{"id":1620,"date":"2024-07-05T16:51:05","date_gmt":"2024-07-05T14:51:05","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=1620"},"modified":"2024-07-05T16:51:05","modified_gmt":"2024-07-05T14:51:05","slug":"kapelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/07\/05\/kapelle\/","title":{"rendered":"Kapelle"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grundsteinlegung auf dem neuen Friedhof<\/h2>\n\n\n\n<p>Erstver\u00f6ffentlichung: Bunzlauer Stadtblatt, 30. 10. 1937.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem neuen evangelischen Friedhof am Wehrberge fand gestern die Grundsteinlegung zu der bereits im Bau befindlichen Friedhofskapelle statt Nach zwei Ch\u00f6ren des Kirchenmusikvereins wies Pfarrer Demke darauf hin, da\u00df heute der Grundstein an der Stelle gelegt werde, \u00fcber der sich einst der hohe Turm und der Altarraum w\u00f6lben werde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2112\" height=\"1295\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10277-Kapelle375a.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1621\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10277-Kapelle375a.jpg 2112w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10277-Kapelle375a-1300x797.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10277-Kapelle375a-768x471.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10277-Kapelle375a-1536x942.jpg 1536w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10277-Kapelle375a-2048x1256.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2112px) 100vw, 2112px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Blick von Norden in den vom Friedhofsgel\u00e4nde v\u00f6llig verdeckten Innenhof mit Zufahrt zu den Leichenkammern<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach langen Vorarbeiten sei der neue Friedhof in seiner Ausgestaltung so weit fertig, da\u00df er in kurzer Zeit der evangelischen Gemeinde \u00fcbergeben werden k\u00f6nne. Das erste Grab solle jedoch nicht eher gegraben werden, bis diese Kapelle mit w\u00fcrdiger Totenkammer fertig ist. Er erbat den Segen Gottes f\u00fcr den Bau f\u00fcr de Ausf\u00fchrenden und f\u00fcr de Bauarbeiter die auf der Grundmauer Aufstellung genommen hatten. Dann verlas er die Grundsteinurkunde, die sich in einer von einem hiesigen Klempnermeister gestifteten Kapsel befindet und in den Grundstein, den ein hiesiger Steinmetz zur Verf\u00fcgungen gestellt hatte, eingemauert wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Im weiteren Verlauf der Feier ergriff Superintendent Lorenz das Wort. E dankte Gott, der unserem F\u00fchrer die Kraft verliehen habe, Deutschland vor dem Blut- und Tr\u00e4nenmeer des Bolschewismus zu bewahren, so da\u00df auch die Gemeinde hier an dieser Stelle auf deutschem Grund und Boden die Kirche bauen k\u00f6nne. Pfarrer K\u00f6nig f\u00fchrte mit einem Bibelspruch die drei Hammerschl\u00e4ge aus. Es schlossen sich dann die Vertreter des Gemeindekirchenrates, der Patronatsvertreter, der Standort\u00e4lteste der Wehrmacht, der Architekt Langmaack, der auch die Altenlohmer Kirche erbaute, und die M\u00e4nner vom Bau mit den drei Hammerschl\u00e4gen an. Die Feier, an der zahlreiche Gemeindeglieder teilnahmen, schlo\u00df mit Gebet und Gesang des Chorals \u201eNun danket alle Gott!\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Friedhofskirche in Bunzlau (Schlesien)<\/h2>\n\n\n\n<p>Architekt: Gerhard Langmaack, Hamburg<\/p>\n\n\n\n<p>Erstver\u00f6ffentlichung: Baugilde. Zeitschrift f\u00fcr die deutschen Architekten. Baukunst, Bautechnik, Bauwirtschaft. Heft 25. Berlin, 10 September 1940.<\/p>\n\n\n\n<p>Heft 25. Berlin, 10 September 1940<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1835\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-10276-Kapelle374-1-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1623\" style=\"width:342px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-10276-Kapelle374-1-scaled.jpg 1835w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-10276-Kapelle374-1-932x1300.jpg 932w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-10276-Kapelle374-1-768x1071.