{"id":1631,"date":"2024-07-05T16:57:07","date_gmt":"2024-07-05T14:57:07","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=1631"},"modified":"2024-07-05T16:57:08","modified_gmt":"2024-07-05T14:57:08","slug":"die-katholische-pfarrkirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/07\/05\/die-katholische-pfarrkirche\/","title":{"rendered":"Die katholische Pfarrkirche"},"content":{"rendered":"\n<p>Erstver\u00f6ffentlichung: F\u00fchrer zu schlesischen Kirchen von Hermann Hoffmann. Nr. 31. Breslau 1937. Frankes Verlag und Druckerei\/Otto Borgmeyer<\/p>\n\n\n\n<p>Die katholische Pfarrkirche ist Bunzlaus sch\u00f6nstes Kunstwerk. Wie einer Insel entsteigt das Gotteshaus, auf dem h\u00f6chsten Punkt der Stadt angelegt, seiner Umgebung. In reiner Gotik steht es da, die Stadt \u00fcberragend. Die ernste Gotik der Erbauungszeit verbindet sich mit dem Fr\u00fchbarock des Langhauses und alles wird verbunden durch die befreienden, schwungvollen Linien der sp\u00e4tbarocken Alt\u00e4re. So steht die Kirche da als ein Kunstwerk, das den Freund des Sch\u00f6nen lockt, als ein Bauwerk, das dem Freund der Heimat und ihrer Vergangenheit von f\u00fcnfhundert Jahren wechselvoller Vergangenheit erz\u00e4hlt, als ein Gotteshaus, in dem der fromme Beter sich heimisch f\u00fchlen kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"720\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-2162-Kath.-Kirche.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1632\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-2162-Kath.-Kirche.jpg 1100w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-2162-Kath.-Kirche-768x503.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Kirche ist geweiht Mari\u00e4 Himmelfahrt und feiert ihr Kirchweihfest am Sonntag vor Mari\u00e4 Himmelfahrt. Im Jahre 1258 wird neben Mari\u00e4 Himmelfahrt noch der hl. Nikolaus als Patron genannt und 1651 und 1668 wird als dritter Patron noch die hl. Katharina erw\u00e4hnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Dorf Bunzlau ist \u00e4lter als die auf der anderen Seite des Bober gelegene Stadt Bunzlau. Die Landesburg Bunzlau ist 1202 schon bezeugt: an sie lehnte sich die vor 1260, vielleicht schon vor 1251 gegr\u00fcndete Stadt Bunzlau an. Das Dorf Bunzlau hie\u00df 1264 schon Tillendorf: seine Kirche wurde 1270 dem Spital der Kreuzherren mit dem roten Stern verliehen, die 1260 schon in Bunzlau waren. Die Dominikaner soll Herzog Heinrich I. schon 1234 nach Bunzlau gebracht haben.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"697\" height=\"1093\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/206-Zeichnung-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1633\" style=\"width:331px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Im Jahre 1261 tritt Pfarrer Wlasteus von Bunzlau als Zeuge auf. War das der Pfarrer des Dorfes oder der Stadt Bunzlau, oder mit heutigen Bezeichnungen angesprochen, der Pfarrer von Tillendorf oder von Bunzlau? Es ist durchaus m\u00f6glich, das Wlasteus Pfarrer des Dorfes Bunzlau war und bei der Stadtgr\u00fcndung erster Stadtpfarrer von Bunzlau wurde. Es ist nicht anzunehmen, da\u00df die Kastellanei oder Landesburg Bunzlau ohne Pfarrer gewesen ist; dann k\u00f6nnte der Burgpfarrer der erste Stadtpfarrer geworden sein. Die Burgkapelle war die erste Pfarrkirche. Im Jahre 1298 h\u00f6ren wir zuerst vom Bau einer eigenen neuen Pfarrkirche, es wird den Gl\u00e4ubigen, die zum Bau und zum Schmuck der Kirche Almosen beisteuern, vierzig Tage Abla\u00df verliehen. Die Kirche war also zum Teil schon erbaut und in Benutzung: sie war der Mutter Gottes und dem hl. Nikolaus geweiht. Sie ist von den Hussiten dem Erdboden gleichgemacht worden. Im Jahre 1442 erlie\u00df Bischof Konrad von Breslau einen Abla\u00dfbrief, um die Gl\u00e4ubigen zu Beitr\u00e4gen zum Neubau zu ermuntern. Man hat bis ins 16. Jahrhundert hinein an der Kirche gebaut. 1476 wurde die gro\u00dfe Glocke gegossen. Der Bau gibt an verschiedenen Stellen Zeugnis von den Bauzeiten. Am s\u00fcd\u00f6stlichen Chorstrebepfeiler steht: Anno Domini 1482, an einer Blende der Westseite 1492, an der S\u00fcdwestecke steht 1516, im entsprechenden Gew\u00f6lbeschlu\u00dfstein im Innern 1521. Der Turm war 1522 bis zur Br\u00fcstung gediehen. Sp\u00e4ter sind noch die Kapellen der S\u00fcdseite angebaut. Im drei\u00dfigj\u00e4hrigen Kriege ist die Kirche im Jahre 1642 ausgebrannt, dabei wurden die Gew\u00f6lbe des Langhauses vernichtet. An der Wiederherstellung hat bis 1665 der Stadtbaumeister Michael Burger gearbeitet, vollendet hat sie 1692 \u2013 diese Zahl steht an der Leibung des Orgelchorbogens \u2013 Julius Simonetti, der neue Stadtbaumeister. Der zweimal durchsichtige Barockhelm des allein ausgebauten S\u00fcdturmes wurde 1843 durch die jetzige neugotische Spitze ersetzt. In den Jahren 1926 \u2013 28 wurde die Kirche au\u00dfen und innen sachgem\u00e4\u00df erneuert. Schneider-Breslau hat ihr die sch\u00f6ne T\u00f6nung verliehen, aus der der wechselnde Sonnenschein immer neue Farbensch\u00f6nheit hervorzulocken vermag.<\/p>\n\n\n\n<p>Die, unbekannt seit wann, neben der Kirche stehende Dorotheenkirche ist 1500 abgebrochen worden; vielleicht war es eine nach dem Abzug der Hussiten erbaute Notkirche, die entbehrlich wurde, als die gro\u00dfe Kirche vollendet war.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch sei kurz von den \u00fcbrigen katholischen Kirchen und Kapellen berichtet, die Bunzlau gehabt hat. Die Burgkapelle ist mit der Burg im drei\u00dfigj\u00e4hrigen Kriege zerst\u00f6rt worden. Auf dem Burgplatz steht jetzt die evangelische Kirche. Die Kirche der Dominikaner, die 1239 nach Bunzlau kamen, 1554 \u2013 1666 abwesend waren und dann bis zur S\u00e4kularisation 1810 blieben, ist 1811 mit dem Kloster der evangelischen Gemeinde geschenkt worden, die hier ihre Schule einrichtete.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"693\" height=\"1084\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/651-Kath.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1634\" style=\"width:304px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Nikolaikirche kann nicht so alt sein, wie man gew\u00f6hnlich liest; den 1298 wird die Pfarrkirche noch ausdr\u00fccklich als Maria und dem hl. Nikolaus geweiht bezeichnet. Sie ist mehrfach zerst\u00f6rt worden, noch 1813 von den Franzosen. 1819 ist sie wiederhergestellt worden. Sie ist jetzt evangelisch. Die Marienkapelle wird 1326 zum ersten Male urkundlich genannt. 1427 haben sie die Hussiten zerst\u00f6rt, 1642 wurde sie wieder zum Gottesdienst eingerichtet, weil die Pfarrkirche zerst\u00f6rt war; da der erste Pfarrgottesdienst am 2. Adventssonntag stattfand, wurde sie auch das Adventskirchel genannt. Seit 1700 war sie bis ihrem Abbruch Salzmagazin.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hedwigskapelle ist nat\u00fcrlich nicht von der hl. Hedwig gestiftet, sie ist freilich \u00e4lter als die erste urkundliche Erw\u00e4hnung im Jahre 1429; die Hussiten haben in diesem Jahre in dieser Kirche die Bunzlauer Priester und M\u00f6nche ermordet. 1450 wurde sie wiederhergestellt; nachdem sie 1633 abgebrannt war, ist sie nicht mehr aufgebaut worden. An ihrer Stelle steht jetzt eine Turnhalle.