{"id":1879,"date":"2024-07-14T18:21:00","date_gmt":"2024-07-14T16:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=1879"},"modified":"2024-07-15T14:34:21","modified_gmt":"2024-07-15T12:34:21","slug":"curt-schiffer-altdeutsche-fruehstuecksstuben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/07\/14\/curt-schiffer-altdeutsche-fruehstuecksstuben\/","title":{"rendered":"Curt Schiffer \u2013 Altdeutsche Fr\u00fchst\u00fccksstuben"},"content":{"rendered":"\n<p>Erwin Pfuhlmann. Erstver\u00f6ffentlichung: Bunzlauer Heimatzeitung 13\/1956<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1106\" height=\"701\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1071-Niedermarkt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1880\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1071-Niedermarkt.jpg 1106w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1071-Niedermarkt-768x487.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1106px) 100vw, 1106px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Rathaustreppe gegen\u00fcber lagen die \u201eAltdeutschen Fr\u00fchst\u00fccksstuben\u201c von Schiffer, die neben dem Rathaus einen Mittelpunkt der Stadt darstellten. Noch heute ist vielen von uns in guter Erinnerung der daheim gebr\u00e4uchliche Zuruf \u201eWir treffen uns bei Schiffer\u201c. Die \u00e4ltere Generation wei\u00df noch, wie hier die Bauern ihren Ausspann hielten, um bei Schiffers zu fr\u00fchst\u00fccken und wie noch vor dem ersten Weltkrieg hier die Postwaage standen. Von Schiffers Fr\u00fchst\u00fccksstuben in Bunzlau wurde gesprochen wie von dem Ratskeller in Breslau oder wie von typischen Gastst\u00e4tten in Westdeutschland.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1050\" height=\"1650\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1570-Schiffer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1881\" style=\"width:253px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1570-Schiffer.jpg 1050w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1570-Schiffer-827x1300.jpg 827w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1570-Schiffer-768x1207.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1570-Schiffer-977x1536.jpg 977w\" sizes=\"auto, (max-width: 1050px) 100vw, 1050px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Schiffer sind auch ein altes schlesisches Geschlecht, das von Franken einwanderte und seit 1563 in Schlesien feststellbar ist. Seit dem 17. Jahrhundert waren sie in Bunzlau ans\u00e4ssig. 1864 wurde die Wurst- und Konservenfabrik Schiffer &amp; Sohn gegr\u00fcndet, die gleichzeitig eine Fr\u00fchst\u00fccksstube besa\u00df. Als 1939 die Firma ihr 75j\u00e4hriges Bestehen feierte, war in den Schaufenstern eine damals sehr beachtete Ausstellung zu sehen. Da lagen alte Urkunden der Familie, die auch f\u00fcr die Geschichte Schlesiens von Bedeutung waren, neben einem bescheidenen Heft, das die einzige Buchf\u00fchrung des Gr\u00fcnders, des Gro\u00dfvaters darstellte. Vom Gro\u00dfvater stammte auch ein altes Wiegebrett, Wurstf\u00fcllringe und ein Wiegemesser; das waren die ersten Handwerkszeuge mit denen er sein Gesch\u00e4ft er\u00f6ffnete. Nach 75 Jahren hatten seine Nachkommen daraus einen der modernsten Betriebe entwickelt, der weit \u00fcber Schlesien hinaus bekannt war. Aus der Wurstfabrik war eine Wurst- und Fleisch-Konserven-Fabrik mit einer Schinkensalzerei und einer Gro\u00dfschl\u00e4chterei geworden, die allen hygienischen Anforderungen entsprach. Dazu geh\u00f6rten auch eine maschinell reichlich ausgestattete Wurstk\u00fcche mit einer gro\u00dfen K\u00fchlhalle und einer neuzeitlichen Knochenverwertungsanlage. Wer an Schiffer denkt, denkt an seine Bachschinken, die sauberen Verkaufsr\u00e4ume und die zu jeder