{"id":1914,"date":"2024-07-14T20:03:16","date_gmt":"2024-07-14T18:03:16","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=1914"},"modified":"2024-07-14T20:03:17","modified_gmt":"2024-07-14T18:03:17","slug":"deutsch-polnischer-gedenkstein-fuer-den-bunzlauer-maertyrer-priester-paul-sauer-im-garten-der-hoffnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/07\/14\/deutsch-polnischer-gedenkstein-fuer-den-bunzlauer-maertyrer-priester-paul-sauer-im-garten-der-hoffnung\/","title":{"rendered":"Deutsch-polnischer Gedenkstein f\u00fcr den Bunzlauer M\u00e4rtyrer-Priester Paul Sauer im Garten der Hoffnung"},"content":{"rendered":"\n<p>Von Peter B\u00f6rner. Erstver\u00f6ffentlichung: Bunzlauer Heimatzeitung November 2014<\/p>\n\n\n\n<p>In jedem Menschenleben gibt es Ereignisse, die unvergesslich sind. Und wenn sie dazu noch sch\u00f6n sind und bedeutsam, auch f\u00fcr andere, dann sollte man sie sorgf\u00e4ltig dokumentieren. Ein solches Ereignis fand am 26. September 2014 in Bunzlau statt. Die Rede ist von der tief ber\u00fchrenden Einweihungsfeier eines Ehrenmals im Garten des Hauses Martin-Luther-Str.5, heute ul. Grunwaldzka.<\/p>\n\n\n\n<p>Die stattliche Villa in der N\u00e4he der ehemaligen Dorotheenschule war bis zum 11. Februar 1945, dem Tag der Besetzung Bunzlaus durch die Rote Armee, ein normales Wohnhaus mit mehreren Parteien.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"611\" height=\"456\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Enthuellung1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1915\" style=\"width:779px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Enth\u00fcllung der Gedenktafel f\u00fcr Pfarrer Paul Sauer<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Dort lebte u.a. Familie Nernst. Brigitte Stelter, geb. Nernst, erinnert sich noch gut an die gro\u00dfe elterliche Wohnung im ersten Stock, die sie damals mit ihren Angeh\u00f6rigen fluchtartig verlassen musste. Seit 1946 war das Haus der Bunzlauer Sitz des ber\u00fcchtigten Urzad Bezpieczeistwa Publicznego, der kommunistischen Sicherheitspolizei UB. Was die dort inhaftierten Menschen, zuerst Deutsche, dann Polen, im Keller und besonders imVerh\u00f6rraum oben zu erleiden hatten, war entsetzlich. Eine 2010 im Garten des Grundst\u00fccks errichtete Gedenks\u00e4ule erinnert an das unheilvolle Wirken der UB, ohne einzelne Opfer oder T\u00e4ter zu nennen. Dies geschieht sp\u00e4ter durch das verdienstvolle Buch des polnischen Historikers Robert Klementowski. Darin wird in einem eigenen Kapitel (,,Freies Deutschland&#8220;) auch diejenige Verfolgungswelle behandelt, die1946 \u00fcber ca. 100 Deutsche aus Stadt und Kreis Bunzlau hereinbrach. Eines der Opfer war der katholische Priester Paul Sauer, Pfarrer der Stadtpfarrkirche in Bunzlau.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"502\" height=\"524\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Enthuellung2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1916\" style=\"width:394px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Peter B\u00f6rner und Landrat Kwasniewski<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ab 1954 gewann die einstige Schreckensvilla einen v\u00f6llig anderen Charakter. Sie ist heute das Jugendkulturhaus des Kreises Bunzlau. In den lichten, freundlichen R\u00e4umen herrscht bis unters Dach ein munteres musisches, handwerkliches und k\u00fcnstlerischesTreiben von Kindern und Jugendlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Kellerr\u00e4ume hat man allerdings im alten Zustand belassen. So bewahren sie die Erinnerung an eine schreckliche Zeit unserer gemeinsamen deutschpolnischen Geschichte, die hoffentlich nie wiederkehrt. In Gedanken wurde diese Zeit jetzt noch einmal lebendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch voraus ging ein langj\u00e4hriges vergebliches Bem\u00fchen. Es begann 2004, nach der wissenschaftlichen Tagung \u00fcber Pfarrer Sauer im Bunzlauer Stadttheater, die \u2013 angesto\u00dfen von Siegburg &#8211; vom IPN (der polnischen Beh\u00f6rde zur Aufkl\u00e4rung und Verfolgung kommunistischer Verbrechen) sorgf\u00e4ltig vorbereitet und durchgef\u00fchrt wurde, gemeinsam mit Bunzlaus Stadtverwaltung und anderen polnischen Institutionen, unter Mitwirkung der Bundesheimatgruppe Nach der Rehabilitierung Paul Sauers durch diese Tagung waren wir sicher, dass bald eine \u00f6ffentliche Gedenktafel auch im polnischen Boleslawiec die respektvolle Erinnerung an eine bedeutende Bunzlauer Pers\u00f6nlichkeit wachhalten w\u00fcrde. Paul Sauers Verdienste und sein tragisches Schicksal seien &#8211; in Anlehnung an meine Ansprache am 26. 09.2014 \u2013 noch einmal kurz skizziert: Nachdem er schon 1941 zeitweilig wegen,,staatsabtr\u00e4glichen Bemerkungen&#8220; in Haft genommen worden war, kam die ganz gro\u00dfe Bew\u00e4hrungsprobe nach dem Einmarsch der Russen im Februar 1945: Sauer sch\u00fctzte damals mit Mut und Geschick die Stadtpfarrkirche vor Pl\u00fcnderung und Zerst\u00f6rung und machte sein Pfarrhaus zur Zufluchtsst\u00e4tte von Verfolgten und Bedr\u00e4ngten. Er wurde zum Seelsorger f\u00fcr alle: f\u00fcr Katholiken und Protestanten, Gl\u00e4ubige und Ungl\u00e4ubige, Deutsche und Nichtdeutsche, zun\u00e4chst auch f\u00fcr die neu eintreffenden Polen. Die evangelischen Mitchristen, die anfangs keinen Geistlichen hatten, hat er nicht nur in die Hl. Messe eingeladen, sondern f\u00fcr sie sogar evangelische Gottesdienste im Konfirmandensaal und im Diakonissenhaus gehalten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"504\" height=\"548\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Gedenktafel3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1917\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Die Gedenktafel f\u00fcr Pfarrer Sauer\u00a0<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Und er hat die Toten beerdigt, die Kinder getauft und Traurige getr\u00f6stet, gleich welcher Nation oder Konfession. 1946 wurde ihm die sogenannte Caritas-Post zum Verh\u00e4ngnis: Da Deutsche zun\u00e4chst keine Briefe versenden und empfangen durften. sammelte er Briefe im Bunzlauer Pfarramt und sorgte daf\u00fcr, dass sie illegal nach G\u00f6rlitz kamen und umgekehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Weise erfuhren die Deutschen, was aus ihren Angeh\u00f6rigen jenseits und diesseits der Nei\u00dfe geworden war. Durch einen holl\u00e4ndischen UB-Spitzel in seiner Umgebung, den ,,Arzt&#8220; Georg Van Thal, wurde dies den Beh\u00f6rden bekannt. Am 30. April 1946 wurde Paul Sauer verhaftet, in die Villa in der Lutherstra\u00dfe eingesperrt und immer wieder verh\u00f6rt. Man beschuldigte ihn, f\u00fchrendes Mitglied der angeblich im Kreis Bunzlau operierenden deutschen Untergrund-bewegung,,Freies Deutschland&#8220; zu sein. \u00dcber seinen Gef\u00e4ngnis- Aufenthalt ist glaubw\u00fcrdig \u00fcberliefert: ,,Er wurde genau wie die anderen Deutschen gepeinigt und geschlagen.&#8220; Zu einem ,,Gest\u00e4ndnis&#8220; konnte er nicht gezwungen werden. Er hat sogar in den ersten Haftwochen die Mitgefangenen noch durch Gebete und improvisierte Andachten gest\u00e4rkt. Doch dann verschlechterte sich sein Zustand mehr und mehr. Als er nach knapp zwei Monaten im Sterben lag, rief er aus: ,,Ich habe so vielen geholfen und mir kann keiner helfen!&#8220; Am 24. Juni brachte man ihn eilig in das Haus der Grauen Schwestern am Odeonteich, wo er am selben Abend verschied. Deutsche und Polen haben ihn trotz Verbot auf seinem letztenWeg begleitet.