw. gibt! Wir können den Organisatoren dieser Veranstaltungen nur sehr, sehr dankbar sein und ihnen weiterhin viel Erfolg wünschen.

 

Der Vorstand der Bundesheimatgruppe wünscht sich – gewissenmaßen als Neujahrswunsch -, dass auch wir hier durchhalten. Da wäre uns schon eine große Ermutigung, wenn mehr Heimatfreunde als bisher unseren Bunzlauer Verein beitreten…

 

Uns allen wünschen wir ein gesundes, frohes Wiedersehen im kommenden Jahr, sei es zu Hause, sei es in Siegburg oder, wenn wir uns rechtzeitig verabreden, sogar in der Heimat! Einen Vorgeschmack darauf gibt das Nachtreffen der Bunzlau-Fahrt 2014 am Samstag, dem 10. Januar 2015, um 15 Uhr in der Heimatstube. Dazu sind alle, die kommen möchten und kommen können,  herzlich eingeladen!

 

 

Es grüßen

 

Jochem Birk, Peter Börner, Horst Lessig, Norbert Roth, Dietmar Plate, Horst Tschage und Jochen Wiesner

 

 

 

 (September-Ausgabe 2014)

 

 

 

In diesem Journal blicken wir ausnahmsweise erst einmal nach vorn. Denn es sind nur wenige Tage bis zur Bunzlau-Reise vom 24. bis 28. September 2014. Die Vorbereitungen nahmen und nehmen einen großen Teil unserer Aufmerksamkeit in Anspruch. Da war die Reiseplanung, die Werbung um Teilnehmer, das Organisieren von Fahrt und Unterkunft, die Kostenrechnung, die vorbereitenden Kontakte vor Ort. Und dann ergab sich noch ein unerwartetes Hindernis, als es polnischerseits auf einmal Einwände gegen den im Frühjahr in Bunzlau besprochenen Text für die Gedenktafel gab. Man wollte unbedingt, dass das Wort „misshandelt“ wegfällt…

 

Schließlich haben uns wir schweren Herzens auf folgenden Wortlaut geeinigt: AD MEMORIAM  Erzpriester Paul Sauer geb.26.09.1892 gew. 16.06.1921 gest. 24.06.1946. Seit 1938 Pfarrer an der katholischen Stadtpfarrkirche in Bunzlau, mutiger Beschützer der Kirche und hingebungsvoller Helfer seiner Mitmenschen – Musiker, Jugendseelsorger und Befürworter der Ökumene. Sein Tod mahnt zu Besinnung und Versöhnung. Wir finden, dass damit Wesentliches über Pfarrer Sauer ausgesagt ist, - auch zu seinem einzigartigen seelsorglichen Wirken in der schlimmen Zeit 1945/46 und zu seinem unschuldigen Sterben. Denn in dem Wort „hingebungsvoll“, polnisch „ofiarnie“ (ofiara =Opfer!), klingt in Verbindung mit dem nachfolgenden „Sein Tod …“ an, dass dieser Priester nicht nur ein selbstloser, konsequenter Helfer seinen Mitmenschen war, sondern dass er sein Tun mit dem Opfer seines Lebens bezahlen musste. Seien wir dankbar, dass ein versöhnlicher Abschluss dieses schlimmen Geschehens in Sichtweite ist, auch wenn eine Anbringung der Tafel in der Kirche leider nicht möglich war und der Text nicht ganz unseren Vorstellungen und Erwartungen entspricht.

 

Ja, das wird sicher eine wertvolle Bunzlau- und Schlesien-Reise (Liegnitz-Tag!) mit vielen spannenden Eindrücken. Ursel Burghardt will es sich nicht nehmen lassen, uns bei der Spurensuche in Bunzlau anzuführen. Das Reiseprogramm ist unter dem Navigations-Button "Bunzlaufahrt am 24.09.2014" ausgewiesen.

 

Bei der Heimatgruppenarbeit gab es auch 2014 die üblichen Aktivitäten sowie einige Höhepunkte. Zu ersteren zählten die anfallenden Büroarbeiten, Vorstandssitzungen, die Kontaktpflege mit den Siegburger Paten und der lokalen Öffentlichkeit, briefliche, telefonische und E-Mail-Kontakte zu den weit verstreut lebenden Bunzlauern Heimatfreunden, Empfang von Besuchen, Verfassen von Berichten und Artikeln für die Heimatzeitung, Pflege des Internetauftritts, Auskünfte über Stadt und Kreis Bunzlau, z. B. für Familienforscher und solche, die sich auf eine Reise in die Vergangenheit vorbereiten. Kürzlich konnten wir z. B. Frau Margot Winter (Mühlhausen), geb. Kratochwil, *1941 in Bunzlau, Altjäschwitzer Str.41, wichtige Unterlagen und Kontakte für ihre Familienfahrt nach Bunzlau und Tillendorf vermitteln.

 

Zu den besonderen Vorhaben der Heimatgruppe zählte die Beteiligung an den Festlichkeiten „950 Jahre Stadt Siegburg“: Am Tag der Vereine  präsentierten wir uns mit Keramik und anderen attraktiven Stücken aus der Heimatstube in einem Zelt auf dem Siegburger Marktplatz. Dabei kam es bei Mohn- und Streuselkuchen und Echt Stonsdorfer zu vielen angeregten Gesprächen. Auf der Markt-Bühne stellte Peter Börner in einer Lichtbild-Präsentation Bunzlau und die Heimatgruppe vor, untermalt vom Kinderchor des Gymnasiums Alleestraße mit schönen Liedern aus der Heimat. Ergänzt wurde dieser Beitrag zum Stadtjubiläum Anfang Juni durch eine Ausstellung im Foyer des Stadtmuseums zum Thema „Siegburger und Bunzlauer Keramik – (K)ein Vergleich“.  

 

Schon im April hatte es einen ersten Höhepunkt der Vereinsarbeit gegeben: In Kooperation mit dem örtlichen BdV (Vorsitzender ist unser Jochen Wiesner) unternahmen wir den Jahresausflug, diesmal ins Siebengebirgsmuseum in Königswinter. Nach gemeinsamem Mittagessen wanderten wir dann zur Weinprobe in Rhöndorf. - Auch in Haus Schlesien waren wir wieder präsent. Peter Börner berichtete dort im April über „Bedeutende Frauen aus Stadt und Kreis Bunzlau“ und im Juli beschrieb er im Rahmen einer Tagung die ungewöhnliche ökumenische Wirksamkeit unseres Pfarrers Sauer. An seinem Siegburger Gedenkstein begingen wir seinen Todestag wiederum mit einer kleinen Andacht.

 

Schon im Februar waren Peter Börner und Norbert Roth auf Einladung nach Bunzlau gereist, um über die Errichtung eines Ehrenmals für Pfarrer Paul Sauer am Ort seines todbringenden Leidens, dem heutigen Jugendkulturhaus, zu beraten. Auf polnischen Wunsch übernimmt die Heimatgruppe alle Kosten für Mahnmal und Veranstaltung. Dank eines Spendenfonds sind die Geldmittel vorhanden. Leider ergaben sich noch unerwartete Komplikationen von polnischer Seite bezüglich des Textes, die aber beseitigt werden konnten. So kann die in Absprache mit dem Siegburger Partnerschaftsverein organisierte „Bürgerfahrt“ der Bundesheimatgruppe nach Bunzlau und Liegnitz wie vorgesehen vom 24. - 28. September planmäßig stattfinden, mit Einweihung des Pfarrer-Sauer-Ehrenmals am 26. September um 12.00 Uhr im Jugendkulturhaus (MDK) ul. Grunwaldzka 5 (= Martin-Luther-Str.5). Voraussichtlich ist um 10.00Uhr noch eine Hl. Messe im Haus der Grauen Schwestern (Elisabeth-Schwestern) ul. Kubika 4 (Das ist das Kinderheim hinter dem Odeonteich). Dort starb Pfarrer Sauer. Es sind über 30 Anmeldungen vorhanden. In Bunzlau werden wir mit den privat Anreisenden sicherlich noch mehr sein!

 

Für uns im Vorstand wäre es bestimmt eine Ermutigung und Hilfe und nicht zuletzt ein Zeichen der Anerkennung, wenn sich mehr Personen entschließen könnten, unserem Bunzlau-Verein beizutreten. Postanschrift: Bundesheimatgruppe Bunzlau Postfach Rathaus 53719 Siegburg. Der Jahresbeitrag beträgt 25 €.  Noch haben wir Beitrittsformulare vorrätig…  

Ihr /euer

Peter Börner

 

 

 

 

(August-Ausgabe 2014)

 

Während die lieben Bunzlauer Heimatfreunde hoffentlich den Sommer genießen können, geht der Betrieb in der Heimatstube in Siegburg munter weiter, - mit einer Ausnahme: Peter Börner ist für drei Wochen weg. In Kur. Am liebsten wäre er nach Bad Flinsberg gereist, aber da machte die „Beihilfe“ leider nicht mit. „Kein richtiger stationärer Aufenthalt und zu wenig medizinische Anwendungen“, hieß es. Schade!

 

Doch vorher war noch manches zu regeln: Am 13.7. wurde die Veranstaltung „Siegburger und Bunzlauer Keramik. Eine Gegenüberstellung“ im Rahmen unseres diesjährigen Keramikmarkts durchgeführt. Da konnten wir vor ortsprominentem Publikum für Bunzlau und die Heimatstube werben, und auf dem Keramikmarkt kam es wieder zu einer herzlichen Begegnung mit dem Tiefenfurter Töpfermeister Stanislaw Wiza. Es waren noch Briefe und E-Mails zu beantworten, z.B. mit Erbschaftsanfragen, mit der Bitte um Reise-Beratung und –Unterstützung nach Bunzlau, Familienanfragen, es war wieder mal Keramik einzuräumen, jetzt von der oben genannten Ausstellung in Siegburg, es war Keramik herauszugeben für eine kleine Bunzlau-Ausstellung in Pforzheim, Bibliothek und Archiv waren und sind weiter aktualisieren (eine Spezial-Aufgabe von und mit Jochem Birk und Ursel Burghardt), die offiziellen Bestätigungen für die Anmeldung der Bunzlau-Reise mussten herausgeschickt werden usw.

 

Ja, -wir führen die Reise vom 24.- 28. September 2014 auf alle Fälle durch, obwohl es jetzt unerwartete Komplikationen gab. Plötzlich kamen polnischerseits Bedenken wegen dem Text unserer Gedenktafel für Pfarrer Sauer auf. Norbert Roth und Peter Börner hatten sich mit den Partnern in Bunzlau auf folgenden Text für das Ehrenmal im Garten des Gebäudes Lutherstraße 5  vorläufig geeinigt:

 

AD MEMORIAM  Ks. Dziekan Erzpriester Paul Sauer * 26.09.1892, geweiht  16.06.1921 † 24.06.1946

 

SEIT 1938 PFARRER AN DER KATHOLISCHEN STADTPFARRKIRCHE IN BUNZLAU, EIN MUTIGER BESCHÜTZER SEINER KIRCHE, MUSIKER, JUGENDSEELSORGER UND BEFÜRWORTER DER ÖKUMENE. VERHÖRT UND MISSHANDELT MIT ANDEREN DEUTSCHEN UND POLEN IN DIESEM GEBÄUDE. SEIN TOD MAHNT ZU BESINNUNG UND VERSÖHNUNG.

 

 

Bei einer außerordentlichen Vorstandssitzung am 15.7.2014 waren wir uns alle einig, dass eine weitere Verharmlosung des erlittenen Leids eine große Respektlosigkeit gegenüber den Opfern darstellen würde, und das haben wir offiziell so mitgeteilt. – Bundespräsident Joachim Gauck sagte einmal: „Ohne Wahrheit wird es nie eine innere Versöhnung geben.“ Da hat er recht.

 

Übrigens wurde der im Juni-Journal angekündigte Lichtbilder-Vortrag über Pfarrer Sauer und sein ökumenisches Handeln in der Zeit 1938-1946 mit Aufmerksamkeit und Beifall aufgenommen. Er fand am 4. und 5. Juli 2014 im Rahmen einer gut besuchten Tagung in Haus Schlesien über "Unfreiwillige" Ökumene in Niederschlesien nach 1945 statt. Es ist erstaunlich, wie mutig und phantasievoll und engagiert und wie erfolgreich sich evangelische und katholische Christen (Geistliche und Laien) der seelsorglichen Herausforderung jener schlimmen Jahre gestellt haben! Auch wenn wir Gott sei Dank in einer ganz anderen Zeit leben, das kann in der geistigen Wüste von heute schon ein Vorbild sein, meint jedenfalls Ihr / euer Peter Börner

 

 

 

 

 (Juli-Ausgabe 2014)  

 

„Meine Suche im Internet hat mich auf diese Spur gebracht.“ Diese und ähnliche Nachrichten erreichen uns immer wieder, in der Heimatstube oder privat. Hauptsächlich sind es drei Gruppen von Menschen, die uns ansprechen, telefonisch, oft auch per E-Mail: Alte Schlesier, die nach Mitmenschen Ausschau halten, um sich mit ihnen gemeinsam an Kindheit und Jugend zu erinnern, Personen im mittleren Lebensalter, die sich Auskünfte bei ihrer Familienforschung erhoffen, junge Leute, die sich auf die Lebens-Spuren ihrer Großeltern machen.

 

Herr Schmilinski schrieb uns zum Beispiel: „Meine Oma und ihre Schwester haben mir Zeit ihres Lebens (beide sind leider bereits verstorben) von Bunzlau und auch von der Flucht erzählt, so daß für mich seit Kindesbeinen an eine Verbundenheit auch zur "alten Heimat" meiner Vorfahren entstanden ist. Zweimal habe ich es auch selbst bisher nach Schlesien geschafft. 2005 bis an den Annaberg, 2007 standen Breslau und Bunzlau auf dem Programm. Die letzten Tage habe ich angefangen, alte Briefe und dergleichen wieder durchzulesen. Warum ich Ihnen schreibe: Ich suche den Kontakt zu Deutschen aus Bunzlau. Freilich um etwas über meine Vorfahren, aber auch über die Stadt und die Region zu erfahren. Ich habe auf Ihrer Netzseite schon einiges gelesen. Ihre Vereinsarbeit finde ich toll und lobenswert.“

 

Wir helfen dann, so gut wir können – und solange wir können. Leider fehlt uns eine jüngere Generation, die uns ablöst, obwohl der Bedarf offensichtlich ist. Auch in der größeren Öffentlichkeit. Das wurde Jochen Wiesner und Peter Börner in letzter Zeit mehrfach deutlich, neulich wieder bei einem Besuch im Düsseldorfer Landtag, bei einer Tagung, die von der CDU-Fraktion ausgerichtet wurde. Da ermutigten Politiker die immer noch zahlreich anwesenden Vertriebenen-Verbandsmitarbeiter, die zur Verfügung stehenden finanziellen Förderungsmöglichkeiten mutig auszuschöpfen und in den Medien, an Schulen usw. für unsere Anliegen unverdrossen zu werben.

 

„Ein Volk hat keine Zukunft, wenn es seine Vergangenheit nicht kennt“, heißt es dann vollmundig. Das ist leichter gesagt als getan, wenn allenthalben die Mitarbeiter älter werden, sterben und die Jüngeren als dringend benötigte Verstärkung und Ablösung fehlen. Sollen wir schicksalsergeben auf die von manchen erwünschte „biologische Lösung“ warten? Noch tun wir, was wir können und was uns Freude macht und was uns wichtig, ja unentbehrlich erscheint. 

 

Aber wo sind bei der Bundesheimatgruppe die Meldungen zum Mitmachen, wo zuverlässige junge Mitarbeiter, die nicht mehr der Erlebnisgeneration angehören, sondern der „Bekenntnisgeneration“? Im Zeitalter des Internets geht vieles vom eigenen Schreibtisch aus. Dietmar Plate, selbst dieser „Bekenntnis-Generation“ angehörig, gibt, wie die Leser der Heimatzeitung an seinen Beiträgen erkennen, dafür ein hervorragendes Beispiel. Ja, wir brauchen mehr Plates, auch in der Region Köln- Bonn, wenn im Herbst die Neuwahlen zum Vorstand anstehen!

 

Was können wir jetzt tun? Wir pflegen z.B. die Kontakte nach Siegburg und zum Rhein-Sieg-Kreis und nach Bunzlau, zuletzt bei der Verabschiedung des uns sehr wohl gesonnenen Landrats Frithjof Kühn. Da kamen Horst Tschage und Peter Börner auch mit dem neuen Bunzlauer Landrat Kwasniewski und seiner Gattin ins Gespräch. Wir bedankten uns persönlich für seine Zustimmung zur Errichtung eines Paul-Sauer-Ehrenmals auf dem Gelände der einst berüchtigten Zentrale des polnischen Geheimdienstes, jetzt Jugendkulturhaus, das dem Kreis Bunzlau untersteht.

 

Wer noch an einer Mitfahrgelegenheit und Unterkunft für die Zeit vom 24.- 28. September interessiert ist, sollte sich bald bei uns melden. Wir haben einige wenige reservierte Plätze frei. - Und in Siegburg unterstützen wir die Arbeit des BdV. Dazu passt, dass wir die Mitgliederversammlung unseres Vereins in den „Tag der Heimat“ einbetten (Freitag, 5. September bis Sonntag, 7. September 2014). Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen, ggf. erst mal telefonisch.

 

 

Ein Nachklang unseres Beitrags zum 950. Stadtjubiläum Siegburgs, und da gehen wir wieder werbend und informierend in die lokale Öffentlichkeit, ist eine kleine Ausstellung im Siegburger Stadtmuseum, die vom 21. Juni bis 13. Juli 2014 unsere so vielfältige, schöne Bunzlauer Keramik den Erzeugnissen des Siegburger Töpferhandwerks gegenüberstellt. Auch bei diesem Projekt hätten wir alte und junge Mitarbeiter gut gebrauchen können. Solche Angebote für eine Mitarbeit und nicht nur – verständliche! - nostalgisch gefärbte Anfragen wünscht sich dringend Ihr / Euer Peter Börner

 

 

 

 

(Juni-Ausgabe 2014)

 

Was gab’s Neues bei den Bunzlauern in Siegburg? - Im Mittelpunkt unserer aktuellen Bemühungen stand zweifellos der Beitrag der Heimatgruppe zur Feier „950 Jahre Stadt Siegburg“ am 18. Mai. Das war zugleich der Tag des Ehrenamts und der Tag der internationalen Kontakte und der Internationale Museumstag.

 

Ehrensache, dass wir dabei waren auf dem Siegburger Marktplatz unter zig anderen örtlichen Vereinen: Wir, d.h. Horst Tschage, Jochem Birk, Norbert Roth, Jochen Wiesner und Peter Börner, und zwar von morgens bis abends. Die Patenstadt hatte auch uns ein attraktives Doppelzelt für den Infostand zur Verfügung gestellt und einen Beitrag vor großem Publikum auf der Festbühne ermöglicht. Herzlichen Dank! In der Lokalpresse war darüber zu lesen.

 

 

 „Oben zu sehen  ist der Auftritt des Unterstufenchors vom Gymnasium Alleestraße [Partnerschule der einstigen Zahnschen Schulanstalten]. Der machte gemeinsame Sache mit Peter Börner von der Bundesheimatgruppe Bunzlau.

 

Börner, ehemals Lehrer an der Alleestraße, führte [mittels Lichtbildern auf Großleinwand] ein in die Kultur des alten Bunzlaus, das heute Bolesławiec heißt und Siegburger Partnerstadt ist. Bunzlau ist wie Siegburg eine Stadt des guten Tons - hat aber noch viel mehr zu bieten! In Bunzlau stand die Wiege des Dichters Martin Opitz, in der schlesischen Stadt wurde auch der Kabarettist Dieter Hildebrandt geboren. Und: In Bunzlau komponierte Werner Gneist den Inbegriff des Ständchens - "Viel Glück und viel Segen". Diese Worte von Börner waren das Startsignal für den Chor, der Siegburg mit dem Gneistschen Werk inbrünstig zum Geburtstag gratulierte. Eine runde Sache, für die aus musikalischer Sicht die Lehrer Ellen Rauscher und Christian Briegleb verantwortlich zeichneten.

 

Am Stand der Bundesheimatgruppe herrschte ebenfalls reges Treiben. Schließlich haben viele Menschen der Region schlesische Wurzeln.“ – Wir zeigten auf der ausgelegten bunten Schlesienkarte, wo Bunzlau überhaupt liegt und schauten uns die Heimatorte von Besuchern an, erklärten die Eigenart unserer Keramik und luden in einer Sitzgruppe im Zelt zu saftigem Mohn-und leckerem Streuselkuchen ein. Damit es besser rutschte, gab’s dazu Sprudel und Stonsdorfer. Zur „häuslichen Nacharbeit“ überreichten wir den neuen Flyer sowie farbenprächtige zweisprachige Broschüren, Stadtpläne und Einladungen zum Bunzlauer Keramikfest vom 20.- 24. August, die uns Bürgermeister Piotr Roman aus Bunzlau/Bolesławiec mitgebracht hatte. Er und drei weitere polnische Ehrengäste waren beim offiziellen Fest-Essen anzutreffen und vernünftig anzusprechen, verirrten sich jedoch nicht an unseren Bunzlau-Stand…Sei’s drum! Es war ein guter Tag für das alte und für das neue Bunzlau, für die Heimatgruppe und überhaupt für Schlesien.

 

Auf zwei Wegen, bei der Vorbereitung der Einweihung des Pfarrer-Sauer-Gedenksteins am 26. September in der Villa Lutherstraße 5 und zu Werner Gneist (s.o.), stießen wir auf interessante Informationen über evangelische Geistliche im Bunzlau jener Tage. Frau Dr. Jutta Schulte übermittelte uns einen Aufsatz über Pfarrer Helmut König. Der war offensichtlich wie sein kath. Mitbruder Paul Sauer nicht nur ein großer Musikliebhaber, sondern auch ein Gegner der Nazis. Man traf sich bei Familie Gneist – Musiklehrer Werner Gneist war nach Tillendorf strafversetzt worden - regelmäßig zum Musizieren, was uns die in der Schweiz lebende Gneist-Tochter Christine Flückiger-Gneist bestätigt hat.

 

Der andere evangelische Geistliche wird nur den wenigsten Bunzlauern bekannt sein: Wilhelm-Heinrich Pape war lt. Mitteilung seines Sohnes Pastor em. Friedrich Wilhelm Pape von Oktober 1945 bis August 1947 Superintendent und ev. Pfarrer in Bunzlau. Siehe BHZ 7 /1957! Er hatte bei der Beerdigung Pfr. Sauers die Kirchenglocke läuten lassen und war deshalb „tagelang verhört und misshandelt“ worden (Christiani). Vor seiner Ankunft in Bunzlau hatte sich Pfarrer Sauer um die verwaiste evangelische Gemeinde gekümmert und sogar lt. Frau Flückiger-Gneist in der evangelischen Kirche Abendmahlgottesdienste gehalten! Die durch die Umstände erzwungene Ökumene im frühen Nachkriegsschlesien wird übrigens Thema einer Tagung am 4. und 5. Juli in Haus Schlesien im Siebengebirge sein. Wer weiß Genaueres darüber? – Das  fragt sich hoffnungsvoll Ihr / Euer Peter Börner

 

 

(Mai-Ausgabe 2014)

 

Die Bunzlauer Heimatstube lebt vom Interesse der Öffentlichkeit. Außer großen und kleinen Spenden und Beiträgen sind das oft Briefe, Anrufe und E-Mail-Anfragen. Sie lebt ebenso vom Einsatz der Mitarbeiter, und sie wächst durch Neuerwerbungen, am besten solche, die kostenlos sind. Und da muss heute gleich dreimal von Gießmannsdorf gesprochen werden.

 

Vor einiger Zeit erfuhren wir von Ortsbetreuer Werner Liewald, dass er Bunzlauer Keramik angeboten bekam. Er schaltete schnell und erwarb für uns ein schlichtes Kaffeeservice im klassisch-braun-weißen Eckdekor, aus Schlesien mitgebracht (!), gebraucht, Hersteller unbekannt. Auf Umwegen über Dietmar Plate und eine Reise von Peter Börner in die Braunschweiger Gegend gelangten die „Bunzeltippel“ jetzt in die Heimatstube. Herzlichen Dank, lieber Heimatfreund Liewald! 

 

Fast gleichzeitig konnten wir im neu erschienenen Buch von Prof. Hans-Dieter Haim, geb. am 7.3.1938 auf der Löwenberger Straße, lesen: „Unsere Eltern wurden beide im Kreis Bunzlau geboren: Vater 1895 in Gersdorf, Mutter 1903 in Gießmannsdorf.“ Zwei eigene Kapitel tragen den Ort sogar in der Überschrift: „Mit dem Gießmannsdorfer Treck westwärts“ und „Zurück nach Gießmannsdorf.“ Der Autor hat der Heimatstube ein Exemplar überlassen. Es wird gerade gelesen.

 

Die dritte Begegnung mit Gießmannsdorf war genauso zufällig. Man hatte Peter Börner eingeladen, in Haus Schlesien einen Lichtbildervortrag über „Bedeutende Bunzlauer Frauen“ zu halten. Bei den Vorbereitungen entdeckte er, dass Gertrud Bäumer, die bedeutende Frauenrechtlerin, Politikerin und Schriftstellerin, geboren in Hohenlimburg und lange in Berlin tätig, nach 1933 über 10 Jahre „inneren Exils“ im Bereich des Gießmannsdorfer Schlosses verbracht hatte. 1946 schrieb sie einer Freundin: "Nun sind die letzten Deutschen aus dem Dorf, das eine Gründung der heiligen Hedwig war, vertrieben […] Aber wir alle, die wir jetzt einander unerreichbar wie Spreu im Winde wahllos durch ganz Deutschland zerstreut sind, tragen das Bild unseres Dorfes unverlierbar in uns, und wo zwei oder drei einander irgendwo begegnen, wissen sie, dass sie zueinander gehören. Und dennoch müssen wir hoffen. […] Denn wir wissen, dass es ein dämonischen Zwischenspiel (!) unserer Geschichte war, dem unser Volk unter dem Druck verhängnisvoller Umstände erlegen ist und von dem es genesen wird."

 

 Als bedeutende Bunzlauerinnen im engeren Sinne wurden in Haus Schlesien vorgestellt: Rosalie von Bonin (siehe das Bonin-Relief am Rathaus!), die Bildhauerin Jenny von Bary-Doussin, die bekannte Kinderbuch-Autorin Barbara Bartos-Höppner aus Eckersdorf und - Museumsdirektorin Anna Bober-Tubaj. Sie hatte 2002 den Mut, unsere Ausstellung „750 Jahre Bunzlau“ nach Bolesławiec/Bunzlau zu holen, sie hat die Sammlung des Bunzlauer Stadtblatts angestoßen und mit der Heimatgruppe durchgeführt, und wir verdanken ihr wichtige, schöne Bücher über das alte Bunzlau. – Natürlich durften im Vortrag auch Frauen der Bundesheimatgruppe nicht fehlen, speziell die langjährige Heimatgruppen-Chefin Maria Siemianowski und unsere unentwegte Mitarbeiterin Ursel Burghardt.  