Zeit mit verlockenden Warn gespickte Schaufenster. Und wer erinnert sich nicht noch gern an die \u201eAltdeutschen Fr\u00fchst\u00fccksstuben\u201c mit dem Bauern-St\u00fcbel, dem Post-St\u00fcbel, dem Schlesier-St\u00fcbel und der Ahnen-Stube, die alle stilecht ausgestattet, teilweise mit Holz get\u00e4felt und mit bunten Scheiben versehen waren. Die Ahnen-Stube enthielt auch das Wappen der Familie, das auf einen langen Bestand des Geschlechtes zur\u00fcckgeht. Den st\u00e4rksten Eindruck auf jeden Fremden aber machte das Wandgem\u00e4lde im \u201eSchlesier-St\u00fcbel\u201c, in dem der Bunzlauer Kunstmaler Arthur M\u00fcller unter der \u00dcberschrift \u201eMein Schlesierland \u2013 Mein Heimatland\u201c, markante Symbole der Heimat, angefangen von dem oberschlesischen Teil mit den rauchenden Schloten bis zu den Karpfenteichen Niederschlesiens, eingefangen hatte. Aus dem, was Generationen mit Flei\u00df und Liebe zur heimatlichen Scholle aufgebaut hatten, wurde der letzte Inhaber dieses bedeutenden Wirtschaftsunternehmens wie wir alle auch 1945 vertrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Seinen 65. Geburtstag am 6. Juli mu\u00df nun Kurt A. Schiffer, der nach vielen Entbehrungen nun mit seiner Frau in Frankfurt\/Main eine bescheidene Unterkunft gefunden hat, in einem kleinen und nicht wie fr\u00fcher in einem geselligen Kreis begehen. Sicher wird beim Klange dieses Namens bei manchen Bunzlauern die Erinnerung an die eigene Jugend wach.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"404\" height=\"613\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/10728-1956-13-08CurtSchiffer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1882\" style=\"width:294px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Curt Schiffer<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Auch Kurt Schiffer ist ja eine echter Bunzlauer, &nbsp;der 1891 im Vaterhaus am Markt geboren, hier die Schule besuchte und nachher im eigenen Betrieb das v\u00e4terliche Handwerk erlernte. Nur eine kurze Zwischenzeit verbrachte er in Z\u00fcrich in der Schweiz in einer Schule. Als 22j\u00e4hriger am 1. 10. 1913 r\u00fcckte er als Einj\u00e4hrig-Freiwilliger bei den \u201eK\u00f6nigsgrenadieren\u201c (Grn.-Regiment 7) in Liegnitz ein, bei denen damals Prinz Oskar von Preu\u00dfen diente. Von Liegnitz aus zog er in den ersten Weltkrieg, in dem er im Westen schwer verwundet, 1918 als Reserve-Offizier entlassen wurde. Am 10. 12. 1918 heiratete er Margarete Stobbe aus Gelsenkirchen, mit der er noch in der alten Heimat die Silber-Hochzeit feiern konnte. Aus der Ehe gingen eine Tochter und zwei S\u00f6hne hervor. Die beiden S\u00f6hne sind mit ihren Familien nach Canada ausgewandert und werden ausJahrhunderte alter Verbundenheit mit der Heimat zur\u00fcckkehren, um am Wiederaufbau Schlesiens teilzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den fast 3 Jahrzehnten unter seiner Leitung hatte das Gesch\u00e4ft einen gro\u00dfen Aufschwung genommen. Der Kundenkreis reichte bis \u00fcber Berlin hinaus. Die starke gesch\u00e4ftliche Inanspruchnahme hinderte Schiffer nicht daran, seine Kenntnisse und Erfahrungen auch in den Dienst der Stadt und der Allgemeinheit zu stellen. Schiffer Kurt half halt, wenn er darum angesprochen wurde. Seine Erholung suchte er in zahlreichen Reisen, die ihn nach der Schweiz und durch Italien bis nach Sizilien und Korfu f\u00fchrten und vor allen in einer Sammlung von Kunstgegenst\u00e4nden aller Art.