<\/p>\n\n\n\n<p>In Siegburg erinnert seit 1988 ein schlichter Gedenkstein neben der St. Servatius-Kirche und ein Mess-Stipendium an ,,EHREN-ERZPRIESTER PAUL SAUER. PFARRER DER PATENSTADT BUNZLAU\/SCHLESIEN.&#8220; In Bunzlau dagegen machte der anhaltende Widerstand seines heutigen Amtsnachfolgers Pr\u00e4lat Dr. Andrzej Jarosiewicz, der anscheinend den Akten der polnischen Geheimpolizei mehr&nbsp; traut als deutschen Zeitzeugen, eine angemessene dauerhafte Ehrung in oder an oder neben der Kirche unm\u00f6glich. Eine neue Situation ergab sich erst 2013. Polnische Freunde regten an, die Gedenktafel auf dem Gel\u00e4nde des heutigen Kreis-Jugendkulturhauses anzubringen. Der Vorschlag fiel auf fruchtbaren Boden, bei der Heimatgruppe ebenso wie bei den f\u00fcr das Jugendkulturhaus Zust\u00e4ndigen. Direktor Marek Letowski und der Landrat (zun\u00e4chst Cezary Przybylski, dann Dariusz Kwasnieski) stimmten zu, &#8211; freilich mit zwei Modifikationsvorschl\u00e4gen. Den ersten konnte die Heimatgruppe nach einigem Z\u00f6gern akzeptieren. Paul Sauer solle nicht durch eine Gedenktafel am Haus oder im Hause geehrt werden, sondern durch einen ,,Obelisk&#8220;, eine Gedenkstele, im Garten hinter dem Haus, dort, wo bereits ein anderer Obelisk an das unheilvolle Wirken der UB erinnert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite polnische Wunsch h\u00e4tte beinahe zum Abbruch des Projekts gef\u00fchrt. Nach Monaten verlangte man pl\u00f6tzlich die Tilgung des Satzes ,,verh\u00f6rt und misshandelt mit anderen Deutschen und Polen in diesem Geb\u00e4ude&#8220;. Das Wort ,.misshandelt&#8220; m\u00fcsse auf alle F\u00e4lle gestrichen werden. Wir sahen in diesem Ansinnen eine Missachtung der Opfer und einen Versto\u00df gegen die geschichtliche Wahrheit und gaben dies den polnischen Partnern zu bedenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne Erfolg. Nach eingehenden Diskussionen, m\u00fcndlich, telefonisch, per E-Mail (wir waren mittlerweise in der Urlaubszeit!) untereinander, mit Beratern im Siegburger Kreishaus und mit ,,Polenerfahrenen&#8220; Oberschlesiern, gelangten wir zu einem Kompromiss-Vorschlag, &#8211; der akzeptiert wurde. Anstelle des beanstandeten Satzes wurde in den Text eingef\u00fcgt: ,,hingebungsvoller Helfer seiner Mitmenschen&#8220;. Im polnischenText steht f\u00fcr ,,hingebungsvoll&#8220; ofiarnie, verwandt mit Opfer, was in Verbindung mit,,Sein Tod &#8230;&#8220; und der gegen\u00fcberstehenden UB-Gedenk-Stele die Ganzhingabe des Lebens f\u00fcr andere &#8211; bis in den Tod &#8211; erkennen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der gelungenen Einigung haben die polnischen Partner alles getan, um die auf den 26. September 2014 (Sauers Geburtstag!) 12 Uhr festgelegte Einweihungsfeier im Garten des Jugendkulturhauses w\u00fcrdig und ansprechend zu gestalten, &#8211; angefangen mit dem stilvollen Einladungsschreiben und der unentgeltlichen Stellung eines Festzeites, \u00fcber das einleitend eindrucksvoll vorgetragene Gedicht, die einf\u00fchlsamen Ansprachen des Leiters des Jugendkulturhauses, des Landrats und des B\u00fcrgermeisters und die von Kindern und Jugendlichen lebhaft und frisch dargebrachten Lieder, die Musikliebhaber Paul Sauer bestimmt erfreut haben, bis hin zur feierlichen Enth\u00fcllungszeremonie.<\/p>\n\n\n\n<p>Circa 90 deutsche und polnischeTeilnehmer und Mitwirkende verfolgten aufmerksam das Geschehen. Betroffenes Schweigen, als mit Hildegard M\u00f6bius, geb. Rothe, eines der damaligen Opfer zu Wort kam. Frau M\u00f6bius w\u00f6rtlich: ,,[&#8230;] Nun hat wenigstens Pfarrer Sauer eine Gedenktafel bekommen; denn er war ein guter Mensch. Ich pers\u00f6nlich habe eine Bitte. Denkt auch an die vielen Opfer, die in dieser Villa noch l\u00e4nger gelitten haben. F\u00fcr mich ist es heut&#8216; nochmals ein schwerer Gang, vor dieser Villa zu stehen. 