{"id":1708,"date":"2024-07-05T17:35:08","date_gmt":"2024-07-05T15:35:08","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=1708"},"modified":"2024-07-05T17:35:09","modified_gmt":"2024-07-05T15:35:09","slug":"die-bunzlauer-schulen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/07\/05\/die-bunzlauer-schulen\/","title":{"rendered":"Die Bunzlauer Schulen"},"content":{"rendered":"\n<p>Erstver\u00f6ffentlichung: \u201eDer Bunzlauer Kreis am Bober und Queis\u201c. 2. v\u00f6llig neu bearbeitete Auflage 1964. Herausgegeben von der Bundesheimatgruppe Bunzlau in Siegburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erste Bunzlauer Urkunde, die eine Schule erw\u00e4hnt, tr\u00e4gt das Datum vom 26. 6. 1452. Sie ist die Niederschrift eines Zeugenverh\u00f6rs, wer das Patronatsrecht \u00fcber die Schulen hatte, ob die Stadt oder die Geistlichkeit. Es ist daraus ersichtlich, da\u00df die Schulen schon vor mindestens 60 Jahren als 1392 bestanden hatten. Es wurde ausgesagt, da\u00df die Stadt stets Lehrer angestellt habe; einige Male seien Priester darunter gewesen, damit diese den Pfarrer bei Amtshandlungen vertreten konnten. Dabei werden Namen der damaligen Schulmeister genannt: die Priester Johannes Grelle, Nikolaus Wacker und Johannes Ottag. Diese \u00e4lteste Schule stand in der N\u00e4he der Kirche. Was wurde damals unterrichtet? Die mittelalterliche Schule unterschied zwei Stufen, das Trivium oder den Dreiweg (Grammatik, Rethorik, Dialektik) und das Quadrivium oder den Vierweg (Geometrie, Arithmetik, Astronomie, Musik), welche man die sieben freien K\u00fcnste nannte. Das Trivium wurde in der Trivialschule gelehrt, das war der untere Lehrgang, dem als der obere Lehrgang das Quadrivium folgte.<\/p>\n\n\n\n<p>1524 zog die Reformation in Bunzlau ein. Am 8. 5. hielt Jakob S\u00fc\u00dfenbach die erste evangelische Predigt in der Pfarrkirche, in der dann bis 1532 als Pfarrer wirkte. Von dieser Zeit ab sind wir \u00fcber das Schulwesen genauer unterrichtet durch die Chronik des Pfarrers Friedrich Holstein. Er war am 23. 12. 1545 in Bunzlau geboren, wurde wahrscheinlich in der hiesigen Schule zum Studium vorgebildet, war von 1558 bis 1600 hier Pfarrer und ging dann nach Schweidnitz, wo er 1607 starb. Er machte uns l\u00fcckenlos mit den Leitern der Schule bekannt. Bis 1523 leitete sie Jakob Steinbrecher, dann Johannes Liebalt, unter dem sie einige Zeit wegen Pest geschlossen war. Es folgte 1526&nbsp; ein fr\u00fcherer M\u00f6nch Nasatus (Naseweis), sp\u00e4ter Joseph Klette, dem dann bis 1539 Mathias Holstein, ein Mann von hoher Gelehrsamkeit, der bei seinen Zeitgenossen in hohem Ansehen stand; viele t\u00fcchtige Leute haben ihm ihre Ausbildung zu verdanken und waren durch seine Empfehlung zu \u00c4mtern gelangt. Sein Nachfolger Kaspar Schulmann ging nach Wittenberg, wo ihm Melanchthon sp\u00e4ter die Grabrede hielt. Es folgte 1542 bis 1546 Georg Seiler, bis 1548 Martin Jonas, bis 1553 Melchior Gerlach.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der n\u00e4chsten Jahre weilte der ber\u00fchmte Goldberger Schulmeister Valentin Trotzendorf in Bunzlau, der der Pest in Goldberg ausgewichen war. Damals leiteten die Schule Berthold Krumbhorn, Michael Knoll, Tobias Kober, Tilemann Krug. Die n\u00e4chsten Rektoren waren 1558 bis 1564 Johannes Meisner, bis 1568 Georg Werner, bis 1585 Matthias Hilwig, der mit seinem Kollegen Sebastian Namsler an der Pest starb. Der folgende Leiter Salomon Gesner starb sp\u00e4ter als Professor in Wittenberg, sein Nachfolger Elias Namsler (1589 bis 1596) war wieder in Bunzlau geboren. \u00dcber die Jahrhundertwende bis 1604 war Christoph Opitz der Rektor, wieder ein Bunzlauer, der Onkel von Martin Opitz.<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgten von 1606 bis 1616 der Bunzlauer Valentin Senftleben, dann Zacharias Schubert aus Brieg, der bereits seit dem 15. 11. 1615 als Prorektor an der Schule t\u00e4tig war und unter dem 1629 im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg die Schule zugrundeging. Sie befand sich w\u00e4hrend der ganzen Zeit in der N\u00e4he der Kirche, es l\u00e4\u00dft sich aber kein genauer Ort angeben. Unter Rektor Meisner wurde das Geb\u00e4ude abgebrochen und von Pfingsten bis Michaelis neu gebaut. Der Schulleiter verfa\u00dfte eine lateinischen Spruch \u00fcber die Haust\u00fcr: \u201eFreue dich, o Nachwelt deines B\u00fcrgermeisters Hanwald, welcher f\u00fcr dich das pr\u00e4chtige Geb\u00e4ude der frommen Schule hat errichten lassen.\u201c Die Gro\u00dfbuchstaben ergaben die Jahreszahl 1561. Die Stadt hat sich also ihrer Schule f\u00fcrsorglich angenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir schlie\u00dfen es auch aus folgenden kurzen Berichten. 1593 zersprang die Schulglocke und wurde in Breslau neu gegossen. 1599 wurde das Haus erweitert, es bekam zwei Giebel, wir d\u00fcrfen annehmen, da\u00df der l\u00f6bliche Rat seine Schule in der Bauweise der Zeit schm\u00fccken wollte. 1601 wurde ein gro\u00dfer Wassertrog hinter der Schule eingegraben, was wohl hei\u00dfen soll, da\u00df durch Anschlu\u00df an die Wasserleitung des Queckbrunnens eine bequeme Trinkgelegenheit geschaffen wurde. Allj\u00e4hrlich zu Beginn des Schuljahres an Ostern zum beliebten Gregoriusfest&nbsp; trat die Schule an die \u00d6ffentlichkeit, indem in fr\u00f6hlichem Zuge die neu eingetretenen Sch\u00fcler durch die Stadt gef\u00fchrt werden, unter Gesang und allerlei Sp\u00e4\u00dfen, wie Holstein mehrfach erw\u00e4hnt. Leider erfahren wir sehr wenig von dem t\u00e4glichen Leben der Schule und vom planm\u00e4\u00dfigen Aufbau ihrer Arbeit. Aber auch heute berichten die Zeitungen nur von besonderen Ereignissen der Schulen und solche h\u00f6ren wir von Holstein gen\u00fcgend, um ein Bild zu gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es handelt sich nicht um eine \u00f6ffentliche Schule im heutigen Sinne, es war eine Lateinschule. Luther hatte in seiner Schrift von 1525 \u201eAn die Ratsherren aller St\u00e4dte in deutschen Landen, da\u00df sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen!\u201c zur Errichtung solcher Schulen aufgefordert und Melanchthon, der praeceptor germaniae, hatte dies Mahnung 1543 wiederholt: \u201eAn eine ehrbare Stadt, von Einrichtung der lateinischen Schule n\u00fctzlich zu lesen.\u201c Sie erreichten, da\u00df jede Stadt, die sich eines gewissen Wohlstandes erfreute, eine Lateinschule gr\u00fcndete, also eine Schule, die nach Vermittlung von Kenntnissen in den alten Sprachen das Studium der griechischen und r\u00f6mischen Schriftsteller betrieb.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war&nbsp; der Weg jener humanisitischen Zeit zur Ausbildung von Predigern, Lehrern und Ratsleuten. Es gab damals weder Abschlu\u00dfpr\u00fcfung noch Reifezeugnis. Die Schulen entlie\u00dfen ihre Z\u00f6glinge mit gen\u00fcgender Vorbildung, um den Vorlesungen an der Universit\u00e4t folgen zu k\u00f6nnen. So ging denn eine ganze Reihe von Bunzlauer Sch\u00fclern zum Studium nach Wittenberg. Die Bunzlauer waren stolz auf ihre Schule. \u00dcber die T\u00e4tigkeit des Rektors Matthias Hilbig berichtet Holstein, da\u00df zu seiner Zeit die Schule \u201ein gro\u00dfer Aufnahme kommen, denn viele von Adel, auch von weit abgelegenen Orten ihre Kinder anhero gesandt haben.\u201c Die Kenntnis der lateinischen Sprache ist so verbreitet gewesen, da\u00df sogar Landsleute um Bunzau beim Pfl\u00fcgen lateinische Lieder gesungen haben sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der rasche Wechsel der Schulleiter f\u00e4llt auf, auch der Lehrer deren Namen uns Holstein auch gelegentlich mitteilt. Das Unterrichten war noch nicht ein ausgesprochener Lebensberuf. Zwar stiegen einzelne vom Auditor und Baccalaureus zum Pro- oder Konrektor&nbsp; und zum Rektor auf, aber f\u00fcr die meisen war war die Lehrt\u00e4tigkeit ein \u00dcbergang zum Studium zu \u00c4mtern im kirchlichen oder st\u00e4dtischen Dienst. So lie\u00df sich Liebalt in den Magistrat berufen, und Joseph Klette trat an die Stelle seines Schwiegervaters als Stadtschreiber. Senftleben, ein besonders t\u00fcchtiger Schulmann, schied am 10. 10. 1616 aus dem Schuldienst und wurde am 8. 9. 