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bunzlauer sagten, Schiffer besitzt das zweite Museum der Stadt. Zu den Kostbarkeiten darin z\u00e4hlten u. a. eine Bilderbibel, ein Samuraischwert und viele Gem\u00e4lde, sowie Teppiche und Miniaturen. Schiffer Kurt konnte sich dies ja leisten, denn er besa\u00df neben den Grundst\u00fccken am Markt auch das erste Hochhaus an der Gnadenberger Stra\u00dfe, das im Kriege zerst\u00f6rt wurde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"783\" height=\"572\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/27479-Schiffer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1883\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/27479-Schiffer.jpg 783w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/27479-Schiffer-768x561.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 783px) 100vw, 783px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Von all dem V\u00e4tererbe hat er leider nichts mitnehmen k\u00f6nnen. In seinem Betrieb waren noch reichliche Vorr\u00e4te an Schweinen und es wurde gerade Wurst gemacht, als die Bolschewiken kamen. Schiffer fl\u00fcchtete am 12. 2. 1945 mit seiner Frau und geriet bei Neuland bei L\u00f6wenberg in die H\u00e4nde der Bolschewiken. Nach vielen Schwierigkeiten landete er im Westen und nun hilft er dem Landsmann Erwin Pfuhlmann in Gie\u00dfen, dessen Stellvertreter als Kreis-Vertrauensmann f\u00fcr Kreis und Stadt Bunzlau er ist, bei der Betreuung der Landsleute. Die Erinnerung an die sch\u00f6nen Jahre in der alten Heimat und sein humorvolles Wesen haben Kurt Schiffer \u00fcber manche schwere Stunden hinweggeholfen. Er sieht vertrauensvoll in die Zukunft und manchesmal im Freundeskreis spricht er aus, was wir ihm und uns alle w\u00fcnschen, da\u00df das 100j\u00e4hrige Gesch\u00e4ftsjubil\u00e4um 1964 wieder im alten schlesischen Bunzlau gefeiert werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abschied von Kurt Schiffer<\/h2>\n\n\n\n<p>Karl Wiechmann. Erstver\u00f6ffentlichung: Bunzlauer Heimat-Zeitung 6\/65<\/p>\n\n\n\n<p>Weit von seinem geliebten Bunzlau ist in Frankfurt am Main Kurt Schiffer verstorben, der Inhaber der bekannten Bunzlauer Wurst- und Fleischkonservenfabrik und der Fleischerei mit den Fr\u00fchst\u00fccksstuben gegen\u00fcber dem Westportal des Bunzlauer Rathaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Er stammte aus einer angesehenen schlesischen Familie, die bis 1563 nachweisbar ist und seit dem 17. Jahrhundert in Bunzlau ans\u00e4ssig war. Die Vorfahren haben schon vor 150 Jahren am Marktplatz ihr Gewerbe betrieben, denn so lange ist es her, da\u00df Kurt Schiffers Gro\u00dfvater das elterliche Gesch\u00e4ft \u00fcbernahm. Im Jahre 1864 wurde die Wurst- und Konservenfabrik Schiffer &amp; Sohn gegr\u00fcndet, die schon zu jener Zeit eine Fr\u00fchst\u00fccksstube eingerichtet hatte. Diese Einrichtung ist im Westen Deutschlands weniger bekannt. In Schlesien kehrten die Landsleute an den Markttagen gern in den Fr\u00fchst\u00fccksstuben ein, um sich dort zu st\u00e4rken, ehe sie den Heimweg auf ihre D\u00f6rfer antraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurt Schiffer wurde am 6. Juli 1891 im v\u00e4terlichen Hause am Marktplatz geboren und erhielt dort auch seine handwerkliche Ausbildung Was er in rastloser T\u00e4tigkeit aus dem hause und dem Betrieb gemacht hat, wei\u00df jeder, der bis 1945 in Bunzlau gelebt hat. Wer allein die kostbare Fassade mit den Siegersdorfer Klinkern und dem pr\u00e4chtigen Barockgiebel betrachtete, der konnte gewi\u00df sein, da\u00df es im Innern des Hauses ebenso sauber und gediegen aussah. Die behaglichen Fr\u00fchst\u00fccksstuben mit ihren Bauernm\u00f6beln waren in ganz Schlesien bekannt. Hier haben wir Bunzlauer aus Stadt und Land gern und oft gesessen und wurden stets freundlich und flott bedient. Vorn im Laden war die flei\u00dfige Frau Margarete Schiffer t\u00e4tig, von der Baurat Candrian einmal sagte, er habe immer den Eindruck, es st\u00e4nde dort eine K\u00f6nigin hinter dem Ladentisch. Damit ist noch nicht alles zum Ausdruck gekommen, denn Frau Schiffer strahlte bei aller Hoheit eine stille Freundlichkeit, Nat\u00fcrlichkeit und M\u00fctterlichkeit aus. Sicherlich haben das viele empfunden, die einst bei ihr gekauft haben.