 

Doch zurück zu den Neuerwerbungen! Wir erhielten kürzlich auch ein – ebenfalls schwer einzuordnendes – schmuckes Trinkservice im Pfauenaugenmuster und weitere Keramik aus dem Nachlass Stiller. Schon 2013 hatte uns Ehepaar Bleul ein dekoratives Reliefbild der Richthofenstraße mit Kutusow-Denkmal übergeben.

 

Richtig spannend waren die oben angedeuteten Besuche in der privaten Bunzlau -Sammlung Dietmar Plates und in der Keramik-Sammlung Peter Hesses! Leider nur auf halbem Wege nach Bunzlau; denn der zweite Besprechungstermin bezüglich der Pfarrer-Sauer-Gedenkfeier im Herbst musste auf polnischen Wunsch verschoben werden. Der Künstler hatte noch keinen Entwurf vorgelegt!

 

Aber es bleibt dabei: Busfahrt ab Siegburg 24.- 28. September 2014. Einweihung des Mahnmals 26. September 2014. Alle, die können, sollten dabei sein! Das erwartet Ihr /Euer Peter Börner

 

 

(Februar-Ausgabe 2014)

 

Was ist Bunzlau? Ist es nur das liebe alte deutsche Bunzlau, wie manche meinen, oder nicht auch das heutige polnische Bolesławiec, das viele von uns längst und einige sogar oft besucht haben? Wer der Heimat wirklich verbunden ist, wird beides nicht trennen. Er wird die vertrauten Orte und Personen seiner Kindheit und Jugend im Herzen bewahren und niemals vergessen, aber er wird  gleichzeitig erkennen und anerkennen, dass die Gegenwart dort - wie überall heute - ganz anders ist…

 

Und wer Glück hat, kann eine Brücke aus seiner Vergangenheit in diese Gegenwart schlagen und auf der Brücke dann interessanten, fremden und doch freundlichen Menschen begegnen, die uns da aus der Gegenrichtung entgegenkommen. Geradeso erging es zuletzt einer Familie aus Bad Liebenwerda. Sie wollten ihrer Oma Hildegard, in der Weihnachtszeit mit einem gemeinsamen spontanen Besuch in der Aue eine Freude machen, wo das Doppelhaus aus der Kindheit noch steht. Um sich in der fremden Gegenwart leichter zu orientieren und vielleicht auch um sich ein wenig Mut zu holen, rief der Enkel bei der Bunzlauer Heimatgruppe an, die er im Internet entdeckt hatte, und bat baldmöglichst um einen alten deutschen Stadtplan, wo die Lindenstraße in der Aue drauf ist. Wir schickten ihm sofort beides: einen alten deutschen und einen modernen polnischen Plan.  So gelang eine sehr schöne Familienreise - sowohl in die Vergangenheit als auch in die Gegenwart. Mit einigen Überraschungen im Vorfeld und am Ziel, die sie mit Bravour und Glück bewältigt haben.

Überhaupt möchten wir bei dieser Gelegenheit alle Reisenden in die eigene alte Heimat bzw. in die Heimat der Vorfahren einladen, sich vorher mit uns in Verbindung zu setzen wegen praktischer Reisehilfen, und wir möchten sie sehr ermutigen, nachher einen kleinen oder größeren Reisebericht zu verfassen, am besten mit ein oder zwei Fotos dabei.

Eines bleibt noch nachzutragen: Als Dankeschön für die Unterstützung der Reisevorbereitung erhielt die Bundesheimatgruppe ein schönes Geschenk  – nicht eine Geldspende, sondern ein liebevoll zusammengestelltes „Fresspaket“ mit Köstlichkeiten aus der Lausitz, das wir uns bei der nächsten Vorstandssitzung zu Gemüte führen werden. Eine sehr nette Anerkennung! Herzlichen Dank, ebenso all den anderen Freunden der Heimat, die uns anrufen, anschreiben, anmailen, die einen erstmalig, die anderen seit Jahren.

 

Immer wieder geht es auch um „Familienforschung“ derer, die es nach dem Krieg in die Schweiz oder nach Bayern oder Holland oder Australien oder nach Ballenstedt verschlagen hat. Jochem Birk forscht dann in unseren Karteikarten oder seinen elektronischen Klassenlisten, Ursel Burghardt schaut die Einwohnerverzeichnisse zwischen 1903 und 1936 durch, ggf. werden Horst Lessig und Dietmar Plate befragt, es wird ein Brief aufgesetzt, Norbert Roth macht noch schnell einige Kopien und die ganze Sendung fertig, und Peter Börner bringt alles zur Poststelle des Siegburger Rathauses.

 

Natürlich kommt auch was aus Bunzlau herein: Weihnachtsgrüße, E-Mails, Anrufe, auch liebevoll zusammengestellte Zeitungsausschnitte, Faltblätter, Broschüren und Visitenkarten von unseren Freunden vom Verein der Freunde Bunzlaus. Besonders bemerkenswert war jetzt ein Brief aus dem Jugendkulturhaus in der Lutherstr. 5, der früheren berüchtigten Dienst-Villa der polnischen Geheimpolizei. Der Jugendleiter schreibt uns, dass einem Gedenkmal für Pfarrer Paul Sauer auf seinem Grundstück nichts im Wege steht. Allerdings komme aus terminlichen Gründen nur der Herbst in Frage. Wir würden demnach nicht Ende Juni, sondern Anfang Oktober eine Busreise nach Stadt und Kreis Bunzlau machen, um das Geschehen mitzuerleben und zu würdigen. Im Frühjahr (18. Mai) sind wir zur aktiven Teilnahme am Siegburger Stadtjubiläum eingeladen, am 6. September ist im Rahmen des Tages der Heimat ein kleines Heimattreffen in Gestalt der Mitgliederversammlung unseres Bunzlau-Vereins. Es kann ein spannendes Jahr werden, meint Ihr / euer Peter Börner

 

 

(Januar-Ausgabe 2014)

Die Tür zu einem neuen Jahr ist aufgetan! Wir verbinden die guten Wünsche für 2014 mit einem Rückblick und einer kurzen Vorschau. Zweifellos war 2013 wieder ein Jahr mit vielen Aktivitäten. Im März besuchte Peter Börner die Bunzlauer Runde in Essen, im April eröffneten wir zusammen mit Siegburger Paten und polnischen Gästen die in Bunzlau / Bolesławiec entwickelte und dann von uns für ein Siegburger Publikum bearbeitete Ausstellung über 20 Jahre Städtepartnerschaft.

Anfang Mai war die Heimatstube am Internationalen Museumstag geöffnet. Ende Mai besuchten Norbert Roth, Peter Börner und Dietmar Plate (Peine, dem neuen hervorragenden Beiträger der BHZ) das Schlesiertreffen in Hannover. Da gab es zwei große Bunzlauer Tische sowie einen von uns organisierten gut besuchten Bunzlauer Abend im Hotel, allerdings - trotz eifriger Werbung im Vorfeld - ohne nennenswerte Resonanz bei Bunzlauern in Hannover, Braunschweig und Umgebung. Auf der Heimreise besuchten Norbert Roth und Peter Börner die Gersdorfer Heimatstube in Bad Münder-Bakede und entliehen eine Kopie von Lieselotte Rönischs Gersdorfer Chronik. Bei einem Krankenbesuch im Mainzer Altenheim Ende September erhielt Peter Börner von Frau Rönisch die ausdrückliche Erlaubnis, weitere Kopien anzufertigen. Obwohl die Chronik leider unabgeschlossen und technisch unzureichend ist, hat sie sich in letzter Zeit bei uns zu einer Art Beststeller der Heimatstube entwickelt. Die Bestellungen wollen alle vor Weihnachten bearbeitet sein…

 Ende Juni und Mitte Juli war Peter Börner in Görlitz. Zunächst nutzte er die Chorfahrt seines Schulchors, um bei der Eröffnung einer Ausstellung junger Leute über evangelisches Gemeindeleben vor und nach 1945 in Schlesien dabei zu sein. Dabei ging es auch um Stadt und Kreis Bunzlau. Bei dieser Gelegenheit konnte er dem für Bunzlau zuständigen evangelischen Pfarrer eine Geldspende der Kirchengemeinde Ahlen/Westf. überreichen. Dort befindet sich das wunderbar restaurierte gottesdienstliche Geschirr der Tillendorfer evangelischen Kirche. Im Juli hielt Peter Börner im Siegburger Stadtmuseum den Vortrag „Bunzlau ist mehr als Pfauenauge“ und nahm im selben Monat an der Eröffnung der exzellenten Doppelausstellung über Bunzlauer Keramik im Schlesischen Museum Görlitz teil, zugleich eine nützliche Gelegenheit zu Gesprächen.

Im August unterstützen wir im Rahmen des BdV – unser Vorstandsmitglied Jochen Wiesner ist Kreisvorsitzender, Horst Tschage sein rühriger Stellvertreter - die Durchführung der Ausstellung „Die Gerufenen“ im Foyer des Siegburger Kreishauses. Ende August informierte sich die Siegburger Mannschaft bei einem „Betriebsausflug“ im Oberschlesischen Landesmuseum über die Befreiungskriege in Schlesien. Bekanntlich haben Stadt und Kreis Bunzlau beim Kampf gegen Napoleon eine nicht unwichtige Rolle gespielt, was übrigens die polnischen Bunzlauer intensiv gewürdigt haben.

Im September stand die wohl wichtigste Veranstaltung der Bundesheimatgruppe für 2013 auf der Tagesordnung: die Jubiläumsfeier „60 Jahre Patenschaft.“ Wir  hatten sie in die Festfolge zum diesjährigen „Tag der Heimat“ eingebaut. So konnten wir den angereisten Heimatfreunden gleich mehrere ansehnliche Ereignisse bieten. Zwei davon, die Festliche Stunde im Siegburger Stadtmuseum und der „Tillendorfer Gottesdienst“ – wegen der aus Ahlen eigens herbeigeholten Tillendorfer gottesdienstlichen Geräte Abendmahlskelch, Hostienschale und Taufschale - sind im Film festgehalten. Die DVD für 15 € + Versandkosten kann ab sofort bei uns bestellt werden. Anschrift wie immer: Bundesheimatgruppe Bunzlau  Postfach Rathaus  53719 Siegburg. Norbert Roth übernimmt den Versand in bewährter Weise.

Mitte September präsentierten Jochen Wiesner und Peter Börner unser Bunzlau auf dem gut besuchten Ostdeutschen Markt in Bonn. Im Oktober hielt Peter Börner während der hessischen Landeskulturtagung in Wiesbaden einen Lichtbildervortrag über „Die Stadt des dreimal guten Tones“. Dort traf er nicht nur Heimatfreund Liewald als Mit-Veranstalter, sondern auch den Ortsbetreuer für Gnadenberg, Krauschen und Schwiebendorf Heimatfreund Siegfried Pleß, der dem Archiv der Heimatstrube bemerkenswerte Familiendokumente überließ.

Im Dezember begingen wir unsere traditionelle schlesische Adventsfeier im Siegburger Kolping-Haus. Dabei gedachten wir auch der in diesem Jahr verstorbenen Heimatfreunde, darunter Lore Nilson (Lehrte), Renate Gundelach (Hamburg) und Maria Raschke (Bonn). Frau Raschke, geboren in Breslau, hatte von 1940 bis 1946 in Bunzlau gelebt und war eine langjährige zuverlässige Mitarbeiterin. Zum Glück geht es Ursula Burghardt in Bonn inzwischen wieder so gut, dass sie wöchentlich ihre Archiv- und Büroarbeit leisten kann, gemeinsam mit Norbert Roth und Jochem Birk aus Köln, der die Menge der Bunzlauer Personalien am Computer meisterlich verwaltet. Beide wurden beim Patenschaftsfest mit Recht ausgezeichnet. Wie wäre der Alltag mit Einräumen, Inventarisieren, Vitrinen-Gestaltung (wir haben in diesem Jahr zwei neue besorgen können), Korrespondenz einschließlich der Rundbriefe wie jetzt zu Weihnachten, Beantworten von Familienanfragen, Bearbeiten von anderen Auskunfts-und Landkarten-Wünschen usw. usw. – wie wäre all das ohne die drei zu bewältigen?  

Auch das  begonnene neue Jahr kann in die Annalen der Bundesheimatgruppe als besonders wichtig eingehen: Wir haben endlich eine ernste Chance, eine Tafel in Bunzlau anzubringen, die an Pfarrer Paul Sauer und an das Leiden anderer unschuldiger Opfer der Verfolgung 1945/6 erinnert. Schon jetzt möchten wir alle Heimatfreunde bitten, sich die Zeit um den 24. Juni für eine Reise nach Bunzlau freizuhalten! Einzelheiten später. Außerdem ist die Heimatgruppe eingeladen, sich mit eigenen Beiträgen am Siegburger Stadtjubiläum zu beteiligen. Ob wir das alles so schaffen? Und im Herbst ist im Rahmen des Tags der Heimat die Mitgliederversammlung der Bundesheimatgruppe Bunzlau e.V. Wir bitten alle, denen unsere Arbeit etwas wert ist, Mitglied dieses Vereins zu werden. Das ermutigt uns und hilft bei der Finanzierung unserer Aufgaben (formloser Aufnahmeantrag an die oben genannte Anschrift).

Ihr /Euer Peter Börner

 

(Oktober-Ausgabe 2013)

Dieses Journal ist länger, und es steht fast ganz im Zeichen der Siegburger Jubiläumsfeier. Doch zuvor ist von zwei kleineren Ereignissen vorher und nachher zu berichten: Zunächst von der Teilnahme der Bundesheimatgruppe am gut besuchten ostdeutschen Markt auf dem Bonner Münsterplatz, wo Jochen Wiesner und Peter Börner am 15. September durch das Anbieten von Bunzel-Tippeln und heimatlichen Büchern und das Überreichen unseres neuen Info-Blatts, vor allem aber durch ihre Person in der Öffentlichkeit Flagge für Bunzlau zeigten. Vorbeischlendernde Gäste aus Saudi-Arabien, China, Polen, Italien, Holland und natürlich viele alte und junge Leute (junge!!) aus Deutschland ließen sich ansprechen und informieren: über Stadt und Kreis Bunzlau, die Arbeit der Heimatgruppe, unsere Kontakte zu Polen und über Bunzlauer Keramik gestern und heute. Ein langer, ertragreicher Tag.

Außerdem sei der „Betriebsausflug“ zum Oberschlesischen Landesmuseum erwähnt. Dieses gut ausgestattete Museum in Ratingen-Hösel, wesentlich größer als Haus Schlesien, ruft bis zum 27. Oktober die deutschen Befreiungskriege vor 200 Jahren ins Bewusstsein. Die junge Dame, die uns eifrig und informativ durch die Ausstellung führte, überging freilich einige beachtenswerte Tatsachen: Zum Beispiel musste ein russischer Besucher ergänzen, dass die von General York abgeschlossene Konvention von Tauroggen, die der Anfang vom Ende der napoleonischen Zwangsherrschaft in Europa wurde, auf russischer Seite von dem - in russischen Diensten stehenden - preußischen General Clausewitz vermittelt wurde. Sie vergaß auch vor den vorher angemeldeten sechs Bunzlauer Gästen unser einzigartiges, immer wieder eindrucksvolles Kutusow-Denkmal, das bis heute an die Siege über Napoleon erinnert. Zudem war ihr nicht bewusst, dass es ein deutsches Nationalgefühl schon lange vor den Befreiungskriegen gab. Als wir auf dem Rückweg zum Bahnhof bei Kaffee und Kuchen zusammensaßen, waren wir uns einig, das unser Beschluss, mit dem „Patenschaftsfest Siegburg-Bunzlau 1953-2013“ etwas gegen die deutsche Geschichtsvergessenheit zu tun, richtig und notwendig ist.

Um es vorweg zu sagen: Die Veranstaltungen, eingebettet in den diesjährigen „Tag der Heimat“ unter dem Motto „Unser Erbe. Reichtum und Auftrag“, waren gut bis sehr gut besucht. Nicht von Bunzlauern. Aber mit Herta Wesenberg und Jochem Birk waren sogar zwei Teilnehmer des allersten Heimattreffens anwesend, und einige Heimatfreunde hatten sehr freundliche Grußadressen geschickt.

Die Festfolge begann am Freitagabend mit dem mutigen und Mut machenden Vortrag des holländischen Rundfunk-Journalisten Hubert Maessen. Ein vollständiger Abdruck der Rede wäre lohnend. Hier nur einige Zitate: „Wer schweigt, wird vergessen. Die Landsmannschaften und der Bund der Vertriebenen müssen viel mehr tun, aber tatsächlich tun sie immer weniger. Es ist doch so: Wer das Erbe nicht erhält und pflegt, der hat am Ende nichts zu vererben.“ – „Bürgerschaftliches Engagement, wie es sich bei den Landsmannschaften und den die Traditionen pflegenden Gruppen zeigt, muss dauerhaft unterstützt und gefördert werden.“- „Die Leute, die Sie gewählt und beauftragt haben, Ihre Vertreter in Verbänden und Parteien, die müssten dafür sorgen, dass die Politik die Vertriebenen nicht am ausgestreckten Arm der Finanzminister verhungern lässt. Solange Sie noch da sind, auch Sie hier im Saal, solange ist es noch nicht zu spät. Der Bund der Vertriebenen hat viele vernünftige Forderungen zu Erhalt und Sicherung des ostdeutschen Erbes schon vor Jahren aufgeschrieben, aber man vermisst umso schmerzlicher, dass beizeiten, das heißt: zu Lebzeiten dafür energisch gekämpft wird.“ - „Seien Sie mutig, seien Sie laut, seien Sie selbstbewusst. Sorgen Sie für Ihre Jugend und damit für die Zukunft. Und vererben Sie jetzt. Sichtbar und stolz. Ein lebendiges Erbe, das nicht im Museum verstauben darf.“

 Im Anschluss an den Vortrag im Rathaus mit Umtrunk hinterher speiste man in kleiner fröhlicher Runde im Schützenhof (heute: Peperoni). Es gab so viel zu erzählen, so viel zu lachen!

Der Höhepunkt des Patenschaftsjubiläums war die Feierstunde am nächsten Morgen im Festsaal des Stadtmuseums, an der über 100 Personen teilnahmen. Umrahmt von dem Holzbläser-Ensemble Werner, das eine jugendliche Note in die Versammlung brachte, würdigten zunächst Landrat Frithjof Kühn und Bürgermeister Franz Huhn temperamentvoll und warmherzig den bedeutenden Beitrag der Heimatvertriebenen am Wiederaufbau unseres Volkes in der schweren Situation nach dem Krieg und - sie bekannten sich erneut zur Bundesheimatgruppe und zur Patenschaft.

Peter Börner nahm anschließend in einem mit Neugier und Aufmerksamkeit aufgenommenen Lichtbildervortrag die Bürgerinnen und Bürger aus Siegburg und dem Rhein-Kreis, deutsche Heimatfreunde, polnische Gäste und Presse-Leute mit auf eine Zeitreise. Sie begann mit typischen Bildern und Personen aus dem alten deutschen Bunzlau, „einer ganz normalen deutschen Kreisstadt“, genau wie Siegburg damals im Schatten des Nationalsozialismus, eine Weltgegend, über die am 10. Februar 1945 eine heute kaum mehr vorstellbare Katastrophe hereinbrach. Sie kostete nicht wenige Bewohner von Stadt und Kreis das Leben und verstreute die Überlebenden in alle vier Winde. Dankbar ließ der Referent die Übernahme der Patenschaften und all die Zeichen der Verbundenheit Revue passieren, angefangen von der Einstellung von Stadt- und Kreisbunzlauern in die örtliche Verwaltung, Straßenbezeichnungen wie „Bunzlauer Straße“ und „Martin Opitz-Straße“ und „Bunzlauer Meilenstein“ und „Pfarrer-Sauer-Gedenkstein“ bis zur zuverlässigen Unterstützung der Bundesheimatgruppe samt Heimatstube, Archiv und der Hilfe bei zahlreichen Initiativen im Laufe dieser vergangenen 60 Jahre: die mitfinanzierten Buchveröffentlichungen, die Ausstellungen und die Ausflüge und nicht zuletzt: die 30 Heimattreffen in bzw. mit der Patenstadt dem Patenkreis!

Umgekehrt brachte sich die Bundesheimatgruppe nach der Wende effektiv in die neuen Partnerschaften mit Bunzlau / Bolesławiec ein. Wir empfingen regelmäßig junge und alte polnische Gäste in der Heimatstube und führten mit Unterstützung von Stadt und Kreis viele gemeinsame Projekte durch. Für die Zeit seit 2000 sind besonders „750 Jahre Stadt Bunzlau“, die Digitalisierung der Bunzlauer Zeitungen bis 1945 und die Dokumentation zur „Bunzlauer Keramik nach 1945“ zu nennen.

Einige Wünsche bleiben noch offen: Die Einladung zu einem gemeinsamen deutsch-polnischen Heimattreffen in Bunzlau, als eine Art versöhnlicher Schlussstein der für beide Seiten schmerzhaften Geschichte; die Herausgabe der „Bunzlauer Straßen und Plätze“ von Dietmar Plate; ein bleibendes würdiges Gedenken für Pfarrer Paul Sauer in Bunzlau; viele, viele Gäste, vor allem von den Siegburger Schulen (!) in der Heimatstube; nicht zuletzt: die dauerhafte, professionelle und öffentlich zugängliche Sicherung unserer Heimatschätze in Siegburg, wenn der Vorstand nicht mehr arbeiten kann. Die polnischen Gäste konnten dank der Übersetzung von Roswitha Köhlert (DPG) alles gleich mitlesen.

Der immense und immer noch ganz unentbehrliche Arbeitseinsatz zweier Mitglieder der Bundesheimatgruppe wurde beim Festakt öffentlich gelobt. Horst Tschage überreichte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Schlesier in Siegburg unserer Archivarin Ursula Burghardt (Bonn), einer äußerst verlässlichen und kompetenten Mitarbeiterin, sowie Jochem Birk (Köln), dem gewissenhaften Herrn über die Heimatkartei und vielseitigem Organisationshelfer die Silberne Ehrennadel der Landsmannschaft Schlesien. Die Versammlung gratulierte den Ausgezeichneten mit dem Kanon „Viel Glück und viel Segen“, der bekanntlich in Bunzlau von Werner Gneist gedichtet und komponiert worden war.

Geschenke gab‘s auch für unsere Paten und die polnischen Gäste. Bürgermeister Huhn und Landrat Kühn erhielten den exzellenten Ausstellungskatalog „Bunzlauer Keramik unter dem Einfluss der Keramischen Fachschule“ (darin 70 Exponate der Heimatstube!) sowie die DVD einer Rundfunksendung über die Heimatgruppe. Landrat Cezary Przybylski und Kreisratsmitglied Jan Kozak, die auf Einladung des Rhein-Sieg-Kreises und zur Freude der Heimatgruppe mit Gattinnen aus dem Kreis Bunzlau angereist waren, überreichte Börner eine brandneue Geschichte Schlesiens aus der „Schlesischen Schatztruhe“ sowie die DVD über das 30. Bundesheimattreffen 2010. Im Gegenzug erhielt die Heimatgruppe eine dekorative Schale mit Abbildung des schönen alten Stadttheaters. Ganz tolle Geschenke waren zuvor in der Heimatstube abgegeben worden: eine antike Vase von Frau Zahn, von Dietmar Plate ein Original-Karton der Firma Paul und Sohn und wertvolle heimatkundliche Dokumentationen auf CD. Ehepaar Bleul schenkte uns ein großes Kupferrelief-Bild mit der Schlosspromende. Danke! 

Nachmittags tagte die Mitgliederversammlung des Vereins „Bundesheimatgruppe Bunzlau – Stadt und Kreis e.V.“ in der weitgehend wieder eingerichteten Heimatstube. Nebenbei konnte man die neu angeschaffte Tischvitrine mit den die Original-Patenschaftsurkunden von 1953 bewundern. Der Haushalt ist dank der sparsamen und umsichtigen Kassenführung von Heimatfreund Norbert Roth ausgeglichen. Der Vorstand wurde entlastet. Im nächsten Jahr stehen Neuwahlen an. Die anwesenden Mitglieder aus Orten von München bis Bremen, Koblenz bis Dresden machten sich viele Gedanken über die Zukunftssicherung des heimatlichen Erbes. Wenn wir unsere Aktivitäten auch nur halbwegs aufrecht erhalten und nicht sanft oder gar plötzlich entschlafen wollen, bräuchten wir dringend neue Mitglieder und Mitarbeiter. 

 Auch zwei Sonntags-Gottesdienste in Siegburg standen im Zeichen der Patenschaft. Wir wurden in Sankt Servatius extra begrüßt und beten nach der Hl. Messe mit Pfarrer Dominikus Seeberg ein Vaterunser am Gedenkstein „Paul Sauer“. - Für die Evangelischen war etwas ganz Besonderes vorgesehen. Pfarrer Joachim Knitter feierte einen Abendmahlsgottesdienst mit den wunderbar restaurierten Gerätschaften Abendmahlkelch und Hostienschale aus der verschwundenen evangelischen Kirche Tillendorfs. Vermittelt durch Peter Lauterbach (Troisdorf), hatten Peter Börner und Norbert Roth dafür gesorgt, dass sie samt der Taufschale von 1893 aus ihrer neuen Heimat, der Christus-Kirche in Ahlen / Westf., die weite Reise nach Siegburg und zurück machten. Also abholen und dann wieder zurückbringen. Tillendorfer waren nicht nach Siegburg gekommen. Dafür besuchten einige Heimatfreunde beide Gottesdienste nacheinander, was sicher nicht schaden kann.

Eindrucksvoll dann am frühen Nachmittag die traditionelle Gedenkandacht des BdV für die auf Flucht und Vertreibung Umgekommenen auf dem Waldfriedhof im benachbarten Troisdorf. Auch da waren mehrere Stadt- und Kreis-Bunzlauer anwesend. Eckhard Schlehr aus Winsen a.d.Luhe und Peter Börner legten den mit roten und weißen Rosen geschmückten Kranz der Bundesheimatgruppe nieder.

