{"id":429,"date":"2024-01-25T20:44:03","date_gmt":"2024-01-25T19:44:03","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=429"},"modified":"2024-03-03T11:49:20","modified_gmt":"2024-03-03T10:49:20","slug":"klaus-rosenthal-heimatfreund-und-brueckenbauer-nach-bunzlau-12-11-1927-22-5-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/01\/25\/klaus-rosenthal-heimatfreund-und-brueckenbauer-nach-bunzlau-12-11-1927-22-5-2008\/","title":{"rendered":"Klaus Rosenthal. Heimatfreund und Br\u00fcckenbauer nach Bunzlau \u00a0(12.11.1927 &#8211; 22.5.2008)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>\u201ePrenzlau ist meine Geburtsstadt, Bunzlau meine Heimatstadt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p>Das war f\u00fcr Klaus Rosenthal mehr als eine Feststellung. Es war ein Programm.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Doch zun\u00e4chst einige biographische Daten:<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus Rosenthal, \u00fcbrigens nicht verwandt mit dem bekannten Bunzlauer Konfektionshaus \u201eTheophil Rosenthal\u201c, wurde am 12. November 1927 im brandenburgischen&nbsp; Prenzlau geboren. Als sein Vater 1936 die Leitung des Rechnungspr\u00fcfungsamtes im Bunzlauer Landratsamt \u00fcbernahm, zog die Familie nach Bunzlau. Klaus Rosenthal besuchte die Martin-Opitz-Schule, dann die Zahnschen Schulanstalten und gegen Kriegsende wurde er noch f\u00fcr wenige Monate Soldat. Die Jahre 1945 -1948 verbrachte er in englischer Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung kam er ins bayerische Marktredwitz, wohin es die Eltern und seine Schwester nach der Flucht verschlagen hatte. Im benachbarten Hof erhielt er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. 1952 wurde er Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers der Firma Roland Herrenschuhe in Bonn. Er war viele Jahre mit seiner aus Ohlau in Niederschlesien stammenden Frau Traudel gl\u00fccklich verheiratet. Sie schenkte ihm einen Sohn und eine Tochter. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"977\" height=\"634\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Klaus-Rosenthal-mit-Gattin.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-786\" style=\"width:437px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Klaus-Rosenthal-mit-Gattin.jpg 977w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Klaus-Rosenthal-mit-Gattin-768x498.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 977px) 100vw, 977px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">     Klaus Rosenthal, Heimatfreund und Br\u00fcckenbauer, feiert mit Gattin Traudel den 80. Geburtstag.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Bereits 1990, direkt nach seiner Pensionierung, begann Klaus Rosenthal seine Mitarbeit im Vorstand der Bundesheimatgruppe. Er hat ihr offiziell bis 2006, also \u00fcber 15 Jahre, angeh\u00f6rt. Das Verzeichnis wies f\u00fcr ihn folgende Aufgabenfelder aus: Keramik, Bildarchiv, Kontaktpflege zum heutigen Bunzlau und zum&nbsp; Partnerschaftsverein. Das ist viel, aber es ist bei weitem nicht alles. Und es sagt noch nichts aus \u00fcber die Intensit\u00e4t und die Effektivit\u00e4t seiner Beitr\u00e4ge f\u00fcr seine Heimatgruppe &#8211; und f\u00fcr seine Heimatstadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch seine Sammelleidenschaft, u.a. f\u00fcr alte Bunzlauer Ansichtskarten und f\u00fcr historische Bunzlauer Keramik, war er bald zu unserem unentbehrlichen Keramik-Experten geworden. Und weil er gut und gern photographierte, hat er sich mit Hingabe zugleich dem Bildarchiv der Bundesheimatgruppe gewidmet:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>den Photoalben, die stets auslagen, wenn G\u00e4ste die Heimatstube besuchen,<\/li>\n\n\n\n<li>der gro\u00dfen Photogalerie im Ausstellungsraum, die das Leben der Bundesheimatgruppe anschaulich, ansprechend und aktuell dokumentierte.