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kommende der Kreuzherrn mit dem roten Stern bestand schon 1260; diese Kreuzherrn stammten aus dem Matthiasstift in Breslau. Sie leiteten das Spital zum Heiligen Geiste, das nach seiner dem hl. Quirinus geweihten Kirche auch oft Quirinusspital hei\u00dft. 1568 hat die Stadt die Kommende gekauft. Die 1735 erweiterte Qurinuskirche ist 1739 abgebrannt, 1749 wieder aufgebaut und 1829 abgebrochen worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hause der Grauen Schwestern ist eine Kapelle eingerichtet. In einer Apsis steht der Altar mit einem Marienbild und den Statuen der hl. Elisabeth und des hl. Augustinus. In der Kapelle sehen wir noch Figuren des hl. Herzens Jesu, des hl. Josef und des hl. Antonius und Bilder der hl. Theresia und des hl. Konrad von Parzam. An der Decke in Beuroner Art gemalt eine Heimsuchung Mariens mit Josef und Zacharias und eine Flucht nach \u00c4gypten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1120\" height=\"692\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/959-Katholische-Kirche.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1635\" style=\"width:384px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/959-Katholische-Kirche.jpg 1120w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/959-Katholische-Kirche-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1120px) 100vw, 1120px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Kirche hat einen dreijochigen Chor, der nach drei Seiten des Achtecks geschlossen ist. Auf seiner S\u00fcdseite zieht sich ein zweijochiges Seitenschiff hin, das ebenfalls nach drei Seiten des Achtecks geschlossen ist. Auf der Nordseite liegt die Sakristei, deren Obergescho\u00df wie in Jauer nach der Kirche hin ge\u00f6ffnet ist. Das Langhaus ist eine dreischiffige Basilika, deren Mittelschiff seine Beleuchtung durch das gro\u00dfe vierteilige Westfenster empf\u00e4ngt. Das Langhaus hat au\u00dfer dem Turmjoch vier Joche. An der S\u00fcdseite des Langschiffes ziehen sich Kapellen hin, zwischen denen in offener Halle die Treppe zum S\u00fcdportal liegt, die wegen des von Chor zum Ring ziemlich steil abfallenden Gel\u00e4ndes notwendig ist. Die Ecken sind s\u00e4mtlich aus Quader-Sandstein hergestellt, die Mauerfl\u00e4chen sind verputzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die lichte Weite des Chores betr\u00e4gt 10 m wie die des Mittelschiffes, die L\u00e4nge des Chores 18 und die des Langhauses 28 m. Das Mittelschiff ist mit 16,20 m genau 3,80 m h\u00f6her als die Seitenschiffe.<\/p>\n\n\n\n<p>Den sch\u00f6nsten Zugang zur Kirche hat man vom Ring durch ein schmales G\u00e4\u00dfchen, dessen beide H\u00e4user am Kirchplatze Wenzel Prachoffsky 1724 durch einen geschmackvollen Torbogen verbunden hat. Wer von hier kommt, erlebt die Westseite in ihrer ganzen nach oben weisenden Sch\u00f6nheit. Vor dem Westportal stehen jetzt die Figuren der Jungfrau Maria, des hl. Josef, der hl. Hedwig und des hl. Johannes von Nepomuk, die von Mitgliedern der Familie Wolfgeil 1723 f\u00fcr die Br\u00fccke am Niedertor bestimmt waren, das im 19. Jahrhundert eingerissen worden ist. Die Archivolte des Westportals ist mit Kreuzblumen und Krabben geschm\u00fcckt, die unten in Vierf\u00fc\u00dfler auslaufen; an der Seite finden sich Kragsteine und Baldachin f\u00fcr Heiligenfiguren. Der S\u00fcdturm steigt auf quadratischem Grundri\u00df zur H\u00f6he von vier Stockwerken und geht dann ins Achteck \u00fcber; den \u00dcbergang verdeckt eine Br\u00fcstung mit Fischblasen-Ma\u00dfwerk, wie es auch der Umgang um den Achtort, dem Jahre 1610 entstammend, aufweist. \u00dcber dem Achteck erhebt sich seit 1843 der neugotische Turmhelm.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1072\" height=\"675\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1362-Kath.-Kirche.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1636\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1362-Kath.-Kirche.jpg 1072w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1362-Kath.-Kirche-768x484.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1072px) 100vw, 1072px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf dem Turm h\u00e4ngen vier Glocken, die seit 1932 die zwei im Weltkrieg dem Vaterlande geopferten Glocke ersetzen, w\u00e4hrend die beiden andern nach Tillendorf gekommen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Die Dreifaltigkeitsglocke. Auf ihr steht: \u201eGloria tibi Trinitae, aequalis una Deitas et ante omnia saecua et nunc et in perpetuum. Zu Ehren der allerheiligsten Dreieinigkeit gossen micht A. D. 1932 Petit und Edelbrock in Gescher in Westfalen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>2. Die Christk\u00f6nigsglocke: \u201eO Rex gloriae, veni cum pace (O K\u00f6nig der Herrlichkeit, komm mit Frieden). Zu Ehren Christus des K\u00f6nigs gestiftet von der katholischen Kirchengemeinde Bunzlau. Zum 25j\u00e4hrigen Dienstjubil\u00e4um des Erzpriesters und Pfarrers Alfred Fiebiger 1904 \u2013 27. 10. \u2013 1929 gossen mich Petit und Edelbrock A. D. 1932.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>3. Die Marienglocke: \u201eAssumpta est Maria in coelum, gaudent aneli, laudantes benedicunt&nbsp; Dominum. St. Maria, Patrona huius Ecclesiae, ora pro nobis. Zu Ehren Mari\u00e4 Himmelfharts gossen mich A. D. 1932 Petit und Edelbrock in Gescher in Westfalen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>4. Die Hedwigsglocke: \u201eHedwigis sancta inelita, Silesiae patrona, in coelesti euria coronata, nos pst hoc ecilium fac habere coeli gaudium. Zu Ehren der hl. Hedwig gossen mich A. D. 1932 Petit und Edelbrock in Gescher in Westfalen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Glocken haben ein Gewicht von 3548, 1748, 1022 und 644 kg, sie haben einen Durchmesser von 1,82 m, 1,42 m, 1,18 m und 1,03 m und sind abgestimmt auf die T\u00f6ne B, D, F, G.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1091\" height=\"696\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-358-Kath.-Kirche-innen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1637\" style=\"width:516px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-358-Kath.-Kirche-innen.jpg 1091w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-358-Kath.-Kirche-innen-768x490.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1091px) 100vw, 1091px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der Westgiebel ist durch Ziegelstreifen, parallel zu den Giebelkanten, in gro\u00dfe Rautenfelder aufgeteilt, deren Grund verputzt ist; den Kanten sind Pfeilerchen aufgemauert, die durch Stichbogen mit der Giebelkante verbunden sind. An der S\u00fcdecke der Westseite die Jahreszahl 1516. Dar\u00fcber ein Relief der hl. Dreifaltigkeit, etwa 1700 entstanden, unter dem eine \u00e4ltere Inschrift sagt: \u201eSi jncole bene murati, pulchre opidum munitum (Wenn die Einwohner gut ummauert sind, ist die Stadt wohl befestigt)\u201c; sie stammt vom alten Obertor.<\/p>\n\n\n\n<p>An der S\u00fcdwestecke des Kirchplatzes steht ein steinernes Kreuz, auf dessen Sockel zu lesen ist: Christo Domino et Redemptori suo populus catholicus Boleslaviensis 1846 (Christus seinem Herrn und Erl\u00f6ser die katholische Gemeinde Bunzlau). Es sei fern von mir mich zu r\u00fchmen au\u00dfer in dem Kreuze unseres Herrn Jesu Christi. Gal. 6. 14\u201c.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"691\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-647-Eingang-Kath.