Zum geselligen Ausklang des Tags der Heimat traf man sich im Siegburger Kolpinghaus, wiederum mit Beiträgen von angereisten Bunzlauer Gästen. Günter Bleul (Duisburg) trug das köstliche Gurkenfass-Gedicht vor, das Karl Heinz Bellinger (Brandenburg) neben viele anderen heiteren und ernsten Dingen der Heimatgruppe dankenswerterweise übersandt hatte. Professor Hans-Dieter Haim (Dresden) las ein Kapitel aus seinem Kindheitserlebnissen 1945/6. Wir hoffen, dass sein sehr gekonnt geschriebenes Buch bald verlegt wird und recht viele Leser findet! Als einer der wenigen angereisten Kreis-Bunzlauer wurde mit Helmut Liewald (Frankfurt /M.) der Vorsitzende der Landsmannschaft Schlesien in Hessen begrüßt. Er war zusammen mit Heinz Knappe (München), Dietmar Plate und einem weiterem Mitreisenden aus Peine ebenso wie Frau Elisabeth Zahn (Wachtberg bei Bonn) im Hotel Stern untergekommen. Die Lessigs, Ehepaar Feind und Rudi Rückert hatten leider im letzten Moment aus Krankheitsgründen absagen müssen. Umso mehr freuten wir uns über die Anwesenheit der Kubankes (Meckenheim) und der „Hartmänner“ aus Frankfurt, die die Grüße ihres Vaters Kurt Hartmann überbrachten.

Zusätzlich zu den schönen Fotos von Günter Hauser und Norbert Roth wird von Heinz Kulle zur Zeit ein Film über das Patenschaftsfest erstellt, zu dem auch unser Jochen Wiesner sein Film – und Bildmaterial beigesteuert hat. Auf diesen Rückblick auf ein großes Bunzlau-Ereignis freut sich schon jetzt Ihr / euer Peter Börner

 

(August-Ausgabe 2013)

Zwischen der Teilnahme am Schlesiertreffen (siehe eigener Bericht) und der Ausrichtung des Patenschaftsfests vom 6. bis 8. September (nochmals ganz herzliche Einladung!) lagen und liegen weitere nennenswerte Bunzlau-Ereignisse aus Siegburger Sicht.

Am ersten Juli-Wochenende eröffneten wir mit anderen örtlichen Vereinen das neue „Haus der Begegnung“ und damit offiziell die neue „Bunzlauer Heimatstube“. In strahlendem Sonnenschein servierten wir draußen im überdachten Innenhof der Schule dank tüchtiger Mithilfe zweier anderer Schlesierinnen Kaffee und Kuchen. Und innen boten wir allen, die sich hereinwagten, neben Erfrischungsgetränken und Echt Stonsdorfer eine kleine Führung durch unsere - man kann schon sagen - Bunzlauer Schatzkammer an: die Fach-Bibliothek, das Archiv und vor allem die Vitrinen mit herrlicher alter und neuer Bunzlauer Keramik.

Die hat zurzeit besondere Aktualität! Anlässlich des Siegburger Keramikmarkts gab Peter Börner unter dem Titel „Bunzlauer. Das ist viel mehr als das Pfauenauge! Keramik zum Anfassen und Anschauen“ einen Einblick in das hochmoderne Schaffen Bunzlauer Keramik-Betriebe zwischen 1900 und 1940. Und dabei hatten wir die schönsten Stücke gar nicht hier. Sie waren zunächst nach Bunzlau und sie sind jetzt nach Görlitz ausgeliehen. Peter Börner hatte sich am Freitag, dem 12. Juli, auf die weite Reise gemacht, um unter Keramikexperten aus ganz Mitteleuropa, die im Schlesischen Museum die Ausstellungseröffnung begingen, die Flagge der Bundesheimatgruppe zu zeigen. Zur Belohnung konnte er sich, gemeinsam mit anderen angereisten Heimatfreunden, an einer qualitativ und quantitativ einmaligen Sammlung moderner und höchst geschmackvoller Bunzlauer Keramik aus dem Kaiserreich und der Zwischenkriegszeit erfreuen. Im großen Nebensaal lässt sich zusätzlich die geschichtliche Entwicklung unserer Töpferkunst seit dem Spätmittelalter beobachten. Eine phantastische Doppelausstellung! Kein Görlitz-Besucher und erst recht keiner, der auf der Durchreise nach Bunzlau ist, sollte sie bis zum 31. Oktober verpassen.

Der Besuch bot zudem die praktische Möglichkeit, dem für Bunzlau zuständigen evangelischen Pfarrer von Lauban Cezary Królewicz eine Spende der evangelischen Kirchengemeinde in Ahlen / Westf. in Höhe von 252.-€ zu überreichen. Bekanntlich sind in Ahlen die Taufschale, der Abendmahlskelch und die Kommunion-Schale der Tillendorfer ev. Kirche in Gebrauch. Wir wollen versuchen, diese Dauerleihgaben der Heimatstube für den evangelischen Gottesdienst am Sonntag des Patenschaftsfestes nach Siegburg zu bekommen…

Christen beider Konfession hatten am Todestag Pfarrer Sauers, am 24. Juni, wie üblich in der Hl. Messe seiner gedacht. Das Mess-Stipendium geht bis 2019. Anschließend haben wir mit Pfarrer Rameil am Gedenkstein eine Andacht mit Blumen-Niederlegung gehalten. Leider ist die Verweigerungshaltung maßgeblicher Kreise in Bunzlau / Bolesławiec bezüglich einer Gedenktafel vor Ort immer noch und immer wieder Nahrung für bittere Polenkritik. Eine realistische Möglichkeit, um weiterzukommen, könnte sein - so war in Bunzlau zu hören -, die Gedenktafel an dem früheren UB-Gefängnis in der Luther-Straße, heute Jugendkulturzentrum, anzubringen, das dem Landkreis und nicht der Stadt oder der Kirche untersteht. Auch auf diesem psychologisch schwierigen Feld gilt die Aussage von Bundespräsident Joachim Gauck: „Ohne Wahrheit wird es nie eine innere Versöhnung geben.“

Vor dem Patenschaftsfest – bitte verabredet euch nach Siegburg und sagt es uns auch! – leistet die Heimatgruppe noch Hilfestellung bei der BdV-Ausstellung „Die Gerufenen“ im Siegburger Kreishaus. Da geht es vom 12. 8. bis 30. 9. um das Schicksal der Auslandsdeutschen in Mittel- und Osteuropa. - Und vielleicht treffen wir Sie oder andere Heimatfreunde am 25. August um 15 Uhr im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen. Da hat der Vorstand der Heimatgruppe im Rahmen eines „Betriebs-Ausflugs“ eine Führung von Dr. Stefan Kaiser zum Thema „Das Vaterland ist frey“ (1813-2013)“. -  Schön wär’s!

Das meint Ihr /euer Peter Börner

 

  

(Juli -Ausgabe 2013)

Wie weit ist es eigentlich bis Bunzlau? Na, für fast jeden Leser der Heimatzeitung unterschiedlich weit, - je nach dem, wohin einen das Vertreibungsschicksal nach dem Krieg verschlagen hat! Von der Heimatstube in Siegburg zum Beispiel berechnet der automatische Routenplaner den Weg bis zum Bunzlauer Rathaus genau 705 km. Das ist schon enorm viel, aber doch deutlich weniger als auf unserem Siegburger „Bunzlauer Meilenstein“ angegeben. Dieses steinerne Monument mit dem Töpfer an seiner Drehscheibe, während des 6. Bundesheimattreffens 1960 aufgestellt und 1985 nach schwerer Beschädigung und fachgerechter Reparatur im Innenhof des Siegburger Kreishauses sicher verwahrt, weist noch 790 km aus! – War es damals wirklich weiter oder gibt es auch psychologische Entfernungen?

Heutzutage ist Bunzlau über die Autobahn oder mit dem ICE bis Dresden und von dort mit dem Interregio Richtung Breslau sehr gut zu erreichen. Wenn man dort ankommt, sieht man: Manches am Bunzlauer Bahnhof ist sogar unverändert: Man denke an die schönen lindgrünen Kacheln aus Siegersdorf in der Bahnhofshalle oder an die Fahrkarten-Drehschalter mit der eingravierten Herstelleraufschrift (Wuppertal-) Vohwinkel.

Eine kleine Gruppe von Nicht-Bunzlauern aus Siegburg hat das jetzt (wieder-) entdeckt, als sie von Görlitz aus für einen Tag herüberfuhr. In Bunzlau gab’s dann interessante Begegnungen. Vor dem neuen Opitz-Denkmal an der Löwenberger Straße kam Bogdan Nowak, der Initiator des Denkmals und Besitzer des Hotels Ambassade (früher die AOK) spontan aus seinem Haus herausgelaufen, begrüßte die Gruppe und lud sie zu Tee und Kuchen in sein Keller-Restaurant ein. Vorher war man trotz Sonntag durch die offen stehende Schultür in die ehemaligen Zahnschen Schulanstalten eingedrungen – mit Erlaubnis der Hausmeisterin – und besichtigte einen gleichfalls offen stehenden Klassenraum, speziell für den Deutschunterricht. An der Wand hing eine Deutschlandkarte er Bundeszentrale für politische Bildung, auf der Bunzlau sogar noch „drauf“ ist. Während Peter Börner anschließend polnische Freunde besuchte, sahen sich die anderen „hinter der Bahnunterführung“ zwecks Keramik-Einkäufen in der Verkaufshalle der Firma WIZA um. Man traf sich wieder in den „Drei Kränzen“ oberhalb des Markts. Nach einer Stipp-Visite im französischen Kaufhaus an der Görlitzer Straße Abend speiste man gegen Abend in der Pyramide in Bobernähe. Der junge österreichische Inhaber erzählte uns, dass er seit 2006 in Bunzlau ist (seine Eltern haben das hübsche Windmühlen-Restaurant bei Haynau) und dass er sich gut eingelebt hat.

Gut eingelebt hatten sich auch die Siegburger Gäste. Sie wollen gern wiederkommen, wenn, ja wenn nicht die Entfernung so groß wäre. Nach Görlitz ist es da schon ein kleines Stückchen näher: „nur“ 662 km. Dort war Peter Börner vorher auf Einladung von Bärbel Stepien aus Liebichau bei einer Ausstellungseröffnung in der Nikolai-Kirche. Junge Leute, u.a. aus Lauban und Bunzlau, zeigten einem zahlreich erschienenen Publikum, darunter Bürgermeister Piotr Roman aus Bunzlau, was sie über „Evangelisches Leben heute diesseits und jenseits der Neiße“ herausgefunden hatten. Siehe die Fotos in der Heimatzeitung. Man erkennt Giersdorf, Alt Jäschwitz, Gießmannsdorf, Thomaswaldau und Bunzlau und dessen kleine evangelische Gemeinde. Sehr sehenswert und in vielerlei Hinsicht ermutigend!

Und warum enthält dieses Journal sogar nichts über das Schlesiertreffen vom 21. bis 23. Juni samt Bunzlauer Abend und nichts über das Eröffnungsfest am 6. Juli im Siegburger „Haus der Begegnung“, wo die Mannschaft der Bundesheimatgruppe die Gäste mit Blechen echten schlesischen Mohn- und Streuselkuchens und Echt Stonsdorfer bewirtet hat und auch nichts über den Vortrag beim Siegburger Töpfermarkt zum Thema „Bunzlauer Keramik ist viel mehr als das Pfauenauge“? Ganz einfach. Das passierte alles nach Redaktionsschluss. Daher beim nächsten Mal dazu mehr, verspricht Ihr / euer Peter Börner

 

 

 

(Juni-Ausgabe 2013)

 

Traurige und gute Nachrichten liegen oft dicht nebeneinander. Durch die Heimatzeitung erfuhren wir jetzt, dass Ernst Girbig, früher Bunzlau, Gnadenberger Straße 38, und dann durch das Vertreibungsschicksal fast ein Menschenleben lang nach Canada geführt, am 19. Februar gestorben ist. Er blieb der schlesischen Heimat und den Bunzlauern treu verbunden. Unvergessen seine Teilnahme am Heimattreffen 2004, aber auch die Briefe an uns, mit Erlebnisschilderungen und Fotos, sogar mal mit einer größeren Dollar-Note angereichert. Man kann als Jüngerer vor den vielen Menschen, die nach Krieg und Vertreibung in Übersee erfolgreich eine neue Existenz aufgebaut haben, nur allergrößten Respekt haben. Zum Glück finden einige wie Peter Lachmann aus Naumburg bis heute den Weg ins alte Europa zu den Menschen und Stätten ihrer Kindheit und Jugend.

 

Wir wollen aber auch diejenigen nicht übersehen, die durch die schrecklichen Ereignisse des vorigen Jahrhunderts aus ihrer ursprünglichen Umgebung herausgerissen wurden und die  sich dann in Stadt und Kreis Bunzlau unter schwierigsten Umständen eine neue Existenz geschaffen haben. Zwei Pioniere der Bunzlauer Keramik im polnischen Nachkriegsbunzlau haben bei uns in Siegburg einen guten Klang: zum einen der Tiefenfurter Töpfermeister und Keramik-Fabrikant Stanislaw Wiza. Er ist Siegburg und der Bundesheimatgruppe nicht nur durch den Besuch unseres Töpfermarktes seit langem freundschaftlich verbunden, er hat auch der Heimatgruppe für ein Heimattreffen einige Hundert Miniatur-Bunzel-Töpfe als Festabzeichen geschenkt. Zum andern muss der international angesehene Bunzlauer Keramik-Künstler Bronislaw Wolanin genannt werden. Er verstarb wie Ernst Girbig bereits im Februar dieses Jahres. Als er 1937 in Belzec bei Lublin geboren wurde, konnte niemand ahnen, dass er einmal (seit 1964) auf dem Gelände von Paul und Sohn künstlerischer Leiter von „Ceramika Artystycna“ werden würde. Experimentierfreudig und hochbegabt trug er wesentlich zum Neu-Aufbau einer qualitativ hochwertigen Keramik im Nachkriegsbunzlau bei. Wir bewahren ihm und allen verdienten Alt- und Neu-Bunzlauern ein ehrendes Gedenken.

 

Und wir freuen uns auf ein Wiedersehen (oder Kennenlernen?!) Bunzlauer Heimatfreunde jetzt beim Schlesiertreffen. Ja, wir haben uns noch mal überzeugen lassen, dort einen „Bunzlauer Abend“ einzurichten. „Austragungsort und -Zeitpunkt “ mussten wir aus organisatorischen Gründen leider ändern: Nun treffen wir uns am Samstag, dem 22. Juni, ab 19.30 Uhr im RAMADA Hotel Europa Hannover-Bemerode, Bergstr. 2, Haltestelle Kronsberg. Vielleicht erfahren wir dann aus erster Hand interessante Einzelheiten von der Konzertreise der Naumburger in die Heimat, die nach ersten Aussagen von Rudi Rückert (Salzgitter) und Hans-Dieter Haim (Dresden) ein großer Erfolg war, musikalisch und hinsichtlich der Zusammenarbeit und Begegnung mit den heutigen Bewohnern. Schon an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch!

 

In der Stadt Bunzlau kann man bis zum 30. Juni eine andere spannende Präsentation erleben: Unter dem Titel Bunzlauer Keramik auf dem Weg in die Moderne“ zeigen das Keramikmuseum und das Schlesische Museum Görlitz in Zusammenarbeit mit vielen, vielen Sammlern, darunter der Bundesheimatgruppe, 650 Stücke geschmackvoller alter Bunzlauer Keramik von Hugo und Ernst Reinhold, Robert Burdack, Julius Paul und Sohn, Karl Werner und Alfred Seiffert, die aus den Anregungen der Keramischen Fachschule hervorgegangen sind. Im Herbst wird die Ausstellung in Görlitz gezeigt. Ein Muss für jeden Freund Bunzlauer Keramik! Sehenswert sicher auch die Görlitzer Ausstellung „HeimatKirche – kaum zu glauben!?“, auf die uns eine der Mitorganisatorinnen, eine Heimatfreundin in Liebichau, hingewiesen hat. Junge Leute aus Deutschland und Polen haben sich auf die Suche nach dem Leben evangelischer Christen im heutigen Niederschlesien begeben und ihre Erkenntnisse in Bild und Wort dokumentiert. Anzuschauen im Juni und Juli in der Nikolaikirche. Ich bin gespannt, sie bei meinem Görlitz Besuch zu betrachten, meint

Ihr / Euer Peter Börner

 

 

 

 

(Mai-Ausgabe 2013)

 

„Der Mai ist gekommen.“ Prima!  Und wer kommt, wenn der Juni gekommen ist, zum Schlesiertreffen?! Und zum Bunzlauer Abend am Samstag, dem 22.6. 2013, 19.30 Uhr im Hotel Haase in Laatzen? Die Resonanz nach der Ankündigung war auffällig gering. Gerade aus der Umgebung von Hannover…  Umso mehr haben wir uns über alle gefreut, die sich bei uns angemeldet haben. Sie erhalten bald genaue Nachricht. Wir sind gespannt auf das Wiedersehen bei hoffentlich guter Gesundheit.

 

Ein Wiedersehen ganz anderer Art gab es mit polnischen Bunzlauern, die vom 26. bis 28. April Siegburg besuchten, um die Ausstellung „20 Jahre Städtepartnerschaft Bunzlau-Siegburg“ zu eröffnen. Sie war in Bunzlau in der Stadtbibliothek unter Direktorin Halina Majewska für ein polnisches Publikum entwickelt worden, z.T. schon mit deutschen Untertiteln, und wir hatten sie „siegburg-gerecht“ überarbeitet: mit erklärendem Vorspann, Umgruppierungen, Kapiteleinteilung und Ergänzungen.

 

 

 

 

 

 

Bei der Arbeit fiel uns auf, dass die Heimatgruppe zwischen 1992 und 2013 schon 15 Projekte mit polnischen Partnern durchgeführt hat. Besonders zu nennen: die in Siegburg  erstellte Ausstellung „750 Jahre Bunzlau“, die 2002 von Frau Bober-Tubaj 1 zu 1 (!) übernommen wurde, die Gedenkveranstaltung für Pfarrer Sauer 2004 in Bunzlau, 2006 die Präsentation unserer gemeinsamen Sammlung  erhaltener Exemplare des „Bunzlauer Stadtblatts“, 2009 die erfolgreiche deutsch-polnische Zusammenarbeit bei unserer Dokumentation über „Bunzlauer Keramik nach 1945“.

 

Nicht zu vergessen: In diesen 20 Jahren erhielten die frühere Opitz-Schule und die Zahnschen Schulanstalten Gedenktafeln in deutscher und polnischer Sprache, die an die deutsche Geschichte Bunzlaus erinnern. Ergänzend wurde im vorigen Jahr in polnischer Eigeninitiative (!) an der Ecke Löwenberger Straße / Wilhelmstraße (heute ulica Marcin Opitz!) eine eindrucksvolle Büste errichtet mit der (auch) deutschsprachigen Inschrift: „Martin Opitz. Berühmter deutscher Dichter der Barockzeit.“ Sehr versöhnlich stimmt uns ferner der ausführliche Abschnitt über Pfarrer Sauer in der eben genannten Ausstellung „20 Jahre Städtepartnerschaft“. Und wir finden es ausgesprochen honorig, dass der polnische Vizebürgermeister Kornel Filipowicz bei der Ausstellungseröffnung  auf Deutsch betonte, dass das alte deutsche Bunzlau und seine Bewohner im heutigen Bolesławiec unvergessen sind und unvergessen bleiben. Das hat Heimatfreunden wie Horst Lessig, der mit seiner Frau extra von Hagen nach Siegburg gekommen war, bestimmt gut getan. Die polnischen Gäste und der frühere Siegburger Rolf Krieger staunten nachher über die schönen neuen Räume der Heimatstube, wo sie Gelegenheit erhielten, mit dem alten Bunzlau und Echt Stonsdorfer Bekanntschaft zu machen. Ja! - Gott sei Dank tut sich an verschiedenen Ecken und Enden Versöhnliches in und um Bunzlau. Der polnische Verein der Freunde Bunzlaus mit dem Vorsitzenden Zygmunt Brusilo, der jetzt in Siegburg mit zu Besuch war, und sein Vizevorsitzender Zdzislaw Mirecki haben daran großen Anteil.

 

Gefreut hat uns auch, dass es den Naumburger Heimatfreunden gelungen ist, beim diesjährigen Schnabel-Festival in Naumburg ein deutsch-polnisches Konzert einzubringen. Sie werden mit einem großen Bus anreisen und wollen das Konzert am Samstag, dem 11. Mai 2013, 15.30 Uhr in Naumburg besuchen. Wir haben Rudi Rückert und Christoph Rückert gratuliert und viel Erfolg gewünscht.

 

Große Jubiläen stehen in diesem Jahr an. Stichwörter: 1813 (Tod von Marschall Kutusow bei den Befreiungskriegen, Kutusow-Denkmal), 1753 (Meister Joppes Großer Topf). Wer schreibt dazu je einen schönen Aufsatz in der Heimatzeitung? Und wer fährt (mit) nach Bunzlau, um diese Jubiläen, die alle Bunzlauer angehen, gebührend zu feiern? Dies fragt sich gespannt

Ihr /euer Peter Börner

 

 

 

 

 

(April-Ausgabe 2013)

 

Brauchen wir ca. 60 Jahre nach ihrer Gründung noch eine Bundesheimatgruppe Bunzlau? - Wenn wir uns die Anfragen und Bitten, die Hinweise und Zusendungen, die Absprachen und die immer wieder neu an uns herangetragenen Aufgaben vor Augen stellen, fällt die Antwort eindeutig aus.

 

Hier einige Beispiele aus letzter Zeit:

 

„Wir sehen uns doch sicher beim Schlesiertreffen in Hannover. Da organisiert ihr bestimmt wieder einen Bunzlauer Abend! Schön wäre es, wenn wir alle gemeinsam in einem Hotel in der Nähe unterkommen.“ Also … - „Ich bin 1944 in Tiefenfurt, Kreis Bunzlau, geboren und möchte endlich einmal meinen Geburtsort besuchen. Nun brauche eine Straßenkarte in möglichst großem Maßstab. Und könnten Sie mir evtl. einige Tipps für Ausflüge geben?“  Also …  - „Als Familienforscher komme ich bei  meinen Nachforschungen über G. R. K. M., einen vermutlich von … bis … in Bunzlau wohnhaften Verwandten, nicht weiter.“ Also … - „Beim Aufräumen“, schreibt Heimatfreundin R. W., geb. W., „fand ich in einer alten Lokalzeitung einen schönen Artikel über den Bunzlauer Topf, den ich dem Archiv der Heimatgruppe gern zur Verfügung stelle.“ Danke! - Und fällt uns ein, dass der Große Topf von Meister Joppe in diesem Jahr genau 260 Jahre alt geworden wäre, hätten ihn die „Befreier“ nicht 1945 zerstört. Also … - „Kennen Sie den Natalotschka-Klub aus Gnadenberg? Er erinnert an einen russischen Husaren, der dort am dort am 21. August 1813 fiel. Er wurde in einem Gedicht von  August  Wiedermann am 14. Oktober 1876 in Gnadenberg verewigt. Der Text liegt mir handschriftlich vor, allerdings nur für Schriftgeübte.“ Es liegt nahe, sich im Gedenkjahr 2013 mit dieser Quelle zu befassen, zumal Marschall Kutusow, gest. am 28. April 1813 in Bunzlau, dort und in Tillendorf an zwei berühmten Gedenk-Stätten verewigt ist. Also … - Wir erfahren, dass am 31.10.2012 in Bunzlau das fast 300seitige Buch eines polnischen Wissenschaftlers über Verbrechen der Geheimpolizei UB in der Villa an der Lutherstraße vorgestellt wurde. Titel: ´My wszyscy sa od pracy fizyscznej …` auf Deutsch: „Wir haben sie alle in körperlicher Arbeit.“ Siehe den Link: http://luzyce.info/boleslawiec/mroczna-historia-najnowsza . Heimatfreund (und damaliges Opfer) G. H. ist bereit, sich die Dokumentation genauer anzuschauen.  Also … - Unsere Partner in Bunzlau haben uns gebeten, bei der Siegburger Präsentation ihrer Ausstellung  zu „20 Jahren Städtepartnerschaft Bunzlau-Siegburg“ zu vermitteln. Wir sagen zu. Der Siegburger Partnerschaftsverein betrachtet sich als unzuständig. Also … - Und weiter geht’s. Die Bunzlauer Runde im Ruhrgebiet traf sich am 16. März in der „Felsquelle“ in Essen. Heimatfreund Horst Lessig, treu unterstützt von Ehefrau Else, konnte auf 25 Jahre (!) Leitung und Organisation der Runde zurückblicken. Jetzt ist Ehepaar Günter und Marilis Bleul aus Duisburg zu seiner Entlastung bereit. Ein guter Anlass, den Lessigs mit einem Blumenstrauß und einer großen Flasche Stonsdorfer herzlich für ihre wertvolle Arbeit zu danken und die jüngeren „Neuen“ mit einem Geschenk (einem Blumensträußchen und einem Siegburger Klosterlikör) zu ermutigen. Also fuhr Peter Börner hin.  Also … - Nach dem Umzug und dem Erwerb zusätzlicher gebrauchter Vitrinen ist ein neues Konzept für unsere Dauerausstellung nötig, zumal wir von Heimatfreunden Keramik erhalten haben, die dem Bestand eingegliedert werden muss. Also … - Im Herbst werden wir hier mit hoffentlich vielen jüngeren (!) und älteren Heimatfreunden dankbar auf sechzig Jahre Patenschaft durch Siegburg und den damaligen Sieg-Kreis zurückblicken. Also … - Wieder einmal funktioniert unser Telefon nicht.  Also … können Sie, liebe Heimatfreunde in aller Welt, uns zur Abwechslung mal etwas schreiben: 53719 Siegburg Postfach im Rathaus oder eine E-Mail schicken. peter-boerner@onlinehome.de  

Besonders toll wäre es, wenn Sie dabei anfragen, wie Sie die Bundesheimatgruppe konkret bei ihrer Arbeit unterstützen können, sei es durch Übernahme ständiger Aufgaben oder durch Mitgliedschaft in unserem Verein (Antrag anfordern, 25.-  € Mitgliedschaft) oder durch gelegentliche Spenden oder durch einen Besuch in unserer Heimatstube oder eben durch einen Besuch beim Schlesiertreffen, am liebsten am „Bunzlauer Abend“ am Freitag , dem 21. Juni um 19 Uhr, im Hotel Haase in Laatzen!  Auf Ihre baldige Anmeldung bei uns freuen sich die Siegburger Bunzlauer mit Ihrem / Eurem Peter Börner

 

Verstärkung für die Leitung der traditionellen Bunzlauer Runde in Essen durch Günter Bleul und seine Frau (v.l. Marilis Bleul, Horst Lessig, Peter Börner, Else Lessig und Günter Bleul)

 

 

 

Horst Lessig freut sich über eine Flasche Stonsdorfer, überreicht als Anerkennungsgeschenk von Peter Börner, links Frau Lessig. - Fotos: G.Bleul

 
 

(März-Ausgabe 2013)

Inzwischen liegt uns die Einladung zum Schlesiertreffen 2013 in Hannover vor. Der Vorstand der Bundesheimatgruppe Bunzlau hat beschlossen, sich wiederum daran zu beteiligen und dort auch den schon traditionellen „Bunzlauer Abend“ auszurichten. Nun wäre schön, wenn sich viele Stadt- und Kreisbunzlauer das Wochenende Freitag 21. Juni bis Sonntag 23. Juni für das Schlesiertreffen frei halten! Einzelheiten wie Zeitpunkt und Ort des „Bunzlauer Abends“, Hilfe bei der Unterkunft und Kosten usw. - sind noch zu klären. Es wurde aber der Wunsch geäußert, den „Bunzlauer Abend“ schon auf den Freitag zu legen. Dann kann der Samstagnachmittag- und Abend für andere attraktive Veranstaltungen frei bleiben. Die Heimatgruppe ist bereit, bei der Hotelunterbringung zu vermitteln. Dies hätte den Vorteil, dass viele Heimatfreunde in einem gemeinsamen Hotel unterkommen. Wir Siegburger erwarten nun konkrete Anfragen und vorläufige Anmeldungen. Unsere Anschrift: Bundesheimatgruppe Bunzlau 53721 Siegburg Postfach Rathaus. Telefon dienstags 02241- 50371. E-Mail peter-borner@onlinehome.de .

