{"id":1785,"date":"2024-07-14T17:10:10","date_gmt":"2024-07-14T15:10:10","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=1785"},"modified":"2024-07-14T17:10:11","modified_gmt":"2024-07-14T15:10:11","slug":"bunzlauer-mundart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/07\/14\/bunzlauer-mundart\/","title":{"rendered":"Bunzlauer Mundart"},"content":{"rendered":"\n<p>Von Artur Schiller, Heimatkalender 1931. Bearbeitet von Hans Christiani, Bunzlauer Heimatzeitung &nbsp;7\/75<\/p>\n\n\n\n<p>Im Heimatkalender 1931, der mit dem Kreise Goldberg-Haynau herausgegeben wurde, befand sich ein Aufsatz von Geheimrat Artur Schiller mit dem Thema Bunzlauer Mundart.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-6c531013 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<pre class=\"wp-block-verse\">Mei Schatz.<br>Du Herzblatt und du Tausendschatz<br>Und alleweil mei schatz,<br>I hob im Herz\u2019n Tag und Nacht<br>For diech allaa nor Platz.<br>Am Sunntag, wenn\u2019s in d\u2019Kerch\u2019n l\u00e4ut,<br>Steh i am Kerchhoftor.<br>O hab i do a stille Freud\u2019,<br>Kummst du dei G\u00e4\u00dfla vor.<br>A veichla, a Rosmari,<br>Da senn zwa sch\u00f6ne Bluma:<br>O wie vill Zeit geht woll no hie,<br>Bis wir a mal zomm kumma.<\/pre>\n\n\n\n<div style=\"height:100px;width:226px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer wp-container-content-6afc28ef\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"381\" height=\"553\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/12554-Artur-Schiller-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1788\" style=\"width:280px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Dieses in den \u201eFliegenden Bl\u00e4ttern\u201c von 1845, Nr.15 Seite 119 abgedruckte in seiner Orthographie gewi\u00df nicht einmal geschickt wiedergebenen Gedicht wird dort als Ansbacher Mundart bezeichnet. \u00c4hnelt es nicht sehr unserer Bunzlauer Sprechweise? Vor Jahren hatte ich einmal Gelegenheit vier sch\u00f6ne Tage in der n\u00e4chsten Umgebung von Bayreuth spazieren gehen zu k\u00f6nnen. Ich war erstaunt und erfreut, in dem zutraulichen Gebahren und in der Sprache der dortigen Einwohner fast meine lieben Landsleute aus Bunzlau, Dobrau oder Sch\u00f6nfeld wieder zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Schlesien bestehen viele Dialekte. aus vielen verschiedenen Quellen haben sich die B\u00e4che und Str\u00f6me der alten Einwanderer hierher ergossen, die das Land besiedelten. Fast jeder Kreis hat seine besonderen T\u00f6ne. In Kesselsdorf spricht man schon ganz anders als in Bunzlau. In den n\u00f6rdlichen Teil unseres Kreises reicht meine Sachkenntnis nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht diene ich sogar der Wissenschaft, nicht blo\u00df der Erg\u00f6tzung unserer Leser, wenn ich einmal versuche die Bunzlauer Worte und Redensarten zusammenzustellen. Nat\u00fcrlich