1946, aIs F\u00fcnfzehnj\u00e4hrige, habe ich viele Monate&nbsp; dort drinnen verbracht, und ich wei\u00df, was da geschah. Nun w\u00e4chst schon die dritte Generation hinter uns auf und ich will hoffen, dass sie weiter in Frieden leben k\u00f6nnen.&#8220; DieseWorte gingen allen sehr nahe; Landrat Kwasniewski hat Frau M\u00f6bius nach derAnsprache spontan umarmt. Eine menschliche und wahrhaft vers\u00f6hnliche Geste! \u00dcberhaupt muss man dem Landrat dankbar sein, dass er sich auf dieses Projekt eingelassen hat, trotz seiner politischen Brisanz. Immerhin stehen Kommunalwahlen vor der T\u00fcr. Sein Verhalten zeigt Klarheit und Mut.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleiches gilt f\u00fcr den Rhein-Sieg-Kreis als Patenkreis der Bunzlauer, der mit einer kleinen Delegation unter Leitung von Kreisdirektorin Annerose Heinze vertreten war. Landrat Schuster schrieb in seinem Gru\u00dfwort: ,,Wir k\u00f6nnen dieses Leid nicht ungeschehen machen. Wir d\u00fcrfen es auch aus demAbstand der Jahrzehnte nicht reIativieren, wie wir Leid und Unrecht auch nicht gegeneinander aufrechnen d\u00fcrfen. Wir sind aber gefordert, mit den Erfahrun-gen des Leids verantwortlich umzugehen. Dazu geh\u00f6rt, an Menschen und ihr Schicksal zu erinnern, die mit ihrer gerade in schwerer Zeit gezeigten Haltung auch heute noch vorbildlich sind.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das passt gut zum Text der dann feierlich enth\u00fcllten und von einem Priester geweihten Gedenktafel:<\/p>\n\n\n\n<p>AD MEMORIAM ERZPRIESTER PAUL SAUER GEB. 26. 09.&#8217;J.892 GEWEIHT 16.06.1921 GEST. 24. 06. 1946 \u2013 SEIT 1938 PFARRER AN DER KATHOLISCHEN STADTPFARRKIRCHE IN BUNZLAU. MUT]GER BESCH\u00dcTZER UND HINGEBUNGSVOLLER HELFER SEINER MITMENSCHEN. MUSIKER, JUGENDSEELSORGER UND BEF\u00dcRWORTER DER \u00d6KUMENE. _ SEIN TOD MAHNT ZU BESINNUNG UND VERS\u00d6HNUNG. BOLEST,AWIEC _ 2014 &#8211; SIEGBURG<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bundesheimatgruppe hatte die Herstellung des Ehrenmals drei polnischen K\u00fcnstlern anvertraut. Da in Bunzlau wider Erwarten kein Bildhauer gewonnen werden konnte, entwickelte Frau Danuta Hopko aus Ratibor, immer wieder sprachlich vermittelt durch Dr. Josef Gonschior (ebenfalls Ratibor), den originellen Entwurf von Stele und Tafel auf der Grundlage eines Vorschlags der Bundesheimatgruppe.<\/p>\n\n\n\n<p>Heimatfreund Rudi R\u00fcckert hatte uns die beiden Oberschlesier, die zur Einweihung extra anreisten, empfohlen. Die praktische Ausf\u00fchrung geschah durch Kunstschmiedin Aneta Bartosiuk &#8211; Szarlej im fernen Czarna Bialostocka. Die handwerkliche Gestaltung der Stele aus Warthauer Sandstein verdanken wir Steinmetz Tadeusz Lasika aus Oberr\u00f6hrdorf (Suszki) bei Bunzlau.<\/p>\n\n\n\n<p>Und die Finanzierung? Sie war nur durch die &#8211; z.T. seit langer Zeit bereitliegenden Spendengelder gro\u00dfz\u00fcgiger Heimatfreunden wie Ehepaar Ruth Steiner\/ Rudolf&nbsp; Kleine m\u00f6glich. Der Zeremonie im Garten der Villa ging die Feier einer Hl. Messe in der Kapelle des St. Josefstifts voraus. Das heutige Kinderheim ist das Sterbehaus von Paul Sauer.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"609\" height=\"457\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Gottesdienst4-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1919\" style=\"width:709px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Eine Heilige Messe in deutscher Sprache im polnischen Bunzlau<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Messe zelebrierte unser ,.Reisekaplan&#8220; Joaquim Wendland (St. Servatius\/Siegburg) gemeinsam mit Pater Dr. Bernhard Arndt (Breslau), der f\u00fcr die Seelsorge der deutschen Katholiken in Niederschlesien zust\u00e4ndig ist, unterAssistenz von Pr\u00e4lat Peter C. Birkner aus dem Bistum G\u00f6rlitz. Er holte durch kr\u00e4ftiges Anstimmen der Lieder die Gemeinde musikalisch in das liturgische Geschehen herein, was ganz sicher im Sinne Paul Sauers war. Frau Ilona Bindhammer (Hennef) trug Lesung und F\u00fcrbitten vor. -Wann hat es zuletzt in Bunzlau\/Boleslawiec eine deutsche Betsingmesse gegeben?