1617 zum B\u00fcrgermeister gew\u00e4hlt, sicher zur hohen Freude seines Vaters, des Pfefferk\u00fcchlers Jakob Senftleben. Der Sohn war nachher noch mehrmals B\u00fcrgermeister, bis er 1627 starb. Auch mit anderen St\u00e4dten war ein lebhafter Wechsel. Kaspar Schuhmann und Salomon Gesner gingen nach Wittenberg, Holstein nach Neisse. Noch lebhafter war die Bewegung unter den Sch\u00fclern. Sie folgten ber\u00fchmten Lehrern oder suchten in anderen St\u00e4dten bessere F\u00f6rderung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201efahrenden Sch\u00fcler\u201c geh\u00f6rten zum Bild der damaligen Zeit. Nicht selten verfiel die Jugend dabei dem Wandertrieb und sank zu Landstreichern und Bettlern ab. Da mu\u00dften die Schulen darauf bedacht sein, ihren Ruf zu wahren. Am 7. 4. 1620 wurde der Auditor, Elias Hanewald, der erst am 19. 4. 1619 eingef\u00fchrt worden war, wegen seines \u00e4rgerlichen Lebens entlassen. Von Mathias Holstein wird ger\u00fchmt, da\u00df er \u201edie Schule mit guter Disziplin aufgerichtet und alles in Ordnung gebracht hat.\u201c Die Lehrer waren angesehen, wurden oft in den Rat gew\u00e4hlt und standen mit den vornehmsten Familien der Stadt in freundschaftlichen und verwandtschaftlichen Beziehung-en. Wie geachtet die Schule war, ist auch daraus ersichtlich, da\u00df ihre \u00f6ffentlichen Auff\u00fchrungen im Rathaussaal stattfanden. Solche \u201ehumanistischen Sch\u00fclerkom\u00f6dien\u201c waren damals allgemein \u00fcblich, um die Sch\u00fcler im Gebrauch der lateinischen Sprache zu \u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Chronik erz\u00e4hlt von einer ganzen Reihe solcher Auff\u00fchrungen. Da wurden alte r\u00f6mische Kom\u00f6die gespielt, wie am 12. 11. 1609 die \u201eGefangenen\u201c von Plautus oder am 4. 12. 1610 die \u201eBr\u00fcder\u201c von Terenz, beide unter der Leitung von Rektor Senftleben, oder biblische Stoffe, die von Gelehrten der zeit in Wechselspr\u00fcche geformt waren, wie am 21. 10. 1594 \u201eRebekka\u201c von dem T\u00fcbinger Philosophie-Professor Nicodemus Frischlin (1547 \u2013 1590), wobei Rektor Elias Namsler das Spiel f\u00fchrte, oder am 28. 8. 1606 unter Buchw\u00e4lder, der damals den erkrankten Rektor Opitz vertrat, \u201eeine neue christliche Kom\u00f6die vor Heiligung und Entheiligung des Sabbaths\u201c und wieder unter Senftleben Regie am 21. 10. 1612 \u201eJoseph\u201c vom \u201echristlichen Terenz\u201c, unter welchem Decknamen sich der Harlemer Rektor Cornelius Schon\u00e4us verbarg. An die Auff\u00fchrung der zuletzt genannten Kom\u00f6die schlo\u00df Senftleben eine deutsche von Vincenz Ladislaus, deren Titel nicht genannt wird. So hatte er am 10. 9. 1609 ein deutsches Speil \u201eVom verlorenen Sohn\u201c aufgef\u00fchrt und am 12. 8. 1610 folgte in deutscher Sprache \u201ePlagium\u201c, wo der s\u00e4chsische Prinzenraub dargestellt wurde, und am 26. 6. 1614 die deutsche Kom\u00f6die \u201eAret Eugenia\u201c. Nachher scheinen keine Auff\u00fchrungen mehr stattgefunden zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil unter Zacharias Schubert 1623 Soldaten die Pest einschleppten, mu\u00dfte die Schule vor\u00fcbergehend geschlossen werden. Als sie an 25. 1. 1624 feierlich wieder er\u00f6ffnet wurde, hielt der Rektor eine lateinische Rede und Pastor Wesselius (eigentlich Wenzel) in der Kirche eine Schulpredigt. Er hatte die Schule selbst besucht, denn er war 1571 in Bunzlau geboren. Am Sonntag Rogate, 25. 5. 1617, hatte er seine Antrittspredigt gehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es hatten sich damals 52 Pfarrer um die Stelle beworben, die ohne Ausnahme Bunzlauer waren und bereits in \u00c4mtern standen, f\u00fcr die sie in der Schule ihrer Vaterstadt ausgebildet wurden. Seine Frau Helene war die Tante von Martin Opitz. Die Wahl stellte ihn unter das schwere Schicksal Bunzlaus im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg. Davon erz\u00e4hlt nicht mehr Holstein. Seine Berichte gehen nur bis zu seinem Weggang aus Bunzlau im Jahre 1600. Die Fortf\u00fchrung der Chronik , die \u201eContenuatio\u201c, die \u00fcber vier Jahrzehnte bis 1640 berichtet, ist wahrscheinlich von Buchw\u00e4lder geschrieben, denn bei der Schilderung der Pl\u00fcnderung<\/p>\n\n\n\n<p>Bunzlaus 1639 hei\u00dft es: \u201ewie sie denn mich alten Mann Christian Buchw\u00e4lder braun und blau geschagen mit 73 Jahren\u201c. Sein Leben ist kennzeichnend f\u00fcr seine Zeit. 1566 ist er geboren und 1641 starb er. 1589 war er unter dem Rektorat von Elias Namsler als Lehrer nach Bunzlau gekommen. 1604 kaufte er von Pfarrer Holstein dessen Haus am Katholischen Kirchplatz und wohnte dort. W\u00e4hrend der langen Krankheit des Rektor Opitz und bis zwei Jahre nach dessen Tod f\u00fchrte er vertretungsweise die Schule. Am 29. 3. 1613 wurde er Kirchvater, am 12. 9. 1625 w\u00e4hlte man ihn als Beisitzer in den Rat. Als solcher erlebte er Bunzlaus schweres Kriegsschicksal unmittelbar wie Pfarrer Wenzel und B\u00fcrgermeister Seiler.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie das reichbewegte Lebend er wohlhabenden und flei\u00dfigen Stadt in Tr\u00fcmmern und Brandschutt versank, so ging auch die geistige Bl\u00fcte zugrunde, und zwar nicht durch den Krieg an sich, sondern durch den religi\u00f6sen Fanatismus der Habsburger, die ihre Religion zur alleinigen in Schlesien machen wollten,wie in allen ihren L\u00e4ndern. Sie \u201ebetrachteten en Protestantismus als eine Wiederholung fr\u00fcherer Ketzereien, welche nicht allein ohne Berechtigung seien, sondern auch mit allen Mittel ausgerottet werden m\u00fc\u00dften\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher erschienen 1628 die gef\u00fcrchteten Liechtensteiner Dragoner in den schlesischen Herzog-t\u00fcmern Schweidnitz und Jauer. Sie bem\u00e4chtigten sich Januar 1629 hinterlistig der Stadt Bunzlau. Pastor Wenzel und seine Amtsbr\u00fcder wurden mit ihren Familien geplagt, gepr\u00fcgelt und mu\u00dften sich noch mit Talern die Erlaubnis zum Abzug erkaufen. Mit ihnen zogen am 24. 1. 1629 \u201edie f\u00fcnf Kollegen aus der Schule, n\u00e4mlich Zacharias Schubert, der Rektor Balthasar Schultz, Konrektor Kaspar Demelius, Kantor Kaspar Bergmann, Baccalaureus und Heinrich M\u00fcller, Auditor\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit war die Schule aufgel\u00f6st. Zwar wurden die zerstreuten Sch\u00fcler gesammelt, um sie beeinflussen zu k\u00f6nnen, und mit Ersatzkr\u00e4ften wurde am 29. 1. 1629 der Unterricht wieder aufgenommen. \u201eRektor wurde der gewesene Naumburger Zolleinnehmer und zum Kantor einer aus Friedeberg der neulich zu Greifenberg abgefallen, angenommen\u201c. Die Eltern, die ihre Kinder nicht zur Schule schicken wollten, wurden verhaftet und mit allerlei Beschimpfungen bedroht.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Dezember 1632 bis 1637 stand Bunzlau wieder vor\u00fcbergehend unter seinem evangelischen Rat, der sofort wieder beruflich vorgebildete Lehrer einstellte. Sp\u00e4ter verhinderte wohl das wechselnde Kriegsgl\u00fcck die v\u00f6llige Durchf\u00fchrung der harten kaiserlichen Verf\u00fcgung, aber die Schule war bedeutungslos geworden. Erst vom Februar 1656 ist wieder eine Nachricht \u00fcber sie erhalten, nach der Andreas K\u00f6hler zu ihrem \u201eVerwalter\u201c verordnet war. Bis zum Ende des Jahrhunderts ist dann nichts zu vernehmen. Vom 2. 8. 1706 ist zuf\u00e4llig der Name des Rektors erhalten: Andreas Brocke. Als der Tillendorfer Maurergeselle Gottfried Zahn lesen lernen wollte, ging er nicht nacht Bunzlau, sondern \u00fcber die Grenze nach Thommendorf. 1732 ordnete Pfarrer Menzel an, da\u00df die Kinder jedesmal vor Verlassen der Schule das Einmaleins aufsagen sollten. Das kennzeichnet den Zustand der Schule.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Dezember 1740 fiel der junge Preu\u00dfenk\u00f6nig in Schlesien ein. Am 16. 2. 1741 lie\u00df er durch seinen Feldprediger im Lager von Rauschwitz bei Glogau die ersten Prediger f\u00fcr evangelische Gemeinden ordinieren, darunter Ambrosius Ferdinand J\u00e4rschky f\u00fcr Bunzlau. Weil das neue Amt viel Arbeit mit sich brachte, erhielt er in dem Predigtamtskandidaten Fiebig aus Reibersdorf einen Gehilfen. Der \u00fcbernahm auch das Amt des Kantors und dadurch wurde eine evangelische Schule m\u00f6glich. Zwar ging er schon 1742 weg, und die Nachfolger wechselten mehrfach, doch 1743 wurden die Verh\u00e4ltnisse dieser Schule geregelt. Der Frieden zu Breslau vom 11. 