{"id":2220,"date":"2025-01-07T16:55:28","date_gmt":"2025-01-07T15:55:28","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=2220"},"modified":"2025-05-29T20:15:52","modified_gmt":"2025-05-29T18:15:52","slug":"bunzlau-1945-6-in-den-augen-eines-deutschen-kindes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2025\/01\/07\/bunzlau-1945-6-in-den-augen-eines-deutschen-kindes\/","title":{"rendered":"Bunzlau 1945\/6 in den Augen eines deutschen Kindes"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-accent-color\">Der folgende Beitrag ist die \u00fcberarbeitete Fassung eines Vortrags, den <strong>Peter B\u00f6rner<\/strong> 2001 auf einem Internationalen Historiker- Symposion im Bunzlauer Rathaus gehalten hat.<\/mark><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1430\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241228-2-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2221\" style=\"width:570px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241228-2-scaled.jpg 1430w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241228-2-726x1300.jpg 726w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241228-2-768x1375.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241228-2-858x1536.jpg 858w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241228-2-1144x2048.jpg 1144w\" sizes=\"auto, (max-width: 1430px) 100vw, 1430px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir, die Familie B\u00f6rner, &nbsp;wohnten bis zum 10. Februar 1945 in Tillendorf vor den Toren Bunzlaus im Haus 57b. Mein Vater, der Industriekaufmann Kurt B\u00f6rner, war nach schwerer Kriegsverwundung 1944 wieder beim Volkssturm. Bei Ann\u00e4herung der Russen floh meine Mutter Anny B\u00f6rner in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar 1945 mit meinen Bruder Lutz (* 7. September 1944) &nbsp;im Kinderwagen nach Gablonz im Sudetenland. Dorthin hatte mich mein Opa schon vorher abgeholt. In Gablonz erlebten wir das Kriegsende. Sogleich wurden wir von den Tschechen \u201eausgewiesen\u201c. Die kleine Familie (Vati war inzwischen zu uns gesto\u00dfen), fuhr mit dem Zug bis zur Grenze und treckte weiter nach Bunzlau.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Zwischenstationen \u2013 ich erinnere mich an chaotische Wohn-Verh\u00e4ltnisse in der G\u00e4rtnerei Kittel in Tillendorf &#8211; bezogen wir wieder unsere total verdreckte Wohnung in ersten Stock, als wir bemerkten hatten, dass die Russen aus unserem Wohnhaus heraus waren. Gro\u00dfe Aufr\u00e4umungsarbeiten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2034\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/CCF02082013_00000.3-1-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2227\" style=\"width:558px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/CCF02082013_00000.3-1-scaled.jpg 2034w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/CCF02082013_00000.3-1-1033x1300.jpg 1033w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/CCF02082013_00000.3-1-768x966.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/CCF02082013_00000.3-1-1221x1536.jpg 1221w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/CCF02082013_00000.3-1-1627x2048.jpg 1627w\" sizes=\"auto, (max-width: 2034px) 100vw, 2034px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch schon am 23. Juni 1945 erfolgte die wilde (d.h. unorganisierte <strong>erste<\/strong>) Vertreibung aus Bunzlau zu Fu\u00df Richtung G\u00f6rlitz. Ich sehe noch die lange gerade Landstra\u00dfe vor mir und die wiederkehrenden Telegraphenmasten mit den wei\u00dfen Isolatoren. In G\u00f6rlitz keine Aufnahme. Daher zur\u00fcckgetreckt. Mutti wurde unterwegs in Paritz von Russen vergewaltigt. Ich erinnere mich an eine von mir nicht begriffene Aufregung im Treck und an Vatis blutende Hand. &#8211; Wir hatten einen Hund namens \u201eGreif\u201c dabei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erneut Bezug unserer Wohnung. Vati holte den aus dem Fenster geworfenen Elektroherd aus dem Garten und schloss ihn an. Stundenweise gab es ja wieder Strom. Das Heraush\u00e4ngen einer