{"id":1801,"date":"2024-07-14T17:28:56","date_gmt":"2024-07-14T15:28:56","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=1801"},"modified":"2024-07-14T17:28:57","modified_gmt":"2024-07-14T15:28:57","slug":"hermann-fernbach-gestorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/07\/14\/hermann-fernbach-gestorben\/","title":{"rendered":"Hermann Fernbach gestorben"},"content":{"rendered":"\n<p>Erstver\u00f6ffentlichung: Bunzlauer Heimatzeitung 1954<\/p>\n\n\n\n<p>Im hohen Alter von 85 Jahren starb im Schlo\u00df Eugensberg, Mannenbach im Thurgau (Schweiz) der Bunzlauer Buchdruckereibesitzer und Zeitungsverleger Hermann Fernbach. Der Name Fernbach war nicht nur in Bunzlau, sondern auch im deutschen Zeitungswesen ein Begriff, weil mit diesem Unternehmen mehrere Zeitungsgr\u00fcndungen verbunden waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gr\u00fcnder der Firma, der Lithograph Louis Fernbach, \u00fcbernahm im Jahre 1872 das am 3. 12. 1851 geborene \u201eIntelligenzblatt f\u00fcr Stadt und Kreis Bunzlau\u201c und ging sofort daran, den Inhalt des Blattes, das bis dahin vornehmlich Anzeigen und ein paar Lokalnachrichten gebracht hatte, textlich zu bereichern. Die Zeitung, die bei der Gr\u00fcndung nur eine Auflage von 500 St\u00fcck w\u00f6chentlich hatte, stieg durch die Kriegsnachrichten 1870\/71 erheblich. Am 1. Januar 1881 erhielt die Zeitung den Titel \u201eBunzlauer Stadtblatt\u201c und erschien vom Oktober 1883 ab t\u00e4glich.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"424\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/12579-Hermann-Fernbach.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1802\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Hermann Fernbach, der \u00e4lteste Sohn des Begr\u00fcnders der Firma, reiste nach Beendigung der Schulzeit auf dem Gymnasium mit einem Onkel nach Amerika, um dort praktisch das Handwerk der Buchdruckkunst zu erlernen. Mit den erforderlichen Kenntnissen dieses Faches versehen, kehrte er nach Bunzlau zur\u00fcck, wo e sich mit seinem Bruder Benno zusammen an dem weiteren Ausbau des v\u00e4terlichen Unternehmens hervorragend beteiligte. Von den Fachzeitschriften erschien zuletzt noch \u201eder Photograph\u201c und \u201eG\u00e4rtnerische Rundschau\u201c im Verlag Fernbach, in dessen B\u00fcros, Maschinens\u00e4len, in der gro\u00dfen Setzerei und dem modernen chemigraphischen Institut \u00fcber hundert Menschen ihr Brot fanden. Hermann Fernbach war ihnen stets ein zielbewu\u00dfter und tatkr\u00e4tiger Arbeitgeber, der auch in krisenhaften Zeiten durch solide Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung das Unternehmen sicher durch alle F\u00e4hrnisse steuerte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als treuer Sohn seiner Heimatstadt stellte er seine F\u00e4higkeiten und Erfahrungen auch der Stadtverwaltung zur Verf\u00fcgung, die gern den Ratschl\u00e4gen ihres Stadtrates Fernbach folgte. Wie hier in der Kommunalverwaltung, so war auch im Sparkassenvorstand, dem er von 1925 bis 1930 angeh\u00f6rte, im Aufsichtsrat der Allgemeinen Ortskrankenkasse Bunzlau, sowie in der Dresdner Bank und in der Kaufmannschaft selbst sein Wirken von gro\u00dfem Segen. Seine Leistungen wurden durch eine Ehrung seitens der industrie- und Handelskammer Liegnitz, deren Handelsgerichtsrat er war, anerkannt. Wegen seiner F\u00f6rderung \u00f6ffentlicher Interessen wurde ihm vor 1914, als zum Bau der Taubstummenanstalt Liegnitz wesentlich beitrug, der Titel \u201eKommerzienrat\u201c verliehen. Die politischen Ereignisse von 1933 zwangen ihn, aus seinem Betrieb auszuscheiden. Auf einer Weltreise mehrte er seine Kenntnisse von L\u00e4ndern und Menschen und kehrte dann in sein gro\u00dfes Heim an der Kleinen Zeche zur\u00fcck, das sch\u00f6ne Kunstsch\u00e4tze barg. Als die Lebensverh\u00e4ltnisse f\u00fcr ihn immer schlimmer wurden, emigrierte er 1941 nach der Schweiz. Davon zeugt 1946 eine Papiersendung an die Bunzlauer Adressenzentrale, die sich damals in der Sowjetzone befand. So trug auch er dazu bei, da\u00df wir Bunzlauer uns wiederfanden, die wir vom Sturmwind in alle Himmels-richtungen verweht wurden. In seinem letzten Brief an uns schrieb er, da\u00df er noch zwei schwere Carzinom-Operationen ohne Narkose erdulden mu\u00dfte. Unter das was geschehen sei, habe er l\u00e4ngst einen dicken Strich gezogen. Unser aller g\u00fctiger Gott sorge weiter. Auf seinem langen Krankenlager vor seinem Tode \u00e4u\u00dferte er immer wieder den Wunsch, in seiner Heimatstadt Bunzlau zu sterben.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1225\" height=\"858\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/17211-G09.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1803\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/17211-G09.jpg 1225w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/17211-G09-768x538.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1225px) 100vw, 1225px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Hermann und Helene Fernbach geb. Gansel<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstver\u00f6ffentlichung: Bunzlauer Heimatzeitung 1954 Im hohen Alter von 85 Jahren starb im Schlo\u00df Eugensberg, Mannenbach im Thurgau (Schweiz) der Bunzlauer Buchdruckereibesitzer und Zeitungsverleger Hermann Fernbach. Der Name Fernbach war nicht nur in Bunzlau, sondern auch im deutschen Zeitungswesen ein Begriff, weil mit diesem Unternehmen mehrere Zeitungsgr\u00fcndungen verbunden waren. 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