6. 1742, der den ersten Schlesischen Krieg beendete, enthielt die Bestimmung: \u201eDie katholische Religion bleibt im gegenw\u00e4rtigen Zustand, jedoch unbeschadet der den Protestanten zu gew\u00e4hrenden unbeschr\u00e4nkten Gewissensfreiheit.\u201c Damit war die Religonsfreiheit der F\u00fcrsten, die 1648 festgesetzt war, nun zum Zeitalter der Aufkl\u00e4rung weitergef\u00fchrt zur Religionsfreiheit der einzelnen Person. Nun war der Fortbestand der bisherigen Schule als einer katholischen Schule gew\u00e4hrleistet und die neue evangelische Schule best\u00e4tigt. Von jetzt an bestanden also in der Stadt zwei Schulen, getrennt nach der Konfession.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 22. 6. 1752 wurde auf dem Schlo\u00dfplatz der Grundstein zum evangelischen Gotteshaus gelegt. Dabei h\u00f6ren wir zum ersten Male genaueres von der evangelischen Schule. Mit den Mitgliedern des Magistrats, den Geistlichen J\u00e4rschky und Woltersdorf und den Lehrern Konrektor Am Ende, Kantor R\u00f6sler und Auditor H\u00f6flich versammelten sich die Kinder der 1., 2. und 3. Klasse im K\u00fcrschnersaal des Rathauses, wo bisher die evangelischen Gottesdienste gehalten wurden und er\u00f6ffneten Paar um Paar den Festzug zum Schlo\u00dfplatz. Am gleichen Tage ergingen aus Breslau einige Verordnungen \u00fcber das Schulwesen. Konrektor Am Ende wurde beauftragt, dem 3. Lehrer&nbsp; an der Lateinschule H\u00f6flich und den Lehrern Horn und Siegmund an der Deutschen Schule aufzugeben, sich unverz\u00fcglich beim Inspektor Walter in Jauer zu melden, sich von ihm examinieren zu lassen und dann unter Verbringung seines Originaltextes binnen vier Wochen um Best\u00e4tigung einzukommen. Sodann wurde der unentgeltliche Unterricht angeordnet, jedoch sollten die Kinder wohlhabender Eltern viertelj\u00e4hrlich sechs Groschen bezahlen. Die Regierung in Glogau verf\u00fcgte, da\u00df die Stadt den Rektor einzusetzen habe, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen Kirchen- und Schulbeamten unter Zuziehung des Pfarrers zu berufen w\u00e4ren. Rektor und Kantor sollten ihre Besoldung aus der K\u00e4mmereikasse erhalten. Bei den Schulkonferenzen sollte ein Mitglied des Magistrats zugegen sein. Freilich hatte diese Schule jahrzehntelang kein eigenes Geb\u00e4ude, der Unterricht fand in Privath\u00e4usern statt. Sie bestand aus einer Elementarschule mit zwei Klassen und einer Lateinschule mit drei Klassen. Bis 1777 geh\u00f6rte Bunzlau zum Schulinspektionsbezirk Jauer, dann wurde Pfarrer Christian Ludwig Woltersdorf, der Direktor des Waisenhauses von 1762 bis 1804 mit der Beaufsichtigung der Kreise Bunzlau und L\u00f6wenberg beauftragt. So blieben die Verh\u00e4ltnisse viele Jahre. Auf Rektor Am Ende der am 2. 5. 1792 starb, folgte Rektor Engmann. 1809 amtierten au\u00dfer ihm noch Kantor Munsky (gest. 1810) und die Schulkollegen Berthold Puschmann und Exner. 1812 vernachte ein edeldenkender und verm\u00f6gender Mann, Kaufmann Bleul in seinem Testament eine Summe zur Erbauung neuer Schulh\u00e4user und zur Verbesserung der Lehrergeh\u00e4lter. Der Betrag reichte aber nicht aus f\u00fcr einen<\/p>\n\n\n\n<p>Neubau mit f\u00fcnf Klassen und Wohnungen. Da entstand der Gedanke, aus dem aufgehobenen Dominikanerkloster und seiner Kirche die so lange entbehrte evangelische Schule zu erstellen. Der K\u00f6nig stimmte der Bitte um \u00dcberlassung der Geb\u00e4ude zu. Obgleich alle Baustoffe aus der K\u00e4mmerei geliefert wurden, fehlte es doch bald an dem n\u00f6tigen Gelde. Die Erben des Kaufmanns verweigerten die Auszahlung des Verm\u00e4chtnisses, so da\u00df die Stadt in einen Proze\u00df verwickelt wurde. Aber der Bau war angefangen und wurde unter vielen Schwierigkeiten so weit gef\u00fchrt, da\u00df die Klosterkirche in Schulklassen verwandelt und die M\u00f6nchszellen in Lehrerwohnungen eingerichtet wurden. Kaum bezogen, wurde das Haus im Franzosenkrieg teilweise als Lazarett und als Magazin f\u00fcr Lebensmittel verwendet.&nbsp; Als B\u00fcrgermeister K\u00fcrbis am 2. 5. 1814 feierlich eingef\u00fchrt wurde, begleiteten ihn 24 wei\u00df gekleidete M\u00e4dchen und \u00fcberreichten ihm ein Gedicht. Dabei ist zum erstenmal von einer Lehrererin die Rede, Madame Scheller, die ihre M\u00e4dchen begleitete. Wenige Wochen sp\u00e4ter erfahren wir von einer Lehrerin Madame Petzold, die mit 20 geputzten M\u00e4dchen den durchreisenden Br\u00fcdern des Zaren Ehren erwies. \u2013 Die Schule des Waisenhauses hatte 1764 die drei ersten Abiturienten zur Universit\u00e4t geschickt und dann fast j\u00e4hrlich dieses Ziel erreicht. Als aber um die Jahrhundertwende die bedr\u00e4ngte wirtschaftliche Lage die Anstalt zu Einschr\u00e4nkungen zwang, war dies nicht mehr m\u00f6glich. nach 1810 ist kein Z\u00f6gling mehr unmittelbar auf die Akademie \u00fcbergegangen. Den 1822 erlassenen versch\u00e4rften Bestimmungen f\u00fcr die Abiturientenpr\u00fcfung konnte die Schule in ihrer damaligen Verfassung nicht gen\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>1803 war das Waisenhaus vor der Aufl\u00f6sung bewahrt worden, indem es zur staatlichen Anstalt gemacht wurde. Nun erging am 23. 12. 1814 aus Wien, wo die F\u00fcrsten zum Kongre\u00df versammelt waren, die Kabinettsordre, da\u00df die Anstalt zu einer guten B\u00fcrgerschule eingerichtet werden sollte. Der von Direktor Hoffmann daf\u00fcr aufgestellte Lehrplan sah f\u00fcr die im zehnten Lebensjahre eingetretenen Z\u00f6glinge zun\u00e4chst eine dreij\u00e4hrige Ausbildung in den Elementarf\u00e4chern vor, zu denen dann in einer zweiten, ebenfalls dreij\u00e4hrigen Stufe die fremden Sprachen, besonders Latein und Franz\u00f6sisch kamen. Damit sollte die Vorbildung f\u00fcr alle St\u00e4nde und Berufsarten gegeben werden, den Weiterstrebenden aber zugleich die M\u00f6glichkeit, nach etwa einj\u00e4hrigem Besuch des Gymnasiums die Reifepr\u00fcfung abzulegen. \u2013 Ferner sprach jene Ordre davon, da\u00df die Anstalt die \u201eWaisenknaben, welche die Anlage und Neigung zum Lehramt haben, auf diese vorbereite\u201c. Das Bunzlauer Waisenhaus wurde dadurch bestimmt, eine St\u00e4tte der praktischen Ausf\u00fchrungen f\u00fcr die Ideen Pestalozzis zu werden. Deshalb wurde das bereits seit 1814 in Liegnitz bestehende Seminar nach Bunzlau verlegt und am 14. 10. 1816 er\u00f6ffnet. Damit erhielt die Anstalt als Bildungsst\u00e4tte f\u00fcr die Volksschullehrer f\u00fcr l\u00e4nger als 100 Jahre&nbsp; gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr ganz Niederschlesien. In der in Verbindung mit dem Seminar am 25. Mai 1818 eingerichteten \u00dcbungsschule wurden arme Kinder aus der Obervorstadt unentgeltlich bei freien Lehrmitteln \u2013 daher Freischule \u2013 unterrichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>1828\/29 erhielt die katholische Schule ein neues Haus mit drei Klassenzimmern und Lehrerwohnungen an der Ostseite des katholischen Kirchplatzes. Immer noch unterrichteten an ihr ein Rektor und ein Kantor. Im Jahre 1813 erfahren wir wieder einmal die Namen der Lehrer an der evangelischen Schule. Auf Rektor Heinze war 1826 Rektor Vogel gefolgt (gestorben 71j\u00e4hrig am 13. 2. 1865), Kantor Buchwald, der die zweite Knabenklasse betreute, Lehrer Ende f\u00fcr die erste Klasse, Lehrer Vogel f\u00fcr die dritte, Hauptmann Traugott H\u00f6hne als Lehrer der ersten M\u00e4dchenklasse (1835 wurde er K\u00e4mmerer), Elementarlehrer B\u00f6hr, sodann Witwe Bachmann, Lehrerin an der weiblichen Industrieschule. Darunter haben wir uns eine Schule vorzustellen, die mit Spinnen, N\u00e4hen und Stricken besch\u00e4ftigt war. Hier zeigte sich der Einflu\u00df Pestalozzis auf das deutsche Schulwesen, der im Kriegselend der Schweiz die erziehliche Bedeutung der Handarbeit erkannt hatte. Direktor Hoffmann (1825 bis 1828) hatte 1815 in seinem Plan f\u00fcr Erziehung und Unterricht im Waisenhaus vorgesehen, \u201eda\u00df das vorteilhafte Stricken und Flechtenarbeit, Bast- und Korbarbeit, Gartenarbeit, besonders Baumzucht, Papparbeit, besonders im Winter eingef\u00fchrt werden sollen. Auch sollen diejenigen Waisenknaben und Freisch\u00fcler, denen es offenbar an geistigen F\u00e4higkeiten mangelte, angehalten werden, t\u00e4glich ein halbes St\u00fcndchen Holz zu s\u00e4gen, alle aber, auch die f\u00e4higeren, im Ausbesssern der Kleider und W\u00e4sche, im N\u00e4hen, Flicken und Stopfen unterwiesen werden.