{"id":1669,"date":"2024-07-05T17:15:30","date_gmt":"2024-07-05T15:15:30","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=1669"},"modified":"2024-07-05T17:15:31","modified_gmt":"2024-07-05T15:15:31","slug":"museumsberichte-von-artur-schiller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/07\/05\/museumsberichte-von-artur-schiller\/","title":{"rendered":"Museumsberichte von Artur Schiller"},"content":{"rendered":"\n<p>In seinen regelm\u00e4\u00dfig im Bunzlauer Stadtblatt ver\u00f6ffentlichten \u201eMuseumsberichten\u201c dokumentier Geheimrat Artur Schiller \u00fcber mehr als zwanzig Jahre die&nbsp; Best\u00e4nde bzw. die Neueing\u00e4nge des Bunzlauer Museums. Nur ein Teil der Berichte ist erhalten geblieben. Am Ende waren es \u00fcber hundert. Dem aufmerksamen Leser wird sich schnell erschlie\u00dfen, welche unwiderbringlichen Sch\u00e4tze im Februar 1945 verloren gegangen sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neuerwerbungen des Museums<\/h2>\n\n\n\n<p>Berichtet von Geheimrat Schiller. Bunzlauer Stadtblatt 5. 4. 1922<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist eine angenehme Pflicht, mit Dank f\u00fcr die Spender \u00fcber eine Anzahl von Gegenst\u00e4nden zu berichten, die in der letzten Zeit wiederum unserem sich immer mehr vervollkommnenden Museum zugewendet worden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtjugendpfleger Adam gab einen Band Bunzlauer Sonntagsbl\u00e4tter von 1886, der besonders wegen eines darin befindlichen Berichts \u00fcber die Geschichte der Erbauung des evangelischen Kirchturms interessiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Frau Karoline Anders erhielten wir eine Bibel von Leipzig 1704, aus dem Besitze des Joh. Gottlieb Kunzendorff, geboren in Altenlohm am 1. Januar 1812, und ein Andachtsbuch \u201eEvangel. Prediger- und Hirtenstimme, Hirschberg 1799.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Berta Berthold schenkte zwei Photographien des Bunzlauer Marktplatzes und einen Band Gedichte des verstorbenen Pastors Schmidt. Herr von Freyberg \u00fcbersandte eine fr\u00fchgeschichtliche eiserne Speerspitze, am 19. M\u00e4rz d. J. auf Klein-Gollnischer Feldmark neben Urnenscherben beim Ausheben von Bauml\u00f6chern gefunden. Von Peter Gansel wurde \u00fcberwiesen ein Tauschvertrag vom 30. April 1852 zwischen der Stadt und Engelhardt Gansel \u00fcber einige Grundfl\u00e4chen an der eben begradigten L\u00f6wenberger Stra\u00dfe. Photograph Gebauer steuerte aus seinem Verlage drei Ansichtsalbums bei betreffend das 150j\u00e4hrige Waisenhausjubil\u00e4ums vom 2. bis 4. Juni 1904 und des 100j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums der M\u00e4dchenpensionsanstalt in Gnadenberg vom 6. bis 7. Juni 1910. Ein altert\u00fcmliches messingenes Brillengestell schenkte Mechaniker Hoensch. Otto Lepper in N\u00fcrnberg sandte die nachbezeicneten h\u00fcbschen Objekte: Festschrift vom 18. Oktober zum 25j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der \u201eHarmonie\u201c. Einen Satz Reklamemarken von Bunzlau. Messingring mit Achat, gefertigt vom G\u00fcrtlermeister Ernst Scholz hier um 1830. Silberne Medaille, vergoldet, von Loo\u00df mit der Inschrift:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Flei\u00df benutzt die Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit belohnt den Flei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Kriegsdenkm\u00fcnze 1870\/71. Wappenbild der Familie Riedel, wobei zu bemerkten ist, da\u00df die Gattin des Lehrers Gust. Ferd. Pils eine geborene Riedel aus Haynau war. Schlie\u00dflich ein geschmackvoll eingerahmtes Arrangement von 46 St\u00fcck N\u00fcrrnberg-F\u00fcrther Notgeld.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Vormundschaftsrechnung von Ober-Thomaswaldau 1828 spendete Siegfried Rudolf, Gnadenberg.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Schroedter schenkte einen Infanteries\u00e4bel von 1810.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Berlin-K\u00f6penick kam von Rechnungsrat Walter ein mit vielen Siegeln bedruckter Lehrbrief f\u00fcr den J\u00e4ger Joh. Christ. Walter aus Hinterheide, von R\u00fcckenwaldau, den 1. M\u00e4rz 1789; der dazu gebrauchte Stempelbogen zeigt ein sch\u00f6nes Wasserzeichen \u201eSchweidnitz 1787\u201c, dazu den Preu\u00dfischen Adler.<\/p>\n\n\n\n<p>Ferner kamen sechs St\u00fcck Tonnotgeld von Mei\u00dfen und Dresden, ein Spazierstock mit Elfenbeinkugelknopf und zwei sehr sch\u00f6ne altberliner Porzellanfiguren (Biskuit), die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Es d\u00fcrfte manche unserer Leser interessiere, da\u00df Mitte M\u00e4rz auf einer Autographenauktion bei Genries in Berlin ein eigenh\u00e4ndiges Gedicht von Martin Opitz 2200 M und ein Stammbuchblatt desselben Dichters 2700 M erbrachten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Museum und vom Archiv<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt 2. Juni 1924<\/p>\n\n\n\n<p>Es d\u00fcrfte an der Zeit sein, wieder einmal die Neueing\u00e4nge der letzten Wochen mitzuteilen, um zu zeigen, da\u00df unser Museum unaufh\u00f6rlich und stetig w\u00e4chst, sowohl durch Gaben freundlicher Spender, als auch durch andere Erwerbungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Steueramtmann B\u00f6hm gab einen handschriftlichen Katechismus \u201eLauter Milch der g\u00f6ttlichen Wahrheit\u201c, ausgearbeitet von Nikolaus Skerschick in Frankenstein 1818, der besonders graphisch interessant ist, Junglehrer Feist das Notgeld von Striegau, 5 St\u00fcck mit verschiedenen Bildern des Alten Fritz, Redaktion des \u201eBunzlauer Stadtblattes\u201c das neue Buch des Afrikahelden General Rochus Schmidt (Sohn des Oberf\u00f6rsters Schmidt in Grasegrund) \u201eAus kolonialer Fr\u00fchzeit\u201c, Safariverlag, Berlin W. 9, 1923. Eine sch\u00f6ne Schildpattdose stiftete Mechaniker Hoensch; auf dem Deckel der runden Dose sind zwei niedliche Kinder portr\u00e4tiert, und zwar durch den nicht unber\u00fchmten Jean Meno Haas, der Kupferstecher und Miniaturmaler war, geboren 1752 in Kopenhagen, gestorben 1833 in Berlin. Frau Hoferichter schenkte ein Hirschberger Gesangbuch von 1812 und ein gerade 100 Jahre altes Andachtsbuch, Gebete und Lieder, von Dr. Schwolck, Berlin 1823. Nicht weniger als 80 St\u00fcck verschiedenes Notgeld gab Herr Hartmann aus Gro\u00df-Hartmannsdorf. Kaufmann Fritz Lessig \u00fcberlie\u00df uns ein Einnahme- und Ausgabebuch eines Dr. med. Rohowsky, Glogau 1809 \u2013 15; ein Verwandter dieses Rohowsky gleichen Namens war hier ein gesuchter Arzt. Fritz Mohr (Gr\u00fcnberg) spendete 4 St\u00fcck Tongeld von Gr\u00fcnberg und vermehrte damit unsere Spezialsammlung keramischen Notgeldes. Ein St\u00fcck wei\u00df auf blau gedruckte Leinwand mit religi\u00f6sen Darstellungen verdanken wir Herrn Lehrer Tauscher. Ein alter Bunzlauer und st\u00e4ndiger Leser des \u201eBunzlauer Stadtblattes\u201c, der starkes Interesse f\u00fcr seine Vaterstadt hat, Herr Samuel Unger in Charlottenburg, erfreute uns durch verschiedene Drucksachen, unter denen die Urkunde \u00fcber die Grundsteinlegung der hiesigen Synagoge vom 29. Mai 1877 hervorzuheben ist. Drei Medaillen gab Hausverwalter K. Wethekam.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erwarben die Abhandlung von Krollmann, ein Brief Martin Opitzens (von Paris, den 25. Juli 1630) aus dem F\u00fcrstlich Dohnaischen Hausarchive in Schlobitten, Abdruck aus der \u201eAltpreu\u00dfischen Monatsschrift\u201c Band 44 Heft 4. Ferner: Beschreibung von Bunzlau mit 12 guten Abbildungen, aus der \u201eOstdeutschen Bauzeitung\u201c 16. Jahrgang 1918, und schlie\u00dflich den Aufsatz von Kalesse \u00fcber \u201eAltes Bunzlauer Steingut\u201c aus der Zeitschrift \u201eKunst und Gewerbe\u201c Jahrgang 1883. Die systematische Vermehrung der Bunzlauer Literatur in unserem Museum ist zur Jetztzeit nicht leicht. So konnten wir den letztgenannten Aufsatz nur in Abschrift erhalten, die uns aber das Germanische Museum in N\u00fcrnberg kostenlos lieferte, weil die Stadt Bunzlau seit Jahren f\u00fcr dieses Museum Interesse gezeigt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Anfang M\u00e4rz 1922 ordnet Schreiber dieses im Auftrag des Magistrats das hiesige nicht unbedeutende st\u00e4dtische Archiv. Die intrikate Arbeit wird demjenigen erleichtert, der seit fr\u00fcherster Kindheit die \u00f6rtlichen Verh\u00e4ltnisse mit Interesse beobachtet hat. Jetzt nach 5\/4j\u00e4hrigem Bem\u00fchen ist die oberfl\u00e4chliche Sichtung ihrem Ende nahe. Es ist das auch gut, da das Archiv demn\u00e4chst aus seinem bisherigen Raume neben dem Vorzimmer des Stadtverordnetensitzungssaales in ein neu eingerichtetes gew\u00f6lbtes Parterrezimmer an der Westfront zwischen den beiden Fl\u00fcgel der Freitreppe \u00fcbergef\u00fchrt werden soll. Es galt zun\u00e4chst, ein gewisses System f\u00fcr die Neuordnung der Archivsch\u00e4tze zu finden, und zwar, was die Sache schwierig macht, bevor man genau \u00fcbersah, was eigentlich da ist. Verf\u00fchrerisch winkten unter dem Wappen an der S\u00fcdfront des Rathauses die Worte auf dem Spruchbande:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eCuria, jura, salus gesnque Bolesla tua\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>die ein System f\u00fcr das Archiv zu bieten schienen, n\u00e4mlich: Stadtbesitz und -beh\u00f6rden, st\u00e4dtische Rechtsordnung, Verwaltung und Geschichte, B\u00fcrgerschaft. Dieser Weg konnte aber als nicht gangbar nicht betreten werden. Wir w\u00e4hlten, freilich als rein \u00e4u\u00dferlich, aber durch einen Zettelkatalog und ein alphabetisches Notizbuch unterst\u00fctzt, folgende Vierteilung, in die wenigstens alle Objekte zweifelsfrei unterzubringen sind:<\/p>\n\n\n\n<p>Abteilung I B\u00fccher, d. h. handschriftliche fortlaufende Eintragungen in Form von B\u00fcchern und Heften,<\/p>\n\n\n\n<p>Abteilung II eigentliche Urkunden, handschriftliche und gedruckte, lose Bl\u00e4tter und Bogen,<\/p>\n\n\n\n<p>Abteilung III Akten, Vereinigungen von Bogen und Bl\u00e4ttern, die ein und dieselbe Angelegenheit betreffen, in Aktenb\u00fcndeln, schlie\u00dflich<\/p>\n\n\n\n<p>Abteilung IV Verschiedenes, z. B. Bilder, Zeichnungen, Pl\u00e4ne, Siegelstempel und dergleichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu treten eine Anzahl mehr oder weniger wichtiger gedruckter B\u00fccher, die der Abteilung I anzugliedern sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ueber den Inhalt des Archivs lie\u00dfe sich nat\u00fcrlich schon heute unendlich viel sagen und schreiben. Wir kommen auf allgemein ineressantere Punkte gelegentlich zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das st\u00e4dtische Museum und der Kreis Bunzlau<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt 3. August 1924<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadt Bunzlau und der Kreis Bunzlau stehen in so engem Zusammenhange, da\u00df das st\u00e4dtische Museum, unterst\u00fctzt von den Kreisbeh\u00f6rden, mit Recht seit Jahr und Tag sich bestrebt hat, seine Sammelt\u00e4tigkeit auf Gegenst\u00e4nde auszudehnen, die die Ortschaften des Kreises au\u00dfer Stadt Bunzlau betreffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn auch diese Arbeit noch lange nicht zu einem H\u00f6hepunkte gediehen ist, so ist doch schon ein ansehnlicher Anfang gemacht, die hier gegebene Aufz\u00e4hlung wird gewi\u00df manche wertgesch\u00e4tzte Kreisinsassen veranlassen, unser Bestreben mit Rat und Tat zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bemerkt sei, da\u00df ein Notizbuch im Museum angelegt ist, in welchem die vorhandenen Objekte nach Ortschaften verzeichnet sind. Den ganzen Kreis betrifft folgendes:<\/p>\n\n\n\n<p>Lehmann und Pr\u00fcfer, Unser Heimatkreis, Fernbach (Bunzlau) 1910; Peter Gansel, Aus der Urzeit unseres Heimatkreises; Ludwig, Ueber heidnische Gr\u00e4berfelder im Kreise Bunzlau; Statistik des Kreises Bunzlau 1859 \u2013 1861 (von Landrat Graf Reichenbach); Beck, der Kreis Bunzlau, 1864; Ed. Dewitz, Kreissekret\u00e4r, Geschichte des Kreises Bunzlau, Selbstverlag, 1884; Ernst Wei\u00df, Seminarlehrer, F\u00fchrer durch Stadt und Kreis Bunzlau, zweite Auflage der Schrift: Der Kreis Bunzlau, von Stenzel 1899; Wernicke, Stadt und Kreis Bunzlau, geschildert von einem Historiographen des 17. Jahrhunderts (Lucae), aus Nr. 60 des \u201eNiederschl. Kuriers\u201c vom 21. Mai 1885; kolorierter Kupferstich, Bunzlauer Landleute, Trachtenbild um 1780; Handzeichnung des Kreishauses vom April 1875, von Stadtbaurat D\u00f6rich.<\/p>\n\n\n\n<p>Alte Stahlstiche sind vorhanden von Aslau, Dr\u00fcssel, Hartmannsdorf, J\u00e4schwitz, Lichtenwaldau, Alt-Oels, Sch\u00f6nfeld, Thomaswaldau, Tillendorf, etwa aus dem Jahre 1800. Auf dem Blatte Thomaswaldau befindet sich eine Widmung des Zeichners W. (Abk\u00fcrzung des Namens des Topographen Werner?) an Hans Christian (Christoph) von Axleben, genannt Magnus; welcher von mehreren dieses Namens gemeint ist, ist nicht festzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ansichtskarten, f\u00fcr Sammelzwecke nicht unwichtig, besitzen wir von Aschitzau, Birkenbr\u00fcck, Gnadenberg, Greulich, J\u00e4schwitz, Kittlitztreben, Klitschdorf, Krauschen, Liebichau, Looswitz, Martinwaldau, Mittlau, Naumburg (14 St\u00fcck), Neuen, Neundorf, Ottendorf, Possen, Sch\u00f6nfeld, Tillendorf, Warthau, Wehrau. Diese sind in einem Album, in dem noch viel Platz ist, vereinigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Photographien: Dobrau, Kiesschacht 1890; Kirchplatz Gnadenberg; ev. Kirche Gro\u00df-Hartmannsdorf; Schlo\u00df Klitschdorf, Rechenbergisches Altarwerk in der kath. Kirche; die Bergh\u00e4user bei Kroischwitz; Linden, Waldbrand vom 17. Juli 1921; Looswitzer Steinbr\u00fcche; Neundorf, Kirche; Steinkreuz Ottendorf; Rothlach; Schwmme und Schmiede in Ober-Sch\u00f6nfeld; Siegersdorf, Hochwasser 1898; Kirche und Pfarrhaus Thomaswaldau 1880; Tschirne, Photographie des am 30. Oktober 1899 geweihten Kirchturms; Wehrau, Jennybr\u00fccke. Dazu eine Fliegeraufnahme von Thomaswaldau.<\/p>\n\n\n\n<p>Bilder: Federzeichnung des Kunstmalers Gerhard Reisch (Gr\u00fcnberg), Schlo\u00df Gie\u00dfmannsdorf; bunt get\u00f6nte Federzeichnung von demselben, Partie von der Dorfstra\u00dfe in Gie\u00dfmannsdorf; Gnadenberg, Lithographie von G\u00f6hde, buntes Bild, gezeichnet und radiert von F. a. Tittel in Schmiedeberg, Stich, Verlag von F. W. Neuh\u00e4user in Niesky, und andere Bilder, gro\u00dfes Oelbild des Schlosses Klitschdorf von dem Bunzlauer Maler A. M\u00fcller 1898; Aquarelle der Gr\u00e4fin L\u00fcttichau in Bunzlau vom Gutshause in Rothlach und von der Jakobikirche in Tillendorf.<\/p>\n\n\n\n<p>Von dem Prachtwerke von Duncker (Berlin), die Schl\u00f6sser und Landsitze der Preu\u00dfischen Monarchie, sind angekauft die Bl\u00e4tter Schlo\u00df Gie\u00dfmannsdorf, Kittlitztreben, Modlau und Warthau mit den dazu geh\u00f6rigen gedruckten geschichtlichen Bemerkungen. Gie\u00dfmannsdorf und Kittlitztreben sind nach Aquarellen des am 24. Dezember 1823 in Bunzlau geborenen Kusntmalers Theodor Bl\u00e4tterbauer (\u2020 30. Juni 1906 in Liegnitz) gefertigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zeichnungen: Aschitzauer Queisbr\u00fccke, ev. Kirche in Greulich, in G\u00fcnthersdorf, Gro\u00df-Hartmannsdorf, Alt-J\u00e4schwitz, auch Skizzen der alten Kirche in J\u00e4schwitz von Engelhard Gansel von 1840 \u2013 42, Lageplan des neuen Schlosses in Klitschdorf, kath. Kirche in Kroischwitz, Brunnenrand im Lindenhof in Martinwaldau mit seltsamen Zeichen und mit Jahreszahlen von 1565 bis 1709, kath. Schule in Ober-Thomaswaldau und drei sehr sch\u00f6ne Bauzeichnungen der ev. Kirche in Tillendorf von 1825.<\/p>\n\n\n\n<p>Ortsgeschichtliche Aufs\u00e4tze von dem bekannten Sammler und Ortskenner Hausbesitzer Ludwig in Tschirne, meist mit Abbildung: von Aslau, Birkenbr\u00fcck, Eichberg, Gersdorf a. Qu., Gie\u00dfmannsdorf, Gro\u00df- und Klein Gollnisch, Hartmannsdorf, Herrmannsdorf, J\u00e4schwitz, Kittlitztreben, Klitschdorf, Mittlau, Naumburg, Neuen, Neundorf, Ottendorf, Seifersdorf, Siegersdorf, Sch\u00f6ndorf, Thomaswaldau, Thommendorf, Tiefenfurt, Tschirne, Ullersdorf und Waldau.<\/p>\n\n\n\n<p>Heldendenkm\u00e4ler, Abbildungen und Notizen: Gie\u00dfmannsdorf, Greulich, Gro\u00df-Hartmannsdorf, Hinterheide, Kromnitz, Liebichau, Naumburg, Neundorf, Ottendorf, Seifersdorf, Sch\u00f6nfeld und Tschirne. Zu letzterem eine eingehende geschichtliche Ausarbeitung von Ludwig.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die einzelnen Ortschaften<\/h2>\n\n\n\n<p>Aslau. Alphabet in 20 Zentimeter gro\u00dfen, bunt angelegten Buchstaben, gezeichnet 1777 von einem Aslauer Lehrer M. R. F.<\/p>\n\n\n\n<p>Birkenbr\u00fcck. Fund von 318 Silberm\u00fcnzen, aufgedeckt 1911 bei einem Neubau des Zimmermanns Johann Weiner.<\/p>\n\n\n\n<p>Buchwald. Querschnitt einer Tanne mit 136 Jahresringen und einer Fichte mit 115 Jahresringen. Jagdhorn des F\u00f6rsters Bl\u00fcmel, gefertigt in Pfaffendorf 1781. Urkunde Rudolf II. von 1600.<\/p>\n\n\n\n<p>Burglehn. Exekutorschild aus Blech.<\/p>\n\n\n\n<p>Dobrau. Erw\u00e4hnt in einer Urkunde Ferdinand II. von 1622. Ein gefundenes Geldst\u00fcck von 1775.<\/p>\n\n\n\n<p>Gie\u00dfmannsdorf. Frob\u00f6\u00df, Geschichte der ev. Kirche, 1842. Alte eingerahmte Kreidezeichnung, einen Sch\u00e4fer darstellend. Patenbriefe von 1844.<\/p>\n\n\n\n<p>Gnadenberg. Drei Urkunden von 1770 \u2013 72 \u00fcber auszusetzende Professionisten, Leihgabe der Bunzlauer B\u00e4ckerinnung. Wochenpredigt von Woltersdorf, Bunzlau, 28. November 1756, Neudruck 1856, von der Br\u00fcdergemeine der ev. Kirche in Bunzlau gewidmet. Stengard, Predigten, 1840\/41. Ansichtskartenalbum zum 100j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der M\u00e4dchenpensionsanstalt 1910. Photographie des Dr. med. Massalin, geb. Gnadenberg 1789, gestorben 4. Oktober 1866 in Goldberg an der Cholera. K\u00fcnstliches Skelett, gefertigt 1864 von Karl Theodor Pfautz; Pfautz war um 1814 in Klein-Welka bei Bautzen geboren und starb in Gnadenberg 1905.<\/p>\n\n\n\n<p>Gollnisch. Schwarze Urne, Ausgrabung des Oberzollsinspektors Friedrich im Schmeidelberge 1912. Gro\u00df-Gollnischer Urnenfund, 14 St\u00fcck 1921 bei Rich. Werner. Magneteisenblock, Fund 1921. Weitere 10 Urnen, daselbst im August 1921 ausgegraben. Klein-Gollnischer Urnenfund, 12 St\u00fcck, 1913. Daselbst am 19. M\u00e4rz 1922 auf dem Gute des Herrn von Freyberg ausgegrabene eiserne Speerspitze. Patenbrief von 1831.<\/p>\n\n\n\n<p>Greulich. Kaufvertrag vom 1. Januar 1775. Das Archiv der Stadt Bunzlau enth\u00e4lt zahlreiche Greulich betreffende Urkunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00df-Hartmannsdorf. In der Urkunde Rudolf II. vom 26. August 1600 ist der Grundbesitzer (Landeshauptmann) Brandamus von Zedlitz erw\u00e4hnt. Zwei Urkunden der Gr\u00e4fin Franckenberg. Hergesell, Geschichte der ev. Kirche 1842. Programm des Orgelkonzerts vom 22. Dezember 1872. Pfingstpredigt des Pastors Pietsch von 1878. Zeitungsartikel vom 6. Dezember 1919, Apothekenjubil\u00e4um. Desg. Glockenweihe. Lustspiel, Das gro\u00dfe Los in Gro\u00df-Hartmannsdorf, von C. T. Pfautz, in schlesische Mundart \u00fcbertragen von Artur Schiller, 1923. Patenbriefe von 1836. Zwei Oelbilder, darstellend den Mittelkr\u00e4mer Scholz und Ehefrau, gemalt von dem kath. Kantor Augustin Mann; Mann war am 4. September 1793 in Schwiebendorf geboren und starb nach 43j\u00e4hriger T\u00e4tigkeit in Gro\u00df-Hartmannsdorf am 20. Mai 1860.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinterheide. Kiefernquerschnitt von 149 Jahresringen.<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00e4schwitz. Eingerahmte gro\u00dfe Photographie einer B\u00e4uerin mit Barthaube von 1864.<\/p>\n\n\n\n<p>Kittlitztreben. Eine Urkunde Rudolf II. von 1600 erw\u00e4hnt den Ort, ebenso Kosel und Klitschdorf.<\/p>\n\n\n\n<p>Klitschdorf. H\u00f6lzerner Ma\u00dfstab: \u201eMa\u00df von 2 Ellen und 9 <sup>1<\/sup>\/<sub>6<\/sub> Zoll Berliner Ma\u00df zu der H\u00f6he und Anspannung des Wassers von dem Fachbaum ober der Rinne beim gro\u00dfen St\u00e4nder, woselbst ein Zeichen daran gemacht worden ist, bei dem Klitschdorfer genannten Wilden Wiesenteiche auf dem Bunzlauer Stadtterritorio, zu dem Vergleich verm\u00f6ge Aeta von dem 7. May 1765.\u201c Geburtsbrief f\u00fcr Joh. Christoph Bundermann, ausgestellt von Maxim. von Schellendorf, 1760. Die urkunde Rudolf II. von 1600 erw\u00e4hnt den von Rechenberg. \u201eAm Heldendenkmal\u201c, Komposition von Lehrer Milde, jetzt Gnadenberg. Eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl der Schriften des Georg Holzhey.<\/p>\n\n\n\n<p>Krauschen. Urkunde von 1545 betreffend Bierschank. Patenbrief vom 1796. Stammbuch aus der Familie Alois Kluge mit milit\u00e4rischer Marschroute 1913 von K\u00f6ben nach Frankreich und zur\u00fcck. Zeitungsaufsatz: \u201eDer Ausflugk na G\u00f6rlitz.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Lichtenwaldau. Kundschaftsbrief von 1810.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Bunzlauer Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>von Artur Schiller, Bunzlauer Stadtblatt, 3. April 1928<\/p>\n\n\n\n<p>In langer, angestrengter und kostspieliger Arbeit ist das Figurenwerk der Singuhr, das durch Ofenw\u00e4rme gelitten hatte, gr\u00fcndlich repariert worden, so da\u00df es in gewohnter Weise zur Osterzeit unsere Besucher wieder erfreuen wird. Wir brachten in Erfahrung, da\u00df sich in der Familie Jacob noch vor einiger Zeit eine Anzahl Bilder befanden, die die Passion Christi darstellten. Sie haben dem K\u00fcnstler der Singuhr als Vorlagen gedient. Leider sind sie jetzt nicht mehr vorhanden. An der Breslauer Ausstellung f\u00fcr schlesisches Leinen, Spitzen und Trachten, die in der Zeit vom 7. bis 14. M\u00e4rz stattfand, haben wir uns mit einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl Gegenst\u00e4nde beteiligt. Die Ausstellung hat einen guten Verlauf genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere beiden Ansichtskartenalben, deren eines die Stadt Bunzlau, das andere die \u00fcbrigen Kreisorte darsellt, sind neu geordnet. Es sind zwar schon an die 500 Karten vorhanden. Erw\u00fcnscht w\u00e4re es aber, wenn die verehrten Kreisinsassen uns mehr, wie bisher, durch Zuwendung von gebrauchten oder ungebrauchten Karten aus dem Kreise erfreuten. Die Ansichtskarte ist in ihrem Werte f\u00fcr eine sp\u00e4tere Zeit nicht zu untersch\u00e4tzen. In den Monaten Februar und M\u00e4rz erwarben wir eine etwa 60 Jahre alte Papeterie, alte Lagerbest\u00e4nde einer Papierhandlung aus Gnadenberg oder Gro\u00dfhartmannsdorf, mit einer Unmenge von kleinen Einklebebildern, Spr\u00fcchen, Blumen, gepre\u00dften Albumeinb\u00e4nden usw., die einen selten vollkommenen \u00dcberblick \u00fcber den Geschmack des ausgehenden Biedermeier gew\u00e4hren. Auch ein Moosbild von Schlo\u00df Fischbach und eines von der Kirche auf dem Zobten sowie ein Dutzend neue photographische Aufnahmen des sch\u00f6nen Gie\u00dfmannsdorf wurden erworben.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Ottilie Becker gab zwei gro\u00dfe Gipsmedaillons, darunter \u201eDer Morgen\u201c nach Thorwaldsen. Die Pressephotographen A. und J. Frankl (Berlin) stifteten zwei gut gelungene Aufnahmen vom Gro\u00dfen Topf. Fabrikbesitzer Adolf Hammer schenkte uns aus dem Nachasse des Salinger Hammer eine gr\u00f6\u00dfer Portion Druckschriften, wie Ortsstatuten, Vereinsver\u00f6ffentlichungen und Adre\u00dfb\u00fccher aus fr\u00fcherer Zeit Bunzlaus, auch eine Photographie des Hammerschen Hauses im Umbau. Der Schriftsteller Georg Holzhey spendete seine im Jahre 1925 erschienenen zahlreichen Ver\u00f6ffentlichungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Festschrift \u201eBl\u00fchende Jugend\u201c, ein Lebensbild von Woltersdorf enthaltend, ist in 20000 Exemplaren inmdeutschen Vaterlande verbreitet worden. Von Herrn Kaufmann Artur Krause bekamen wir eine Schachtel alter preu\u00dfischer Bleisoldaten. Der Altertumskenner Ludwig in Tschirne sandte uns einen gr\u00fcnseidenen Sonnenknicker. Richard Munzky und seine Schwester, Frau Berta Berthold, \u00fcberlie\u00dfen uns ein wertvolles Stammbuch des am 27. M\u00e4rz 1794 in Singendorf geborenen Bunzlauer Rektors Immanuel Benjamin Vogel mit nicht weniger als 75 Eintragungen aus der Zeit um 1814 betreffend Laubaner Gegend und die Universit\u00e4t Leipzig. Vogel amtierte hier von 18?? bis 1858. Als er am 1. Februar 1865 starb, setzten ihm seine Sch\u00fcler, darunter Moritz Kranz, das jetzt noch stehende Denkmal, eine Steins\u00e4ule mit Globus, an der Nordwestecke des Friedhofes. Vogel, der als Junggeselle im Munzkyschen Hause an der G\u00f6rlitzer Stra\u00dfe lebte, war derjenige, der mit Apotheker Kohl eine eidliche Abrede dahin getroffen hatte, da\u00df der Erstberstorbene von ihnen aus dem Jenseits dem anderen ein Zeichen geben sollte. Als Vogels Leichenzug bei dem Kohlschen Hause vorbeiging, sprang der darin befindliche Wandspiegel von bis unten entzwei. Sechs aktuelle Photographien von den jetzigen Arbeiten am neuen Boberbade verdanken wir der Aufmerksamkeit des Dentisten Schaefer.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor einiger Zeit wurde mit Bewilligung des zusammengetretenen Kunstauschusses der St\u00e4dtischen K\u00f6rperschaften ein bauf\u00e4lliges Haus im Hirsewinkel abgebrochen. Die Besitzerin, Frau Emma Scholz, schenkte eine Photographie dieses Hauses sowie eine Anzahl aus diesem Hause stammende Empire-Ofenkacheln, wohl Bunzlauer Arbeit. Frau Justizb\u00fcroassistent Schulz erfreute uns mit einer elfenbeingeschnitzten Nadelb\u00fcchschen. sch\u00f6ne Gegendst\u00e4nde schenkte auch Kreisausschu\u00dfsekret\u00e4r Steinbrecher, n\u00e4mlich zwei Spiel Tarockkarten und zwei Silhouetten, Studentenbilder von 1856.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Waisenhausverwaltung gab auf unseren Antrage freundlicherweise eine Montur eines Waisenknaben zu ewigen Ged\u00e4chtnis her. Hausverwalter Wethekam, der uns schon oft bedacht hat, \u00fcbergab uns eine gestickte Landkarte von Frankreich, von Adele Blart 1806 f\u00fcr ihre Eltern gefertigt. Es ist damit begonnen worden, die historischen B\u00fccher des Museums mit denen des Stadtarchivs zu vereinfachen. In der Annahme, da\u00df in dem Prager Staatsarchive Urkunden liegen, die Bunzlau betreffen, haben wir uns nicht get\u00e4uscht. Es fand sich dort ein gro\u00dfes B\u00fcndel Akten betr. einen Streit mit Breslau aus 1568. Das Prager Staatsarchiv, da mit uns zun\u00e4chst im diplomatischen Verkehr \u00fcber die Ministerien und Gesandschaften in franz\u00f6sischer Sprache verhandelte, hat uns zuletzt sehr &nbsp;freundlich und sogar in deutscher Sprache geantwortet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im kommenden Sommer wird an jedem ersten Sonntage im Monat, nachmittags von 8 bis 5 Uhr, ein Mitglied der Museumskommission zur F\u00fchrung des Publikums im Museum anwesend sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Bunzlauer Stadtblatt, 1926<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Bunzlauer Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>von Artur Schiller<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1091\" height=\"682\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/160-Museum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1670\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/160-Museum.jpg 1091w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/160-Museum-768x480.