Eine andere Möglichkeit zum Wiedersehen, aber auch zum Dankeschön-Sagen ergibt sich im Herbst, wenn wir uns vom 6. bis 8. September an die Übernahme der Patenschaft über die Bunzlauer durch die Siegburger vor 60 Jahren erinnern. Die Patenschaften waren damals eine ganz wesentliche Hilfe für Heimatvertriebene, um mit den schlimmen Folgen des Heimat-Verlusts fertig zu werden - was zuletzt ein jungen Amerikaner (!) in seinem an dieser Stelle ausführlich gewürdigten Buch herausgestellt hat. Auch heute haben sie ihren Wert: Unsere Siegburger Freunde tragen, indem sie die Arbeit  der Bundesheimatgruppe unterstützen, zu unserem Zusammenhalt bei und ermutigen uns zugleich, „Unser Kulturerbe - Reichtum und Auftrag“  (so das Motto des diesjährigen „Tages der Heimat“) zu bewahren - für uns und für unser ganzes Volk.

Doch der wichtigste Begegnungsort für Bunzlauer sind natürlich die örtlichen Bunzlauer Runden. Beispielhaft genannt seien die Braunschweiger Runde mit der rührigen Ingeborg Wende und ihren unentbehrlichen Helfern und die Essener Runde unter der Leitung von Heimatfreund Horst Lessig. Er wird in diesem Jahr sein Amt in jüngere Hände legen. Seine Arbeit verdient eine ausführliche Würdigung. Schon an dieser Stelle herzlichen Dank!

Was gibt es sonst Neues? In einer Fachzeitschrift erschien unter Mithilfe von Heimatfreund Dietmar Plate ein Aufsatz, in dem die Geschichte der Bunzlauer Kleinbahn mit Fotos, Dokumenten und Texten ausführlich und sehr lebendig dargestellt ist. Wir haben die Erlaubnis bekommen, diese Ausarbeitung mittels eines Abdrucks in der Heimatzeitung allen Stadt-und Kreis-Bunzlauern zugänglich zu machen.

Kurt Basler (Erfurt) uns mitgeteilt, dass er verfügt hat, dass die Heimatstube einmal aus seinem Nachlass - zusätzlich zu den uns schon überlassenen, liebevoll selbst eingebundenen Schriftenstücken –weitere wertvolle Text- und Bilddokumente erhalten wird. Da ist er in bester Gesellschaft. Wir erinnern dankbar an die Pakete von Heinz Bellinger, Hans Howad, Dietmar Plate und anderen…

Zur besseren Präsentation unserer Schätze haben wir jetzt – mit Unterstützung des Rhein-Sieg-Kreises und der Sparkassenstiftung - eine unseren Bestand ergänzende Tischvitrine angeschafft. Der Beitrag unserer Mitglieder sowie die eine oder andere großzügige Spende, zum Beispiel von Heimatfreunden wie Waltraut Feller (Klein-Machnow, früher Gnadenberger Straße 10), Norbert Gansel, Brigitte Lachmann, Gunter Roloff (für Gedenkstätte Hartmannsdorf)  und Frank Spohn ermöglicht uns weitere Investitionen. Ihnen und anderen Beiträgern und Spendern ein herzliches Dankeschön!

Ein Telefon-Gespräch unter Tillendorfern ergab sich kürzlich zwischen Erich Ullrich, Luise Süßenbach , geb. Boetig, und Peter Börner. Anlass war der einst nach Tillendorf strafversetzte Bunzlauer Künstler und Musiklehrer Werner Gneist. „Wir sind seit 1990 jedes Jahr ‘nach Hause‘ gefahren, zuerst mit Ilgner, jetzt privat, und wir haben gute Kontakte dorthin.“ - Ich auch, meint Ihr /euer Peter Börner

 

 

(Januar-Ausgabe 2013)

2012 war für die Bundesheimatgruppe in Siegburg ein gutes Jahr. Wir haben den Umzug bewältigen können, wenn auch mit Mühe und einigen Scherben... Wir haben uns als eingetragener gemeinnütziger Verein eine festere Grundlage gegeben. Wir haben eine große Gruppenreise in die Heimat durchgeführt, die unsere Bindung zu Schlesien (Görlitz, Wahlstatt, Breslau), insbesondere aber zu Bunzlau gefestigt hat und zugleich außenstehenden Reiseteilnehmern vermitteln konnte, warum dieses Land bis heute liebenswert ist. Im Dezember durften wir wiederum ca. 20 junge Gäste aus Bunzlau mit deutschen Begleitern in der neuen Heimatstube begrüßen, informieren und mit Mohnkuchen bewirten. Kurz davor haben wir eine stimmungsvolle schlesische Adventsfeier mitgestaltet, mit zahlreichen Teilnehmern, darunter Siegburgs Bürgermeister Franz Huhn, freilich wenigen alten Bunzlauern. Aber die wohnen ja meist woanders!

Ein anderer Höhepunkt im Dezember war ein zweiter Bunzlau-Besuch. Peter Börner folgte einer Einladung zur Eröffnung einer Keramikausstellung. Der Anlass: Man war vor einigen Jahren in der Bunzlauer Obermühlstraße auf  Reste einer spätmittelalterlichen Töpferei gestoßen. Die Fundstücke gelten in der Fachwelt als sensationell. Nach einer Einführungsveranstaltung im Bunzlauer Rathaus mit vielen Experten und viel Prominenz ging man zur Begutachtung ins neue Stadtmuseum (früher: Kutusow-Museum, noch davor: Fahrrad-Zedler). Die Ausstellung wandert im Frühjahr nach Görlitz; das  dortige Schlesische Museum hat schließlich einen großen Anteil an Finanzierung, Erforschung und Präsentation des Projekts. Der Katalog dazu, den wir natürlich für die Bibliothek der Heimatstube erwerben werden, trägt den Titel „Von den Anfängen der Bunzlauer Keramik“.

Peter Börner nutzte die Gelegenheit, um Freunde zu treffen und nähere Erkundigungen über die polnische (!) Initiative „Das Andenken der früheren Bewohner Bunzlaus bewahren!“ einzuholen. Bekanntlich hatten polnische Bürger Bunzlaus auf dem Gelände des früheren evangelischen Friedhofs zur Erinnerung  an die dort begrabenen Menschen hundert rote Lämpchen aufgestellt; außerdem einige auf dem unbebauten Ort in der Nähe des Odeon-Teichs, wo einst die Synagoge stand. Eine noble Geste! In einem Zeitungartikel in der Lokalpresse berichtete einer der Beteiligten ausführlich über das Projekt und mahnte unmissverständlich auch die Anbringung einer Gedenktafel für Pfarrer Sauer an. Das führte zu einer lebhaften Diskussion innerhalb der heutigen Bevölkerung, die man im Internet teilweise verfolgen kann.

Die Bundesheimatgruppe hatte sich stets für eine faire Auseinandersetzung unserer polnischen Partner mit den Schattenseiten ihrer Nachkriegsgeschichte (Justiz-Kampagne „Freies Deutschland“ und Schicksal Pfarrer Sauers) eingesetzt, aber nach dem Anfangserfolg der Veranstaltung zu Pfarrer Sauer im Jahre 2004 unter den einflussreichen Personen Bunzlaus keine Resonanz gefunden. Eine besonders schwache Figur machte der Pfarrer der Kirche Paul Sauers, Dechant Dr. Andrzej Jarosiewicz. Er hat in wachsendem Maße, mit wechselnden Begründungen die Anbringung einer Gedenktafel abgelehnt. Umso mehr begrüßt und unterstützt die Heimatgruppe die jetzigen Bemühungen aus der Mitte der heutigen Bevölkerung. Sie wird nicht nur darüber berichten. Ja, es wäre schön und vor allem sehr versöhnlich, wenn wir 2013 den seit Jahren bereit liegenden Geldbetrag für die Pfarrer-Sauer-Gedenktafel den Freunden einer deutsch-polnischen Verständigung in Bunzlau zur Ausführung übergeben können - und nicht nur ein paar Blumen aufs Grab.

In diesem Jahr liegen weitere wichtige Termine an. Im Anschluss an die oben genannte Ausstellung werden die Museumsleute in Bunzlau und in Görlitz den Einfluss der Keramischen Fachschule auf die Bunzlauer Töpferei dokumentieren. Die Heimatgruppe ist in die Mitarbeit eingebunden. Eine größere Lieferung alter Bunzlauer Keramik hat Dr. Martin Kügler (Schlesisches Museum) als Leihgaben von der Heimatstube bereits übernommen. - Zwischen Freitag, dem 6. und  Sonntag, dem  8. September, wollen wir die 60jährige Wiederkehr der Übernahme der Patenschaft begehen, gemeinsam mit den Siegburger Paten und vielen Heimatfreunden, besonders jenen, die damals als Kinder die Heimat verlassen mussten. Schon jetzt ganz herzliche Einladung! - Und für Anfang Oktober ist eine Reise nach Bunzlau und ins Riesengebirge angedacht. Doch bis dahin fließt noch viel Wasser den Bober, die Neiße, die Leine, die Sieg und die Isar hinunter.

Allen Bunzlauern und Freunden Bunzlaus, wo immer sie leben, Glück und Segen im neuen Jahr wünscht Ihr /euer Peter Börner

 
 
 
(November-Ausgabe 2012)
 
 
Das Opitz-Denkmal in Bunzlau hätte bereits früher errichtet werden sollen und nicht durch private Initiative, sondern durch die Stadt Bolesławiec. Es freut uns alle, dass es in Bunzlau wieder ein Opitz-Denkmal gibt. Von den Zeitungen, TV - AzartSat, dem Verein der Freunde von Bolesławiec und von allen Bewohnern wurde das als ein wichtiges Ereignis angenommen. Vielleicht kommt nun auch die Zeit für die Pfarrer Sauer – Tafel.“ - So schrieb uns ein polnischer Freund aus Bunzlau. Recht hat er!
Was er nicht schrieb: Die eindrucksvolle Bronzebüste, die seit dem 30. September an der Ecke Wilhelmstraße (polnisch: Ulica Marcina Opitza!) / Löwenberger Straße steht, anstelle der bei Kriegsende zerstörten oder gestohlenen Marmorbüste vor dem Theater, wurde auf Initiative eines polnischen Bunzlauer Bürgers und auf seine Kosten errichtet! Er hat auch die aufwändige Einweihungsfeier bezahlt und dabei um die 200 Teilnehmer bewirtet.
 
 
 
Wir kannten Herrn Bogdan Nowak schon länger. Er lebte längere Zeit in Paris, wo er bei dem begnadeten Künstler Marcel Marceau die hohe Kunst der Pantomime lernte, und er hat diese Kunst u.a. bei uns im Siegburger Stadtmuseum vorgeführt.  Noch berühmter wurde Nowak, der auch Mitglied des Siegburger Partnerschaftsvereins ist, durch seine Erfindung der “Bunzlauer Tonmenschen.” Als wir im Sommer die Heimat besucht haben, haben wir sie bei ihrem eigenen Umzug während des Keramikfestes bewundern können, den Nowak in Konkurrenz zum offiziellen Keramikfestzug veranstaltet hat. Nowak war auch Gegenkandidat zu Bürgermeister Roman bei den letzten Kommunalwahlen. Vor allem aber ist er Besitzer des schönen Hotels Villa Ambasada im früheren AOK-Gebäude an der Löwenberger Straße. Dort haben 20 von unseren Reisenden bei der diesjährigen Bunzlau-Fahrt der Heimatgruppe zu Sonderkonditionen sehr gut logiert.
 
 
An der Einweihungsfeier konnte leider keiner von uns Siegburgern teilnehmen. Aber die Deutschen – auch die Bunzlauer – waren sehr gut vertreten, u.a. durch Kurt Basler (Erfurt) und durch Professor Hans-Dieter Haim (Dresden). Dieser sprach im Auftrage der Heimatgruppe ein durchdachtes, von Herzen kommendes Grußwort. Schmunzelnd meinte er, Martin Opitz hätte der neue Standort für sein Denkmal, direkt an der heutigen polnischen Opitzstraße, bestimmt gut gefallen.
So gibt es jetzt in der Heimatstadt des Bunzlauer Fleischersohnes, der als Literaturtheoretiker, Wissenschaftler, Dichter und Diplomat in die deutsche Kulturgeschichte einging, zwei gute Erinnerungsorte:  die 1996 auf Initiative von Klaus Rosenthal und auf Kosten von großzügigen Bunzlauer Spendern angebrachte Gedenktafel an der früheren Martin-Opitz-Schule und jetzt dieses neue Denkmal, das wir Herrn Bogdan Nowak verdanken. Der hatte im Vorfeld gesagt, es sei ihm unverständlich, dass es in Bolesławiec / Bunzlau so gut wie keine öffentlichen Erinnerungszeichen an die lange deutsche Geschichte seiner Stadt gibt. Natürlich haben wir uns bei ihm schriftlich bedankt, in formvollendetem Französisch, versteht sich, - und wir haben auch Dankschreiben, die zu weiteren Taten ermutigen (!), an Vizebürgermeister Filipowicz und Landrat Przybylski geschickt. Diese hatten wie Frau Bober-Tubaj an der Zeremonie teilgenommen und ebenfalls Grußworte gesprochen.
Apropos Sprechen: die neue Heimatstube hat jetzt wieder Telefonanschluss (wie bisher 02241-50371). Und sie hat schon ihre ersten Gäste empfangen, obwohl noch viele, viele Einräumarbeiten nötig sind: Aus München und Bergisch-Gladbach besuchten uns die Lachmanns, aus Berlin ein Familienforscher; unsere Ursel Burghardt (Hurra! Leider noch als Rekonvaleszent) kam von Bonn herüber, und es waren auch schon Teilnehmer der sommerlichen Bunzlaufahrt da.
Das richtige große Nachtreffen bei Kaffee und Kuchen ist aber erst am Sonntag, dem 24. November, um 15 Uhr. Dazu sind alle Freunde Bunzlaus herzlich eingeladen! Gleiches gilt für unsere Adventsfeier, die wir am 8. Dezember wie üblich mit den Siegburger Schlesiern um 15 Uhr im Kolpinghaus veranstalten. Nicht nur das polnische, auch das deutsches Bunzlau lebt. Bitte überzeugen Sie sich! Ihr /Euer Peter Börner
 
 
(Oktober-Ausgabe 2012)
Endlich! Laut Bescheid des Amtsgerichts Siegburg und des Finanzamts Siegburg sind wir seit September dieses Jahres ein „eingetragener, gemeinnütziger Verein“. Das bedeutet für die Bundesheimatgruppe Bunzlau – Stadt und Kreis eine Verstärkung ihrer Funktionsfähigkeit. Denn der  „e.V.“ gibt uns nach außen hin mehr Gewicht und sichert uns zugleich rechtlich besser ab, und dank der Bestätigung der Gemeinnützigkeit  können wir jetzt steuerabzugsfähige Spendenbescheinigungen ausstellen, genau wie das Rote Kreuz oder die Stiftung Denkmalschutz oder die Landsmannschaft Schlesien oder die Deutsch-Polnische Gesellschaft. Wir haben ja von allem etwas …
Die Möglichkeit der Steuerersparnis wird – so hoffen wir –für die eine oder andere Person, die Bunzlau liebt und unsere ehrenamtliche Arbeit zu schätzen weiß, ein Anreiz sein, uns bei anstehenden Investitionen kräftig unter die Arme zu greifen. Es geht u.a. um dringend notwendige  Modernisierungen.  Aus den vorhandenen Mitteln (Mitgliedsbeiträge, Spenden) haben wir gerade für die neue Heimatstube eine ansehnliche Eckschrankvitrine günstig erworben. In ihr wollen wir den Besuchern besonders schöne Stücke alter Bunzlauer Keramik vorstellen. Der Rhein-Sieg-Kreis hat uns freundlicherweise auf Anfrage einige gut erhaltene Stahlschränke fürs Büro geschenkt. Was wir aber noch dringend brauchen, sind zwei gute Flachvitrinen, vor allem zum Auslegen von Büchern und Dokumenten, und wir benötigen, zu mindestens in Ansätzen, eine moderne Ausstellungstechnik.
Denn solange wir bestehen, wollen wir auch dafür sorgen, dass Bunzlau in der Öffentlichkeit wahrgenommen und ernst genommen wird. Von nichts kommt nichts. Zur öffentlichen Wahrnehmung nur drei Beispiele: Heimatfreund Dietmar Plate hat ein reich bebildertes Buch über die Bunzlauer Straßen und Plätze (und ihre Bewohner!) verfasst. Eine Fundgrube für alle, die einmal  dort gewohnt haben. Wer übernimmt die Druckkosten? Die Stadt Siegburg und die Kreissparkasse halten sich sehr bedeckt. Wer hilft – nicht nur mit guten Worten, sondern erfolgreich! – bei der Suche nach Sponsoren? Zweites Beispiel: Im nächsten Jahr begehen wir das 60jährige Bestehen der Bundesheimatgruppe. Ein hervorragender Anlass, um das alte deutsche Bunzlau in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken! Zum Beispiel durch einen Festakt, durch eine interessante Dokumentation, durch eine Dichterlesung, eine gemeinsame Bunzlaufahrt… Die Paten werden uns in bewährter Weise dabei helfen. Aber mit Recht erwarten sie einen finanziellen Eigenbeitrag. - Drittes Beispiel: Die Naumburger wollen sich im kommenden Jahr am Ignaz- Schnabel-Festival in ihrer Heimat beteiligen. Selbstverständlich wird die Bundesheimatgruppe dieses Vorhaben nach Kräften unterstützen, organisatorisch, durch Werbung, durch Anwesenheit von Teilnehmern aus Siegburg. Auch das kostet Geld.
Nicht zu vergessen: Andere Heimatgruppen oder Einzelpersonen haben durch großzügig finanzierte Erhaltungsmaßnahmen in der Heimat  Glanzpunkte der deutschen Kultur in Schlesien, Ostpreußen, Pommern wieder zum Leuchten gebracht. Wir Bunzlauer haben dies auch getan, - in kleinem, bescheidenem Stil, durch die Anregung und Finanzierung von Gedenktafeln an der Opitz-Schule und in der Zahnschen Schulanstalt. Aber wie wäre es z.B., wenn wir ein „Martin-Opitz-Dichter-Festival in Bunzlau“ nicht nur vorschlagen, sondern – dank sehr großzügiger Spender – auch mitfinanzieren könnten, oder wenn wir wenigstens gute heimatkundliche Arbeiten junger polnischer Bunzlauerinnen und Bunzlauer (über das Musikleben in Bunzlau, über das Stadttheater, über die Firma Reinhold usw.) auch unsererseits prämieren und die Autoren zu Lesungen und Gesprächen nach Siegburg einladen? Man sieht: Es gibt viele Möglichkeiten, für Bunzlau vor Ort etwas Gutes zu tun.
Etwas Großartiges geschah dort gerade. Da weihte der polnische Pantomime und Erfinder der Bunzlauer Tonmenschen und Hotelbesitzer Bodgan Nowak eine-  auf eigene Kosten! - erstellte Martin-Opitz-Büste auf seinem Grundstück an der Ecke Löwenberger Straße / Martin-Opitz-Straße ein. Professor Hans-Dieter  Haim (Dresden), geboren am  7.3.1938  in Bunzlau, sprach im Auftrage der Bundesheimatgruppe ein Grußwort. Die Heimatzeitung wird darüber Näheres berichten.
Unsere Aktivitäten in Siegburg ist zurzeit in weniger spektakulär, aber auch nützlich: Jochem Birk, Peter Börner, Norbert Roth, Horst Tschage und Jochen Wiesner sind fleißig beim Aufstellen und Einräumen in der neuen Heimatstube. Wir beteiligten uns wie immer an den örtlichen Veranstaltungen zum Tag der Heimat, Vorstandsmitglied J. Wiesner als Vorsitzender des BdVs Rhein-Sieg in herausragender Weise. Peter Börner stellte am 16. 09. auf dem Bonner Münsterplatz im Rahmen des Ostdeutschen Markttages von morgens bis abends an einem 10 Meter langen Tisch unser Bunzlau durch Keramik und Schrifttum und in persönlichem Gespräch  vor: Das Interesse war unerwartet groß: Gefühlte 250 Gespräche mit Marktbesuchern (meist ausgesprochen friedlich), viele Ausländer darunter, jede Menge Abgabe kostenloser Werbeblätter und Broschüren zu Bunzlau und zur Heimatgruppe und zu Schlesien. –
Aber eigentlich können alle Heimatfreunde mitmachen: durch Mitgliedschaft (25 Euro Jahresbeitrag bei der Bundesheimatgruppe Bunzlau) oder durch Spenden 
Konto der Heimatgruppe 
Kreissparkasse Köln (BLZ 370 502 99)
Nr. 0 019 004 480.
Bitte schreiben Sie uns an. Die Postanschrift ist wie immer: 53719 Siegburg Rathaus. Ansonsten sind wir im Haufeld 22 (das ist die ehemalige Gemeinschaftshauptschule Innere Stadt), 10 Minuten Fußweg vom Bahnhof. Und hoffentlich bald mit funktionierendem Telefon! Die wünscht sich und Ihnen Ihr / Euer Peter Börner
 
(September- Ausgabe 2012)
Wieviel Bunzlau darf es sein, liebe Heimatfreunde? - So viel als möglich?! - Uns ist es manchmal schon fast zu viel, gerade in dieser zweiten Jahreshälfte 2012.
Da war Anfang Juli der Besuch von Norbert Roth und Peter Börner in Bad Laasphe zur „Finissage“ der kleinen, aber feinen Bunzlau-Ausstellung von Frau Ruth Schreiber, da gab es unsere Beteiligung am Siegburger Töpfermarkt in Gestalt eines - gut besuchten! -  Lichtbildervortrags über „Bunzlauer Keramik gestern und heute“ und viele Gespräche mit deutschen, holländischen und polnischen Keramikfreunden, da war, weil zeitgleich „20 Jahre Städtepartnerschaft Siegburg-Bunzlau“ begangen wurden, Präsenz zu zeigen beim Festkonzert und beim Sommerfest des Partnerschaftsvereins und durch den Empfang deutscher und polnischer Gäste in der Heimatstube. Kurz danach hieß es, alles, alles einpacken und die erste Etappe des Umzug bewältigen, zudem musste die Umwandlung in einen „eingetragenen Verein“ beim Finanzamt und beim Amtsgericht nach einigen Klippen juristisch einwandfrei vollzogen werden. Vorher half Peter Börner noch bei der Betreuung ausländischer jugendlicher Siegburg- Besucher, darunter fünf junge Leute und zwei begleitende Lehrer. Woher? - Natürlich aus Bunzlau. Nicht zuletzt war die fünftägige Sommerreise vom 22.- 26. August nach Görlitz, Breslau und Bunzlau zu planen, vorzubereiten und durchzuführen. Demnächst mehr darüber! Und wie üblich beteiligen wir uns im September am jährlichen „Tag der Heimat“.  
Aber auch Geburtstage von Heimatfreunden einschließlich des 60. Geburtstags unserer lieben Bunzlauer Heimatzeitung hatten wir im Kopf und auf dem Computer. Und in absehbarer Zeit  werden wir die neu eingerichtete Heimatstube eröffnen, wie es sich gehört mit einer kleinen Feier, zu der Interessenten aus Siegburg und Umgebung und die Presseleute eingeladen werden. Auf diese Weise setzen wir uns dafür ein, dass Stadt und Kreis Bunzlau in der uns erreichbaren Öffentlichkeit nicht vergessen oder – genauso wichtig! – überhaupt erst bekannt gemacht werden.
Dies war das vielleicht wichtigste Ziel der von uns organisierten „Bürgerfahrt“ nach Görlitz, Breslau und Bunzlau. Hier nur so viel: Anlass waren das Bunzlauer Keramikfest und das og. Partnerschaftsjubiläum, das auch in Bunzlau angemessen gewürdigt wurde. Insgesamt nahmen an unserer Reise 40 Personen teil. Dreißig reisten mit dem Bus ab Siegburg, darunter nicht wenige Bunzlau-neugierige Rheinländer. Die Heimatfreunde Heinz Knappe, Eckhard Schlehr und Gudrun Salge, geb. Glück, schlossen sich in Görlitz an, andere stießen zeitweilig dazu, wie die Angehörigen der Familien Hans-Dieter und Jochen Haim. So kam es dann doch noch zu einer Art kleinem Heimatreffen…
Briefwechsel und Telefonate gab es trotz umzugsbedingtem stillgelegten Telefons in der Heimatstube u.a. mit Hans Howad, dem wir zu seinem  90. Geburtstag gratulierten. Der Bunzlauer Künstler überließ uns sein liebevoll zusammengestelltes Album über seine Klassentreffen; das ist eine wertvolle Bild- und Textsammlung, die unsere Materialien zum Spittel, zur Zahn‘schen Schulanstalt (Schulz, Alexander Bolz) und zum Lehrerbildungsseminar ergänzt. Wir telefonierten auch mit Heimatfreund Frank Spohn, gleichfalls ein alter Bunzlauer und ein großzügiger Unterstützer der Heimatgruppe, sprachen mit Norbert Gansel, Kurt Basler, Dietmar Plate, Heinz Lessig und Ursula Burghardt, der es nach ihrer Operation Gott sei Dank immer besser geht. Sie alle begleiteten uns mit guten Gedanken bei unserer Bunzlau-Reise. Unterwegs im Bus machte uns Günter Bleul mit der neu erschienenen Autobiografie von Hans-Joachim Scheckel (einst Bunzlauer Stadtblatt) bekannt. Ein Leserin schrieb nach der Lektüre seines Buches: „Ich habe Ihr Buch gelesen, oft bis in die halbe Nacht. Es hat mir soo gut gefallen.“ Also Bestellung empfehlenswert!
Auch das ermutigt uns, trotz aller Arbeit weiterzumachen, - am besten mit Ihrer Unterstützung als offizielles Mitglied der Bundesheimatgruppe Bunzlau. Der Jahresbeitrag ist 25 Euro. Bitte schreiben Sie uns an! Die Postanschrift ist wie immer: 53719 Siegburg Rathaus. Ihr / Euer Peter Börner
 
(Juni-Ausgabe 2012)
„Der Mai ist gekommen!“ Unter diesem Motto lud die Bundesheimatgruppe Bunzlau die Heimatfreunde in Nah und Fern, aber auch die Bewohner der Bunzlauer Straße in Siegburg zu einem Maifest in ihre mit weiß-gelben Frühlingsblumen und frischem Mai-Grün geschmückte Heimatstube ein: zur „Verkostung“ einer selbst zubereiteten Waldmeister-Bowle in traditionsreichen prachtvollen Keramik-Gefäßen (siehe Fotos) und zum gemeinsamen Singen unserer schönen Mailieder. Es sollte eine Art kleines Heimattreffen werden, weil das große ja nicht mehr so viele Besucher anzieht.
 