unter Weglassung gr\u00f6blicher oder sogar zotiger Worte, in denen sich das Volk bisweilen gef\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit ich blo\u00df meinen eigenen Bunzlauer Sprachschatz wiedergebe, habe ich erfahrene Kenner des hiesigen Dialekts ersucht, mich zu kontrollieren und zu erg\u00e4nzen. Eine Diskussion \u00fcber diesen Gegenstand kann vielleicht der hiesige Heimatschutzverein veranlassen und ein f\u00f6rmliches Wortkataster (Idiotikon) zusammenstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Blo\u00dfe Umlautungen von Schriftworten z. B. suste f\u00fcr sonst, nischt f\u00fcr nichts, Heem f\u00fcr Heim, bleiben hier f\u00fcglich weg. Und nun die Aufz\u00e4hlung, die nat\u00fcrlich nicht vollst\u00e4ndig sein kann und soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Abkiefen, unregelm\u00e4\u00dfig abschneiden \u00b7 abkn\u00f6ppen, wegnehmen \u00b7 abknutschen, k\u00fcssen \u00b7 abmurksen, t\u00f6ten \u00b7 abpleedern, abst\u00e4uben \u00b7 abrackern, sich abm\u00fchen \u00b7 abschrammen, absocken, weggehen \u00b7 \u00e4rschlich, unrichtig, verdreht \u00b7 \u00e4u\u00dfern, sich schaudern \u00b7 Affe, der Affe laust mich, ich bin erstaunt \u00b7 Almer, Schrank \u00b7 Angstriehre, Zylinderhut \u00b7 aufgedunnert, geputzt \u00b7 aufmucken, Widerpart geben, aufpludern, aufplustern, aufbl\u00e4hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Babe, Napfkuchen (poln. baba) \u00b7 Barbsen, die Kinder (z. B. schont ock de Barbsen, redet nichts Unpassendes) \u00b7 Beest, Biest, tier lat. bestia \u00b7 begeizen, sich kleinlich genau seinen Vorteil wahrnehmen \u00b7 behumpsen, betr\u00fcgen \u00b7 bekitscheln, gut zureden \u00b7 beklauben, z. B. Knochen abknabbern \u00b7 bel\u00e4mmern, betr\u00fcgen \u00b7 berappen, bezahlen (von der Schweizer M\u00fcnze Rappen) \u00b7 beschissen, beschmutzt, betrogen \u00b7 beschnuppern, beschn\u00fcffeln \u00b7 beteppert, verdutzt (erschrocken \u00fcber einen zerbrochenen Topf) \u00b7 betreuen, f\u00fcr Jemanden sorgen \u00b7 Betteljunge, in der Redensart: es gie\u00dft wie mit Betteljungen \u00b7 betrippt, niedergeschlagen \u00b7 bie\u00df ock, sei nur \u00b7 bim\u00dfen, eigentlich mit Bimsstein abreiben, schuriegeln \u00b7 Boost, Buhst, wutborstig, aufgebracht sein \u00b7 brammeln, n\u00f6rgeln \u00b7 bengen, k\u00f6nnen \u00b7 breeten, fertig bringen \u00b7 briehwarm, sofort \u00b7 br\u00fcttig, bebr\u00fchtes Ei \u00b7 Bublaatsche, Kram \u00b7 Bucht, Bett \u00b7 Buxenm, Hosen.<\/p>\n\n\n\n<p>D\u00e4melsack, mit dem D. geschlagen, verdummt \u00b7 Dattel, tappriger Mensch \u00b7 Deixel, pfui Deixel, euphemistische Umlautung von Teufelderm\u00e4rscheln, zustande bringen \u00b7 Dicknischel, Dicksch\u00e4del \u00b7 Dingrich, Mann \u00b7 Dreckschleuder, gro\u00dfes Mundwerk \u00b7 Dr\u00e4mmel, dicker Keil, dicker Mensch \u00b7 Dudelei, ein Garnichts \u00b7 Dussel, Duseltier, dummer Mensch.