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1091px) 100vw, 1091px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die katholische Kirche in Bunzlau tr\u00e4gt die Jahreszahlen 1482 und 1492, die Anfang und Ende ihre Bauzeit umgrenzen. \u00c4lter ist aber das alte Befestigungshaus, das in Erinnerung an die Hundertjahrfeier der ersten Preu\u00dfischen St\u00e4dteordnung vom 9. November 1908 zu einem f\u00fcr Stadt und Kreis Bunzlau gemeinsamen Heimatmuseum ausgebaut ist, denn es ist mit den Mauern der Stadt in den den Jahren 1479 und 1480 errichtet. Es hat, nachdem es als Festungswerk \u00fcberfl\u00fcssig geworden war sehr verschiedenen Zwecken gedient. Zun\u00e4chst war es eine Tabagie, eine Restauration, besa\u00df auch eine Kegelbahn. Dann wurde es als Schulhaus benutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber seiner Eingangst\u00fcr stand der Spruch: Lasset die Kindlein zu mir kommen. Schlie\u00dflich war es jahrelang die Wohnung des Stadtmusikus und seiner Gehilfen. Nun ruft es wieder die Kinder von Stadt und Land, aber auch die Erwachsenen. Alle finden dort gar viel Belehrendes und erg\u00f6tzliche Anschauung. Wir wollen heut nur einen kurzen Rundgang durch das Museum unternehmen und uns nur die Hauptsachen ansehen. Denn um alles kennen zu lernen, bedarf es wiederholten Besuches.<\/p>\n\n\n\n<p>Im vorderen Saale zu ebener Erde sind meist heimatkundliche Gegenst\u00e4nde aufgestellt. An erster Stelle ist der gro\u00dfe Topf zu nennen, den der aus Muskau zugewanderte Meister Joppe im Jahre 1753 unter Zuhilfenahme einer Drehscheibe erbaut hat. Eine Wette soll der Anla\u00df zu diesem Handwerkskunstst\u00fcck gewesen sein. Ein alter, gelehrter Einwohner von Gnadenberg, namens Pfautz, hat daraus ein Theaterst\u00fcck gemacht, das in n\u00e4chster Zeit hier zur Auff\u00fchrung gelangen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Topf hat die franz\u00f6sische Invasion im Anfange des 19. Jahrhunderts \u00fcberdauert. Ein Kugelloch auf seiner R\u00fcckseite r\u00fchrt vom Pistolenschusse eines \u00fcberm\u00fctigen Franzosen her. Wir sehen da noch verschiedene kleinere Keramiken, darunter ein Modell des Kutusowdenkmals von Altmann und eine quadratische Stellage aus wei\u00dfem Ton mit Abbildungen aus den Freiheitskriegen. H\u00fcbsch ist ein Modell unseres Rathauses aus Holz und Pappe. Lehrreich ist das Relief des Riesengebirges von 1839, ein Werk des Seminarlehrers Berger. Unter den vielen Bildern, die die W\u00e4nde zieren, ist ein \u00d6lbild des ber\u00fchmten Dichters Martin Opitz zu erw\u00e4hnen, der bekanntlich 1597 hier geboren ist. Gro\u00dfe ovale \u00d6lbilder stellen unsere bedeutendsten G\u00f6nner Hauptmann Hoehne und seine Gattin dar. Auch der Viadukt und das Schlo\u00df Klitschdorf sind abgebildet. Kleinere Abbildungen stellen die Wappen von Bunzlau und Naumburg und viele Ansichten von Bunzlau, Gnadenberg, Tillendorf, dem Gr\u00f6ditzberge u. a. m. dar. Auch werden in Schr\u00e4nken eine Menge Frauenhauben und trachtenm\u00e4\u00dfige Kleidungsst\u00fccke aufbewahrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die angebaute Bauernstube enth\u00e4lt haupts\u00e4chlich die Brautausstattung der Anna Susanne Pohl aus Giersdorf von 1831. Alte \u00d6llampen und Spinnger\u00e4te weisen uns in die alte gute Zeit zur\u00fcck, da \u201eBerta spann\u201c. Ein Glanzst\u00fcck ist ein Tischaltar, den ein Sch\u00e4fer am Gr\u00f6ditzberge um 1850 sehr h\u00fcbsch mit den einfachsten Mitteln aus Holz ausgeschnitten und ausges\u00e4gt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine gro\u00dfe Anziehung f\u00fcr jung und alt bildet die in Saal 2 aufgestellte \u201eSinguhr\u201c, von dem Bunzlauer Tischler-meister Hermann Jakob 1784 \u2013 1797 in Form einer sogenannten Drehb\u00fchne hergestellt. Es ist das ein mechanisches, bewegliches Kunstwerk, das in sechs Bildern das Leiden Christi zeigt. Zum Betriebe sind nur Hanfschn\u00fcre, Holzr\u00e4der, st\u00e4hlerne Federn und Gewichte aus Stein und Eisen verwendet. Ein altert\u00fcmliches sogenanntes Giraffenklavier l\u00e4\u00dft w\u00e4hrend der Vorf\u00fchrung seine Chor\u00e4le erklingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Saal 3, das innere des massiven Turmes, ist zu einer Art Kapelle ausgestaltet. Das Hauptst\u00fcck ist ein Altar mit Bunzlauer Zinnleuchtern. Heiligenbilder aus Holz und Stein zieren die W\u00e4nde. Wertvoll ist eine buntbemalte kleine Holzstatue, eine sogenannte Pieta, die die Mutter Maria darstellt, wie sie Jesu Leichnam auf ihrem Scho\u00dfe h\u00e4lt. Dieses St\u00fcck stammt aus dem Anfange des 14. Jahr-hunderts.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Treppenaufgange h\u00e4ngen Waffen und viele Bilder und Landkarten. Abschnitte von Waldb\u00e4umen deuten auf den gro\u00dfe Waldbesitz hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ansehnlichste Raum des Museums ist der Saal 4 im ersten Stock, der in 13 Glasschr\u00e4nken (Vitrinen) eine gro\u00dfe Anzahl von Gegenst\u00e4nden aus Ton, Porzellan, Glas, Metall, Uhren, Holzschnitzereien, Wachsplastiken und allerhand Kleinkram und Kuriosit\u00e4ten enth\u00e4lt. Die \u00e4ltere Bunzlauer Keramik ist besonders sch\u00f6n mit sogenannten Melonenkr\u00fcgen vertreten. Auch Tiefenfurter Erzeugnisse und Glas aus Wehrau ist zu sehen: eine kleine fr\u00fchgeschichtliche Abteilung (Urnen, Steinbeile und dergleichen) f\u00fchrt in Bunzlaus Vorzeit zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig reich ist das Museum an Textilien und weiblichen Handarbeiten, die von der Frauenwelt besonders bewundert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wertvoll ist eine die Mitte des Saales einnehmende, von dem verstorbenen Kaufmann Hermann Sch\u00f6nfelder gestiftete Gewehrsammlung, f\u00fcr die man sich aber gern einen besonderen Saal w\u00fcnschen &nbsp;m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Vitrine enth\u00e4lt alte Schriften, Bilder und Urkunden, auch eine Menge geschichtliches Material in Wappen, zu deren Durchsicht man freilich bei einem kurzen Besuch nicht kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer Studien machen will, mu\u00df eben den umfang-reichen handschriftlichen Katalog einsehen. Es gibt \u00fcbrigens auch ein Buch, in dem alle Gegenst\u00e4nde, die aus den einzelnen Kreisorten stammen, verzeichnet sind. schlie\u00dflich ist auch eine kleine M\u00fcnzsammlung vorhanden. In 2 Vitrinen sind weibliche Trachtenfiguren zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den Bildern ist an erster Stelle ein riesiges \u00d6lbild von Marr zu nennen, benannt die Kinder Bunzlaus. Es stellt dar, wie die Bewohner der Stadt 1813 nach der Schlacht bei Bautzen eingebrachte franz\u00f6sische Gefangene durch kleine Kinder verpflegen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Jugend wird sich an den aufgestellten Modellen von Schiffen erfreuen, und an einem zierlichen Kaufmannsladen von 1832.<\/p>\n\n\n\n<p>Kunstkenner bewundern die Portr\u00e4ts des T\u00f6pfers Altmann und seiner mit dem Luisenorden geschm\u00fcckten Gattin, besonders aber ein kleines Aquarellgem\u00e4lde des in Bunzlau vor 100 Jahren geborenen bedeutenden Malers Theodor Bl\u00e4tterbauer, den Wallfahrtsort Castua bei Fiume darstellend. An einer Wand h\u00e4ngt eingerahmt ein bunt bedrucktes, \u00e4u\u00dferst wertvolles Seidentuch von 1761, auf dem eine Sonnenfinsternis abgebildet ist, es ist eine Verherrlichung der kriegerischen Taten des Alten Fritzen und wahrscheinlich in Liegnitz gedruckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die halbe Treppe emporsteigend, werfen wir noch einen Blick auf eine eingerahmte Tafel, die Wasser-Versorgung von Bunzlau seit 1531 darstellend, f\u00fcr welche die Stadt auf der Hygieneausstellung in Rom da\u00df daneben h\u00e4ngende Ehrendiplom erhielt. Im oberen Turmraume sind haupts\u00e4chlich die Altert\u00fcmer der hiesigen Innungen, Zinnbecher, sogenannte Willkommen, bis 1642 zur\u00fcck, Innungsladen, Petschafte und dergleichen untergebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>In einigen altert\u00fcmlichen Schr\u00e4nken ist eine kleine B\u00fccherei von etwa 700 B\u00e4nden aufgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird besonders danach getrachtet, nach und nach die Bunzlauer Literatur zusammenzubringen, wovon sich ein Teil auch im Stadtarchive im Rathause befindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir heben hier hervor Originalausgaben der Werke von Martin Opitz, darunter ein Band mit eigenh\u00e4ndiger Widmung des Dichters, einiges \u00fcber Andreas Tscherning, den hier eborenen Zeitgenossen des Opitz, schlie\u00dflich ein Me\u00dfbuch von 1651 mit Stichen des Bunzlauer Kupferstechers David Tscherning.<\/p>\n\n\n\n<p>Alte St\u00fchle und ein in nachgeahmten Marmor gefertigter Barocktisch sowie ein wertvoller Schreibtisch, Wiener Arbeit, ein sogenannter Kaunitzschrank mit originellem Geheimfach, vervollst\u00e4ndigen die stilm\u00e4\u00dfige Ausstattung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ansto\u00dfenden Erker ist dazu bestimmt, pers\u00f6nliche Erinnerungen an Hauptmann Hoehne aufzunehmen. Hier kann man Platz nehmen, wenn man ein Buch oder Abbildungen durchsehen will. Es liegt auch das 4 B\u00e4nde mit \u00fcber 500 Namen der Bunzlauer Mitk\u00e4mpfer des Weltkrieges umfassende Album aus sowie eine Stadt und Land betreffende Ansichtskartensammlung.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Zeit ist das Museum ge\u00f6ffnet Mittwochs von 11 bis 1 Uhr und Sonntags von 11 bis 1 Uhr und von 3 bis 5 Uhr. An jedem ersten Sonntage im Monate findet freier Eintritt statt. Au\u00dferhalb dieser Zeit kann man sich durch die Klingel am Portale des Museums bei dem im Hause wohnenden Pf\u00f6rtner anmelden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein sch\u00f6nes Schriftwort gilt auch f\u00fcr unser volkst\u00fcmliches Unternehmen. Es lautet: Gedenke der vorigen Zeit bis daher und betrachte, was er getan hat an den alten V\u00e4tern. Frage deinen Vater, er wird dir\u2019s verk\u00fcnden, deine \u00c4ltesten, die werden dir\u2019s sagen. 5. Mose 32, V. 7, Artur Schiller, Heimatbuch des Kreises Bunzlau, 1925.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Bunzlauer Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 1925<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4\u00dflich der Tausendjahrfeier der Rheinlande hatte die Firma Reinhold &amp; Co. in einem Schaufenster von K\u00f6ln eine Bunzlauer T\u00f6pferwerkstatt ausgestellt, in der ein hiesiger Meister mit Gehilfin arbeitete. Die Firma L. Fernbach spendete uns eine Photographie dieser Szene. Pfarrer i. R. Werner gab die Illustrierte Wochenbeilage Nr. 28 der \u201eSchlesischen Zeitung\u201c, die einen reich illustrierten Artikel von Dr. B\u00fcttner \u00fcber die Keramische Fachschule brachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaufmann Simon Freund schenkte eine reizende Filigranhandtasche mit starker silberner Montierung, Frau Wilh. Bluhm aus Hasenau ein recht wertvolles seidengesticktes Schultertuch, Weizackertracht aus Pyritz, und Fr\u00e4ulein Johanna Manitius ein von ihr selbst 1869 gefertigtes Kunstwerk, ein Br\u00fcsseler Spitzentaschentuch, dessen Muster Rosen und Vergi\u00dfmeinnicht zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Gutsbesitzer Luise Klingauf (Alt-J\u00e4schwitz) gab eine bunten Teller mit der Inschrift \u201eVil Milche\u201c und eine Kollektion alte bunte Bildchen, Holzschnitte, C. E. v Kreusch (Kittlitztreben) einen am Boberrand gefundenen versteinerten Seeigel, Kaufmann Wilh. Springer eine Lichtputzschere mit automatischer Reinigungsvorrichtung, gefunden am hiesigen Kirchhof, und einen zierlichen Zinnl\u00f6ffel.<\/p>\n\n\n\n<p>Fabrikdirektor Wabnitz schenkte das bekannte alte, auf Holz gemalte Wirtshausschild des ehemaligen Gasthofs \u201eZur Fichte\u201c, das eine Gru\u00dfe von russischen Offizieren und Soldaten um 183 darstellt. Dieses Gasthaus wurde 1770 von M\u00fcller Georg Hanke erbaut und f\u00fchrte zun\u00e4chst den Namen \u201eZum Kammrade\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bild ist f\u00fcr das Museum nat\u00fcrlich besonders erw\u00fcnscht gewesen. Kantor und Lehrer Tripke \u00fcbergab eine wertvolle Pergamenturkunde in polnischer Sprache, die uns Erzpriester Dr. Chrzaszcz (Peiskretscham) freundlich bearbeitete. Danach verkaufte Heinrich von Bezdiekow am 21. Dezember 1360 an den st\u00e4dtischen B\u00fcrger Arnold von Zatecz 6 1\/2 Erbhufe f\u00fcr 304 Schock Groschen. Wir \u00fcberlie\u00dfen dieses alte St\u00fcck dem hiesigen Stadtarchiv, das schon eine Kollektion nichtbunzlauische Urkunden besitzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bunzlauer Gesangbuch von Fricke, 1828, schenkte Frau Kaufmann Giebler.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Wohlfahrtsamt \u00fcberkamen wir einige bunte B\u00e4nder, vom Stadtbauamt eine ungemein malerische Photographie des ehemaligen Schlo\u00dfteiches mit dem dar\u00fcber gelegenen Pavillon (ehem. Schlo\u00dfkapelle) mit Ausblick auf die Sandm\u00fchle. Auch eine Photographie der Kastanie auf L\u00f6wenberger Stra\u00dfe Nr. 38 in der diesj\u00e4hrigen \u00fcppigen Bl\u00fcte wurde erworben. Desgleichen folgende B\u00fccher: Nitschke,<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Schlesiens Urzeit; Pribatsch, Breslau; Dr. E. Wernicke, Joh. B\u00fcttner, der K\u00f6nigsrichter von Bunzlau (eine Rarit\u00e4t) und Keller, Joach. v. Berge und seine Stiftungen, Glogau 1834. Bekanntlich stiftete Joach. v. Berge auch f\u00fcr Bunzlau am 30. Juni 1599 ein Stipendium mit einem Kapital von 2400 Talern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stiftungsurkunde liegt im Stadtarchiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Museum wird von jetzt auch immer das neue Mitteilungsblatt des Ortsausschusses f\u00fcr Jugendpflege \u201eBunzlauer Jugend\u201c ausliegen. Wenn die Jugend, wie zu erwarten, sich f\u00fcr diese ihr neues Blatt t\u00e4tig erw\u00e4rmt, so wird das vorhandene Bed\u00fcrfnis mit diesem Blatt gewi\u00df bestens gedeckt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;In dem neuen Buch von Jos. Klapper, Schles. Volkskunde, ist auch ein Bild von Gie\u00dfmannsdorf und eins vom Gro\u00dfen Topf enthalten; im Text ist gesagt, da\u00df der Topf 600 kg schwer ist und \u2013 entgegen der hiesigen Ueberlieferung \u2013 da\u00df ihn die Franzosen 1813 zerschlagen h\u00e4tten, weshalb er zusammengeflickt und mit einem Drahtnetz umstrickt worden sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schrank f\u00fcr Mineralien ist eingerichtet. Das Verdienst, auf diese Neusch\u00f6pfung hingewirkt zu haben, hat Lehrer Paul Paeschke (Liegnitz). Wir wurden u. a. auch durch den Besuch von Dr. Grundmann aus Warmbrunn erfreut. Dieser junge Gelehrte ist damit befa\u00dft, den Band III Schlesien der \u201eDeutschen Volkskunst\u201c zu schreiben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Museum nach dem Heimatfeste<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1098\" height=\"698\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/943-Museum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1671\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/943-Museum.jpg 1098w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/943-Museum-768x488.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1098px) 100vw, 1098px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Unser Museum soll durch den Trubel der Heimatfesttage nicht zu kurz kommen. Es haben sich sowieso auch einige Ausw\u00e4rtige mit R\u00fccksicht auf das Fest an das Museum mit freundlichen, dankenswerten Gaben erinnert.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Berthold schenkte ein gro\u00dfes, schwarz und bunt lackiertes Eisentablett aus dem Besitze von Altmann, Frau Erna Conrad ein niedlich modelliertes F\u00e4\u00dfchen mit Bunzlauer Wappen auf Holzbock, Frau Luise Gansel 2 Autogramme des Kupferschmieds Schlecht von 1844 und 1854. Voriges Jahr brachte der Pflug am Dr\u00fcsselberge die 15 Zentimeter lange Spitze eines antiken Bronzeschwertes zu tage, eine sehr wertvolle Gabe des Herrn Golka. Diplomkaufmann Hiller in Wetzlar sandte uns die Nr. 161 der \u201eBerliner Nachtausgabe\u201c mit einem Feuilleton von W. Eberlein \u201eNacht in Rom\u201c, worin Bunzlau als Urbild einer Kleinstadt hingestellt wird. Von Frau Ida Hoheisel bekamen wir ein h\u00fcbsches Haarbild, Familienbilder, Gl\u00e4ser, einen feinen Schleier, ein Lorgnon und ein Stammbuch; eine reiche Gabe. Herr Fleischermeister H\u00fcbler stiftete den Gesellenschein seines Vaters Joseph H\u00fcbler von Naumburg 1864 und das Dokument \u00fcber dessen Pr\u00fcfung als T\u00f6pfermeister, Bunzlau 1863. Die Frl. Julie und Lotte Jenke gaben einen Stadtplan, Marie Lincke geb. Andrae, Brieg, ein Stammbuch, Hauptlehrer Kr\u00fcger, Lorenzdorf, eine Anzahl unerwartet sch\u00f6ner Ansichtskarten von Lorenzdorf und Sch\u00f6ndorf, Gutsbes. Lorenz in Gie\u00dfmannsdorf einen guten s\u00e4chsischen Taler von 1778. Wir kauften auch einen Doppelgulden, J\u00fclich-Cleve von 1624, gefunden beim Kellerausschachten in Lorenzdorf. Aus dem Nachlasse von Richard Pachaly kam uns ein Lichtschirm mit Porzellanbild, Liebespaar, zu. Frl. Elfriede Reimann aus Bunzlau, in Frankfurt am Main, schenkte einen gro\u00dfen, aus Glasperlen verfertigten Arbeitskorb. Herr Kaufmann Schleinzer die eine beim Umbau seines Hauses entbehrlich gewordenen Renaissancet\u00fcr von 1526, Frau Rechnungsrat Elis. Schultz, geb. St\u00f6phasius, auch eine geborene Bunzlauerin, erfreute uns wiederum durch eine wertvolle Gabe, nicht weniger als 6 handgestickte T\u00fccher. Rektor Stadtrat Seiffert gab ein Bleistiftzeichnung des Rathauses von L. Knippel 1859, auf der noch die Wache und die Bude der Witwe B\u00f6ck zu erkennen ist, sowie ein gedrucktes Bild von Bunzlau.<\/p>\n\n\n\n<p>Erworben wurden drei Tiefenfurter Teller und ein Federzeichnung \u201eNaumburg im Gr\u00fcnen\u201c von Gerhard Reitsch, Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p>An Literatur kam ein: ein Verzeichnis der Naturdenkm\u00e4ler des Kreises Bunzlau, von Schulrat Britze, die Entwicklung von Ullersdorf am Queis, vom Verfasser, Herrn Hersel, die gebundenen Jahrg\u00e4nge 1 und 2 der \u201eBunzlauer B\u00fchne\u201c von Waisenhaus-Oberlehrer Springer, \u201eNaturdenkm\u00e4ler\u201c (von Schulze), die Zeitung &nbsp;\u201eDer Steinarbeiter\u201c vom Juni 1926 mit Abbildungen des bekannten Spielerschen Steinh\u00e4uschens, der Kraftpostf\u00fchrer von 1927, wozu wir ein sch\u00f6n reproduziertes Bild von der S\u00fcdvorhalle der Katholischen Kirche geliefert haben, sowie ein kostbares Originalexemplar von Martin Opitzens Buche von der Deutschen Poeterey.<\/p>\n\n\n\n<p>Endlich konnten wie ein solches Buch erlangen! Das Museum hat sich auch der \u201eBalderpresse\u201c als Abonnent angeschlossen und bereits drei Kunstbl\u00e4tter von Hans Baldung gen. Grien, Alfred Kubin und Emil Orlik erhalten. Wir bekamen auch eine Freizeitung vom 16. Gewerbetag in Bunzlau; wann mag dieser gewesen sein? Eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl B\u00fccher konnten wir \u00fcbernehmen, die in der hiesigen Volksb\u00fccherei abg\u00e4ngig geworden sind. Unsere Leser machen wir aufmerksam auf den Aufsatz von Studienrat Dr. Schmidt, Bunzlau, die Geschichte des Dominikanerklosters in Bunzlau, Schles. Geschichtsbl\u00e4tter Nr. 8 von 1927. In der Stuttgarter Zeitung Nr. 10 vom 16. Mai 1927 ist ein Aufsatz von Konrad Strau\u00df zu lesen. \u201eNachtr\u00e4ge zur Entwicklung der Geschichte der Bunzlauer T\u00f6pferei\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Da der Gro\u00dfe Topf durch zunehmende Sucht mancher Besucher ihren werten Namen darauf einzukratzen, oder durch Klopfen zu versuchen, ob er h\u00e4lt, oder vielleicht entzwei geht, gef\u00e4hrdet ist, mu\u00dften wir den Raum beim Topfe durch eine Kette absperren. (Bunzlauer Stadtblatt ca. 1938)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neues vom Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 21. 1. 1926<\/p>\n\n\n\n<p>In der letzten Zeit hatte das Museum eine Reihe von recht interessanten und teilweise wertvollen Eing\u00e4ngen zu verzeichnen. Aus deren F\u00fclle greifen wir die folgenden heraus. \u2013 Der Revierf\u00f6rster Dreizehner, jetzt in Linde bei Wildenbruch, fand bei einer Eichenpflanzung gegen\u00fcber der Siegersdorfer Werke eine Anzahl Dreigr\u00f6scher, von denen uns Herr Ludwig (Tschirne) 8 St\u00fcck \u00fcbermachte, schlesische und Tiroler M\u00fcnzen Ferdinands II. voon 1623 und 1624, auch eine von 1584. Diese kleinen Silberm\u00fcnzen werden Flederm\u00e4usel genannt. Sie sind im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Kriege dort versteckt, eher noch verloren worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Herr Fiedler stiftete ein kleines kalligraphisches Kunstwerk, ein Schreibheft des Joh. Gottl. Krause, Lehnhaus 1828, Querfolio in bunten Farben, und eine Ank\u00fcndigung f\u00fcr Karl Christian Reichsgrafen zur Lippe zu Klitschdorf, gestorben den 5. April 1808. Kurt Friedrichs gab 8 sch\u00f6ne Ansichtskarten nach eigenen Aufnahmen, unter denen besonders die gelungen die Grotte am Odeonteiche ist. Der Leiter des Heimatmuseums von Neusalz, Direktor Glaeser, sandte den neuen Heimatkalender f\u00fcr die Kreise Gr\u00fcnberg und Freystadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine wertvolle Mappe mit den Portr\u00e4ts der Bunzlauer Landr\u00e4te verdanken wir Herrn Landrat von Hoffmann. Frau Landessekret\u00e4r Jokisch gab zwei zierliche, vergoldete Halsbandschl\u00f6sser und ein K\u00f6rbchen aus Porzellan, Paul Ple\u00df (Gnadenberg) eingerahmte Photographien des Turmes der evangelischen Kirche in Gro\u00df-Hartmannsdorf und der beim Bau beteiligten Arbeiter. Frau Amtsvorsteher R\u00f6sner schenkte eine reizende Tischdecke mit eingewebter Jahreszahl 1815 aus Alt-Friedland. Der Amerikareisende Karl Schl\u00f6sser (Leipzig), ein Spezialkenner von Philipp Leopold Martin Appun, schenkte ein uns sehr wertvolles, zweib\u00e4ndiges Werk des aus Gnadenberg stammenden Stuttgarter Gelehrten und Reisebegleiters Karl Ferdinand Appuns, \u201eDie Praxis der Naturgeschichte\u201c, 1870 \u2013 1878, worin in fesselnder Weise die Lehre vom Beobachten, Konservieren, Naturaliensammeln auf Reisen, Ausstopfen und Aufstellen von Tieren, botanischen und zoologischen G\u00e4rten, Aquarien und Terrarien vorgetragen wird. Kunstphotograph Robert Scholz (G\u00f6rlitz), fr\u00fcher in Bunzlau, stiftete 15 gro\u00dfe Photographien vom Gr\u00f6ditzberg, Schlo\u00df Hohlstein, Park des Jugendhauses sowie Gruppen der hiesigen Lehrer, geschart um Rektor Mentzel, und vom Humboldtverein. Wir erwarben von ihm eine \u00e4u\u00dferst wertvolle Sammlung von 40 \u00e4lteren, gro\u00dfen Photographien der Steindenlm\u00e4ler an der katholischen Kirche und an der Kirchhofsmauer, die n\u00e4chstens ausliegen werden. Gekauft wurde auch eine Litographie des gro\u00dfen Geologen Abraham Gottl. Werner, der aus Wehrau kommt, und zwei B\u00e4nde seiner Werke. Eine sehr kostbare Erwerbung stellt auch ein d\u00fcnnes B\u00fcchlein von 1568 dar, in dem zwei Gedichte in lateinischer und griechischer Sprache auf den aus Bunzlau stammenden Gelehrten Balthasar Neander enthalten sind. Neander hatte 1533 in Wittenberg studiert, war auch Sch\u00fcler des Goldberger Rektors Trotzendorf, und starb 1568 als Professor am Elisabethaneum in Breslau; die Gedichte sind von seinen Kollgen Martin Hofmann und Hieronymus Rhenander verfa\u00dft. Erw\u00e4hnt sei auch eine Chronik von Fischer, 1818.<\/p>\n\n\n\n<p>Das wichtigste Ereignis der letzten Wochen ist das Erscheinen einer Lebensgeschichte des ber\u00fchmten Bunzlauer Geistlichen, Waisenhausdirektors und Dichters schier ungez\u00e4hlter geistlicher Lieder, Ernst Gottlieb Wolterdorf, dessen 200j\u00e4hrigen Geburtstag Stadt und Land am 30. Mai 1925 feiern konnte. Das gut ausgestattete, mit einem Bilde von Woltersdorf versehene Werk, das 414 Seiten umfa\u00dft, ist von Johannes Giffey (D\u00fcsseldorf) geschrieben. Es bietet viel Geschichtsstoff f\u00fcr Bunzlau und besonders die Entwicklung des Waisenhauses. Liebevoll auf den wahrhaftigen und goldklaren Charakter Woltersdorfs eingehend, weist der Verfasser \u00fcberzeugend nach, da\u00df das Odium, was man jetzt gemeiniglich mit dem Worte \u201ePietist\u201c verbindet, auf den frommen Pietisten Woltersdorf keine Anwendung finden kann. 120 Seiten des Werkes sind der Wiedergabe der sch\u00f6nsten Ges\u00e4nge Woltersdorfs gewidmet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neues vom Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 30. Mai 1926<\/p>\n\n\n\n<p>Das unsichere Pfingstwetter hat uns viele Besucher zugef\u00fchrt, die manches Neueingegangene bei uns bewundern konnten. Studienrat Dr. Berge hatte die 2. Auflage seines Werkes \u201eDie Fabrikation des Tons\u201c gesandt. Wir ersehen daraus, da\u00df im Jahre 1855 zuerst \u201eSilber aus Lehm\u201c, nach dem Verfahren von St. Claire-Deville gewonnen, d. h. Aluminium, in Paris gezeigt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Man sagt, da\u00df auch hier in Bunzlau der Senator Engelhard Gansel zu jener Zeit mindestens nahe dran gewesen sei, bei seinen chemischen Versuchen Aluminium hervorzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p>C. Fiedler gab f\u00fcr unsere Steinsammlung verschiedene Bunzlauer Fossilien, ein Schauspiel \u201eArmut und Tugend\u201c von Weise (1772) sowie ein eingerahmtes humoristisches Plakat aus dem Nachlasse der in L\u00f6wenberg verstorbenen Gr\u00e4fin Lippe; Lehrer Ewald Helbig ein Buch von Stolzenburg: \u201eDas hundertj\u00e4hrige Jubelfest des Bunzlauer Waisenhauses vom 14. M\u00e4rz 1856\u201c; Pfleger Bruno Hertwig ein Bunzlauisches Gesangbuch von Burg, 8. Auflage, Jauer 1778, zwei Bilder: Napoleon in Moskau und im Rate der F\u00fcnfhundert, sowie eine Kollektion interessante \u00e4ltere Buntdrucke, auch ein Moosbild.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Konditor Kahl ging ein Patenbrief von Gnadenberg 1856 ein und von der Gemeinde Kromnitz eine starke Eisenfessel f\u00fcr eine Hand und einen Fu\u00df. Buchdrucker Alois Roesler in Naumburg stiftete eine Ansichtskarte mit dem alten, 1561 erbauten und 1878 abgebrochenen Turme der Kirche zu St. Peter und Paul daselbst. Schreiber dieses steuerte den Jahresbericht 1925 des Nei\u00dfer Museums bei, aus dem hervorgeht, da\u00df dieses Museum einen \u201em\u00e4chtigen Schrank\u201c voll Bunzlauer Keramik sein eigen nennt. Der S\u00fcdamerikareisende Karl Sch\u00f6ffer in Leipzig sandte die Abschrift eines Briefes Alexander von Humboldts vom 25. Januar 1856, in dem dieser gro\u00dfe Gelehrte unseren C. F. Appun an K\u00f6nig Friedrich Wilhelm IV, empfiehlt. Ein Begr\u00e4bnisliederbuch von 1745 gab T\u00f6pfermeister Trinks, Hausverwalter Wethekam eine Frauenhaube und eine bestickte Sch\u00fcrze. Auch die pr\u00e4chtig ausgestattete Festschrift der Firma Zeidler &amp; Wimmel erhielten wir. Sehr wichtig ist schlie\u00dflich eine 29 Zentimeter hohe Fruchtpresse aus Bunzlauer Ton in Vasenform, von dem \u00e4lteren Samuel Gotthardt geschaffen; Gotthardt war am 10. Juni 1769 geboren, in erster Ehe mit der T\u00f6pferwitwe B\u00e4hr, in zweiter mit Anna Rosina Taemmer verheiratet und starb am 26. Oktober 1847.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Ausstellung des Kunstgewerbevereins erwarben wir eine gro\u00dfe Bleistiftzeichnung des A. M\u00fcller von der G\u00f6rlitzer Stra\u00dfe 28 gelegenen, 1794 erbauten Barockkapelle, in die 1797 die Singuhr eingesetzt wurde. Die daran befindliche Jahreszahl 1794 ist k\u00fcrzlich bei einer Baureparatur achtlos \u00fcberpinselt worden. Ebenso kauften wir ein kostbares kleines, in Schweinsleder gebundenes Werkchen von Marin Opitz, \u201eDie s\u00fc\u00dfen Todesgedanken\u201c, aus dem Franz\u00f6sischen des von Serre \u00fcbersetzt, von 1658. In dem Hefte 1 f\u00fcr 1926 von Vobachs \u201eFamilienhilfe\u201c ist eine Abbildung des gro\u00dfen Topfes abgedruckt mit einer von uns verfa\u00dften kurzen Geschichte desselben; wir verleibten diese Nummer unserer Sammelmappe \u201eBunzlauer Keramik\u201c ein. Auch wurde ein bei Polkwitz ausgegrabener Orden Napoleons I. aus vergoldeter Bronze angekauft; den er an seinem Todestage von St. Helena aus allen seinen Mitk\u00e4mpfern von 1792 bis 1815 testamentarisch verlieh. Die Legende lautet: A ses compagnons de gloire sa derni\u00e8re pens\u00e9e, Ste. Hel\u00e8ne %. V. 1821.