 
Die Zahl der Teilnehmer hielt sich dann freilich sehr in Grenzen (knapp 20), aber wer dabei war, hatte bestimmt seine Freude. Wir freuten uns besonders über die Anwesenheit von Horst und Else Lessig (angereist aus Hagen), von Heimatfreundin Käte Thimm (geborene Scholz (aus Erkrath, früher Tillendorf) und von Dietmar Plate, der eigens von Peine nach Siegburg gekommen war. Er wird übrigens künftig im Vorstand mitarbeiten. Umgeben von alter und neuer Bunzlauer Keramik plauderten wir an diesem sonnigen Maien-Nachmittag besinnlich und heiter, tranken uns fröhlich zu und einen hinter die Binde und schmetterten, begleitet von Heimatfreundin Ilona Bindhammer auf ihrem Akkordeon, die heute leider so selten gesungenen altdeutschen Lieder: „Nun will der Lenz uns grüßen, Der Mai ist gekommen, Grüß Gott, du schöner Maien, Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Ein Heller und ein Batzen“ und viele andere mehr und am Schluss selbstverständlich das Schlesierlied.
Der frisch wiedergewählte Vorsitzende übermittelt die herzlichen Grüße verhinderter Teilnehmer
zwischen München, Frankfurt, Erfurt, Magdeburg und Dresden.
 
 
Am Vormittag dieses 5. Mais 2012 hatten wir uns in einer wohl historisch zu nennenden  Mitgliederversammlung nach einer Rückschau von Peter Börner auf die letzten 10 Jahre eine neue Satzung gegeben, die unsere Aufgaben und Ziele genauer und aktueller benennt und die Gemeinnützigkeit betont. Das ist nützlich für Spendenbescheinigungen. Wir hatten auch einen neuen Vorstand gewählt, eine offizielle Mitgliederliste aufgestellt, einen Jahresbeitrag von 25 Euro festgelegt, kurz: uns zukunftssicher gemacht. Einzelheiten dazu in einem gesonderten Beitrag. Es gibt zahlreiche Bunzlau-Freunde in aller Welt, die mit uns in Kontakt stehen, unserer Arbeit  als wichtig ansehen und schon jetzt hin und wieder etwas spenden, z.T. recht großzügig! 
 
 
  
Dietmar Plate (rechts neben Jochem Birk) fand sogar vom fernen Peine den Weg nach 
Siegburg! An der Tür im Hintergrund eine Karte Schlesiens, der Bundesrepublik Deutschland 
und der Euro-Region Neiße. Bunzlau ist überall "drauf".
 
 
Die letzte große Aktion vor dem Einpacken und dem Umzug im Sommer ist der Beitrag der Bundesheimatgruppe zum Internationalen Museumstag. Er stand 2012 unter dem - auf unsere Situation sehr gut passenden! - Leitwort „Welt im Wandel – Museen im Wandel“. Am Sonntag, dem 20. Mai, präsentierte die Heimatstube ihre Neuerwerbungen an Keramik, Büchern, Bildern und Medien. Einige Beispiele wurden im letzten Journal des Vorstands genannt. Jetzt erfahren wir von Heimatfreund Dr. Dieter Laske (Schweiz), dass er über Schwester Emilie Ott in den Besitz von Abendmahlskelch und Hostienschale aus der evangelischen Kirche Bunzlaus gelangt war. Es waren Geschenke der Konfirmanden der Jahrgänge 1936/7 an die Kirchengemeinde. Beide soll einmal die Heimatgruppe erhalten!
Wir könnten noch viel mehr für Bunzlau tun, wenn wir mehr Aktive vor Ort hätten. Vielleicht findet sich ja ein neuer Mitstreiter unter den Besuchern des Museumstages oder unter den 35 Teilnehmern der Bunzlau-Fahrt vom 22.- bis 26. August… Doch auch so freuen wir uns über Besuche, Briefe, Anrufe, E-Mail-Nachrichten von Heimatfreunden. Ganz groß in der Handhabung des elektronischen Datenverkehrs ist übrigens Heimatfreund Karl-Heinz Bellinger in Brandenburg. Herzlichen Dank und herzliche Grüße von der Sieg an die Havel … und selbstredend an die Ufer des Bobers, des Queis und der Tschirne. Ihr /euer Peter Börner
 
 
(Mai-Ausgabe 2012)
Unsere BHZ ist keine Tages- oder Wochenzeitung. Leider, aber auch Gott sei Dank! Denn sonst käme Ihr / Euer Peter Börner vor lauter Beiträge-Schreiben zu nichts Wichtigerem. Doch man kann sich im elektronischen Zeitalter ganz gut behelfen. Bei hochaktuellen Dingen, z.B. dem kleinen Siegburger Treffen jetzt am 5. Mai, mit Wahlen, Satzungsverabschiedung und Maifest, bietet unser Internet-Auftritt schnelle Auskunft. Er wird von Heimatfreund Jochen Wiesner betreut und durch die Stadt Siegburg unterstützt. Beiden an dieser Stelle einmal ein herzliches Dankeschön! Wie das Maitreffen verlaufen und ausgegangen ist, wird also aus organisatorischen Gründen erst in der Juni-Ausgabe anzuschauen und nachzulesen sein. Der Vorstand, der alte und der neue, hat - mit Ermutigung und konstruktiver Begleitung einiger Heimatfreunde - jedenfalls die entsprechenden Vorarbeiten geleistet, um unsere Heimatgruppe „zukunftssicher“ zu machen.
Aber auch die Gegenwart nimmt uns in Anspruch. Bei einer ergiebigen Tagung am 28. /29.3. in Haus Schlesien zwecks „Beratung schlesischer Heimatstuben“ hatten wir Frau Ruth Schreiber (Bad Laasphe-Puderbach) kennengelernt. Sie setzt in ihren kleinen Ostdeutschen Heimatstube immer wieder neue Akzente. Diesmal kam sie auf Bunzlau! Gern stellten wir ihr auf Wunsch eine Sendung mit Bildern und Texten zusammen. 
Im Monat Mai bereiten wir uns wie in jedem Jahr auf den Internationalen Museumstag vor. Am Sonntag, dem 20. Mai, präsentiert die Bunzlauer Heimatstube zwischen 10.30 Uhr  und 16.30 Uhr der Öffentlichkeit Neuerwerbungen an Keramik, Büchern und Medien und bietet kostenlose Führungen an. Zu den Neuerwerbungen zählen u.a. Keramiken und Bücher aus der Sammlung der verstorbenen Heimatfreunde Erich Pietsch, vermittelt von seiner Tochter Monika Bürkle, und aus den Nachlässen von Klaus Rosenthal und Hans-Hubertus Stiller, die uns dankenswerterweise Frau Traudel Rosenthal und Frau Irene Stiller vermacht haben.
Eine mehr ideelle Bereicherung unseres Archivs sind Schriften, die Peter Börner bei einer „Bunzlau-Besuchsreise“ nach Mitteldeutschland in Empfang nehmen durfte. Professor Dr. Alexander Bolz (Leipzig) übergab ihm Vorarbeiten zu seinem dreibändigen Werk über die Zahnschen Schulanstalten und Kurt Basler (Erfurt) zweigte etwas seiner eindrucksvollen Sammlung zu Artur Schiller ab. Ja, und dann war es einfach schön und sehr interessant, sich intensiv mit Schicksalsgefährten auszutauschen, die in der DDR ihre Existenz nach dem Krieg aufgebaut hatten.
Eine bemerkenswerte Neuerwerbung der Heimatstube kam erst in diesem Frühjahr auf den Markt, ist also brandaktuell und sie ist sehr lesenswert: die  Darstellung der Vertreibung, ihrer Hintergründe und ihrer Vorgeschichte (!) durch den irischen Historiker R.M. Douglas. Der sarkastische Titel lautet: "Ordnungsgemäße Überführung". Das Buch erschien im C.H. Beck Verlag und kostet 29,95 Euro. Auch Bunzlau ist darin erwähnt.
In Bunzlau (Bolesławiec) wurde am 23. März nach fünfjährigem aufwändigem Umbau von Landrat Cezary Przybylski feierlich das alte Theater wieder eingeweiht. Im Internet ist ein ausführlicher Bildbericht und mit Film zu sehen. http://powiatboleslawiecki.pl/189-kurtyna-w-g  Das Liegnitzer Ensemble spielte die Komödie der „Menschenfeind“ von Moliere. Unter den hochkarätigen Ehrengästen war auch der Siegburger Landrat Frithjof Kühn. Er überbrachte unsere Glückwünsche. Wir hoffen, das schön renovierte Theater bei unserer Bunzlaureise im Sommer zu besuchen. Der Bus ist fast voll! Darüber freut sich Ihr /Euer Peter Börner
 
 
(März-Ausgabe 2012)
Mittlerweile ist es fast zwei Jahre her, dass wir uns in Siegburg zum 30. Bundesheimattreffen der Stadt- und Kreis-Bunzlauer zusammengefunden haben. Es war – das werden alle bestätigen, die dabei waren – ein großes Erlebnis und ein schöner Erfolg. Dennoch wurde in Anbetracht der zurückgehenden Teilnehmerzahlen der Beschluss gefasst, ein Bunzlauer Treffen in großem Stil hier nicht mehr stattfinden zu lassen. Und dabei bleibt es. Stattdessen konzentrierte sich der Vorstand auf die Vorbereitung und Durchführung kleinerer Treffen wie z.B. den „Bunzlauer Abend“ im Rahmen des Schlesiertreffens 2011 in Hannover. Der wurde von den aus allen Himmelsrichtungen angereisten Heimatfreunden gut besucht. Es taten sich sogar neue interessante Bekanntschaften auf; allerdings fand er bei den Bunzlauern in der Region Hannover wenig Resonanz.
Nach der traditionellen Adventsfeier mit den Schlesiern Siegburgs peilen wir für dieses Jahr zwei weitere kleinere Bunzlau-Treffen an: Für Samstag, den 5. Mai, laden wir die Freunde Bunzlaus zur Jahreshauptversammlung der Bundesheimatgruppe und zu einen anschließenden Maifest nach Siegburg ein. Vormittags um 11 Uhr treffen wir uns in der Heimatstube zwecks Verabschiedung der neuen Satzung, die vorher allen Mitglieder und Spendern zugeschickt wird.
Wer vorher noch seinen Jahresbeitrag für 2012 in Höhe von 25 Euro leisten möchte: „Bundesheimatgruppe Bunzlau“, Kreissparkasse Köln BLZ 370 502 99 Kto.-Nummer 0 019 004 480.
Nachmittags ab 15 Uhr kommen wir dann mit unseren Gästen inmitten all der Sammelstücke  aus dem alten und neuen Bunzlau zusammen, um schöne deutsche Mailieder und Volkslieder unter begleitung von Horst Lessig zu singen und um eine köstliche Maibowle zu genießen. Eben zu einem Maifest. Es wird gleichzeitig das Abschiedsfest von der Heimatstube an ihrem bisherigen Standort Heinrichstr. 4 sein. Bei der Suche nach einer Unterkunft für auswärtige Gäste ist die Tourist Information Siegburg bestimmt behilflich. (Europaplatz 3 53721 Siegburg Telefon 02241 / 96985-33 Fax: 02241 / 96985-31 E-Mail: tourismus@siegburg.de).
Heimatfreunde, denen der Weg nach Siegburg zu weit ist, können sich mit uns und anderen Bunzlauern zwischen dem 22. und 26. August in Schlesien treffen. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten „20 Jahre Städtepartnerschaft Siegburg – Bunzlau (Bolesławiec)“ organisieren wir ab Siegburg eine Fahrt, die uns nach Görlitz (zwei Übernachtungen), Breslau (Tagesfahrt von Görlitz) und natürlich nach Bunzlau führen wird (zwei Übernachtungen). In Bunzlau ist u.a. eine Begegnung mit interessierten heutigen polnischen Bunzlauern angesagt, - so eine Art Nationen übergreifendes „Kleines Heimattreffen“. Wer will, kann von Görlitz aus dazu stoßen. Einzelheiten (wo treffen wir uns in Görlitz, was kostet die Teilnahme ab dort, Übernachtungsmöglichkeiten in Görlitz und Bunzlau?) können bei der Bundesheimatgruppe Tel. 02241- 50371 (dienstags 10 Uhr – 12.30 Uhr) erfragt werden. Natürlich kann man sich auch für die Mitfahrt ab Siegburg anmelden. Die Anzahl der Plätze ist allerdings beschränkt. Kostenpunkt je nach Anzahl der Anmeldungen: 300.- € bis 350 €. Schon jetzt herzlichen Dank für manche organisatorische Hilfen im Vorfeld bei den polnischen Freunden in Bunzlau, bei unserem Görlitzer Freund Alfred Theisen (Schlesische Schatztruhe, Schlesien Heute und jetzt Chefredakteur der BHZ) und beim Sieburger Partnerschaftsverein.
Und dann erhielten wir wieder viele interessante und ermutigende Nachrichten von Heimatfreunden, u.a. von Kurt Basler, Heinz Bellinger, Rudi und Christoph Rückert – sie arbeiten mit guter Resonanz vor Ort am Ausbau der Beziehungen nach Naumburg - , Frau Lore Nilsson, Frau Margot Winter, geb. Kratochwil, (Mühlhausen), Hans-Joachim Wasner (Bad Rappenau), Heinz Ludwig (Coswig) und Gerhard Haupt (Vechelde),  sowie von den Herrmannsdorferinnen Ruth Kämmerer, geb. Halbig, in Springe und Lieselotte Apel, geb. Koschinsky, in Herzberg und von Herrn Hubertus Land in Frankenthal.
Noch brauchen wir also eine Bundesheimatgruppe und - großzügige Unterstützerinnen und Unterstützer meint Ihr / euer Peter Börner
 
(Februar-Ausgabe 2012)
2012 wird für die Bundesheimatgruppe Bunzlau wohl kein Schicksalsjahr, aber sicher ein besonders wichtiges Jahr. Gemäß Vorstandsbeschluss vom 20. Februar 2012 verabschieden wir am Samstag, dem 5. Mai 2012, eine neue Satzung. Dazu laden wir schon jetzt alle engagierten Bunzlauer, die Freunde Bunzlaus und deren Angehörige nach Siegburg ein. Der neue Entwurf wird in der Heimatzeitung veröffentlicht, eine formgerechte Einladung den bisherigen Förderern zugeschickt. Wir wollen auf einer Mitgliederversammlung unsere Heimatgruppe aus einem „nicht eingetragenen Verein“ in einen „eingetragenen rechtsfähigen gemeinnützigen Verein“ verwandeln. Das ermöglicht uns, nach außen wirksamer auftreten und steuerlich relevante Spendenbescheinigungen auszustellen. Auf diese Weise verstärken wir das Gewicht der Heimatgruppe nach außen und sichern ihr Fortbestehen.
Zum Glück haben mehrere Bunzlauerinnen und Bunzlauer und Freunde Bunzlaus schon bisher durch ihren Mitgliedsbeitrag von 25.- € oder durch Geld-Spenden unsere Arbeit wesentlich unterstützt. Die Basis muss aber deutlich breiter werden. Wir hoffen auf regelmäßige und gelegentliche Spender im bisherigen Umfang. So können wir dringend notwendige Anschaffungen tätigen, z. B. die Ergänzung unserer Einrichtung durch zusätzliche Vitrinen und den Ausbau der Heimatsammlung etwa durch Erwerb besonderer Bunzlauer Keramik. Und wir haben dann das Geld für erforderliche Eigenbeiträge zu bestimmten Projekten wie die Finanzierungsbeteiligung an Büchern über Bunzlau und für Ausstellungen, für die Fortbildung von Schülern und Lehrern in der Heimatstube usw. Bei den bisherigen Beiträgern und Spendern haben wir uns natürlich persönlich bedankt, möchten aber auch hier nochmals ein herzliches Dankeschön sagen. Beispielhaft genannt seien Frau Sabine Heyder, geb. Menzel, und zwei Ehepaare: Maria und Frank Spohn sowie unsere holländischen Freunde Corrie und Henk Hooghuis.  
Am Nachmittag desselben Tages laden wir dann zu einem Bunzlauer Maifest ein. Mit Heimatfreunden und Gästen genießen wir köstliche Waldmeisterbowle und singen schöne alte deutsche Mailieder und Volkslieder. Bunzlau war ja einmal die Stadt des „dreimal guten Tones“! Doch wer weiß schon, dass die „Vogelhochzeit“ von Heinrich Hoffmann von Fallersleben im Kreis Bunzlau aufgezeichnet wurde und dass „Es tagt der Sonne Morgenstrahl“ und „Viel Glück und viel Segen / auf all deinen Wegen“ von dem Bunzlauer Musiklehrer Werner Gneist (1889 – 1980) stammt. Gneist wurde später nach Tillendorf strafversetzt, weil er sich geweigert hatte, dem NS-Lehrerbund beizutreten.
Eine weitere wichtige Aktion in diesem Jahr ist die Sommerreise. Sie führt uns zwischen dem 22. und 26. August nach Görlitz, Breslau und Bunzlau. Anlass dieser „Bürgerfahrt“ in Zusammenarbeit mit dem Siegburger Partnerschaftsverein ist der Abschluss der Städtepartnerschaft Siegburg – Bunzlau (Bolesławiec) vor 20 Jahren. Wir hätten unsere Reise gern mit einem gemeinsamen Heimattreffen alter und neuer Bunzlauer verbunden, aber dieser Gedanke erwies sich nach Vorgesprächen mit unseren polnischen Partnern als undurchführbar.  Als Gründe wurden die Kosten und die fehlende Bettenkapazität in der Zeit des Keramik-Festes (Hotel „Piast“ existiert nicht mehr!) angeben. Sei’s drum! Wir werden in Bunzlau sicherlich mit guten Bekannten und Freunden zusammen sein, nicht nur aus dem Kreis der Mitreisenden sondern auch der in Görlitz oder Bunzlau dazu Stoßenden. Das Reise-Programm ist in Vorbereitung.
Unsere Keramik ist inzwischen aus München zurückgekehrt. Im Gästebuch fanden wir ermutigende Eintragungen: u.a. aus Venezuela, aus Litauen, aus Oberschlesien, von Gruppen aus Ettal und aus dem Fichtelgebirge, von der Ruhländer Runde im westlichsten Teil Niederschlesiens und von Heimatfreundin Friedel Doppl, geb. Stoll.
Vorläufig bleibt die meiste Keramik eingepackt; denn für den Spätsommer ist der Umzug angesagt. Das ist das letzte große Projekt im Jahre 2012. Wir packen es an und hoffen, wenn es so weit ist, auf tätige Mithilfe, seitens der Stadt Siegburg, von Schülerinnen und Schülern der Siegburger Partnerschule der einstigen Zahn‘schen Schulanstalten und von in der Nähe wohnenden Bunzlau-Förderern und Heimatfreunden. 
 Ihr / euer Peter Börner
 
(Januar-Ausgabe 2012) 
Jetzt ist es amtlich. Die Bunzlauer Heimatstube räumt im Frühsommer 2012 ihr Quartier im „Haus der Begegnung“  Siegburg, Heinrichstraße Nr. 4.  Sie zieht dann allerdings nicht wie ursprünglich angedacht gleich nebenan in die Humperdinck-Schule, sondern erhält ein neues Domizil in der ehemaligen Gemeinschaftshauptschule „Innere Stadt“ im Haufeld 22.
Sehr wichtig für uns und künftige Besucher: Die Räume sind gleichwertig, die Lage ist günstig (Innenstadtnähe!), die Verkehrsanbindung gut. Dafür können wir unserer Patenstadt und ihren Mitarbeitern nur dankbar sein, auch wenn uns der Umzug viel Arbeit bringen wird. Doch auch da ist Hilfe zugesagt. Ursache des Wechsels ist der dramatische Bevölkerungswandel. Ein zusätzliches Altenheim wird an unserer bisherigen Unterkunft errichtet, und  ein renoviertes Schulgebäude ist wegen zu geringer Schülerzahlen überflüssig geworden …
Erfreulich einige Bunzlau-Ereignisse in jüngster Zeit: Wir konnten zusammen mit unseren Siegburger Schlesiern wie jedes  Jahr eine stimmungsvolle Adventsfeier begehen. Der junge stellvertretende Bürgermeister Martin Rosorius, der manche vorweihnachtliche Veranstaltung besucht, freute sich, dass bei uns der adventliche Charakter bewahrt ist, in der Dekoration ebenso wie bei den Ansprachen, Gedichten und Liedern (mit guter Musikbegleitung!) und den Speisen. So wurde manche Kindheitserinnerung wach. Die Regie des Nachmittags hatte unser Vize in Siegburg Horst Tschage; Peter Börner erläuterte adventliche Bräuche und berichtete von Aktivitäten der Heimatgruppe. Ein uns besonders lieber Teilnehmer war Ursel Burghardt. Sie hatte am 25. Oktober in Bonn ihren 90. Geburtstag gefeiert, kurz darauf erhebliche gesundheitliche Probleme bekommen und erschien trotzdem mittels Krücken und ÖPNV. Neuerdings auch wieder zur Mitarbeit in der Heimatstube!
Das herausragende Ereignis im Spät-Herbst war die Eröffnung unsere Ausstellung „Bunzlauer Keramik – gestern und heute“ in München, über die schon geschrieben wurde. Keramik-Expertin Inge Lippert schickte uns noch ein schönes Lob: „Der Besuch hat große Freude bereitet. Wie schon bei Ihrem Buch so schätze ich auch an der Ausstellung die wertvolle akribische Fortschreibung der Bunzlauer Keramikgeschichte.“ Wir hoffen, dass der eine oder andere Bunzlauer nach der Eröffnung am 16. November noch den Weg ins Haus des Deutschen Ostens gefunden hat. Wenn Sie, liebe Heimatfreunde, dies im Januar lesen, sind wir erneut im HDO München, um alles einzupacken. Auch das kostet Zeit, Geld und Arbeit.
Die wichtigste Aktivität im vergangenen Jahr war wohl unsere Mitwirkung beim Schlesiertreffen. Wir organisierten eine Gruppenreise nach Hannover, standen in den Messehallen als Ansprechpartner zur Verfügung und boten Heimatfreunden einen Bunzlauer Abend in unserem Messe-Hotel, der gut besucht war, - freilich nicht von den Bunzlauern zwischen Braunschweig, Hannover und Hildesheim.
Etwas Besonderes im Dezember war das Projekt „Tillendorfer Kirchengeräte.“ Gemäß Absprachen mit dem „Ostdeutschen Volkstumskreis“ und der evangelischen Kirchengemeinde in Ahlen /Westf. übergaben wir eine Taufschale und eine Hostienschale, die Schwester Emilie Ott aus der zerstörten evangelischen Kirche Tillendorfs geborgen hatte und die dann in die Obhut der Heimatstube gelangt waren, der Ahlener evangelischen Gemeinde als Dauerleihgabe. Zuvor hatte der Ostdeutsche Volkstumskreis notwendige, hervorragend gelungene, Restaurierungsarbeiten an beiden gottesdienstlichen Geräten finanziert. In Ahlen befand sich bereits der auf Kosten der dortigen Gemeinde wiederhergestellte Abendmahlskelch aus der Tillendorfer Kirche. Bei der Wieder-Einweihung während des Festgottesdienstes am 11. Dezember 2011 waren außer Peter Börner leider keine früheren Tillendorfer dabei. (Siehe Näheres unter dem Button "Tillendorfer Taufschale!) 
Bemerkenswerte Angaben über Bunzlau und Tillendorf in den zwanziger bis vierziger Jahren finden sich übrigens in einer Biografie über den Bunzlauer Musiklehrer, Tonkünstler und Dichter Werner Gneist (*1898 in Ulm, †1980 in Kirchheim am Teck). Das zweibändige Buch mit dem Titel „Die Diamantstraße“ wurde von seiner Tochter Christine Flückiger-Gneist 2005 veröffentlicht. Es kann über Fernleihe bestellt oder in der Heimatstube eingesehen werden.
Ganz neu auf dem Markt ist jetzt ein Erinnerungsbuch unseres Naumburger Heimatfreunds OB a.D. Rudolf Rückert. Er schreibt uns: „Die Präsentation meines Buches „Von Schlesien nach Salzgitter“ mit 140 geladenen Gästen war ein großer Erfolg. Ich bin trotzdem absolut sicher, dass ich den Nobelpreis für Literatur nicht bekommen werde.“ Das Buch ist im Verlag Appelhans Braunschweig erschienen und kostet 12,00 Euro.
Sehr schön wäre es, wenn dank der Mithilfe von Sponsoren aus der Patenstadt und aus dem Kreis der Heimatfreunde (Bunzlauer Förderverein!) auch Dietmar Plates wichtiges Buch über die Bunzlauer Plätze und Straßen eine Chance erhielte zu erscheinen. Es ist bisher nur in elektronischer Form vorhanden.
Ja, und dann ist da noch ein Erinnerungsroman von Heimatfreund Prof. Dr. Hans-Dieter Haim (früher Bunzlau, jetzt Dresden) in Arbeit. Er hatte uns beim Bunzlauer Abend in Hannover eine wunderbare Kostprobe vorgelegt. Ein weiteres Kapitel könnte er während einer sommerlichen Reise nach Bunzlau in der Zeit zwischen dem 22. und 27. August 2012 vortragen. Doch bis dahin fließt noch viel Wasser die Sieg, die Elbe und den Bober hinunter, meint
Ihr / euer Peter Börner
 
(Dezember-Ausgabe 2011)
 