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1818\" height=\"1237\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/A2033-Schiffer-27.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1884\" style=\"width:360px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/A2033-Schiffer-27.jpg 1818w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/A2033-Schiffer-27-1300x885.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/A2033-Schiffer-27-768x523.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/A2033-Schiffer-27-1536x1045.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1818px) 100vw, 1818px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Und all die sch\u00f6nen Stunden, die wir in den sch\u00f6nen R\u00e4umen unter den Wandzeichnungen mit Bunzlauer Motiven erlebt haben, werden wir nie vergessen. Das Haus Schiffer ist in der Heimatzeitung wiederholt abgebildet worden, und auch im Heimatbuch tritt uns die Sch\u00f6nheit der Westseite des Marktplatzes mit dem Schifferhaus entgegen, wir sehen hier aber auch auf den Seiten 471 und 473, wie das alles in Tr\u00fcmmern lag, was B\u00fcrgerflei\u00df und B\u00fcrgersinn geschaffen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Verlust hat Kurt Schiffer in den Nachkriegsjahren nie ganz verwinden k\u00f6nnen. Zu seinem Besitz geh\u00f6rte auch das hohe Eckhaus an der Stra\u00dfe an der Ecke Stadtmauer \u2013 Gnadenberger Stra\u00dfe, in dem sich zuletzt ein Bankgesch\u00e4ft und vorher das Elektrogesch\u00e4ft von Linke befand. Jetzt haben die Polen dort ein gro\u00dfes Hotel errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer Kurt Schiffer kannte, wird gern an ihn denken, denn er hatte Humor, und der war nicht gesch\u00e4ftlich aufgez\u00e4umt, sondern echt. Wer ihn vor der Haust\u00fcr antraf, blieb gern bei ihm stehen und ging dann mit einem stillen L\u00e4cheln weiter, denn er hatte Worte von einem Menschen geh\u00f6rt, der mitten im Leben stand, der in seiner Vaterstadt hohes Ansehen geno\u00df und selbst ein St\u00fcck Geschichte unserer lieben und einzig sch\u00f6nen Heimatstadt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Chroniken und Zeitschriften<\/p>\n\n\n\n<p>1903: Wurstfabrik und Restaurant Otto Becker. Ff. Lachs-, Roll- und M\u00e4uselschinken, harte und weiche Cervelatwurst, Sardellen- und Tr\u00fcffelleberwurst. Gut gepflegte Biere und Weine.<\/p>\n\n\n\n<p>1903: Ausverkauf! Wegen Umbau meines Ladens verkaufe ich bis Sonnabend abend meine s\u00e4mtlichen Warenbest\u00e4nde und zwar: Polnische, Schlag-, Wei\u00df- und Pre\u00dfwurst \u00e0 Pfund 60 Pfg., wei\u00dfe Salami- u. Cervelatwurst \u00e0 Pfund 90 Pfg., frische Sardellen- und Zungenwurst \u00e0 Pfund 90 Pfg., frisches P\u00f6kel- und Rauchfleisch, \u00e0 Pfund 60 Pfg., ger\u00e4ucherten Schinken \u00e0 Pfund 1 Mk. Otto Becker, Wurstfabrikant.<\/p>\n\n\n\n<p>1906: Oswald Schiffer. Fernsprecher 166. Bunzlau, Ring 18. Wurstfabrik mit Kraftbetrieb. Spezialit\u00e4t: Konservierte W\u00fcrstchen u. Fleischkonserven. Dauerware. Fr\u00fchst\u00fcckslokal. ff. Aufschnitt. Garnierte Sch\u00fcsseln in jeder Preislage. Lachsschinken. Gekochten Schinken. Russischer Salat.<\/p>\n\n\n\n<p>1924: Oswald Schiffer &amp; Sohn. Wurstfabrik \u2013 Schinkensalzerei. Markt 18. Telephon 166. Garnierte Platten. Fr\u00fchst\u00fcckstuben.<\/p>\n\n\n\n<p>1924: Curt Ressel, Markt 18. Papier, Schreibwaren, Zeichenmaterialien, moderner B\u00fcrobedarf, Schreibmaschinen, s\u00e4mtlichen K\u00fcnstlerbedarf und Farben, moderner Ansichtskarten-Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>1924: Oswald Schiffer &amp; Sohn. Wurstfabrik, Schinkensalzerei. Fernspr. 