<\/p>\n\n\n\n<p>Angelegt und eingebunden wurde eine Sammlung von 125 Nummer des \u201eBunzlauer Stadtblattes\u201c mit heimatkundlichen Aufs\u00e4tzen der verschiedenen hiesigen Schriftsteller. Nur auf diese Weise k\u00f6nnen diese zum Teil recht wichtigen Schriften der Nachwelt und der heimischen Geschichtsforschung erhalten bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der trotz seiner Jugend in der Kunstwelt schon recht wohlbekannte Rich. S\u00fc\u00dfmuth aus Penzig entlieh von uns seine von ihm gefertigten drei gravierten Kelchgl\u00e4ser und einen 11 Millimeter tief geschnittenen Pr\u00e4sentierteller. Diese Kunstwerke kommen auf der von dem Spezialisten in Glas Pazanrek in Stuttgart veranstalteten gro\u00dfen Ausstellung zur Verwendung.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem uns geh\u00f6rigen Buche \u201eSchlesische Kernchronike\u201c von 1714 fanden wir ein Verzeichnis von ber\u00fchmten Schlesiern. Darin sind 22 aus Bunzlau geb\u00fcrtige M\u00e4nner aufgef\u00fchrt, darunter sieben, die Wernickes Chronik nicht kennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer etwas von diesen neuen Sch\u00e4tzen sehen will, hat am Sonntag, dem 6. Juni, dazu gute Gelegenheit, denn da ist das Museum nachmittags von 3 bis 5 Uhr unentgeltlich zu besichtigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neues aus dem Bunzlauer Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 23. 7. 1926<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gedanke, doch endlich die t\u00fcchtige handschriftliche Chronik von Bunzlau von Magister Holstein in Druck zu legen, wird in \u00fcberzeugender Weise von einem hiesigen Historiker, dem Studienrat Herbert Schmidt in Heft 3, 1926, der kleinen \u201eSchlesischen Geschichtsbl\u00e4tter\u201c, Mitteilungen des Vereins f\u00fcr Geschichte Schlesiens zu Breslau, verfochten. Mitglieder des Vereins erhalten diese und andere Ver\u00f6ffentlichungen desselben gratis. Wir empfehlen, mindestens sich das Heft 3 wegen dieses Aufsatzes zu kaufen. Schmidt gibt zun\u00e4chst die Anzahl der bekannten Handschriften Holsteins &nbsp;auf 13 bis 14 an und erl\u00e4utert sodann in geistvoller und ins einzelne gehender Art, warum diese Handschrift eine Bedeutung \u00fcber Bunzlaus Mauern hinaus habe. Der Raum verbietet es, n\u00e4her auf die verdienstvolle Schrift einzugehen. Schon Wernicke hatte an eine m\u00f6gliche Drucklegung Holsteins gedacht. Kantor Heinrich Blasius stiftete seine tiefempfundenen \u201eGedichte aus Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Zeit\u201c und einen Aufsatz von Professor Geyer \u201eThommendorf und Werner in Europa\u201c. Fr\u00e4ulein Marg. D\u00f6rner eine gr\u00f6\u00dfere Zahl ihrer in der \u201eSchles. Volkszeitung\u201c ver\u00f6ffentlichten Gedichte und Prosaaufs\u00e4tze. Von Landrat von Hoffmann erhielten wir die Photographie des Veteranen Gustav Milke aus Gro\u00df-Gollnisch und den Verwaltungsbericht des Kreises Bunzlau 1926. Ein in sch\u00f6nes gr\u00fcnes Leder mit Goldpressung eingebundenes Gesangbuch von Burg von 1796 mit Portr\u00e4ts der K\u00f6nigin Luise und Friedrich Wilhelms III. schenkte Frau Hoheisel, Professor Dr. Meth (J\u00e4nkendorf) den handschriftlichen Lebenslauf von Theodor Pfautz, Lehrer und Schriftsteller Paeschke (Liegnitz) wiederum eine Partie Mineralien. Gewerbeschulrat Dr. Pukall legte uns seine aktuelle Monographie \u201eVorg\u00e4nge beim Trocknen keramischer Rohwaren\u201c vor. Oberstudienrat Dr. Renhard (Freiberg i. Sa.), der bekannte Spezialforscher f\u00fcr Geschichte der Familie von Tschirnhaus, \u00fcbersandte eine Photographie des Wernerdenkmals von Nietschel in Freiberg. Eine kleine, dieses Fr\u00fchjahr in Krauschen ausgegrabene Feuersteinpistole gab Erwin Schmidt, Kreisausschu\u00dfassistent Schumann einen Quantit\u00e4t Briefverschl\u00fcsse der Biedermeierzeit, Konrektor Seiffert eine sch\u00f6ne Taschensonnenuhr, mehrere M\u00fcnzen und zwei prachtvolle Bronzemedaillen der Liegnitzer Gewerbeausstellung von 1810 von dem bekannten Stempelschneider der kgl. M\u00fcnze G. Loos. Auch Kaufmann Springer spendete wieder drei Fliegerpfeile, eine Me\u00dfkette zu Dicktenmessungen von B\u00e4umen im Wasser sowie eine beim Teufelwehre von ihm gefundene Kalkversteinerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Erworben wurde das Aquarellportr\u00e4t einer Dame in Bunzlauer Tracht von dem Bunzlauer Portr\u00e4tmaler Joseph Treutler (Vater der Frau Handschuhmacher Wiedemuth). Es stellt die 1780 geborene in den 1880er Jahre im Kaufmann Killmannschen Hause verstorbene Lina Hartmann dar; ferner ein kostbares Selbstportr\u00e4t in Oel des in Bunzlau geborenen Malers Professor Bl\u00e4tterbauer. In der Zeitschrift \u201eEuropa auf Reisen\u201c Nr. 65 erschien ein kurzer Aufsatz des Berichterstatters \u00fcber das Bunzlauer Rathaus mit drei Abbildungen. Angekauft wurde der amtliche Kraftpostf\u00fchrer f\u00fcr den Oberpostdirektionsbezirk Liegnitz, in dem Bunzlau sehr stiefm\u00fctterlich behandelt wird, die Denkschrift \u00fcber die Verdienste des Bergrats Werner aus Wehrau, Dresden und Leipzig 1848, mit gro\u00dfer Lithographie Werners von Abraham G\u00f6ttl, sowie eine Monographie \u00fcber die Burg Kreuzenstein bei Wien (Die Rekonstruktion des Kreuzensteins durch Graf Wilczeck, die 1906 beendet wurde, hat offensichtlich auf die 1906 begonnene Wiederherstellung der Gr\u00f6ditzburg eingewirkt) &nbsp;von Alfred Walcher-Moltheim Wien 1926. Ein sch\u00f6ner Erwerb ist auch ein mit vier verschiedenen bunten V\u00f6geln bestickter Tabakbeutel von etwa 1830. Ob eine 300 Gramm schweres, kugelf\u00f6rmiges St\u00fcck Eisenerz, dessen Niedergang der Verk\u00e4ufer bei Beauvais in Frankreich als Mitk\u00e4mpfer des Weltkrieges selbst beobachtet haben will, tats\u00e4chlich ein Meteor ist, sei dahingestellt; jedenfalls fehlen die sogenannten Widmannst\u00e4ttenschen Figuren. Infolge Mitgliedschaft gingen ein die beneidenswert umfangreichen Mitteilungen des Geschichts- und Altertumsvereins Liegnitz, in denen u. a. der keramische Forscher Konrad Strau\u00df seine Darstellung der Niederschlesischen T\u00f6pferkunst zu Ende bringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war gesagt worden da\u00df manche der alten Flachwerke der hiesigen katholischen Kirche Jahreszahlen tr\u00fcgen. Leider konnten trotz eifrigen Suchens in dem Abfalle solche nicht gefunden werden. Dagegen \u00fcbergab ein aufmerksamer Dachdecker ein Flachwerk, in welchem beim Brennen \u00fcber dem Namen Altmann ein Mann mit gro\u00dfer Tabakpfeife in unglaublich kindlicher Weise eingekratzt ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neues vom Bunzlauer Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 7. 8. 1926<\/p>\n\n\n\n<p>Eine bedeutende Stiftung hat Pfarrer Martin Zahn (Tschirne) dem Museum zu unserer Freude zugewendet. Er ist der Gro\u00dfneffe des &nbsp;Kreisgerichtsdirektors von Bunzlau, Karl Wilhelm Lachmund, der, am 21. 1801 in Constadt geboren, am 18. Februar 1877 in Bunzlau starb. Von Lachmund und seiner Schwester Emma, verehelichte Str\u00fctzki, gab Herr Zahn zwei gro\u00dfe pr\u00e4chtige Oelbilder in sch\u00f6nen Goldrahmen. Dazu eine Gipsb\u00fcste Lachmunds, sprechend \u00e4hnlich, auf schwarzer S\u00e4ule, geschaffen von dem Bildhauer Heinrich Kiesewalter, Sohn des Kreisgerichtsrats Kiesewalter in Bunzlau.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Kiesewalter besitzen wir bereits eine Gipsb\u00fcste des als Logenmeister bekannten Waisenhaus-Oberlehrers Kunth und eine Wachsbossierung des Leutnants Simundt, Besitzers von Wolfshayn, auf seinem Tscherkessenhengste Whym.<\/p>\n\n\n\n<p>Lachmund war der Cousin des ber\u00fchmten Dichters Gustav Freytag und stand mit ihm in freundschaftlichem Verkehr. Daher hat sich auch in der Familie Zahn eine Anzahl wertvoller Erinnerungen an diesen gro\u00dfen Schlesier erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bekamen davon einen kunstvollen Portr\u00e4tstich, gerahmt, nach dem Gem\u00e4lde des Kunstmalers Stauffer in Bern, das dieser im Auftrage des damaligen Kronprinzen f\u00fcr die Nationalgalerie von dem 70j\u00e4hrigen Dichter schuf. Noch sch\u00f6ner und intimer ist ein Stich desselben K\u00fcnstlers, Freytag in seinem Garten in Siebleben darstellend, wie er dem Gesange eines Vogels lauscht. Dieses Bild, das nicht im Handel erschienen, sondern nur f\u00fcr die Familie bestimmt ist, ist von gro\u00dfer Sch\u00f6nheit und wird besonders wertvoll durch die eigenh\u00e4ndige Widmung des K\u00fcnstlers: Herrn Geheimrat Dr. Gustav Freytag verehrungsvoll von Stauffer, Bern 1887.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu tritt noch ein eigenh\u00e4ndiges Schreiben Gustav Freytags an Emma Str\u00fcthi von Leipzig den 21. Dezember 1865 und die Todesanzeige seiner Ehefrau Agnes, geb. Scholz von Siebleben, den 14. Kotober 1875 mit einigen Herzlichen Worten an dieselbe. Schlie\u00dflich einige Drucksachen betreffend die bekannte Ordensablehnung des freigesinnten Schriftstellers und Freundes von F\u00fcrsten. Gustav Freytag hat Bunzlau und unsere Gegend in seinen \u201eBildern aus deutscher Vergangenheit\u201c wiederholt erw\u00e4hnt. Einmal in seiner Schilderung \u201eLeben der deutschen Ansiedler im schlesischen Grenzwalde\u201c Presekg und bei den drei Gr\u00e4ben. Sodann bei der Anekdote von 1813, die dem von Kommerzienrat Fernbach gestifteten Oelgem\u00e4lde \u201eDie Kinder Bunzlaus\u201c zugrunde liegt. Auch erz\u00e4hlt er in Band IV, S. 432, da\u00df nach dem Gefecht bei Bautzen die Tillendorfer \u00fcber eine Woche in den W\u00e4ldern h\u00e4tten hausen m\u00fcssen, und da\u00df dort der Pastor Senftleben ein Kind getauft habe.<\/p>\n\n\n\n<p>In Band III., S. 11, erz\u00e4hlt er von der Taufe des 12j\u00e4hrigen Judenknaben Simon Abeles 1694 in Prag. Er erw\u00e4hnt dabei die wundert\u00e4tige Gottesgeb\u00e4rerin von Bunzlau. Seine b\u00f6hmischen Quellen haben ebenso geschrieben. Daraus ergibt sich aber, da\u00df nicht unsere Stadt gemeint ist, sondern Alt-Bunzlau bei Jung-Bunzlau. Wir besitzen zuf\u00e4llig im Museum auch eine gro\u00dfe silberne Medaille dieser Madonna von 1721.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir fanden einen \u00e4hnlichen Irrtum \u00fcbrigens neulich aus einem Wiener Buche, wo ein b\u00f6hmischer Erz\u00e4hler die Geschichte von der Selbstaufopferung der tugendsamen Jungfrau Anna Katharina Rainer, die von einem Hussiten bedr\u00e4ngt wurde, als in seiner Vaterstadt Bunzlau passiert vortr\u00e4gt. Daraufhin hat der unwahrhaftige Chronist Bergemann diese r\u00fchrselige Legende schlankweg auf unser Bunzlau \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Allerlei Neuheiten im Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 4. 9. 1926<\/p>\n\n\n\n<p>Da am morgigen Sonntage, nachmittags von 3 bis 5 Uhr wieder ein gr\u00f6\u00dferer Andrang im Museum zu erwarten ist, sei hier zur Orientierung auf die haupts\u00e4chlichen Neueing\u00e4nge hingewiesen. Den gr\u00f6\u00dften Teil verdanken wir, wie immer, freundlichen Spendern. Die Gemeinde Greulich sandte Bild und Beschreibung ihres am 13. Juni geweihten Heldendenkmals. Dachdeckermeister Heidrich gab eine in seinem Garten, einem ehemaligen Lohgarten, gefundene eisengegossene und versilberte Medaille, darstellend den K\u00f6nig Attila.<\/p>\n\n\n\n<p>Der m\u00fcndlichen Volks\u00fcberlieferung nach haben franz\u00f6sische Kavallerieoffiziere 1814 ihre Pferde an den gro\u00dfen historischen Birnbaum im Garten von Dostal angebunden. Die Medaille soll als Auszeichnung an besonders tapfere franz\u00f6sische Krieger vergeben worden sein. Die M\u00f6glichkeit ist nicht ausgeschlossen, da\u00df damals unsere Medaille von einem der Offiziere verloren worden ist. Lieselotte Hoffmann schenkte Notgeld, ein englisches Zollma\u00df und mehrere alte B\u00fccher, darunter die reizende Idylle \u201eHannchen und die K\u00fcchlein\u201c von Eberhardt 1827, die ehemals viel gelesen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaufmann Paul J\u00e4ckel in Gro\u00df-Gollnisch gab eine Glasflasche mit eingebautem Leiden Christi, Schneider Pratsch ein Gedicht, das Leiden Christi, in dem die Hauptworte in bunten Bildchen dargestellt sind. Es wurde eingerahmt und bei der Singuhr aufgeh\u00e4ngt. Zwei nette Leuchter schenkte Frau Luise Krikon. Von Frau Klara Kuckuff erhielten wir einen gotischen Schl\u00fcssel aus der Kirche P\u00f6stlingberg in Ober\u00f6sterreich. Durch Vermittlung eines liebensw\u00fcrdigen Bunzlauers, des staatlichen Buchdruckermeisters Bergmann in Mengeringhausen (Waldeck), stiftete Handelsschuldirektor Wilh. von Lingelsheim (L\u00fcbeck) seine Familienchronik derer von Lingelsheim. Darin ist f\u00fcr Bunzlau wichtig, da\u00df Martin Opitz bei seinem Heidelberger Aufenthalte Instruktor der S\u00f6hne des Geheimen Rats Georg Rich. von Lingelsheim war; auf den Tod des einen derselben am 31. M\u00e4rz 1630 verfa\u00dfte unser Dichter ein lateinisches Trauergedicht. Uebrigens erwarben wir in Augsburg vier Stiche von Opitz, darunter ein sogenanntes Schabkunstblatt von Joh. Joseph Haid, das mit einiger Sicherheit erkennen l\u00e4\u00dft, da\u00df das k\u00fcrzlich erworbene kleine Oelbild des Dichters ein echtes Bild von Opitz ist. Rektor Maroske \u00fcberwies das Protokollbuch 1885 bis 1823 und die gesamten, sehr inhaltreichen Akten der Spinnschule dem Stadtarchiv. Vom Museum Nei\u00dfe erhielten wir eine Zusammenstellung der dort befindlichen zahlreichen Bunzlauer Keramiken.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00e4ulein K\u00e4the Rothe schenkte mehrere alte Landkarten, Programme des hiesigen Gymnasiums, besonders das von 1864 mit der Baugeschichte dieser Anstalt, und ein Zeugnisheft ihres Vaters Richard Rothe, als Gymnasialsch\u00fcler von 1862 ab der hier schon bekannte Weltreisende Karl Sch\u00f6ffer (Leipzig) die Abschrift eines von dem Amerikaforscher Appun und seinem Begleiter Leopold Martin aus Gnadenberg am 27. April 1849 an Humboldt erstatteten ersten Reiseberichts. Wenig bekannt d\u00fcrfte die Tatsache sein, da\u00df Humbold am 30. September 1846 im Hotel \u201eBl\u00fccher\u201c logierte, und da\u00df ihm dort der hier durchreisende Erbherzog von Weimar einen zweist\u00fcndigen Besuch abstattete.<\/p>\n\n\n\n<p>Artur Scholz aus Tillendorf (145) stiftete ein kleines altes sogenanntes Leporelloalbum (zum Auseinanderfalten) von Bunzlau, Stadtverordneter Wende eigene photographische Aufnahmen der j\u00fcngsten Bober\u00fcberschwemmung.<\/p>\n\n\n\n<p>Erworben wurde ein sch\u00f6n dekorierter Naumburger Tonkrug mit Lamm Gottes, von Meister Gottlob Schober 1846. Kunstphotograph Friedrichs tat uns den Gefallen, die beiden Steinwappen Chr. Friedrichs von Tschirnhaus und seiner Ehefrau Barbara, geb. von Sommerfeld (aus Alt-Warthau), die noch vor nicht langer Zeit, vor dem Umbau durch Bankier Sachs, das Haus der Frau Schey zierten, zu photographieren. Dr. Wernicke hat 1884 (S. 28 der Chronik) die Wappen noch hier gesehen. Sie sind sp\u00e4ter nach der Parkmauer von Klitschdorf \u00fcbertragen. Schlie\u00dflich kauften wir auch eine Chronik von Bunzlau des Diakonus Fechner in Sprottau von 1787, weil an dieselbe 40 Blatt handschriftliche chronistische Notizen des Wei\u00dfgerbermeisters Chr. Gottlieb Seifert, bis 1806, angebunden sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weihnachten im Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 14. Dezember 1927<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Freunde und G\u00f6nner haben uns zu Weihnachten, wie wir hier dankbar berichten k\u00f6nnen, schon recht reichlich beschenkt. Auch pflegt das Museum in der Weihnachtszeit st\u00e4rker als sonst besucht zu sein. Allen diesen fremden und einheimischen G\u00e4sten zu Nutz z\u00e4hlen wir hier die Eing\u00e4nge der letzten Zeit auf. Pfarrer Br\u00fcckner, Siegersdorf, gab ein seiner Vollst\u00e4ndigkeit seltenes Werk, das von ihm herausgegebene Siegersdorfer Gemeindeblatt, die \u201eKleine Glocke\u201c von 1903 bis 1926 in 3 B\u00e4nden, Gustav Embscher in Nieschwitz einen auf seinem Acker gefundenen bayrischen Zehnkreuzer Max Josef 1770. Edmund Garbe, Rudolfsplatz, ein Andachtsb\u00fcchlein, in das B\u00fcrgermeister Verjagt (1755 \u2013 88) sich in folgender originellen Weise als Besitzer eingeschrieben hat:<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp; &nbsp; Christianus &nbsp; &nbsp; &nbsp;Godofredus &nbsp; &nbsp; Verjagt<\/p>\n\n\n\n<p>(= Christi Gnade macht lebendig). Verjagt war \u00fcberhaupt ein gro\u00dfer B\u00fccherfreund); er schenkte u. a. dem Waisenhause B\u00fccher (Wernicke S. 208). Von Geheimrat Adalbert Hoffmann, dem bekannten Breslauer Schriftsteller \u00fcber Goethe in Schlesien und \u00fcber G\u00fcnther, bekamen wir eine Anzahl Photographien von Lehrern (Schneider, Baumann, Rudolph, Clemenz) und Sch\u00fclern des Waisenhauses; Hoffmann war selbst Sch\u00fcler dieser Anstalt. Schriftsteller G. Huckel, Ratibor spendete einen schriftlichen Bericht der Glogauer Kammer \u00fcber den Zustand der niederschlesischen St\u00e4dte 1786, Schriftsteller Rob. Klaus in Waldau die Festschrift der Waldauer Ausstellung. Frau Schmiedemeister Kube eine alte Elle, sowie Fr\u00e4ulein Lichteblau Schneckenversteinerungen vom Wohlen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1701\" height=\"1092\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/945-Museum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1672\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/945-Museum.jpg 1701w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/945-Museum-1300x835.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/945-Museum-768x493.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/945-Museum-1536x986.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1701px) 100vw, 1701px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine gro\u00dfe altert\u00fcmliche Schulkarte von Schlesien gab Frau Sanit\u00e4tsrat Neisser, Frau Auguste Reiche einen Patenbrief von 1793, Frau Schornsteinbauer R\u00f6hrig zwei Leuchterstellagen. Ein sehr interessantes, mit verschn\u00f6rkelten Buchstaben versehenes Schreibheft des Karl Gottfried Sp\u00fchz aus Nieder-Gie\u00dfmannsdorf von 1795 schickte uns ein in Berlin wohnhafter Bunzlauer, Holzbildhauermeister Wilhelm Starke. Ernst Tscherning in Heilbronn, der jetzige Chef der Familie Tsch., erfreute uns durch eine Postkarte von 1893, in der ein Herr Louis Bob\u00e9 Tschernings Vater mitteilt, da\u00df er das Archiv von Haelsdorf bei Uetersen geordnet und darin eine Urkunde gefunden habe, die Paul Tscherning im Jahre 1662 mit dem Siegel mit dem Kranich besiegelt habe, der das Wappen in dem Feigehause neben unserem Schwibbogen bekr\u00f6nt. Es ist also damit erwiesen, da\u00df dieses Haus einst im Besitze der Familie des Dichters Tscherning gewesen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Gekauft wurden wieder einige Photographien (Taufstein in Tiefenfurt, Kamin im Gutshause Rothlach, Bauernh\u00e4user in M\u00fchlbock) und verschiedene Stiche (Kirche Gie\u00dfmannsdorf, Teufelswehr von dem Bunzlauer K\u00fcnstler Bl\u00e4tterbauer, Ruine Gr\u00f6ditz in Niederschlesien), sowie folgende B\u00fccher: Gundolf (der Goetheforsher), Martin Opitz; Dan. Heinsii Lobgesang Jesu Christi, gedruckt 1621, aus dem Holl\u00e4ndischen im Ausgange des Jahres 1621 zu Bunzlau \u00fcbersetzt von Martin Opitz; das anonyme Werk \u201edas Waisenhaus zu Bunzlau in Schlesien in seiner Geschichte bis zum Jahre 1814\u201c, Bunzlau 1829, bei F. August Julien, schlie\u00dflich Geschwandt, durch Breslaus Museen 1927. In Abschrift erlangten wir aus einem Sammelwerke \u00fcber \u201eNatur, Medizin sowie auch hierzu geh\u00f6rige Kunst- und Literaturgeschichte\u201c von Leipzig und Bautzen 1722 eine Beschreibung des Queckbrunnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich kamen 3 gl\u00e4serne Vasen hinzu, eine von Br\u00e4uer, Bunzlau, und 2 Wehrauer Fabrikat.<\/p>\n\n\n\n<p>Erw\u00e4hnenswert ist, da\u00df unser Antiquarium, unsere Urnen usw. von unserem Museumskommissionsmitgliede, Herrn Kreisausschu\u00dfsekret\u00e4r Schumann, so gut es der \u00e4u\u00dferst beengte Raum zul\u00e4\u00dft, neu geordnet worden ist. Eine gro\u00dfe Kiste voll weniger nett aussehenden Urnen und Urnenteilen mu\u00dfte dabei bereits auf den Museumboden verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser kleines Oelbild, das den Dichter M. Opitz darstellt, war anl\u00e4\u00dflich eines deutschen Tages im Landesmuseum Danzig ausgestellt. Die Danziger hatten es so lieb gewonnen, da\u00df es ihnen sichtlich schwer fiel, das kleine hervorragende Kunstwerk wieder herzugeben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was gibt\u2019s neues im Museum?<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 5. Februar 1928<\/p>\n\n\n\n<p>Infolge der Temperatureinfl\u00fcsse springen in der Singuhr nicht selten kleine Holzr\u00e4dchen, deren Herstellung sehr m\u00fchevoll ist, da es an geeigneten Kreisteilungsmaschinen fehlt. Zur Abhilfe dieses Uebelstandes schenkte Fr. A. Arzt 5 R\u00e4dchen aus Aluminium als gelegentliche Ersatzst\u00fccke. Ganz kann man die Holzr\u00e4der nicht verbannen, da sonst der Charakter der alten Uhr leiden w\u00fcrde. Erster B\u00fcrgermeister Burmann gab eine gro\u00dfe Lithographie, Ansicht des Viadukts, Druck von C. B. Titze und E. Zitschke, auf der besonders eine handschriftliche Dedikation \u201eTh. Oelsner der Schles. Gesellschaft (f\u00fcr vaterl\u00e4ndische Kultur)\u201c interessant ist. Theodor Oelsner war bis 1874 der Redakteur der \u201eSchlesischen Provinzialbl\u00e4tter\u201c. Von Curt Cla\u00dfe erhielten wir sch\u00f6ne neue Ansichtskarten, von Uhrmachermeister Herrmann ein \u00f6sterreichisches Ordenskreuz f\u00fcr die Mitk\u00e4mpfer von 1813\/14 mit der Inschrift: Grati princeps et patria Franc. imp. aug. Europae libertate asserta (Der dankbare Herrscher Kaiser Franz und das Vaterland nach Wiederherstellung der Freiheit Europas). Das \u201eBunte Blatt\u201c Nr. 52 (Geber Muschket) bringt eine Abbildung des \u201eber\u00fchmten Bunzlauer Topfes, erbaut von Zeppe (!), und aus einzelnen gebrannten Tonscheiben zusammengesetzt\u201c, also ein recht merkw\u00fcrdiges Verfahren. Uebrigens stiftete der Magistrat in Penig (Sachsen) eine Photographie des 1927 zum dortigen Heimatfest aus Holz rekonstruierten Gro\u00dfen Topfes von Penig. Einen eigenh\u00e4ndigen Brief Karl von Holteis von Breslau dem 6. August 1867, an Julie Sch\u00f6pe in Schlo\u00df Goldmannsdorf bei Sohrau OS. gab Frl. Ilse Nitschke; die Adressatin hatte dem Dichter und gro\u00dfen Autographensammler einen Brief des Dramatikers Iffland verehrt. Bankdirektor O. P\u00e4tzold in Liegnitz schenkte einen 50 Zentimeter hohen Bunzlauer Dekorationskrug mit der Inschrift: \u201eDretwa sen. 1885\u201c. Vom Magistrat kamen uns zu Photographien der neu angeschafften Registrier- und Buchungsmaschine und einer Sachbearbeiterregistratur.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz etwas Neues gab M\u00fchlenbesitzer Rost in Liebichau, n\u00e4mlich eine 3 Meter lange indische Schlangenhaut. Waisenhausoberlehrer Springer steuerte ein gut illustriertes Buch von 1788 \u00fcber den T\u00fcrkenkrieg bei, und Malermeister Fritz Tschechne zwei Maschinenteile (Steuerungsr\u00e4dchen und Spannschraube) des am 29. Oktober 1913 bei Johannisthal explodierten Zeppelin II.<\/p>\n\n\n\n<p>Angekauft wurden eine Lithographie von E. G. Woltersdorf (mit Kruzifix), ein Stich des am 19. Februar 1830 in Ober-Thomaswaldau geborenen hervorragenden Musikschriftstellers und Kritikers Wilh. Tappert. Der Name T. ist ein echt niederschlesischer; man nannte noch vor einigen Jahren den Waldteil, in dem die Villen von Fernbach und Hugo Menzel liegen, \u201eTappertsb\u00fcschel\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso wurden gekauft zwei Stiche der Gr\u00f6ditzburg, vier von Kutusow und einer von Bergrat Abrah. Gottl. Werner, geb. 25. Juni 1750 in Wehrau, ferner 15 Photographien von unserem Heimatfeste und eine von der neu hervorgetretenen, verwischten Freskomalerei in der St. Katharinenkapelle, die den Namen der hl. Margarete erkennenl\u00e4\u00dft, wohl aber bald \u00fcbermalt werden wird. Auch der Vortrag Karl Sch\u00f6ffers vom 6. Januar 1928 im Berliner Rundfunk \u00fcber Appun wurde angekauft, ebenso wurden Abschriften der Gedichte M. Johann Fechners \u00fcber den Gr\u00f6ditzberg und \u00fcber den Boberflu\u00df von 1737 beschafft. An B\u00fcchern erwarben wir E. F. Buquoi: \u201eDas Waisenhaus zu Bunzlau\u201c, die sehr seltene Urausgabe um 1796, ein Predigtbuch \u201eDer Christ am Sonntage\u201c, 2 B\u00e4nde, Bunzlau 1808, dem Bunzlauer Stadtdirektor E. W. Schwindt gewidmet, von Pastor F. Fricke, einen Aufsatz \u00fcber die alte Herzogsburg in Altbunzlau in B\u00f6hmen, von Buchtela, von Kreisgerichtsrat Kiesewalter in Bunzlau, wohnhaft L\u00f6wenberger Stra\u00dfe 12, dessen Erinnerungen an den 1870er Krieg, von Pastor Hergesell, Gro\u00dfhartmannsdorf, eine Leichenpredigt f\u00fcr den 1840 gestorbenen Pastor J\u00e4rschky (Deutmannsdorf), und schlie\u00dflich zwei Photographie-Albums aus dem nachlasse des Pastors Zahn in Tschirne mit Photographien von einigen Bunzlauer Personen. Eine Anzahl B\u00fccher gab auch die Volksb\u00fccherei an uns ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit in dem musikliebenden Bunzlau auch die Musikinstrumente zu ihrem Recht kommen, erwarben wir die Fl\u00f6te des 1776 geborenen Chr. Gottl. G\u00f6bel, Vaters des alten Bunzlauer Kreisgerichtsrats G\u00f6bel, wohnhaft L\u00f6wenberger Stra\u00dfe 2.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Bunzlauer Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 3 4. 1928<\/p>\n\n\n\n<p>In langer, angestrengter und kostspieliger Arbeit ist das Figurenwerk der Singuhr, das durch Ofenw\u00e4rme gelitten hatte, gr\u00fcndlich repariert worden, so da\u00df es in gewohnter Weise zur Osterzeit unsere Besucher wieder erfreuen wird. Wir brachten in Erfahrung, da\u00df sich in der Familie Jacob noch vor einiger Zeit eine Anzahl Bilder befinden, die die Passion Christi darstellten. Sie haben dem K\u00fcnstler der Singuhr als Vorlagen gedient. Leider sind sie jetzt nicht mehr vorhanden. An der Breslauer Ausstellung f\u00fcr Leinen, Spitzen und Trachten, die in der Zeit vom 7. bis 14. M\u00e4rz stattfand, haben wir uns mit einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl Gegenst\u00e4nde beteiligt. Die Ausstellung hat einen guten Verkauf genommen. Unsere beiden Ansichtskartenalben, deren eines die Stadt Bunzlau, das andere die \u00fcbrigen Kreisorte darstellt, sind neu geordnet. Es sind zwar schon an 500 Karten vorhanden. Erw\u00fcnscht w\u00e4re es aber, wenn die verehrten Kreisinsassen uns mehr, wie bisher, durch Zusendung von gebrauchten oder ungebrauchten Karten aus dem Kreise erfreuten. Die Ansichtskarte ist in ihrem Werte f\u00fcr eine sp\u00e4tere Zeit nicht zu untersch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Monaten Februar und M\u00e4rz erwarben wir eine etwa 60 Jahre alte Papeterie, alte Lagerbest\u00e4nde einer Papierhandlung aus Gnadenberg oder Gro\u00dfhartmannsdorf, mit einer Unmenge von kleinen Einklebebildchen, Spr\u00fcchen, Blumen, gepre\u00dften Albumeinb\u00e4nden usw., die einen selten vollkommenen Ueberblick \u00fcber den Geschmack des ausgehenden Biedermeier gew\u00e4hren. Auch ein Moosbild von Schlo\u00df Fischbach und eines von der Kirche auf dem Zobten sowie ein Dutzend neu photographische Aufnahmen des sch\u00f6nen Gie\u00dfmannsdorf wurden erworben.