„Wenn einer eine Reise tut …“ Ja, es gibt viel zu erzählen von unserem arbeitsreichen und erlebnisreichen München-Aufenthalt Mitte November! Norbert Roth und Peter Börner reisten am Montag, dem 14.11.2011, mit zwei Autos, vollgepackt mit vielen Kartons, gefüllt mit Bunzlauer Tonwaren, ins ferne Bayernland, um die Ausstellung über „Bunzlauer Keramik – Gestern und heute“ im Haus des Deutschen Ostens einzurichten, aufzubauen und zu eröffnen. Grundstock waren die umfangreichen Bestände der Heimatstube, ergänzt durch fünfzehn z.  T. ganz neu erstellte Schau-Tafeln und Informationsschilder, die beispielhaft das Weiterleben der heimischen Töpfertradition nach dem Krieg veranschaulichen. Insofern ist das Projekt eine Fortführung unserer Dokumentation von 2009.
Wir freuten uns sehr über gastliche Aufnahme und freundliche Unterstützung vor Ort. Hier ist vor allem Heimatfreund Heinz Knappe zu nennen, der uns eifrig und geduldig und verständig zur Hand ging. Vier Schrankvitrinen, zwei Säulenvitrinen und acht Tischvitrinen füllten sich mit immer neuen Schätzen, bis am Mittwoch, dem 16. November, pünktlich um 18 Uhr die „Vernissage“ mit einem von Peter Börner erarbeiteten Lichtbilder-Vortrag eröffnet werden konnte.
Die ca. 70 Gäste, darunter vertraute Gesichter wie Frau Barbara Simon, Leiterin der Münchner Goldberg-Bunzlau-Gruppe, Frau Brigitte Lachmann und Frau Ingeborg Grabitzke, die selbst über eine stattliche Keramik-Sammlung verfügt, sahen sich überrascht die Vielfalt und Schönheit der ausgestellten Stücke an, darunter einige wenig bekannte Skulpturen von Otto Lange. Heimatfreundin Brigitte Lachmann schenkte anlässlich der Ausstellung vier schöne alte „Bunzel-Tippel“ von Paul & Sohn. Herzlichen Dank! Ein Wiedersehen gab es mit Dr. Albrecht Gribl, dem wir ein Buch über den Bunzlauer Graphiker Max Hertwig verdanken. Freundliche Grüße schickte Töpfermeister Moll von der Töpferfamilie Seiler / Moll.
Die Ausstellung hat folgende Schwerpunkte: Wandlungen des Pfauenauges; die typischen Bunzlauer Braunwaren; unsere alten Keramik-Firmen unter dem Einfluss der Keramischen Fachschule (u.a. Paul & Sohn, Reinhold, Edwin Werner, Karl Werner, Seiffert, Burdack); Nachkriegsfirmen wie die von Hans  Wesenberg in Ludwigsburg, die Siershahner Feinsteinzeug-Fabrik und Bunzlauer Feinkeramik Kurt Börner. Dokumentiert wurden natürlich auch die heute noch bestehenden Betriebe, z.B. Gleisberg, Seiler / Moll und Vogt in Rosenheim. Ebenso fanden die Lausitzer Keramik nach Bunzlauer Art und insbesondere die neue polnische Ton-Industrie eine angemessene Würdigung.
Wir stellten  außerdem Fachliteratur und nicht zuletzt unsere Heimatgruppe in je einer Vitrine vor. Kurz: Den Gästen bot sich ein Panorama-Blick auf die traditionsreiche Welt unserer „Bunzlauer Keramik – gestern und heute“. Die Resonanz war ausgesprochen positiv. Da das Haus des Deutschen Ostens regelmäßig von vielen Gruppen besucht wird und der Eintritt frei ist, darf mit einer ansehnlichen Besucherzahl gerechnet werden. Damit erhoffen wir uns auch eine Werbung für unsere Arbeit, für Bunzlau allgemein und nicht zuletzt eine erweiterte Kenntnis über ostdeutsches Kulturgut.
Überhaupt ist es wichtig, dass unsere Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen nicht ganz aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwindet. Unser eigener Beitrag kann nur im näheren Umfeld eingebracht werden. Dazu drei Beispiele aus letzter Zeit: Wir beteiligten uns anlässlich des Volkstrauertags wie jedes Jahr an dem würdigen Totendenken auf dem Soldatenfriedhof in Ittenbach und jetzt auch in Siegburg, wir arbeiten daran, dass das einzigartige Buch von Heimatfreund Dietmar Plate über die Bunzlauer Straßen und Plätze aus der Computer-Fassung in ein Buch verwandelt wird (eine Frage von Geld und Beziehungen!), und wir verfolgen weiter den Gedanken an ein kleines Heimatreffen in Bunzlau selbst.
Doch zunächst treffen wir uns wie angekündigt zu einem adventlichen Nachmittag am 27. November (1. Advent!) im Siegburger Kolpinghaus. Die meisten von Ihnen können nicht dabei sein. Doch dann sind unsere Gedanken dann nicht nur in Erwartung des bevorstehenden Weihnachtfestes, sondern auch bei Ihnen, liebe Bunzlauer Heimatfreunde, wo immer sie wohnen.  
Ihr /euer Peter Börner 
 
(September-Ausgabe 2011)
Die Ernte ist groß... Neben alter und neuer Bunzlauer Keramik und wertvollen Fach-Büchern aus dem Nachlass von Hans-Hubertus Stiller (danke, verehrte Frau Stiller!) erhielt die Heimatstube wieder großzügige Lieferungen von Kurt Basler in Erfurt und Dietmar Plate in Peine. Heimatfreund Basler hat in den letzten Jahren - gemäß seiner kriminalistischen Berufserfahrung - den Schwerpunkt auf Recherchen nach Bunzlauer Honoratioren-Familien wie den Gansels und Persönlichkeiten wie Geheimrat Artur Schiller und dessen Lebenswerk gelegt. Wir erinnern an Baslers einzigartige mehrbändige Sammlung der Publikationen Artur Schillers, die er auch der Stadt Bunzlau in Kopie übergeben hat. Die Leser der Heimatzeitung lässt er durch ausgewählte Artikel an den Früchten seiner Arbeit teilhaben und die Heimatstube durch kostenlos zur Verfügung gestellte Ablichtungen der von ihm entdeckten Quellen, die unsere Ursel Burghardt immer gewissenhaft archiviert.
Die Vorgehensweise von Dietmar Plate ist, soweit wir dies erkennen, eine etwas andere. Er sucht, nicht zuletzt im Internet, nach Zeugnissen aller Art über das alte Bunzlau, Stadt und Kreis. Systematisch arbeitet er Chroniken, Heimatbücher, Zeitungen und andere Quellen durch, dann digitalisiert er seine Funde nebst eigenen gescheiten Auswertungen. So ist eine gleichfalls einzigartige im PC auswertbare Sammlung von „Bunzlaviania“ entstanden – und das alles in der Freizeit, denn Heimatfreund Plate ist voll berufstätig! Auch er beschenkt die Heimatgruppe großzügig mit wichtigen Ergebnissen seiner Arbeit. Zuletzt erhielten wir u.a. die neueste Ausgabe seiner „Bunzlauer Straßen und Plätze.“ Auf dieser CD hat er seine Funde (zahlreiche Texte und oft wenig bekannte Bilder) nach den zwölf Bunzlauer Stadtbezirken angeordnet. Dabei geht es ihm nicht nur um die Stadtpläne und die Örtlichkeiten, so wissenswert deren Geschichte und die Bedeutung der Namen ist, sondern auch und vor allem um die Bewohner. Er ist geradezu unglaublich, was da an historischem Wissen zur Verfügung gestellt wird! Mit gleicher Sendung erhielten wir Dietmar Plates Ausarbeitung zum Bunzlauer Militärwesen. So steht  der Bundesheimatgruppe neuerdings auch dafür eine erweiterte Quellensammlung zur Verfügung, nach der jeder greifen muss, der sich für Militär in Bunzlau interessiert.
Immer mehr verwandelt sich so unsere Siegburger Heimatstube in ein Archiv des alten deutschen Bunzlaus. Ja, die Ernte ist groß! Der Arbeiter aber sind wenige. (Lukas 10, 2). Das gilt nicht nur für die „Erntearbeiter“ in Siegburg. Auch außerhalb fehlt es an Menschen, die willens und in der Lage sind, die von uns und unseren Heimatfreunden bereitgestellten Quellen zu nutzen. Wir wiesen schon mehrfach auf  einige alte und junge polnische Bunzlau-Forscher hin, die entweder unser Angebot nicht zur Kenntnis nehmen oder den Weg nach Siegburg scheuen. Solides Arbeiten sieht anders aus.
Nicht besser, eher schlechter ist die Lage unter unseren deutschen Historikern. Die Heimatstube bietet ihnen „vor der Haustür“ Material für viele Facharbeiten, Magisterarbeiten, Doktorarbeiten. Es geht um durchaus spannende Themen der deutschen Kultur- und Sozialgeschichte – untersucht und dargestellt am Beispiel einer ostdeutschen Kleinstadt und ihrer Umgebung. Wir haben deshalb Initiativen gestartet, um neue Interessenten zu gewinnen. Im Zusammenhang mit der von uns unterstützten Siegburger Präsentation der Ausstellung „Erzwungene Wege. Flucht und Vertreibung ...“ (bis 29. September im Kreishaus) haben wir mit Hilfe der Stadt Siegburg und des Rhein-Sieg-Kreises Schulen und Kultureinrichtungen angeschrieben, die Verantwortlichen zum Besuch animiert und gleichzeitig darum geworben, dass sich Lern-Gruppen das Thema „Flucht und Vertreibung“ in Projektarbeit bei uns in der Heimatstube erschließen. Wir haben auch das Historische Seminar und das Osteuropa-Institut der Universität Bonn kontaktiert. Vorbild ist uns da „Haus Schlesien“, das fast regelmäßig Schülergruppen an der Arbeit und polnische Studentengruppen bei sich zu Gast hat. Außerdem gelang es uns, beim Lokalradio „Bonn – Rhein-Sieg“ eine halbstündige Sendung über die Bundesheimatgruppe und den Schüleraustausch mit Bunzlau zu bewirken. Nun sind wir auf die Rückmeldungen gespannt.
Auf Rückmeldungen warten wir auch aus Bunzlau. In unseren Briefen an Bürgermeister Roman und an den „Verein der Freunde Bunzlaus“ schrieben wir: „Wie wäre es, wenn Sie dem Stadtrat vorschlagen, im kommenden Jahr im Rahmen des 20. Städtepartnerschaftsjubiläums eine besondere Veranstaltung vorzusehen, die ausdrücklich der Begegnung der alten und der neuen Bunzlauer dient? Ein kleines gemeinsames Heimattreffen sozusagen. Mit vielen heutigen und ca. 50 - 100 früheren Bunzlauer Bürgern, deutschen und polnischen.“ Schon jetzt steht fest, dass wir in der dritten Augustwoche 2012 eine Reise nach Bunzlau machen werden. Interessenten gibt es hier genug. Es wäre schön, wenn gleichzeitig Bunzlauer aus anderen Gegenden, besonders aus dem Osten, dazukämen. Dann wäre – im Idealfall mit polnischer logistischer Unterstützung – das oben genannte kleine Heimattreffen möglich. Ein feines, aber kleines Treffen; denn viele sind einer solchen Reise nicht mehr gewachsen, zumal das bewährte Hotel „Piast“ als zentrale Unterkunft nicht mehr zur Verfügung steht.
Mit einigen von ihnen sind wir immer wieder oder überraschend wenigstens in telefonischem bzw. schriftlichem Kontakt. Mit Kurt Hartmann korrespondierten wir anlässlich seines 90. Geburtstags. Neulich schrieb uns Dr. Dieter Laske aus der Schweiz, der sich für die Übersendung eines Fotos der herrlichen Fernbach-Villa aus dem Album von Frau Brigitte Lachmann / München bedankt. Norbert Gansel hat angerufen und Frank Spohn, und  Hans Howad hat brieflich nach dem Theilmann-Artikel gefragt. Er kommt, lieber Herr Howad! Ebenso ein Aufsatz über Werner Gneist (wer kennt ihn noch?!), dessen Lebensbeschreibung uns jetzt vorliegt. „Ja, die Ernte ist groß“, sagt seufzend Ihr / Euer Peter Börner.
  
(August-Ausgabe 2011)
Das Internet bietet erstaunliche, man darf schon sagen: phantastische Möglichkeiten. Zum Beispiel kann man mittels der Internet-Zeitung
                                                             http://boleslawiec24.pl/
einen Blick in das Bunzlauer Schwimmbad zu Beginn der Ferienzeit werfen oder sich im neuen, geschmackvoll gestalteten Internet-Auftritt der Bunzlauer Stadtverwaltung
                                                            um.boleslawiec.pl/umbc  
eindrucksvolle Nachtaufnahmen der Innenstadt (Fotograf Rafał Tur) anschauen.
 
Mehr noch! Mit dem Suchprogramm google lässt sich sogar heraussuchen, was in letzter Zeit wissenschaftlich über Bunzlau erarbeitet wurde. Da erschien etwa 2010 in Breslau eine Magisterarbeit zum Thema „Die Zusammenarbeit bei Städtepartnerschaften am Beispiel des niederschlesischen Bunzlaus.“ Die Autorin hat uns ihre Arbeit auf Anfrage dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Dort erfährt der polnische Leser, dass sich „der Großteil der deutschen Bevölkerung, welcher in jener Zeit Bunzlaus verließ, in Rheinland-Pfalz (!) im Kreis Siegburg niedergelassen hat.“ Eine einfache Erkundung in der Partnerstadt Siegburg hätte der jungen Dame vermitteln können, dass die Bunzlauer in alle Winde zerstreut worden waren...
Nicht wenige hatte es allerdings dauerhaft nach Niedersachsen geführt (Braunschweig, Hildesheim, Peine usw.) Daher hatten wir gehofft, dass eine Reihe von ihnen unserer Einladung folgen würde, gemeinsam mit uns und anderen angereisten Stadt- und Kreis- Bunzlauern im Rahmen des Schlesiertreffens in einem schönen Hotel in Laatzen einen „Bunzlauer Abend“ zu feiern. Von Siegburg aus war eine Bahnfahrt für 11 Personen organisiert worden, mit von der Partie Ehepaar Feind aus Frechen, er wie stets mit unübersehbarem Bunzlau-Pullover, ab Hagen waren unsere Lessigs dabei.
 
 
 
 
Heinz Knappe in München hatte in Absprache mit uns eine größere Münchner Gruppe auf den Weg gebracht, darunter Karl-Friedrich Lachmann (Siegersdorf, danke!), Barbara Simon (Haynau) Ingeborg Grabitzke (Ohlau) und Sieglinde Schneeberger (Breslau, Geschäftsführerin des Schlesiervereins). Die Schwestern Barbara und Eva Winde waren extra von Delmenhorst bei Bremen angereist, die Rüdigers (Ingeborg R., geb. Rothe) aus Meißen, Hans-Dieter Haim (geb. 1938) und Bruder Joachim Haim (geb. 1933) kamen aus Dresden. Wie selbstverständlich waren wieder die Schönfelder Brüder Martin und Manfred Hoffmann aus Karlsruhe bzw. Oederan anwesend und natürlich unsere lieben Duisburger Bleuls. Insgesamt hatten wir über dreißig Gäste. Leider kaum jemanden aus der näheren und nächsten Umgebung von Hannover! Doch entdeckten wir zu unserer Freude im Festraum des Hotels „Haase“ Dietmar Plate aus Peine (Wurzeln in Bunzlau) und Lutz Hocke mit Frau Brigitte Kleinfeld (Wurzeln in Seifersdorf). Herzliche Grüße schickten uns u.a. Rudi Rückert (Salzgitter, dienstlich in Berlin), Karl-Heinz Bellinger (Brandenburg) und Kurt Basler (Erfurt), die aus gesundheitlichen Gründen verhindert waren. Beiden gute Besserung!
 
 
 
 
 
Und was geschah dann auf dem „Bunzlauer Abend“? Nach einem köstlichen, reell kalkulierten Abendessen plauderte man über alte und neue Zeiten. Dazwischen gab es besondere Beiträge. Heimatfreund Heinz Knappe erfreute uns mit seiner ebenso lebendig wie spannend erzählten Schilderung seines letzten Bunzlau-Aufenthalts. Er hatte unter anderem das einstige Wohnhaus und die einstige Schule besucht und war freundlich aufgenommen worden. Prof. Dr. Hans-Dieter Haim überraschte uns mit dem Kapitel „Karin“ aus seinem zurzeit entstehenden autobiographischen Roman. Im Erzählrahmen einer Kinderfreundschaft führt er  den Leser literarisch anspruchsvoll und dennoch anschaulich und mit feinem Humor durch das Bunzlau unmittelbar vor dem 10. Februar 1945. Ein ländliches Kontrastprogramm bildete Ernst Schenkes witziges Mundartgedicht „Dar biese Troom“, echt „schläsisch“ vorgetragen durch Lutz Hocke, Jg. 1957 (Hannover!) Der Abend wurde mit einem keramischen Akzent abgerundet: Peter Börner zeigte seine Powerpoint-Präsentation „Mehr als 500 Jahre ... Bunzlauer Keramik“.
In Siegburg wurde der Vortrag ausführlicherer im kulturellen Beiprogramm des Keramikmarktes am Sonntag, dem 3.Juli, angeboten, dank eifriger Werbung mit recht gutem Publikumsinteresse. Eine kleinere Präsentation, nur mit mitgebrachter Keramik, erfolgte zwei Tage später beim Sommerfest des Evangelischen Altenheims. Die Veranstalter hatten den Nachmittag von sich aus (!) unter das Motto Schlesien gestellt und um uns einen Beitrag gebeten. Zum Kaffetrinken servierte man Mohn- und Streuselkuchen, und abends gab es sogar zwei Sorten schlesischen Kartoffelsalats.
 
 
Doch zurück zum Schlesiertreffen. Es wäre noch viel zu berichten. Aber am besten reisen Sie, liebe Heimatfreunde, soweit es Zeit und Gesundheit erlauben, das nächste Mal selber hin. Es hat sich als geschickt erwiesen, sich im Vorfeld mit möglichen Teilnehmern zu verabreden und Jüngere (Kinder, Enkel) zur Mitreise zu gewinnen. Eins soll doch noch hervorgehoben werden: Seifersdorf war prima vertreten, sogar mit einem tollen Schild, und mindestens vier Tillendorfer waren  in der Messehalle anwesend: Gudrun Salge, geb. Glück, Herta Markus, geb. Tappert, Hildegard Leser, geb. Jeuthe, Käthe Thimm, geb. Scholz und Heimatfreund Günther Beyer (jetzt Langenhagen).
 
 
 
 
Wieder zurück in Siegburg hatten wir eine freundschaftliche Begegnung mit Herrn Stanisław Wiza. Jochen Wiesner traf den Tiefenfurter Keramiker bereits am Vorabend des Keramik-Marktes bei einem von der Stadt Siegburg ausgerichteten Abendessen, andere begegneten ihm beim Verkauf vor dem Stadtmuseum, und anschließend war er bei lebhaften Gesprächen zwei Stunden lang Gast in der Heimatstube. Wer unser neues Keramikbuch kennt, weiß Näheres über ihn. Er ist ein Freund der deutschen Bunzlauer.
 
 
 
Und als ein prächtiger Kerl erwies sich wieder einmal Karl-Heinz Bellinger. Die Heimatstube erhielt von ihm ein großes Paket mit wertvollen Bunzlau-Unterlagen. Herzlichen Dank auch ihm an dieser Stelle.
Manches andere verlässt uns auch. Nachdem wir dem Archiv des Rhein-Sieg-Kreises schon vor längerer Zeit einen großen Teil unserer Zeitungssammlung übergeben hatten (da ist sie professionell aufbewahrt und jederzeit zugänglich) haben wir jetzt Herrn Friedhelm Arno Berthold (Iserlohn-Hennen), dem Vorsitzenden des Ostdeutschen Volkstumskreises NRW, die Taufschale und die Hostienschale (Patene) aus der Tillendorfer Kirche zur Restaurierung übergeben. Sie werden nach Abschluss der Arbeiten als Dauerleihgabe in die Evangelische Kirchengemeinde nach Ahlen /Westfalen kommen. Dann sind es wieder gottesdienstliche Geräte und keine Museumsstücke mehr. Die Aufschrift auf der Patene lautet:  „Zum Andenken an die hundertjährige Jubelfeier der evangelischen Kirche zu Tillendorf, vom Freibauer J.G. Conrad, daselbst, 30. April 1843.“ Herr Berthold will für die Gemeinde eine kleine Dokumentation vorbereiten. Es wäre schön, wenn Tillendorfer beim Festgottesdienst anlässlich der Übergabe am 4. Dezember dabei sein können!
 
 
 
Freuen würden wir uns auch, wenn Heimatfreunde in unserer Umgebung demnächst die Ausstellung „Erzwungene Wege“ im Siegburger Kreishaus besuchen. Die Eröffnung ist am 29. August um 11 Uhr. Wir versuchen zurzeit, Siegburger Schulen für ein Beiprogramm in der Heimatstube zu interessieren.
Abschließend sei noch auf eine sportliche Erinnerungsveranstaltung hinwiesen. Wir entnehmen dem Internet (damit schließt sich der Kreis), dass zu Ehren des in Bunzlau lange wirkenden Bildhauers Professor Fritz Theilmann, dessen 20. Todestag sich am 7. August jährt, am 25. September eine Radralley von Pforzheim nach Kieselborn zum erhaltenen Atelier des Künstlers durchgeführt wird. Unkostenbeitrag 5 €. Wir werden von Siegburg aus kaum daran teilnehmen können, aber bis dahin liegt ein bebilderter Beitrag in der Heimatzeitung über diesen zu Unrecht etwas vergessenen bedeutenden modernen Künstler vor, zu dem uns der Bunzlauer Maler Hans Howad in Neuhausen bei Pforzheim wertvolles Material zur Auswertung überlassen hat.
Dies verspricht jedenfalls  Ihr /euer Peter Börner.
 
 
(Juli-Ausgabe 2011)
 
In diesen Tagen erinnern Medien und Politiker an den Abschluss des deutsch-polnischen Vertrags durch Helmut Kohl und Jan Krzysztof Bielecki im Juni 1991. Er schuf wichtige Voraussetzungen für den Aufbau guter Beziehungen zu den heutigen Bewohnern der Heimat. Ein praktisches Ergebnis in Siegburg war die Errichtung einer Städte- und 10 Jahre später einer Kreispartnerschaft mit Bunzlau - unter Einbeziehung der Bundesheimatgruppe. Seitdem haben Hunderte Bunzlauer Schülerinnen und Schüler mitsamt ihrer Lehrern die Heimatstube besucht, und die Heimatgruppe hat nützliche Projekte, die die Erinnerung an die deutsche Kultur und Geschichte von Stadt und Kreis lebendig halten, mit unseren polnischen Partnern in Bunzlau (Bolesławiec) auf den Weg gebracht, zuletzt die Ausstellung über Bunzlauer Keramik nach 1945. Neben praktischen Hilfen durch den Rhein-Sieg-Kreis und die Stadt Siegburg erhielten wir nützliche Unterstützung durch die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit in Warschau. Sie hat uns u.a. eine neue große Vitrine mitfinanziert. Für all‘ dies sind wir dankbar. Bei anderen Anliegen stießen wir leider auf Grenzen. Zum Beispiel beim Wunsch nach einer Gedenktafel für Pfarrer Paul Sauer und nach Rehabilitation der übrigen Opfer der polnischen Justizkampagne „Freies Deutschland“ in den Jahren 1946/7.
Ja, auch dieses Erinnerungsdatum wollen wir nicht aus dem Blick verlieren. Vor 65 Jahren erlitten die meisten Ostdeutschen die Tragödie einer menschenverachtenden Diskriminierung und der anschließenden Vertreibung. Anlässlich der 60jährigen Wiederkehr 2005 haben wir bei einer würdigen Veranstaltung in Siegburg der damaligen Ereignisse in Bunzlau gedacht. Ergänzend hatten wir zwei Text- und Bild-Sammlungen und Video-Dokumentationen erarbeitet, die z.T. noch zu beziehen sind. Als wertvolle Erweiterung dieser Materialien erhielt unser Archiv in diesen Tagen einige einmalig zu nennende neue und bisher unbekannte Dokumente. Frau Brigitte Lachmann (München), die uns mit Sohn Hans und Enkel Stefan besuchte, ermöglichte uns neben der Erlaubnis zur Kopie eines alten Fotoalbums mit seltenen Bunzlau-Bildern die Ablichtung von Abreise-Dokumenten aus ihrer Familie, ausgestellt am 10. Februar 1945, also am letzten Tag des deutschen Bunzlaus, sowie aus Dresden, genau am Tag des fürchterlichen Bombenangriffs. Und Frau Sabine Heyder, geborene Menzel, deren Großvater väterlicherseits der Besitzer des Carlswerks war, überließ uns aus dem Familiennachlass gewissermaßen passend dazu den im März 1945 verfassten amtlichen Bericht des stellvertretenden Landrats Martin Burghardt – er war zugleich der letzte Direktor der Firma Paul & Sohn – über die chaotischen Versuche der Behörden, den Kreis Bunzlau bei Einmarsch der Russen zu evakuieren. Es ist sicher sinnvoll, dieses umfangreiche und äußerst lesenswerte Dokument in der Heimatzeitung zu veröffentlichen.
1947 war es dann ein polnischer Landrat, der dafür sorgte, dass Familie Päselt in Urbanstreben die Heimat verlassen musste, mittels Ausweisungsbefehl. Eine Kopie dieses Dokuments übergab Dr. Gerhard Päselt, langjähriger CDU-Bundestagsabgeordneter und jetziger Ortsteilbürgermeister im thüringischen Drei Gleichen, Peter Börner, der am diesjährigen Kittlitztrebener Treffen in Münchberg teilnahm. Die Päselts waren mit anderen Urbantrebenern auf der Flucht vor den Russen bis in den Landkreis Bamberg getreckt, von dort wieder in die Heimat zurückgetreckt, im Sommer von den Polen vertrieben worden, erneut zurückgekehrt, bis sie dann am 30. August 1947 endgültig Urbanstreben verlassen mussten. Das Trebener Treffen war mit 40 Personen gut besucht. Zur Freude aller nahm auch Erna Noack, die Witwe des langjährigen Ortsbetreuers Heinz Noack teil, und der Bunzel-Kurt aus Döbern hatte dankenswerterweise die Organisation umsichtig in die Hand genommen. Peter Börner überbrachte die herzlichen Grüße der Bundesheimatgruppe Bunzlau.
Erfreuliches gibt es aus Siegburg zu berichten. Es sieht so aus, als ob die Heimatgruppe im stattlichen Gebäude der Sieburger Humperdinck-Schule (siehe Bild) eine neue Bleibe finden kann. Und anlässlich des Keramikmarktes wurde am 16. Juni von zwei Journalisten ein längeres Rundfunkinterview bei uns in der Heimatstube aufgenommen. Themen waren – damit schließt sich der Kreis – die Städtepartnerschaft, der Schüleraustausch und andere Kontakte zu Bunzlau und zu Polen und natürlich die Arbeit der Bundesheimatgruppe. Als Gesprächsteilnehmer standen zur Verfügung: die Schülerin Josefine Klock, Frau Dr. Gerda Rondé, Reiseteilnehmerin der vorjährigen Bunzlau-Fahrt, und nicht abgebildet, aber bekannt, Ihr / Euer Peter Börner.
 