166. Fr\u00fchst\u00fccksstuben. Markt 18.<\/p>\n\n\n\n<p>1926: Dienstag von <sup>1<\/sup>\/<sub>2<\/sub>6 Uhr ab: ff. warmer P\u00f6kelkamm. Schiffer &amp; Sohn. Fernruf Nr. 166.<\/p>\n\n\n\n<p>1927. O. Schiffer &amp; Sohn\/Bunzlau. Wurstfabrik, Schinkensalzerei. Erste Bezugsquelle f\u00fcr feinen Aufschnitt K\u00fcchenfertige Braten jeder Art. Eigene K\u00e4ltemaschinenanlage im Hause. Fr\u00fchst\u00fccksstuben.<\/p>\n\n\n\n<p>1927: O. Schiffer &amp; Sohn. Fernsprecher Nr. 166. Wurst- u. Fleischkoserven-Fabrik, Schinken-Salzerei. Erste Bezugsquelle in feinem Aufschnitt. K\u00fcchenfertige Braten jeder Art.<\/p>\n\n\n\n<p>1927: Schiffer &amp; Sohn Bunzlau. Wurstfabrik, Schinkensalzerei. Erste Bezugsquelle f\u00fcr feinen Aufschnitt. K\u00fcchenfertige Braten jeder Art.<\/p>\n\n\n\n<p>1927: Unsere Fr\u00fchst\u00fccksstuben blieben Sonntag ge\u00f6ffnet. Schiffer &amp; Sohn. Fernruf 166.<\/p>\n\n\n\n<p>1927: 7. September: Dienstag von 1\/2 6 Uhr ab ff. warmer P\u00f6kelkamm. Schiffer &amp; Sohn. Bunzlau, Fernruf Nr. 168.<\/p>\n\n\n\n<p>1928: Schiffer &amp; Sohn. Bunzlau, Markt 18. Fernsprecher 166. Wurstfabrik + Schinkensalzerei. Erste Bezugsquelle f\u00fcr feinen Aufschnitt. K\u00fcchenfertige Braten jeder Art. Fr\u00fchst\u00fcckstuben. Biere vom Fa\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>1928: Schiffer &amp; Sohn, Bunzlau. Wurstfabrik, Schinkensalzerei. Erste Bezugsquelle f\u00fcr feinen Aufschnitt. K\u00fcchenfertige Braten jeder Art. Eigene Eisfabrikation und K\u00e4ltemaschinenanlage im Hause.<\/p>\n\n\n\n<p>1929: 20. Juni. Arbeiterzeitung. Schiffer &amp; Sohn, Wurst- und Fleischkonservenfabrik, Schinkensalzerei.<\/p>\n\n\n\n<p>1930: 20. August. Arbeiter-Zeitung. Nr. 192. Schiffer &amp; Sohn, Wurst- und Fleischkonservenfabrik, Schinkensalzerei.<\/p>\n\n\n\n<p>1934: Donnerstag, von <sup>1<\/sup>\/<sub>2<\/sub> &nbsp;6 Uhr ab: Backschinken (warm). Schiffer &amp; Sohn. Fernruf 1166.<\/p>\n\n\n\n<p>1935: Schiffer &amp; Sohn. Wurstfabrik, Schinkensalzerei und Gro\u00dfschl\u00e4chterei, Fr\u00fchst\u00fccksstuben. Bunzlau. T\u00e4glich wechselnde Spezialit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p>1935: Schiffer &amp; Sohn. Wurstfabrik und Schinkensalzerei. Fr\u00fchst\u00fccksstuben. Fernruf 1166. Inhaber Wurstfabrikant Kurt Schiffer. Handelsregister-Nr. 401.<\/p>\n\n\n\n<p>1938: Schiffer &amp; Sohn, Bunzlau. Wurst-Konserven-Fabrik. Gro\u00dfschl\u00e4chterei. Altdeutsche Fr\u00fchst\u00fccksstuben. Gegr\u00fcndet 1864.<\/p>\n\n\n\n<p>Bunzlauer Stadtblatt, 2. 5. 1938. Auch am Reichsberufswettkampf aller schaffenden Deutschen nahm der Kreis Bunzlau mit Erfolg teil. Reichssieger Rudolf Dittrich in Firma Schiffer &amp; Sohn.<\/p>\n\n\n\n<p>1939: 9.7. Schiffer &amp; Sohn. Wurstfabrik. Altdeutsche Fr\u00fchst\u00fccksstuben. Ia gepflegte Biere. Gegr\u00fcndet 1864. Abfahrtsstelle s\u00e4mtlicher Postautos.<\/p>\n\n\n\n<p>1941: Schiffer &amp; Sohn, Bunzlau. Wurstfabrik \u2013 Fr\u00fchst\u00fcckstube. Gegr\u00fcndet 1864.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1056\" height=\"1633\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/AK-041-Markt-Bauernstube.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1885\" style=\"width:255px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/AK-041-Markt-Bauernstube.jpg 1056w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/AK-041-Markt-Bauernstube-841x1300.jpg 841w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/AK-041-Markt-Bauernstube-768x1188.