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Ottilie Becker gab zwei gro\u00dfe Gipsmedaillons, darunter \u201eDer Morgen\u201c, nach Thorwaldsen. Die Pressephotographen A. und J. Frankl (Berlin) stifteten zwei gut gelungene Aufnahmen vom Gro\u00dfen Topf. Fabrikbesitzer Adolf Hammer schenkte uns aus dem Nachlasse des Salinger Hammer eine gr\u00f6\u00dfere Portion Druckschriften, wie Ortstatuten Vereinsver\u00f6ffentlichungen und Adre\u00dfb\u00fccher aus fr\u00fcherer Zeit Bunzlaus, auch eine Photographie des Hammerschen Hauses im Umbau. Der Schriftsteller Georg Holzhey spendete seine im Jahre 1925 erschienenen zahlreichen Ver\u00f6ffentlichungen. Seine Festschrift \u201eBl\u00fchende Jugend\u201c, ein Lebensbild von Woltersdorf enthaltend, ist in 20000 Exemplaren im deutschen Vaterlande verbreitet worden. Von Herrn Kaufmann Artur Krause bekamen wir eine Schachtel alter preu\u00dfischer Bleisoldaten. Der Altertumskenner Ludwig in Tschirne sandte einen gr\u00fcnseidenen Sonnenknicker. Richard Munzky und seine Schwester, Frau Berta Berthold, \u00fcberlie\u00dfen uns ein wertvolles Stammbuch des am 27. M\u00e4rz 1794 in Wingendorf geborenen Bunzlauer Rektors Immanuel Benjamin Vogel mit nicht weniger als 75 Eintragungen aus der Zeit um 1814 &nbsp;betreffend Laubaner Gegend und die Universit\u00e4t Leipzig. Vogel amtierte hier von 1820 bis 1858. Als er am 13. Februar 1865 starb, setzten ihm seine Sch\u00fcler, darunter Moritz Kranz, das jetzt noch stehende Denkmal, eine Steins\u00e4ule mit Globus, an der Nordwestecke unseres Friedhofes. Vogel, der als Junggeselle im Munzkyschen Hause an der G\u00f6rlitzer Stra\u00dfe lebte, war derjenige, der mit Apotheker Kohl eine eidliche Abrede dahin getroffen hatte, da\u00df der Erstverstorbenen von ihnen aus dem Jenseits dem anderen ein Zeichen geben sollte. Als Vogels Leichenzug bei dem Kohlschen Hause vorbeiging, sprang der darin befindliche gro\u00dfe Wandspiegel von oben bis unten entzwei. Sechs aktuelle Photographien von den jetzigen Arbeiten am neuen Boberbade verdanken wir der Aufmerksamkeit des Dentisten Schaefer.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor einiger Zeit wurde mit Bewilligung des zusammengetretenen Kunstausschusses der St\u00e4dtischen K\u00f6rperschaften ein bauf\u00e4lliges Haus im Hirsewinkel abgebrochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Besitzerin, Frau Emma Scholz, schenkte eine Photographie dieses Hauses sowie eine Anzahl aus diesem Geb\u00e4ude stammende Empire-Ofenkacheln, wohl Bunzlauer Arbeit. Frau Justizb\u00fcroassisten Schulz erfreute uns mit einem elfenbeingeschnitzten Nadelb\u00fcchschen. Sch\u00f6ne Gegenst\u00e4nde schenkte auch Kreisausschu\u00dfsekret\u00e4r Steinbrecher, n\u00e4mlich zwei Spiele Tarockkarten und zwei Silhouetten, Studentenbilder von 1836. Die Waisenhausverwaltung gab auf unseren Antrag freundlicherweise eine Montur eines Waisenknaben zum ewigen Ged\u00e4chtnis her. Hausverwalter Wethekam, der uns schon oft bedacht hat, \u00fcbergab uns eine gestickte Landkarte von Frankreich, von Adele Wiart 1806 f\u00fcr ihre Eltern gefertigt. Es ist damit begonnen worden, die historischen B\u00fccher des Museums dem Archive einzuverleiben, um die Uebersicht zu vereinfachen. In der Annahme, da\u00df in dem Prager Staatsarchive Urkunden liegen, die Bunzlau betreffen, haben wir uns nicht get\u00e4uscht. Es fand sich dort in gro\u00dfes B\u00fcndel Akten betr. einen Streit mit Breslau aus 1563. Das Prager Staatsarchiv, das mit uns zun\u00e4chst im diplomatischen Verkehr \u00fcber die Ministerien und Gesandtschaften in franz\u00f6sischer Sprache verhandelte, hat uns zuletzt sehr freundlich und sogar in deutscher Sprache geantwortet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im kommenden Sommer wird an jedem ersten Sonntage im Monate, nachmittags von 3 bis 5 Uhr, ein Mitglied der Museumskommission zur F\u00fchrung des Publikums im Museum anwesend sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Jubil\u00e4um des Museums<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. 23. Mai 1928<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1612\" height=\"1020\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1601-Museum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1673\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1601-Museum.jpg 1612w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1601-Museum-1300x823.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1601-Museum-768x486.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1601-Museum-1536x972.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1612px) 100vw, 1612px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Unser diesmaliger, die letzten drei Monate umfassender Bericht kann auf einen freudigen Ton gestimmt werden, gilt es doch, einen Erfolg zu feiern, den das Museum zu verzeichnen hat. Als die jetzige Museumskommission am 1. Juni 1920 die Verwaltung des Museums auf Ersuchen des Magistrats \u00fcbernahm, z\u00e4hlte die Handb\u00fccherei 33 Nummern. Man hatte damals auf die Schaffung einer solchen offenbar geringes Gewicht gelegt. Und doch ist sie zur Hantierung der vielen verschiedenen Kunstzweige, die im Museum, wenn auch meist im geringem Umfange vertreten sind, n\u00f6tig und auch zur Vertiefung der Studien der Geschichte von Stadt und Kreis Bunzlau. Die Ratsb\u00fccherei und auch unsere neuerdings so vorz\u00fcglich ausgebildete Volksb\u00fccherei haben andere Ziele. Durch Schenkungen und Ank\u00e4ufe, die freilich durch die uns zu Gebote stehenden geringen Mittel nur sehr gering sein k\u00f6nnen, ist es erreicht worden, da\u00df diese unsere B\u00fccherei heute nicht weniger als 1000 Nummern z\u00e4hlt. Auch in der Handb\u00fccherei des Stadtarchivs sind einige Hundert historische Werke vorhanden, so da\u00df Bunzlau nunmehr f\u00fcr Lokalhistoriker ein recht achtbares Studienmaterial besitzt. So n\u00e4hern sich auch Ank\u00e4ufe aus dem Nachlasse des Professors Feyerabend, G\u00f6rlitz, die wichtigen Ver\u00f6ffentlichungen des Vereins f\u00fcr Geschichte Schlesiens der Komplettierung. Auch die kostbare Silesiographie von Henelius ist nunmehr da. Leider l\u00e4\u00dft der Raummangel eine \u00fcbersichtliche Aufstellung dieser beiden Handb\u00fcchereien nicht zu, und nicht jedem kann jedes Buch ausgeliehen werden. Die Hauptaufgabe eines Buches ist freilich, von vielen gelesen zu werden. Unsere intimen Freunde wissen aber, da\u00df wir zur Hilfe bei Studien und zum Verleihen an sie stets bereit sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt wurden gekauft Will-Erich Peukert, Schlesische Volkskunde, 1928, ferner von dem am 19. Februar 1830 in Ober-Thomaswaldau geborenen ber\u00fchmten Musikkritiker Wilh. Tappert, dessen interessante Brosch\u00fcre \u201eWandernde Melodien\u201c, Berlin 1889, sowie das Schulprogramm des Gymnasiums Torgau von 1879, das eine Abhandlung von Dr. Otto Taubert \u00fcber das erste deutsche Operntextbuch \u201eDaphne\u201c von Martin Opitz enth\u00e4lt. Es wurde von Heinrich Sch\u00fctz komponiert. Die Oper wurde 1627 zur Feier des Beilagers des Landgrafen Georg von Hessen und der liebreizenden Prinzessin Sofie Eleonore von Sachsen in Torgau mit ungeheurem Erfolge zweimal aufgef\u00fchrt. Auch die Festschrift von Pastor Goldmann, Hermsdorf bei Goldberg, zum Kirchenjubil\u00e4um von Harpersdorf, 1927, entging uns nicht. Es steht darin folgender Satz: \u201eAnno 1711 erhielt diese Kirche ihre Gestalt als sog. Kreuzkirche; als Baumeister, der die Abrisse zum Bau gemacht hat, wird ein gewisser Simonetti genannt.\u201c Nun, unsere Leser wissen, wer der \u201egewisse Simonetti\u201c gewesen ist: es war der hier aus Roveredo eingewanderte und in Bunzlau zum Ratsherrn aufgestiegene Julius Simonetti, dem wir die Restaurierung der hiesigen katholischen Kirche 1692 verdanken. Bekanntlich hatte er auch u. a. das Schlo\u00df in Wehrau erbaut. Sein Wohnhaus war Zollstra\u00dfe 32. In dieser Festschrift lesen wir auch, da\u00df der 1576 in Bunzlau geborene Severin Mergo, der zuerst Pastor in Aslau, dann in Bunzlau war, \u2013 das Breslauer Altert.-Museum besitzt eine Bunzlauer Prunkkanne mit der Inschrift \u201eSeverinus Mergo, pastor Boleslaviensis\u201c \u2013&nbsp;1653 infolge der Gegenreformation hier verdr\u00e4ngt, 1654 als Pastor nach Harpersdorf ging, wo er nur dreimal predigte und dann starb. Auch heiratete 1723 der Pastor Joh. Sam. Neander von Harpersdorf die Kaufmannstocher Joh. Patientia Pufe aus Bunzlau.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie die \u201eSchles. Provinzialbl\u00e4tter\u201c Bd. 1 S. 783 berichten, wurden bei der Aushebung eins im Jahre 1581 versch\u00fctteten Brunnens im Hofe der Grubertschen Konditorei, die sich damals Markt 20 befand, mehrere unglasierte Bunzlauer T\u00f6pfe, sog.. Grappen, gefunden. Einige davon besitzt das Breslauer Altertumsmuseum. Da gerade diese mttelalterlichen Keramiken durch die Bestrebungen von Konrad Strau\u00df (Frankfurt a. d. O.) jetzt im Mittelpunkte der wissenschaftlichen Forschung stehen, lie\u00dfen wir uns diese T\u00f6pfe photographieren. Wahrscheinlich stammen auch die drei bei uns schon vorhandenen Grappen von diesem Funde. Die Duplizit\u00e4t der F\u00e4lle brachte es mit sich, da\u00df auch k\u00fcrzlich in Naumburg bei einem Hausbabbruch ein solcher Topf mit Henkel gefunden wurde, den Baumeister Hersel in Ullersdorf uns freundlich schenkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Pastor i. R. Friedrich Brand, Lauban, Schwiegersohn des hiesigen Stadtrates Karl Anders, \u00fcberwies uns drei Ehrendiplome des letzteren, Urk. des Bzl. Radfahrklubs 1891 zum 70. Geburtstage, 8. 8. 1903, des M\u00e4nnerturnvereins zum 25j\u00e4hrigen Wirken, 11. 2. 1906, und Ernennung zum Ehrenvorsitzenden, 18. 2. 18\u00b4907, sch\u00f6ne Beweise der Bunzlauer Buchbindekunst.<\/p>\n\n\n\n<p>Kand. arch. Georg Geller, Dresden, der hier nach den Spuren Wendl Roskopfs forschte, gab eine gute Photographie des Fu\u00dfbodens aus merkw\u00fcrdig gestalteten Fliesen in der neuen Turmkapelle der kath. Kirche. Peter Gansel stiftete eine dekorative Gruppe von Miniatur-Handwerksger\u00e4t aus Metall der hiesigen Bauhandwerkerinnung in einem schmucken Glasgeh\u00e4use von 1863. Das ansehnliche St\u00fcck ist durch Aufzeichnung der damaligen Meister, Altgesellen und Zechboten merkw\u00fcrdig. Es enth\u00e4lt den bekannten Spruch: \u201eMeister ist, der was ersann, Geselle sol sein, der was kann. Wer soll Lehrling sein: Jedermann!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Frl. Herrmann bei Bick, gab das Kassenbuch der B\u00fcttner v. 2. 7. 1743, Frau Ike eine geschnitzte altert\u00e4mliche Piet\u00e0 von 1840 in Glaskasten, Frau Kuhnert das Feldgesangbuch des Leibk\u00fcrassierregiments von 1787, aus der Bunzlauer Familie Schunke.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gr\u00fcnder des Beuthener Stadtmuseums, Gro\u00dfsammler Simon Macha in Beuthen OS., \u00fcbersandte die Bauzeichnung f\u00fcr unser Kutusowdenmal aus dem 2. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, ein wertvolles St\u00fcck. T\u00f6pfermeister Julius Paul stiftete das Fahnentuch der T\u00f6pfer zu Sangerhause, 1820, von seinen Vorfahren stammend. Herr Reinhold \u00fcbermittelte uns einen Patenbrief des Joh. Gottfr. Lange aus Mittel-Mittlau und ein Schreibbuch des Joh. Gottfr. Bittermann aus Lichtenwaldau, Frau Professor Scholz eine Anzahl B\u00fccher, darunter eine Chronik des Riesengebirges von Hensel. Frau Marie Wangerow (G\u00f6rlitz) eine Tochter des hiesigen Kreisgerichtsrat Kiesewalter, schickte eine uns bisher unbekannte Lithographie der Stadt Bunzlau ein sowie ein von ihrem verstorbenen Bruder, Bildhauer Heinrich Kiesewalter, mit der Feder gezeichnetes Ansichtsalbum von Bunzlau und Gnadenberg. Tischler Fritz Winzker schenkte endlich ein Buch Gro\u00dfquart: Gehrke, Muster der neuesten Bau- und M\u00f6belzeichnungen, Berlin 1840.<\/p>\n\n\n\n<p>Erworben wurden gute photogaphische Aufnahmen der Singuhr, eine Feldflasche, eine Schrotbeutel, ein Wachssiegel Joh. Georg II. von Sachsen, ein in Gnadenberg ausgegrabener Granatsplitter und ein strohgeflochtener F\u00e4cher, mit Wolle bestickt, in Form eines Beiles. Zur Unterbringung vieler aus Stadt und Kreis Bunzlau eingegangener Ansichtskarten mu\u00dfte ein drittes Album angelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neuer Museumsbericht<\/h2>\n\n\n\n<p>Erstattet von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 14. Juli 1928<\/p>\n\n\n\n<p>Die wichtigste Erwerbung in der j\u00fcngsten Zeit ist der preiswerte Ankauf eines von dem Bunzlauer S\u00fcdamerikaforscher &nbsp;Karl Ferdinand Appun gemalten, 1<sup>1<\/sup>\/<sub>2<\/sub> x 1 Meter gro\u00dfen Oelbildes, da\u00df das Geb\u00e4ude einer Jesuiten-Missions-Niederlassung in S\u00fcdamerika darstellt. Das auf bizarren Felsen hochragend erbaute Geb\u00e4ude liegt an einem meisterhaft gemalten, schleierartigen Wasserfalle. Zwei gewaltige, spitze Bergkegel, heroisch beleuchtet, bilden den Hintergrund der Szenerie. Wir haben von Appun jetzt drei Oelbilder.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor l\u00e4ngeren Jahren wurde im Queis bei Siegersdorf eine 15 Zentimeter lange, gut ausgebildete Bronzerundfigur, Jupiter mit dem Donnerkeile darstellend, gefunden. Der Fund ist bereis in Fl\u00f6ssels Chronik von Siegersdorf erw\u00e4hnt, die in Pastor Br\u00fcckners \u201eKleiner Glocke\u201c auszugsweise abgedruckt ist. Es gelang uns, vom G\u00f6rlitzer Museum, wo sich die Figur, ein Denkmal des Weltverkehrs in grauen Zeiten der Weltgeschichte, befindet, eine Gi\u00dfsabdruck dieser Statue zu erlangen. Pastor Br\u00fcckner, der seinen Lebensabend in L\u00e4hn verlebt, sandte uns seine Photographie und bemerkte dabei liebensw\u00fcrdig, da\u00df er sich immer mit dem Bunzlauer Museum verbunden f\u00fchle, weil er in Bunzlau auf dem Waisenhause 1885 seine Schulzeit verlebt und seine Gattin aus dem Museumhause geholt habe. Diese war n\u00e4mlich die \u00e4lteste Tochter des damals dort wohnenden, allgemein beliebten Kapellmeisters C. F. Hentschel. Damals ging\u2019s im Museumsaale gar laut her! Die Schneidermeisterin Johnsdorf, die k\u00fcrzlich mit ihrer Berufsklasse unsere Textilien studierte, spendete eine recht originelle Bleistiftzeichnung in der Art eines Patenbriefes. Herr Pohl (Schweizerhaus) gab uns das Mittagstischbuch der Bunzlauer Unteroffiziere aus dem Jahre 1916, eine Kriegserinnerung. Bibiliothekrat Dr. Joph Reicke (G\u00f6ttingen) stiftete eine kleine literarische Kostbarkeit, Lob- und Ged\u00e4chtnisrede auf M. Opitz i. J. 1789, den 20. August auf der (so!) philosophischen Katheder, gehalten von Joh. Christioph Goltscheden. Wir stellten endlich fest, da\u00df sich das Originalbild von Opitz in Danzig im Lesesaal der Stadtbibliothek, am Jakobstore 16, befindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Gekauft wurde folgende Opitzliteratur: M. Opitz, ein Gedenkblatt zu seinem 300j\u00e4hrigem Geburtstage, von Moritz Lilie, Illustr. Ztg. vom 23. 12. 1897,<\/p>\n\n\n\n<p>Ueber Enoch Hanmanns Anmerkungen zu Opitzens deutscher Poeterei, Diss. von Joh. Heydtmann, Rostock 1882,<\/p>\n\n\n\n<p>Martinus Opitius, Silvarum libri III, Epigrammatum liber unus, von seinem Freunde, dem Bunzlauer Bernh. Wilhelm N\u00fc\u00dfler, herausgegeben Frankfurt a. M. 1631, ein Buch, das Goedekes Bibliographie von Opitz nicht kennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit R\u00fccksicht auf den 100j\u00e4hrigen Geburtstag von Hermann Mueller, dem Begr\u00fcnder und Chefredakteur der Pharmazeutischen Zeitung (geboren 8. Mai 1828 in Raudten als Sohn des Kreisgerichtssekret\u00e4rs Mueller), erwarben wir die Jubelnummer dieser Zeitung, Nr. 36 vom 5. Mai 1928. Die erste Nummer der Ph. Ztg. erschien am 5. April 1856, gedruckt von C. A. Voigt, Bunzlau, markt 24. Die Zeitung bezeichnet sich selbst als das erste pharmazeutische Fachblatt des Kontinents.<\/p>\n\n\n\n<p>Herm. R\u00f6sler in G\u00f6rlitz sandte uns in Abschrift die Schilderung der Bunzlauer Leidenstage 1813 nach dem Tagebuche von Ernst Samuel Gotthardt zu. Gekauft wurde eine Photographie der riesigen, f\u00fcr S\u00fcdamerika bestimmten Sandsteinbekr\u00f6nung, die hier in den Werkst\u00e4tten der Firma Zeidler &amp; Wimmel geschaffen worden ist. Auf der Breslauer Feuerwehrausstellung (6. \u2013 13. Juli) hatten wir einiges ausgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Juninummer der \u201eSchles. Monatshefte\u201c lobt in einem Aufsatze von Fritz Wentzel \u201eFlug \u00fcber Schlesien\u201c den charakteristisch-schlesischen Blick auf unseren Ring und Bunzlaus k\u00f6stliche Barockbauten. Wir k\u00f6nnen verraten, da\u00df ein Danziger Schriftsteller die Heldentaten der Frau Rittmeister Bonin zu einem 4aktigen Schauspiel verarbeitet hat, von dem 2 Akte hier in Bunzlau spielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Kauf angeboten wurde ein goldenes Kleinod der Bunzlauer Sch\u00fctzengilde f\u00fcr 150 M und ein sch\u00f6n ziselierter silberner L\u00f6ffel von 1592 f\u00fcr 120 M mit dem Ehewappen des Bunzlauer Senators und Stadtschreibers Joh. Tscherning (geb. 1557, gest. 1609) und seiner Ehefrau Martha geb. Emmerich. Der Ankauf mu\u00dfte abgelehnt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu seinem Geburtstag erfreuten den Berichterstatter die Herren und Damen der Museumskommission mit einer sehr guten photographischen Aufnahme unseres K. Friedrichs vom Museum.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neueing\u00e4nge des Museums<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 30. November 1928<\/p>\n\n\n\n<p>Da am kommenden Sonntage, als am ersten Sonntage des Monats Dezember, das Museum von 15 bis 17 Uhr unentgeltlich ge\u00f6ffnet ist, lohnt es sich, einen Ueberblick \u00fcber die Eing\u00e4nge der letzten zwei Monate zu geben. Unser Kommissionsmitglied, Maurermeister Peter Gansel, hat f\u00fcr diesen Sonntag die F\u00fchrung \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<p>An literarischen Erzeugnissen konnten wir folgende wichtigen Schriften buchen: von K\u00f6lichen, Der Boberdeichverband, Bunzlau 1893, mit Stromkarte; Gabe des Herrn Heinrich von K\u00f6lichen, Kittlitztreben. Dr. Pukall, Keramische Arbeitsmassen, 2. Abdruck; ders., Ueber die Vorg\u00e4nge beim Brennen keramischer Waren, 1., 2., 3. Auflage; ders., Keramisches Rechnen, 4. Auflage, 1927; ders.. Grundz\u00fcge der Keramik; alles Geschenke des Verfassers. Direktor Gl\u00e4ser, Neusalz, Heimatkalender f\u00fcr Gr\u00fcnberg und Freystadt 1929, Mitteilungen des Liegnitzer Geschichtsvereins f\u00fcr 1926\/27. Darin wichtig aus einem Aufsatze des Professors zum Winckel die Ableitung des Namens \u201eLiegnitz\u201c von dem polnischen Wort \u201eleg\u201c = Standort und eine Bemerkung \u00fcber die Bunzlau ber\u00fchrende Hohe Stra\u00dfe von Leipzig nach dem Osten. Albert Schultze, Die Stellung des Verbs bei M. Opitz, Diss., Halle 1903, Rauers, Zur Geschichte der alten Handelsstra\u00dfen in Deutschland, Gotha 1902, mit Wiedergabe einer Stra\u00dfenkarte von 1732, Randhahn, Beitr\u00e4ge zur Kenntnis des Bunzlauer Tons, Diss., Halle 1907, Lichtstern, Schles. F\u00fcrstenkrone 1685, in kostbares B\u00fcchlein, und Worbs, Geschichte Schlesiens und der Lausitze, 1824.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der \u201eHeimat\u201c, Beilage des \u201eNeuen G\u00f6rlitzer Anzeigers\u201c, erwarben wir aus Nummer 39 den Aufsatz \u00fcber Wehrau mit Bild des um 1690 von dem Bunzlauer Simonetti erbauten Schlosses und des Geburtshauses des Geologen Werner und aus Nummer 42 den Aufsatz von Margarete D\u00f6rner \u201eBunzlaus sch\u00f6nstes Kunstwerk\u201c mit mehreren Bildern der katholischen Kirche nach uns geh\u00f6rigen Photographien des Pfarrers Lorke, ferner \u201eSchlesische Burgen\u201c, Zeichungen von Ulrich Wendt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Stadtbauamt erhielten wir einen B\u00fcrstenabzug der Inschriften der beiden Ratsturmglocken und eine Photographie des Turmadlers.<\/p>\n\n\n\n<p>Erworben wurden Photographien der Bunzlauer Pforte in Thommendorf, der neuen Kirchen in Greulich, sechs Photographien des Barockhauses in Waldau und Stiche bzw. Lithographien der Kirche in Gie\u00dfmannsdorf, vom Teufelswehr (von dem Bunzlauer Bl\u00e4tterbauer), von Gnadenberg und dem Gr\u00f6ditzberge. Fr\u00e4ulein Elise Vogt schenkte eine Photographie des Lehrerkollegiums der M\u00e4dchenschule unter Rektor Eckensberg (mit Lehrer Weinknecht, Fr\u00e4ulein Pardemann u. a.).<\/p>\n\n\n\n<p>Wir \u00fcbernahmen aus dem Ratsturmknopf die Reste der Urkunde von 1776 und das Blechschild von 1847. Architekt Artur Bergmann gab eine Originaldepesche von dem Gefecht bei Wei\u00dfenburg 1870, Rendant Eichner einige Gesteine, Frau Buchbindermeister Hentschel sechs Urkunden aus dem Nachlasse ihres Ehemannes, darunter einen Entlassungsschein des Husaren Gottfried Gerbig, der 34 Jahre bei den Bernst\u00e4dter Husaren gedient hatte und dem deshalb der monatliche Gnadentaler bewilligt wurde. Mechaniker Hoensch schenkte einen Wurstb\u00fcgel aus Messingdraht, Frau Emma Krautschneider eine altert\u00fcmliche Puppe im Strickkleid, Augenarzt Dr. Loebner ein antikes Brillengestell, Frau Martha Mann in Penzig eine gro\u00dfe Koralle und ein G\u00fcrteltier und ein Krokodil, in Amerika aus Horn naturgetreu nachgebildet.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen holzgeschnitzten Sessel spendete Fleischermeister Opitz der noch vielen unserer Besucher gute Dienste leisten wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein auch f\u00fcr vorgeschichtliche Forschung sehr interessantes Bohrwerkzeug, das sehr altert\u00fcmlich anmutet und k\u00fcrzlich von dem vom Breslauer Museum hierher gesandten bekannten Altertumsforscher Gschwendt geziemend bewundert wurde, sandte der Herr Gemeindevorsteher von R\u00fcckenwaldau. Schon hier sei erw\u00e4hnt, da\u00df Herr Gschwendt im Februar hier einen Vortrag \u00fcber die Bodenaltert\u00fcmer des Kreises Bunzlau zu halten beabsichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Erfreulich bet\u00e4tigen sich wieder Rechnungsrat L. Schulz, Wilmersdorf, und seine Gemahlin Elisabeth, geb. Stoephasius, eine geb\u00fcrtige Bunzlauerin. Sie sandten die Personalien des Pastors Franke in Peterswaldau von Pastor Woltersdorf, Hertwigswaldau 1835, eine nette kleine Steinsammlung und 16 Biologien von deutschen Waldb\u00e4umen, f\u00fcr eine Forst besitzende Stadt wie Bunzlau eine wertvolle Gabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Gekauft wurde ein Kristerscher Porzellanteller mit handgemalter Blumengirlande im Biedermeierstil.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Museum ist der neu entstandenen Zentralauskunftsstelle f\u00fcr Sammelwesen in Wien II, Taborstra\u00dfe 46, beigetreten, die sich international einstellt und den Leiter unseres Museums in das Kuratorium gew\u00e4hlt hat. Diese Zentralstelle bekundet gro\u00dfes Interesse an Bunzlau, seine alte Kultur und seine Literatur.<\/p>\n\n\n\n<p>Der eben erschiene Band III der \u201eSchlesischen Lebensbilder\u201c bringt an seiner Spitze einen Aufsatz von Professor Ermattinger \u00fcber Martin Opitz und eine ungemein gut gelungene Wiedergabe unseres kleinen Oelbildes des Dichters. Wir empfehlen den Ankauf des vorz\u00fcglichen, preiswerten Buches. F\u00fcr den n\u00e4chsten Band ist auf unseren Vorschlag eine Lebensbescheibung des oben erw\u00e4hnten Geologen Werner vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df in der vorigen Woche das Altertumsmuseum Breslau durch Dr. Tackenberg Ausgrabungen in Ullersdorf vorgenommen hat, ist schon anderweit berichtet worden. An der Grabung nahm der kundige Leiter unseres Antiquariums, Kreisausschu\u00dfsekret\u00e4r Schumann, mit bestem Erfolge f\u00fcr uns teil.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neuerwerbungen des Museums<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 12. Juli 1929.<\/p>\n\n\n\n<p>Die sch\u00f6ne Ferienzeit ist auch die Erntezeit f\u00fcr das Museum; denn jetzt wird es, besonders von Ausw\u00e4rtigen, zahlreich besucht. Aber auch die Einheimischen werden manches Neue zu sehen bekommen, was im Monat Juni eingegangen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Am augenf\u00e4lligsten ist das gro\u00dfe bunte Glasfenster aus dem Oberstock des Jugendhauses. Wir haben es vor das Fenster des Singuhrraumes gestellt, dem es nun ein feierliches Ansehen verleiht. Es stellt die Verleihung der Reichsgrafenw\u00fcrde an die Herren von P\u00fcckler durch den Kaiser Leopold I. am 10. Mai 1690 dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Geschenke sind von freundlichen Gebern wieder in gr\u00f6\u00dferer Anzahl eingegangen. Professor Balthasar gab eine r\u00f6mische, birnenf\u00f6rmige Vase, die 1900 in dem Dorfe Quadrath bei K\u00f6ln a. Rh. ausgegraben worden ist. Frau Kapit\u00e4n Behmer gab drei Glasleuchter und einen \u201eDresdner Kalender\u201c von 1801 mit Wappen und Genealogie der Grafen von Bo\u00dfe, Frau Berthold Gesteine. Pastor Br\u00fcckner, der jetzt nach seiner Emeritierung in L\u00e4hn wohnt, sandte Bunzlauer Photographien, eine Spardose und ein \u201ePennal\u201c (B\u00fcchse f\u00fcr Schreibger\u00e4te). Buchdruckereibesitzer Cla\u00dfe stiftete eine Urkunde, wonach T\u00f6pfermeister Kauschke eine Kirchenbank kauft, Frau Klara Gansel eine ansehnliche \u00d6llampe.<\/p>\n\n\n\n<p>Sanit\u00e4tstrat Dr. Kalliefe vermehrte die Opitzsammlung durch Martin Opitzens Lobrede auf Raphael B. Leszczynski, Thorn 1636. Als unser st\u00e4ndiger G\u00f6nner schenkte Otto Lepper (N\u00fcrnberg) ein seltenes B\u00fcchlein von Dr. Albrecht Kunth, Sohn des Waisenhausoberlehrers: \u201eUnter der Fahne des 2. Bataillons Franz\u201c, Erinnerungen an 1866. Derselbe wurde bei Spichern schwer verwundet, starb in Berlin und hat hier in Bunzlau ein mit einer sch\u00f6nen Bronzeplakette geziertes Grab, gewidmet von seinen Freunden \u201eDem Gelehrten, Tapferen, Getreuen\u201c. Ferner ein Stammbuch des Hugo Pils und der Frau Helene Pils, geb. Lepper. Obersekret\u00e4r L\u00f6wenberg schenkte u. a. ein Schulattest von Kowno f\u00fcr einen russischen Unteroffizier und ein Paar wei\u00dfe Manschetten, mit Krausen besetzt. Professor Dr. Meth in J\u00e4nkendorf gab eine von C. Theodor Pfautz hang<\/p>\n\n\n\n<p>emalte \u201eTieranatomie\u201c her. Sch\u00f6ne gro\u00dfe Briefbogen, eingerahmt von altert\u00fcmlichen Bunzlauer Ansichten, spendierte Kaufmann Ochsmann. Waisenhausoberlehrer Springer stiftete auch den 4. Band 1928\/29 der \u201eBunzlauer Volksb\u00fchne\u201c, der uns durch die Fortf\u00fchrung seiner Abhandlung \u00fcber die Bunzlauer Theatergeschichte besonders wichtig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00e4ulein Wehner gab verschiedene Drucksachen aus der Offizin von L. Fernbach von der Bunzlauer Gutenbergfeier vom 29. Juni 1890 und die Ch\u00f6re zu Sophokles Antigone, im griechischen Urtexte hier von der Prima des Gymnasiums im Jahre 1868 aufgef\u00fchrt. Fr\u00e4ulein Stadtverordnete Wende schenkte 64 Stammbuchbl\u00e4tter aus der Zeit von 1764 bis 1840, Reste von drei Stammb\u00fcchern, Hausvater Wethekam B\u00fccher, eine Fayencesch\u00fcssel und eine Photographie des von ihm zum Heimatfeste vor der Herberge aufgebauten Stadttores.