<\/p>\n\n\n\n<p>Eibrocken, sich etwas zuziehen \u00b7 eifuchsen, einlernen \u00b7 H\u00f6chste Eisenbahn, es ist h\u00f6chste Zeit \u00b7 extern, sich schinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Feedern, sich schnell machen \u00b7 Fettn\u00e4ppel, ei\u2019s Fettn\u00e4ppel treten, ansto\u00dfen \u00b7 Fimmel, verr\u00fcckte Idee \u00b7 fimprich, geziert \u00b7 fipsig, gering, kleinlich \u00b7 Fissimatenten, unn\u00fctze Umst\u00e4nde \u00b7 Flaps, ungehobelter Mensch \u00b7 Flederwisch, leichtsinnige Person \u00b7 flennen, weinen \u00b7 fletzen, eine Fl\u00fcssigkeit vergie\u00dfen \u00b7 Flieder und Holunder, werden miteinander verwechselt \u00b7 Forke, Mistgabel \u00b7 Frechdachs, frecher Mensch \u00b7 Fresse, Mundwerk \u00b7 fummeln, hin- und herbewegen \u00b7 funze mohl, fr\u00fcher einmal.<\/p>\n\n\n\n<p>Gaake, dummes Frauenzimmer \u00b7 Galgenschwengel, b\u00f6ser Mensch \u00b7 Gamel, Umlaut von Kamel, dummer Mensch \u00b7 g\u00e4hlinge (Ton auf der 1. Silbe) j\u00e4h \u00b7 G\u00e4nsedreckel, \u00fcbers G\u00e4nsedreckel f\u00fchren, hineinlegen \u00b7 Gefiepe, z. B. was n\u00fctzt das Gefiepe, Zaudern \u00b7 Gefirkse, Verwicklung \u00b7 Gehabe, sich aufspielen \u00b7 gemeene, sich gemeene machen, herablassend sein \u00b7 Gezerre, Aufschub \u00b7 Gimmel, schimpfwort Gimpel \u00b7 gookeln, mit Licht herumleuchten \u00b7 grammeln, greigen \u00b7 gratschig, weitgriffig \u00b7 gr\u00e4glich, breitgr\u00e4glich, weiter Gang \u00b7 gr\u00e4tig, mi\u00dfgestimmt \u00b7 Griefen, ausgelassener Speck \u00b7 Gr\u00f6schl, a bieses Gr\u00f6schl, allgemein bekannt \u00b7 gr\u00fcn, jemanden nicht gr\u00fcn, nicht gewogen sein \u00b7 Guschl, K\u00fc\u00dfchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hacke, alte bew\u00e4hrte Freundschaft \u00b7 Heedelerche, a singt wie ane Heedelerche, heller Gesang \u00b7 Heetel, Kopf Kraut oder Salat \u00b7 Herzeppinkl, Geliebte \u00b7 hookern, rumhookern, dasitzen \u00b7 hudeln, rumhudeln, herumzerren \u00b7 Hundeangst, gro\u00dfe Angst \u00b7 Hundsloden, scharfer Tadel \u00b7 hunzen, runterhunzen, ausschelten.<\/p>\n\n\n\n<p>Jauche, Schmutzwasser \u00b7 Jumfernleder, Reglisse, S\u00fc\u00dfholzzucker.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaleschen, rumkaleschen, herumjagen \u00b7 Kaluppe, H\u00fctte \u00b7 Karfunkel, Karbunkel \u00b7 Karrete, Wagen \u00b7 Katriene, schnelle Katriene, Darmkatarrh \u00b7 kintschen, das Gekintsche, Spiel \u00b7 Klaater, schnutziges Frauenzimmer \u00b7 Klabatschker, gro\u00dfes Mundwerk \u00b7 Klamotten, Ger\u00fcmpel \u00b7 Klaue, Fu\u00df, Handschrift \u00b7 Kledasche, Bekleidung \u00b7 Klie\u00dflhengst, Taschenmesser \u00b7 Klimmbimm, L\u00e4rm, Aufsehen \u00b7 Klo\u00dfbriehe, es ist klar wie Klo\u00dfbriehe \u00b7 Kluft, Kleidung \u00b7 knaufen, weinerlich sein \u00b7 Knaupe, kleiner frecher Kerl \u00b7 Knautschen, zerdr\u00fccken \u00b7 Knieficke, Taschenmesser \u00b7 knietschig, engherzig, geizig \u00b7 Konfekt gemacht, unterschlagen \u00b7 Kostgrat, Kastenger\u00e4t, Wagen mit der Aussteuer \u00b7 Kracke, altes Pferd \u00b7 Kr\u00e4nke, das ist um die Kr\u00e4nke (Krankheit) kriegen \u00b7 Krepierje, die; der Tod \u00b7 kribbeln, jucken \u00b7 Kriebeln und wiebeln, wimmeln \u00b7 Kriegskasse, Buckel \u00b7 krietschig, schief unansehnlich \u00b7 Kruppzeug, schlechte Menschen oder Dinge \u00b7 kujonieren, schinden \u00b7 kuschen, sich, niederlegen (franz. se coucher).<\/p>\n\n\n\n<p>Lahmtoosch, stark lahm \u00b7 Laps, Schlaps, schlaffer Mensch \u00b7 Laster, ein langes Laster, ein altes Laster, besonders eine Frau \u00b7 L\u00e4rge, L\u00e4rche, Hund \u00b7 leckerfetzig, leckerhaft \u00b7 Leine, in Zieh ock Leine, d. h. gehe weg \u00b7 Lititi, verr\u00fcckt \u00b7 Lohden, Haare \u00b7 Luder, Schimpfwort \u00b7 Luhsche, Pf\u00fctze (poln. Kaluza) \u00b7 Lullaatsch, langer Mensch \u00b7 Luppe, ekelhaftes Weib, H\u00fcndin.<\/p>\n\n\n\n<p>Malken, abmalkern, abdr\u00fccken \u00b7 manschen, mengen \u00b7 Matratze, Maitresse \u00b7 Mauke, Aufbewahrung \u00b7 maulh\u00e4nkatolsch, humoristische Umlautung von melancholisch \u00b7 mausig, sich mausig machen, sich vordr\u00e4ngen \u00b7 meldern, rauchen (von melder) \u00b7 Mengenke, Angelegenheit \u00b7 Mensch, das Frauenzimmer miesepetrig, kr\u00e4nklich \u00b7 Mischkulanz, Mischung \u00b7 Mohgoote, Mohgootel, einf\u00e4ltiger Mensch \u00b7 Mohkootsch, Mohklie\u00dfel, Speise aus Semmel, Milch und Mohn f\u00fcr die Weihnachtszeit. Mucken, mucksch, verstockt \u00b7 muhscheln, malen \u00b7 mulmig, unsicher \u00b7 mulstrig, aufgebauscht \u00b7 murcksen, langsam arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nacktfrosch, Kosewort f\u00fcr kleine Kinder \u00b7 natschen, weinen \u00b7 Naht, er redet eine Naht zusammen \u00b7 Neegel, Rest im Trinkglas \u00b7 nieseln, sachter Regen \u00b7 Ninei, Kinderausdruck f\u00fcr Bett \u00b7 nisseldr\u00e4htig, \u00fcbellaunisch \u00b7 n\u00f6rgel, tadeln \u00b7 Nulpe, gleichg\u00fcltig \u00b7 Nutchs, Gummipropfen \u00b7 nutschen, saugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Oost, Aast, Aas, Schimpfwort; Mehrzahl Aester.<\/p>\n\n\n\n<p>Paxt, Freiort im Kinderspiel (lat. pax Friede) \u00b7 p\u00e4rschen, sich, gro\u00df tun \u00b7 Pamms, dicker Brei, Speise \u00b7 Pflaumbauer, Flaumpauer, unfl\u00e4tiger Mensch \u00b7 Plautze, ich ho\u2019s uff der Plautze (Lunge) \u00b7 pleedern, abpleedern, abst\u00e4uben \u00b7 Plenten, Kleider \u00b7 plenzen, rausplenzen, rausf\u00e4ffern, fortjagen \u00b7 Plimpelwurst, dicke Blutwurst \u00b7 pl\u00fcmerant, es wird mir blau vor den Augen \u00b7 Poocht, Bett \u00b7 Popel, Schimpfwort \u00b7 Prenzel, Prengel, dicker Pr\u00fcgel \u00b7 preschen, herumjagen \u00b7 Putztocke, putzs\u00fcchtige Frauensperson (Docke \u2013 Puppe).