von den Russen zur\u00fcckgelassenen Roten Fahne mit Hammer und Sichel sch\u00fctzte uns anfangs vor marodierenden Banden. Mit \u201eTante\u201c Gertrud Langner, einer Nachbarin, die auf dem Treck zu uns gesto\u00dfen war und jetzt bei uns wohnte, Betteln mit der Milchkanne am gro\u00dfen Suppenkessel im Sammellager f\u00fcr zur\u00fcckzuschickende Ausl\u00e4nder an der G\u00f6rlitzer Stra\u00dfe. Unsere Familie, praktisch eine WG mit zwei weiteren Personen, freundete sich mit zwei jungen Italienern an, \u201eOnkel\u201c Emilio (Arbasi) aus Mailand und sein Vetter Francesco. Sie uns besuchten \u00f6fters in Tillendorf und brachten mir Spielzeug und Bilderb\u00fccher mit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe mehrere kleine Episoden in Erinnerung. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Beispiel kam an der Stra\u00dfe, wo ich spielte, ein junger russischer Soldat, ein Fuhrwerk lenkend, vorbei und forderte mich nachdr\u00fccklich auf mitzukommen, worauf ich mich nach l\u00e4ngerem Z\u00f6gern einlie\u00df. In der Kaserne zog er ein Messer, \u00f6ffnete seinen Spind, holte ein duftendes Brot heraus, schnitt lachend eine gro\u00dfe Scheibe ab, streute dick Zucker darauf und gab sie mir. K\u00f6stlich! &#8211; Einmal standen fremde Leute in unserer Wohnung, die erfahren hatten, dass wir einen gro\u00dfen Klumpen farbiges <strong>(Vieh-)Salz<\/strong> hatten. Sie tauschten ihn gegen eine Kuckucksuhr ein, so dass wir wieder eine Uhr hatten. &#8211; Ich wei\u00df noch, dass ich mit \u201eTante Langner\u201c \u00fcber eine provisorische Br\u00fccke nach Bunzlau hereinging, wo sie unter Tr\u00fcmmern (Foto aus A. Bober-Tubaj, Boleslawiec 1945-1966) nach irgendetwas suchte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie entdeckte aber \u201enur\u201c einen Satz kleiner silberner L\u00f6ffel, \u00fcber die ich staunte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine ganz knappe Schilderung unserer damaligen Situation steht auf einer erhaltenen Postkarte , die meine Mutter am 16.11.1945 an eine Bekannte in Gablonz schrieb.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1717\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241228-1-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2225\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241228-1-1.jpg 1717w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241228-1-1-872x1300.jpg 872w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241228-1-1-768x1145.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241228-1-1-1030x1536.jpg 1030w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241228-1-1-1374x2048.jpg 1374w\" sizes=\"auto, (max-width: 1717px) 100vw, 1717px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mutti, die sich als Tschechin ausgab, somit eine \u201eslawische Schwester\u201c, fand eine ordentliche Anstellung zun\u00e4chst im Rathaus, wo sie u.a. half, die deutschen Stra\u00dfennamen umzubenennen (lt. einem von mir eingesehenem polnischen Dokument), sp\u00e4ter arbeitete sie als Sekret\u00e4rin im Landratsamt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1838\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241229-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2228\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241229-scaled.jpg 2560w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241229-1300x933.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241229-768x551.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241229-1536x1103.jpg 1536w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Scan_20241229-2048x1470.