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-10276-Kapelle374-1-1101x1536.jpg 1101w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-10276-Kapelle374-1-1468x2048.jpg 1468w\" sizes=\"auto, (max-width: 1835px) 100vw, 1835px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Blick vom Westen \u00fcber den H\u00fcgel<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die T\u00f6pferstadt Bunzlau tr\u00e4gt durch ihren alten Friedhof mit seinen edlen gro\u00dfen Sandsteinplatten an den hohen Friedhofsmauern eine besondere Verantwortung f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Friedhofsfragen. Solange die Toten innerhalb dieser bergenden Mauern und inmitten der alten Gr\u00e4ber bestattet werden, spannt sich der Bogen von den fr\u00fcheren Geschlechtern bis zu den lebenden von selbst und solange jene Grabplatten mit ihren Schilderungen vom Ablauf des Menschenlebens die Vor\u00fcbergehenden immer wieder gr\u00fc\u00dfen, bleibt ein rechtes Verh\u00e4ltnis vom Leben zum Tode, vom Werktag, zu dem Tag, da wir unser Werkzeug aus der Hand legen m\u00fcssen und die T\u00f6pferscheibe zum Stillstand kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn aber immer wieder neue Generationen diesen Weg gehen, so kommt eines Tages die Frage nach neuen Gr\u00e4bern, auch einen neuen Friedhof.<\/p>\n\n\n\n<p>In kluger Voraussicht hat die Evangelische Kirchengemeinde Bunzlaus schon vor einer Reihe von Jahren ein neues Gel\u00e4nde unmittelbar vor den Toren der Stadt zu dem neuen Friedhof bestimmt und so kann heute schon, bevor die Bunzlauer dort ihre Toten bestatten, von einem in seinen Wegen und Pl\u00e4tzen und Gr\u00fcnanlagen fertigen Friedhof gesprochen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Rahmen gab es nun die neue Friedhofskirche zu bauen und in diesem Rahm war die neue Friedhofskirche einzuf\u00fcgen. Aus enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und aus dem Bestreben, traditionelle Haltung mit neuen Anforderungen zu verbinden, entstand der Bau. Die Kriegsmonate spielten bereits in die Fertigstellungsarbeiten hinein und ehe noch eine Einweihung erfolgte, fanden bereits die ersten Soldaten der Bunzlauer Garnison auf dem als Garnisonsfriedhof abgeteilten Platze ihre letzte Ruhe im Schatten der kleinen Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bau ist nicht nur zweckbestimmt durch die mancherlei Anforderungen an Versammlung der Trauergemeinden, musikalischer Ausschm\u00fcckung von Feiern, Bereitstellung von Blumenschmuck, an Unterbringung und Aufbahrung der Leichen usw., sondern der Bau zugleich die Aufgabe aller Baukunst, die Landschaft gleichsam erst g\u00fcltig zu machen und die Aufgabe selbst zu versinnbildlichen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1917\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-10280-Kapelle377-1-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1625\" style=\"width:341px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-10280-Kapelle377-1-scaled.jpg 1917w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-10280-Kapelle377-1-973x1300.jpg 973w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-10280-Kapelle377-1-768x1026.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-10280-Kapelle377-1-1150x1536.jpg 1150w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-10280-Kapelle377-1-1534x2048.jpg 1534w\" sizes=\"auto, (max-width: 1917px) 100vw, 1917px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Orgelempore mit der von Sauer aus Frankfurt a. O. gebauten Orgel.<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Dem allen dient nun die Friedhofskirche, sowohl mit ihrer Lage, hineingeschoben in den Berghang mit dem breit vorgelagerten Friedhof, als auch mit ihrer Material- und Formensprache, im hellen rauhen Verputz der W\u00e4nde, dunkelbraun gebeizten Holzteilen und den mit kupferfarbenen Biberschw\u00e4nzen gedeckten Dach- und Turmfl\u00e4chen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die rechts und links vom Hauptbauk\u00f6rper angelegten breiten Freitreppen binden die Anlage in Platz und H\u00fcgel ein und leiten vor die Doppelt\u00fcren der beiden Ein- und bzw. Ausg\u00e4nge des Kirchenraumes.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der einen Seite sind die Aufenthaltsr\u00e4ume f\u00fcr den Pastor und die engste Trauergemeinde, auf der anderen solche f\u00fcr Tr\u00e4ger und ein Raum f\u00fcr Blumen und Ger\u00e4te angegliedert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hauptraum selber mit seinen 200 Sitzpl\u00e4tzen und seinen zahlreichen Stehpl\u00e4tzen wirkt bewu\u00dft durch die hellen W\u00e4nde, die gro\u00dfen Fenster und durch das helle Kiefernholz der B\u00e4nke und Empore w\u00fcrdevoll aber freudig. Die Sammlung und Ausrichtung des Raumes geschieht durch den unterm Turm liegenden, sich um drei Stufen erhebenden Altarraum mit seinem gro\u00dfen Rundfenster und dem schweren sandsteinernen Blockaltar.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor den Stufen wird der Sarg aufgebahrt, der, inmitten der Trauergemeinde, diese gleichsam mit hineinnimmt in die vom Altar her anklingende Mahnung von Gericht und Verhei\u00dfung der Auferstehungsbotschaft, sichtbar dargestellt im Rundfenster durch den richtenden und w\u00e4genden Sankt Michael, dem Engel der Deutschen, und den alles \u00fcberh\u00f6henden \u201eKyrios\u201c. Aufgenommen und von der Gemeinde her unterstrichen wird dieses Bild durch die Musica sacra von der Empore aus mit der Orgel.