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Marien-Kirche am Marktplatz, Paul Sauers Pfarrkirche, war leider konsequent verschlossen. H\u00e4tte nicht die Kinder-Schola aus Tillendorfs neuem Blumenviertel die Einweihungsfeier mit ihrem kindlichen Zauber versch\u00f6nt, die Abstinenz der Bunzlauer katholischen Pfarreien w\u00e4re vollst\u00e4ndig gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon am Vortag hatte die Reisegruppe zwei andere Erinnerungsorte aufgesucht: Wir legten am Gedenkstein f\u00fcr die H\u00e4ftlinge von Bunzlau I und II (Nebenlager des KZs Gro\u00df Rosen) am Eingang der fr\u00fcheren Baufirma Hubert Land Blumen nieder und sprachen ein Vaterunser f\u00fcr Opfer und T\u00e4ter, und wir beten auf dem Kommunalfriedhof nach Niederlegung eines Blumenbuketts am Grab von Pfarrer Sauer. Bei der Einweihungsfeier im Garten der Villa hatten wir Gelegenheit, uns bei Angeh\u00f6rigen der Familie Skibinski zu bedanken, die seit Jahren dieses Grab gewissenhaft pflegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist durchaus zu hoffen, dass die gut gelungene gemeinsame W\u00fcrdigung von Paul Sauer und seinen Leidensgef\u00e4hrten zur Heilung seelischer Wunden und zu einem dauerhaften unbefangenen Miteinander von alten und neuen Bunzlauern, von Deutschen und Polen, beitr\u00e4gt. Denn diese Bunzlauer Tage hatten ausgesprochen vers\u00f6hnenden Charakter.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch einmal Frau M\u00f6bius: ,,Ich kann jetzt mit ganz anderen Gef\u00fchlen leben und nach Bunzlau reisen. Ich bin gl\u00fccklich, dass ich das erleben durfte!&#8220; Insofern stand im Mittelpunkt der Siegburger B\u00fcrgerfahrt nach Bunzlau nicht nur dieW\u00fcrdigung eines verdienten Seelsorgers.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"604\" height=\"450\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Friedhof5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1921\" style=\"width:700px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Am Grabe von Pfarrer Sauer<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Es ging um deutsch-polnische Verst\u00e4ndigung an der Basis. Eine wichtige Voraussetzung zum Gelingen lag in der Reisegruppe, ihrer Bereitschaft zu harmonieren trotz erheblicher Unterschiedlichkeit inAlter, Herkunft und Mentalit\u00e4t und in ihrer Offenheit. Doch ein Br\u00fcckenschlag gelingt nur, wenn auch die andere Seite sich \u00f6ffnet und entgegenkommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das war trotz mannigfacher Hindernisse der Fall. Man kann den polnischen Partnern, die das Projekt ,,Gedenktafel f\u00fcr Pfarrer Sauer&#8220; durch ihre Zustimmung erm\u00f6glichten, und den alten und neuen polnischen Freunden, die die Realisierung tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt haben, nur dankbar sein!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Peter B\u00f6rner. Erstver\u00f6ffentlichung: Bunzlauer Heimatzeitung November 2014 In jedem Menschenleben gibt es Ereignisse, die unvergesslich sind. Und wenn sie dazu noch sch\u00f6n sind und bedeutsam, auch f\u00fcr andere, dann sollte man sie sorgf\u00e4ltig dokumentieren. Ein solches Ereignis fand am 26. September 2014 in Bunzlau statt. 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