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Stadtwohlfahrtsamt \u00fcbergab uns ein Paar Holzsohlen, Kriegsware, als Erinnerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Erworben wurden folgende B\u00fccher:<\/p>\n\n\n\n<p>Allgem. Vieharzneibuch oder des alten Sch\u00e4fers Thomas aus Bunzlau Kuren, Glogau bei Flemming 1834;<\/p>\n\n\n\n<p>Schaller, Topographie von B\u00f6hmen, 4. Teil Bunzlau (Jungbunzlau) 1790;<\/p>\n\n\n\n<p>Micke, Chronik von Naumburg, Bunzlau, Waisenhausdruckerei 1844, sowie achtzehn franz\u00f6sische Stahlstiche, die Details der Topffabrikations darstellend, mit franz\u00f6sischem Texte, und schlie\u00dflich eine Stellage f\u00fcr Spanbeleuchtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine kleine Ausstellung von Waisenhauserinnerungen wird zur bevorstehenden Jubelfeier vorbereitet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die neuesten Eing\u00e4nge des Museums<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 6. Januar 1930<\/p>\n\n\n\n<p>Bunt wie ein Weihnachtsgabentisch steht die Liste unserer neuesten Eing\u00e4nge aus. Wieder ist es in erster Linie die Gebefreudigkeit lieber G\u00f6nner, die sich dadurch den Dank des Publikums verdient haben. Feilenhauermeister Wilh. Apelt stiftete die Lithographie einer Landschaft, an der besonders der schwarze Biedermeierrahmen interessiert. Das Stadtbauamt \u00fcberwies von Goldberger Stra\u00dfe Nr. 9 eine Pfeilerdeckplatte mit Steinurne und die Grabplatte f\u00fcr den im Jahre 1663 im Alter von 37 Jahren verstorbenen Stadtapotheker Mich. Appel, \u00fcber die wir bereits anderweit berichtet haben. Die Objekte sind im Museumgarten aufgesellt, der jetzt durch den neu vorbeigelegten Weg durch die Spie\u00dfgassenpforte f\u00fcr die Besichtigung solcher Architekturst\u00fccke recht geeignet geworden ist. Ofensetzermeister Baumgart vergr\u00f6\u00dferte unsere Sammlung von Ofenkacheln durch zwei solche von Schlo\u00dfstra\u00dfe 15. Karl Bonk gab ein gerahmtes Bild, Reichstag von Speyer, Buchdruckereibesitzer Cla\u00dfe wieder zwei Urkunden betreffend die Unruhen von 1848 und den Ankauf einer hiesigen Kirchenbank 1821 durch J. S. Kauschke. Einen Wurstb\u00fcgel aus Rotgu\u00df mit \u201eC. A. Woy\u201c \u2013 Fleischermeister in Bunzlau 1838 \u2013 schenkte Frau Fleischermeister Effenberg, ebenso ein Streichholzb\u00fcchschen, zum Siegel mit einem Streichholz eingerichtet, von 1850. Freiherr von Freyberg (Gro\u00df-Gollnisch) gab zwei dicke Quartanten, Predigtb\u00fccher von 1684 und 1701. Ein Geschenk der Pauline Voelkel, 1871, ihrem Vater zum 50. Geburtstage gefertigt, einen zierlichen Wollblumenkranz unter Glas und Rahmen, \u00fcbergab Frau G\u00e4rtnereibesitzer Hamann, Lieselotte Hoffmann ein englisches Andachtsbuch von James Smith von 1853. Ein Knabe Herbert H\u00f6her \u00fcberbrachte eine von ihm gefundene Hohenzollernmedaille von 1848, ein anderer eine 10pf\u00fcndige Kanonenkugel, die in der Gegend der Waisenhausstra\u00dfe ausgegraben ist. Schriftsteller Holzhey (Zollhaus Klitschdorf) stiftete seine Schrift: Im Waisenhause zu Bunzlau. Von dem M\u00fcnzfund bei Litschke (Rosenthal) sicherten wir uns die Scherben des Topfes in dem er sich befand. Der Vertrauensmann f\u00fcr kulturgeschichtliche Bodenaltert\u00fcmer, Dr. Ernst Petersen (Breslau), \u00fcberwies hierher f\u00fcnf St\u00fcck Eisen aus etwa dem 15. Jahrhundert (Sporenteile, Hufeisen) aus einem Fund bei Ottendorf 1926. Nach Bergemann III S. 59 war hinter Possen bei Ottendorf einst ein Raubschlo\u00df. Eine Serie seiner neuesten Ansichtspostkarten gab Kurt Ressel f\u00fcr die anwachsende Ansichtskartensammlung, Frau Ida Rothe zwei B\u00e4nde alte Nationalkalender von 1843 und 1844 mit &nbsp;mit sch\u00f6nen Bildern. Ein altes St\u00fcck Notgeld von 1807, schleswig-holsteinisches Papiergeld zu 2 Reichstaler 24 Schilling, erhielten wir von Frau Amtshauptmann Scheel, geb. Nehls, Rostock.<\/p>\n\n\n\n<p>Erworben wurde ein altert\u00fcmliches Bild der Stadt Bunzlau, ein 13 x 9 Zentimeter gro\u00dfer Holzschnitt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, das bisher nicht bekannt war; auf demselben Blatte ist das Wappen derer von Zedlitz und die allegorische Figur der \u201eHurtigkeit\u201c abgebildet. Ein Aquarell des Gr\u00f6ditzberges von Schaenske wurde ebenfalls erworben. Interessante B\u00fccher gingen ein, soeben erschienen, \u201eDie Geschichte des Herzogtums Sagan\u201c von D. Dr. Joh. Gottlob Worbs in Priebus 1795, herausgegeben von Feilhauer und Kr\u00fcger. Wir kauften die Leichenpredigt des Georg Mylius f\u00fcr den hiesigen Schulrektor, sp\u00e4teren Professor in Wittenberg, Salomon Ge\u00dfner von Wittenberg 1605 an. Die Lebensgeschichte dieses bedeutenden Bunzlauers ist bei Wernicke S. 248 aufgezeichnet. Eine recht interessante Handschrift, betitelt Excerpta Fr. Holsteni von M. Chr. Pfeifer aus \u00d6ls, Pastor in Dittmannsdorf, bringt Ausz\u00fcge aus Holsteins Chronik und im Anhange als Fund ersten Ranges etwa 100 Bunzlauer Gelehrtennamen und Personalien aus alter Zeit, nach Peplus bonorum ingeniorum, von Andreas Senftleben, bearbeitet von Alischer 1678. Erfreulich war auch der endliche Erwerb der schon verschollenen liebensw\u00fcrdigen Erz\u00e4hlung von Waldemar Walter aus der Geschichte der Gr\u00f6ditzburg: \u201eUrsual, die Pfarrfrau von Adelsdorf\u201c, Haynau, bei Suchanek 1805. Damit schlie\u00dflich auch der Humor nicht fehle, erwarben wir das luxuri\u00f6s ausgestattete B\u00fcchlein der Gesellschaft der Bibliophilen 1911: \u201eAber Martin Opitz! ein schlimmes F\u00fcndlein\u201c, das sich \u00fcber jugendliche Torheiten unseres Dichters ausl\u00e4\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer, vom vielen Schauen im Museum erm\u00fcdet, sich einmal einige Zeit ausruhen will, findet auch in Saal 1 einen neuerworbenen bequemen Schemel mit Lehne. Also auf Wiedersehen im neuen Jahre!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neues vom Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 26. M\u00e4rz 1930<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer amtlichen Ausgrabung in Ullersdorf im Herbste 1929, bei der auch unser Kommissionsmitglied Kreisausschu\u00dfsekret\u00e4r Schumann beteiligt war, wurde u. a. auch ein sehr seltenes Fundst\u00fcck, eine t\u00f6nerne Klapper in Form eines Vogels (Trappe) gefunden, das nat\u00fcrlich das Breslauer Altertumsmuseum erhalten hat. Wir haben aber eine recht gute Nachbildung bekommen; immerhin ein recht beachtliches Anschauungsst\u00fcck. Frau Kapit\u00e4n Behmer gab eine Assignate, ein St\u00fcck Papiergeld vom zweiten Jahre der alten franz\u00f6sischen Republik (Anm. Das Jahr 1 der Republik begann mit dem 22. September 1792), \u00fcber 500 Livres, Buchdruckereibesitzer Classe drei alte Bunzlauer Urkunden, die Dach- und Schieferdeckerinnung zwei Festabzeichen ihres diesj\u00e4hrigen Gautages in Form von Dachziegeln. Aus den Best\u00e4nden der Dorotheenschule \u00fcberkamen wir zwei B\u00fccher von Pastor Fricke, aus dem Nachla\u00df von Lehrer F\u00f6rster (Linden) eine Presse f\u00fcr k\u00fcnstliche Honigwaben. Fabrikbesitzer Fournier (Kittlitztreben) schenkte eine sch\u00f6ne gro\u00dfe Lithographie von L\u00f6wenberg mit 17 Randbildern (Hohlstein, Gr\u00f6ditzberg, Spitzberg, usw.), Freiherr von Freyberg (Klein-Gollnisch) ein Buch \u00fcber den Insterburger Russeneinfall, Dr. med. Galle (Naumburg) einen herrlichen Perlenbeutel mit Lyra und Schwan. Frau Else K\u00fchn (Liegnitz) gab eine h\u00fcbsche Holztruhe in Kerbschnitt mit Vexierbeh\u00e4lter f\u00fcr den Schl\u00fcssel auf dem Deckel. Von Otto Lepper (N\u00fcrnberg) bekamen wir ein Bild von Bl\u00fccher, von Frau Martha Mann, geb. Franke (Penzig) eine buntgestickte Kopfkappe. Frau Stationsvorsteher Morgenbesser (Eichberg) spendete alte Zeitungsbl\u00e4tter, aus deren einem hervorgeht, da\u00df am 25. September 1835 nicht blo\u00df, wie Wernicke berichtet, der K\u00f6nig und die F\u00fcrsten Liegnitz hier durchreisten, sondern auch Prinz Friedrich der Niederlande mit Gemahlin, und abends 8 Uhr der Gro\u00dff\u00fcrst Michael. Rich. Munzky gab seine lateinische Abhandlung \u00fcber die Osterfrage und eine Tabelle zur schnellsten Bestimmung des Wochentages irgendeines Zeitereignisses. Frau Dr. Neisser verabschiedete sich vom Museum durch Schenkung mehrerer B\u00fccher, darunter des Prachtwerkes \u00fcber das Bismarckmuseum. In letzterem ist f\u00fcr Bunzlau interessant eine Abbildung der Statue, \u201eDer deutsche Held\u201c, von dem von hier stammenden Bildhauer Heinrich Kiesewalter.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Karl Schindler (Breslau) schenkte sein neues Werk \u00fcber den Bunzlauer Barockdichter Andreas Scultetus, das von den hiesigen Beh\u00f6rden subventioniert worden ist, und Rektor Steinbrecher aus Naumburg, wohnhaft in Danzig-Langfuhr, ein Bildwerk \u00fcber Danzig, in dem auch die Marienkirche mit dem Grabmal von M. Opitz abgebildet ist. Frau Seminaroberlehrer Wehner erfreute uns durch eine Anzahl gro\u00dfer Bilder, deren eines die Abdankung von Napoleon in Fontainebleau darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Flei\u00dfig wurde in der B\u00fccherei gearbeitet, die B\u00fccher der Reihe nach aufgestellt und ein alphabetisches Verzeichnis nach Stichw\u00f6rtern gefertigt, so da\u00df auch f\u00fcr Dritte die Orientierung jetzt leicht ist. Erworben wurden u. a. folgende B\u00fccher: Seeb\u00f6ck, Heiligenlegende; Oskar Scholz, Schlesische Volkskunde (Hsch.); Moritz Lilie, Ein Gedenkblatt zum 300. Geburtstage von M. Opitz, aus der \u201eIllustr. Zeitung\u201c vom 23. November 1897; der Heimatkalender Lauban wegen eines Aufsatzes \u00fcber Tschirnhaus; ein Buch \u00fcber Zerbst des Dr. van Kempen wegen Simonettis und wegen alter Rechsh\u00e4ndel zwischen Bunzlau und Zerbst im 16. Jahrhundert; von Mutius, Eine Jugend vor 100 Jahren; Ernst H\u00f6pfners Buch \u00fcber Apelles von Loewenstern mit einer Neuausgabe der Musik zu Opitzens Oper \u201eJudith\u201c; das Programm des Gymnasiums K\u00fcstrin von 1911\/12 mit einer Abhandlung, in der unsere r\u00f6mische Jupiterstatue von Siegersdorf erw\u00e4hnt ist. Hervorzuheben ist f\u00fcr alle keramisch Interessierten ein kleines, ungemein instruktives Werkchen \u00fcber die Grundz\u00fcge der T\u00f6pferei von Helene M. Jaschinsky \u201eKeramische Arbeiten\u201c. Die Verfasserin ist eine sehr talentierte Sch\u00fclerin des Direktors Dr. Berdel.<\/p>\n\n\n\n<p>Gekauft wurden ein sogenanntes chemisches oder Tunkfeuerzeug, eine Perlenb\u00f6rse, gr\u00fcn und Silber, ein kleiner Elfenbeinf\u00e4cher und eine Haaruhrkette. \u00dcber das neue Frankenbergische Steinwappen an der Stadtmauer lie\u00dfen wir zum Schutze gegen Schnee, der aber dieses Jahr nicht kam, ein barockes Spitzdach aus Zinkblech anbringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir ersuchen unsere Amateurphotographen, uns besonders gelungene Landschaftsaufnahmen von Stadt und Kreis Bunzlau zur Abnahme anzubieten. Schlie\u00dflich d\u00fcrfte die Notiz von einigem Interesse sein, da\u00df das vom Schreiber dieses gegr\u00fcndete Oberschlesische Museum in Gleiwitz am 22. M\u00e4rz sein 25j\u00e4hriges Bestehen begehen konnte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2 h\u00f6lzerne Urkunden des Bunzlauer Museums<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 12. Juli 1930<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bunzlauer Museum bietet infolge seiner Vielseitigkeit auch solchen Besuchern, die oft wiederkehren, und es gibt auch solche, immer neue Anregung und Belehrung. Ein kleines Museum hat den Vorzug, da\u00df der Besucher fast jeden Gegenstand in die Hand nehmen und genauer besichtigen kann. Wir wollen dies heute einmal beispielsweise mit den Holzurkunden tun. Da ist zun\u00e4chst ein Studentenstock, ein sogenannter Ziegenhainer, wie sie, zum \u201eHolzen\u201c vorz\u00fcglich geeignet, in der Ortschaft Ziegenhain bei Jena, meist aus Kirschbaumholz, gefertigt wurden. Einen Jenenser Bruder Studio des 18. Jahrhunderts, wohl auch den wandernden Handwerksburschen, kann man sich ohne den an einem Lederriemen h\u00e4ngenden derben, kn\u00fcppelhaften \u201eZiegenhainer\u201c gar nicht vorstellen. Es war damals Sitte, da\u00df die Freunde des Stocktr\u00e4gers auf diesem Stocke ihre Namen einschnitten. Auf unserem Stock haben sich nicht weniger als 104 Studenten verewigt. Wir geben hier eine kleine Auslese der Namen: Hunter, T. U. L. Hill, K\u00f6lar, Rochner, Settner, v. Schlieben, Mauke der hinzuf\u00fcgt: Omnia si perdas, famam servare memento (=Wenn du alles verlierst, so sei bedacht, deinen Ruf zu bewahren), Nitsche mit dem Worte umicitia (Freundschaft), Mueller mit dem hier besonders auffallenden \u201eSemper modeste\u201c (Immer bescheiden), Jordan, Gentzky, Wik, Hermann, der zugleich einschnitzt: Sibi res non se rebus sub mittere (Sich die Dinge, nicht sich den Sachen unterordnen), Kicher, Pilz, der eine Windm\u00fchle beif\u00fcgt, Boe, Sondermann, Schwinchen, B. von Dyherrn, Eck, Seidel und T. Koerthener, die ihre Namen mit griechischen Lettern in dieses h\u00f6lzerne Stammbuch eintragen, E. Burgau \u2013 deamus igitur (Gaudeamus igitur ist der Anfang des allgemein bekannten Studentenliedes), Oeser, Paul Haubutz, Seybold, Kuehlmorgen mit dem Spruch \u201eSapere aude\u201c (Wage es, verst\u00e4ndig zu sein), der sich auch auf dem oberen Podest der Treppe in der offenen Sakristei der hiesigen katholischen Kirche findet, E. Anders, der die f\u00fcr einen lustigen Studenten ebenfalls recht auff\u00e4lligen Worte: Memento mori (Sei eingedenk, da\u00df du sterben mu\u00dft!) hinzuf\u00fcgt, v. Nickisch, H. von Gneisenau (der General hie\u00df August), Aemeier, Hellwyg, Br\u00e4unig, Hanslentner, Ditmar, F. H. Pritzel (dicht nebeneinander), Fritze, Fritsch, v. Briesen, Wehmer, E. S. X. W. S. Mader, Schorr, Treu, Thonke, Scheie, Niclas, Walder, Hein, Loeffler und Klemans Tambach. Der Besitzer scheint nach einer hervorgehobenen Eintragung S. gehei\u00dfen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Art der Namen stammten diese Studenten offenbar aus den verschiedensten Gegenden des deutschen Vaterlandes.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Bunzlau noch interessante ist ein von der l\u00f6bl. Schuhmacherinnung geliehener Holzleisten von 13 Zentimeter L\u00e4nge mit 3 Zentimeter hohem Absatz. Wahrscheinlich war dieses St\u00fcck, mit dem man gut auf den Tisch klopfen kann, in der Hand des Ladenmeisters oder des Altgesellen dazu bestimmt, in st\u00fcrmischer Verhandlung Ruhe zu gebieten. Leider war der darauf zur Verf\u00fcgung stehende Raum so beschr\u00e4nkt, da\u00df die Inhaber nur ihren Anfangsbuchstaben einschneiden konnten. Wir finden dann aber auch die Zeichen von 49 Personen. In Anlehnung an den Gebrauch der Hausmarken ist eine Reihe von Initialen seltsam verschn\u00f6rkelt, so H. f., W. R. J. Ch. J., A. H., H. H., J. M. und M. W. B. Der \u00e4lteste Vermerk befindet sich unten auf dem Absatz n\u00e4mlich: J. G. O. &nbsp;M.<\/p>\n\n\n\n<p>Das besonders gestellt M bedeutet wohl \u201eMeister\u201c, da die Jahreszahl 1696 in dem Raum des M verteilt ist. Ferner finden sich die Jahreszahlen 1719, 1729, 1760 und 1778. Ein altehrw\u00fcrdiger Besitz! Gegen Ende des 17. Jahrhunderts hat hier, wie auch aus anderen unserer Handwerkskleinodien hervorgeht, das Handwerk offenbar erfreulich gebl\u00fcht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neueing\u00e4nge des Museums<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 31. 10. 1930<\/p>\n\n\n\n<p>Das Museum hat durch den harten Winter 1928 noch einen sch\u00f6nen Eichbaum verloren, der in der N\u00e4he des \u201eNeutores\u201c stand und dieser Tage, ebenso wie ein zweiter Baum am Turm, als unrettbar gef\u00e4llt werden mu\u00dften. Dagegen ist es durch viele Gaben freundlicher Spender wieder um ein St\u00fcck gewachsen. Lehrer Adam in Pribus gab einen Aufsatz im \u201eSaganer Hausfreund\u201c \u00fcber das Saganer \u201eGoldene Kindl\u201c, worin der Kronosknabe am Grabstein der Martha Seiler (an der katholischen Kirche), hier, von 1594 erw\u00e4hnt wird. Freiherr von Freyberg in Klein-Gollnisch gab ein dort ausgegrabenes antikes Hufeisen mit handgeschmiedeten N\u00e4geln, Kurt Friedrichs eine Lichtputzschere, gefertigt von \u201eHenniger\u201c. Konditor Gallus schenkt ein interessantes Bild von dem Untergang des Zeppelins am 5. August 1908, den er miterlebte. Wir besitzen schon als Andenken Reste dieses Luftschiffes, die neulich das Interesse von Hauptmann K\u00f6hl erregten. Frau Polizeisekret\u00e4r Hoffmann gab zwei bunte, Friedrich den Gro\u00dfen betreffende Lithographien, eine Perlentasche und ein Glas des Gutsbesitzers R. Simundt (Wolfshayn); von letzterem besitzen wir ein ihn zu Pferde darstellendes Wachsfig\u00fcrchen von Heinrich Kiesewalter (Bunzlau). Von der Pelzfachausstellung Ipa, auf der wir ausgestellt hatten, bekamen wir deren gro\u00dfen, wertvollen Katalog, vom Museum Osnabr\u00fcck im Austausch dessen \u201eF\u00fchrer durch die Urgeschichte\u201c. Frl. Schneidermeister Kramer (G\u00f6rlitz) stellte uns ein handgesticktes Seidenkleid, Empire, geschmackvoll her. Frau Helene Leist gab alte Zeitungen, Erinnerungen an Wilhelm I. Der Magistrat Bunzlau stiftete die eisengegossene Artur-Schiller-Plakette. Gemeindevorsteher Scharf in Aschitzau sandte zwei Photographien des dort enth\u00fcllten Heldendenkmals ein. Schriftstellerin M. Pietsch spendete einen altert\u00fcmlichen gestickten Tortenrand und zierliche Scherenschnitte, die durch Aufkleben sichergestellt wurden. Schreiber dieses stiftete einen alten \u201eF\u00fchrer durch Salzbrunn und Umgebung\u201c, nachdem er inne geworden war, da\u00df darin 17 Handzeichungen von dem ber\u00fchmten, in Bunzlau 1823 geborenen Professor Theodor Bl\u00e4tterbauer enthalten sind. Unsere liebe G\u00f6nnerin Frau Rechnungsrat Elisabeth Scholz, geb. St\u00f6phasius, in Wilmersdorf, eine im Feigehause in Bunzlau geborene Dame, hat wieder eine Mappe Boleslaviensia hergegeben, seltene Drucksachen, Totenfeier Friedrich Wilhelm III. in Bunzlau 1840, Gesangfest Klitschdorf 1804, Jubelpsalmen Gnadenberg 1843, Fest auf der Gr\u00f6ditzburg (25 Jahre Katzbach) 1838, Minsbergs Bauernaufruf 1848, Pastor Kretschmars Jubil\u00e4um 1875, Tafellieder zur Grundsteinlegung des Gymnasiums am 18. Oktober 1861 (der an der S\u00fcdwestecke des Gymnasiums sichtbare Grundstein ist also jetzt gerade 70 Jahre alt!); Lieder zu Kantor Knauers Hochzeit 18534 und zu seinem Amtsjubil\u00e4um 1871, ein wahrer Schatz von Erinnerungen! Auch Pastor Schweitzer schenkte erhebliche Gaben, einen Lederstuhl mit eingepre\u00dftem Ritter St. Georg, sechs B\u00fccher, darunter eins mit Silberschlie\u00dfe: \u201eJesus\u201c, einen Wachsstockhalter mit sch\u00f6nem bunten Wachsstock, einen Kinderwagen und verschiedene Quincaillerien. Die Breslauer Journalistin Erna Sobirey sandte ihren Aufsatz \u201eVon Ton zu Topf und Feingeschirr\u201c (\u201eSchlesische Volkszeitung\u201c vom 31. August 1930) ein. Kantor Tripke gab ein Evangeliumbuch von 1810 her. Frl. Hermine \u00dcbersch\u00e4r in Groitzsch, eine langj\u00e4hrige Bunzlauerin, spendete ein Empiret\u00e4schchen zum Umh\u00e4ngen f\u00fcr Kinder, die st\u00e4dtische Lehrerin Frl. Elisabeth Werner eine Eigenaufnahme des Museums vom Rosengarten her, Tischler Winzker zwei Gewehre und zwei originelle Bauernschirme. Von Ungenannt kam ein schwarzes Samtt\u00e4schchen mit Silberperlen bestickt ein. Gekauft wurde Rademacher, Geschichte der evangelischen Kirchgemeinde Aslau, 1891; J. g. Bergemann, Beschreibung der alten Burgfeste Gr\u00f6ditzberg 1827 (in der der Name \u201eMeta\u201c f\u00fcr die Verr\u00e4terin noch nicht vorkommt); \u201ePfotenhauer, Die Kreuzherrn vom Roten Stern in Schlesien (wegen des Bunzlauer Spitals) und schlie\u00dflich eine Lithographie \u201eAlt-Bunzlau\u201c. Das ist aber das interessante St\u00e4dtchen in B\u00f6hmen, von dem wir nat\u00fcrlich der Namensgleichheit halber auch etwas haben m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 2. November ist das Museum von 15 bis 17 Uhr unentgeltlich ge\u00f6ffnet. Die F\u00fchrung hat Kaufmann Bruno Ulbrich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Bunzlauer Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt 1931<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4\u00dflich der Tausendjahrfeier der Rheinlande hatte die Firma Reinhold &amp; Co. in einem Schaufenster in K\u00f6ln eine Bunzlauer T\u00f6pferwerkstatt ausgestellt, in der ein hiesiger Meister mit Gehilfin arbeitete. Die Firma Fernbach spendierte uns eine Photographie dieser Szene. Pfarrer i. R. Werner gab die Illustrierte Wochenbeilage Nr. 28 der \u201eSchlesischen Zeitung\u201c, die einen reich illustrierten Artikel von Dr. B\u00fcttner \u00fcber die Keramische Fachschule brachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaufmann Simon Freund schenkte eine reizende Filigranhandtasche, mit starker silberner Montierung, Frau Wilh. Bluhm aus Hasenau ein recht wertvolles seidengesticktes Schultertuch. Weizackertracht aus Pyritz, und Fr\u00e4ulein Johanna Manitius ein von ihr selbst 1869 gefertigtes Kunstwerk, ein Br\u00fcsseler Spitzentaschentuch, dessen Muster Rosen und Vergi\u00dfmeinnicht zeigt. Frau Gutsbesitzer Luise Klingauf (Alt-J\u00e4schwitz) gab einen bunten Teller mit der Inschrift \u201eViel Milch\u201c und eine Kollektion alte bunte Bildchen, Holzschnitte, C. E. v. Kreusch (Kittlitztreben) einen am Boberrand gefundenen kleinen Seeigel, Kaufmann Wilhelm Springer einen Lichtputzschere mit automatischer Reinigungsvorrichtung, gefunden am hiesigen Kirchhof, und einen zierlichen Zinnl\u00f6ffel.<\/p>\n\n\n\n<p>Fabrikdirektor Wabnitz schenkte das bekannte alte, auf Holz gemalte Wirtshausschuld des ehemaligen Gasthofes \u201eZur Fichte\u201c, das eine Gruppe &nbsp;von russischen Offizieren und Soldaten um 183 darstellt. Dieses Gasthaus wurde 1770 von M\u00fcller Georg Hanke erbaut und f\u00fchrte zun\u00e4chst den Namen \u201eZum Kammrade\u201c. Das Bild ist f\u00fcr das Museum nat\u00fcrlich besonders erw\u00fcnscht gewesen. Kantor und Lehrer Tripke \u00fcbergab eine wertvolle Pergamenturkunde in polnischer Sprache, die uns Erzpriester Dr. Chrzaszyz (Peiskretscham) freundlich bearbeitete. Danach verkaufte Heinrich von Bezdiekow am 21. Dezember 1360 an den st\u00e4dtischen B\u00fcrger Arnold von Zatecz 6<sup>1<\/sup>\/<sub>2<\/sub> Erbhufe f\u00fcr 304 Schock Groschen. Wir \u00fcberlie\u00dfen dieses alte St\u00fcck dem hiesigen Stadtarchiv, das schon eine Kollektion nichtbunzlauische Urkunden besitzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bunzlauer Gesangbuch von Fricke, 1828, schenkte Frau Kaufmann Giebler. Vom Wohlfahrtsamt \u00fcberkamen wir einige bunte B\u00e4dern, vom Stadtbauamt eine ungemein malerische Photographie des ehemaligen Schlo\u00dfteiches mit dem dar\u00fcber gelegenen Pavillon (ehem. Schlo\u00dfkapelle) mit Ausblick auf die Sandm\u00fchle. Auch eine Photographie der Kastanie auf L\u00f6wenberger Stra\u00dfe 38 in der diesj\u00e4hrigen \u00fcppigen Bl\u00fcte wurde erworben. Desgleichen folgende B\u00fccher: Pribatsch, Breslau; Dr. E. Wernicke, Joh. B\u00fcttner, der K\u00f6nigsrichter von Bunzlau (eine Rarit\u00e4t) und Keller, Joach. v. Berge und seine Stiftungen, Glogau 1834. Bekanntlich stiftete Joach. v. Berge auch f\u00fcr Bunzlau am 30. Juni 1599 ein Stipendium mit einem Kapital von 2400 Talern. Die Stiftungsurkunde liegt im Stadtarchiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Museum wird jetzt auch immer das neue Mitteilungsblatt des Ortausschusses f\u00fcr Jugendpflege \u201eBunzlauer Jugend\u201c ausliegen. Wenn die Jugend, wie zu erwarten steht, sich f\u00fcr dieses Blatt t\u00e4tig erw\u00e4rmt, so wird das vorhandene Bed\u00fcrfnis mit diesem Blatt gewi\u00df bestens gedeckt werden. In dem neuen Buch von Jos. Klapper, Schles. Volkskunde, ist auch ein Bild von Gie\u00dfmannsdorf und eins vom Gro\u00dfen Topf enthalten; im Text ist gesagt, da\u00df der Topf 600 kg schwer ist und \u2013 entgegen der \u00dcberlieferung \u2013 da\u00df ihn die Franzosen 1813 zerschlagen h\u00e4tten, weshalb er zusammengeflickt und mit einem Drahtnetz umstrickt worden sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schrank f\u00fcr Mineralien ist eingerichtet. Das Verdienst, auf diese Neusch\u00f6pfung hingewirkt zu haben, hat Lehrer Paul Paeschke (Liegnitz). Wir wurden u. a. auch durch den Besuch von Dr. Grundmann aus Warmbrunn erfreut. Dieser junge Gelehrte ist damit befa\u00dft, den Band III Schlesien der \u201eDeutschen Volkskunst\u201c zu schreiben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">69. Museumsbericht<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 5. M\u00e4rz 1932<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1087\" height=\"693\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1686-Museum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1674\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1686-Museum.jpg 1087w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1686-Museum-768x490.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1087px) 100vw, 1087px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das bevorstehende Osterfest d\u00fcrfte die Aufmerksamkeit des Publikums wieder besonders auf das Museum lenken. Es ist deshalb an der Zeit, \u00fcber Neueing\u00e4nge der Zwischenzeit Bericht zu erstatten. Die Erben der am 25. November 1931 verstorbenen Frau Clara Gansel stifteten aus deren Nachla\u00df ein sch\u00f6nes plastisches Bild \u201eDie Etienne Doussin und Leutnant Klein geh\u00f6rige Oberm\u00fchle\u201c vor dem Brande vom 12. Januar 1873. Die Fahne des ehemaligen Gesangvereins Germania, gegr\u00fcndet am 21. August 1872, wurde im Vorraum des Museums gut sichtbar aufgeh\u00e4ngt. Die \u201eErinnerungsbl\u00e4tter des Landwehrinfanterieregiments 19\u201c von Denke und Erb, dessen Garnison auch Bunzlau im Kriege zeitweilig war, gingen ein. Herr Artur Rosemann stellte das anl\u00e4\u00dflich des Kirchenjubil\u00e4ums in seinen Werkst\u00e4tten hergestellte Modell der evangelischen Kirche im Museum aus. Frau Ida Rothe (Gersdorf), gab einen Patenbrief von 1817 mit dem Vers:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEinem neugebornen Kinde ist das sch\u00f6nste Angebinde<\/p>\n\n\n\n<p>Und das beste Patengeld, wenn es fest am Glauben h\u00e4lt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Schreiber dieses stiftete sein neues Schriftchen \u201eStriegaus Altert\u00fcmer\u201c und \u201eGeschichtliche Wanderung durch Bunzlau\u201c (Handschr.). Frau Dr. Steinbrucker (Marklissa) gab einen Band Briefwechsel Chodowieckis, Hausvater Wethekam ein Zentnergewicht und Frau I. W\u00f6hl, geborene von Waldenfels, einen Steingutteller mit Fabrikzeichen \u201eLeippa\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Angekauft wurden Photographien vom letzten Taubenmarkt, ein Stahlstich des schlesischen Historikers Andreas von Assig, geboren in Siegersdorf 1618, gestorben in Breslau 1676, das Buch Gall, die Marienkirche in Danzig (wo Opitz begraben ist), Faszikel \u201eLesefr\u00fcchte\u201c, geschrieben vor \u00fcber hundert Jahren von dem Bunzlauer B\u00fcrgermeister Vertraugott Fischer, schlie\u00dflich eine gestickte Markttasche und eine andere h\u00fcbsche Stickerei. Aus dem Rathause \u00fcberkamen wir eine Reihe von Bildern Bunzlauer B\u00fcrgermeister und andere Bilder. Hervorzuheben sind \u00d6lbilder von Sebastian Wolfgeil, von Stahn, Salomon und eine von Frau Dr. Neisser gezeichnete Kreidezeichnung des Herrn B\u00fcrgermeisters Richter. Das Bild Wolfgeils ist nach einer lateinischen Inschrift zu seinen Ehren an seinem 50j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um 1718 gemalt, wahrscheinlich von seinem Sohn, dem Maler Ferdinand J. Wolfgeil. Ein unbekanntes \u00d6lbild d\u00fcrfte aus der gleichen Zeit stammen und den Syndikus Wolfgeil darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens wurde ein im Museum befindliches, bisher unbestimmtes \u00d6lbild als das des Pastors Fricke (in Zivil) festgestellt. Es ist wahrscheinlich, wie dessen Bild in der evangelischen Kirche, von dem Laubaner Maler Effenberg gemalt, der u. a. 1855 in der Kirche in S\u00e4chsisch-Haugsdorf \u201eChristus in Gethsemane\u201c malte.<\/p>\n\n\n\n<p>Kreisausschu\u00dfobersekret\u00e4r Schumann, unser Mitarbeiter, der bekanntlich obrigkeitlich bestellter Pfleger der kulturgeschichtlichen Bodenaltert\u00fcmer des Kreises Bunzlau ist, ordnete unser Antiquarium neu und vermehrte es durch viele sehenswerte Ausgrabungen. Zur Ausstellung gelangt in den Feiertagen unsere reichhaltige Sammlung von F\u00e4chern.