\u201c&nbsp; Dieser \u201emoderne\u201c Zweig des Unterrichts ist also auch in die St\u00e4dtische Schule eingef\u00fchrt worden. Sp\u00e4ter sah man in einer solchen n\u00fctzlichen T\u00e4tigkeit ganz im Sinne Pestalozzis eine Hilfe bei der F\u00fcrsorge f\u00fcr gef\u00e4hrdete Kinder. Der am 4. 10. 1850 gegr\u00fcndete Verein zu Abschaffung der Kinderbettelei (Leiter Lehrer Menzel unterst\u00fctzt von Waisenhausrendant K\u00fchn) besch\u00e4ftigte nachmittags M\u00e4dchen mit Handarbeiten in seinem Arbeitsschule oder Spinnschule genannten Geb\u00e4ude auf der Vorwerkstra\u00dfe, bis nach dem Ersten Weltkrieg sich die sozialen Verh\u00e4ltnisse grundlegend \u00e4nderten. Dann kaufte die Stadt das Haus und verwendete es f\u00fcr die Hilfsschule und die M\u00e4dchenberufsschule. 1831, als die Industrieschule als 6. Klasse der st\u00e4dtischen Schule aufgef\u00fchrt wird, war Direktor des Waisenhauses (1828 \u2013 1837) der Pestalozzisch\u00fcler Peter Heinrich Kawerau.<\/p>\n\n\n\n<p>Er hat 1832 eine Sonntagsschule eingerichtet, in der nachmittags von 1 bis 4 Uhr Handwerksgesellen und Lehrlinge in den zu ihrem Fortkommen erforderlichen Unterrichtsf\u00e4chern weitergebildet wurden. Diese Einrichtung wurde nach kurzer Zeit in die Start verlegt. Das war der Anfang der Gewerblichen Fortbildungsschule in Bunzlau, denn vom 12. 11. 1869 ab war der besuch Pflicht. Direktor Kawerau erhielt bei seinem Scheiden am 3. 8. 1837 vom dankbaren Rat der Stadt das Ehrenb\u00fcrgerrecht. \u2013 Das Geb\u00e4ude von 1812 erwies sich bald als zu klein. Als 1838 die 7. Klasse der B\u00fcrgerschule eingerichtet werden mu\u00dfte, wurde sie mit ihrem Lehrer Pilz, bisher Waisenhaushilfslehrer in das Weighaus an der sp\u00e4teren Poststra\u00dfe gelegt, das am 16. 10. 1838 als Schule geweiht wurde. (Es war mit der Stadtmauer 1479\/80 erbaut, hatte zuletzt als Tabakslager gedient und war schlie\u00dflich nach 1910 Museum.) Die evangelische Schule wurde 1848 von 560 Kindern besucht, davon 25 katholischen (wohl wegen des fremdsprachlichen Unterrichts) und 13 j\u00fcdischen, also im Durchschnitt 80 Sch\u00fcler in jeder der sieben Klassen! Die wachsende Kinderzahl, der Bildungseifer des B\u00fcrgertums jener Jahre, zwang die Stadt zum<\/p>\n\n\n\n<p>Ausbau des Schulwesens. Jahrelang zogen sich die Beratungen hin, am 3. 7. 1857 beschlossen die Stadtv\u00e4ter eine gr\u00fcndliche Reorganisation der evangelischen Stadtschule, wobei gymnasiale Klassen gebildet werden sollten, und am 19. 12. 1857 die Errichtung einer H\u00f6heren T\u00f6chterschule. Am 31. 1. 1858 w\u00e4hlte man Gymnasialoberlehrer Friedrich Wilhelm Beisert aus Lauban zum Rektor der erweiterten Schule. Unter seiner Leitung war sie von Ostern 1858 ab gegliedert in eine deutsche B\u00fcrgerschule mit Knaben- und M\u00e4dchenklassen (ohne fremdsprachlichen Unterricht), in eine H\u00f6here T\u00f6chterschule, in der auch Knaben aufgenommen wurden zur Vorbereitung auf den Besuch des Gymnasiums und in den Gymnasialklassen von Sexta bis Untertertia. In den n\u00e4chsten Jahren entwickelten sich die Zweige dieser vielseitigen Anstalt zu selbst\u00e4ndigen Schulen. Am 27. 4. 1860 wurde die Anstellung eines Leiters f\u00fcr die T\u00f6chter- und B\u00fcrgerschule beschlossen. F\u00fcr dieses Amt wurde am 13. 1. 1861 Rektor Eckersberg gew\u00e4hlt. Unter dem 14. 9. 1860 genehmigte die Regierung die Erweiterung des Progymnasiums zu einem Vollgymnasium. Die Schule hatte damals in ihren f\u00fcnf Klassen 7 Lehrer und 137 Sch\u00fcler. Ostern 1861 begann der weitere Aufbau, den Direktor Beisert durchf\u00fchrte, der zu diesem Zeitpunkt die Leitung der anderen Zweige Rektor Eckersberg \u00fcbergab. Damit war das Gymnasium selbst\u00e4ndig. Die H\u00f6here T\u00f6chterschule hatte 1862 auch bereits in f\u00fcnf Klassen 105 Sch\u00fclerinnen und 28 Knaben. Daher wurde an 3. 2. 1868 die Trennung von T\u00f6chter- und B\u00fcrgerschule beschlossen. Ostern 1867 wurde unter der Leitung von Rektor Eckersberg die T\u00f6chterschule selbst\u00e4ndig. Zum Rektor der Knaben- und M\u00e4dchenklassen der B\u00fcrgerschule wurde am 30. 4. 1867 der bisherige Lehrer Menzel gew\u00e4hlt. Er starb am 24. 7. 1883. An der Schule wirkte auch Kantor Knauer, der durch viel Konzerte das Musikleben der Stadt f\u00f6rderte und durch die Gr\u00fcndung des Niederschlesischen S\u00e4ngerbundes am 28. 12. 1864 weit \u00fcber die Stadt hinaus Bedeutung gewann. Auch er starb 1883. Unter Rektor Kottwitz wurden 1899 Knaben- und M\u00e4dchenklassen getrennt, indem die ersteren mit Rektor Peschel einen eigenen Rektor bekamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Jahrhundertwende bestanden also in Bunzlau folgende Schulen: die katholische Schule, die Mittelschule des Waisenhauses (1815 bzw. 1877), das Volksschullehrerseminar (1816), die Freischule des Waisenhauses (1818), das Gymnasium (1858\/1861), die H\u00f6here T\u00f6chterschule (1858\/67), die Knabenschule (1858\/59), die M\u00e4dchenschule (1858\/99), die gewerbliche Fortbildungsschule (1869). Dazu hatte Bunzlau seit 1885 eine Kaufm\u00e4nnische Fortbildungsschule, seit 1897 eine Keramische Fachschule. 1920 richtete die Stadt eine simultane Hilfsschule f\u00fcr Minderbegabte ein. Im gleichen Jahr entstand die Landwirtschaftsschule. Nach 1928 wurde an die Keramische Fachschule eine Glasfachschule angegliedert. Nach 1920 hie\u00dfen die B\u00fcrgerschulen Volksschulen und die Bunzlauer Volksschulen erhielten besondere Namen. Die katholischen Sch\u00fcler gingen dann in die Eichendorffschule, die evangelischen Knaben in die Martin-Opitz-Schule, die M\u00e4dchen in die Dorotheenschule und die Hilfssch\u00fcler in die Pestalozzischule.<\/p>\n\n\n\n<p>Betrachten wir nun die Entwicklung der einzelnen Schulen. Am 11. 2. 1859 hatten die Stadtv\u00e4ter den Bau eines Gymnasiums beschlossen, hatten daf\u00fcr im folgenden Jahr vier Morgen Land zwischen dem 1857 er\u00f6ffneten Stadttheater und der 1846 vollendeten Eisenbahn gekauft und legten dann am 18. 10. 1861 den Grundstein zum Geb\u00e4ude. 220 Sch\u00fcler aus den Klassen Septima bis Sekunda zogen bei der Feier mit ihrer Schulfahne auf, die ihnen der Jungfrauenverein gestiftet hatte. Am 11. 6. 1861 war sie vor dem Ausmarsch nach Neu Warthau zum Sommerfest der Schule geweiht worden. Als Ostern 1862 die Prima aufgesetzt wurde, hatte die Schule unter 254 Sch\u00fclern 100 ausw\u00e4rtige. Am 19. 2. 1864 legten die ersten drei Sch\u00fcler die Reifepr\u00fcfung ab, genau 100 Jahre, nachdem die ersten Abiturienten aus dem Waisenhaus zur Universit\u00e4t gegangen waren. Einige Monate sp\u00e4ter wurde das neue Schulgeb\u00e4ude eingeweiht. 37000 Taler waren 1861 f\u00fcr den Bau bewilligt worden, der genaue Anschlag von 1862 forderte 43160 Taler, die Schlu\u00dfabrechnung wies 70000 Taler nach. Daf\u00fcr war aber auch ein Geb\u00e4ude entstanden, das der Stadt Bunzlau und ihren Vertretern zur Ehre gereichte. Der Bunzlauer Maurermeister Jakob hatte es nach den Pl\u00e4nen des G\u00f6rlitzer Maurermeisters Oppermann gebaut. Bei der Einweihung trat der Festzug am Rathaus zusammen und ging unter Gel\u00e4ut aller Glocken zum Schulhaus. Am Portal \u00fcberreichte Wronka die Schl\u00fcssel B\u00fcrgermeister Schilke, der sich wie sein Vorg\u00e4nger Fl\u00fcgel hohe Verdienste um Schule und Haus erworben hatte. An die Feier in der Aula schlo\u00df sich ein Festessen im Bl\u00fccher an. Zur Nachfeier unternahmen alle Angeh\u00f6rigen der Schule tags darauf eine Spazierfahrt zum Gr\u00f6ditzberg. Die Stadt schenkte jedem Gymnasiasten ein photographisches Bild des neuen Geb\u00e4udes. \u2013 Am 20. 6. 1866 nahm der Krieg einige R\u00e4ume als Lazarett in Anspruch. In den n\u00e4chsten Jahren wurde der 3. Juli, der Sieg von K\u00f6niggr\u00e4tz, durch einen Schulspaziergang gefeiert. Nach 1871 war es der 2. September, der Tag von Sedan. Ostern 1872 ver\u00f6ffentlichte Direktor Beisert eine Ehrenliste mit den Namen der Kriegsteilnehmer der Schule. Am 1. 