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1638\" style=\"width:304px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>An der S\u00fcdseite sind eine Reihe sch\u00f6ner Grabsteine in die Mauer der Kirche eingelassen. Es sind von West nach Ost die folgenden:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Das f\u00fcr Georg Albrecht. Pilaster mit Blattwerk in Fr\u00fchrenaissance umrahmen eine Tafel mit dem Auferstandenen, vor dem der Tote mit seiner Frau, 9 S\u00f6hnen und 6 T\u00f6chtern kniet. Die Inschrift lautet: \u201eIch bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich st\u00fcrbe. Johannis am 11. Anno 1575 den 7. Sept. ist in Gott seliglich entschlaffen der ehrsame George Albrecht und zuvor 1570 den 25. Novembris ist die tugendsame Frau Benigna, seine ehliche Hausfrau, den Gott und uns allen eine frolete Ufferstieh und (soll hei\u00dfen Auferstehung), Amen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>2. Daneben Epitaph mit sch\u00f6nen Pilastern im Fr\u00fchrenaissance f\u00fcr Anton Schwarcz mit der Inschrift: \u201eIm Jahre 1573 den 1. Januarii zu Nachten ist der ehrsame Antonius Schwarcz, Burger allhier, in Gott dem Herrn seliglich entschlaffen. Danach im Jahre 1591 ist seine eheliche Husfraw Margaretha von diesem Jammertal abgeschieden. Got vorleihe ihnen eine fr\u00f6hliche Auferstehung am j\u00fcngsten Tage mit allen Auserwehlten zum ewigen Leben. Amen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>3. \u00c4hnlich wie beim ersten Epitaph die Auferstehung, vor der die Eltern mit 3 S\u00f6hnen und 5 T\u00f6chtern knien. Beide Epitaphien entstammen, wie die seit 1560 etwa vorhandenen derselben Werkstatt, die sich u. a. immer wieder durch arge Verst\u00f6\u00dfe gegen die Rechtschreibung zu erkennen gibt. Die Inschrift hier sagt: \u201eJohann 17. In der Welt habet ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt \u00fcberwunden. Anno 1576 ist der edle ernvheste (= ehrenfeste) Romulos Schelendorf von Hornsberge vf (=auf) Burglehn Bunczlaw den .. Tag gestorben. Dem Got gnade.&nbsp; Anno domini 1569 ist die edle tugendsame Fraw Regina Czedliczin von Wicztal, sein ehelich Gemahel, den 29. April gestorben. Der Gott gnade.\u201c Das Schellendorf- und das Zedlitzwappen sind beigegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Dem 2. Epitaph \u00e4hnlich ist das f\u00fcr Hans Seidel mit der Inschrift: \u201eAnno 1561 den 3 Aprilis ist in Gott selig entschlaffen der ehrsame Hans Seidel und zuvor Anno 1552 Dinstag nach Jacobi ist in Got f\u00fcrstorben Magdalena, seine eheliche Hausfrau. Anno 1557 den 10. Februarii ist auch seliglich von diesem Jammertal abgeschieden Anna seine ander eheliche Hausfrau. Denen Gott und uns allen genedig und barmherzig sei\u201c.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1071\" height=\"663\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-123-Portal-Kath.-Kirche.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1639\" style=\"width:386px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-123-Portal-Kath.-Kirche.jpg 1071w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-123-Portal-Kath.-Kirche-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1071px) 100vw, 1071px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>5. Das Grabmal f\u00fcr Johannes S\u00fc\u00dfenbach, den Sohn des ersten evangelischen Predigers in Bunzlau Jakob S\u00fc\u00dfenbach; er war erst Lehrer an der Liegnitzer Stadtschule, dann 25 Jahre in Kroisch Kr. Liegnitz, gest. 26. 6. 1585; seine Frau Margaretha geb. Hentschel aus Sprottau, 32 Jahre mit ihm verheiratet, starb in Bunzlau am 14. 1. 1497; ihre S\u00f6hne Heinrich und Joseph haben den Eltern das Denkmal gesetzt, dessen Inschrift besagt: \u201eJohanni S\u00fcssenbachio Boleslaviensi, Jacobi S\u00fcssenbachii primi Concionatoris Evangelici apud Boleslaviensis filio, qui. docendi munere apud Lignicenses oppidanos, deinde vero in agro XXV usque annos fideliter perfunetus, superato iam elimacterico aetatis heroico, mortuus Annao Christi MDXXCV mense Martio die XXVI, et Margaritae Hentschliae Sprottaviensi, coniugi et laborum ipsius sociae per annos XXXII integros fidelissimae, beata morte illum ex voto tandem subsecutae anno Christi MDIIIC mense Januario die XIV, parentibus optime meritis, ut, quos peculiare mortis fatum haneBoleslaviae, illum Krotschicii tumulo condens aliquantischer distraxerat, corum saltem memoriam coniundtim legerrent, si qui non dedignabuntur posteri. Henricus et Josephus filii superstites m(ommentum) h(oc) p(ietatis) e(gro) p(osuerunt).\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>6. Das Grabmal f\u00fcr Martha Seiler geb. Maschgin und ihre beiden T\u00f6chter. Ein Aufbau in Hochrenaissance umrahmt eine Inschriftentafel, an der seitlich der Gekreuzigte steht, vor dem die Frau mit ihren beiden T\u00f6chtern kniet; im kr\u00f6nenden Giebeldreieck ruht ein Knabe mit der Sanduhr auf dem Totenkopf. Wir lesen hier: \u201eAnno 1594 den 14. Decembris isst in Gott seliglich entschlafen die ehrbare und tugendsame Fraw Martha Maschgin, des Herrn Joachim Seilers Burgers allhier geliebte eheliche Hausfrawe, ihres Alters im 30. Jahr und zuvor Anno 1591 ihr T\u00f6chterlin Martha, desgleichen Anno 1594 den 24. Novembris ihr ander T\u00f6chterlin Dorthea, denen Gott und uns allen genedig sey. Herr Jesu, in deine H\u00e4nde befehl ich meinen Geist. Kom, Herr Jesu, kom, kom.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>7. \u00c4hnlich wie Nr. 4, das Grabmal f\u00fcr Matth\u00e4us Buchwelder: \u201eIm Jahr Christi 1568 am Sonntag nach der heiligen drei Konig Tage ist in Gott seliglich entschlaffen der ehrbare Matthes Buchwelder, deme Got eine froliche Auferstehung wolle verleihen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>8. \u00c4hnlich gestalte ist das Denkmal f\u00fcr Kaspar Preibisch und Frau: \u201eAnno 1575 den 9. Aprilis ist in Got seliglich entschlaffen der ehrsame Caspar Preibisch und darfor (=davor) Anno 1566 den 27. Septembris ist die ehrbare und tugendsame Frau Anna, seine eheliche Hausfrau, denen Gott und uns allen eine fr\u00f6hliche Auferstehung zu ewigen Leben vorleihen und geben wolle.\u201c<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"690\" height=\"1097\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-690-Kirchenportal.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1640\" style=\"width:298px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wir stehen an der S\u00fcdhalle. Am Treppenaufgang stehen die Figuren der Pestheiligen Rochus und Sebastian, urspr\u00fcnglich f\u00fcr die Br\u00fccke am Niedertor bestimmt. An den Sockeln Chronostiche: \u201esantCtVs RoChVs, scMper fVIt et aDerIt In peste patronVs (= 1723, der hl. Rochus war und bleibt immer der Schutzpatron in der Pest)\u201c und \u201esanCtVs sebastIanVs MedDICVs et In peste patroVs (= 1723 der hl. Sebastian Arzt und Patron in der Pest\u201c. Extructum anno 1853, d. h. 1853 sind die beiden Statuen an die heutige Stelle gekommen. Die Vorhalle hier hat Kreuzgew\u00f6lbe mit Masken als Kragsteine und Schlu\u00dfsteine.<\/p>\n\n\n\n<p>In der S\u00fcdvorhalle zwei Grabdenkm\u00e4ler, westlich das f\u00fcr Kaspar Kirchner, \u00f6stlich das f\u00fcr Sebaldus von Bibran.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Auf der mit Motiven im Knorpelstil umrahmten Tafel steht: \u201eCasparo Kirchnero viro amplissimo, poetae et philospho doctissimo, quo nemo plures artes didicit, nemo pauciores icatavit, ornamento huius urbis, in qua natus sepeliri quoque voluit.<\/p>\n\n\n\n<p>Quid belli non ira tuis, Caspare, Silesis<\/p>\n\n\n\n<p>Abstulit! En patrium quaerimus in patria.<\/p>\n\n\n\n<p>Musae restabant, sed et hae, clarissime vatum,<\/p>\n\n\n\n<p>Vivere vix ultra te moriente queunt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>(d. h. dem ber\u00fchmten Kaspar Kirchner, (dem Lehrer des Martin Opitz), dem gelehrten Dichter und Philosophen, der Zierde Bunzlaus, der in seiner Geburtsstadt begraben sein wollte. Keiner hat mehr K\u00fcnste beherrscht, keiner sich weniger ger\u00fchmet als er.<\/p>\n\n\n\n<p>Was hat der Krieg deinen Schlesiern, Kaspar, nicht alles genommen!