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Singuhr erwartet unsere Besucher, wenn irgend m\u00f6glich, eine besondere \u00dcberraschung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">72. Museumsbericht<\/h2>\n\n\n\n<p>Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 18. November 1932<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Anla\u00df der Gustav-Adolf-Feier wurde die dem Museum geh\u00f6rige, im Jahre 1832 wegen der Gr\u00fcndung des Gustav-Adolf-Vereins gewebte wei\u00df-rote Leinentischdecke, die alle einschl\u00e4gigen Erinnerungsst\u00e4tten abbildet, eine Zeitlang ausgelegt; sie ist auch bei der Feier der evangelischen Gemeinde gezeigt worden. Am 2. September d. J. war der 95. Geburtstag des 1891 in geistiger Verwirrung in Florenz gestorbenen bedeutenden Malers Karl Stauffer-Bern, von dem unsere kostbare Radierung herr\u00fchrt: \u201eGustav Freytag lauscht in seinem Park in Siebleben dem Gesang eines Vogels\u201c. Von dieser gibt es nur \u00e4u\u00dferst wenige Exemplare. Das unsrige tr\u00e4gt eine eigenh\u00e4ndige Widmung des K\u00fcnstlers an Geheimrat G. Freytag. Der neuesten Nummer des \u201eVerbandsblattes der Familie Glasey und Gerstmann\u201c ist ein von Hugo Gerstmann (Leipzig) verfa\u00dfte \u00dcbersichtstafel der Familie Gerstmann beigegeben, die 1354 mit dem Bunzlauer B\u00fcrgermeister Johann Gerstmann beginnt. Das Germanische Museum in N\u00fcrnberg erhielt von uns auf Wunsch eine Photographie unserer von 1791 datierten Laufmaschine (Draisine). Der ADAC. stiftete dem Museum zur Erinnerung an seine soeben hier abgehaltene Herbsttagung eine sch\u00f6ne, in Schrobenhausen bei M\u00fcnchen von C. Pollath aus diesem Anla\u00df hergestellte Erinnerungsplakette, in der der Bunzlauer Gro\u00dfe Topf dargestellt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00e4ulein Hedwig Aeuer gab eine Menge Zeitungen aus dem Dreikaiserjahre 1888, ein Werk ihres Vaters Aug. Wilh. Aeuer \u00fcber den niederschlesischen Chronisten Dr. Joh. G. Worbs; Bunzlauer Tongeld, Erinnerungsplakette und viele Ansichtskarte, darunter die l\u00e4ngst gesuchte von dem Wohnhause des Geologen Werner in Wehrau. Freiherr von Freyberg (Klein-Gollnisch) schenkte dort ausgegrabene Urnenteile sowie einen gothischen Schl\u00fcssel und einen lyraf\u00f6rmigen eisernen Spinnwirtel, wertvolle Funde vom Moldenberge, auf dem einst ein Nonnenkloster der Beguinen, das wahrscheinlich dem Orte Neundorf (=Nonnendorf) den Namen gegeben hat, gestanden hat. Eine Photographie eines ebendaselbst von ihm aufgefundenen halben M\u00fchlsteins, der vielleicht als Stufe vor einem Portale gelegen hat, stiftete stud. med. Maslowski.<\/p>\n\n\n\n<p>Der seit 1864 in Sch\u00f6nfeld amtierend gewesene Pfarrer Augustin fand einst auf dem Boden seines Pfarrhauses eine holzgeschnitzte Gruppe \u201eSt. Anna selbdritt\u201c, die aus der 1813 zerst\u00f6rten Annakapelle auf dem Moldenberge herstammt. Er versah sie mit einem moderneren Rahmen und brachte sie in der katholischen Kirche in Nieder-Sch\u00f6nfeld unter: Student Maslowski photographierte sie f\u00fcr das Museum. Mechaniker Hoensch stiftete ein Leiden Christi in einer kleinen Glasflasche, Frau Stadtinspektor L\u00f6wenberg eine altert\u00fcmliche Brille. Fr\u00e4ulein Elisabeth N\u00f6ldner (Breslau) gab aus Dankbarkeit, weil sie voriges Jahr im Museum freundlich gef\u00fchrt worden ist, eine Menge kostbarer Gegenst\u00e4nde, unter denen eine Glasflasche und &nbsp;Tongef\u00e4\u00dfe aus Babylon, Ausgrabungen von Prof. Reutlinger, hervorzuheben sind, welche Letztere kunstgerecht zusammenzusetzen, der neue Dozent der Fachschule, Herr Theilmann, sich bem\u00fcht, der selbst in diesen entlegenen Weltgegenden Forschungsreisen unternommen hat. Dazu eine Tontasse mit t\u00fcrkischem Spruchband, zwei r\u00f6mische Tonlampen, eine eigent\u00fcmliche Metalltasse mit darin befindlichem beweglichen Fisch, u. a. m. F<\/p>\n\n\n\n<p>rau Kupferschmiedemeister Radeck spendete ein Zeitungsblatt \u00fcber den Bunzlauer Dichter Scultetus. Eine ganze Sammlung von Objekten verdanken wir wiederum Frau Kaufmann Schembera. Wir heben hervor zehn reizvolle Nippesfig\u00fcrchen, eine gl\u00e4serne Statue des Turnvaters Jahn, aus Gablonz, Salzn\u00e4pfchen, eine Muschel als N\u00e4hschraube, bunte B\u00e4nder, Theaterzettel von 1840, Gratulationskarten, ein griechisches Neues Testament, Kriegsmedaillen ihres Gro\u00dfvaters Lupke von 1813 und ein perkuss. Gewehr. Von anderer Seite erhielten wir einen Karabiner. Eine Mappe mit sechs gro\u00dfen Photographien \u201eLutherfestspiele Bunzlau September 1905\u201c dezidierte stud. phil. Schneider (Bunzlau). Uhrengesch\u00e4ftsinhaber Steinert \u00fcbergab eine englische Spindeluhr von enormer Dicke, mit Geh\u00e4use, Frau Julie Steinert eine englische Bibel in Prachtband. Um 1837 hatte ein Kunstdrucker Gustav Winter hier, Nikolaistra\u00dfe 17, eine lithographische Anstalt, von der sein Enkel, Buchdruckereibesitzer Gustav Winter in Herrnhut, sch\u00f6ne Drucksachen betreffend ein Scheibenschie\u00dfen um 100 Dukaten im hiesigen Schie\u00dfhaus vom 18. Juli 1837 hergab; die Firma kann 1933 ihr 100j\u00e4hriges Bestehen feiern.<\/p>\n\n\n\n<p>Photographien wurden erworben von der diesj\u00e4hrigen Gartenbauausstellung im Schweizerhause und von der Hinterseite des Mauerturmes am Kutusowdenkmal; die eigent\u00fcmliche Schweifung des obern Teils der T\u00fcr\u00f6ffnung derselben diente dazu, dem Rauch eines im Turm brennenden offenen Wachtfeueres guten Abzug zu gew\u00e4hren. Man bemerkt \u00fcbrigens in dem Turm noch jetzt einen Kamin. Nat\u00fcrlich wurde auch unseres Heimatdichters Thiemann liebensw\u00fcrdiges \u201elustiges B\u00fcchel\u201c angekauft. Angekauft wurde ferner ein sch\u00f6ner Stich des Magisters Joach. Pollio (= Pollach) geb. 1577, der am 10. Dezember 1600 Nachfolger unseres nach Schweidnitz abgehenden Chronisten, Magisters Holstenius, wurde. Seine Ehefrau war eine Apothekertochter Ueberschar aus Krakau. Pollio eignete seiner Bunzlauer Gemeinde 18 Predigten zu unter dem Titel \u201eGeistl. Toteseigerlein der Kinder Gottes\u201c. Eine sehr sch\u00f6ne und kostbare Speialzeichnung, gefertigt von Ernst Reichstein, Geirsdorf, d. 2. Juli 1845, stellt den hiesigen Seminar- und Waisenhausinspektor Sch\u00e4rf dar, der als solcher am 7. Februar 1838 eingef\u00fchrt wurde und 1844 resignierte. Bei dem B\u00fcrgerball im \u201eKronprinz\u201c anl\u00e4\u00dflich des 25j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums der Schlacht bei Leipzig hielt er die Festrede.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Museum gedenkt dankbar in Wehmut seines am 14. November 1932 verewigten Sch\u00f6pfers, des B\u00fcrgermeisters Henry Richter, indem es sein im Hauptsaale befindliches Bildnis mit einem einfachen Kranze schm\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">73. Museumbericht<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 23. Februar 1933<\/p>\n\n\n\n<p>Seit kurzem ist die K\u00e4lteperiode im Museum \u00fcberwunden, und wir k\u00f6nnen Besuchern wieder mit gutem Gewissen entgegensehen. Inzwischen ist wieder manches Neue eingegangen und mit Dank gegen die Spender bestens registriert worden.<\/p>\n\n\n\n<p>So von Frau Kapit\u00e4n Behmer eine Trauerbrosche um Friedrich III. und von 1870 mit Haarlocke eines Gefallenen, sowie ein Musikst\u00fcck von Hartmann: \u201eSouvenir de Branitz\u201c, dem F\u00fcrsten P\u00fcckler gewidmet; von Frl. Elfriede Dohn Bunzlauer Photographien, von Frau Berta Dunkel eine eingerahmte Photograpnie, die Mitglieder der Liedertafel darstellend. B\u00e4ckermeister G\u00fcnther stiftete das Tafellied zum 40. Stiftungsfeste der Freiwilligen Feuerwehr vom 10. Mai 1898, Otto Lepper (N\u00fcrnberg) die Photographie einer Medaille \u201eConqu\u00e8te des Sil\u00e9sie, 1807\u201c mit den Namen der gefallenen Festungen, Buchh\u00e4ndler Muschket einen Vortrag von Breslau: 13. 12. 1932: Das schlesische Buch und die Heimat. Kreisvikar Neumann schenkte eine Photographie von den Glocken des katholischen Kirchturms, Dr. med. Petrick ein von ihm 1932 gemaltes Bild der 87j\u00e4hrigen Amalie Legler, geb. Hahn, Fachschuldirektor Dr. Pukall seinen Aufsatz \u201eErweiterte Anwendungen der rationellen Analyse\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Franz Georg Freiherr von Rechenberg, der Namenstr\u00e4ger des Geschlechts, dessen Wappentier im Stadtwappen von Naumburg enthalten ist, spendete \u201eBeitrag zu einer Geschichte der Familie Rechenberg\u201c. Dresden 1903, von einem Geschlechtsvettern H. Heinrich B. Freiherrn von Rechenberg.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige M\u00fcnzen erhielten wir von Kaufmann Sobirey, von Uhrmachermeister Steinert ein uns zu einer Sammlung fehlendes Klobenrad einer Spindeluhr. Einen eigenartigen Gegenstand, ein aus Stein gefertigtes Becken, das als Mohnreibe benutzt wurde, verdanken wir dem Sattlermeister Walde; wahrscheinlich ist es ein Gie\u00dfbecken. Gekauft wurde ein Erinnerungsblatt von 1847 f\u00fcr den uns bisher unbekannt gebliebenen Kaufmann und Ratmann F. A. Schneider in Bunzlau, als Abgeordneten f\u00fcr Bunzlau und Sagan. Aus der Ausstellung des KCV wurde entnommen: eine sch\u00f6ne Keramik, sitzender Hund, von Professor Waldeyer, Blumenst\u00fcck von Ditmar, Aquarelle Naumburg von Hoffmann, und der zierliche Nippes, Katzen, von v. Goetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Erworben wurden Rademacher: \u201ePredigergeschichte von Bunzlau\u201c und \u201eErinnerungen eines alten Pfarrers\u201c (besonders f\u00fcr Aslau interessant), die \u201eHeimat\u201c f\u00fcr 1932, Beilage des \u201eNeuen G\u00f6rlitzer Anzeigers\u201c, und ein recht gutes Lexikon von H. W. Singer: \u201eFachausdr\u00fccke der Graphik\u201c. Auch Silesia Sacra, ein Schmatismus der evangelischen Kirche von Schlesien.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schlesische Altertums-Verein, dessen Mitglied die Stadt ist, gab zum 75j\u00e4hrigen Bestehen den 10. Band von \u201eSchlesiens Vorzeit\u201c als Festschrift heraus. Besonders wichtig ist f\u00fcr uns die Abhandlung von Gandert \u00fcber die 1843 bei Siegersdorf gefundene bronzene Jupiterstatue, von der wir einen Gipsabdruck besitzen; Gandert setzt das Alter der in Ostgallien entstandenen kunstvollen Statue in die erste H\u00e4lfte des 4. christlichen Jahrhunderts und qualifiziert sie als Opfergabe der fr\u00fcheren Bewohner der Queisgegend. Auch die neue Ortskarte von Bunzlau wurde angekauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Infolge dieser Eing\u00e4nge ist die B\u00fccherei des Museums auf 1500 Nummern gestiegen. Photographien gingen ein vom Bunzlauer Ringe zur Zeit des Kr\u00e4nzelmarktes und von einem Oelbilde \u201eDie Bunzlauer Irrenanstalt\u201c von dem jetzt neu in Aufnahme gekommenen t\u00fcchtigen Gnadenberger Maler Kunkler 1862.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gro\u00dfe Topf ist in der November-Nummer 1932 der \u201eSchlesischen Monatshefte\u201c dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der in Leipzig studierende stud. hist. Hans-Joachim Schneider fand in der Leipziger Universit\u00e4tsbibliothek noch ein zweites Exemplar der Bunzlauer Chronik von Magister Holsteinus auf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neueing\u00e4nge des Bunzlauer Museums<\/h2>\n\n\n\n<p>Bunzlauer Stadtblatt, 4. 1. 1934<\/p>\n\n\n\n<p>Heute sollen die Eing\u00e4nge zugef\u00fchrt werden, die dankenswerterweise meist geschenkt, bis zum Ablauf des Hitlerjahres 1933 angesammelt worden sind. Die Hermanns- und Friedrichsh\u00fctte zu Gremsdorf schenkte durch Major Adelt eine bronzene Glocke von 1714, die lange Jahre zum Anl\u00e4uten der Arbeitszeit gedient hat. Die l\u00f6bl. B\u00e4ckerinnung lieh uns vier bronzene Sargschilde von 1740. Fr\u00e4ulein Selma Bl\u00e4ttner stiftete allerhand niedliche Stickereien, Freifrau v. Gregory zwei norwegische Elchgeweihe. Marie Hentschel in Klein-Biesnitz bei G\u00f6rlitz, geboren im Museum, gab eine Photographie ihres Vaters. Musikdirektor Hentschel (4. 11. 1834 bis 19. 1. 1895). Derselbe kam aus Brieg nach Bunzlau und gab sein erstes Konzert hier zu Pfingsten 1870 im Schie\u00dfhauspark. Frau Buchbindermeister Hentschel \u00fcberlie\u00df uns ein kostbares Buch von 1837, Abrichtung der Pferde, von v. Dehn-Nothfelser, Stadtb\u00fcroassistent Huhn die letzte Nummer des Zentralblattes f\u00fcr Kriegsbesch\u00e4digte. Eine kleine, sch\u00f6ne Urne aus Panthenau schenkte Sanit\u00e4tsrat Kalliefe. Verschiedene feine Gl\u00e4ser und ein Intarsiatischchen r\u00fchren von Frl. Margarete Kranzfelder her. Pension\u00e4r Joh. Liebich gab eine in Thomaswaldau geschmiedete Schere, einen Bauernteller und Andachtsb\u00fccher. Richard Munzky, den B\u00fcrgerbrief seines Vater F. J. E. Munzky, von Bunzlau 1847. Rechnungsrat Nehls in Rostock schrieb 97 Seiten Notizen zur Lebensgeschichte des Bunzlauer Dichters Tscherning aus alten Literaturerzeugnissen der Universit\u00e4t Rostock ab, meist in lateinischer Sprache, eine gro\u00dfe und besonders dankenswerte Arbeit! Eine recht sch\u00f6ne schlesische Bauernhaube verdanken wir dem B\u00e4ckermeister Fritz Nike jr.; B\u00fcrgermeister Dr. Prietzel vermehrte die B\u00fccherei durch die \u201eHeimattage Haynau\u201c 1833 bis 1933. Hermann R\u00f6sler (G\u00f6rlitz) und Frau Elsbet, geborene Dretwa, Enkelin des Kunstt\u00f6pfermeisters Ernst Gotthardt, sandten und aus dessen Besitz und mit seiner eigenh\u00e4ndigen Namenszeichnung versehen einen Band \u201eBunzlauer Monatsschrift\u201c von 1783, f\u00fcnf B\u00e4nde \u201eNeue Bunzlauer Monatsschrift\u201c von 1784 bis 1788. Frau B\u00e4cker Schmied schenkte einen guten Stich von Bernhard Lincke (Hirschberg).&nbsp; F\u00fcr die B\u00fccherei wurden angekauft: Ott, Konzerne und Kartellwesen im nationalen Staat; Feder, Sparkasse und Nationalsozialismus; Tschierschky, 50 Tageswanderungen; Bornmann, Ev. Kirche in Lichtenwaldau; Alb. v. Mutius Graf Albert Portales; Siegfried Kadner, Deutsche V\u00e4terkunde. Auch ein buntkolorierter Stich der 2. Dragoner, die 1751 bis 1784\/5 in Bunzlau standen, wurde erworben. Unser Museum tritt in diesen Tagen in eine neue Entwicklungsphase. Der am 21. September 1933 in Potsdam &nbsp;verstorbene Gro\u00dfsammler Dr. phil. Paul Heiland, ein Mitarbeiter und weitl\u00e4ufiger Verwandter des Museumsg\u00f6nners Hauptmann H\u00f6hne, hat uns eine gro\u00dfe Menge, teilweise wertvoller Objekte vermacht: Bunzlauer Keramiken, Porzellane, schlesische Gl\u00e4ser, Fayencen von Proskau und Glinitz sowie ostasiatische Bronzen und Cloisonn\u00e9-Sachen. Heiland kannte unser Museum pers\u00f6nlich. Manche Reihen der uns zugekommenen Objekte fallen aus dem Rahmen eines durchschnittlichen Museums heraus. Sie sind doch aber alle f\u00fcr eine keramisch gebildete Gegend wertvoll und passend. Die Einordnung der Sachen macht nun eine vollst\u00e4ndige Umstellung unseres Saales 4 n\u00f6tig, der deshalb bis auf weiteres geschlossen werden mu\u00df. Im \u00fcbrigen steht aber das Museum, besonders die Singuhr und der Gro\u00dfe Topf, wie bisher der Besichtigung offen. Am 7. Januar ist freier Eintritt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neueing\u00e4nge des St\u00e4dtischen Museums<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 10. M\u00e4rz 1934<\/p>\n\n\n\n<p>Am vergangenen Sonntag hat der hiesige Kunstgerwerbeverein die Gegenst\u00e4nde im Museum besichtigt, die dieses aus der Erbschaft von dem am 21 September 1933 zu Potsdam verstorbenen Dr. phil. Paul Heiland erhalten hat. Selbst in ihrer derzeitigen Ausstellung, nur zusammengedr\u00e4ngt in leer gemachten Vitrinenteilen, hat man gesehen, da\u00df es sich um einen Zuwachs handelt, wie ihn unser Museum bislang nicht erlebt hat. Es sind 231 Piecen im Sch\u00e4tzungswerte von 6000 M. Im einzelnen k\u00f6nnen wir die Sachen nat\u00fcrlich nicht aufz\u00e4hlen. Es sind Bunzlauer Keramiken, Porzellane, besonders Mei\u00dfen, Milchglas, oberschlesische Fayencen des 18. Jahrhunderts aus den Fabriken Proskau und Glinitz (Kreis Lublinitz) und ostasiatische Bronzen und Keramiken von zum Teil hohen Werte. Milch- und Weinglasgl\u00e4ser sind ein ganz neuer Sammelzweig. Zwar hat auch die Josephinenh\u00fctte solches als Ersatz f\u00fcr Porzellan hergestellt. Unsere Milchglasgl\u00e4ser stammen aber nach vorgefundenen Notizen anscheinend zumeist aus der Preu\u00dflerschen H\u00fctte in Schreiberhau. &nbsp;Die Farbenpracht der Malerei ist bisweilen eine gro\u00dfe. Alles wird sich erst besser pr\u00e4sentieren, wenn die neu anzuschaffenden Vitrinen gef\u00fcllt sein werden. Mit der Beschaffung von Platz ist schon begonnen worden. Eine gro\u00dfe Anzahl weniger wertvoller Keramiken ist ausgesondert und in Truhen und Kisten verstaut. Eine prachtvolle Truhe aus dem 17. Jahrhundert mu\u00dfte ins Rathaus wandern. Die Gewehre sind in der alten Berufsschule.<\/p>\n\n\n\n<p>Sonstige Eing\u00e4nge sind haupts\u00e4chlich folgende: Das Stadtbauamt \u00fcberwies aus dem Jugendheim ein Steinwappen des Grafen P\u00fcckler, der 1857 das Schl\u00f6\u00dfchen ausbaute. Die Pressephotographin K\u00e4te Augenstein (Berlin) photographierte den Gro\u00dfen Topf in neuer Auffassung. Frau Kreischulinspektor Jonas gab ein Bunzlauer Gesangbuch, Appun 1826, Hausbesitzerin Bertha Winter ein Jettarmband und eine bunte Lithographie: Muttergl\u00fcck, Karl R\u00f6sner (Lichtenwaldau) ein illustriertes Predigtbuch. Von Frau Luise Gansel erhielten wir das Programm der Grundsteinlegung des ehemaligen Gymnasiums vom 18. Oktober 1861, aus dem hervorgeht, da\u00df der Schulrat Scheibert die Festrede gehalten hat und eine Motette des evangelischen Kantors Gustav Ne\u00dfler (gestorben 12. Dezember 1896) zur Auff\u00fchrung gelangte. Der Grundstein ist von au\u00dfen zu sehen; er befindet sich an der s\u00fcdwestlichen Ecke des Geb\u00e4udes. Konditor Gallus deponierte bei uns den Wimpel der Bunzlauer M\u00e4nnerriege vom 4. Februar 1879, der durch das Fahnenband der Frauen der Riege vom 25. November 1925 geziert ist. Frl. Marie Pietsch schenkte eine messingne Wachsstockschere, die das Licht automatisch verl\u00f6scht, wenn man das Ausl\u00f6schen vergi\u00dft, in fr\u00fcherer Zeit die Ursache ungez\u00e4hlter Stubenbr\u00e4nde. Ein wertvoller Fund ging uns zu, ein vor Jahrzehnten im Norden des Kreises ausgegrabener eiserner Schwerttorso mit starkem Kugelknauf; 5 Zentimeter breit, 48 Zentimeter lang. Das Alter ist auf 5. bis 8. Jahrhundert nach Chr. zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Karl Fiedler (Bunzlau) gab verschiedene interessante Mineralien, Freiherr v. Freyberg (Klein-Gollnisch) Ansichtskarten der Reformation. Gekauft wurde ein Stammbuch von um 1830 und ein t\u00f6nerner \u00d6lkrug.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich erhielten wir einen gro\u00dfen Kunstdruck: Villa des Museumsg\u00f6nners Hauptmann Max Hoehne (geb. 15. 5. 1849, \u2020 30. 1. 1918), Grunewald, Bismarckallee 25 erbaut 1892 bis 1898.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neues aus dem Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 27. Mai 1935<\/p>\n\n\n\n<p>82. Museumsbericht.<\/p>\n\n\n\n<p>Endlich k\u00f6nnen wir melden, da\u00df das vorgeschichtliche Zimmer in der Pestalozzischule, Vorwerkstra\u00dfe 8, das mit gro\u00dfer M\u00fche und Sachkenntnis von Kreisausschu\u00dfsekret\u00e4r Schumann eingerichtet worden ist, nach \u00dcberwindung mancher Schwierigkeit f\u00fcr den Eintritt des werten Publikums nunmehr offen steht. Meldungen erfolgen im Alt-Museum oder bei Frau Dachdecker Weber, die in dieser Schule wohnt. Eintritt je Person 10 Pf.; alle Schulen frei. Bsondere \u00d6ffnungszeiten sind nicht festgesetzt. Auf dem Boden der Pestalozzischule befindet sich auch die reiche Gewehrsammlung, die nat\u00fcrlich auch gezeigt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Paul Borrmann schenkte 33 M\u00fcnzen und Medaillen, Baurat Candrian vier Bunzlauer Urkunden, Dr. Christiani zwei Photos des Galgens bei Goldentraum, der inzwischen aus einer romantischen Ruine in ein volles Mauerwerk verbessert wurde. Direktor Dirksen gab seinen Aufsatz \u00fcber das neue, vollautomatische Wasserwerk unserer Stadt, Frau von G\u00f6tz die Ranglisten von 1853 und 1806, zu denen ein Mitarbeiter des Museums diejenige von 1905 besteuerte, sowie das Ritterschaft-Kreditreglement von 1777,<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Buchbindermeister Hentschel den B\u00fcrgerbrief ihres Ehemannes von 1868 sowie den seines Vaters Joh. George Hentschel vom 6. September 1837; Urkunden werden in das Stadtarchiv \u00fcbergef\u00fchrt. Fr\u00e4ulein Martha Herrmann spendete Hefte des vielumstrittenen Buches von Buquoi \u201eDas Waisenhaus zu Bunzlau\u201c von 1829, gedruckt bei F. A. Julien, hier; Paul Hoferichter gab die vergriffene Brosch\u00fcre: \u201eEin Schreckenstag des Laubaner Kreises\u201c, \u00fcber die \u00dcberschwemmung vom 14. Juni 1880. Einen in Form eines Zweiges geschnitzten Holzl\u00f6ffel gab Martha Jaehne, Sanit\u00e4tsrat Dr. Kalliefe das Edikt vom 28. Mi 1768 \u00fcber die Verleihung des Adels an b\u00fcrgerliche Rittergutsbesitzerss\u00f6hne. A. Ludwig (Tschirne) stiftete eine Anzahl Drucksachen, politische Festlieder von Bunzlau aus der Zeit von 1907 bis 1912 und von der Zentenarfeer in Siegersdorf 1897, Richard Munzky f\u00fcr unsere Sammelmappe \u201eMunzky\u201c einen Abdruck seines Aufsatzes \u00fcber Errechnung des Wochentages in Nr. 3 des \u201eWeltalls\u201c, Band 4. Ein seltenes Notenheft \u00fcberschickte Frl. Rothe (L\u00f6wenberg): Schlesisches Liederalbum, Band 1, 1858, mit Bild des Joseph Schnabel, herausgegeben von Appuns Buch- und Musikalienhandlung; das nur noch erschienen zweite Heft von 1877 besa\u00dfen wir schon in unserer Musikaliensammlung. Kreisausschu\u00dfassistent Sauer gab eine Bunzlauer Feuereimer vorm\u00e4rzlicher Art.<\/p>\n\n\n\n<p>Konrektor Seiffert gab f\u00fcnf Bilder aus einer Goethegalerie und sechs Lithographien von Knippel aus Adersbach und dem Riesengebirge f\u00fcr die Mappe \u201eSchles. Gebirge\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Waisenhausoberlehrer Springer schenkte wie immer die Fortsetzung der B\u00fchnenbl\u00e4tter der Schlesischen Landesb\u00fchne f\u00fcr 1934\/35 in gebundenem Zustande.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Justizrat Schulzschen Erben, Frau Prof. Schwartz und Frl. Lotte Schulz, erfreuten uns durch die 45:30 Zentimeter gro\u00dfe, 12260 Gramm schwere Kurf\u00fcrstenbibel von 1720 mit vielen Stichen s\u00e4chsischer Regenten, gedruckt in N\u00fcrnberg, die Gipsplakette des Stadtbaurats Doerich, geschaffen von dem Bunzlauer Bildhauer Heinrich Kiesewalter, ein antikes Leseglas, einen niedlichen Bl\u00fctenkranz aus Haaren und ein sogenanntes Platinatunkfeuerzeug. Dr. Steinbock legte bei uns seinen Aufsatz: \u201eDie Claussens, eine Schmiedeberger Familie\u201c, nieder, in der u. a. der Bunzlauer Justizrat Heinzel erw\u00e4hnt ist. Eine weitere Kupfermedaille des Frankensteiner Brandes von 1858 \u00fcbersandte L. Thies, Gnadenberg.<\/p>\n\n\n\n<p>Hausvater Wethekam, wurde in die Museumskommission, die leider zwei ihrer Mitglieder verloren hat, hinzugew\u00e4hlt. Er schenkte zwei phantasieanregende eigene \u00d6lbilder: der Opferstein von Bunzlau (gefunden auf L\u00f6wenberger Stra\u00dfe Nr. 37) und germanische Feuerbestattung auf dem Wehrberge.<\/p>\n\n\n\n<p>Benutzer unserer Sammlung gaben, wie \u00fcblich, Photographien von einigen unserer eigenen Keramiken und dem Singuhrbauer Hermann Jakob von Kube. Aus Eichberg kam eine 1813 dort in der Montur eines gefallenen Franzosen gefundene Bronzemedaille, nat\u00fcrlich mit erotischem Bilde.<\/p>\n\n\n\n<p>Verfasser dieses gab eine Prospekt der Hirschberger Spitzenschule, ein Heft Bednara, Siedlungsgeschichte von Pitsch und sechs chinesische M\u00fcnzen aus der Zeit von 1662 bis 1908. Auch eine Photographie der Frau Luise Gansel an ihrem 80. Geburtstag erhielten wir.<\/p>\n\n\n\n<p>Gekauft wurde ein Degen mit der Inschrift \u201eGorgeni Moschini Anno Domini 1613\u201c, ein Holzschnitt von H. Grabe in G\u00f6rlitz 1719, das neu erschienen Buch von Karl Springer, \u201eDie Bunzlauer B\u00fchne\u201c, eine \u00fcber unsere Stadt hinaus wertvolle, umsichtig zusammengetragene Darstellung, eine Dissertation von Berghoeffer, 1888, \u00fcber Opitz\u2018 B\u00fcchlein von der deutschen Poeterei, ein Band Leipziger Illustrierte Zeitung von J. Frank, Briefe an Opitz, Danzig 1670, deshalb besondes kostbar, weil der literarische Nachla\u00df von Opitz selbst verbrannt ist, Ferdinand Franke, Sohn des Bunzlauer Pastors Franke, Dissertation von 1812 \u00fcber das Gehirn der V\u00f6gel, schlie\u00dflich Gerhart Hauptmann, \u201eDie versunkene Glocke\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird unsere Mitb\u00fcrger interessieren, da\u00df wir soeben den Tag gefunden haben, an dem der Gro\u00dfe Topf fertiggestellt wurde: es war der 23. Juli 1753. Das 200j\u00e4hrige Jubil\u00e4um kann also nun sicher gefeiert werden!<\/p>\n\n\n\n<p>Am 2. Juni ist offener Sonntag im Museum.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Martin Opitz im Bunzlauer Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Nachwort zur Buchwoche<\/p>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 8. November 1935<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem vielen Opitz, mit dem wir von unserem guten Prorktor F\u00e4hrmann in der ersten H\u00e4lfte der 70er Jahre auf dem hiesigen Gymnasium gef\u00fcttert wurden, hatte ich eigentlich in der Lehrerbibliothek daselbst eine reiche Opitzliteratur angenommen. Ich wurde aber, als ich sie vor f\u00fcnfzehn Jahren durchsah, sehr entt\u00e4uscht. Daher mu\u00dfte ich zu Ehren des Prestiges der Opitzstadt, soweit dies mit den zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln m\u00f6glich ist, im Museum nachhelfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4\u00dflich der Buchwoche sind nun unsere Opitzb\u00fccher im Museum ausgelegt worden und im Anschlu\u00df daran neun Bilder, Stiche, von ihm, eine handschriftliche Quittung von 1617, Bilder von der Danziger Marienkirche, in der der Dichter begraben liegt, Entw\u00fcrfe f\u00fcr sein hiesiges Denkmal u. a. m.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Ausgaben seiner Werke kommen vier in Betracht, hinter denen der Dichter pers\u00f6nlich steht, die erste von 1625, die wir besitzen, die zweite von 1629, von der wir wenigstens den ersten Teil haben, die dritte von 1637\/38 und die vierte von 1638, darin zum erstenmale die Teilung in geistliche und weltliche Gedichte vorgenommen ist. Nachher gibt es eine ganze Flut von Ausgaben. Ich habe in meiner bisher mir schriftlich vorliegenden Zusammenstellung \u201eDie Bunzlauer Literatur\u201c, 1925, nach G\u00f6dekes \u201eGrundri\u00df zur Geschichte der deutschen Literatur\u201c, nach Hoffmann von Fallerslebens \u201eMartin Opitz, ein literarischer Versuch\u201c (Prov.-Bl\u00e4tter 1832 S. 293 fg.) und vielen neuzeitlichen Hilfsmitteln bisher die Titel von nicht weniger als 377 Schriften von und \u00fcber Opitz zusammengestellt. Unsere Bunzlauer Sammlung bildet also nur einen d\u00fcrftigen Bruchteil davon. Das erw\u00e4hnte Exemplar der ersten Auflage ist aber ein Prachtst\u00fcck ersten Range, das daher auch f\u00fcr gew\u00f6hnlich im festen Keller des Stadtarchivs verwahrt wird. Es ist ein in wei\u00dfes Pergament mit Goldschnitt gebundenes, zwei Finger dickes Quartbuch von bester Erhaltung, zur Rarit\u00e4t durch die handschriftliche Widmung in lateinischer Sprache erhoben, die Opitz selbst dem Buche vorangestellt hat. Sie lautet, ins Deutsche \u00fcbertragen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e1625 Seinem erhabensten F\u00fcrsten und Herrn, Herrn Georg Rudolph,<\/p>\n\n\n\n<p>Herzog von Liegnitz, Brieg und Goldberg, Geheimen Rate und K\u00e4mmerer Sr. heiligen Kaiserlichen Majest\u00e4t, dem Landeshauptmann beider Schlesien, dem Vater des Vaterlandes und dem allergn\u00e4digsten Schutzherrn der Musen, als Zeichen seiner untert\u00e4nigen Gesinnung, \u00fcbergibt, legt vor und widmet, hingerissen von den hervorragenden Tugenden des Geehrten, diese seine verbesserten Gedichte Martinus Opitius.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der h\u00f6fliche Schwulst der Rede entspricht nur dem Geiste der Zeit. Der Umstand, da\u00df Opitz selbst an achtzehn Stellen dieses Exemplars handschriftliche Verbesserungen vorgenommen hat, erh\u00f6ht nat\u00fcrlich noch den Wert des Buches. Sie sind in Rubensohn, \u201eDer junge Opitz\u201c, literarisch behandelt. Nach der \u00dcberlieferung hat der Herzog Georg Rudolph dieses sch\u00f6ne Exemplar seinerzeit der Stadt Bunzlau geschenkt. Ausgelegt ist im Museum ferner noch das \u201eBuch von der deutschen Poeterei\u201c, das bekanntlich der Dichter \u201edem Rate seiner Vaterstadt\u201c Bunzlau gewidmet hat, in 5. Aufl., Wittenberg 1641, Die s\u00fc\u00dfen Todesgedanken 1658, zwei B\u00fccher Silvarum et epigrammatum unas, 17631, Daniel Heinsii Lobgesang Jesu Christi 1621, Gottscheds Loberede auf Opitz von Leipzig, den 20. August 1739, die Antrittsrede von Colerus mit Lob seines Landsmanns Opitz von Breslau, den 24. November 1644, die Opitzische Lebensbeschreibung des Dr. med. Lindner, Hirschberg 1704, u. a. m.