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2112\" height=\"1375\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-10278-Kapelle375b.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1626\" style=\"width:410px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-10278-Kapelle375b.jpg 2112w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-10278-Kapelle375b-1300x846.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-10278-Kapelle375b-768x500.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-10278-Kapelle375b-1536x1000.jpg 1536w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-10278-Kapelle375b-2048x1333.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2112px) 100vw, 2112px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Einzelheit der T\u00fcr mit profilierten \u00fcberschobenen F\u00fcllungen,<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die kassettierte Holzdecke ist in den Rippen hell gehalten, in den Feldern dunkel gestrichen. So \u00fcberspannt sie den Raum in gerader Fl\u00e4che, nur leicht unterbrochen durch die hervorstehenden Balken der Sprengkonstruktion des Daches. Die Decke im Altarraum, unterm Turm also, liegt h\u00f6her und l\u00e4\u00dft die Deckenbalken sichtbar mit verschalten Feldern. \u00dcber dieser Decke steht der schwere Glockenstuhl mit der Totenglocke, deren Inschrift \u201eSiehe, ich habe dir geboten, da\u00df du getrost und freudig seiest\u201c, den echt christlichen Sinn von Tod und Trauer unterstreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>So ist es denn auch die Absicht, im ganzen Bauwerk und in allen seinen Teilen diesen Ton von Trost und Freudigkeit zum Anklingen zu bringen. Und durch die bis ins kleinste durchgef\u00fchrte handwerkliche Ausbildung wird der Bau in Form und Material unter bewu\u00dfter Wahrung der Tradition zum Tr\u00e4ger der geistigen Idee. So bedeutet die Bauaufgabe dieses: Den letzten Sinn des Friedhofes der Menschen in dem Bau der Friedhofskirche sichtbar zu machen!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neue Kirchenbauten in Hamburg und Bunzlau<\/h2>\n\n\n\n<p>Erstver\u00f6ffentlichung: Kunst und Kirche. Zeitschrift f\u00fcr Kirchenkunst. 18. Jahrgang\/Neue Folge. Heft 1\/2 1941. Martin Kautsch.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1056\" height=\"1331\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-10282-Kapelle378b.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1627\" style=\"width:356px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-10282-Kapelle378b.jpg 1056w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-10282-Kapelle378b-1031x1300.jpg 1031w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-10282-Kapelle378b-768x968.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1056px) 100vw, 1056px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Einzelheit der T\u00fcr mit profilierten \u00fcberschobenen F\u00fcllungen,<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>&#8230; Welche Sondergestalt die Landschaft dem Kirchenbau aufpr\u00e4gt, wenn der Architekt auf diesen Klang stammhafter Eigenheit h\u00f6rt und darauf einzugehen versteht, beweist die neue Friedhofskapelle in Bunzlau (Schlesien). Ihr Erbauer ist ebenfalls Gerhard Langmaack, der den Schlesiern schon aus dem Jahre 1937 durch die sch\u00f6ne Altenlohmer Kirche bekannt ist (s. \u201eKunst und Kirche\u201c 1, 1937). Der Friedhof der evangelischen Gemeinde ist hier vor der Stadt angelegt worden, und zwar in einem leicht h\u00fcgeligen Gel\u00e4nde; belegt ist er noch nicht. Die Kapelle bildet also Kern und Ausgangspunkt der Grabfelder auf dem entstehenden Gottesacker. Sie ist nicht in erster Linie Aufbahrungs- und Feierhalle, sondern wirklicher Kirchenraum; als solcher dient sie auch zu reinen Gemeindegottesdiensten. Das Innere mit dem klar abgesonderten Altarraum und dem beherrschenden Rundfenster darin hat trotz der weiten Proportionen des Schiffes und der lichten Farbigkeit eine entschiedene Ausrichtung. Die farbige Verglasung im Osten sammelt den Blick der Gemeinde auf den k\u00e4mpfenden Erzengel Michel und den \u00fcber ihm thronenden Christus zwischen Gestirnen und Engeln. Das holzfarbighelle Gest\u00fchl (2 Bl\u00f6cke), der backsteingepflasterte Boden, die Holzdecke mit dunkel gebeizten Feldern und hellen Trennh\u00f6lzern, die Orgelempore mit dem kleinen R\u00fcckpositiv-Orgelwerk \u2013 alles erinnert an Ochsenzoll. Ein betonter d\u00fcsterer Ernst, der der landl\u00e4ufigen Vorstellung einer Friedhofskapelle entspr\u00e4che, ist bewu\u00dft vermieden; er ist ja in Wirklichkeit nicht christlich, wie uns ein blick auf die Katakomben mit ihrer farbigen Ausmalung oder auf die Herrnhuter Friedh\u00f6fe, auf denen die Gemeinen den Anbruch des Ostermorgens zu begehen pflegen, bewiest.