<\/p>\n\n\n\n<p>Siehe, das Vaterland selbst suchen im Vaterland wir.<\/p>\n\n\n\n<p>Hochber\u00fchmter Poet, die Musen sind zwar geblieben,<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nach deinem Tod k\u00f6nnen sie leben kaum noch).<\/p>\n\n\n\n<p>Kirchner war bis 1621 Kantor in Bunzlau und starb als kaiserlicher Rat in Liegnitz am 16. 6. 1627, er war vor 1592 in Bunzlau geboren.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Am aufwandvollen Bibran-Epitaph oben die hl. Dreifaltigkeit zwischen den Statuen der Gerechtigkeit und der Fr\u00f6mmigkeit, darunter ein Flachbild vom g\u00f6ttlichen Kinderfreund, dem die Eltern ihre Kinder zuf\u00fchren, auch einen Knaben mit Steckenpferd und einem Holzschwert. Darunter steht: \u201eLa\u00dft die Kindlien zu mir kommen, glaubet, das Himmelreich ist ihrer. Im jar 1557 ist in Got seliglich entschlaffen der edle vielehrentugendfeste Sebaldius von Bibran, des edlen vielehrenveste wolbenambten Herrn Ladislaus von Bibran, Herrn zur alden Oelsen, liebes Sohnlein, dem und uns allen Got eine fr\u00f6hliche Auferstehung zum ewigen Leben verleihen und geben wolle.\u201c Oben vier Wappen, der von Branner und der von Niebelsch\u00fctz sind die beiden letzten. Links vom Beschauer sechs Wappen von oben nach unten d. v. Zedlitz, d. v. Niebelsch\u00fctz, d. v. Seher a. d. Hause P\u00fcrschen, d. v. Stoschen a. d. H. Simbsen, d. v. Thader a. d. H. Guren, d. v. Brauner a. d. H. Ottendorf. Rechts: d. v. ?, d. v. Schankenow? a. d. H. Onder?, d. v. Necher a. d. H. Brunitzdorf?. d. v. Rechenberg a. d. H. Windischen Borau, d. Glaubitzer a. d. H.?, der Unruer (Unruhe) a. d. H. Trengeke?<\/p>\n\n\n\n<p>An der Kirchhoftreppe auf dem Wege vom Pfarrhaus zur S\u00fcdvorhalle der Kirche eine Nepomukstatue, die Pfarrer Mentzel und Kaplan Scholz 1736 gestiftet haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Jenseits der S\u00fcdvorhalle an der S\u00fcdseite weitere Grabdenkm\u00e4ler.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1064\" height=\"690\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-6-1784-Kath.-Kirche.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1641\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-6-1784-Kath.-Kirche.jpg 1064w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-6-1784-Kath.-Kirche-768x498.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1064px) 100vw, 1064px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>1. Das des Gallus Formann. Im kr\u00f6nenden Giebelfeld der Auferstandene, darunter der Spruch: \u201eChristus ist mein Leben, Sterben mein Gewinn.\u201c Dann ein Relief: vor dem Kreuze knien das Ehepaar mit drei S\u00f6hnen und zwei T\u00f6chtern; die Grabschrift lautet: \u201eAnno 1613 den 7. Sept. ist in Got selig verschieden der ehrbare und wohlgeachte Herr Gallus Formann, Burger und Kupferschmied zu Bunczlaw, seines Alters 42 Jahr, Ehestandes 9 Jahr. Dem Gott gnade. Die ehrenvieltugenreiche Fraw Barbara geborene Scuczenin von G\u00f6rlitz, seine ehliche Hausfraw.\u201c Um das Ganze ein Rahmen in Sp\u00e4trenaissance.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Das Epitaph f\u00fcr Magdalena, Tochter des Arztes Jakob Bernauer und seiner Frau Christina geb. Peucker, Urenkelin Melanchthons. Oben schl\u00e4ft ein Genius mit Sanduhr gegen\u00fcber dem Kreuz mit der Schlange. Zwischen vier Wappen die Grabschrift:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVita quid? Exilium vitae. Mors? Janua vitae.<\/p>\n\n\n\n<p>Quid tumulus? Vitae mox rediviva sedes.<\/p>\n\n\n\n<p>Lethi laeta dies: quid triste ac si quid acerbi.<\/p>\n\n\n\n<p>Id relevant Christi vuluera, terra tegit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>(Was ist das Leben?<\/p>\n\n\n\n<p>Verbannung des Lebens. Der Tod ist des Lebens T\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Grab ist auch bald wieder Lebens Sitz.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6n ist der Todestag. Was hart an ihm ist und bitter,<\/p>\n\n\n\n<p>Machen die Wunden des Herrn leicht, und die Erde deckt\u2018s zu).<\/p>\n\n\n\n<p>Altissimi tandem in refugio beatae Magdalenae Jacobi Behrnaueri D(omin), Illustrium Nobilium Statuum Lusatiae Superioris atque hae in republica medici ordinarii, ex coniuge Christina C. C. Peucerer. F. Nept., Ph. Melanchthonis pronepte, Filiolae, natae Beutaniac Viadri MDCXX Kal. Novembr., denatae Boleslaviae Boberi actatis annos I, menses I, dies vero XXII, terris ita exulanti ad Coeli mausionem properanti h(oc) mon(umentum) p(osuit) p(arens).<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Leid in dieser Erdt<\/p>\n\n\n\n<p>hat Gott in gro\u00df Freud verkehrt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgend drei Grabsteine mit Kinderrelief und zwar<\/p>\n\n\n\n<p>3. f\u00fcr Johannes Dieffenbach: \u201eJoannes Dieffenbach, filius primogenitus Georgii Dieffenbachii pie vl (statt et) placide obdormivit Anno 1603, XXII. Februarii.\u201c \u201eMori est luerum mihi (Sterben ist mein Gewinn).<\/p>\n\n\n\n<p>Nos verbo ereat et servat, nos avocat idem<\/p>\n\n\n\n<p>Et revocat verbo vivficante Deus, Chrysostomus.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gott erschafft und erh\u00e4lt uns durch sein belebendes Wort und<\/p>\n\n\n\n<p>Ruft uns auch heim durch dies sein belebendes Wort.)<\/p>\n\n\n\n<p>Bonum est gloriae in terris, sed melius est gloriari in coelis (gut ist Ruhm zu haben auf Erden, besser, ihn zu haben im Himmel). Bonum certamen certavi (ich habe den guten Kampf gek\u00e4mpft) 2. Tim.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>4. f\u00fcr Jeremias Gerstmann, den erst 15 Monate alten Sohn des Florian Gerstmann: \u201eAnno MDXC opitmae spei puerulus Jeremias Gerstmanns Floriani filius anno et trimestri vitae spatio exacto placiide obdormivit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>5. f\u00fcr seine Schwester Helene Gerstmann: \u201eHelena filiola primogenita Floriani Gerstmann obiit anno 1588 die 16. Maji actatis suae die 14.<\/p>\n\n\n\n<p>Contegor hoc Helena Gerstmann filia busto<\/p>\n\n\n\n<p>Matris ab uberibus quam fera pecu tulit.<\/p>\n\n\n\n<p>At nune in cuius nomen lustrata salutis<\/p>\n\n\n\n<p>Rore tui Christi vivo recepta sinu.<\/p>\n\n\n\n<p>(Dieses Grab deckt mich, Helena Gerstmann, die kleine,<\/p>\n\n\n\n<p>die ein hartes Geschick ri\u00df von der Mutter Brust.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich ruh jetzt im Scho\u00dfe des Heilands, des Namen ich trage,<\/p>\n\n\n\n<p>Auf den ich bin getauft und von der S\u00fcnde erl\u00f6st.)\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>6. Das Grab des Vaters Florian Gerstmann: \u201eHerr Jesus Christus, dir leb ich, dir sterb ich, dein bin ich todt und lebendig. Du hast mich erl\u00f6st, du treuer Gott. Im Jahr nach Christi Geburt 1599 am Tage Stephani zu Nacht um 2 Uhr ist in Gott seliglich entschlaffen der ehrenveste und wohlweise Herr Florian Gerstmann. Burger und Ratsverwandter allhier, seines Alters im 43. Jahr, dem Gott und uns allen eine fr\u00f6hliche Auferstehung zum ewige Leben verleihen wolle.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>7. Der Grabstein des Stadtsekret\u00e4rs Tscherning: \u201eSiste, viator, Joannis Tscherningii civis et a secretis reipublicae Boleslaviensis Notarii publici ossa hie recubant. Is in vita profuit omnibus, nocuit nemini, cum amoverunt bonae Musae, suspexerunt viri probi, honestaverunt cives nostri; hie dum vixisset annos LII, septimanas VII, die XIX Decembrris anno MDCIX pie moriens humanae, imbecillitatis exemplum enituit. Jam hic quis fuerit, abi et aeternae salutis memor te quoque mortalem esse memento, Martha Menochia vidua, filiae et filii moestissimi p(oni) c(uraverunt).