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Aber seine \u00d6ffentlichkeitsarbeit ging noch wesentlich weiter: Die Bunzlauer Heimatzeitung und ihre Lesergemeinde verdankt ihm zahlreiche Bildbeitr\u00e4ge und Zeitungsartikel (K\u00fcrzel: K.R.) Zu den vom ihm freiwillig \u00fcbernommenen Pflichten geh\u00f6rte au\u00dferdem die Gestaltung der Bunzlau-Vitrine im Siegburger Rathaus sowie der Ausstellungsschr\u00e4nke in der Heimatstube. Das geschah stets mit Hilfe seiner Frau, die ihn \u00fcberhaupt bei seiner Arbeit voll unterst\u00fctzt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Meisterleistung und zugleich ein Meilenstein der deutsch-polnischer Verst\u00e4ndigung war die Ausstellung \u00fcber Bunzlauer Keramik 1994 im Siegwerk-Museum. Sie wurde gemeinsam mit Teresa Wolanin vom Bunzlauer Keramikmuseum durchgef\u00fchrt. 1996 erfuhr sie eine Erg\u00e4nzung durch die Pr\u00e4sentation \u201ePorzellan aus Tiefenfurt\u201c, zusammen mit Ehepaar Schmidt-Stein.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der von ihm gef\u00f6rderten St\u00e4dtepartnerschaft mit Bunzlau \/ Boleslawiec initiierte Klaus Rosenthal seitdem eine ganze Serie von Projekten \u00fcber und mit seiner Heimatstadt, auf privater Ebene (oft waren polnische G\u00e4ste in seinem Haus) und \u00f6ffentlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispielhaft seien nur folgende Vorhaben genannt:<\/p>\n\n\n\n<p>1995 eine Ausstellung \u00fcber den in Bunzlau geb\u00fcrtigen namhaften schlesischen Graphiker Theodor       Bl\u00e4tterbauer im Siegburger Rathaus, 1997 die Anbringung einer Martin-Opitz-Gedenktafel an der fr\u00fcheren Martin-Opitz-Schule in Bunzlau, im gleichen Jahr \u201eKinder malen ihre Stadt\u201c, 2000 eine B\u00fccheraktion f\u00fcr Bunzlau.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zu vergessen: die Vermittlung von Konzerten der Bunzlauer Musikschule in \u201eHaus Schlesien\u201c und einer Musikgruppe des Rhein-Sieg-Kreises in der Marienkirche in Bunzlau.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein letztes gro\u00dfes Werk war 2006 die Anbringung einer Gedenktafel f\u00fcr den Waisenvater, Schulgr\u00fcnder und Menschenfreund Gottfried Zahn in seiner ehemaligen Schule, heute das I. Allgemeinbildende Lyceum.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies alles diente nicht dem Ber\u00fchren alter Wunden \u2013 obwohl ihm der Verlust seiner geliebten Heimatstadt schmerzlich genug war! -, sondern stets der Verst\u00e4ndigung und der Auss\u00f6hnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Weise wurde seine Devise \u201eBunzlau ist meine Heimatstadt\u201c auch zu einem Gl\u00fccksfall f\u00fcr die heutigen polnischen Bewohner. Klaus Rosenthal entwickelte sich zu einem hochgeachteten Mentor der nach ihren deutschen Fundamenten suchenden polnischen Bunzlauer. Nicht nur die Leiterin des Keramikmuseums Anna Bober-Tubaj hat viel von ihm gelernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja. &#8211; Klaus Rosenthal war ein wirklicher Br\u00fcckenbauer!<\/p>\n\n\n\n<p>Leider waren die letzten Jahre durch Krankheit \u00fcberschattet. Doch durften wir 2007 noch ein sehr sch\u00f6nes Geburtstagsfest, das achtzigste, mit ihm und mit der gleichaltrigen Mitstreiterin Maria Raschke feiern. <\/p>\n\n\n\n<p>Sein Weggang riss eine L\u00fccke, die wir Bunzlauer, deutsche und polnische, nicht schlie\u00dfen k\u00f6nnen. Aber gerade weil er uns so viel gegeben hat, haben wir neben der gro\u00dfen Trauer, ihn verloren zu haben, auch ein tiefes Gef\u00fchl der Dankbarkeit, dass er so lange bei uns war und dass wir so reich und so vielf\u00e4ltig von ihm beschenkt worden sind. Bis \u00fcber den Tod hinaus. M\u00f6ge er &#8211; wie einst durch sein geliebtes Bunzlau &#8211; nun durch die ewige Heimat streifen und dort ebenso viele Freunde treffen!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201ePrenzlau ist meine Geburtsstadt, Bunzlau meine Heimatstadt.\u201c Das war f\u00fcr Klaus Rosenthal mehr als eine Feststellung. Es war ein Programm. 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