<\/p>\n\n\n\n<p>Quammeln, qu\u00e4ngeln \u00b7 Quammelfritze, ein N\u00f6rgler \u00b7 quort, es geht dich ann\u2019 Quorg an \u00b7 Quorgspitzen, (ein kleines Geb\u00e4ck) Verh\u00f6hnung &nbsp;\u00b7 &nbsp;Quortierdl, Schnapsglas.<\/p>\n\n\n\n<p>Raber, Radwer, Schubkarre \u00b7 Rachenputzer, schnaps \u00b7 rammd\u00e4sig, verbohrt \u00b7 Rauhbein, grober Mensch \u00b7 r\u00e4keln, sich strecken \u00b7 r\u00e4udel, Nichtsnutz (engl. rowdy) \u00b7 reskiern, eine Lippe reskiern, ein freies Wort f\u00fcr wagen \u00b7 robotzen, rabatzen, sich abarbeiten \u00b7 rotzl\u00f6ffel, Schimpfwort \u00b7 rumludern, sich herumtreiben \u00b7 Ruppsack, R\u00fcpel.<\/p>\n\n\n\n<p>Seefe, abgemacht, Seefe, die Sache ist abgemacht \u00b7 Seeger, Uhr \u00b7 simmlieren, nachdenken \u00b7 Summs, Ger\u00e4usch \u00b7 Schalaster, schwatzhafte magere Frau \u00b7 scheechen, spuken \u00b7 schiech, krumm \u00b7 schindern, auf dem Eise gleiten \u00b7 Schindluder treiben, jemand foppen \u00b7 schlabbern, schl\u00fcrfen \u00b7 schlampampen, viel verzehren<\/p>\n\n\n\n<p>Schlampe, liederliches Weib \u00b7 scharmuzieren, poussieren \u00b7 schlaudern, nachl\u00e4ssig arbeiten \u00b7 Schlippermilch, Schlickermilch, geronnene Milch \u00b7 schlump\u00dfig, schlecht sitzendes Kleid \u00b7 schlurchen, schleppen \u00b7 schmagostern, Schl\u00e4ge zur Osterzeit austeilen (poln. smigac, peitschen)\u00b7 Schneiderkarpe, Hering \u00b7 schnicken, qu\u00e4len \u00b7 Schniepel, Frack \u00b7 schnurpsen, knisternes Ger\u00e4usch beim Essen \u00b7 Schnute, Mundwerk \u00b7 schriemen, zureichen<\/p>\n\n\n\n<p>Schriemweg, Abk\u00fcrzungsweg \u00b7 Schruck, Sprung \u00b7 Sch\u00f6psekristel, dummer, gutm\u00fctiger Mensch (Christian) \u00b7 Schubsack, Kleidertasche \u00b7 sch\u00fcrgen, beschleunigen \u00b7 schwadronnieren, schwatzen \u00b7 schwiemeln, unsolide leben \u00b7 st\u00e4kern, herumstochern \u00b7 st\u00e4nkern, Unfrieden erregen \u00b7 Stiesel, einf\u00e4ltiger Mensch \u00b7 Steppel, Kopf, kleiner Junge \u00b7 Strietzel, Geb\u00e4ck (polnisch strucla) \u00b7 St\u00fcck, Weibsst\u00fcck, gemeine Frauensperson (das Gr\u00f6\u00dfte St\u00fcck hat\u2019s meeste Gl\u00fcck).<\/p>\n\n\n\n<p>Tausendsa\u00dfa, forscher Kerl \u00b7 Taperarsch, Tapermichel, ungeschickter Mensch \u00b7 t\u00e4lsch, verdreht \u00b7 teebs, Wirrwrr \u00b7 Timpelkr\u00e4te, besoffen wie eine Timpelkr\u00e4te \u00b7 Tepper, kleinlicher Mensch \u00b7 Tippel, T\u00f6pfchen, I-Punkt \u00b7 tischkurieren \u00b7<\/p>\n\n\n\n<p>T\u00f6le, Hund \u00b7 traatschen, viel miteinander sprechen (Traasch, Aufwand) \u00b7 Trahntitte, Trahnfunze, Trahnsuhse, langsamer Mensch \u00b7 Traumichnich, sch\u00fcchterner Mensch \u00b7 Treesch, Regengu\u00df. Ausdr\u00fccke f\u00fcr Trunkenheit: er hat een sitzen, hat eine Krehle, hat schief geladen, ist beschmoort, beschleucht, beschmaucht, beschwipst \u00b7 tr\u00fcbetimplich, unlustig \u00b7 