{"id":2568,"date":"2026-07-01T00:51:49","date_gmt":"2026-06-30T22:51:49","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=2568"},"modified":"2026-07-01T01:02:02","modified_gmt":"2026-06-30T23:02:02","slug":"gedenk-andacht-in-st-servatius-in-siegburg-am-28-juni-2026-anlaesslich-des-80-todestages-von-pfarrer-paul-sauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2026\/07\/01\/gedenk-andacht-in-st-servatius-in-siegburg-am-28-juni-2026-anlaesslich-des-80-todestages-von-pfarrer-paul-sauer\/","title":{"rendered":"Gedenk-Andacht in St. Servatius (Siegburg) am 28. Juni 2026 anl\u00e4sslich des 80. Todestages von Pfarrer Paul Sauer"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:23px\">Ablauf<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Begr\u00fc\u00dfung durch Herrn Pfarrer i.R. Peter Weiffen<\/li>\n\n\n\n<li>Gebet: Der Herr ist mein Hirte<\/li>\n\n\n\n<li>Ansprache: Warum diese Ged\u00e4chtnisfeier?<\/li>\n\n\n\n<li>Gang zum Gedenkstein<\/li>\n\n\n\n<li>Niederlegung eines Blumengestecks der Bundesheimatgruppe Bunzlau<\/li>\n\n\n\n<li>Vaterunser<\/li>\n\n\n\n<li>Segnung<\/li>\n\n\n\n<li>Schlusslied: Nun danket all und bringet Ehr<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:28px\">Ansprache Peter B\u00f6rner<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte mit einem <strong>Dankesch\u00f6n<\/strong> beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Pfarrei St. Servatius und vor allem Ihnen, lieber Herr Pfarrer Weiffen, danke ich, dass sie die Anregung der Bundesheimatgruppe Bunzlau in Siegburg aufgenommen haben, in dieser Woche mit uns in <em>besonderer<\/em> Weise des Bunzlauer Pfarrers Paul Sauer zu gedenken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich danke aber auch Ihnen, verehrte Gemeinde, danken, dass Sie bereit sind, jetzt nach der Messe noch ein zeitlang zu bleiben und mit uns Bunzlauern die Erinnerung an diesen ganz besonderen Menschen und Geistlichen\u00a0 zu teilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Warum dieses Gedenken?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sehe zwei Gr\u00fcnde, der eine bezieht sich <em>direkt<\/em> auf unsere <strong>Gegenwart<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Immer wieder ist in den Medien vom Versagen katholischer Geistlicher die Rede. G\u00e4nzlich unerw\u00e4hnt bleibt dabei oft, dass es zu allen Zeiten vorbildliche, ja bewundernswerte Priester gab und gibt, in denen <strong>der Geist Christi und die Sendung der Kirche hell aufleuchten<\/strong>. Einer von ihnen war Pfarrer Paul Sauer.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe mich \u00fcber Jahre hinweg intensiv mit seinem Leben und seiner Person befasst und m\u00f6chte Sie einladen, mich bei einigen Stationen seines Lebensweges zu begleiten.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Es gibt auch einen <strong>\u00e4u\u00dferen Grund<\/strong>, der mehr als nur \u00e4u\u00dferlich ist:<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser Woche ist es genau 80 Jahre her, dass Pfarrer Sauer zu Tode kam. R\u00fcckblickend stehen wir damit im <strong>Jahr 1946<\/strong>. Jenes Jahr 1946 wurde nicht nur f\u00fcr ihn, sondern f\u00fcr Millionen Deutsche zu einem einschneidenden Schicksalsjahr. Damals rollten die G\u00fcterz\u00fcge, die Millionen von Schlesiern und Sudetendeutschen auf Gehei\u00df der polnischen und der tschechischen Regierung in Absprache den Siegerm\u00e4chten in den verbliebenen Teil Deutschlands verfrachtet haben. Es waren ja nicht alle geflohen, und viele waren bei Kriegsende zur\u00fcckgekehrt, so auch meine Familie. Andere waren bewusst geblieben. Unter ihnen Pfarrer Sauer &#8211; getreu seinem <strong>Primiz-Spruch<\/strong>, einem Wort Papst Gregors des Gro\u00dfen, das sich in seinem Leben wunderbar erf\u00fcllen sollte: Betet, Gl\u00e4ubige, f\u00fcr uns Priester, dass wir <u>segensreich<\/u> zu wirken verm\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Einige Streiflichter auf sein Leben:<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PAUL SAUER wurde am 26. September 1892 in einer tiefreligi\u00f6sen und ungew\u00f6hnlich musikalischen Bauernfamilie in Bielitz (Oberschlesien) geboren. Nach Theologiestudium in Breslau und Teilnahme am I. Weltkrieg, in dem er verwundet wurde, erhielt er 1921 im Breslauer Dom von Kardinal Bertram die Priesterweihe. Er war bis 1926 Kaplan in G\u00f6rlitz an der Kirche St. Jakobus, der heutigen Bischofskirche, von 1930 -1938 Pfarrer in Spremberg \/Niederlausitz und ab Oktober 1938 Stadtpfarrer im Bunzlau an der Kirche St. Maria und Nikolaus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einwohner Bunzlaus waren in deutscher Zeit zu 90% evangelisch. Aber Paul Sauer war schon damals ein <strong>\u00d6kumeniker