\u201c (Bleib stehen,, Wanderer. Hier ruhen die Gebeine des Johannes Tscherning, Stadtsekret\u00e4rs und Notars in Bunzlau. Er hat in seinem Leben allen genutzt, keinen geschadet; 52 Jahr 7 Wochen alt ist er am 19. 12. 1609 gestorben. Seine Witwe Martha Menoch, seine T\u00f6chter und S\u00f6hne haben dieses Grabmal gesetzt).\u201c<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"714\" height=\"1106\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-787-Kath.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1642\" style=\"width:299px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wir betrachten jetzt die Sonnenuhr, die Richard Munsky aus Bunzlau 1907 berechnet hat. Auf ihr steht: \u201eHora fugit, mors venir, umbra transit, lux manet (die Stunde flieht, der Tod kommt, der Schatten vergeht, das Licht bleibt).<\/p>\n\n\n\n<p>8. Nun das Denkmal des Thomas Heinisius; wir sehen oben die hl. Dreifaltigkeit nach dem Motiv des Gnadenstuhles, unten die Opferung Isaaks. Zwischen beiden Darstellungen steht Deus providebit (Gott wird sorgen). Die Grabschrift lautet: \u201eThomae Heinisio filiolo quadrimulo, egregiae spei puerulo, die XX Augusti Anno MDLXXI pie defuncto M. Thomas Heinisus reipublicae huius Syndicus et Juditha Seileriana parentes perpetuum hoc amoris monumentum f(ieri) f(ecerunt).\u201c Der Bunzlauer Syndikus Thomas Heinisius und seine Frau Judith geb. Seiler haben ihrem Sohne Thomass, der im Alter von fast 4 Jahren gestorben war, dieses Denkmal gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>9. Das n\u00e4chste Grabmal in reichem Renaissancerahmen, ist so verwittert, da\u00df man nur noch lesen kann: \u201e&#8230; eine fr\u00f6hliche Auferstehung zum ewige Leben geben und vorleihen wolle. Amen.\u201c Beim Wappen die Namensbuchstaben M. N. Vielleicht handelt es sich um den am 14. 12. 1616 verstorbenen Pastor Primarius Martin N\u00fc\u00dfler.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Chorabschlu\u00df des Mittelschiffes, nach Norden zu, der Grabstein f\u00fcr Esther Preller, die Frau des Rektors Zacharias Schubert mit folgender Inschrift: Chr(isto) R(edempotori) S(acrum). Qui virtutem amas, morare gressum viator. Specimen eius reliquit Esthera Prelleria, quondam pietate, observantia fide, amore, comitate in Deum, parentes, maritum, liberos, quoscunque incomparabilis focmina, sed, eheu! partu quarto et immaturo nimis, Estherulam enixa sobolem, in ipso actatis flore ex turbulento hoc mundi freto solemnibus Michaelis ad angelicae felicitatis portum translata, praemisso anno superiore Janulo filio filiola recnes nata qutriduo sequente in spem laetam diei Censorii mortale quod fuit heic depositum Anno O(rbis) R(estituti) MDCXXV actati XXV coniugi per annos IX concordissimos amabilis Zacharias Schubertus Scholae Rector cum Anna Maria et Elisabetha filiarum Scholae Rector cum Anna Maria et Elisabetha filiarum superstitibus in lucut ac mocrore&#8230; memores\u201c (Christus dem Erl\u00f6ser geweiht. Halt an, Wanderer, der du die Tugend liebst. Ein Beispiel der Tugend hinterlie\u00df Esther Preller, eine unvergleichliche Frau durch ihre Fr\u00f6mmigkeit gegen Gott, ihren Gehorsam gegen ihre Eltern, ihre Treue gegen ihren Gatten, ihre Liebe zu ihren Kindern, ihre Freundlichkeit gegen jedermann. Im vierten Kindbett ist sie allzufr\u00fch verstorben, nachdem sie die kleine Esther geboren; vorangegangen war ihr ein Jahr vorher ihr Sohn Hans, nach vier Tagen folgte ihr die kleine Esther. Sie starb zu Michaelis 1625, 25 Jahre alt, 9 Jahre verheiratet. Ihr Mann Zacharias Schubert, Rektor der Bunzlauer Schule, und die beiden T\u00f6chter Anna Maria und Elisabeth haben ihr dies Denkmal gesetzt).<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1056\" height=\"1637\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-8-1604-Kath.-Kirche.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1643\" style=\"width:316px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-8-1604-Kath.-Kirche.jpg 1056w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-8-1604-Kath.-Kirche-839x1300.jpg 839w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-8-1604-Kath.-Kirche-768x1191.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-8-1604-Kath.-Kirche-991x1536.jpg 991w\" sizes=\"auto, (max-width: 1056px) 100vw, 1056px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Neben dem Nordportal der Grabstein des T\u00f6pfers Matthes These: \u201eAnni 1625 den 15. November ist in Gott selig verschieden Matthes These, T\u00f6pfer allhier, seines Alters 53 jhar, deme Gott eine fr\u00f6hliche Auferstehung zum ewigen Leben geben und vorleihen wolle. 1. Joh. Das Blut Jesu Christi reiniget uns von allen S\u00fcnden. R\u00f6m. 14: Leben wir, so leben wird dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hochaltar ist mit dem Verm\u00e4chtnis des Pfarrers Blutvogel unter Pfarrer Mentzel 1738 und 39 von Bildhauer Leonhard Weber in Schweidnitz hergestellt worden. Er erstreckt sich \u00fcber den ganzen Ostabschlu\u00df des Chores. Auf dem Altartisch der Tabernakel, an seiner T\u00fcr ein Kruzifix im Relief, zur Seite betende Engel, denn Garben und Trauben und gr\u00f6\u00dfere Engel. Zwei barocke Sanctusleuchter aus Holz. Die Altarwand zeigt im Hauptteil Maria Himmelfahrt, aus Holz geschnitzt, \u00fcber einem Wolkenberg mit vielen Engeln; ein Engel,kr\u00f6nte Maria mit einem Sternenkranz, einer schmiegt sich mit Blumen an ihre Rechte, ihr Blick geht zum Himmel, die Linke legt sie aufs Herz, die Rechte ist bedeutsam ausgestreckt; zu F\u00fc\u00dfen des Sarges, dem sie entstiegen, kniet Petrus und schaut ihr nach. Auf dem Sockel stehen nach au\u00dfen die Figuren des hl. Wenzel und des hl. Leopold, vor den Fenstern Stephanus und Laurentius, vor den Pilastern Augustinus und Nikolaus, neben der Bildnische Petrus und Paulus. Im Obergescho\u00df ist die hl. Dreifaltigkeit plastisch dargestellt, hier wieder Heilige, darunter die hl. Hedwig. Das Antependium ist geschnitzt, es zeigt Mari\u00e4 Heimsuchung mit Josef und Zacharias und die Sinnbilder der vier Evangelisten an den Ecken. Die 10 Zinnleuchter tragen die Inschrift H M G B T V 1684 oder H D B F V 1684 oder I H S. an der Altarwand steht: Staffiert 1882 unter Seiner Hochw\u00fcrden Herrn Pfarrer Kreuz von Frimert, Staffierer in L\u00f6wenberg. Die geschnitzte Kommunionsbank ist geschweift. Die Schlu\u00dfsteine im Kreuzgew\u00f6lbe des Chores zeigen den schlesischen Adler und I H S. An der Epistelseite zwei Apostelbilder, wohl wiederum Petrus und Paulus. An der Evangelienseite eine Dornenkr\u00f6nung, am Sitze Jesu ein Wappen mit M. Z. Ap.&nbsp; = Melchior Zimmermann, Archipresbyter (= Erzpriester) von Bunzlau (1662 \u2013 79), eine Kreuzigung von Neunherz, gestiftet von Pfarrer Mentzel (1724 \u2013 52) und eine heilige Familie. Rechts und links vor der alten eisernen Sakristeit\u00fcr zwei sch\u00f6ne Renaissance-B\u00e4nke.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Nordseite neben der Kommunionbank der Grabstein des Pfarrers Blutvogel (1707 \u2013 24).<\/p>\n\n\n\n<p>Oben ein Dreieck als Sinnbild des Dreieinigen Gottes, unten ein gekr\u00f6nter Totenkopf; in den Ecken ein Kranich: Vigilavi (ich habe gewacht), ein Pelikan: nutrivi (ich habe ern\u00e4hrt); eine Gans: laboravi (ich habe gearbeitet) und ein Ph\u00f6nix: pro vita aeterna (f\u00fcr das ewige Leben); die Grabschrift lautet: \u201eD(eo) O(ptimo) M(aximo) et piae memoriae admodum reverendi praenobilis et eximii domini Christiani Francisci Blutvogel, caesareae&nbsp; regiaeque urbis Boleslaviensis parochi et eiusdem districtus archipreybyteri per annos 15, patria Glogoviensis Maioris, qui ibidem in mundum hunc immundum ingressus anno MDCLXXIIX mense Februario die XII, annos explevit multae, non longaevae 44 aetatis; inde Deum, ut gaudia cum sanctis teneat aeterna, venerabundus viator, pie praecare.