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Beurteiler irren, die unserem Opitz jede Bedeutung absprechen, da seinen Gedichten der Wohlklang Goethes und etwa eines Eichendorff abgeht. Sie k\u00f6nnen sich nicht in die Zeit geistiger \u00d6de und Trockenheit versetzen, die Opitz vorfand. Sein Ruhm, der Begr\u00fcnder einer neuen Literaturperiode zu sein, mu\u00df ihm unbestritten verbleiben. Ein Strahl dieses Ruhmes f\u00e4llt durch ihn auf seine Vaterstadt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Napoleons Koch verlor bei Bunzlau einen L\u00f6ffel<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 7. Dezember 1936<\/p>\n\n\n\n<p>Neueing\u00e4nge. 87. Bericht von A. Schiller.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Staat Venezuela hat bekanntlich gro\u00dfes Interesse f\u00fcr den Bunzlauer Weltreisenden Ferdinand Appun. Demzufolge sandte uns die Akademie der Wissenschaften in Caracas wieder ihren Jahresbericht f\u00fcr 1936. Ebenso der Kunst- und Altertumsvereine Neisse seine 39. Jahresbericht. Dem M\u00e4rkischen Museum in Berlin berichteten wir auf Verlangen \u00fcber die in unserem Besitze befindlichen L\u00f6ffel und L\u00f6ffelschr\u00e4nkchen. Daf\u00fcr erhielten wir mehrere Berichte \u00fcber Neueing\u00e4nge dieses Museums. Vor drei Jahren wurde \u201ebei Bunzlau\u201c ein 32 Zentimeter langer, silberner, siebartig durchlochter Schauml\u00f6ffel gefunden, den der Finder an das Breslauer Museum f\u00fcr Kunstgewerbe und Altert\u00fcmer verkaufte. Auf dem L\u00f6ffel ist ein N mit Kaiserkrone dar\u00fcber eingegraben und das Wort: \u201eVoyages (= Reisen) 1809\u201c. Er stammt also aus dem Reiseger\u00e4t Napoleons. Wir erlangten wenigstens eine Photographie davon. Geschenkt wurden folgende Gegenst\u00e4nde: von Frau Ottilie Becker ein Stammbuch der Berta Sturm, Naumburg a. B. 1794\/95, und ein illustriertes Buch, Echo der gebildeten Welt, von 1834; aus ausgesonderten Best\u00e4nden der Dorotheenschule \u00fcbernahmen wir 32 B\u00e4nde, darunter die wertvolle Geometrie des hiesigen Waisenhauslehrers Rechenmeisters Stubba, ein Religionsbuch von Bunzlau, 1894, den Rechenunterricht von Paul Tschirch, Bunzlau, 1881, und den Rechenunterricht des hiesigen Seminarlehrers Volkmann, von Bunzlau, 1879. Apotheker Guercke gab zwei Bunzlauer Weink\u00fchler, Geschenk von K\u00fcttner zum 50j\u00e4hrigen Doktorjubil\u00e4um des hiesigen Sanit\u00e4tsrates Dr. med. G\u00fcrcke, von 1888, und dessen Doktor-Dissertation von 1838, Berlin; die historische Kommission Breslau sandte ihren Jahresbericht und Drucksachen, Forstmeister Polier, Kittlitztreben, gute Photographien von Inschriften im Schlosse daselbst von 1603 und 1871, Kaufmann Ressel die neue II. Auflage seiner Heimatkarte des Kreises Bunzlau, Gustav Sch\u00e4fer ein auf dem hiesigen Bahnhof gefundenes 10-Cent-St\u00fcck der Republik Litauen, Rektor Seiffert wiederum 12 Bilder von Adersbach und dem Riesengebirge, von Knippel, Postinspektor Wagnersche Eheleute 28 B\u00e4nde \u00e4lterer Literatur aus dem Besitze von Ernst Gotthardt und mit dessen Namen versehen. Richard Herold lieh auf l\u00e4ngere Zeit ein von ihm kunstvoll angefertigtes Modell des hiesigen Amtsgerichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erwarben eine gro\u00dfe Photographie der Danziger Marienkirche, in der M. Opitz ruht, und einen Kupferstich des 1539 in Bunzlau geborenen, in Wittenberg als Professor verstorbenen Salomon Ge\u00dfner, und lie\u00dfe eine Abschrift der Presbyterologie (Priestergeschichte) von Ehrhardt von 1783 fertigen, soweit Bunzlau in Frage kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine uns f\u00fcr 150 RM angebotene Eisenb\u00fcste des gro\u00dfen Wehrauer Geologen Werner mu\u00dften wir leider ablehnen. F\u00fcnfzehn Sto\u00dfwaffen des Museums paradierten auf dem N\u00fcrnberger Parteitage vor einem Zelte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung der Bunzlauer Bilder des taubstummen Schneider dauert fort.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Elch in Bunzlau<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 1. M\u00e4rz 1937<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wernickesche Stadtchronik von Bunzlau von 1884 erz\u00e4hlt von fr\u00fchgeschichtlichen Funden innerhalb des Stadtgebiets von Bunzlau. Der Rendant Beck besa\u00df au\u00dfer Urnen von Tillendorf auch zwei t\u00f6nerne Gie\u00dfkellen, die am 11. Dezember 1873 beim Bau der Photograph Scholzschen Villa, Schlo\u00dfpromenade 16, drei Meter tief im Sande, gefunden worden waren. Eines dieser St\u00fccke erhielt das germanische Museum in N\u00fcrnberg. Beim Bau der Justizrat Benindeschen Villa L\u00f6wenberger Stra\u00dfe 37 wurde 1871 bekanntlich eine weibliche G\u00f6tzenfigur aus Ton mit vielen Tierknochen gefunden. Unter letzteren waren aber auch gro\u00dfe Elentiergeweihe, die das Altertumsmuseum in Breslau bekam. Es d\u00fcrfte interessieren, hier den Satz zu h\u00f6ren aus dem Vortrage des Professors Dr. G\u00f6ppert in Breslau \u201eZur Geschichte des Elentieres in Schlesien\u201c, der nach dem Bericht der Breslauer Zeitung vom 30. Januar 1873, Nr. 50. Seite 419, wie folgt lautet<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie vor 2 Jahren in Begleitung von Hirsch-, Schweine- und Pferderesten und mit Urnen und einem G\u00f6tzenbilde im Bereiche der Stadt Bunzlau selbst entdeckten, von Gymnasialoberlehrer Dr. van der Velde unserem Verein f\u00fcr Kunst und Altertum, Herrn Dr. Luchs, eingeschickten gro\u00dfen Elentiergeweihe, als Zeugen einer alten Opferst\u00e4tte, halte ich zwar nicht f\u00fcr fossil, doch f\u00fcr unsere urgeschichtlichen Verh\u00e4ltnisse von nicht geringem Interesse. Es hat sich daher auch der Vorstand bewogen gef\u00fchlt, aus allen diesen und \u00e4hnlichen bereits vorhandenen Fossilien eine eigene Abteilung in dem sich hoffentlich bald erhebenden Museumsgeb\u00e4ude unter dem Namen \u201eMuseum f\u00fcr Urgeschichte des Menschen\u201c zu begr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bunzlauer Museum besitzt von diesem Funde nur einige weniger wertvolle Knochen und eine Nachbildung der Rundfigur, genannt die \u201eVenus von Bunzlau\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Geschichte in Schulaufs\u00e4tzen<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Bunzlauer St\u00e4dtische Museum berichtet \u00fcber Neueing\u00e4nge<\/p>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt. 2. M\u00e4rz 1937<\/p>\n\n\n\n<p>Die wichtigste Errungenschaft der letzten Monate ist die leihweise Hergabe der Heiligt\u00fcmer der Lorenzdorfer Schmiedeinnung durch den Schmiedeobermeister Paul Hindemith (Bunzlau). Au\u00dfer Innungsb\u00fcchern und Schriften von 1849 ab sind in 3 Innungsladen auch eine Menge von wertvollen Ausstellungsobjekten enthalten, obenan ein Petschaft von 1798 mit der Schreibeweise \u201eLorzendorf\u201c, 1 Humpen, 4 Becher, 4 Kr\u00fcger und 1 Schildchen aus zinn, 1 h\u00f6lzernes Rad (Rademacher!), 1 Innungszeichen mit riesigem Hufeisen, eine spa\u00dfhafte Tabakpfeife, 1<sup>1<\/sup>\/<sub>4<\/sub> Meter lang, 20 Trauerh\u00fcte, 8 Trauerm\u00e4ntel.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00e4ulein Helene Bunzel gab 16 B\u00e4nde Meyers Konversationslexikon, 2. Auflage, Pfarrer Demke eine eigene, sehr klare Photographie des Chronogramms an der evangelischen Kirche, Karl Eichner ein Perkussionsgewehr, ein Seitengewehr und 3 Porzellan-Pfeifenk\u00f6pfe mit Bemalung. Die bereits ausgestellte Sammlung von herrlichen Handstickereien von 1750, darunter ein besonders kunstvolles Kinderkleid, verdanken wir Frau Dr. Valy H\u00e4fner, geb. Sch\u00f6nbrun. Aus der M\u00fchle von Ober-Thomaswaldau kam eine dort bis in die neueste zeit gebrauchte Glocke mit der Inschrift \u201eJoh. Wende 1696\u201c, hergegeben von Obermeister Paul Heilmann. Der liebe alte Bunzlauer Alfredo Heisler in Curityba (Brasilien), dessen 75j\u00e4hrige Gemahlin leider k\u00fcrzlich verstorben ist, sandte wiederum Muscheln, selbst am Stillen Ozean gesammelt und Botokdenpfeile sowie 148 brasilianische Briefmarken und 32 M\u00fcnzen. Ein Prachtwerk ersten Ranges, das Palais Kaiser Wilhelm I. in Berlin, von Dr. Martens, vertraute Fr\u00e4ulein Margarete Kranzfelder dem Museum an.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gelang uns auch, mehrere f\u00fcr Bunzlau wichtige Gegenst\u00e4nde zu erwerben, die wir hier aufz\u00e4hlen. Eine kolorierte Lithographie von W. Voigt (Schmiedeberg) von 1873, die Ansicht der Stadt Laehn von Eichberge. Eine Homannsche Karte von Schlesien 1749, Zustand nach dem Frieden von Dresden. Ein Schreibheft des Bunzlauers Friedrich Matth\u00e4i, das durch Schulaufs\u00e4tze \u00fcber den Verlauf der Erbauung des evangelischen Kirchturms im Jahre 1753 historisch geworden ist. Erworben wurde auch ein Aquatintablatt des F\u00fcrsten Kutusoff und ein Stich des Besitzers von Kroischwitz, Heinrich von Koelichen. Sehr interessant ist auch eine kleine silberne Medaille, Durchmesser 16,5 Millimeter, auf die Altranst\u00e4dter Konvention vom 30. August 1707, mit Bild K\u00f6nig Karls XII. von Schweden. Der K\u00f6nig \u00fcbernachtete bekanntlich nach der Ratifikation dieses Vertrages, zu Pferde von Lauban kommend, in Bunzlau am 14. September 1707. Er wohnte bi dem Postmeister Conwey und machte eine Zeche von nur 5 Gulden 15 Kreuzer. Die evangelischen Schlesier verdanken dem K\u00f6nige folgende sechs sogenannte Gnadenkirchen: Fraustadt, Hirschberg, Landeshut, Militsch, Sagan und Teschen. Nach dem Frieden von M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck hatten sie drei sogenannte Friedenskirchen erhalten: Jauer, Schweidnitz und Glogau.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine andere Medaille, erster Preis bei einem Chausseewettrennen mit Fahrr\u00e4dern, von Bunzlau, den 21. September 1890, wurde auf einem hiesigen Bau gefunden. Das Kasernengrundst\u00fcck gab wieder 2 Kanonenkugeln heraus, darunter einen Zehnpf\u00fcnder.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem uns bisher unerreichbaren Buche \u201eElysiae Silvae\u201c von Joh. Fechner, Brieg 1635, konnten wir wenigsten das seitenlange Lob der Stadt Bunzlau in lateinischer Sprache durch Abschrift sichern. Auch eine &nbsp;Abhandlung von O. Wende \u00fcber Wendel Roskopf und eine von G. Troon \u00fcber L\u00f6wenberger Steinmetzzeichen wurde erworben.<\/p>\n\n\n\n<p>Raum f\u00fcr bessere Neuerwerbungen wird durch fortgesetzte Magazinierung von weniger wichtigen Gegenst\u00e4nden gewonnen. In die Berichtszeit f\u00e4llt der gro\u00dfe Verlust, den unsere Museumssache durch das Ableben unseres kunstverst\u00e4ndigen Mitarbeiters, Peter Gansel, erlitten hat, des Mitbegr\u00fcnders des Museums.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eckernf\u00f6rde, den 5. April 1849<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 3.\/4. April 1937<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die D\u00e4nen 1814 Norwegen verloren hatten, erstreckten sich ihre W\u00fcnsche auf Schleswig-Holstein, da sie glaubten, da\u00df nur dadurch ihr kleines Reich Bestand haben k\u00f6nne. Friedrichs VI. Nachfolger, K\u00f6nig Christian VIII. unternahm es, diesen Gedanken zur Tat werden zu lassen: er verk\u00fcndigte 1846 durch einen \u201eoffenen Brief\u201c die Verbindung Schleswigs und Holsteins mit dem K\u00f6nigreiche D\u00e4nemark zu einem einheitlichen Gesamtstaat. Die Herzogt\u00fcmer, zum Teil auf den deutschen Bauern gest\u00fctzt, widersprachen, und der alte Nationalit\u00e4tenstreit flammte wieder auf. D\u00e4nemark begann 1848 mit der Einverleibung Schleswigs. Die Herzogt\u00fcmer setzten Gewalt der Gewalt entgegen. Sie f\u00fchrten ihren Freiheitskrieg auch anfangs mit Gl\u00fcck. Am 5. April 1849, vor 88 Jahren, schlugen die schleswig-holsteinischen Strandbatterien eine d\u00e4nische Flotte mit gro\u00dfem Verlust in die Flucht. Im Hafen von Eckernf\u00f6rde flog das d\u00e4nische Linienschiff \u201eChristian VIII.\u201c in die Luft, die Fregatte \u201eGesion\u201c mu\u00dfte sich ergeben. Nat\u00fcrlich \u00fcberwog auf die L\u00e4nge D\u00e4nemarks geordnete Kraft. Das schwache Deutschland lie\u00df die Freiheitsk\u00e4mpfer im Stich.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum wir diese ollen Kamellen aufw\u00e4rmen? Weil das St\u00e4dtische Museum soeben ein kleines, zierliches Petschaft mit einem Adelswappen erworben hat, das auf dem Griff in einer kleinen kreisrunden Platte eine r\u00e4tselhafte Eingravierung hat: \u201evon Christian VIII. Eckernf\u00f6rde d. 5. April 1849\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist es von dem eroberten Schiff ein Beutest\u00fcck? Eine Belohnung f\u00fcr bewiesene Tapferkeit oder eine vaterl\u00e4ndische Erinnerung an den Sieg? Vielleicht gelingt es, das R\u00e4tsel zu l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Bunzlauer Zeitung \u201eMinerva\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 28. April 1937<\/p>\n\n\n\n<p>Acht B\u00e4nde 1832 \u2013 1834 dem Museum \u00fcberlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die F\u00fclle der Eing\u00e4nge und der am 2. Mai nahende freie Sonntag machen die Erstattung eines Berichtes notwendig. Die letzten Wochen brachten eine stattliche Menge Wandbilder, deren Unterbringung in den gef\u00fcllten R\u00e4umen freilich nicht leicht war, aber doch Freude machte. Voran leuchtet die kostbare Gabe der Frau Marie P\u00e4tzold, geb. Gotthardt, aus Neurode. Einem Wunsche ihres verewigten Gemahls zufolge vertraute sie dem Museum ihrer Vaterstadt vier herrliche Pastellbilder ihrer Gro\u00df- und Urgro\u00dfeltern an, die wir mit drei schon vorhandenen der Gro\u00dft\u00f6pferfamilie Altmann zu einer wirklich sehenswerten Gruppe Bunzlauer Topfk\u00fcnstler vereinigten. Die Bilder stellen vor: Joh. Gottlieb Gotthardt, Ober\u00e4ltester der T\u00f6pferinnung, Stadtverordneter, 1765 \u2013 1830, seine Ehefrau Joh. Eleonore, geb. Glatz (mit ungemein zierlichem Spitzentuch), 1772 \u2013 1843, Joh. Karl Gottlob Gotthardt, T\u00f6pfermeister, geb. 28. 6. 1800, gest. 3. 2. 1843, Mathilde Henriette, geb. Schoeps, Tochter des st\u00e4dt. Oberf\u00f6rsters in Grasegrund, gest. 8. 2. 1882. Der sp\u00e4tere Senator Ernst Samuel Gotthardt, aus einer anderen Linie dieser Familie, der am 12. 2. 1875 einem Schlaganfall im Stadtverordnetensaale erlag, hat als 16j\u00e4hriger J\u00fcngling eine echt biedermeierische Idee durchgef\u00fchrt. Er gab eine handschriftliche Zeitung, \u201eMinerva\u201c genannt, heraus, die in der B\u00fcrgerschaft umging und auf die man f\u00fcr 8 Pfennig im Monat abonnierte. Sp\u00e4ter lie\u00df er die Jahrg\u00e4nge einbinden, die nun f\u00fcr unsere Stadt literarische Kostbarkeiten darstellen. Es ist u. a. auch ein selbstgemaltes Aquarell der evangelischen Kirche von 1832 darin. Herr Hermann R\u00f6sler und Frau Elsbeth, geb. Dretwa, Enkelin des \u201eRedakteurs\u201c Gotthardt, G\u00f6rlitz, schenkte uns nicht weniger als acht solche B\u00e4nde aus den Jahren 1832 \u2013 34. Und damit das Haus voll werde, \u00fcbernahmen wir aus Stadtbesitz f\u00fcnf alte ehrw\u00fcrdige B\u00fcrgermeisterbilder, von denen eines den Ratmann George Brewer (Braeuer) darstellt, ein anderes den B.-Mstr. J. C. B\u00fcttner, beide 1661 gemalt. Die drei \u00fcbrigen, der Malerei nach aus derselben Zeit, sind noch nicht ermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Notiz bei Bergemann Abt. I S. 15 ist ein bei Wernicke unbekannter B.-Mstr. B\u00f6hm darunter und \u2013 der deutsche Kaiser Leopold I. (1658 \u2013 1705)1 Ein ungenannter stiftete eine sch\u00f6ne bunte Lithographie von Brieg 1840. Die Akademie der Wissenschaften in Caracas, die das Andenken Appuns pflegt, sandte ihren j\u00fcngsten Jahresbericht. Fabrikbesitzer D\u00fcrrast gab eine Folioband alter Gesetzsammlung, in dem sich der traurige Tilsiter Frieden vom 9. Juli 1807 findet, Karl Eitner 19 M\u00fcnzen und Medaillen. Eine Menge sch\u00f6ner Sachen spendete Frl. Herta Liebig, als ein gerahmtes Bild ihres Gro\u00dfvaters, Oberamtmannes Wilke (gst. 1888), der sich vor der Museumsgr\u00fcndung um Sammlung von Objekten in Bunzlau verdient gemacht hat, sch\u00f6ne Federzeichnung des Oskar Wilke, Gebirgsbilder, Bilder der M\u00e4dchenschule im \u00e4ltesten Zustande, vor dem Anbau, des hiesigen Kriegerdenkmals, des Pastors Lindner, alte Zeitungsbl\u00e4tter und eine h\u00f6chst geschmackvolle Perlenstickerei (Sofakissen). Frau R\u00f6sler schenkte auch die seltene Kriegsgeschichte 1866 des hier mit sch\u00f6ner Bronzeplakette beerdigten Dr. phil Albrecht Kunth, der 1870 fiel. Aus dem Nachla\u00df des Frl. Marie Schmidt kam ein Mohnreiber mit Kaule, mit Inschrift A. L. 1840. Stadtarchivar Steinert, Oppeln, \u00fcbersandte ein Bild der Stadt Bunzlau vor 1862 mit der ber\u00fchmten G\u00e4rtnerei J. G. H\u00fcbner (jetzt Kurt K\u00fchne). Wertvolle B\u00fccher schenkte Chemiker Ernst Thamm, auch ein inhaltsreiches Stammbuch des Apothekers Thamm (1811 \u2013 23) mit 19 Zeichnungen sowie ein Schnupftabakdose und eine Goldwaage. Wir besitzen jetzt 29 Stammb\u00fccher. Angekauft wurde ein Petschaft \u201eVivat, es lebe die ehrbare Br\u00fcderschaft der Webergesellen zu Bunzlau 1849\u201c und ein anderes \u201eDer Zichner Zunft Siegel zu Bunzlau 1800\u201c. schlie\u00dflich erhielt die Stadt die sch\u00f6ne, kunstvolle Plakette \u201eSchlesierflug 1937\u201c, Durchmesser 8 Zentimeter. \u2013 Man kann sagen: das gen\u00fcgt. Die Ausstellung von Bildern aus Kreisorten ist geschlossen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sonderausstellung im Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 1. September 1937<\/p>\n\n\n\n<p>Das Museum veranstaltet in jedem Monat Sonderausstellungen, in denen all jene Seltenheiten in den Vordergrund ger\u00fcckt werden, die sonst wegen des Platzmangels in Schr\u00e4nken und Schubf\u00e4chern verwahrt werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Augenblicklich ist eine gro\u00dfe Sammlung von Zeichnungen, Stichen und Schnitten zu sehen, die im Laufe der letzten Jahrzehnte angeschafft wurden. Wir sehen eine gro\u00dfformatige Steinzeichung von Steib \u201eDer Bodensee\u201c, den Linoleumschnitt \u201eStra\u00dfe in Rothenburg o. d. T.\u201c von August M\u00fcller, den Holzschnitt \u201eSchlepper\u201c von Willi Menz, den Linoleumschnitt \u201eEin Menschenpaar von H. Mannstein, den Holzschnitt \u201eGro\u00dfvenediger\u201c von Hans Benter und \u201eS\u00fcdlicher Hafen\u201c von Aemilian Bandnik- Das ist nur en kleiner Auschnitt aus der Sonderausstellung, in der sich auch Albrecht D\u00fcrer mit einer Kopie seines Kupferstiches \u201eDie Hexe\u201c, mit einem Kreuztr\u00e4ger aus der gro\u00dfen Passion und einem Bild D\u00fcrers (Holzschnittkopie) vertreten ist. Eine ungeahnte F\u00fclle von Studienmaterial steckt in den von Geheimrat Schiller angelegten 40 gro\u00dfen und kleinen Mappen des Museums, die ein \u00fcbersichtliches Verzeichnis erschlie\u00dft. Es gibt da einige tausend Bilder, Zeitungsbl\u00e4tter, Schriften, Urkunden, Photographien, die das Museum versucht, durch seine periodischen Ausstellungen dem Publikum zur Kenntnis zu bringen. Einige Mappen-Ueberschriften sind: Stadt Bunzlau, Chronik der Stadt, Bunzlauer Personen, Kreis Bunzlau, Martin Opitz, Kutusoff, Woltersdorf, Appun, Bl\u00e4tterbauer, Singuhr, Gnadenberg, Tillendorf, Urkunden, Milit\u00e4r, Politik, Musik, Humor, der Gr\u00f6ditzberg, Schles. Gebirge, Theater, Plakate. Was sich f\u00fcr die Geschichte Bunzlaus interessiert, findet hier kostbare Seltenheiten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">90. Bericht des Museums Bunzlau<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 9. August 1937<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der sch\u00f6nen Sommerzeit, die uns viele liebe Besucher gebracht hat, ist das Museum wieder ansehnlich vermehrt worden. Frau Pharmazierat Krebs, geb. Liebig, stiftete eine eigene photographische Aufnahme von dem diesj\u00e4hrigen ansehnlichen Maibaum auf dem Bunzlauer Markte. Studienrat Bloy eine solche von der Durchgangshalle an Sch\u00fctzenstra\u00dfe 8. Rich. Gallus eine Zeitung von Stuttgart, dem 6. August 1908, mit Bericht \u00fcber das Zeppelinungl\u00fcck von Echterdingen, von dem wir schon mehrere Erinnerungsst\u00fccke besitzen. Familie Rudolf Hensel schenkte das Andachtsbuch in Folio von Kleiner Prediger- und Hirtenstimme, Hirschberg 1791, das z. Zt. hier von vielen Familien gebraucht wird. Sanit\u00e4tsrat Dr. Kalliefe gab anl\u00e4\u00dflich seines Wegzuges 79 B\u00e4nde f\u00fcr unsere B\u00fccherei: z. B. Zeitschrift der Histor. Gesellschft f\u00fcr Posen, 29 B\u00e4nde Bl\u00e4tter f\u00fcr Posener Heimatkunde, Vo\u00dfberg, Wappenbuch von Posen, Chroniken von Breslau, Guhrau, Nakel, Dor\u00e9, Bilderbibel u. a. m. Je ein Paar Atlasdamenschuhe schenkte Fr\u00e4ulein Damenschneiderin Kolonko und Frau Oberpostsekret\u00e4r Helene Linke. Von Holzkaufmann Hubert Land bekamen wir die Satzungen der hiesigen B\u00fcrgersch\u00fctzengilde 1924. Von unserer neuen Mitarbeiterin Fr\u00e4ulein Herta Liebich, erhielten wir ein sehr erw\u00fcnschtes Geschenk, n\u00e4mlich die Sch\u00fclerzeitung \u201eDas gr\u00fcne Blatt\u201c, das von den Tertianern Br\u00fcdern Wilke, S\u00f6hnen des Oberamtmanns Wilke, wohnhaft Lutherstra\u00dfe 8, vom 1. September 1869 bis Anfang 1871 selbst auf einer kleinen Druckerei vertrieben wurde. Herr Wilke hat sich um Sammlung hiesiger geschichtlicher Gegenst\u00e4nde vor Er\u00f6ffnung unseres Museums bem\u00fcht. Rechner Munzky gab ein wertvolles B\u00fcchlein, E. Beck, der Kreis Bunzlau, 1864.<\/p>\n\n\n\n<p>In Tausch \u00fcbernahmen wir von Dentist Artur Scholz, Hartliebsdorf, zwei h\u00f6lzerne bunten Epitaphien aus der Kirche von Ludwigsdorf, zierliche Dorftischlerarbeiten, und einen Geburtsbrief f\u00fcr den Seilerlehrling Ignatz B\u00f6hm von Bunzlau 1723.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus einem Verm\u00e4chtnis des k\u00fcrzlich verstorbenen Rentmeisters Erich Stahn, Sohnes des Bunzlauer B\u00fcrgermeisters Stahn (1. 5. 1865 bis 9. Jan. 1891) \u00fcberkam das Museum eine Aktie der hiesigen Christinenh\u00fctte vom 8. 11. 1873, \u00fcber zweihundert Taler, eine gro\u00dfe Phot. des Apothekenbesitzers Ed. Wolf (Erbauer der Villa L\u00f6wenberger Stra\u00dfe 38) und eine Beschreibung des Krieges 1870\/71 nach Feldpostbrifen des Stabsarztes Bernhard Kiesewalter, verfa\u00dft von seinem Vater, einem hiesigen Kreisgerichtsrat. Rektor Standke in Forst \u00fcbersandte aus dem Nachlasse des Kantors Werner (Ottendorf) das ber\u00fchmte Choralwerk des Musiklehrers C. Karow, am Waisenhaus, von 1865, 1. Auflage.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine ganze Anzahl von Objekten stiftete Erich Thamm, zwei Bierkussen. Saargem\u00fcnd, 2 zinnerne Apothekergef\u00e4\u00dfe, zwei geschliffene Gl\u00e4ser, von 1750, Uhrkette des Samuel Thamm mit Achatanh\u00e4nger, sch\u00f6nen Uhrschl\u00fcssel mit zwei Bildchen in Mosaik, der Triumphbogen in Paris und die Grotte von Lourdes, sowie Tagebuchaufzeichnungen des Theodor Bischoff, Vaters des Fabrikbesitzers Otto Bischoff von 1846. Frau Pastor Meta Werner schenkte ein Buch, Neuer Hausschatz, von 1804, Kaufmann Walter W\u00f6he 19 Notgeldscheine f\u00fcr unsere Sammlung. Erworben wurden gro\u00dfe Bilder von Waisenhausoberlehrer Klemenz, Geh. Justizrat Lachmund, Eisenkaufmann und Stadtrat Gebhardt (Mart 17) und dem hiesigen Kreisphysikus Dr. Rohovsky (geb. 1818), ein Kasten in Kerbschnitt, eine t\u00f6nerne Spinnwirtel, eine Zehnpfundkugel, in der N\u00e4he der Kasernen ausgegraben, und eine kleine nur 20 Millimeter im Durchmesser gro\u00dfe Silberm\u00fcnze mit dem Bildnisse von Luther, Erinnerung an das Reformationsjubil\u00e4um von 1717. Dieses Jahr ist merkw\u00fcrdigerweise durch ein Chronogramm ausgedr\u00fcckt:<\/p>\n\n\n\n<p>MARTINVS LVTHERVS THEOLOGIAE DOCTOR<\/p>\n\n\n\n<p>Martin Luther, Doktor der Theologie<\/p>\n\n\n\n<p>Die graphische Bilderausstellung dauert fort.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">91. Museumsbericht<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, Oktober 1937<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nr. 30 des \u201eDaheim\u201c vom 22. April dieses Jahres enth\u00e4lt eine Bericht \u00fcber den M\u00fcnchener Maler Exzellenz Karl von Marr, in dem auch unser Gro\u00dfbild \u201eDie Kinder Bunzlaus\u201c r\u00fchmend erw\u00e4hnt ist. Marr war in Milwaukee geboren, wo sein Vater Graveur und Holzschneider war. Aus dem Nachlasse des T\u00f6pfermeisters Ernst Gotthardt erlangten wir ein Buch von 1822, Auserlesene Gedichte von M. Opitz. Erworben wurde auch ein Gedichtbuch von Schmidt-Sommerfeld 1871, worin zwei Gedichte den Gr\u00f6ditzberg und Gnadenberg betreffen, eines die fabelhafte Heldin Katharina Reiner aus der Bunzlauer Hussitenzeit. Durch Tausch bekamen wir, herr\u00fchrend aus dem Nachlasse von Dr. Heiland, eine kleine Buntpapiersammlung von der Berliner Kunstbibliothek; diese Erwerbung ist noch unserem Professor Waldeyer zu verdanken. Sie wird gelegentlich ausgestellt werden. Es sind franz\u00f6sische St\u00fccke aus dem 17. Jahrhundert darunter. Aus der Anna Roseschen Erbschaft fielen uns zu zwei eiserne versilberte Fr\u00fchst\u00fccksschalen, die Maximilian, der ungl\u00fcckliche Kaiser von Mexiko benutzte, der am 19. Juni 1867 von Aufr\u00fchrern in Queretaro erschossen wurde. Der hiesige kunstreiche Buchbinder Kuhnert hat dazu seinerzeit eine Schatulle aus Mausschlangenhaut verfertig. Zwei Photographien stellen die Ruine es am 30. Juni 1907 abgebrannten Schie\u00dfhauses dar. Gekauft wurde: Josef Klapper, Deutsche Schlesier des Mittelalters, und Erich Worbs, Zwischen den Toren, eine Renaissancegeschichte aus G\u00f6rlitz, in der Wendl Roskopf und sein Gehilfe Valentin Scharffenberg eine Rolle spielen. Folgende Gaben sind zu erw\u00e4hnen:<\/p>\n\n\n\n<p>Von Frau Schneidermeisterin Borrmann zw\u00f6lf B\u00e4nde Schiller, Cotta 1823; Kaufmann Classe, Aufsatz \u00fcber Bunzlau aus der Frankfurter Zeitung; durch Pfarrer Demke, f\u00fcr Kulturgeschichte und Ahnenforschung bedeutsame Probeschriften unz\u00e4hliger Bunzlauer Volkssch\u00fcler von 1753 bis 1782 und 1828. Frau Emma Gierich in Nieder-Sch\u00f6nfeld gab eine alte Lampe; Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer F. E. Gr\u00fctzmacher das neue Buch von dem eben verstorbenen Doktoranden Hans Grabig, die mittelalterliche Eisenindustrie der niederschlesisch-lausitzer Heide; Rudolf Menzel eine kleine Sammlung Gewehrpatronen; Schneider Fr. Riedel schenkt ein Gesangbuch von 1741 und eine Bibel von 1825; Dipl.-Ing. Julius Schwindt, Saarbr\u00fccken, der Urenkel des Bunzlauer Stadtdirektors E. W. Schwindt (1799 \u2013 1809), das Buch von Herm. R\u00f6chling \u201eWir halten die Saar\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein ungenannter G\u00f6nner gab drei\u00dfig B\u00e4nde okkultistische Literatur von Justiniuns Kerner (Die Seherin von Prevorst) und anderen. Ein anderer einen h\u00fcbschen bemalten Pfeifenkopf f\u00fcr C. Hensel, hier, von 1875. Schlie\u00dflich lieferte Frau Auguste K\u00f6hler einen Vogelbauer in Form einer Kirche, eine gro\u00dfartige Laubs\u00e4gearbeit des Kaufmanns Eistert. Wir besitzen schon zwei solcher seltsamen K\u00e4fige.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch Vergleichung mit drei alten Stichen von Kaiser Leopold I. (1658 \u2013 1705) lie\u00df sich feststellen, da\u00df eine unserer alten Oelbilder aus dem 17. Jahrhundert, wahrscheinlich aber zwei, diesen Kaiser darstellen. Chronist Bergemann hatte uns auf diese Spur durch die Bemerkung gebracht (I S. 15), da\u00df im Rathause u. a. ein Bild unseres damaligen Landesherren vorhanden sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Zeit ist im Museum eine kleine intime Sammlung von liebensw\u00fcrdigen Werken des Bunzlauers Karl Winkler ausgestellt, Aquarelle, Holzschnitte, auch einige fig\u00fcrliche Keramiken und Intarsien. Der F\u00fchrer ist in Holzschnitt zu sehen. Daneben eine G\u00f6ring-Plakette in Ton. Die Aquarelle haben meist heimatkundliche Vorw\u00fcrfe, wie der Gr\u00f6ditzberg, der Husarensprung, die Kirche in Klitschdorf. Besonders schwungvoll empfunden erscheint eine Landschaft bei Rheinsberg.