 Herr Wiza aus Bunzlau auf dem Siegburger Töpfermarkt
 
Die Humperdinckschule in Siegburg
 
 
 
 
(Mai-Ausgabe 2011)
„Mein größter Wunsch ist es, dieses Haus zu finden und zu sehen!“schreibt uns Frau Sabine Heyder aus Schwetzingen. Sie möchte Bunzlau, die Heimatstadt ihrer Eltern und Großeltern, besuchen und bittet um einen Stadtplan aus deutscher Zeit. Wir haben ihr gern einen geschickt und einen modernen Polnischen gleich dazu. Dank unserer guten Kontakte haben wir auch davon einige. Ein anderer ruft uns in der Heimatstube an – die Adresse hat er aus dem Internet - und bittet um Übersendung einer Stadtblatt-CD. Er möchte sie seinem Vater, einem gebürtigen Bunzlauer, zum 70. Geburtstag schenken. Im Betrieb geht die Anfrage zunächst unter. Doch dann nimmt Herr Roth noch rechtzeitig eine Doppel-CD aus dem Vorrat und macht sie versandfertig. Ein Anschreiben auf dem Computer mit einem freundlichen Gruß und der Angabe der Kosten, und ab geht die Post.
Solche und ähnliche Bitten erreichen uns immer wieder. Gelegentlich meldet sich auch Besuch an, z.B. neulich ein Ehepaar aus Bremen. Herr Frank M. Spohn, verwandt mit den Bunzlauer Honoratiorenfamilien Gansel und Fernbach, zeigt Ursel Burghardt und Peter Börner Bilder aus seinem Bunzlau-Familienalbum, schenkt uns Kopien daraus, erzählt uns aus dem eigenen bewegten Leben und verbindet zu unserer Freude seinen Abschied mit einer Geldspende und dem großzügigen Versprechen, die Heimatgruppe fortan regelmäßig finanziell zu unterstützen. Wieder ein Kandidat für unseren im Entstehen begriffenen Bunzlau-Verein!
Was wir zu diesem Zeitpunkt noch keiner wusste: Wir werden das erst 2006 bezogene „Haus der Begegnung“ bald verlassen müssen. Die Stadt Siegburg verkauft das sanierungsbedürftige Gebäude und die daneben befindliche noch sanierungsbedürftigere Turnhalle zum Abbruch, so dass dort ein Altenpflegeheim errichtet werden kann. Man hat uns gleichwertigen Ersatz zugesagt. Vielleicht können wir schon in der nächsten Ausgabe Einzelheiten berichten. Ein ganz dicker Brocken ist und bleibt aber der Umzug. Der junge Mann von der Stadtverwaltung staunt nicht schlecht, als er unsere großen Räume, den Ausstellungsraum, den Büroraum, den Konferenz- und Archivraum und den Flur fotografiert und ausmisst. So umfangreich hat er sich die Bunzlauer Heimatstube mit den Schränken und Vitrinen und den Büchern und Bildern, den Akten und Möbeln, den technischen Geräten und all der Keramik nicht vorgestellt... Vielleicht erhalten wir Hilfe beim Verpacken und beim Umzug durch Heimatfreunde in der Nähe und durch Siegburger Schülerinnen und Schüler. Schön wär’s!
Es gab weitere traurige Nachrichten: Der prächtige Heinz Noack, Ortsbetreuer von Kittlitztreben und ein Freund und Ermutiger der Bundesheimatgruppe, starb völlig überraschend am 1. März im Alter von fast 80 Jahren. Schon zu DDR-Zeiten hatte der gelernte Traktorist und spätere Diplom-Landwirt von Brand-Erbisdorf aus (Nähe Freiberg/Sa.) immer wieder die Heimat besucht, zunächst mit dem Motorrad, und bald gute Kontakte zu den neuen Bewohnern angeknüpft. Sein größtes Verdienst war die ideelle Bewahrung der Heimat: durch die von ihm verfassten heimatkundlichen Bücher, die liebevoll und zugleich anspruchsvoll gestalteten Rundschreiben und durch die Sammlung der Heimatfreunde bei den regelmäßigen Treffen in Münchberg / Oberpfalz. Peter Börner wird beim diesjährigen Trebener Treffen am 18. Juni 2011 dabei sein.
Ein anderer Verlust ist, dass wir künftig auf die Mitarbeit von Frau Elisabeth Zahn werden verzichten müssen. Auch wenn die Zusammenarbeit mit ihr nicht immer leicht war, so verdanken wir ihr doch viel Fachwissen und den Anstoß zu dem wichtigen Projekt „Bunzlauer Keramik nach 1945“ nebst wertvollen Beiträgen im zugehörigen Ausstellungsbegleitbuch.
Die Heimatgruppe lebt nun einmal von der stetigen Mitarbeit der wenigen Getreuen in Siegburg und Umgebung - und von der Zuarbeit der Freunde draußen im Lande. Jetzt erhielten wir wieder eine Sendung von Kurt Basler aus Erfurt. Er schenkte uns einen umfangreichen Auszug aus „Die Kunsterzeugnisse aus Thon und Glas“ von Otto von Schorn, Leipzig / Wien / Prag 1888. In dem sorgfältig bebilderten Büchlein kann man viel über die frühere Siegburger und die immer noch existierende Westerwälder Keramik erfahren, der wir Bunzlauer bekanntlich eng verbunden sind. Herr Dietmar Plate aus Peine überraschte uns erneut mit einem großen Stoß von Kopien, diesmal zu diversen Themen, oft farbig und in bemerkenswert guter Qualität. Natürlich geht es hauptsächlich um Stadt und Kreis Bunzlau. Beispielhaft seine genannt Geschäftsbriefe, Vereinsfotos und Ansichtskarten, eine hervorragende Dokumentation der Bunzlauer Kleinbahn, eine kopierte Ausgabe des Bunzlauer Tageblatts vom 21.10.1915 und die Erinnerungen von Else-Rose Klein über das Tillendorfer Kantorhaus.
Gern würden wir uns auch 2011 im heutigen Tillendorf und Bunzlau umschauen. Aber der Partnerschaftsverein führt in diesem Jahr keine Bunzlaufahrt durch, und die Heimatgruppe ist mit der Organisation der Fahrt zum Schlesiertreffen in Hannover vom 24.- 26. Juni nebst Bunzlauer Abend (siehe letzte Ausgabe der BHZ!) und dem Umzug und der Organisation unserer Keramikausstellung in München hinreichend ausgelastet. - Außerdem: Draußen ist der Wonnemonat Mai. Genießen wir ihn, er kommt nicht wieder! Ihr /euer Peter Börner
 
 
[Märzausgabe 2011]
„Wir sehn uns wieder“ - am Leinestrand. Viele Stadt- und Kreisbunzlauer Bunzlauer hatte es nach dem II. Weltkrieg nach Niedersachsen verschlagen. Nicht ohne Grund wäre Helmstedt fast unsere Patenstadt geworden, und noch heute gibt es blühendes heimatliches Leben in der Bunzlauer Runde in Braunschweig und beim Naumburger Treffen in Hildesheim.
So war es naheliegend, dass der Vorstand auf seiner letzten Sitzung beschlossen hat, nicht nur wieder am Schlesiertreffen in Hannover teilzunehmen (von Freitag 24. Juni bis Sonntag 26. Juni 2011), sondern erneut am Rande des großen Geschehens einen Bunzlauer Heimatabend anzubieten.
Geänderter Ort!!  -------- Bunzlauer Heimatabend -
                                         Hotel Haase in Laatzen-Grasdorf, Am Thie 4
                                         Samstag, 25. Juni, 19.30 Uhr – 22.30 Uhr
 
Zu erreichen von Hannover Hbf. mit Straßenbahn Linie 2 Richtung Rethen Haltestelle Neuer Schlag. Oder vom Messegelände aus mit Linie 8 und Umsteigen Peiner Straße in Linie 2. Unser heimatliches Zusammensein vor zwei Jahren, damals  im Saal Goslar ist sicher allen Teilnehmern in bester Erinnerung. In dem benachbarten Hotel Am Kamp in Laatzen haben wir für Bunzlauer, die das Schlesiertreffen und den Heimatabend besuchen wollen, Zimmer reservieren lassen. Der Preis beträgt pro Übernachtung und Frühstück 62 Euro für das Einzelzimmer und 95 Euro für das Doppelzimmer. Die Hotels am Eingang des Messegeländes waren entgegen ersten Ankündigungen durch die Hotelleitungen in den preisgünstigen Kategorien bereits ausgebucht!
Der Vorstand rät allen Interessierten, sich sofort mit uns schriftlich in Verbindung zu setzen: Unterkunft von wann bis wann, mit wie vielen Personen, Einzel- oder Doppelzimmer, Teilnahme am Heimatabend - bei gleichzeitiger Überweisung des entsprechenden Betrags auf unser Konto. Adresse und Kontonummer siehe unten. Auch wer zum Bunzlauer Abend kommt, sollte es uns bitte wissen lassen.
Unsere diesjährige Bunzlaureise ist noch offen. Zwei Gründe: 1) Wir haben auf unsere Anfrage in Bunzlkau / Bolesławiec, ob Feierlichkeiten zum 100jährigen Bestehen des Stadtmuseums geplant sind, die wir dann mit einem „Kleinen Heimattreffen“ verbinden könnten, bisher nichts gehört. 2) Der in diesem Jahr für die Organisation verantwortliche Siegburger Partnerschaftsverein wartet auf Mittel-Zusagen seitens der zu äußerster Sparsamkeit verpflichteten Stadt Siegburg.
 
Auch wir haben die finanziellen Grenzen unserer Paten-Kommune schon zu spüren bekommen. Umso dringender bitten wir alle, denen an der künftigen Handlungsfähigkeit der Heimatgruppe gelegen ist, dem guten Beispiel treuer Heimatfreunde zu folgen. Sie haben sich ein Antragsformular auf Mitgliedschaft beim Bunzlauer Förderverein (Gemeinnützigkeit ist beantragt!) schicken lassen und einen Betrag in Höhe von 25 Euro für 2011 auf folgendes Konto überwiesen:
                                         KSK Köln BLZ 370 502 99, 
                                         Konto-Nr. 0 019 004 480
                                         Förderverein Bunzlau
                                         Stichwort: Beitrag / Spende für 2011.
 
Unsere Post-Anschrift lautet übrigens Bundesheimatgruppe Bunzlau, 53719 Rathaus; die Telefonnummer (erreichbar nur dienstags 10-13 Uhr!) ist 02241-50371. Aber Vorsicht: Wer uns besuchen möchte, findet uns, am besten nach telefonischer Absprache, nicht im Rathaus, sondern unterhalb der Humperdinckschule in der Heinrichstraße Nr. 4. Da kann man sogar kostenfrei direkt vor dem Haus parken!
Den Weg dorthin fand  jetzt Ehepaar Güttler, gebürtig in Schmottseifen (Kreis Löwenberg), um der Heimatgruppe zwei wunderschöne Keramikstücke der Fa. Paul und Sohn zu übergeben. Die beiden sagten mit Recht: „Wer weiß, was geschieht, wenn wir nicht mehr da sind.“ Bei uns sind sie gut aufgehoben! Dies gilt mit Sicherheit auch dann, wenn die Heimatgruppe planmäßig einmal ihren Bestand den Paten übergeben wird. An den Verträgen, die bereits vorhandene Zusagen der Stadt und des Kreises rechtlich und organisatorisch absichern, wird noch gearbeitet. Außerdem erhielten wir vor kurzem von der Stadtverwaltung Bunzlau / Bolesławiec einen im vorigen Jahr neu geprägten „Bunzlauer Gold-Dukaten“ geschenkt, nur einen, da es sich um eine sehr beschränkte Auflage handelt. Und ein Kölner Antiquitätenhändler vermachte uns, vermittelt durch die Aufmerksamkeit von Heimatfreund Jochem Birk, zwei Säulenvitrinen, die wir sehr gut gebrauchen können. Jochen Wiesner hat sie wohlbehalten in die Heimatstube gebracht. Allen Spendern und Helfern unseren herzlichen Dank!
Neben dem Schlesiertreffen stehen für dieses Jahr noch weitere bemerkenswerte Termine auf unserem Kalender: Anlässlich des Siegburger Töpfermarktes bereiten wir auf Anregung von Frau Elisabeth Zahn für Sonntag, den 3. Juli, eine Veranstaltung zum Thema „500 Jahre Bunzlauer Keramik / 100 Jahre Stadtmuseum Bunzlau“ vor. Am Mittwoch, dem 10. November, eröffnen wir um 18 Uhr im Münchner Haus des Deutschen Ostens die dann dorthin gewanderte Ausstellung „Bunzlauer Keramik nach 1945“. Am zweiten Adventssonntag, also am 11. Dezember, übergeben wir unsere durch den Ostdeutschen Kulturkreis restaurierten gottesdienstlichen Geräte aus der evangelischen Kirche in Tillendorf als Dauerleihgabe der evangelischen Pfarrgemeinde in Ahlen / Westfalen zu erneutem gottesdienstlichen Gebrauch. Eine würdige Übergabefeier und eine kleine Festschrift sind zugesagt. Auf Anteilnahme und treue Unterstützung bei allen diesen Projekten hofft mitsamt dem Vorstand der Bundesheimatgruppe
Ihr /Euer Peter Börner
 
[Januarausgabe 2011]
Wieder einmal hat sich die „Tür“ zu einem neuen Jahr geöffnet. Vor uns liegt eine unbekannte Zukunft, zu der wir den Heimatfreunden und allen Freunden Bunzlaus Glück und Segen wünschen, und hinter uns liegt ein ereignisreiches Jahr. Bei der schlesischen Adventsfeier im Siegburger Kolpinghaus, die mit ca. 60 Personen sehr gut besucht war, haben wir Rückschau gehalten.
 
Am 18. März 2010 konnte der Vorstand der Bundesheimatgruppe gemeinsam mit Landrat Kühn und Bürgermeister Huhn das „Ausstellungsbegleitbuch zur Bunzlauer Keramik nach 1945“ der Presse vorstellen, wenige Tage darauf, am 21. März, reisten Peter Börner und Elisabeth Zahn nach Bunzlau, um auf Einladung von Frau Anna Bober-Tubaj an der Neueröffnung des Keramik-Museums teilzunehmen. Ein zweiter Besuch in der Heimat, diesmal mit über 30 Teilnehmern, darunter Frau Burghardt, Herrn Roth, Herrn Wiesner und den beiden Bleuls, fand Ende August statt. Da hatten wir in Abstimmung mit dem Siegburger Partnerschaftsverein vom 19. – 22. 08. eine Bürgerfahrt nach Görlitz (zum Schlesischen Heimatfest) und Bunzlau (zum Keramikfest) organisiert. Für Bunzlauer und für Schlesier war es ein Wiedersehen, für andere – waschechte Rheinländer – eine echte Entdeckungsreise. Das Nachtreffen am 6. November im voll besetzten Ausstellungsraum rief bei Kaffee, Mohn- und Streuselkuchen, Fotos und Lichtbildern viele schöne Erinnerungen wach.
 
Doch schon vorher hatte die Heimatstube zahlreiche Gäste gesehen. Am 3. Juli fuhr ein Bus mit fünfzig Personen aus Neuss vor (Mitglieder der Kreisgruppe der dortigen Landmannschaft Schlesien), und am 12. September feierte im „Haus der Begegnung“ die Deutsch-Polnische Gesellschaft Köln-Bonn ihr Sommerfest. Eine gute Gelegenheit für uns, unsere Arbeit und unser Anliegen Außenstehenden vorzustellen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ähnlich war es, als am 14. Dezember wieder eine Gruppe deutscher und polnischer Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Schüleraustauschs die Heimatstube besuchte. Vor allem die jungen Leute aus den früheren Zahnschen Schulanstalten hörten aufmerksam zu, was Horst Tschage und Peter Börner zu erklären und zu erzählen hatten und schauten sich unbefangen und neugierig um. Peter Börner bedankte sich herzlich bei den betreuenden Lehrern Holger Burda (Gymnasium Siegburg Alleestraße) sowie Magda Malińska und Wojtek Markiewicz (Bunzlau), die solche Begegnungen ermöglichen und fördern.
 
Ein anderes spannendes Treffen hatten Peter Börner und Elisabeth Zahn gerade hinter sich. Sie hatten am 22. und 23. November zur Vertiefung des Themas „Bunzlauer Keramik nach 1945“ die Töpferin Margarete Heini-von Elimer aufgesucht. Die hochbetagte Dame – sie feierte vor kurzem bei bester Gesundheit ihren 90. Geburtstag – hatte im Tillendorfer Forsthaus das Licht der Welt erblickt. Jetzt wohnt sie in Jestetten bei Schaffhausen. Ihre Lehre hatte sie von 1936 bis 1939 bei Werner & Co / Ostdeutsche Keramik in Tillendorf absolviert und sich anschließend auf der Keramischen Fachschule weitergebildet. Wer kann heute noch aus eigenem Erleben von der Keramischen Fachschule erzählen?!? Später führte sie das Schicksal über das Frische Haff und den Schwarzwald bis an den Hochrhein. In Konstanz hat sie ihre Meisterprüfung abgelegt und dann jahrzehntelang erfolgreich als selbständige Töpferin in Jestetten, Kreis Waldshut, gearbeitet. Frau Zahn, die durch die Bunzlauer Heimatzeitung auf ihre Spur kam, wird sie in einem Aufsatz genauer vorstellen. Ein schlesisches Schicksal und eine Lebensleistung, die Respekt verdienen!
 
Auf einen anderen uns bisher unbekannten Bunzlauer sind wir ebenfalls durch die Medien gestoßen. In der FAZ, in der Süddeutschen Zeitung, im Rheinischen Merkur und im Berliner Tagesspiegel waren sehr lobende Artikel über den Erstlingsroman des pensionierten Düsseldorfer Lehrers Theodor Buhl erschienen. Der seltsame Titel des Buches „Winnetou August“ erinnert an den Vornamen des Vaters, der Inspektor in der Bunzlauer Provinzial-Heilanstalt war, und an die phantasievolle Welt der Kindheit (Theodor Buhl ist Jahrgang 1936), die mit Flucht und Vertreibung ein jähes und grausames Ende nahm. Die Lektüre ist besonders für Rezensenten, die das unermessliche Leid der Jahre 1945/6 nicht kannten, „ebenso aufwühlend wie verstörend.“ Das Buch erschien im Herbst 2010 im Eichborn Verlag, Frankfurt /M., kostet 19,95 € und umfasst 316 Seiten. Wir haben mit dem Autor sogleich Kontakt aufgenommen und hoffen, dass es uns gelingen wird, ihn im Herbst zur Siegburger Literaturwoche einladen zu lassen.
  
Ein ganz anderes Stückchen Bunzlau, gemütvoll und sehr gediegen, gelangte Ende des Jahres zu uns. Aus dem Nachlass von Frau Dr. Maria Busch, eine Kölner Nichte des Keramikfabrikanten Paul in Bunzlau, erhielten wir ein geschmackvolles Mokkaservice im Eckdekor (siehe Abb.), weitere Keramik und wertvolle Fachbücher: den immer noch unentbehrlichen Katalog Inge Lippert / Heidi Müller von 1986 und den zweibändige Katalog zu Paul und Sohn von Professor Spindler. Wir können diese Standardwerke preisgünstig an Heimatfreunde abgeben.
 
In Bunzlau gab es im vergangenen Jahr mehrere wichtige Ereignisse, die wir aufmerksam zur Kenntnis genommen haben: Leider hat das gern genutzte Hotel Piast für immer geschlossen. Interessierten Heimatfreunden können wir verschiedene Ersatz-Anschriften vermitteln. (02241-50371 oder peter-boerner@onlinehome.de). Direkt gegenüber dem Piast wurde am 29. September ein ca. 3,8 Millionen Euro teures „Internationales Keramikzentrum“ eröffnet, hauptsächlich finanziert aus EU-Mitteln. Geschickt hatte die Stadtverwaltung die erforderlichen Kooperationspartner aus - Island, Lichtenstein und vor allem Norwegen (Partnerstadt Mole) gewonnen. Wohl einer der Gründe, dass Bürgermeister Piotr Roman, der uns beim Heimattreffen besucht hatte, wiedergewählt wurde, mit 64 % der abgegebenen Stimmen! Wir haben ihm zu seinem großen Erfolg gratuliert und weitere Zusammenarbeit mit Bolesławiec angeboten.
 
Die funktioniert leider nicht immer reibungslos. Nach wie vor ist Pfarrer Dr. Andrzej Jarosiewicz nicht für eine Pfarrer-Sauer-Gedenktafel in der Bunzlauer Marienkirche zu gewinnen. Mit Unterstützung des in Siegburg ansässigen Landeskulturbeauftragten der Landsmannschaft, Herrn Johannes Golawski, haben wir die leidige Angelegenheit noch einmal Herrn Kardinal Meisner vorgetragen. Dieser hat sich jetzt brieflich bereit erklärt, unsere Bemühung um eine Gedenktafel in Bunzlau zu unterstützen. Er schrieb uns: „Das wäre sowohl wichtig für die ehemaligen deutschen Bewohner, aber besonders auch für die jetzigen polnischen Gemeindemitglieder. Ich hoffe auf einen positiven Bescheid und grüße Sie schon jetzt mit vielen weihnachtlichen Wünschen.“ 
Ein anderes Beispiel für Erfolge und für Grenzen der Kooperation mit Bolesławiec / Bunzlau fanden wir in dem sehr schön gestalteten Büchlein „Vademecum der Bunzlauer Keramik“, das anlässlich der og. Eröffnung des Bunzlauer Keramikzentrums erschien. Hervorragend bebildert, auch mit Beispielen aus unserer Keramiksammlung samt sorgfältigem Quellennachweis, gut lesbar und durchgängig deutsch-polnisch abgefasst, enthält es viele nützliche Informationen. Aber das Ereignis des dramatischen Einschnitts der Vertreibung der Bunzlauer Keramiker und deren Neuanfang im Westen, ein großes Thema unseres in Bunzlau bekannten neuen Keramik-Buches, bleibt gänzlich unerwähnt.
 
Das Hauptereignis des vergangenen Jahres war zweifellos das 30. Bundesheimattreffen. Der Gedanke berührt uns schon schmerzlich, dass es das letzte war. Auf einer DVD (zu bestellen bei der Bundesheimatgruppe Bunzlau 53717 Siegburg Rathaus) kann man sich die Höhepunkte des Pfingst-Treffens noch einmal in Ruhe anschauen. Wichtig ist, dass wir in Siegburg weitermachen werden. Dabei sind uns die wertvollen Zuarbeiten von Heimatfreunden wie Dietmar Plate und Kurt Basler und nicht zuletzt die Beitragsüberweisungen von bisher ca. 20 Heimatfreunden in Höhe von je 25 € für den demnächst eingetragenen Bunzlau-Verein eine große Ermutigung. Herzlichen Dank! Wir arbeiten z. Zt. daran, unsere Satzung so auszurichten, dass wir gemeinnützig sind und somit allen Beiträgern – es müssen mehr werden! – steuerabzugsfähige Spendenbescheinigungen ausstellen können.
 
Das neue Jahr wird hoffentlich etwas ruhiger verlaufen. Wichtige Ereignisse sind der Abschluss eines Sachwalter-Vertrages mit unseren Siegburger Paten über das Bunzlauer Heimatgut, die Teilnahme am Schlesiertreffen 25. und 26. Juni in Hannover, eine Bunzlau-Fahrt mit dem Partnerschaftsverein, die zunächst leihweise Überlassung der Tillendorfer Taufschale und Patene an die evangelische Pfarrgemeinde in Ahlen /Westfalen und die Eröffnung der Ausstellung über Bunzlauer Keramik der Nachkriegszeit am 17. November im Haus des Deutschen Ostens in München.
 
Wir danken Karl Heinz Bellinger, Frau Waltraud Feller, Gerhard und Getrud Haupt, Frau Lore Nilson, Frau Maria Raschke und Frau Trudel Weiß und vielen anderen, die in diesen Tagen freundlich an uns gedacht haben, und wir hoffen auf ein frohes Wiedersehen im neuen Jahr.
Ihr /Euer Peter Börner
 
 
[Oktoberausgabe 2010]
Genau sechs Jahre ist es her, da erschien in der Heimatzeitung ein Artikel über den Tillendorfer Abendmahlskelch.  Wir konnten berichten, dass dieser kostbare Gegenstand aus dem Jahre 1843, ein Geschenk der evangelischen Gemeinde Bunzlaus an ihre Tillendorfer Schwestergemeinde zur Jubelfeier anlässlich ihrer Neugründung vor 100 Jahren, die Zerstörung der evangelischen Kirche Tillendorfs auf wundersame Weise überstanden hatte und nun restauriert wieder dem gottesdienstlichen Gebrauch übergeben werden konnte. Vergessen, demoliert, unbeachtet hatte er bis zum Jahre 2004 in einem Schrank der evangelischen Neustadtkirche im westfälischen Ahlen gelegen, ehe ihn Herr Friedhelm Arno Berthold, Schlesier und Vorsitzender des Ostdeutschen Volkstumskreises, dort entdeckte und aus Geldmitteln seiner Vereinigung restaurieren ließ. Die Ahlener Kirchengemeinde ließ, ebenfalls gesponsert durch den Ostdeutschen Volkstumskreis, dazu passend eine Patene anfertigen, - ohne zu ahnen, dass die ursprüngliche Hostienschale ihren Weg in die Bunzlauer Heimatstube gefunden hatte. Bei uns befindet sich sogar noch die große Taufschale der Tillendorfer Kirche aus dem Jahre 1893. Sie ist gleichfalls beschädigt (am unteren Rand, siehe Abb.) und überhaupt einer soliden Restaurierung bedürftig.
 
 
Vermutlich verdanken wir die Rettung dieser und anderer Gegenstände der Aufmerksamkeit und dem Einsatz von Gemeindeschwester Emilie Ott, die jahrzehntelang als Deutsche mit ungarischem Pass segensreich in Bunzlau / Bolesławiec  gewirkt hatte. Es ist anzunehmen, dass sie die aus den Trümmern der Tillendorfer ev. Kirche geborgenen Schätze Bunzlauern bei Besuchen in der Heimat übergeben hat. Längst hat sie auf dem Bunzlauer Friedhof ihre letzte Ruhe gefunden, unweit der Grabstätte Pfarrer Sauers.
Jetzt hat der Ostdeutschen Volkstumskreis, vermittelt durch Herrn Peter Lauterbach (Troisdorf), der Heimatgruppe einen beachtenswerten Vorschlag gemacht. Er will auch die Taufschale restaurieren lassen, - mit der Auflage, dass sie zum Zeitpunkt der Übergabe des Kulturguts der Heimatstube an die Siegburger Paten der Ahlener Pfarrgemeinde zu dauernder gottesdienstlicher Nutzung überlassen wird. So würde sie mit Abendmahlskelch wieder vereinigt, und beide Kultgegenstände würden - wie einst in Tillendorf – dazu dienen, evangelischen Christen die Sakramente zu spenden. Wir finden, das ist ein schöner und guter Gedanke!
 
