{"id":2084,"date":"2024-10-11T18:13:21","date_gmt":"2024-10-11T16:13:21","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=2084"},"modified":"2024-10-11T22:07:36","modified_gmt":"2024-10-11T20:07:36","slug":"aus-dem-journal-des-vorstands-september-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/10\/11\/aus-dem-journal-des-vorstands-september-2024\/","title":{"rendered":"Aus dem Journal des Vorstands September 2024"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Im letzten \u201eJournal\u201c hatten wir ausf\u00fchrlich von Hans-Joachim Hoffmann berichtet, dem einzigen Bunzlauer, der es in der Nachkriegszeit bis zum Minister gebracht hatte. Er war von 1973 bis 1989 Kulturminister der DDR. Bemerkenswert ist aber auch: Das Interview, das er im Juni 1988 der FAZ gab, zeigte eine eigenst\u00e4ndige Denkungsart, die beim westdeutschen Journalisten Erstaunen und bei den Partei-Dogmatikern massive Kritik ausl\u00f6ste. Uns erscheint noch eine dritte wenig bekannte Tatsache von Bedeutung: die in der DDR von Hoffmann ma\u00dfgeblich mitverantwortete, nach au\u00dfen sehr wohl sichtbare \u201ePflege des Nationalen Kulturerbes\u201c. Wir veranschaulichten das durch drei Beispiele mit Bezug auf Schlesien und auf Bunzlau (S.28 oben), die im Layout allerdings etwas \u201everrutscht\u201c waren: Die Angabe <em>Liebevoll gestalteter Eichendorff-Ged\u00e4chtnis-Block der Deutschen Post der DDR <\/em>auf S. 27geh\u00f6rt zum Bild S. 28, und die Erl\u00e4uterung <em>Ausschnitt aus der 832-seitigen \u201eKurze(n) Geschichte der deutschen Literatur, (Ost-) Berlin 1981<\/em> sollte direkt unter dem Zitat S. 27 links oben stehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Bemerkenswert hierbei: Die DDR-Literaturgeschichte spricht ganz selbstverst\u00e4ndlich von \u201eSchlo\u00df Lubowitz bei Ratibor\u201c, von \u201eder oberschlesischen Landschaft\u201c und dass Eichendorff &nbsp;in \u201eNei\u00dfe\u201c (korrekt w\u00e4re: Neisse) starb. &nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"818\" height=\"681\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Scan_20240721.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2085\" style=\"width:440px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Scan_20240721.png 818w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Scan_20240721-768x639.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 818px) 100vw, 818px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Dagegen tun sich unsere Siegburger Paten bei \u00f6ffentlichen Verlautbarungen mit diesen deutschen Ortsbezeichnungen nach wie vor schwer, zuletzt bei der Partnerschaftsfeier \u201e60 Jahre Siegburg-Nogent \/ Frankreich\u201c im Rahmen des diesj\u00e4hrigen Stadtfests, bei der eine Abordnung aus \u201eBoleslawiec\u201c begr\u00fc\u00dft wurde. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1565\" height=\"1469\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/IMG_20240824_121341.2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2091\" style=\"width:248px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/IMG_20240824_121341.2.jpg 1565w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/IMG_20240824_121341.2-1300x1220.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/IMG_20240824_121341.2-768x721.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/IMG_20240824_121341.2-1536x1442.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1565px) 100vw, 1565px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Peter B\u00f6rner, als Vertreter der Bundesheimatgruppe gleichfalls Gast der Veranstaltung, nutzte die Gelegenheit, um mit B\u00fcrgermeister Piotr Roman und seiner Mitarbeiterin Agnieszka Gergont zu sprechen. Beide sind ja langj\u00e4hrige Bekannte der Heimatgruppe. <\/p>\n\n\n\n<p>Am Rande der Veranstaltung stellte sich heraus: B\u00fcrgermeister Roman hat keine Probleme, dass wir Deutschen <em>in deutschen Texten<\/em> die <em>deutschen Ortsnamen<\/em> verwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere sommerliche Gruppenfahrt nach Bunzlau kam bekanntlich nicht zustande. Aber wir konnten wie so oft Hilfestellung bei Heimatreise-Interessenten leisten, zuletzt bei Otmar Hersel mit Wurzeln in Ullersdorf und Ehefrau, die per Flugzeug via Breslau nachgelangten. <\/p>\n\n\n\n<p>Einer Dame aus Aachen waren wir durch die \u00dcbersendung von historischen und aktuellen Stadtpl\u00e4nen und anderen n\u00fctzlichen Unterlagen bei Suche nach der Wohnung ihrer Vorfahren behilflich. Sie hatte uns geschrieben: <em>Mein Vater Otto Kalupke, Jg. 1919, hat seine Kindheit ab 1923\/4 in Bunzlau verbracht. Die Familie wohnte zuerst in der Waisenhausstr. 