\u201c Pfarrer Blutvogel ist also in Gro\u00dfglogau am 12. 2. 1678 geboren und mit 44 Jahren schon gestorben, nachdem er 15 Jahre Pfarrer und Erzpriester von Bunzlau gewesen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Pfeiler zwischen dem Chorabschlu\u00df des Mittelschiffs und des Seitenschiffes ein Mariahilf-Bild mit zwei Wappen und einer Kartusche mit der Inschrift: \u201eO Deipara, virginitatis perpetuae exemplar incomparabile, semper honon, numen, nomen tuum, laudes manebunt. Tibi, tibi, reginae coelorum, hoc posuit Joannes Christophorus B\u00fcttner, pro tempore reipublicae huius Consul, una cum coniuge sua dilectissima Barbara Sophia Schoesseliana teMpore qVo LeopoLDVY LegIt et regIt (die Ziffernbuchstaben ergeben das Jahr 1661); O Gottesgeb\u00e4rerein, unvergleichliches Vorbild steter Jungfr\u00e4ulichkeit, immer werden bleiben deine Ehre, dein Name, dein Ruhm. Dir, der K\u00f6nigin des Himmels, stiften das J. C. B\u00fcttner, z. Z. B\u00fcrgermeister, und seine Gattin B. S. Schoessel zur Zeit, da Kaiser Leopold herrschte). Nun versteht man auch die Buchstaben bei den Wappen: J. B. = Johann B\u00fcttner, B. S. B. = Barbara Sophia B\u00fcttner, 1661.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Chorabschlu\u00df des S\u00fcdschiffes der Kreuzaltar oder Altar der schmerzhaften Mutter. Es ist der Hochaltar der 1810 aufgehobenen Dominikanerkirche. Ein Barockbau, der Hintergrund ist gemalt, davor Christus am Kreuz, eine barocke<\/p>\n\n\n\n<p>Holzschnitzerei, die Figuren von Maria und Johannes entstammen der Mayerschen Kunstanstalt in M\u00fcnchen. Im Tabernakel eingeschlossen eine sch\u00f6n gefa\u00dfte Reliquie vom Kreuze Christi.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Zwischenpfeiler der S\u00fcdseite des Chores sch\u00f6nes Gest\u00fchl mit Stadtwappen, an seiner Westseite<\/p>\n\n\n\n<p>der Marienaltar,<\/p>\n\n\n\n<p>ein Barockaltar mit reichen Schnitzereien und Figuren der Jesuitenheiligen Ignatius und Xaverius. Vor barockem Vorhang steht eine Lourdesmadonna von Mayer-M\u00fcnchen. Auf den Zinnleuchtern steht C. S. A. 1738. Auf dem Altar noch zwei heilige Dominikaner mit Kreuz, Dominikus und Thomas von Aquino, und oben der hl. Johannes Nepomuk. An der S\u00fcdwand ein neues Bild der heiligen Familie in Barockrahmen. An der S\u00fcdwand des Seitenschiffes wieder sch\u00f6nes Gest\u00fchl in Renaissance. Im Triumphbogen<\/p>\n\n\n\n<p>der Herz Jesu-Altar<\/p>\n\n\n\n<p>1720 in reichem Barock geschaffen. Die Figuren des Herzens Jesu stammen von Mayer-M\u00fcnchen. Oben ein Hedwigsbild aus der Entstehungszeit des Altares; Engel mit Kelch und Lanze und Hysopstengel, auch zwei Engel, die sich k\u00fcssen. Stifter des Altares ist der Pfarrer Blutvogel. Gegen\u00fcber<\/p>\n\n\n\n<p>der Nepomukaltar,<\/p>\n\n\n\n<p>reich in Barock geschnitzt. Johannes Nepomuk steht zwischen Barbara und Elisabeth, alle drei Figuren von ayer-M\u00fcnchen. In kleinen Kartuschen gemalt, wie der hl. Johannes Nepomuk Almosen austeilt, wie er die Beichte der K\u00f6nigin h\u00f6rt, und wie er von der Br\u00fccke herabgest\u00fcrzt wird. Engel halten Krone und Schl\u00fcssel, die Zeichen seiner Verherrlichung und seiner Verschwiegenheit. Oben eine schwarze Madonna und wie gegen\u00fcber zwei Engel, die sich k\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Mittelschiff<\/p>\n\n\n\n<p>ist barockisiert. Am Triumphbogen ist in Reliefs rechts und links Mari\u00e4 Verk\u00fcndigung dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>auf den Kapitellen der S\u00e4ulen stehen die Statuen der Apostel, und zwar von vorn nach hinten einander gegen\u00fcber Petrus und Paulus, Andreas und Jakobus der \u00c4ltere, Johannes und Philippus, Bartholom\u00e4us und Matth\u00e4us, Thomas und Jakobus der J\u00fcngere und auf dem Orgelchor hinter der Orgel Simon und Judas Thadd\u00e4us. Unter dem Orgelchor steht 1692, an seiner Br\u00fcstung die Wappen des Bischofs, des Kaisers und der Stadt. Die Orgel, in Barockgeh\u00e4use, ist zweiteilig und l\u00e4\u00dft das vierteilige Westfenster frei. Die Kirche ist nicht unterkellert, es sind nur einige kleine Einzelgr\u00fcfte vorhanden. Die Achse des Langhauses setzt sich nicht gradlinig im Chor fort.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kanzel, eine Stiftung des Pfarrers Blutvogel, ist ein Meisterwerk der Barockkunst. Sie ist reich in Holz geschnitzt. Auf den T\u00fcrpfosten stehen die B\u00fcsten Jesu und Mariens. Das Treppengel\u00e4nder schm\u00fcckt Laubgewinde, aus Holz geschnitzt. Am Kanzelkorb die vier Evangelisten. Im R\u00fccken des Predigers ein Relief der hl. Dreifaltigkeit. An der Unterseite des Schalldeckels die Taube des hl. Geistes. Dar\u00fcber das Wappen des Stifters Pfarrer Christian Franz Blutvogel, eines Verwandten des B\u00fcrgermeisters Wolfgeil. \u00dcber dem Deckel ein wahres Wunderwerk der Holzschnitzkunst, wahrhaft luftig erscheinen Sonnenblumen und Laubgewinde, in dem Engel, auf Posaunen blasend, einen Wolkenberg tragen, auf dem ein gro\u00dfer Engel die Posaune bl\u00e4st. Dem Kanzelpfeiler gegen\u00fcber<\/p>\n\n\n\n<p>der Josefsaltar<\/p>\n\n\n\n<p>im Barock der gesamten Innenaustattung der Kirche. Das obere Bild stellt Johannes den T\u00e4ufer als Knaben dar, das untere, von der Malerin von Oer gemalt, den hl. Josef; auf dem Saum seines Gewandes steht: \u201eIn quaecunque tribulatione clamaverint ad Te (in welcher Tr\u00fcbsal auch immer sie zu dir rufen).\u201c Stifter des Altares ist B\u00fcrgermeister Wolfgeil.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1039\" height=\"1600\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-9-2012-Kath.-Kirche.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1644\" style=\"width:262px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-9-2012-Kath.-Kirche.jpg 1039w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-9-2012-Kath.-Kirche-844x1300.jpg 844w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-9-2012-Kath.-Kirche-768x1183.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-9-2012-Kath.-Kirche-997x1536.jpg 997w\" sizes=\"auto, (max-width: 1039px) 100vw, 1039px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Gegen\u00fcber am Kanzelpfeiler der Anna-Altar mit reichem Barockschnitzwerk. Das Annabild wird Willmann zugeschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Im S\u00fcdschiff sind vier Kapellen angebaut, immer zwei \u00f6stlich und westlich vom S\u00fcdeingang.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Westen die Kreuzkapelle. Im Schlu\u00dfstein des Gew\u00f6lbes steht 1514. Auf dem Altar die Kreuzigung mit den Barockfiguren von Mari\u00e4, Johannes und Magdalena. In der Predella des Altars steht: \u201eIn honorem passionis Domini nostri Jesu Christi lcoum hunc, olim bibliothecam dictum, pro sacello restaurati et hoc altare novum 4 statuarium cum appertinentibus propriis impensis devotionis ergo fieri fecit R(everendus) D(ominus) Melchior Ignatius Zimmermann Magister J(uris) U(triusque) C(andidatus). Archibresbyter et Parochus Boleslvaiensis anno Domini 1672, 12. Juli.\u201c Also Pfarrer Zimmernann hat diese Kapelle, die einstige Bibliothek, erneuern und den Altar einrichten lassen; am 12. 7. 1672 wurde er wohl eingeweiht. An der Westseite ein Aloisiusbild in Barockrahmen mit der Aufschrift: \u201eDer Herr hat gro\u00dfe Dinge getan. Justinus B\u00fcttner G. W.