4. 1882 endete seine Amtszeit. Sein Nachfolger war Dr. Bouterweck aus Treptow. 1886 \u00fcbernahm der Staat die Schule und ihr Geb\u00e4ude. Die Stadt zahlte dabei 400000 Mark als ihre Beihilfe zur Betreuung dieser h\u00f6heren Schule durch den Staat in aller Zukunft. Das Waisenhaus mit seinen Schulen und das Gymnasium wurden dabei unter der Leitung des bisherigen Provinzialschulrats Sander vereinigt. Ihm folgte 1894 der bisherige Direktor des Gymnasiums zu Hadersleben Ostendorf. Nach dessen Versetzung in den Ruhestand 1906 erhielt das Gymnasium im Oktober 1909 wieder einen besonderen Leiter in Geheimrat Dr. Reinhold Biese (geb. 19. 2. 1851 in Putbus auf R\u00fcgen, gest. 12. 11. 1929 in Essen). Er f\u00fchre die Schule durch die schweren Jahre des Ersten Weltkrieges bis zu seiner Versetzung in den Ruhesand im Januar 1919. 1921 trat die Schule wieder in den Verband des Waisenhauses zur\u00fcck unter Oberstudiendirektor Friedrich Oelze, geb. 11. 9. 1871, gest. 10. 10. 1954. Da dieser seit dem Jahre 1915 als Abgeordneter zum Preu\u00dfischen Landtag beurlaubt war, f\u00fchrte Oberstudienrat Dr. Friedrich Gl\u00f6ckner die Schule, der seit 1905 an ihr t\u00e4tig war. Unter ihm wurde die alte Form des humanistischen Gymnasiums aufgegeben, das ab Sexta Latein, ab Untertertia Franz\u00f6sisch und ab Untersekunda Griechisch lehrte. von 1919 ab konnten die Sch\u00fcler in der Untersekunda an einem englischen oder einem griechischen Unterricht teilnahmen. Damit begann die Umformung zum Realgymnasium. Sie wurde Ostern 1922 f\u00fcr die neue Sexta durchgef\u00fchrt, indem diese jedoch mit Englisch begann, worauf in Untertertia Latein und in der Untersekunda Franz\u00f6sisch folgte. F\u00fcr den n\u00e4chsten Jahrgang ab Ostern 1923 wechselten Franz\u00f6sisch und Englisch, also ab Sexta Franz\u00f6sisch, ab Untertertia Latein, ab Untersekunda Englisch. Also war die Schule nach Ostern Reformgymnasium. Doch ging man in den folgenden Jahren, wohl schon Ostern 1924 wieder zu Latein als Anfangssprache zur\u00fcck, so da\u00df die Schule die Form des Realgymnasiums erhielt. Sexta Latein, ab Quarta Englisch, ab Untertertia Franz\u00f6sisch. Bei diesen \u00dcberg\u00e4ngen in eine andere Schulform ver\u00e4nderten sich nat\u00fcrlich die Stundentafeln noch weiter, aber das mag gen\u00fcgen, um zu zeigen, wie sich die Schule bem\u00fchte, den Zeitstr\u00f6mungen gerecht zu werden, freilich oft zum Nachteil der betroffenen Sch\u00fcler und Eltern. \u2013 1929 wurde der Anschlu\u00df an die Waisen- und Schulanstalt auch \u00e4u\u00dferlich vollzogen, indem die Schule in deren neues Klassenhaus von 917 \u00fcbersiedelte. Dabei wurde Ende Oktober die Einweihung des wesentlich erweiterten Geb\u00e4udes mit der 175-Jahrfeier der Anstalt verbunden. 1938 \u00e4nderte sich unter der neuen Regierung der Lehrplan der Schule nochmals. Als \u201eDeutsche Oberschule\u201c bevorzugte sie dann die deutschkundlichen F\u00e4cher Deutsch, Geschichte, Erdkunde und lehrte ab Sexta Englisch, ab Quarta Latein, ab Untertertia Franz\u00f6sisch. Es wird zweckm\u00e4\u00dfig sein den Bericht \u00fcber die anderen staatlichen Schulen anzuschlie\u00dfen, die der Waisen- und Schulanstalt angeh\u00f6rten. Die Stadt hatte 1858 gymnasiale Klassen eingerichtet, weil damals keine Schule in der Stadt zum Studium f\u00fchrte, da ja die allgemein bildende Schule des Waisenhauses seit 1815 eine B\u00fcrgerschule war. Die Reform des Schulwesens im jungen Kaiserreich verwandelte diese 1877 in eine Mittelschule. Diese neue Schulform, die im Gegensatz zum Gymnasium auf die Erfordernisse des praktischen Lebens ausgerichtet war, baute auf den unteren drei oder vier Jahren der Elementarschule sechs Klassen auf. Aber die Anstalt konnte diese Schule nicht voll entwickeln, weil ihren oberen Klassen die Sch\u00fcler fehlten, da diese meist nach Erreichung des geforderten Alters in die Vorbereitungen f\u00fcr den Lehrerberuf \u00fcbertraten. Die wichtigste Schule der Anstalt war doch damals das Seminar. Um die Anw\u00e4rter hierf\u00fcr besser auszubilden, richtete das Waisenhaus 1889 eine Pr\u00e4parandenanstalt ein, die Sch\u00fcler nach 8 Schuljahren aufnahm und zun\u00e4chst in zwei, seit 1901 in drei Jahreskursen auf die Seminaraufnahmepr\u00fcfung vorbereitete. Die im Jahre 1818 eingerichtete Freischule war dreiklassig. An ihr unterrichteten unter der Aufsicht der Seminarlehrer die Seminaristen des letzten Jahrganges zur Einf\u00fchrung in die Unterrichtspraxis. Um sie auch mit den Schwierigkeiten einfachster Schulverh\u00e4ltnisse bekanntzumachen, wurden 1831 von der Freischule eine sogenannte einklassige Schule abgezweigt, in der Sch\u00fcler aller acht Jahrg\u00e4nge in einem Raum von einem Lehrer unterrichtet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese einklassige Schule wurde 1898 aufgehoben, 1906 aber wieder eingerichtet. 1917 wurde die Freischule \u2013 im Hinblick auf die st\u00e4dtischen Volksschulen \u2013 in sieben aufsteigende Klassen gegliedert, das neue Klassenhaus bot die R\u00e4ume dazu. \u2013 Die erh\u00f6hten Anforderungen an das gesamte Schulwesen nach dem verlorenen Kriege wirkten sich in einer grunds\u00e4tzlichen Reform der Lehrerbildung aus. Diese begann mit dem Abbau der alten Lehrerbildungsanstalt, die in Vertretung des Oberstudiendirektors seit vielen Jahren Prorektor Grohmann gef\u00fchrt hatte. Um Ostern 1925 wurden die Sch\u00fcler der Freischule den beiden Stadtschulen zugeteilt. Schon von 1920 an wurden keine Pr\u00e4paranden mehr aufgenommen. Der von 1919 ab laufende letzte Jahrgang legte am 24.\/25. 9. 1925 die Lehrerpr\u00fcfung ab. Am 3.\/4. 10. 1925 kamen mehrere Hundert fr\u00fchere Sch\u00fcler des Seminars zu dessen feierlicher Aufl\u00f6sung zusammen. Es hinterlie\u00df in der Aula die in der Holzschnitzschule Warmbrunn gefertigten, am 5. 4. 1922 feierlich enth\u00fcllten Eichentafeln zum Ged\u00e4chtnis an seine 134 Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die Mittelschule nun nicht mehr in die Pr\u00e4parandenanstalt \u00fcbertreten konnte, wurde die Mittelschule ausgebaut. Im Herbst 1920 erhielt sie die Berechtigung zur Erteilung des Abgangszeugnisses, das als Zeugnis der \u201eMittleren Reife\u201c mit dem fr\u00fcheren \u201eEinj\u00e4hrigen\u201c der h\u00f6heren Schule gleichgewertet wurde. Den Aufbau der Mittelschule f\u00fchrte in Vertretung des Oberstudiendirektors zun\u00e4chst Studienrat Kuhlendahl und nach 1926 Oberlehrer Rothkirch (gest. 28. 4. 1939) durch. Die Schule gewann hohe Bedeutung f\u00fcr Handwerk, Gewerbe und Handel der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Waisenanstalt er\u00f6ffnete au\u00dfer dem Gymnasium noch einen zweiten Weg zum Reifezeugnis. Die Lehrerbildungsanstalt war fr\u00fcher die einzige Schule gewesen, die nach abgeschlossenem Besuch einer Volksschule die M\u00f6glichkeit zur Weiterbildung geboten hatte. Durch Vertrag zwischen Unterrichts-ministerium und Stadt vom Januar 1923 gelang es, eine Schule neuer Art in die Anstalt zu bringen, die auf sieben Schuljahre aufbaute und die Klassen Untertertia bis Oberprima umfa\u00dfte. Am 1. 4. 1923 wurde diese \u201eAufbauschule\u201c er\u00f6ffnet: durch die erste Reifepr\u00fcfung Ostern 1929 erhielt sie ihre Anerkennung. Sie wurde anfangs von Studienrat Hasting aus Waldenburg, dann von Studienrat Kuhlendahl geleitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Von 1929 an wurden also an der Anstalt j\u00e4hrlich zwei Reifepr\u00fcfungen abgehalten, eine am Gymnasium und eine an der Aufbauschule. 1938 waren es gar vier, denn um beim Aufbau der Wehrmacht gen\u00fcgend Offiziersnachwuchs zu haben, verk\u00fcrze der nat. soz. Staat die Ausbildungszeit an den h\u00f6heren Schulen um ein Jahr, so da\u00df einmalig an jeder der beiden Schulen gleichzeitig zwei Primen abgingen. Der diktatorische Staat zog wie alles so auch das Schulwesen in den politischen Machtbereich. Damals hatte die Anstalt schon schwere Ersch\u00fctterungen hinter sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 17. 8. 