des Herzens und der Tat<\/strong>. &nbsp;Man sah ihn mit seinem Cello quer durch die Stadt gehen, um bei Kirchenkonzerten in der evangelischen Kirche mitzuwirken, und gemeinsam mit dem Bunzlauer Musiklehrer Werner Gneist, dem wir den Kanon viel Gl\u00fcck und viel Segen verdanken, und einem evangelischen Pastor traf man sich zu Kammerkonzertabenden. An Weihnachten besuchte die evangelische Pfarrersfamilie geschlossen den katholischen Weihnachtsgottesdienst bei Pfarrer Sauer. &#8211; Als nach Kriegsende zun\u00e4chst keine evangelischen Geistlichen da waren, lud er nicht nur die Protestanten in die Hl. Messe ein, sondern hielt sogar evangelische Gottesdienste im Pfarrsaal der evangelischen Gemeinde und erteilte Konfirmanden-Unterricht!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert auch sein <strong>mutiges Verhalten in der NS-Zeit<\/strong>. Wegen \u201estaatsabtr\u00e4glicher Bemerkungen\u201c beim Verlesen eines Hirtenbriefs kam er 1942 f\u00fcr drei Wochen in \u201eU-Haft\u201c. &#8211; Ausl\u00e4ndischen Zwangsarbeitern erm\u00f6glichte er auf ihre Bitte hin entgegen den damaligen Vorschriften die Teilnahme an Sonntagabendmessen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Eine ganz neue Phase der Bew\u00e4hrung begann im Februar 1945.<\/strong> Pfarrer Sauer sch\u00fctzte beim Einmarsch der Russen die Kirche vor mutwilliger Zerst\u00f6rung, gab verfolgten Frauen Zuflucht im Pfarrhaus und war ein unerm\u00fcdlicher Seelsorger f\u00fcr <em>alle<\/em> damals in Bunzlau lebende Menschen, die nicht geflohenen oder zur\u00fcckgekehrten Deutschen, katholisch oder evangelisch, die noch nicht repatriierten Ausl\u00e4nder, die neu eintreffenden Polen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die letzte und schwerste Bew\u00e4hrung kam 1946.<\/strong> Pfarrer Sauer hatte an der \u201eCaritas-Post\u201c mitgewirkt, einem unerlaubten Postdienst f\u00fcr Deutsche, die den Kontakt mit ihren geflohenen oder vertriebenen Angeh\u00f6rigen suchten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 30. April wurde er deshalb verhaftet und in das ber\u00fcchtigte Gef\u00e4ngnis des polnischen Geheimdienstes UB in der Bunzlauer Luther-Stra\u00dfe eingeliefert. Man beschuldigte ihn, ein R\u00e4delsf\u00fchrer einer angeblichen Untergrundorganisation \u201eFreies Deutschland\u201c zu sein. Wie alle anderen Gefangenen wurde er brutal misshandelt. Dennoch hielt er in den ersten Wochen seiner Haft von seiner Zelle aus improvisierte Andachten f\u00fcr die Mitgefangenen: Gefangenen-Seelsorge eines gefangenen Seelsorgers! Am 24. Juni 1946, nur wenige Tage nach seinem Silbernen Priesterjubil\u00e4um, erlag er den schweren Misshandlungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nachwirkung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die deutschen Bunzlauer haben ihn nicht vergessen. <strong>1988<\/strong> errichtete man in Abstimmung mit der Pfarrei einen Gedenkstein f\u00fcr ihn neben der St. Servatius-Kirche. Im Jahr <strong>2004<\/strong> fand im heutigen &nbsp;Bunzlau (Boles\u0142awiec) auf Anregung der Bundesheimatgruppe eine internationale Tagung \u00fcber Pfarrer Sauer statt. Sein Grab auf dem Bunzlauer Kommunalfriedhof wird von einer polnischen Familie gepflegt. <strong>2014<\/strong> konnte auf dem Gel\u00e4nde seines Leidens eine Gedenk-Stele errichtet werden. Die Aufschrift erinnert nicht nur an seine Musikalit\u00e4t und an seine \u00f6kumenische Wirksamkeit. Denn Pfarrer Paul Sauer war viel mehr als das:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ER WAR EIN SEELSORGER, DER IN EINER SEHR SCHWIERIGEN SITUATION UNTER EINSATZ SEINES LEBENS SEINE PRIESTERLICHE AUFGABE WAHRGENOMMEN HAT, UNGEACHTET VON KONFESSION ODER NATION.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>ER HAT RESPEKT, JA VEREHRUNG VERDIENT<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Zeichen unserer Verehrung laden wir Sie ein, mit uns jetzt hinaus zum Gedenkstein zu gehen. Dort werden wir in der Erinnerung an Pfarrer Sauer im Gebet ein wenig verweilen, und ich werde im Namen der Bundesheimatgruppe Bunzlau &#8211; und vielleicht auch in Ihrem Namen &#8211; ein<strong> <\/strong>Blumengebinde<strong> <\/strong>am Gedenkstein niederlegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:24px\">Bilder aus dieser Andacht<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ablauf Ansprache Peter B\u00f6rner Ich m\u00f6chte mit einem Dankesch\u00f6n beginnen. Der Pfarrei St. Servatius und vor allem Ihnen, lieber Herr Pfarrer Weiffen, danke ich, dass sie die Anregung der Bundesheimatgruppe Bunzlau in Siegburg aufgenommen haben, in dieser Woche mit uns in besonderer Weise des Bunzlauer Pfarrers Paul Sauer zu gedenken. 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