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gr\u00f6ditzberg ist aber auch ganz neuartig aufgefa\u00dft. Die Klosterkirche in Castell bei Regensburg enth\u00e4lt das Grab des bekannten Siegfried Schweppermann mit den in Stein gehauenen Worten des Burggrafen Friedrich &nbsp;von N\u00fcrnberg nach der Schlacht bei Verteilung des \u00e4u\u00dferst mageren Proviants: \u201eJedem ein Ei, dem braven Schweppermann zwei!\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom St\u00e4dtischen Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 2. 12. 1937<\/p>\n\n\n\n<p>Am Sonntag, dem 5. Dezember, ist das Museum nachmittags von 3 bis 5 Uhr unentgeltlich ge\u00f6ffnet; die F\u00fchrung hat Apotheker Uebersch\u00e4r.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kunstausstellung von Karl Winkler ist noch zu sehen, ebenso die neu bestimmten Oelbilder Kaiser Leopolds I. von etwa 1660.<\/p>\n\n\n\n<p>Uhrmachermeister Hermann stiftete ein Bild: Die Verwundeten von 1871 auf dem hiesigen Sch\u00fctzenplatze; am linken Fl\u00fcgel Heinke aus Merzdorf a. B., von dessen Sohn das Bild stammt. Modebl\u00e4tter und Modebilder Koran von 1746, von Justizrat Beninde. Seltsames Fechtger\u00e4t, Degen mit daran befestigter Unterarmpanzerung aus Alt-Warthau. Sammlung Bunzlauer Theaterzettel vom 31 M\u00e4rz bis 14. Ma 1872 unter Direktion Georgi (Schwager von Schiemang). Fund, Brakteat, Th\u00fcringen um 900, einseitig gepr\u00e4gtes Geldst\u00fcck; f\u00fcr hiesige Gegend eine Rarit\u00e4t. Vom ev. Pfarramt eine Menge hiesiger Sch\u00fcler-Probeschriften aus alter Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem Rathaus gro\u00dfe Bilder der Stadtverordneten von 1851, vom 19. November 1908 (die Begr\u00fcnder des Museums) und 1919. Festschrift Lehrerversammlung Bunzlau 1903. Angekauft goldene Sch\u00fctzenmedaille mit Bunzlauer Stadtwappen \u201eDem K\u00f6nig am 3. August 1839\u201c; der 3. August war der Geburtstag Friedrich Wilhelm III. Von Klara Geisler: Tintenfa\u00df aus gelbl. Steingut und zwei Bilder, Caritas und die K\u00fcnstlerin Le Brun mit Tochter.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcnf B\u00e4nde der Beilage \u201eHeimat\u201c der G\u00f6rlitzer Neuesten Nachrichten\u201c, Sammlung der das Jahr \u00fcber erschienenen geschichtlichen Aufs\u00e4tze, die dadurch erhalten werden. Von Kaufmann Schonert interessantes Vivatband (Gedicht) f\u00fcr den Sch\u00fctzenk\u00f6nig, T\u00f6pfermeister Dehmel, gewidmet von G. Jakob, Bunzlau, den 29. 7. 1802; damals wurde bei dem Einmarsch eine Steinurne von der Westtreppe des Rathaus (wie vor einigen Jahren) herabgerissen und wurden einem Knaben aus Rothlach beide Beine zerschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Museum hat der I.\/AR. 18 aus seiner Sammlung sechs Vollkugeln von 1813 gestiftet, von denen zwei jetzt auf dem Artilleriebaugel\u00e4nde ausgegraben worden sind, sowie ein Bild von Bl\u00fccher, das dieser selbst dem hiesigen Knaben Ernst Scholz, dem Gro\u00dfvater von Handelsvertreter Otto Lepper, N\u00fcrnberg, f\u00fcr milit\u00e4rische Hilfeleistungen verehrt hat. An die Reichsbahnzentrale f\u00fcr den Reiseverkehr zu Berlin gab das Museum vier gute Photographien von Bunzlauer Keramiken ab, die f\u00fcr den amerikanischen Schriftsteller Frederick Ph. Stieff bestimmt sind. Dieser gedenkt auch \u00fcber Bunzlau zu schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Krankenhausinspektor Schumann hat dankenswerterweise f\u00fcr die schon recht betr\u00e4chtliche Menge unserer fr\u00fchgeschichtlichen Gegenst\u00e4nde ein Sonderverzeichnis ausgearbeitet, das in der \u00fcblichen \u201eSprechstunde\u201c im Neu-Museum, Vorwerkstra\u00dfe, Pestalozzischule, am n\u00e4chsten Sonntag von 11 bis 12 Uhr vorgelegt werden wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Geheimrat Schiller hat das zur alten Stadtchronik von Bergemann von 1829 fehlende alphabetische Verzeichnis hergestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle, die sich mit Bunzlauer Ortsgeschichte besch\u00e4ftigen, werden diese Arbeit, deren Ver\u00f6ffentlichung erwogen wird, zu sch\u00e4tzen wissen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aus unserem Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>93. Museumsbericht von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 2. Februar 1938<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist an der Zeit, wieder einmal von den seit Annfang Dezember 1937 eingelaufenen Neueing\u00e4ngen Bericht zu erstatten. Kunstmaler Gerhard Bayer (Waldenburg) gab den Bericht \u00fcber das Olympische Dorf, in dem der bekannte alte Plan von Bunzlau abgedruckt ist. Aus Caracas, wo Appun noch immer gesch\u00e4tzt wird, kam der Jahresbericht der Akademie der Wissenschaften. Polizeiinspektor Mertens opferte seine Abstimmungspapiere von Dudweiler vom 13. Januar 1935. Fr\u00e4ulein Eva Pietsch stiftete einen Brief des hiesigen Pastors prim. Kretschmar von 1874 und \u00fcber vierzig Bunzlauer Photographien aus \u00e4lterer Zeit, darunter die Waisenh\u00e4usler in Uniform aufmarschiert, der Viadukt mit Jungfernsteg (benannt nach Inspektor Jungfer, dem P\u00e4chter von Tillendorf), vom Gr\u00f6ditzberge vor der Erneuerung, von Gro\u00dfhartmannsdorf usw. Frau Ottilie Sch\u00f6ps schenkte eine Haube f\u00fcr eine junge Frau. Eine kunstvolle Photographie der Hedwigs\u00e4ule am Seitengeb\u00e4ude von Frau Tschernig, Gnadenberger Stra\u00dfe 6, lieferte Apotheker Uebersch\u00e4r. Eine Menge Drucksachen stiftete Frau Umlauff (Gnadenberg), Landkarten und alte Probeschriften, auch einen Druck von Gustav Winter, Herrnhut, fr\u00fcher in Bunzlau, Nikolaistra\u00dfe 3 \u201eVon Ewigkeit zu Ewigkeit\u201c. Der Kunstgraphiker Karl Winkler, von dem wir aus seiner Ausstellung das Aquarell \u201eGr\u00f6ditzberg\u201c entnahmen, schenkte seinen Linoleumschnitt \u201eDer F\u00fchrer\u201c und Holzschnitte der evangelischen Kirchen von L\u00fcben und Altstadt bei L\u00fcben. Schreiber dieses stiftete ein Heft von der Sagenhalle bei Schreiberhau, Norber, Schlo\u00df Sagan, Benes Jizesky, F\u00fchrer durch Mlad\u00e1 Boleslav (Jung-Bunzlau), ein wei\u00dfseidenes Schirmchen und ein Wehrauer Promethinglas.<\/p>\n\n\n\n<p>Gekauft wurde ein aus Perlen gefertigtes gro\u00dfes Sterbekreuz f\u00fcr den am 7. Juni 1911 versch\u00fctteten August Stein, Photographie unseres Oelbildes Leopold I. und folgende B\u00fccher: Vertraugott Fischer, 1809 bis 1813 B\u00fcrgermeister von Bunzlau, Repertorium des Preu\u00dfischen Rechts, 1839, Amos Com\u00f6nius, bearbetet von Gailer, 1838, Tegge (Lehrer am hiesigen Gymnasium), Kompendium des griechischen Altertums, Wernicke, der Gr\u00f6ditzberg, 1. Auflage, 1880, und eine f\u00fcr die moderne Familienforschung wichtige Karte des evangelischen schlesischen Kirchenbesitzes.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Landesamt f\u00fcr Denkmalspflege in Breslau zog von uns als erste awarische Funde in Schlesien ein: 1 Sporen und ein St\u00fcck einer Schnalle, gefunden in der hiesigen Aue, und berichtete dar\u00fcber im \u201eNachrichtenblatt f\u00fcr deutsche Vorzeit\u201c vom 21. 11. 1937.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erinnern daran, da\u00df am Sonntag, dem 6. Februar, das Museum nachmittags von 3 bis 5 Uhr unentgeltlich ge\u00f6ffnet ist. Im Neumuseum, Vorwerkstra\u00dfe, ist von 11 bis 12 Uhr vormittags unter Leitung von Herrn Krankenhausinspektor Schumann die herk\u00f6mmliche Sprechstunde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Museumsbericht Nr. 94<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, April 1938<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Anfang Februar sind wieder mehrere Gegenst\u00e4nde gestiftet worden. Von Frau Hedwig Drechsel ein Gegenstand, den wir schon lange suchten, eine blecherne Form zum Gie\u00dfen von Talglichtern, und ein f\u00fcnfeckiges gothisches Vorlegeschlo\u00df. Friedrich G\u00f6llner (Eckersdorf) eine bei Bauarbeit in Bunzlau gefundene silberne Medaille. Frau Marie Ko\u00dfmann, geb. Treutler (Gnadenberg) eine alte Bleistiftzeichnung, darstellend einen Blumenstrau\u00df, wohl eine Jugendarbeit des Malers Alwin Treutler, von dem wir schon mehrere Pastellportr\u00e4ts besitzen. Fr\u00e4ulein Margarete Kranzfelder ein Taschenmesser aus Aluminium mit der Inschrift \u201eZeppelin\u201c, wie solche alle diejenigen erhielten, die zum Wiederaufbau eines Zeppelins, nachdem der erste bei Echterdingen verbrannt war, eine gro\u00dfen Betrag hergaben. Frau Inspizient Lapuhs ein Arzneiattest von 1847 \u00fcber die guten Wirkungen des Bades Warmbrunn, f\u00fcr die Mappe \u201eSchles. Gebirge\u201c. Frau Agnes Lessig altert\u00fcmliche Bildchen; auf einem sind das Vaterunser und die 10 Gebote auf einem halben Silbergroschen eingraviert. Fr\u00e4ulein Eva Pietsch gab ein sog. Leporelloalbum (zum Auseinanderklappen im Zickzack) von Bunzlau und Gnadenberg, 1881. Diplom-Ing. Schwindt (Saarbr\u00fccken) die Nummer der \u201eK\u00f6lnischen Zeitung\u201c vom 7. Februar 1938 \u00fcber die Heldentat der Frau von Bonin, f\u00fcr hier nichts Neues. Dr. Franz Josef Umlauft (Aussig), der Leiter des Familienverbandes der Umlauft und Interessent f\u00fcr das Balthasar Umlauftsche T\u00f6pfergrab gleich rechts vom Haupteingange es hiesigen Friedhofes, sandte ein Heft seiner Familienmitteilungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Ungenannter gab zwei Bilder, hinter Glas gemalt, Prinz Karl und Gemahlin, und eine Photographie der alten \u201eSchwarzen Br\u00fccke\u201c. Aus Venezuela kamen wieder Hefte der dortigen Akademie. Frau Sanit\u00e4trat A. Wesenberg (Salzuflen), deren verstorbener Gatte ein Sohn des damaligen Direktors der Siegersdorfer Werke war, schenkte eine Anzahl wertvoller Lithographien, u. a. eine gro\u00dfe Ansicht der Stadt Bunzlau, vom Bahndamm aus gesehen, und herrliche handkolorierte (Knippel, Schmiedeberg) von Schmiedeberg und Warmbrunn. Ein Gesangbuch von Frankfurt a. d. O. 1823 mit geschmackvoller Goldpressung auf dem Deckel stiftete Kaufmann Karl Winkler. wir best\u00e4tigen unser Interesse f\u00fcr Kaiser Leopold I. durch Erwerb seines eigenh\u00e4ndigen Akkreditivs eines Spezialgesandten, von Wien den 23. Juni 1671, an Bernhard, Bischof von M\u00fcnster und Administrator der Abtei Corvey. Durch Ankauf einer Doktorpromotion der Universit\u00e4t Erfurt, vom 28. Oktober 1728, stellten wir Familiennotizen des Juristen in Leisnig (Sachsen) Simon Johann Simonetti, fest, Sohnes des Aufbauer der katholischen Kirche Julius Simonetti fest, die in der Neuzeit f\u00fcr seine Nachkommen wichtig geworden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>An B\u00fcchern wurden erworben: Dr. Rolf-R\u00fcdiger Stroth (Bunzlau), die Abmeierung nach dem Erbhofgesetz, Gu\u00dfling, die Villenkolonie Grunewald, mit hundert Bildtafeln, und die Jahrg\u00e4nge 1813 und 1832 der alten Schlesischen Provinzialbl\u00e4tter, eine Hauptquelle f\u00fcr schlesische Geschichte und Familiengeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts. Zu dem keramischen Funde bei dem Bau im Rathaus kam noch unter der Dielung eines Polizeiraumes ein b\u00f6hmischer Groschen Rudolph II., ein sog. Flederm\u00e4usel, hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Sonntag, dem 3. April, ist das Museum von 15 bis 17 Uhr unentgeltlich ge\u00f6ffnet. Im Neu-Museum von 11 bis 12 Uhr Sprechstunde, Eintritt 10 Pfennige, daf\u00fcr ist aber dort auch die gro\u00dfe Gewehrsammlung zu besehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bunzlauer B\u00fcrgermeister schreibt 1810 \u00fcber die Pflichten der Menschen<\/h2>\n\n\n\n<p>Neueing\u00e4nge des Bunzlauer Museums<\/p>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, April oder Mai 1938<\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten 2<sup>1<\/sup>\/<sub>2<\/sub> Monaten vermehrten sich die Sch\u00e4tze des Museums wiederum erheblich durch folgende, meist geschenkte Gegenst\u00e4nde:<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Oberamtmann Becker gab ein Andachtsbuch von Halle 1752, von Struensee; Fr\u00e4ulein Elfriede Dohn die Ansichtskarten des ehemaligen Wettbewerbes \u201eAlt-Bunzlau\u201c; Herr von Foerster (Mittlau) ein antikes Hufeisen, gefunden auf dem dortigen Mittelhof; Oberstudienrat Dr. Gl\u00f6ckner schenkte die Jahrhundertgeschichte der Universit\u00e4t Breslau, von Georg Hoffmann, unter ausdr\u00fccklichem Hinweise darauf, da\u00df der kunstvolle und standhafte Einband von unserem Bunzlauer Meister Kuhnert herr\u00fchrt; der \u201eNeue G\u00f6rlitzer Anzeiger\u201c gab zwei Photographien von Wendl Roskopf von dessen Selbstportr\u00e4t von 1522 im unteren Saale der Gr\u00f6ditzburg; von den hiesigen Grauen Schwestern zu St. Elisabeth bekamen wir eine Bibel in franz\u00f6sischer und ein Neues Testament in griechischer Sprache; einen bunten Bauernteller stiftete Dachdeckermeister Bruno M\u00fcller; Fr\u00e4ulein Eva Pietsch schenkte ein Milchglas mit eingebrannter Photographie der evangelischen Kirche in Gro\u00dfhartmannsdorf und einen feinen Eisengu\u00df, ein sog. Pazifialkreuz, das ihr Vater in Gro\u00dfhartmannsdorf bei Krankenkommunionen gebraucht hat; durch Oberlehrer Rothkirch empfingen wir ein \u201eFranz\u00f6sische-Teutsches Vokabilarium\u201c, von Halle 1739, eigentlich ein Fremdw\u00f6rterbuch; als Besitzer bezeichnet sich darin \u201eJeremias Groenland zu Wallk\u00fcll, 5 Meil von Reval\u201c, mit der Bestimmung von 1742: \u201eWenn ich heim geh, soll dieses Bruder H. Heinrich Hug haben\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Der k\u00fcrzlich nach Breslau versetzte Schriftsteller, Lehrer Tschierschky, gab f\u00fcnf selbstgefertigte photographische bunte Aufnahmen von heimatkundlichen Gegenst\u00e4nden des Museums. Nicht weniger als 77 gro\u00dfe und kleine Bilder und Stiche von Riesengebirge, Kasse, Halle und von Musikern wendete dem Mappenwerke des Museum das Fr\u00e4ulein Wehner zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Als eine gro\u00dfe G\u00f6nnerin entwicklte sich Frau Dr. med. A. Wesenberg in Salzuflen, deren Schwiegervater einst als Direktor von Siegersdorf in Bunzlau, L\u00f6wenberger Stra\u00dfe 8, wohnte. Sie schenkte 86 Kupferstiche der sch\u00f6nsten Ansichten der Erde, aus dem Bibliograph. Institut Haldhausen, und drei Hefte Kupferstiche zu Goethes Werken von 1832\/34, darunter mehrere Stiche von Schwerdgeburth. Sodann folgten in einer zweiten Sendung ein herrliches dreieckiges Batisttuch, 184 x 45 cm gro\u00df, von 1830, ein ebenso altes Perlent\u00e4schchen, zudem drei Stickt\u00fccher, eines von der Mutter der Spenderin von 1813, eines J. B. G. von 1809 und das dritte von \u201eWilhelmine Feldmann\u201c, der Mutter des aus Gnadenberg stammenden Pastors Paul Krebs, Bunzlauer Abiturient von 1876. Schlie\u00dflich ein feines Nadelbuch 1829, bestickt mit zwei Rebusser in franz\u00f6sischer Sprache.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch Eisenbahnobersekret\u00e4r Zarnewski erhielten wir als unser 34. (!) Stammbuch das des Kantors Paul Tschirch, aus seiner hiesigen Seminarzeit 1845 \u2013 47, mit Einzeichnungen der Lehrer Karow I. A. Karow, F\u00fcrbringer, Herkt, Kawerau und besonders von dem ber\u00fchmten Rechenmeister Stubba.<\/p>\n\n\n\n<p>Als weiterer Fund aus den Schachtungen auf dem Markt kam ein Pferdekiefer ein. Gekauft wurden zwei sch\u00f6ne Gl\u00e4ser mit Erinnerungsschriften vom Gr\u00f6ditzberge und folgende B\u00fccher: Feldmann, Musik und Musikpflege im schlesischen Mittelalter; Heimatbuch, Heft 1, Niederschlesien; die \u201eHeimat\u201c des \u201eNeuen G\u00f6rlitzer Anzeigers\u201c, in der alle das Jahr \u00fcber erschienenen heimatkundlichen Aufs\u00e4tze praktischerweise in Jahrb\u00fccher vereinigt werden, wurde von 1928 an komplettiert; von dem alten Bunzlauer B\u00fcrgermeister Wilhelm Vertraugott Fischer: \u201eDie Pflichten des Menschen, ein philosophischer Versuch\u201c, vom 5. Oktober 1810, gedruckt in der Privil. Waisenhausdruckerei, ein seltenes B\u00fcchlein; Neumann, Vortrag im S\u00e4chs. Altertumsverein zu Dresden am 13. Juni 1853: \u201eDie Entdeckung heidnischer Grabst\u00e4tten am mittleren Bober und an der M\u00fcndung des Queisflusses\u201c, mit Bild und Lageplan; v. Besser, Hans Eberhard, \u201eSchles. Originale\u201c, darunter der alte Sch\u00e4fer Thomas von Bunzlau, wozu zu vergleichen ist der Aufsatz von Schiller im Bunzlauer Heimatkalender 1933, der nachweist, da\u00df \u201eSch\u00e4fer Thomas\u201c nur ein Pseudonym ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Museum, in dem eine reiche Sammlung von Patenbriefen und alten Gratulationskarten ausliegt, ist am Pfingstsonntag nachmittag von 3 bis 5 Uhr unentgeltlich ge\u00f6ffnet. Die F\u00fchrung hat Schreiber dieses Aufsatzes. Im Neubaumuseum ist von 11 bis 12 Uhr Sprechstunde unter Max Schumann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neueing\u00e4nge Nr. 97<\/h2>\n\n\n\n<p>im Bunzlauer Museum<\/p>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 2. November 1938<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist an der Zeit, einmal wieder etwas vom Museum h\u00f6ren zu lassen. &nbsp;Die freundlichen Geber werden nicht alle! Fr\u00e4ulein Elfriede Dohn stiftete einen ausgeschnittenen und als Brosche hergerichteten Kr\u00f6nungstaler vom 18. Oktober 1861, wobei wir uns daran erinnern, da\u00df nach der Inschrift unten an der s\u00fcdwestlichen Ecke des jetzigen Amtsgerichtes der Grundstein dieses ehemaligen Gymnasiums auch am 18. Oktober 1861 gelegt worden ist. Fr\u00e4ulein Dohn gab auch eine ebenfalls als Brosche ausgearbeitete Medaille von 1916: \u201eGold gab ich zur Wehr; Eisen nahm ich zur Ehr!\u201c Besitzer K\u00fchn (Gro\u00df-Krauschen) gab ein Russenhufeisen, 11 Zentimeter lang; Buchbindermeister Poddig einige alte M\u00fcnzen; Schreiber dieses zwei gro\u00dfe Photographien von der katholischen Kirche Greiffenberg und der darin befindlichen imposanten Gruft der Familie Schaffgotsch; Studienrat Springer: Hebel, alemannische Gedichte 1829, 5 Hefte \u201eBunzlauer Jugend\u201c und die Festschrift vom S\u00e4ngerfest Bunzlau 1924. Unser schlesischer Dialektdichter Holtei wurde bekanntlich durch Hebel zu seiner Poesie angeregt. Er schreibt wortwitzig: \u201ea H\u00e4bel bist de gew\u00e4se f\u00fcr die Liederle hie!<\/p>\n\n\n\n<p>Denn nimmer meh h\u00e4tt\u2019 ihch gesungen in d\u00e4r schl\u00e4schenWeise, h\u00e4tt\u2019s nich aleman\u2019sche Getichte!\u201c Oberrentmeister Trogisch gab eine sch\u00f6nen Spazierstock, Weinrebe. Frau Bianka Trowitzsch (Berlin), Tochter des bekannten Bunzlauer Buchdruckereibesitzers Voigt, schenkte eine Photographie des hiesigen M\u00e4nnergesangvereins 1865. Schwester R. Wojtena (Tiefenfurt) gab zwei seltsam gekr\u00fcmmte Dolche aus Niederl\u00e4ndisch-Indien und eine Vase mit Kerbschnitt. Erworben wurde ein St\u00fcck Sandstein mit sog. Dendrien aus dem Warthauer Bruch f\u00fcr unsere Steinsammlung im vorgesch. Zimmer Vorwerkstr. Nr. 7. Das sind pflanzen\u00e4hnliche Zeichnungen, die auf den Kluftfl\u00e4chen der Gesteine durch Pressung entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bekannt ist seit den Zeiten des Dichters Justinus Kerner die sog. Klexographie: wenn man n\u00e4mlich einen Tintenklecks zwischen zwei Papierbl\u00e4ttern pre\u00dft, entsteht ein mehr oder weniger nat\u00fcrliches Bild eines Schmetterlinges. Amtlicherseits kamen ein Revolver von Suhl, ein russischer Revolver und ein Mehrladegewehr. Dazu stiftete Paul Heider (Eckersdorf) ein Perkussions-Jagdgewehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Gekauft wurde Schellenberg, Schles. Wappenbuch I 1938, und eine Fyencekuffe Hanau. Ebenso 2 Opitzbilder aus Augsburg, sch\u00f6ne Stiche von Tyroff und Paravicinus. Es gelang auch, da\u00df lustige B\u00fcchlein von A. K. (Kippenberg) und G. W. (Witkowski) zu erwerben: \u201eAber Herr Martin Opitz! in schlimmes Feindlein!\u201c, 1911 in 300 numerierten Exemplaren zu einer Bibiliophilenversammlung geraugegeben, wovon das unsrige die Nr. 100 ist. Als Beispiel diene ein Vers, den 1620 ein Ungenannter verbrach, als sich Opitz vor dem drohenden Feindeseinbruch von Heidelberg nach den Niederlanden begab:<\/p>\n\n\n\n<p>Warumb\u2018 Her Opitz, wollt ihr itzt von hinnen ziehn<\/p>\n\n\n\n<p>Und von der Flavia, die euch nicht flohe, fliehnt?<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist in Teutschland nichts, das Euch bei\u00dfen kann;<\/p>\n\n\n\n<p>Was Euch von hinnen treibt, das hat noch keinen Zahn.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Museum erwirbt Gedichtsammlung von Martin Opitz<\/h2>\n\n\n\n<p>Neueing\u00e4nge des Bunzlauer Museums Nr. 103<\/p>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 5. September 1940<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1803\" height=\"1183\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1937-Museum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1675\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1937-Museum.jpg 1803w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1937-Museum-1300x853.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1937-Museum-768x504.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1937-Museum-1536x1008.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1803px) 100vw, 1803px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Kaufmann Kurt Cla\u00dfe stiftete eine Bibel von 1738, ein Neues Testament von Leander von E\u00df 1820, mit Besitzername \u201eWilhelm Theinert Bunzlau 1830\u201c und \u201eBlifar\u201c, Roman von \u201eHerrn\u201c Marmontel, Leipzig 1767; Soldat Friedrich, Alt-Warthau, Bronzemedaille zur Huldigung Friedrich Wilhelms IV. als K\u00f6nig, K\u00f6nigsberg, 10. September, Berlin, 15. Oktober 1840.<\/p>\n\n\n\n<p>Ingenieur W. Gl\u00f6bke Photographien der Front des Hauses Oberstra\u00dfe 2 nach dem Bilde des Taubstummen Schneider; Graf Kutusoff zwei Bilder seines am 12. Juli zu Chateau des Essarts Vend\u00e9e, verungl\u00fcckten Sohnes Hilarion (Larry); Marie P\u00e4tzold (Breslau) einen Brief des St\u00e4dtischen F\u00f6rsters Schoeps von Grasegrund, den 7. September 1832, zwei Tage nach der Hochzeit seiner Tochter Mathilde mit dem T\u00f6pfermeister Gotthardt; Buchbindermeister Poddig eine Bibel\u00fcbersetzung nach der Vulgata, drei B\u00e4nde, 1830, von Braun und Allioti, und ein sehr interessantes Buch: \u201eDer g\u00fcldene Schatz und Kunstkammer von Theo phrastus Bombastus von Hokensteinm nebst Georgius Phaedron, Vom Stein der Weisen und ander okkulte Abhandlungen.\u201c Der Stadtangestellte Strempel schenkte ein \u201eBunzlauisches Gesangbuch von D. Burg, 9. Aufl., Jauer 1789\u201c; Pastor prim. Weist einen Aufsatz von Dr. Gertrud Baeumer \u00fcber Einweihung der restaurierten Kirche von Gie\u00dfmannsdorf. Es gelang, preiswert zu erwerben Zachariae, Braunschweig 1766, ausgew\u00e4hlte Gedichte von Martin Opitz, Man\u00f6verbefehl Friedrichs des Gro\u00dfen vom 7. September 1765, Griechenzeitung von G\u00f6rlitz, eine Nummer von 1917.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Caracas (Venezuela) gingen drei Bolatins der Gesellschaft der Wissenschaften ein; vom Verbande der Sippen Gerstmann, Glasey, Hasenclever und Mentzel das Verbandsblatt Nr. 73.<\/p>\n\n\n\n<p>Schreiber dieses schenkte das Profil des Riesengebirgs von Prof. Mosch, 1850, Zeichnung des Richard Schiller vom Riesengebirge 1840, Rundschau vom Gr\u00f6ditzberg vom R.-G.-V. Goldberg, R. Sachse, Der Gr\u00f6ditzberg mit Rundsichtkarte und Plan, L\u00f6wenber 1859, Aufsatz \u00fcber M. Opitz aus dem \u201eV\u00f6lk. Beobachter\u201c vom 27. August 1939, Aquarell der Westseite der katholischen Kirche von Konrad Strai\u00df, Pastell: Aussicht aus Tillendorf vom \u201eSchweizerhaus\u201c von Anne Ullrich, Photographie von der ersten Theaterauff\u00fchrung des \u201eGro\u00dfen Topfes\u201c von Pfautz in Bunzlau, zwei Photographien vom Abbruch der Scheune des Scheunenbrunnens durch die Stadt 1928, Photographie vom Queckbrunnen, 48 Photographien von Rom, Pompeji, der Schweiz und Rum\u00e4nien, Lithographie Tiezes Gasthof in Hermsdorf u. K. mit Darstellung einer Dame im Tragestuhl sowie eine Handzeichnung des Kgl. Baumeisters Rich. Schiller sowie eine Handzeichnung des Kgl. Baumeisters Rich. Schiller von einer vom ihm selbst erfundenen S\u00e4ule in der Heil- und Pflegeanstalt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Bunzlauer schrieb 47 Tageb\u00fccher<\/h2>\n\n\n\n<p>Neueing\u00e4nge des Bunzlauer Museums<\/p>\n\n\n\n<p>Von Artur Schiller. Bunzlauer Stadtblatt, 27. November 1940<\/p>\n\n\n\n<p>Einen besonders geschmackvoll eingerahmten Zweig aus Haaren stiftete Karl Hertwig, Buchbindermeister Poddig schenkte eine eingerahmte bunte Aquarellskizze des taubstummen Lithographen Schneider, darstellend das Haus Stockstra\u00dfe Nr. 5 im Jahre 1830 im Besitze der Familie Wiedemuth. Bankdirektor Selle (Liegnitz) \u00fcberlie\u00df 30 Ansichtskarten nach Bildern Bl\u00e4tterbauers.<\/p>\n\n\n\n<p>Geheimrat Schiller gab die Chronik von M\u00fchlhausen i. Th. von 1908, in der die Besetzung dieser ehemaligen freien Reichsstadt durch das Bunzlauer Bataillon unter Oberst v. Pelet vom 21. August 1802 besonders interessiert, ein Album in sog. Spritzarbeit mit 70 Photographien von K\u00fcnstlern und Kunstwerken \u00e4lterer Zeit, 47 Tageb\u00fccher seines Vaters, Baurat Rich. Schiller, worin die Zeit von 1857 bis 1903 f\u00fcr die Geschichte Bunzlaus von Wichtigkeit ist, und einen Porzellanteller mit Querrippe, Erfindung des Schenkers, von 1924. Weiter kamen folgenden Gegenst\u00e4nde ein: eine Kinderhalskette von 1790, aus durchbohrten beinernen Perlen.5 St\u00fcck Notgeld von Wartha und 5 Exlibris von Kunstmaler Georg Rasel, Lissa bei Breslau, Gro\u00dfbild von Zeitz, Photogr. von Heidelberg.<\/p>\n\n\n\n<p>14 alte Photographien von Bunzlau, ein Stereoskop von der Heil- und Pflegeanstalt, Blumhardt, Weltgeschichte, und Selection of hyms, Allahabad (Indien) 1844.<\/p>\n\n\n\n<p>Erworben wurden, aus der Zeitschrift \u201eMarie Luise\u201c, Aufsatz von Born \u00fcber Rosalie v. Bonin: Eine Frau k\u00e4mpft f\u00fcr ihr Vaterland, Genealogie des Geschlechts derer von Rechenberg, Franz Josef Heincke, aus Bunzlau: Dissertatio iuridica de contumacia (S\u00e4umnis) von Prag, 1752 XI. 28.<\/p>\n\n\n\n<p>Die eben erschiene kleine Chronik von Liegnitz, H\u00fcnerasky, Wenig-Rackwitz, 150j\u00e4hriges Kirchenjubil\u00e4um von Kesselsdorf, E. G. Woltersdorff, Breslau 1759, Davids Weihnachtslied, geschrieben in Bunzlau am 11. des Jenners 1758, und 2 moderne Plakate.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Sonntag, dem 1. Dezember, ist das Museum von 3 bis 5 Uhr unentgeltlich ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im vorgeschichtlichen Zimmer, wo einige Scherben aus dem Queis bei Wehrau eingetroffen sind, ist von 11 bis 12 Uhr Sprechstunde. Die Besichtigung der Gewehre mu\u00df wegen anderweitiger Verwendung des Raumes bis auf weiteres wegfallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seinen regelm\u00e4\u00dfig im Bunzlauer Stadtblatt ver\u00f6ffentlichten \u201eMuseumsberichten\u201c dokumentier Geheimrat Artur Schiller \u00fcber mehr als zwanzig Jahre die&nbsp; Best\u00e4nde bzw. die Neueing\u00e4nge des Bunzlauer Museums. Nur ein Teil der Berichte ist erhalten geblieben. Am Ende waren es \u00fcber hundert. Dem aufmerksamen Leser wird sich schnell erschlie\u00dfen, welche unwiderbringlichen Sch\u00e4tze im [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-1669","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-texte-vor-1945"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1669","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1669"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1669\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1676,"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1669\/revisions\/1676"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1669"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1669"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1669"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}