1933 wurde Studienrat Kuhlendahl aufgrund von verhetzten Sch\u00fclern und Arbeitern der Anstalt vom Oberpr\u00e4sidenten und Gauleiter seines Amtes enthoben. Zwar gelang es die Aufhebung dieser Verf\u00fcgung durch das Ministerium zu erreichen, aber Kuhlendahl wurde als Oberstudienrat nach Beuthen O\/S versetzt, damit verlor die Anstalt einen unerm\u00fcdlichen flei\u00dfigen und selbstlos t\u00e4tigen Lehrer und Leiter, geb. 3. 5. 1881, gest. 3. 6. 1950. Im Herbst gingen gleichzeitig in den Ruhestand Oberstudiendirektor Oelze mit 63 Jahren und Oberstudienrat Dr. Gl\u00f6ckner mit 58 Jahren (gest. 20. 10. 1948). Der Staat machte wie \u00fcberall Platz f\u00fcr j\u00fcngere Kr\u00e4fte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das waren die Jahre, in denen der nationalsozialistische Staat langsam sein wahres Wesen erkennen lie\u00df. Wie er alles \u201egleichschaltete\u201c, wie er jedes Eigenleben in der Person und in der Gemeinschaft verhinderte, wie er die Kirche in ihrem Einflu\u00df auf das Volksleben einengte, so dr\u00e4ngte er die Anstalt vom Geist ihres Gr\u00fcnders ab. Sie verlor immer mehr ihren stiftischen Charakter. Dem Selbstbewu\u00dftse\u00edn der Zeit entsprach nicht der alte Name \u201eWaisenhaus\u201c, man \u00e4nderte in also in \u201eStaatliche Zahn\u2018sche Schulanstalten\u201c, bot das Denkmal der evangelischen Gemeinde an und l\u00f6ste die Mittelschule aus dem sinnvollen Organismus und damit aus der Aufsicht des Oberpr\u00e4sidenten in Breslau, das die Anstalt im ganzen betreute und stellte sie unter die Regierung in Liegnitz, die \u2013 wiederum ohne Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Eigenart und besondere Aufgabe dieser Schule, \u2013 eine allgemeine Hauptschule daraus machte. Der Geist der Anstalt fl\u00fcchtete vor dem Ungeist der Zeit, ehe ihre Menschen vor dem Russen fl\u00fcchteten. Am 1. 6. 1936 \u00fcbernahmen Oberstudiendirektor Dr. Bla\u00df aus Lauban die Leitung der Anstalt, die er bis 31. 3. 1942 f\u00fchrte. Zuletzt fiel Dr. Hempel aus Oldenburg das schwere Los zu, als erfahrener Schulmann in der wachsenden Not und Verwirrung des Kriegsausganges machtlos der langsamen Aufl\u00f6sung der Anstalt zuzusehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wenden unsern Blick auf die st\u00e4dtischen Schulen. Die sich unter der Leitung von Rektor Eckersberg gut entwickelnde&nbsp; H\u00f6her T\u00f6chterschule erhielt im Jahre 1872 ein eigenes Heim neben der Klosterschule.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bau wurde am 30. 11. 1869 beschlossen, das Richtfest am 10. 11. 1871 begangen. Das gro\u00dfe Geb\u00e4ude nahm in seinem mittleren Teil die T\u00f6chterschule und in den Fl\u00fcgeln M\u00e4dchenklassen der B\u00fcrgerschule auf. 1879 erhielt die Schule eine Turnhalle, die erste in Bunzlau an der Kreuzung der Zollstra\u00dfe mit der Promenade, wo 1877 das alte Salzhaus niedergerissen worden war. 1886 wurde eine Erweiterung des Schulgeb\u00e4udes n\u00f6tig. Unter dem Nachfolger Eckersberg, Direktor K\u00f6nig wurde die Schule zum neunstufigen Lyzeum ausgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>1912 \u00fcberlie\u00df dieses das Haus ganz der wachsenden M\u00e4dchenschule, denn die Stadt hatte ihm am Odeonteich ein ger\u00e4umiges und freundliches Heim im Jugendstil errichtet. Direktor K\u00f6nig war Anfang 1903 verstorben und im Mai dieses Jahres hatte Direktor Steffens die Leitung \u00fcbernommen, die er bis 1935 innehatte. Da nach dem ersten Weltkriege die f\u00fcr alle verbindliche vierstufige Grundschule geschaffen wurde, fielen die untersten Jahrg\u00e4nge weg, nun bestand das Lyzeum aus 6 Klassen, Sexta bis Untersekunda, und f\u00fchrte zur sogenannten Mittleren Reife. Die Stadt erstrebte nach 1935 mit dem neuen Direktor Walter M\u00fcller einen Ausbau der Schule bis zur Reifepr\u00fcfung.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit R\u00fccksicht darauf, da\u00df schon zwei Schulen der Stadt diesen Abschlu\u00df erm\u00f6glichten, w\u00e4hlte man die hauswirtschaftliche Form der Oberschule f\u00fcr M\u00e4dchen. Dazu wurde 1938 ein Anbau n\u00f6tig, der die R\u00e4ume mit den Einrichtungen f\u00fcr den hauswirtschaftlichen Unterricht aufnahm. 1941 fand die erste Reifepr\u00fcfung statt, bereits unter dem folgenden und letzten Direktor Gisbert Kirchner, der die Schule von 1940 bis 1945 leitete. W\u00e4hrend der \u00dcberg\u00e4nge 1935 und 1940 hatten Studienrat Matull und Oberstudienrat Dr. Zobel die Schule gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Knabenklassen der B\u00fcrgerschulen erhielten am 1. 10. 1899 ein besonderes Schulgeb\u00e4ude an der Logenstra\u00dfe und gleichzeitig einen eigenen Rektor, einen geborenen Bunzlauer, Bruno Peschel. 1902 wurde ihre Turnhalle in Benutzung genommen, sie lag auf der Wiese des Gutsbesitzers Seidel am Odeonteich, sp\u00e4ter im Hof des Lyzeums. Unter der Leitung von Rektor Peschel wuchs die Schule bis auf 20 Klassen. Er ging 1927 in den Ruhestand. (Er starb im Fr\u00fchjahr 1945 auf der Flucht vor den Russen auf der Landstra\u00dfe vor Klitschdorf). Ihm folgte 1928 Rektor Gutsche un dann am 1. 7. 1931 Rektor Karl D\u00fcrlich, der der Schule bis 1943 vorstand. Dann wurde die leitende Stelle vertretungsweise verwaltet, zun\u00e4chst von Konrektor Paul Iben, dann vom Lehrer Ewald Rothe. In dem gro\u00dfen kasernen\u00e4hnlichen Rohbau wurden 800 Knaben von 18 Lehrern unterrichtet. Die gro\u00dfe Aula wurde vielfach zu \u00f6ffentlichen Veranstaltungen benutzt, so nach 1920 auch zu den vielbesuchten Volksbildungs- und Unterhaltungsabenden des Jugendpflegers Walter Schmidt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Abzweigung der Knabenklassen blieben die M\u00e4dchenklassen unter der Leitung von Rektor Kottwitz. Als die Schule 1912 das Geb\u00e4ude der H\u00f6heren T\u00f6chterschule \u00fcbernahm, war Rektor Michael der Leiter, aber nur f\u00fcr wenige Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 1. 4. 1914 berief der Magistrat Rektor Arthur Maroske aus Lindow in der Mark, unter dessen Leitung die Schule sich weiter gut entwickelte und wie die Knabenschule 20 Klassen umfa\u00dfte. Er sorgte zum Beispiel f\u00fcr den Ausbau des Dachgeschosses, um lichte R\u00e4ume f\u00fcr den Handarbeitsunterricht zu gewinnen.&nbsp; Dort standen \u00fcber 20 N\u00e4hmaschinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 1. 4. 1930 folgte er unter Berufung als Schulrat nach Namslau. Von dort kam er am 1. 7. 1933 als Schulrat nach Bunzlau zur\u00fcck. Wegen Zugeh\u00f6rigkeit zur Freimaurerloge wurde er vom nat. soz. Staat trotz seiner Verdienste als Schulmann, Stadtrat und Kriegsteilnehmer seines Amtes enthoben; er starb 1947 in Wolgast\/Pommern. Sein Nachfolger als Rektor wurde Otto Voigt, der leider schon am 22. 11. 1930 starb. Dann f\u00fchrte Rektor Karl Gebauer die Schule von Ostern 1931 bis zu seinem tragischen Tod im Fr\u00fchjahr 1944 bei einem Bombenangriff in Berlin. Am 1. 6. 1944 wurde Konrektor Paul Iben von der Knabenschule ins Rektorat berufen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die katholische Schule rechte nach 1870, als sie \u00fcber 180 Kinder z\u00e4hlte und von Lehrer Heidrich geleitet wurde, das Geb\u00e4ude neben der Kirche nicht mehr aus. Es wurden Klassen in das Haus der Arbeitsschule an der Vorwerkstra\u00dfe gelegt \u2013 Hauptlehrer Hanisch wird zu dieser Zeit als Leiter genannt \u2013 und 1899 in die neue Knabenschule, damals war Hauptlehrer Wachsmann Schulf\u00fchrer.<\/p>\n\n\n\n<p>1901 erhielt die siebenklassige Schule ein Rektorat, welches Rektor D\u00f6rner (geb. 29. 1. 1858, gest. Juli 1945) \u00fcbernahm. Unter ihm \u00fcbersiedelte die Schule 1913 in ein sch\u00f6nes neues Geb\u00e4ude unweit des Lyzeums mit acht Klassenr\u00e4umen und einer Aula mit Turnhalle und Zeichensaal. 1923 wurde sein Nachfolger Rektor Langer. Als dieser 1943 in den Ruhestand ging, wurde gleichzeitig das Schulgeb\u00e4ude f\u00fcr Lazarettzwecke beschlagnahmt. Das war f\u00fcr den Geist der Zeit die gesuchte Gelegenheit, den Bunzlauer Volksschulen den Charakter der Bekenntnisschulen zu nehmen. Die Eichendorffschule wurde aufgel\u00f6st, die Knaben wurden der Opitzschule, die M\u00e4dchen der Dorotheenschule zugeteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hilfsschule, sp\u00e4ter Pestalozzischule genannt, wurde am 1. 