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2115\" height=\"1469\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-6-10279-Kapelle376.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1628\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-6-10279-Kapelle376.jpg 2115w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-6-10279-Kapelle376-1300x903.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-6-10279-Kapelle376-768x533.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-6-10279-Kapelle376-1536x1067.jpg 1536w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-6-10279-Kapelle376-2048x1422.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2115px) 100vw, 2115px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Blick in das Kirchenschiff gegen den im Osten liegenden Altarraum<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Au\u00dfenbau der Bunzlauer Kapelle spiegelt die landschaftliche Eigenart der schlesischen Bau\u00fcberlieferung noch st\u00e4rker als das schlichte Innere. \u00dcber dem Altarraum steht der Turm mit seinem steilen, schlanken Helm. Der Turmbau w\u00e4chst ohne Gliederung oder Abtrennung aus der Ostwand mit seinem Rundfenster heraus. An der einen Langseite (S\u00fcden) f\u00fchrt eine breite Bahn im Ausma\u00df der L\u00e4nge des Schiffes zu den Totenkammern hinunter, die unter dem Kirchenraum liegen; diese vertiefte Zufahrt, dem h\u00fcgeligen Gel\u00e4nde abgewonnen, ist durch kleine Mauern und Bepflanzung dem Blick fast ganz entzogen. Auf der anderen Langseite f\u00fchrt am westlichen Ende eine sch\u00f6ne freie Holztreppe (schles. Bauform) zu einem vorgebauten Altar und zur Orgelempore hinauf; darunter liegt die westliche Eingangst\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Westfront eignet sich wegen des hier ansteigenden Gel\u00e4ndes nicht als Eingangsseite; sie ist unten verputzt und durch eine Reihe kleiner Fenster zur Beleuchtung des Raumes unter der Empore ausgenutzt. Dar\u00fcber zeigt sie bis in den Giebel hinauf eine dunkle Holzverschalung (mitteldeutsche und schlesische Eigenheit). Seitlich der Ostfront f\u00fchren niedere Anbauten (Sakristei und Raum f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen) mit ihren klaren Pultd\u00e4chern die Linie des Turmhelms, der am Fu\u00df leicht ausschwingt, gleichsam zur Erde herunter. Eine Fortsetzung dieser Verwurzelung im heimatlichen Grund bedeuten die beiden Treppenl\u00e4ufe, die hier in verhaltenem Fall von den Terrassen an beiden Langseiten nach Osten in das Friedhofsgel\u00e4nde hinunter \u201eflie\u00dfen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2100\" height=\"1494\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-10281-Kapelle378a.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1629\" style=\"width:842px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-10281-Kapelle378a.jpg 2100w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-10281-Kapelle378a-1300x925.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-10281-Kapelle378a-768x546.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-10281-Kapelle378a-1536x1093.jpg 1536w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-10281-Kapelle378a-2048x1457.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2100px) 100vw, 2100px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Doppelt\u00fcr an der Br\u00fcstungsmauer zum Innenhof<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die hier beschriebenen Kirchen kennzeichnen die Lage im gegenw\u00e4rtigen Kirchenbau: Die st\u00e4rksten und glaubw\u00fcrdigsten L\u00f6sungen \u2013 zu denen Langmaacks Kirchen zweifellos geh\u00f6ren \u2013 liegen auf dem Gebiet des Kleinkirchenbaues. Von hier aus werden die entscheidenden Ans\u00e4tze zur Gesundung und Kl\u00e4rung f\u00fcr die Zukunft zu erwarten sein; das ist nicht nur erzwungene Folge \u00e4u\u00dferer Gr\u00fcnde, sondern Zeichen innerer Besinnung. Und das neue Fragen nach den gottesdienstlichen Voraussetzungen des Bauens vertr\u00e4gt und erg\u00e4nzt sich mit der bewu\u00dften Sprache und \u00dcberlieferung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grundsteinlegung auf dem neuen Friedhof Erstver\u00f6ffentlichung: Bunzlauer Stadtblatt, 30. 10. 1937. 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