Tunke, so\u00dfe \u00b7 Tunte, tuntig, altweiberm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n\n\n\n<p>Unglicke, a H\u00e4ffel Unglicke, eine j\u00e4mmerliche Figur \u00b7 Unt\u00e4tchen, kein, ohne Tadel \u00b7 unterkietig, eitrig, gef\u00e4hrlich \u00b7 urbern, L\u00e4rm machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Veralbern, ver\u00e4ppeln, verh\u00f6hnen (Pferde\u00e4ppel = Pferded\u00fcnger) \u00b7 verbiestert, vermuckert, verstockt \u00b7 verdr\u00fccken, aufessen \u00b7 Vertru\u00df, a kleener Buckel \u00b7 verduften, sich fortmachen \u00b7 verflixt, verpucht, euphemistische Umlautungen von verflucht; verpucht (= zugeklopft) und zugen\u00e4ht<\/p>\n\n\n\n<p>Vertumfeien, verderben \u00b7 verhaspeln, verfuchsen, verwirren \u00b7 verh\u00e4ttern, sich irren \u00b7 verhunzen, verschlechtern \u00b7 verkreeschen, durchbringen \u00b7 vermoo\u00dft, famos \u00b7 verpimpeln, verz\u00e4rteln \u00b7 versaubarteln, verderben, beschmutzen \u00b7 verscheechen, verscheuchen, verpudeln, verderben \u00b7 vertefendieren, sich verteidigen \u00b7 verunjenieren, verschandeln, entzwei machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wachtel, zur Wachtel machen, foppen \u00b7 Wampe, Tiermagen (pol. wamp.) Bauch \u00b7 Wam\u00dfe, Pr\u00fcgel \u00b7 Watschker, Geldbeutel \u00b7 winseln, da wird nischt gewinselt, da gibt es nichts \u00b7 wudeln, angef\u00fcllt sein \u00b7 wulstern, kneten<\/p>\n\n\n\n<p>Wursteln, fortwursteln, entschlossen handeln \u00b7 verwurstelt, verwickelt \u00b7 Wurschtkessel, im Wurschtkessel sein, ratlos sein. Zaspel, unbestimmte anzahl \u00b7 zengstrimm, ringsherum \u00b7 zermirmeln, zerkleinern<\/p>\n\n\n\n<p>Zerschl\u00e4ttert, in schlechtem Bauzustande \u00b7 zerteppern, entzwei machen \u00b7 ziefern, vor Frost zittern \u00b7 Zumpeln, Kleiderfetzen \u00b7 Zumpen, ein St\u00fcck, a Zumpen Wurscht \u00b7 zuschanzen, zuwenden \u00b7 zuzeln, saugen; von kleinen Kindern \u00b7 zwiebel, qu\u00e4len.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle diese Worte hatte Geheimrat Artur Schiller schon vor 1931 gesammelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Worte sind heute einem jeden Menschen gel\u00e4ufig. Jetzt werden sie auch die Deutung von L\u00e4rge und Luhsche sich erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, es waren nicht nur Worte die Leute aus Breslau ben\u00fctzten.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller, Heimatkalender 1931.<\/p>\n\n\n\n<p>Bearbeitet von Hans Christiani, HBZ 7\/75<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Artur Schiller, Heimatkalender 1931. Bearbeitet von Hans Christiani, Bunzlauer Heimatzeitung &nbsp;7\/75 Im Heimatkalender 1931, der mit dem Kreise Goldberg-Haynau herausgegeben wurde, befand sich ein Aufsatz von Geheimrat Artur Schiller mit dem Thema Bunzlauer Mundart. 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