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/AK-041-Markt-Bauernstube-993x1536.jpg 993w\" sizes=\"auto, (max-width: 1056px) 100vw, 1056px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Johannes Kalkbrenner (1969) &#8230; Schiffers Fr\u00fchst\u00fccksstube lag hinter dem Ladengesch\u00e4ft. Sie war ganz entz\u00fcckend eingerichtet. Deutlich erinnere ich mich der bunten Glasfenster, die etwas urgem\u00fctliches herbeizauberten. Und noch gem\u00fctlicher wurde es dann, wenn das Landskronbier oder ein anderes erschien und man sich eine Portion \u201eHackepeter\u201c servieren lie\u00df, die so appetitlich hergerichtet war. \u201eHackepeter\u201c war eine Spezialit\u00e4t des Hauses, und ich habe von ihr wohl regelm\u00e4\u00dfig Gebrauch gemacht. Einmal besuchte ich Schiffer mit mehreren Kollegen. Einer bestellte sich eine Kalbshaxe. Als sie erschien, brachen wir in schallendes Gel\u00e4chter aus, sie hatte n\u00e4mlich einen unwahrscheinlichen Umfang.<\/p>\n\n\n\n<p>Hans Christiani (1978) &#8230; Nebenan in 18 war die Fleischerei von Schiffer und Sohn, deren Ruf weit \u00fcber Bunzlau hinausging. Auch die Fr\u00fchst\u00fccksstube war weit \u00fcber Bunzlau bekannt, nicht nur, weil jeder Postbus vor der T\u00fcr hielt und diese Fr\u00fchst\u00fccksstube gern als Warteraum ben\u00fctzt wurde. Wer kennt noch den alten Verkaufsstand von Schiffer und Sohn, der ganz fr\u00fcher bei Flugtagen in Wiesau oder auf dem Sch\u00fctzenplatz zum Sch\u00fctzenfest aufgestellt wurde. Sp\u00e4ter lie\u00df Herr Kurt Schiffer diesen Kiosk in seinem Gartengrundst\u00fcck zwischen der Richterschen Villa und den H\u00e4usern vor dem Damaschkering an der Alt J\u00e4schwitzer Stra\u00dfe aufbauen. K\u00f6nnen Sie sich noch darauf besinnen? Doch wieder zur\u00fcck auf unseren Markt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading alignfull has-text-align-center\"><strong>Zwei Erg\u00e4nzungen aus dem Archiv der Bundesheimatgruppe<\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1144\" height=\"804\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Scan_20240715.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2042\" style=\"width:840px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Scan_20240715.png 1144w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Scan_20240715-768x540.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1144px) 100vw, 1144px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Baulicher Zustand  Markt 18 im Mai 1945. Quelle: <strong>Bunzlau &#8211; eine mitteleurop\u00e4ische Stadt im Wandel der Zeit. 750 Jahre Stadtrechte.<\/strong> Ausstellungsbegleitheft, herausgegeben von der Bundesheimatgruppe Bunzlau, Siegburg 2002, S.90<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"668\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Schiffer-und-Sohn.1-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2035\" style=\"width:840px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Schiffer-und-Sohn.1-1.jpg 1024w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Schiffer-und-Sohn.1-1-768x501.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Diesen Servierteller der Firma Schiffer &amp; Sohn nahmen wir &#8211; ausnahmsweise! &#8211; noch einmal in Gebrauch. Wir verdanken ihn dem Bunzlau-Sammler Peter Hesse in Wasb\u00fcttel.<\/sup> <sup>Unser Mitarbeiter Jochem Birk genoss die gelungene \u00dcberraschung.<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erwin Pfuhlmann. Erstver\u00f6ffentlichung: Bunzlauer Heimatzeitung 13\/1956 Der Rathaustreppe gegen\u00fcber lagen die \u201eAltdeutschen Fr\u00fchst\u00fccksstuben\u201c von Schiffer, die neben dem Rathaus einen Mittelpunkt der Stadt darstellten. Noch heute ist vielen von uns in guter Erinnerung der daheim gebr\u00e4uchliche Zuruf \u201eWir treffen uns bei Schiffer\u201c. 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