Der Zeitpunkt der Übergabe unseres Kulturgutes hängt  nicht zuletzt von der Bereitschaft der Heimatfreunde und überhaupt aller Freunde Bunzlaus ab, die Heimatgruppe in ihren vielfältigen Aufgaben durch Spenden, besser noch: durch regelmäßige Mitgliedsbeiträge (z.Zt. 25 Euro jährlich) zu unterstützen. Uns liegen bisher Beitrittserklärungen von über 10 Personen vor, zuletzt von den Schwestern Barbara und Eva Winde in Delmenhorst, früher Löwenberger Str. 2. Danke! Das sollte ein Ansporn für andere sein; denn wir benötigen dringend eine zuverlässige finanzielle Stütze, insbesondere für den Fall, dass unserer Siegburger Paten die bisherige finanzielle und materielle Hilfe nicht mehr wie bisher erbringen können. Wir rufen daher noch einmal alle, denen Bunzlau an Herzen liegt, auf, sich auch schon vor der  Beschlussfassung über eine endgültigen Rechtsform einzubringen, durch den formlosen Antrag auf Mitgliedschaft in dem „Verein der Freunde Bunzlaus“ und durch Zahlung von 25 Euro auf das Konto der Bundesheimatgruppe bei der Kreissparkasse Köln BLZ 370 502 99 Konto-Nummer 0 019 004 480.
In diesem Zusammenhang wollen wir diejenigen Heimatfreunde nicht unerwähnt lassen, die seit langem wertvollste praktische Beiträge leisten, u.zw. weitgehend aus eigener Tasche. Wir denken etwa an die Erarbeitung, Sammlung und Sicherung heimatlicher Text- und Bildzeugnisse und die Zusendung von Kopien der Früchte ihrer Arbeit an das Archiv der Heimatstube. Erst kürzlich erhielten wir den Entwurf eines 700seitigen (!) „Bunzlauer Bilderbuchs“ von Herrn Dietmar Plate in Peine, zusammengestellt unter fachkundiger Beratung durch Kurt Basler. Um ein solches – man muss schon sagen: großartiges – Werk für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen, z. B. in Buchform, sind Geld und Beziehungen nötig. Siehe oben!
Manchmal können auch Anfragen nützlich sein: Herr Wolfgang von Hasselt wollte z. B. von uns  mehr über „Weserflug“, die einstige Arbeitsstätte seiner Vaters, wissen und reicherte im Gegenzug unser Wissen zum Thema mit eigenen Erkenntnissen an. Es kommen Detailfragen wie „Wo ist die Vermieterin Nieder-Tillendorf 146B verblieben?“ Das alles macht Arbeit, und der Erfolg ist manchmal Glückssache. Herrn Günter Just aus Peine konnten wir mit Angaben zur Bunzlauer Kleinbahn und zum Bober-Viadukt weiterhelfen. Dafür schickte er uns zwei farbenprächtige Kopien von Kleinbahnaktien. Auf der einen hat neben Bürgermeister Richter Benno Fernbach unterschrieben, Mitglied der bedeutenden deutsch-jüdischen Bunzlauer Verlegerfamilie. 1938 hat er sich wegen der Anfeindungen durch die Partei das Leben genommen...
Anfragen erhalten wir, wie schon öfters berichtet, zunehmend von heutigen Bewohnern der Heimat. Frau Przybylski, Gattin des Bunzlauer Landrats und Vorsitzende des dortigen Heimatvereins, „sucht ständig nach historischen Unterlagen“ über Alt Warthau und die Dörfer der Umgebung und hofft, dass ihr die Bundesheimatgruppe Bunzlau helfen kann... Am 9. November traf Post aus Krakau ein. Die deutsch-polnische Doktorandin Agnieszka Wojciechowska - sie ist manchen vom letzten Heimattreffen bekannt und auf unserem Film über das Treffen gut zu sehen - bedankte sich mit einer Sendung köstlichen Konfekts für die gastliche Aufnahme in Siegburg und die Vermittlung von drei Interview-Partnern, die die schwere Übergangszeit 1945/6 in der Heimat erlebt hatten.  
Am 12. September hatten wir mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Köln-Bonn, die im Haus der Begegnung ihr diesjähriges Sommerfest feiern konnte, zahlreiche Polen und Deutsche bei uns zu Gast. Wir führten ihnen im Versammlungs- und Archivraum der Heimatstube im Rahmen eines Reiseberichts Lichtbilder über das alte und neue Bunzlau und Impressionen vom letzten Keramikfest vor. Diese Menschen, die oft wenig vom alten Bunzlau, von den Heimatvertriebenen und von unserer Arbeit wissen, erwiesen sich als aufmerksames und aufgeschlossenes Publikum. Die zahlreichen Gespräche am Rande des Sommersfests waren ehrlich, sachlich und freundlich – und mit neuen Erkenntnissen für beide Seiten.
Natürlich haben wir uns an den örtlichen Gedenkveranstaltungen zum Tag der Heimat am 5. und 7. September beteiligt, und wir haben wiederum den Ostdeutschen Markt in Bonn besucht. Es war uns eine Freude, dass die frühere langjährige Mitarbeiterin Maria Raschke mit von der Partie war. Zwei größere Termine stehen noch bevor: das Nachtreffen der Görlitz-Bunzlau-Fahrt am Samstag, dem 6. November um 15 Uhr, in der Heimatstube, und die Adventsfeier, wie gewohnt mit der Landsmannschaft Schlesien, am Sonntag, dem 12. Dezember, ebenfalls ab 15 Uhr, im Siegburger Kolpinghaus Mühlenstr. 4. Ob wir da unerwartet Heimatfreunde aus der Umgebung Köln-Bonn-Bergisches Land- Koblenz begrüßen dürfen, fragt sich hoffnungsvoll
Ihr / euer Peter Börner
 
[Septemberausgabe 2010]
 
Sommerzeit - Reisezeit. Die Bundesheimatgruppe hatte gemeinsam mit dem Siegburger Partnerschaftsverein für Ende August zu einer Busfahrt nach Niederschlesien eingeladen. Es gab gleich doppelten Reiseanlass: das Keramikfest in Bunzlau und das Schlesische Heimatfest in Görlitz! Adressaten unseres Angebots (250 Euro pro Person) waren Heimatfreunde in der Umgebung, aber auch Siegburger Bürger und überhaupt Neugierige. Am Ende hatten sich 31 Personen gemeldet, die die Heimat wiedersehen oder Schlesien kennenlernen wollten. Ehepaar Günter und Marilis Bleul war extra von Duisburg angereist. Nach dem Zerstreuen anfänglicher Bedenken einzelner (Würde es nicht viel zu heiß werden? War das Hotel nicht in der Neißeflut untergegangen?) machten wir uns am 19. August auf die Reise quer durch Deutschland und kamen am späten Nachmittag planmäßig und wohlbehalten in Görlitz an. Unser Quartier war das neu eröffnete, geschmackvoll eingerichtete Hotel Alt-Görlitz bzw. die dazugehörige Pension um die Ecke.
 
 
 
Schon am nächsten Morgen ging es ganztätig hinüber nach Bunzlau. Der Bus rollte einfach so über die Neißebrücke und traf pünktlich um 10 Uhr auf dem großen Fuhrparkgelände der PKS an der unteren Görlitzer Straße ein. Vor dem Rathaus wurden wir freundlich von Dolmetscherin und Reisebegleiterin Kamilla Mazurek begrüßt, im Vorübergehen noch von Bürgermeister Roman und Stadtratspräsidentin Piestrak-Babijczuk.
 
 
 
Dann saßen wir im herrlichen spätmittelalterlichen Gewölbe des Rathauses, wo Maciej Małkowski, einstmals polnischer Austauschschüler in Siegburg, jetzt Stellvertretender Bürgermeister in Bunzlau, die Reisegruppe ausgesprochen herzlich empfing. In einfühlsamer Weise sprach er auch den tieferen Grund der Bunzlau-Fahrt unserer älteren Reiseteilnehmer an.
 
 
 
Er überraschte uns nicht nur mit Getränken und Gebäck, sondern auch mit einer großen Tüte mit Keramik und aktuellem Informationsmaterial. Reiseleiter Peter Börner revanchierte sich mit der brandneuen DVD über das letzte Heimattreffen. Sie kann jetzt für 15 Euro (Selbstkostenpreis!) bei der Heimatstube bestellt werden. Ein weiteres Willkommenswort, z.T. auf Deutsch, sprach Herr Zdisław Mirecki, Vizevorsitzender des Bunzlauer Heimatvereins und seit langem in freundschaftlichem Kontakt mit Siegburg und seinen Bunzlauern. Mittags probierten wir in Krauschen die polnische Küche aus. Als Vorspeise gab es Roterübensuppe mit Piroggen. „To było smaczne!“ (Das hat gut geschmeckt). So bedankten wir uns in einstudiertem Chor bei der Küchenleitung. 
 
 
 
Nach Bunzlau zurückgekehrt, bewunderten wir zunächst das Innere der prachtvoll restaurierten katholischen Kirche oberhalb des Marktplatzes. Allerdings hätten wir statt des neuen Blattgolds auf Säulen und Figuren lieber eine Gedenktafel für Pfarrer Sauer gesehen ...  Dann durchwanderten wir in zwei Gruppen, angeleitet von Tadeusz Orawiec  (Keramikmuseum) und Peter Börner, die Bunzlauer Innenstadt. Die Reiseteilnehmer aus dem Westen staunten über den kulturellen Reichtum an Gebäuden, Menschen und Ereignissen in dieser schlesischen Kleinstadt ebenso wie über die Wiederaufbauleistung der neuen Bewohner seit den 50er Jahren. „Bunzlau hat mit seinen Nachkriegsarchitekten einfach Glück gehabt“, hatte schon Herr Małkowski gesagt. Auch jetzt wird unheimlich viel gebaut;  vor allem erneuert und verschönt man die Straßenpflasterung. Einen ganz eigenen Bericht hätte der farbenprächtige und frohgestimmte Festzug zur Eröffnung des Keramikfestes verdient, an dem unsere Gruppe zur Teilnahme eingeladen war. Manch einer sah im Zug und am Rande bekannte, ja vertraute Gesichter wieder. Der Abend klang individuell in verschiedenen Bunzlauer Lokalen aus, z.B. im „Goldenen Engel“ am Marktplatz.
 
 
 
 
Der nächste Tag stand ganz im Zeichen von Görlitz. Wir besuchten unser sachkundiger Führung zunächst das Schlesische Museum im Schönhof und erlebten dann beim Schlesischen Heimatfest im Rosenhof (unterhalb der Landeskrone) volkstümliche schlesische Atmosphäre mit Gedicht, Musik und Tanz. Unser eigener Beitrag bestand in einem Grußwort an die ca. 600 Heimatfreunde aus Nah und fern und vor allem in der Präsentation des Projekts „Bunzlauer Keramik nach 1945.“ Zur Enttäuschung mancher Besucher an unserem Stand waren nur die Ausstellungsbegleitbücher, nicht aber die mitgebrachten hübschen „Bunzeltippel“ deutscher und polnischer Nachkriegskeramiker zu erwerben. Eine abendliche Stadtführung rundete das Programm ab. Wir erfuhren viel über die stolze und schwere Geschichte der Stadt Görlitz, die sich bis heute in ihren Bauwerken, den phantastisch restaurierten ebenso wie in den auf Sanierung und Bewohnung (!) dringend angewiesenen, widerspiegelt. Die letzte Neißeflut war alles in allem glimpflich abgegangen.
 
 
 
Erst bei der Heimreise näherten wir uns einer Regenfront. Aber das schöne Erfurt konnten wir noch im Sonnenschein durchwandern und bewundern. Unser Ziel war das Traditionslokal „Feuerkugel“ neben der Krämerbrücke, also im Herzen der Stadt, wo wir a la karte speisten. Das gab die Reisekasse noch her. Bei der planmäßigen Ankunft in Siegburg am 22. August konnten wir auf eine bewegende und harmonische Reise in freundlicher, anregender Gesellschaft zurückblicken. Nun sind alle auf das Nachtreffen in der Heimatstube und auf die Chance der variierenden Wiederholung im kommenden Jahr gespannt. Dann allerdings in der Regie des Siegburger Partnerschaftsvereins.
 
Über weitere Begebenheiten in der Bundesheimatgruppe (z.B. die Forschungsreise von Elisabeth Zahn zu Margarete Heini von Elimer in Jestetten, vielleicht die letzte lebende Schülerin der Bunzlauer Keramikfachschule; das Interview von Ursel Burghardt und Rudi Rückert für die polnischen Nachwuchswissenschaftlerin Agnieszka Wojciechowska; das von uns ermöglichte Sommerfest der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Köln-Bonn; die jüngste  Entwicklung in Sachen „eingetragener (Förder-) Verein“; neue Aussichten für unsere „Tillendorfer Taufschale“; interessante Anfragen und schöne Sachspenden von Heimatfreunden) - über all dies und anderes mehr informiert Sie im Auftrage des Vorstands der Heimatgruppe in der nächsten Bunzlauer Heimatzeitung.
Ihr / Euer Peter Börner  
 
[Juniausgabe 2010]
 
Bericht über das 30. Bundesheimattreffen Stadt und Kreis Bunzlau vom 22. Mai bis 24. Mai 2010 sowie über ein wichtiges neues Vorhaben der Heimatgruppe
Bilder sagen bekanntlich mehr als viele Worte. Unsere Heimatzeitung hatte dankenswerterweise bereits in der Juniausgabe eine Reihe schöner Bilder vom 30. Bunzlauer Heimattreffen gebracht. Doch einiges Wichtige muss noch ergänzt werden. Zunächst: Die Siegburger Zusammenkunft verlief planmäßig, in guter Stimmung und bei prächtigem Pfingstwetter. Die ca. 100 Teilnehmer, gebürtige Stadt- und Kreis-Bunzlauer, Kinder, Enkel und Freunde, hatten eine oft weite Reise auf sich genommen. Beispielhaft genannt seien Helga Gutzeit aus Techau nördlich von Lübeck, Peter Höhne aus Krumbach in Oberschwaben, Gisela Herrmann aus Berlin und das Ehepaar Heinz und Edeltraut Engmann aus Leipzig. Bunzlaus Bürgermeister Pjotr Roman legte sogar über 700 Kilometer zurück, teils mit dem Auto, teils mit dem Flugzeug, um unser Gast in Siegburg zu sein. Er besuchte die Heimatstube und informierte sich dort über das Projekt „Bunzlauer Keramik nach 1945“, er überbrachte beim Festakt Grüße aus Bolesławiec / Bunzlau, er erläuterte in privatem Gespräch geduldig die immer noch bestehenden psychologische Hindernisse, die einem unverkrampften polnischen Umgang mit der Vertreibungsgeschichte im Wege stehen. Und er lud die deutschen Bunzlauer für das nächste Jahr zum Stadtfest nach Bunzlau ein. Vielleicht kommt doch noch eine Art kleines Heimattreffen in der alten Heimat zustande...
Die weiteste Anreise hatte zweifellos die Studentin Agnieszka Wojciechowska aus Lemberg. Sie arbeitet an einem wissenschaftlichen Projekt über die Situation der Menschen im Bunzlau /Bolesławiec um 1945. Es geht ihr also um das Schicksal und die Befindlichkeit der Deutschen, die ihre Heimat verlassen mussten und – vergleichend - um die Erfahrungen der polnischen Neubürger, speziell aus Jugoslawien, die sich damals in einer fremden Gegend ansiedelten, die ihnen einmal Heimat werden sollte. Ein wahrhaft spannendes und wichtiges Thema, zu dem Frau Wojciechowska gemeinsam mit Kommilitonen Zeitzeugen befragt, u.a. Kurt Basler und Ursula Burghard.
Dass trotz Werbung nur relativ wenige Heimatfreunde nach Siegburg kamen, hat uns in der Absicht bestätigt, künftig kein großes Heimattreffen mehr zu organisieren. Das soll jedoch nicht heißen, dass die Bundesheimatgruppe aufhört zu bestehen und unser Kulturgut kurzfristig den Siegburger Paten übergeben wird. Vielmehr stellte sich der Vorstand erneut zur Wahl, wurde wiedergewählt und überraschte die Teilnehmer des Heimattreffens mit neuen Initiativen.
Die Wichtigste, die nach eingehender Beratung von der großen Mehrheit der Vollversammlung unterstützt wurde: Wir gründen einen eingetragenen Verein der Bunzlauer. Dieser kann und soll in Zukunft gewährleisten, dass die Arbeit der Bundesheimatgruppe organisatorisch gestärkt und finanziell besser abgesichert weiter gehen kann: Es geht ja um sehr viel Erhaltenswertes und Ausbaubedürftiges, ganz praktisch beispielsweise um den Ankauf von Keramik und anderem Heimatgut oder um die notwendige Anschaffung zusätzlicher Vitrinen für die Heimatstube. Das Wissen über das alte deutsche Bunzlau, überhaupt den historischen deutschen Osten, schwindet. Wir wollen es mit Hilfe der Heimatfreunde für die Gegenwart und die Zukunft lebendig halten: das Wissen jener Menschen und über jene Menschen, die in Stadt und Kreis Bunzlau gelebt haben, fliehen mussten oder vertrieben wurden und sich in der Fremde eine neue Existenz aufgebaut haben, die ihnen schließlich eine neue Heimat werden konnte . Wir bewahren somit auch die Erinnerung an das Leiden und Sterben unserer Mitbürger. Wir haben ihrer beim Heimattreffen am Gedenkstein für Pfarrer Sauer in einem würdigen ökumenischen Gottesdienst mit Dechant Peter Weiffen und Pfarrer Christian Mertens gedacht. Eng damit verbunden ist eine solide historische Dokumentation der damaligen Ereignisse; denn nur auf der Grundlage der Wahrheit ist echte Versöhnung möglich.
Nach wie vor notwendig ist weiterhin die Fortführung der Erschließung des reichen Kulturerbes unserer Heimat, nicht nur der Keramik. Hier gehen uns die polnischen Bunzlauer längst mit gutem Beispiel voran. Nicht wenige unter ihnen wissen sich längst für das geschichtliche Erbe mitverantwortlich, - so wie umgekehrt uns eine gute wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung in der Heimatregion uns am Herzen liegt. Damit die Bundesheimatgruppe all diese Aufgaben erfüllen kann, sind in der Vollversammlung zwei unterschiedliche Modelle vorgeschlagen worden: die Gründung eines eingetragenen Vereins „Bundesheimatgruppe Bunzlau zu Siegburg“ mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 25 Euro und / oder – so der Vorschlag von Gert Hartmann - die Schaffung eines „Fördervereins Bunzlau“ mit einem Mindestbeitrag von ca. 30 Euro im Jahr. Die Gemeinnützigkeit beider Vereine liegt auf der Hand, die Anerkennung nach der Gründung angestrebt. So geht ein wichtiger Impuls von diesem letzten Heimattreffen aus: Bunzlauerinnen und Bunzlauer, deren Angehörige und Nachkommen und die Freunde Bunzlaus in aller Welt werden eingeladen, sich in dieses wichtige und hochaktuelle Projekt einzubringen: mit Ermutigung und Ratschlägen, am besten aber durch eine (noch unverbindliche) Absichtserklärung, Mitglied zu werden und sich finanziell zu beteiligen, - Spenden sind schon jetzt möglich. Unser Konto: Kreissparkasse Köln BLZ 370 502 99 Konto-Nummer 0 019 004 480. In der nächsten Ausgabe der Heimatzeitung Näheres. Der mit Abstand größte Spender der letzten Zeit war übrigens ein Nichtbunzlauer, der langjährige SPD-Politiker Norbert Gansel, zuletzt Oberbürgermeister von Kiel. Er schrieb uns in seinem Grußwort zum Heimattreffen: „Als Ur-Ur-Enkel des Baumeisters Engelhardt Gansel habe ich ‚meine‘ Bunzlauer Vorgeschichte erst im letzten Jahr entdeckt. Daß ein ‚alter‘ Bunzlauer - Peter Börner – mir geholfen hat, auch die ‚neuen‘ Bunzlauer in Bolesławiec kennenzulernen, macht mich dankbar und hoffnungsvoll für die Zukunft in einem Europa, in dem wir Heimat teilen und nicht zerteilen oder verteilen.“
Grüße erhielten wir u.a. auch von Kurt Anders (Hamburg), Heinz Bellinger (Brandenburg), Frau Anna Bober-Tubaj (Bunzlau /Bolesławiec), Karl-Heinz Burghardt (Dessau), Altbischof Christoph Demke (Berlin), Maria-Luise und Dorothea Demke (Potsdam), Andrew Demshuk (USA), Christa Gabora (Buttstedt), Gerhard Haupt (Bockenem), Helmut Junge (früher Waldau, jetzt Erftstadt), Hannah Kunkel (Herbrechtingen), Irene Isensee (Wolfenbüttel), Max Langer (Stuttgart), Margit Müller (Bamberg), Zdzislaw Mirecki und Zygmunt Brusilo (Bunzlau/Bolesławiec), Lore Nilson (Lehrte), Adrian Rajczakowski (Dresden), Christoph Rückert (Hildesheim), Marie Sichler (Wittenberg), Barbara Simon und Ingeborg Grabitzke (München), Damian Spielvogel (Landsmannschaft Schlesien, Königswinter), Werner Springer (Stadthagen), Günther Weise (Haimhausen Tel. 08133-92382, der sich als Spitteler bekennt und nach Schulkameraden fragt!), Ingeborg Wende (Braunschweig). – Auch viele der Siegburger, die über Pfingsten an der Teilnahme verhindert waren, schickten uns herzliche Grüße.
Der gut besuchte Festakt in der Aula des Stadtmuseums hatte zwei Höhepunkte: die Ansprache von Heimatfreund Rudi Rückert (Salzgitter / Naumburg), eine Zusammenschau der dreißig Bunzlauer Heimattreffen zwischen 1953 und 2010 (die Rede wird in der Heimatzeitung abgedruckt und wohl auch broschiert vorgelegt)und die Ehrungen verdienter Heimatfreunde.
Der Siegburger Landrat Frithjof Kühn zeichnete Horst Lessig für sein vorbildliches Wirken für die Bunzlauer Runde in Essen (seit 1986!) und für langjährige Mitarbeit in Vorstand der Bundesheimatgruppe aus. Seine Devise „Der Ton ist unser Element, ob man ihn singt, ob man ihn brennt“, erlebt man mit Freude, wenn er mit seinem Ziehharmonika-Spiel die Heimatfreunde zu gemeinsamem Gesang animiert. Mittlerweile ist Horst Lessig einer der wenigen vor Ort (er reist regelmäßig von Hagen an, um an den monatlichen Vorstandssitzungen teilzunehmen!), die authentisch über das alte Bunzlau Auskunft geben können. Schon deshalb war und ist seine Mitarbeit in der Bundesheimatgruppe geradezu unentbehrlich!
Der zweite von Landrat Frithjof Kühn Ausgezeichnete war Heimatfreund Karl-Heinz Bellinger. Am 10. Februar musste mit der Mutter und vier Geschwistern Bunzlau verlassen. Im Juni 1945 wieder zurückgekehrt, kam das endgültige Aus am 19. Juli 1945. In seinem in Buchform veröffentlichten Erlebnisbericht „Ich denke oft an Monika“ hat er Flucht und Vertreibung anschaulich und ohne feindselige Gefühle geschildert. Ein lesenswertes zeitgeschichtliches Dokument! Schließlich landete er in Brandenburg / Havel, war lange Jahre Eisenbahner, gründete eine Familie, hat Kinder und Enkel. Es kam die Wende und er wurde Rentner. Die Heimat ließ ihn nicht los. Anfang 1992 veröffentlichte er in der „Glücks-Revue“ folgende Suchmeldung: „Suche ehemalige Schlesier, die in Bunzlau geboren sind und dort bis 1945 lebten, besonders die Jahrgänge 1930/1 der Opitz-Volksschule.“ Tatsächlich meldeten sich mehrere einstige Mitschüler. Zwischen 1992 und 2005 hat Heinz Bellinger, unterstützt u.a. von seinem Schulkameraden Kurt Basler, zwölf Klassentreffen in verschiedenen Teilen Deutschlands durchgeführt. Dreimal fuhr man gemeinsam mit dem Bus nach Bunzlau. So wurde die Erinnerung an die Heimat wachgehalten und es bildeten sich neue Freundschaften. Die Arbeit der Bundesheimatgruppe in Siegburg hat er ebenso wie Kurt Basler durch ermutigende aufmerksame Begleitung aus der Ferne sowie durch wertvolle Geschenke für das Bunzlau-Archiv in der Heimatstube unterstützt. So kann man Kurt Basler, der die Belobigung entgegennahm, nur zustimmen: „Karl-Heinz Bellinger hat eine Auszeichnung verdient!“
Stellvertretend für die Mitarbeiter im Naumburger Heimatkomitee (Elisabeth Minnich, Elisabeth Sauer, Edgar Altmann, Heinz Beer, Gerhard Haupt, Alfred Hübner und Klemens Schmidt), die oft schon in dritter Generation die Erinnerung an die Heimat lebendig halten und gute Kontakte zu den neuen Bewohnern pflegen, wurde Naumburgs Ortsbetreuer Christoph Rückert ausgezeichnet. Sein Vetter Rudi Rückert nahm das Geschenk des Landrats entgegen. Der wunderte sich sehr, dass die Naumburger in diesem Jahr das 63. Heimattreffen begehen und noch ca. 300 Besucher erwarten.
Peter Börner, von 1993 bis 2005 Organisator des Schüleraustauschs mit Bunzlau und seit 2000 Vorsitzender Bundesheimatgruppe, der zahlreiche Bunzlau- Projekte in Siegburg auf den Weg gebracht hatte , erhielt von der Vizebürgermeisterin Haase-Mühlbauer das „Ehrenwappen der Stadt Siegburg“.
Ganz andere Akzente setzte der Pfingstmontag, der Ausflugstag ins Siebengebirge und an den Rhein. In Haus Schlesien besuchte die Reisegruppe die schöne Sonderausstellung „Tiefenfurter Porzellan“, fachkundig und sehr lebendig erläutert von Hauptleihgeber Schmidt-Stein. Für manchen Bunzlauer eine echte Neuentdeckung! Haus Schlesien war noch für eine weitere Überraschung gut: Wir trafen den gerade aus Görlitz zurückgekehrten Vorsitzenden der Landsmannschaft Schlesien Rudi Pawelka. Dann brachte uns der Bus zur Insel Grafenwerth bei Bad Honnef, und bei immer noch bei gutem Frühlingswetter ging’s mit dem Dampfer rheinabwärts. Der Nachmittag klang aus im idyllischen Innenhof eines Weinlokals in Königswinter-Oberdollendorf. Wieder in Siegburg konnten wir sagen: Das letzte Bundesheimattreffen war eines der schönsten!
Peter Börner