2 bei Carl und Luise K\u00f6bisch. 1925 zog sie in das eigene H\u00e4uschen am Heimgarten. In der Volksschule war Vaters Lehrer Herr Iben. Schulfreunde waren Ernst Rothe, Hans Christiani, Herbert Rotkirch, Paul Vo\u00df. 1929 wechselte er zur Mittelschule. Mit ca.15 kam er zum Fu\u00dfball zur Spielvereinigung Bunzlau und lernte da seinen besten Freund \u00fcber Jahre Paul Kroi kennen. 1935 beendete er die Schule mit der Mittleren Reife und begann eine Buchdruckerlehre bei L. Fernbach, &nbsp;wo auch sein Vater arbeitete. Er schlo\u00df die Lehre nach 3,5 Jahren ab. Die Familie wurde nach dem 2. Weltkrieg vertrieben. Ich habe jetzt die M\u00f6glichkeit, nach Bunzlau zu fahren und w\u00fcrde gerne wissen, wo mein Vater gelebt hat, kann aber keinen Stadtplan aus der Zeit vor dem Krieg finden. Ich wei\u00df, da\u00df mein Vater in der Heimgartenstr. 32 gewohnt hat, aber ich wei\u00df nicht, wie ich herausfinden kann, wie die Stra\u00dfe heute hei\u00dft, und nur so kann ich sie finden. <\/em>&#8211; Dank jahrzehntelanger guter Kontakte nach Bunzlau konnten wir diesen Besuchern orts- und sprachkundige Helferinnen vermitteln. Leider wurde im Haus Heimgarte 32 niemand angetroffen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1069\" height=\"808\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Bild-3-18906-12.31.1936_3Heimgarten.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2092\" style=\"width:468px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Bild-3-18906-12.31.1936_3Heimgarten.jpg 1069w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Bild-3-18906-12.31.1936_3Heimgarten-768x580.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1069px) 100vw, 1069px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-accent-color has-text-color has-link-color wp-elements-65ce853e370b38e64dda86af64387ee2\" style=\"font-size:23px\"><sup>Bunzlau. Stra\u00dfe Heimgarten einst<\/sup><sup>.Foto Slg. Plate<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Der Heimgarten, so berichtet Dietmar Plate, verband Damaschkering und Guttempler Weg und endete sp\u00e4ter an der Artilleriestra\u00dfe. Die 1924 erbauten H\u00e4user waren die erste neue gr\u00f6\u00dfere Siedlung nach dem Ersten Weltkrieg. Sie waren an der einen Seite in Waschblau, an der anderen Seite in Rosa gehalten, was dem Heimgarten den Spottnamen \u2018Indianer-Siedlung\u2018 eintrug.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1713\" height=\"1133\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Heimgarten-32_3.1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2120\" style=\"width:464px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Heimgarten-32_3.1.jpg 1713w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Heimgarten-32_3.1-1300x860.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Heimgarten-32_3.1-768x508.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Heimgarten-32_3.1-1536x1016.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1713px) 100vw, 1713px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-accent-color\">Bunzlau. Stra\u00dfe Heimgarten heute<\/mark>. <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-accent-color\">Foto Anne Becker<\/mark><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Beim Sommerfest des Hauses Schlesien erfuhren wir, dass der Vorstand von Haus Schlesien dem von Gert Hartmann erarbeiteten Entwurf einer engen Kooperation mit der Bundesheimatgruppe zustimmen kann. Wir haben unsreren Mitgliedern und der Mitgliederversammlung f\u00fcr den 31. August ein Konzept zur Zukunft der Bundesheimatgruppe vorgelegt. Leider k\u00f6nnen wir das Ergebnis dieser wichtigen Beratung aus redaktionellen Gr\u00fcnden erst in der n\u00e4chsten Ausgabe vorstellen. \u00a0Bleiben Sie der Heimatgruppe weiter verbunden! \u00a0Ihr \/euer Peter B\u00f6rner.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im letzten \u201eJournal\u201c hatten wir ausf\u00fchrlich von Hans-Joachim Hoffmann berichtet, dem einzigen Bunzlauer, der es in der Nachkriegszeit bis zum Minister gebracht hatte. Er war von 1973 bis 1989 Kulturminister der DDR. 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