4. 1920 in der fr\u00fcheren Arbeitsschule an der Vorwerkstra\u00dfe unter der Leitung von Hilfsschullehrer Soost er\u00f6ffnet. Nach ihm stand der Schule von 1924 bis 1942 Rektor Reinhold vor. Sie zog in das fr\u00fchere Verwaltungsgeb\u00e4ude der Firma Lengersdorff an der H\u00fcttenstra\u00dfe um und nachher in die Opitzschule. Zuletzt wurden etwa 45 Sch\u00fcler in zwei Klassen von dem Leiter, Hilfsschullehrer Jost und Lehrerin Fr\u00e4ulein Werner unterrichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>1920 richtete die Stadt eine weltliche Schule ein, ohne konfessionellen Religionsunterricht, deren vier Klassen mit drei Lehrern in der Opitzschule untergebracht waren. 1933 wurde sie aufgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Sch\u00fcler aller Volksschulen waren H\u00f6hepunkte des Schullebens die j\u00e4hrlichen Schulspazierg\u00e4nge, gew\u00f6hnlich am Sedantage. Die Kleinen zogen mit Lampions und Fahnen nach Neu Breslau oder Eckersdorf oder nach Klein und Gro\u00df Krauschen, Gro\u00df Gollnisch, Eichberg, Steinbruch Dobrau, die 6. bis 8. Klassen fuhren auf sch\u00f6ngeschm\u00fcckten Leiterwagen bis Holstein, Klitschdorf oder zum Gr\u00f6ditzberge.<\/p>\n\n\n\n<p>So war es um die Jahrhundertwende. Sp\u00e4ter wurden f\u00fcr die Oberstufe mehrt\u00e4gige Ausfl\u00fcge ins Riesengebirge \u00fcblich. Zum Beispiel verdiente sich 1903 der Knabenchor unter Lehrer Hanke eine dreit\u00e4gige Fahrt dahin; 1905 folgten die M\u00e4dchen unter Lehrer Lehnik. Viel besucht waren immer die&nbsp; Ausstellungen des Handarbeits-, Werks- und Zeichenunterrichts. Erw\u00e4hnt zu werden verdient auch der Schwimmunterricht im Sommer im Boberwiesenbad, im Winter im sch\u00f6nen Hallenschwimmbad.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Schulreform nach dem Ersten Weltkrieg fiel die geistliche Schulaufsicht weg, die zuletzt die evangelischen Schulen von Superintendent Stra\u00dfmann (gest. 1917) und Pastor M\u00fcller, \u00fcber die katholischen von den Erzpriestern Kreuz und Fiebiger ausge\u00fcbt worden waren. Die Kreisschulr\u00e4te nach dieser Zeit waren Dr Damus, Dr. Kobelt, Britze, Ganzer, Maroske, Vater.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pflichtfortbildungsschule in der 1869 83 Sch\u00fcler unter der Leitung von Lehrer Heidrich betreut wurden, benutzte jahrzehntelang die Schulr\u00e4ume im alten Klostergeb\u00e4ude. Jeden Abend von halb acht bis halb zehn&nbsp; und am Sonntag von halb elf bis viertel vor eins unterrichteten hier Lehrer der Volksschule in den Elementarf\u00e4chern, in Zeichnen und in Fachkunde. Lange Jahre bis 1920 leitete Konrektor Karl Seiffert von der M\u00e4dchenschule diese Klassen, der sich auch als Stadtrat um die Stadt verdient machte (gestorben 19. 3. 1942). Nach 1918 wurde die Verpflichtung zum Besuch dieser Schule auf alle m\u00e4nnlichen und weiblichen Berufe, auch auf die sogenannten Haust\u00f6chter, ausgedehnt, wodurch die Sch\u00fclerzahl ganz bedeutend stieg. So entstand die gewerbliche Berufsschule. Verwandte Berufe wurden in je drei aufsteigenden Klassen zusammengefa\u00dft, jede Fachklassse erhielt an einem Tag der Woche durchgehend Unterricht bei dem der Fachunterricht und die Staatsb\u00fcrgerkunde im Vordergrund standen.<\/p>\n\n\n\n<p>Handwerksmeister erteilten zun\u00e4chst den Fachunterricht, erst nach und nach entstand der zweckentsprechend vorgebildete Stand der Gewerbelehrer. Direktor Bernhard Meyer f\u00fchrte den Aufbau der Schule nach den gesetzlichen Bestimmungen durch, oft unter Widerspruch der Lehrherren, die die Erweiterung des Schulbesuchs als Beeintr\u00e4chtigung der praktischen Lehre auffa\u00dften. Es dauerte Jahre, bis die M\u00e4nner des praktischen Lebens den Vorteil der Beschulung ihrer Lehrlinge erkannten und eine verst\u00e4ndnisvolle Zusammenarbeit zum Besten des Nachwuchses entstand. Auf Direktor Meyer \u2013 der Schulmann wurde 1933 wegen seiner Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei aufgrund des Gesetzes zur Bereinigung des Staatsbeamtentums aus der leitenden Stellung entlassen und einstweilen in den Ruhestand versetzt, sp\u00e4ter als Gewerbeoberlehrer in G\u00f6rlitz besch\u00e4ftigt, nach 1945 war er Schulrat in G\u00f6rlitz \u2013 folgte 1933 Direktor Jurgeleit. In diesem Jahr zog die Schule in das bisherige Gerichtsgeb\u00e4ude in der L\u00f6wenberger Stra\u00dfe um. Dieses Doppelhaus war 1844 von Maurermeister Engelhardt Gansel f\u00fcr Wohnzwecke gebaut und am 7. 2. 1849 von der Stadt f\u00fcr das Kreisgericht gekauft. Nach einem umfasenden Umbau entstand ein Schulgeb\u00e4ude mit hellen R\u00e4umen, hier hatte die Schule dann die Voraussetzung f\u00fcr ihre nicht leichte Aufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1885 gr\u00fcndete der Verein selbst\u00e4ndiger Kaufleute Abendkurse zur allgemeinen und beruflichen Weiterbildung der kaufm\u00e4nnischen Lehrlinge. Nach 1900 wurden sie nacheinander von den Lehrern Heininger, Voigt und Iben geleitet. In zwei Klassen wurden M\u00e4dchen und Jungen in Buchf\u00fchrung, Stenographie, Rechnen und B\u00fcrgerkunde unterwiesen. Gute Leistungen wurden j\u00e4hrlich durch Pr\u00e4mien ausgezeichnet. Diese Kaufm\u00e4nnische Berufsschule bew\u00e4hrte sich gut. 1931 wurde sie in die allgemeine Berufsschule eingegliedert und erhielt hauptamtliche, fachlich vorgebildete Lehrkr\u00e4fte, die Diplomhandelslehrer. Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auf die Abendkurse, die der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband nach 1920 f\u00fcr seine Mitglieder zus\u00e4tzlich einrichtete. Um sie machte sich Oberlehrer Rothkirch verdient.<\/p>\n\n\n\n<p>Als in der zweiten H\u00e4lfte des vorigen Jahrhunderts die emaillierten Eisenwaren und das Steingutgeschirr den Absatz der Bunzlauer Erzeugnisse hemmte, erwog man zur technischen und kaufm\u00e4nnischen F\u00f6rderung der T\u00f6pferei die Gr\u00fcndung einer Fachschule. Erst nach vielen Jahren erm\u00f6glichte ein Vertrag zwischen dem Preu\u00dfischen Handelsministerium und der Stadt Bunzlau die Ausf\u00fchrung des Planes. Die Stadt erstellte das Schulgeb\u00e4ude, der Staat \u00fcbernahm die Besoldung der Lehrkr\u00e4fte und die laufenden Ausgaben, der Kreis beteiligte sich mit j\u00e4hrlich 3000 Mark. So entstand die \u201eK\u00f6nigliche Keramische Fachschule Bunzlau\u201c, die ihre Arbeit Anfang November 1897 aufnahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Die amtliche Er\u00f6ffnungsfeier fand im Fr\u00fchjahr 1898 statt. Die Schule sollte f\u00e4higen Nachwuchs f\u00fcr Handwerk und Industrie ausbilden, ferner den Betrieben bei der \u00dcberwindung von Schwierigkeiten und bei der Verbesserung von Arbeitsmethoden zur Verf\u00fcgung stehen, sodann auch Gelegenheit zu wissenschaftlichen und praktischen Forschungsarbeiten des Fachgebiets geben. Deshalb wurde sie als kleine Fabrik eingerichtet mit Werkst\u00e4tten und Brennhaus. Die Sch\u00fcler kamen am Anfang von der Volksschule, sp\u00e4ter immer mehr von h\u00f6heren Schulen, auch mit Reifezeugnis. Unterrichtsf\u00e4cher waren Chemie und Physik, Mineralogie und Geologie, Keramik, zeichnen, Malen und Modellieren, dazu die technische Ausbildung. Die Leistungen und Erfolge der jungen Fachschule fand schnell Anerkennungen der Regierung wie der Fachkreis, doch verhinderte der erste Weltkrieg den geplanten gr\u00f6\u00dferen Neubau.