\u201c Hier ein alter kunstvoller Beichtstuhl. Hier wird das Heilige Grab aufgebaut. Das Pflaster besteht aus Teilen von Gew\u00f6lberippen. Unter der Orgelb\u00fchne das Missionskreuz, das anzeigt, da\u00df 1894 und 1922 hier Volksmission stattfand. Die Ehrung f\u00fcr die Gefallenen des Weltkrieges hat Hans Schlicht in Breslau geschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Barbarakapelle ist eine Stiftung des Landeshauptmanns Otto von Nostiz. Ihr Altar von 1662 ist im Knorpelstil gehalten. Er hat zwei Bilder, die hl. Barbara und dar\u00fcber einen hl. Bischof, wohl den hl. Otto von Bamberg. Der Altar tr\u00e4gt die Inschrift:<\/p>\n\n\n\n<p>Serus ubi extremam mihi finiat Hesperus horam,<\/p>\n\n\n\n<p>Tu mihi sis praesto, Barbara Sancta, precor.<\/p>\n\n\n\n<p>(Wenn meine letzte Stunde mir schl\u00e4gt, die Stundes des Todes,<\/p>\n\n\n\n<p>Barbara, steh mir dann bei, heilige Jungfrau du!)<\/p>\n\n\n\n<p>O augusta virgo et mater Christi gloriosa patrona agonizantium specialissima. Devotissimus et humilissimus cliens Otto Liber Baro a Nostitz.<\/p>\n\n\n\n<p>(O erhabene Jungfrau und Mutter Christi, ruhmw\u00fcrdige Patronin der Sterbenden! Dein ergebenster und dem\u00fctigster Verehrer Otto Freiherr von Nostitz).\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Barbarakapelle ist zugleich eine hochinteressante Taufkapelle. An der Wand ein neueres Bild der Taufe Jesu in reichem Barockrahmen, dar\u00fcber plastisch Gott Vater und Engel, einer h\u00e4lt ein Spruchband: \u201eNisi quis renatus Joa. 3. (Wenn jemand nicht wiedergeboren wird).\u201c Darunter ein Chronostichon: \u201ePro VeneratIone et eXaLtatIonesaCrae baptIsMaLIs VnDae posVIt (1730) Christophorus Carolus Mentzel parochus et archipresbyter Boleslavieneis\u201c (Zur Verehrung und Erh\u00f6hung des hl. Taufbrunnens errichtet von Pfarrer Mentzel). Am Deckel drei Engel mit Kreuz, Anker und Herz, also die drei G\u00f6ttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe darstellend. Ein kniender Engel tr\u00e4gt das Becken. Das Glasgem\u00e4lde im Fenster ist ein Geschenk von Anton Hasse aus neuerer Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber dem S\u00fcdportal h\u00e4ngt ein Gem\u00e4lde der Kreuzigung. Es folgt<\/p>\n\n\n\n<p>die Katharinenkapelle.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Ausweis des Wappens ist der Altar eine Stiftung des B\u00fcrgermeisters Johann Friedrich B\u00fcttner vom Jahre 1693. Wir sehen hier eine sch\u00f6ne barocke Kreuzigung mit Maria und Johannes. Das sehr sch\u00f6ne Bild stellt die hl. Katharina im Wortstreit mit den heidnischen Richtern und Philosophen (einer mit Brille) dar, die Heilige weist nach oben, Jehowah steht auf dem Lichtstrahl, auf dem die Erleuchtung des Hl. Geistes sie trifft, dar\u00fcber Christus mit dem Kreuz und ganz oben Gott Vater; im Hintergrund zerschl\u00e4gt ein Blitz das Rad, mit dem sie get\u00f6tet werden sollte, sie wird enthauptet. Das obere Bild stellt dar, wie Engel ihren Leichnam zum Berge Sinai \u00fcberf\u00fchren. Die Statuen des T\u00e4ufers und es Evangelisten Johannes stehen zu Seiten des Bildes, ganz oben die Figur eines Bischofs. An der R\u00fcckwand eine Gedenktafel f\u00fcr die 1813 und 14 Gefallenen. An der S\u00fcdwand ein Fresko, die Salbung Jesu darstellend, an den Seiten ist S. Catharina und S. Margareta zu lesen. \u00d6stlich schlie\u00dft sich an<\/p>\n\n\n\n<p>die Alexiuskapelle.<\/p>\n\n\n\n<p>Der reich geschnitzte Barockaltar hat folgende Inschrift: \u201eIn honorem Sanctissimae Trinitatis et beatissimae Matris Mariae in venerationem S. Alexii necnon S. Mariae Magdalenae ut patronis huius scelli concitatis .. insigni devotione et debita gratitudine hanc aram erexit et exornavit Sebastianus Wolfgeil Consul et Iudex Boleslaviensis. In hac ara a Sebastiano Wolfgeil Consule Boleslvaiensi et Iudice principali exstructa et exornata veneratur S. Alexius singularis castitatis patronus.\u201c Danach hat der B\u00fcrgermeister Wolfgeil den Altar 1710 errichtet zu ehren der hl. Dreifaltigkeit, der Mutter Gottes, des hl. Alexius, des besonderen Patrones der Keuschheit, und der hl. Magdalena. Im oberen Bilde Johannes der Evangelist, im Hauptbild Alexius, Nebenbilder stellen Johannes den T\u00e4ufer und Johannes Nepomuk dar, die Statuen Rochus und Sebastian. Das Kreuz ist beachtenswert, weil die Arme eng \u00fcber dem Haupte des Herrn ans Kreuz genagelt sind. An der Westwand eine Tafel f\u00fcr die Toten von 1866 und 1870\/71. An der S\u00fcdwand der Grabstein des B\u00fcrgermeisters Wolfgeil; in den Ecken vier Blumen mit der Umschrift \u201eOrior\u201c, \u201eFloreo\u201c, \u201eMarcesco\u201c, \u201eFui\u201c (ich gehe auf, ich bl\u00fche, ich reife, ich war) und der Inschrift:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIsts dein Will, so stehe still und lese, wessen Gebeine bei diesem Stein verwesen; es ruhet allhier weiland Tit. Herr Sebastian Wolffgeil, ein geborner Striegauer welcher von Anno 1668 her Notarius, Ratmann und B\u00fcrgermeister dieser kaiser- und k\u00f6niglichen Stadt Bunzlau wie auch des Weichbildes k\u00f6niglicher Hofrichter gewesen. Er hat in 29j\u00e4hriger vergn\u00fcglicher Ehe mit weiland Frau Barbara Beatrice geb. Bittnerin, so den 1. Nov. 1698 in Gott verschieden, erzeuget 9 Kinder, als 6 T\u00f6chter und 3 S\u00f6hne.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem er nun der Stadt und viel Leuten getreulich gedient, jetzt auch bei seinem Tode betr\u00fcbet, und wohl gewu\u00dft, wie man Gott f\u00f6rchten, den Kaiser ehren, dem Oberen weichen, seines gleichen leiden und dem Untergebenen schonen sollte, ist er den 22. Februar Anno 1726 in Gott selig entschlafen, seines Alters 80 Jahr 7 Monate. Er ruhet in Frieden. Was du jetzt bist, war ich auf Erden, und was ich bin, wirst du auch werden.\u201c \u00dcber der Grabschrift ein Totenkopf, darunter eine Sanduhr.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Nordschiff<\/p>\n\n\n\n<p>am Westende ein barocker Beichtstuhl; in der S\u00fcdwestecke eine barocke Plastik, Ecce homo darstellend, gegen\u00fcber die schmerzhafte Mutter Gottes. Der Nordeingang hat ein pr\u00e4chtiges Portal, das einst offen war. In der Vorhalle liest man 1516. Dar\u00fcber ein Epitaph in sch\u00f6ner Renaissance f\u00fcr Maria Froben mit der Inschrift:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIm Jahre nach der Geburt Jesu Christi unsres Herrn 1576 den 11. Decembris ist in gott dem Herrn seliglich verschieden Jungfr\u00e4ulein Maria Frobenin. Gott der Herr verleihe eine fr\u00f6hliche Auferstehung zum ewigen Leben am j\u00fcngsten Tage. Ich bin der Welt, der S\u00fcnde und dem Ungl\u00fcck abgestorben, aber vor Gott meinem Herr lebe ich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen\u00fcber das Denkmal ihres Vaters, des Ratsherrn Sebastian Froben:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1351\" height=\"1974\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-10-10003-Richter-Katholische-Kirche.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1645\" style=\"width:372px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-10-10003-Richter-Katholische-Kirche.jpg 1351w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-10-10003-Richter-Katholische-Kirche-890x1300.jpg 890w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-10-10003-Richter-Katholische-Kirche-768x1122.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-10-10003-Richter-Katholische-Kirche-1051x1536.jpg 1051w\" sizes=\"auto, (max-width: 1351px) 100vw, 1351px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\u201eD(omino) Sebastiano Frobenio. Hirsbergaenato anno Christi MDXI die XX Januarii, et anno MDLXXXII due XXIV Septembris placide vita defuncto, in hac urbe Boleslavia cici ac Senatori de re publica merito parentique de se bene merito uxor et liberi superstites gratitulinis ergo quis ingratum! dolentes et merentes h(oc) m(onumentum) p(oni) c(uraverunt).