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sehe noch auf einem Platz die neuen ganz merkw\u00fcrdig aussehenden Traktoren, ein Geschenk der UNRA. Muttis Chef Wisniewski war, wie sie sagte, \u201eein gebildeter, nobler Mann\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit seiner Tochter freundete sie sich an. Sie erfuhr von polnischen Kolleginnen, was Deutsche in Warschau angerichtet hatten. Vati arbeitete in einer von Russen gef\u00fchrten G\u00e4rtnerei in der N\u00e4he. Wenn er zum Essen nach Hause kommen sollte, wurde am Fenster mit einem Hammer mehrfach auf ein klingendes Eisen geschlagen. Abend h\u00f6rte wir die sch\u00f6nen Chorges\u00e4nge der Russen. Ich liebe russische Musik bis heute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als eine Verhaftungswelle losbrach, wurde mein Vater, der ein \u00fcberzeugter Nationalsozialist <em>gewesen<\/em> war, von Deutschen denunziert. Ich sehe junge Miliz-Soldaten mich umringend vor mir in der Wohnung stehen. Sie bedr\u00e4ngen mich dem suggestiven Ruf \u201eKarabiner!? Karabiner!!\u201c, was ich schlie\u00dflich, ohne dieses Wort zu begreifen, bejahte, worauf meine Eltern h\u00e4nderingend protestierten. Nat\u00fcrlich wurde nichts fanden, Gottseidank auch nicht das verbotene Radio, versteckt unter den Kohlen im Keller. Vati wurde dann doch noch verhaftet und in ein provisorisches Kellergef\u00e4ngnis eingesperrt und misshandelt, Mutti, die ihn herausholen wollte, ebenfalls. Durch einen geschrienen Wortwechsel (\u201edu verfluchte deutsche Hure!\u201c) bemerkte Vati, dass seine Frau ebenfalls gefangen war. \u2013 Am Ende gelang es Mutti dank ihrer Beziehungen (s.o.) freizukommen. Sie erreichte nach einigen Tagen auch Vatis Freilassung. &#8211; Das Kind, das sie durch die Vergewaltigung bekommen hatte, \u201eHeide\u201c, starb nach kurzer Zeit (Dokument). Es wurde in Tillendorf auf dem evangelischen Friedhof beerdigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df noch, dass mir bei einem Gang durch Bunzlau Mutti ganz schnell den Finger auf den Mund &nbsp;legte, als uns Soldaten mit den eckigen M\u00fctzen (die sind mir bis heute unsympathisch) entgegenkamen (Foto aus Bildband). Sie sollten nicht h\u00f6ren, dass wir deutsch sprachen. &#8211; Einmal war ich in einem Haus und h\u00f6rte Menschen jammern und wehklagen: \u201eSu a Elend!!\u201c Da wurde \u2013 ich sollte das eigentlich nicht sehen \u2013 ein Junge ohne Unterschenkel aufs Klo getragen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere neuen Nachbarn waren Polen aus Jugoslawien. Ich spielte mit einem M\u00e4dchen (meine erste Freundin?) in einem Sandhaufen. Wie m\u00f6gen wir uns verst\u00e4ndigt haben? Sp\u00e4ter erinnerte ich mich nur an zwei polnische W\u00f6rter: \u201eChleb\u201c (Brot) und \u201eBoleslawiec\u201c (Bunzlau).&nbsp; Wir Kinder untersuchten auch verdorbene Weckgl\u00e4ser im verlassenen Haus von Major Zahn gegen\u00fcber. &#8211; Ein polnischer Junge aus dem Nachbarhaus vorn hatte mir meinen Holzroller weggenommen. Ich schlich nach einigen Tagen mit klopfendem Herzen in den finsteren Flur, entdeckte tats\u00e4chlich den Roller und klaute ihn zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 12.Juli 1946 war unsere Aussiedlung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1941\" height=\"1357\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Transportliste-mit-Fam.Boerner.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2229\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Transportliste-mit-Fam.Boerner.png 1941w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Transportliste-mit-Fam.Boerner-1300x909.png 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Transportliste-mit-Fam.Boerner-768x537.png 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Transportliste-mit-Fam.Boerner-1536x1074.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1941px) 100vw, 1941px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> Meine Mutter, der man nahegelegt hatte, sich scheiden zulassen, f\u00fcr Polen zu optieren und zu bleiben, sagte aber: \u201eWohin die Liebe f\u00e4llt!