<\/p>\n\n\n\n<p>Um Einrichtungen und Aufbau der Schule hat sich Gewerbeschulrat Pukall hohe Verdienste erworben. Im Herbst 1925 trat er nach 28j\u00e4hrige selbstloser T\u00e4tigkeit in den Ruhestand. Als Nachfolger wurde Dr. Berdel aus H\u00f6hr im Westerwald der zweiten deutschen Keramischen Schule berufen. In seine ersten Amtsjahre f\u00e4llt die Gr\u00fcndung der Glasfachschule, die an die Keramische Schule angeschlossen wurde. Dazu erweiterte die Stadt deren Geb\u00e4ude durch Anbau eines S\u00fcdfl\u00fcgels und \u00fcbernahm die Kosten f\u00fcr den Betrieb. Als Direktor Berdel in seine fr\u00fchere Stellung als Leiter der Schule nach H\u00f6hr zur\u00fcckkehrte, wurde Diplomingenieur Weber von der dortigen Anstalt mit der Leitung in Bunzlau betreut. Seine Bem\u00fchungen wurden bald durch die im Zweiten Welkriege einsetzenden Verh\u00e4ltnisse gest\u00f6rt. Der gute Ruf der Schule war weit \u00fcber die Grenzen Deutschlands gedrungen und hatte viele Sch\u00fcler und Hospitanten aus allen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und den anderen Erdteilen herangezogen. Mit dem Zusammenbruch 1945 ri\u00df eine erfolgreiche und zukunftssichere Arbeit ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Landwirtschaftsschule wurde im Jahre 1920 von der Landwirtschaftskammer Niederschlesien unter Mitwirkung des Landbundes, des Kreises und der Stadt Bunzlau&nbsp; ins Leben gerufen. Ihr Leiter war zun\u00e4chst Landwirtschaftsrat Kessel und nach dessen \u00dcbergang in den Ruhestand 1933 Landwirtschaftsrat Hildebrandt. Sie war zun\u00e4chst im st\u00e4dtischen Wilhelmshof untergebracht und zog sp\u00e4ter auf ein Grundst\u00fcck des Landbundes in der Schwedenstra\u00dfe um.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Zweck war jungen Landwirten das geistige R\u00fcstzeug f\u00fcr eine nutzbringende Bewirtschaftung ihrer H\u00f6fe zu geben. Der Unterricht wurde in zwei Winterhalbjahren in einer Unter- und einer Oberstufe erteilt und erstreckte sich in der Hauptsache auf Deutsch, Rechnen, B\u00fcrgerkunde, Chemie, Physik, Acker- und Pflanzenbaulehre, Tierzucht und landwirtschaftliche Betriebslehre. 1925 wurde der Schule eine M\u00e4dchenklasse angegliedert. Die Bauernt\u00f6chter erhielten eine praktische Ausbildung (Kochen, Schneidern, W\u00e4schebehandlung) und wurden in Ern\u00e4hrungslehre, S\u00e4uglings-pflege, Gartenbau, Gefl\u00fcgelzucht, Jungviehaufzucht und Milchwirtschaft unterwiesen. Wegen der Arbeitspl\u00e4tze war die Zahl der Sch\u00fclerinnen auf 24 beschr\u00e4nkt, die Zahl der Sch\u00fcler schwankte um 65. In der Schwedenstra\u00dfe konnten Heime f\u00fcr Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen, ein Laboratorium f\u00fcr Bodenuntersuchungen und eine Halle f\u00fcr Maschinenpraktikum eingerichtet werden. Die Lehrkr\u00e4fte der Schule waren noch als Wirtschaftsberater eingesetzt, sie hielten Arbeitstagungen f\u00fcr Bauern und B\u00e4uerinnen ab und besuchten im Sommer die Bauernh\u00f6fe. Wenn die \u00fcberall hin verstreuten Bauern des Kreises Bunzlau feststellen konnten, da\u00df der Stand der landwirtschaftlichen Erzeugnisse im Kreise Bunzlau sich durchaus mit dem der besten deutschen Gebiete messen konnten, so hat dazu die Landwirtschaftsschule Bunzlau beigetragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein weiter Weg von etwa 1400 bis 1945. Die Entwicklung der schlesischen Kultur auf einem kleinen Gebiet in fas 5 1\/2 Jahrhunderten haben wir \u00fcberschaut und dabei beobachtet, wie sich die Schule im engsten Anschlu\u00df an die Eigenart der Zeit bem\u00fcht hat, den jeweiligen Anforderungen gerecht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Jahrzehnte nach 1900 mit der reichen Gliederung und Durchbildung des Schulwesens erschein uns recht eigentlich als kr\u00f6nender Abschlu\u00df dieses Bem\u00fchens. Es bleibt nur der Schmerz, da\u00df ein sinnloser Krieg das alles vernichtet hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1968\" height=\"1356\" data-id=\"1711\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10045-Richter-Evangelische-Knabenschule.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1711\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10045-Richter-Evangelische-Knabenschule.jpg 1968w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10045-Richter-Evangelische-Knabenschule-1300x896.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10045-Richter-Evangelische-Knabenschule-768x529.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10045-Richter-Evangelische-Knabenschule-1536x1058.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1968px) 100vw, 1968px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Opitzschule<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1090\" height=\"689\" data-id=\"1715\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-008-Staedtisches-Lyzeum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1715\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-008-Staedtisches-Lyzeum.jpg 1090w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-008-Staedtisches-Lyzeum-768x485.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1090px) 100vw, 1090px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Lyzeum<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1032\" height=\"647\" data-id=\"1712\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-226-Eichendorffschule.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1712\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-226-Eichendorffschule.jpg 1032w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-226-Eichendorffschule-768x481.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1032px) 100vw, 1032px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kath. Eichendorffschule<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1104\" height=\"713\" data-id=\"1713\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-568-Keramische-Fachschule.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1713\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-568-Keramische-Fachschule.jpg 1104w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-568-Keramische-Fachschule-768x496.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1104px) 100vw, 1104px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Keramische Fachschule<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1109\" height=\"717\" data-id=\"1714\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-051-Waisenhaus.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1714\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-051-Waisenhaus.jpg 1109w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-051-Waisenhaus-768x497.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1109px) 100vw, 1109px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Klassenhaus, fr\u00fcher Seminar<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1083\" height=\"674\" data-id=\"1717\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-6-1550-Maedchenschule.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1717\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-6-1550-Maedchenschule.jpg 1083w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-6-1550-Maedchenschule-768x478.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1083px) 100vw, 1083px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dorotheenschule<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1906\" height=\"1377\" data-id=\"1718\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1718\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-.jpg 1906w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7--1300x939.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7--768x555.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7--1536x1110.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1906px) 100vw, 1906px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gymnasium<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1352\" height=\"993\" data-id=\"1716\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-8-Berufsschule.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1716\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-8-Berufsschule.jpg 1352w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-8-Berufsschule-1300x955.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-8-Berufsschule-768x564.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1352px) 100vw, 1352px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">St\u00e4dtische Berufsschule<\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstver\u00f6ffentlichung: \u201eDer Bunzlauer Kreis am Bober und Queis\u201c. 2. v\u00f6llig neu bearbeitete Auflage 1964. Herausgegeben von der Bundesheimatgruppe Bunzlau in Siegburg. Die erste Bunzlauer Urkunde, die eine Schule erw\u00e4hnt, tr\u00e4gt das Datum vom 26. 6. 1452. 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