\u201c Die Witwe Barbara Knappe verw. Gerstmann verh. Froben und die Kinder haben dem am 29. 1. 1511 in Hirschberg geborenen und am 24. 9. 1582 in Bunzlau gestorbenen Gatten und Vater das Denkmal errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHirsberga ducent nomenquo genusque Sebastus<\/p>\n\n\n\n<p>Frobenius bonus hac civis in urbe fuit.<\/p>\n\n\n\n<p>Septenos vixit decies unum insuper annos<\/p>\n\n\n\n<p>Et menses octo quattuor quoque dies.<\/p>\n\n\n\n<p>Illi iuncta fuit sociali foedere lecta<\/p>\n\n\n\n<p>Barbara Gerstmanno Knappia nupta prius.<\/p>\n\n\n\n<p>Quacum tres annos et bis duo lustra peregit<\/p>\n\n\n\n<p>In sterili castus non sine laude thoro.<\/p>\n\n\n\n<p>Et vidua pariter lecto consumpsit honeste<\/p>\n\n\n\n<p>Annos istius fata dolendo duos.<\/p>\n\n\n\n<p>Donec Christinae Sigemundae vincla subiret<\/p>\n\n\n\n<p>Tertia quae lecto pignora casta dedit.<\/p>\n\n\n\n<p>Unica nata quibus superexstiti et duo nati<\/p>\n\n\n\n<p>Unum cum natis, Christe, duabus habes.<\/p>\n\n\n\n<p>Hoc in coniugio septemque decemque per annos<\/p>\n\n\n\n<p>Et menses octo commoda multa tulit.<\/p>\n\n\n\n<p>Tres et vicenos annos dum publica fovit,<\/p>\n\n\n\n<p>Munera conspicum sat dedit ipse fidem<\/p>\n\n\n\n<p>oCtaVo eXCeDant oCrobes ante CaLenDas<\/p>\n\n\n\n<p>Vespere LInqVewbant pLeraqVe fIne bono.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>(Die Ziffernbuchstaben der beiden letzten Zeilen ergeben das Todesjahr 1582.<\/p>\n\n\n\n<p>Froben Sebastian stammte aus Hirschberg im Riesengebirge,<\/p>\n\n\n\n<p>Wurde ein B\u00fcrger alsdann hier in Bunzlau der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Einundsiebenzig Jahre hat er gelebt hier auf Erden<\/p>\n\n\n\n<p>Und acht Monate noch und vier Tage dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann zur Ehe er nahm die verwitwete Barbara Knappe,<\/p>\n\n\n\n<p>die ihren ersten Mann Gerstmann verloren gehabt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dreiundzwanzig Jahre hatte die Ehe gedauert,<\/p>\n\n\n\n<p>Die aber kinderlos war, Gott hat es so gewollt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun lebt\u2018 im Witwenstand sie nicht weniger als ganze zwei Jahre,<\/p>\n\n\n\n<p>Lebte in Trauer um ihn, den sie geliebt hat so sehr,<\/p>\n\n\n\n<p>Dann nahm sie Froben zur Frau, dem die Gattin Christina Sigmunda<\/p>\n\n\n\n<p>Durch den Tod war geraubt, ihm und drei Kindern dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch sind am Leben zwei S\u00f6hnen und eine Tochter,<\/p>\n\n\n\n<p>zwei T\u00f6chter und ein Sohn sind jetzt, Christus, bei dir.<\/p>\n\n\n\n<p>Achtzehn Jahr hat diese Ehe gedauert in Segen<\/p>\n\n\n\n<p>Und acht Monate noch, ja gesegnet sie war.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcnfzehnhundertundzweiundzwanzig, den vierundzwanzigsten Oktober,<\/p>\n\n\n\n<p>Abend schon war es, da hat ihn get\u00f6tet der Tod).<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber dem Nordportal h\u00e4ngt in der Kirche ein Bild der Verk\u00fcndigung Mariens mit kleinen Nebenbildern (Heimsuchung, Geburt, Beschneidung), zwei Wappen (C. A. G. A. und C. g. G. S.) und der Beischrift \u201eAnno 1663, 28. August\u201c und \u201eRenovatum 1853 H. Rieger\u201c. Die Buchstaben I. B. F. m\u00f6gen den Maler andeuten.<\/p>\n\n\n\n<p>Jenseits des Nordportals an der Nordwand der Grabstein der Tochter des Baumeisters Simonetti, gegen\u00fcber der Kanzel:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDe\u00df Menschen Tage seynd kurtz. Job. 14,5. Dieses bedeutet unter diesen Stein Ursula Mariana, Herr Julii Simonetti Baumeister allhier und Ursul\u00e4 Marian\u00e4 T\u00f6chterlein, so anno 169- den 2. Novembris der Weld erschienen, aber den 4. bald wieder verschwunden ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>An der Ostwand des Nordschiffes h\u00e4ngt ein Bild des hl. Antonius mit der Inschrift: \u201eO sanftm\u00fctigster und g\u00fctigster Jesu, der du allzeit den hl. Antonium deinen Beichtiger mit allzeit scheinenden Wunderwerken erleuchtet hast, verleihe gn\u00e4digst, auf da\u00df, was wir durch seine Verdienste bitten, durch seine Vorbitt f\u00fcglich erhalten, der du lebst und regierst, von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. 1694 R. C.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Herz Jesu-Altar h\u00e4ngt in reich geschnitztem Barockrahmen ein Bild der Warthaer Mutter Gottes: \u201eImago Divae Virginis Warthensis miraculis clara. Achte alle, der dich warten vor Maria Himmelsgarten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sakristei<\/p>\n\n\n\n<p>ist n\u00f6rdlich an den Chor angebaut. Sie ist gew\u00f6lbt. Einst stand hier ein Klemensaltar; denn am Fenster ist noch in alter Schrift zu lesen: \u201efacta consecratio altaris in honorem sancti Clementis pape, Augustini &#8230;\u201c d. h. der Altar ins konsekriert worden zu Ehren des heiligen Papstes Klemens, des hl. Augustinus &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kirche besitzt<\/p>\n\n\n\n<p>eine Monstranz, von Pfarrer Mei\u00dfner (1782 \u2013 85) beschafft; oben Gott Vater, unter dem Fenster der Hl. Geist, um das Fenster angeordnet Mari\u00e4 Verk\u00fcndigung, Christi Geburt, St. Petrus und Paulus;<\/p>\n\n\n\n<p>eine Monstranz, sechspassig, mit den Evangelistenbildern in Email und der Inschrift: \u201eIm dankbaren Aufblick dem allg\u00fctigen Gott zu seiner gr\u00f6\u00dferen Ehre und Verherrlichung und zur gesegneten Erinnerung an die Gr\u00e4fin Maria von Ballestrem widmete an ihrem Geburtstage, den 15. M\u00e4rz 1889 der Pfarrkirche zu Bunzlau in Schlesien diese Monstranz<\/p>\n\n\n\n<p>ihr Neffe Franz Graf Ballestrem, Majoratsherr auf Plawniowitz\u201c;<\/p>\n\n\n\n<p>einen Kelch, gestiftet von S. W., d. h. B\u00fcrgermeister Wolfgeil;<\/p>\n\n\n\n<p>einen Kelch in Barock um 1700;<\/p>\n\n\n\n<p>einen Kelch mit der Inschrift: Memento Domini Ioannis Georgii Heinsch anno 1709;<\/p>\n\n\n\n<p>einen Kelch pro Ecclesia S. Quirini, f\u00fcr die Quiriniuskirche, d. i. die Kapelle der Kreuzherrnkommende, beschafft von Erzpriester Mentzel (1724 \u2013 52);<\/p>\n\n\n\n<p>einen Speisekelch in Barock mit aufgelegten Leidenswerkzeugen;<\/p>\n\n\n\n<p>Silberk\u00e4nnchen von 1760;<\/p>\n\n\n\n<p>ein silbernes Kreuz, an dem Christus mit waagerecht ausgebreiteten Armen h\u00e4ngt;<\/p>\n\n\n\n<p>ein neuzeitliches Reliqiuar mit Reliquien des hl. Johannes von Nepomuk.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Obersakristei, die nach der Kirche zu ge\u00f6ffnet ist, war fr\u00fcher Sch\u00fclerchor. Neben der obersten Stufe der Treppe ein Grabstein f\u00fcr den 1487 als Stadtschreiber nachweisbaren Georgius Konscher (= K\u00f6nischer), gest. 15 &#8230; mit der Beischrift Sapere aude (wage es weise zu sein) von Horaz, die auf einem christlichen Grab jener Zeit auff\u00e4llig ist. In der Obersakristei ein Renaissanceschrank, ein Schrank von 1707 und eine Truhe von 1505.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstver\u00f6ffentlichung: F\u00fchrer zu schlesischen Kirchen von Hermann Hoffmann. Nr. 31. Breslau 1937. Frankes Verlag und Druckerei\/Otto Borgmeyer Die katholische Pfarrkirche ist Bunzlaus sch\u00f6nstes Kunstwerk. Wie einer Insel entsteigt das Gotteshaus, auf dem h\u00f6chsten Punkt der Stadt angelegt, seiner Umgebung. In reiner Gotik steht es da, die Stadt \u00fcberragend. 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