\u201c Sie hatte, wie sie sp\u00e4ter erz\u00e4hlte, im B\u00fcro noch unsere Namen auf die Transportliste von Wagon 2 getippt. Ich erinnere mich an einen gro\u00dfen \u00f6den Platz, wo wir lange herumstanden und warteten. Wir durften so viel mitnehmen, wie wir tragen konnten, und den Kinderwagen. Ich hatte zerschlissene bunte Bilderb\u00fccher (Scan Blumenhimmel) in meinen kleinen Rucksack gepackt. Sie und den gr\u00fcnen Stoffrucksack besitze ich noch heute und habe ihn gelegentlich in Gebrauch. W\u00e4hrend der Bahnfahrt hockte ich an der einen Spalt offenstehenden Schiebet\u00fcr des G\u00fcterwagons und sah die Landschaft vorbeiziehen. In Kohlfurt wurde der Transport von den Briten \u00fcbernommen. Bei der Gelegenheit wurden wir unter emp\u00f6rtem Protest-Geschrei der Reisenden mit einer gro\u00dfen Spritze mit wei\u00dfem Desinfektionspulver eingespr\u00fcht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Ankunft in der Britischen Besatzungszone kamen wir \u00fcber das Durchgangslager Mariental nach Vreden a.d. Leine. In einem Haus bewohnten wir zwei leer ger\u00e4umte Zimmer. Ich erinnere mich nur an ein Zimmer, wo wir auf dem Boden schliefen. Die Kleidung hing an einem Nagel an der Wand. Ich ging mit, wenn wir in H\u00e4usern Essbesteck und Geschirr zusammenbettelten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1364\" height=\"1070\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Peter-u.Lutz_.Vasbeck-1947.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2230\" style=\"width:427px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Peter-u.Lutz_.Vasbeck-1947.jpg 1364w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Peter-u.Lutz_.Vasbeck-1947-1300x1020.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Peter-u.Lutz_.Vasbeck-1947-768x602.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1364px) 100vw, 1364px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sp\u00e4ter zogen wir nach Vasbeck \/ Kreis Waldeck und wohnten oben im Haus einer Bauernfamilie. In Vasbeck wurde ich eingeschult. Ich wei\u00df noch, dass ich lange Zeit Albtr\u00e4ume hatte: marschierende Stiefel und Gestalten, aussehend wie der Suppenkasper im letzten Stadium, tanzen bedrohlich mit schmalen dreieckigen Gesichtern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber da beginnen andere, neue Episoden. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1923\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_20190908_081014-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2231\" style=\"width:419px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_20190908_081014-scaled.jpg 1923w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_20190908_081014-976x1300.jpg 976w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_20190908_081014-768x1022.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_20190908_081014-1154x1536.jpg 1154w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_20190908_081014-1538x2048.jpg 1538w\" sizes=\"auto, (max-width: 1923px) 100vw, 1923px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>&#8222;Unser&#8220; Wohnhaus in Tillendorf Kreis Bunzlau um 2019<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gelungenes langes Leben hat vieles \u00fcberlagert. 1984 besuchte ich via einer Hummel-Reise ins Riesengebirge (Hotel Skalny in Krummh\u00fcbel) erstmalig wieder Bunzlau und Tillendorf. Den Weg von der Stadt zum Haus in Tillendorf konnte ich dem Taxifahrer mit leichter Unsicherheit aus dem Ged\u00e4chtnis sagen. &#8211; &nbsp;Sp\u00e4ter 1992\/3 hat die an mich &#8211; zuf\u00e4llig ?!? &#8211;&nbsp; herangetragene Aufgabe, den Sch\u00fcleraustausch meiner Siegburger Schule mit einer Schule in Bunzlau zu organisieren, viele Wunden gelindert und vielleicht geheilt. Ich lernte in Polen ganz normale und einige wunderbare, einf\u00fchlsame, liebenswerte Menschen kennen, und ich entdeckte mit ihrer Hilfe ganz viel Sch\u00f6nes, Sehenswertes von Schlesien. Doch die ersten Lebensjahre in Tillendorf und Bunzlau und Gablonz und unterwegs blieben und bleiben unvergessen. Peter B\u00f6rner, im Dezember 2024<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der folgende Beitrag ist die \u00fcberarbeitete Fassung eines Vortrags, den Peter B\u00f6rner 2001 auf einem Internationalen Historiker- Symposion im Bunzlauer Rathaus gehalten hat. Wir, die Familie B\u00f6rner, &nbsp;wohnten bis zum 10. Februar 1945 in Tillendorf vor den Toren Bunzlaus im Haus 57b. 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