{"id":1597,"date":"2024-07-05T16:24:41","date_gmt":"2024-07-05T14:24:41","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=1597"},"modified":"2024-07-05T16:27:07","modified_gmt":"2024-07-05T14:27:07","slug":"die-streiflichter-aus-der-entwicklung-der-provinzialheil-und-pflegeanstalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/07\/05\/die-streiflichter-aus-der-entwicklung-der-provinzialheil-und-pflegeanstalt\/","title":{"rendered":"Die Streiflichter aus der Entwicklung der Provinzialheil- und Pflegeanstalt"},"content":{"rendered":"\n<p>Dr. Clemens Neisser. Erstver\u00f6ffentlichung im Jahre 1927 in \u201eBunzlauer Volksstimme\u201c.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2199\" height=\"1513\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10050-Richter-Heilanstalt-Alter-Teil.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1598\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10050-Richter-Heilanstalt-Alter-Teil.jpg 2199w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10050-Richter-Heilanstalt-Alter-Teil-1300x894.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10050-Richter-Heilanstalt-Alter-Teil-768x528.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10050-Richter-Heilanstalt-Alter-Teil-1536x1057.jpg 1536w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-10050-Richter-Heilanstalt-Alter-Teil-2048x1409.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2199px) 100vw, 2199px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Heilanstalt alter Teil. Bildsammlung Bgm. Richter<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Am 17. Juli 1863, nach achtj\u00e4hriger Bauzeit, wurde die hiesige Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt, damals als Irren-Pflegeanstalt bezeichnet, der Ben\u00fctzung \u00fcbergeben. An der Spitze der provinzialst\u00e4ndischen Kommissione f\u00fcr die Ausf\u00fchrung stand Graf Burghau\u00df, der die Last und das Verdienst der gesamten Planung und Vorarbeit trug. Zu seinem Gedenken hat die an der westlichen Begrenzung der Anstalt gelegene Stra\u00dfe k\u00fcrzlich ihren Namen erhalten. Die technische Bauausf\u00fchrung wurde nach Steudners Pl\u00e4nen von dem K\u00f6niglichen Baumeister Schiller geleitet, dem Vater unseres verehrten Geheimrats Schiller, des getreuen H\u00fcters unseres Museums. Im Lichte jener Zeit mu\u00df das Werk als eine gro\u00dfartige Sch\u00f6pfung bewertet werden. Nur wenige Vorbilder gab es in Deutschland; die Psychiatrie, die j\u00fcngste medizinische Disziplin, steckte noch in den Kinderschuhen und die Architekten verf\u00fcgten nicht entfernt \u00fcber die heutige Gestaltungskunst in der Grundri\u00dfl\u00f6sung, und auch die Unentwickeltheit der Verkehrsverh\u00e4ltnisse und die Primitivit\u00e4t der allgemeinen kulturellen und \u00f6ffentlichen Angelegenheiten mu\u00df bei der Bewertung der Schwierigkeiten in Betracht gezogen werden. Kulturhistorisches Interesse bietet schon ein Einblick in den Schriftwechsel bez\u00fcglich der Wahl des Ortes f\u00fcr die neue Anstalt. Ratibor und 13 oberschlesische St\u00e4dte hatten sich dringend beworben unter Hinweis auf die besonderen Schwierigkeiten des weiten Transports ihrer Geisteskranken, der mit gew\u00f6hnlichen Wagen erfolgen mu\u00dfte, da Geisteskranke von der Ben\u00fctzung der Eisenbahn und Posten damals ausgeschlossen waren! Von 23 nieder- und mittelschlesischen St\u00e4dten und von 10 Privaten (Schlo\u00dfbesitzer u. dgl.) waren Anerbietungen eingegangen. Schlie\u00dflich blieben Liegnitz und Bunzlau im engsten Wettbewerb. Liegnitz r\u00fchmte sich im Besitz eines Telegraphenamtes und von 5 nach verschiedenen Richtungen gehenden Chausseen zu sein; Bunzlau wies auf seinen vorz\u00fcglichen Torf hin, der sogar von der K\u00f6nigliche Eisenbahndirektion in G\u00f6rlitz gekauft werde, ferner auf die billigen Lebensmittelpreise und da\u00df alle Montags hierorts Wochenmarkt gehalten wird, verbunden mit Getreide-, Garn-, Butter-, Gr\u00fcnzeug-, Obst-, Gefl\u00fcgel- und Gem\u00fcsemarkt. 30 Morgen Land, \u201ebeginnend 1000 Schritte von dem letzten Hause der Gnadenberger Stra\u00dfe\u201c sollten unentgeltlich zur Verf\u00fcgung gestellt werden und den Anstaltsbeamten wurde die Aufnahme in den Kommunalverband \u201eohne alle weiteren Nebenbedingungen\u201c zugesichert. Ausschlaggebend war schlie\u00dflich die gesunde Lage und die Sicherstellung der Wasserversorgung, nachdem noch angrenzende 47 Morgen Acker- und Forstland mit dem Quellgebiet des Dr\u00fcsselberges, aus dem schon die Oberstadt mit Wasser versorgt wurde, hatten f\u00fcr 3200 Taler hinzu erworben werden k\u00f6nnen. Es fehlte aber \u00fcber die Verbrauchsmenge jegliche Erfahrung und als man die damals von England neu her\u00fcbergekommene Einrichtung von \u201eWater-Closets\u201c eingef\u00fchrt hatte, zeigte sich, da\u00df kaum ein F\u00fcnftel der zur Sp\u00fclung erforderlichen Wassermenge vorhanden war und da\u00df die Kloaken, die au\u00dferdem das atmosph\u00e4rische Wasser aufzunehmen hatte, zu flach angelegt waren, so da\u00df die \u00fcbelsten R\u00fcckstauungen erfolgten. So kam es dann \u2013 ein Unikum in der Baugeschichte \u2013, da\u00df nach wenigen Jahren die Schwemmkanalisations-Anlage wieder herausgerissen und durch Senkgruben und Tonnenabfuhr ersetzt werden mu\u00dfte! An diesem Punkte setzte nach ann\u00e4hernd 40 Jahren die Reform ein: B\u00fcrgermeister Richter als Polizeiverwalter verlangte den Anschlu\u00df an die st\u00e4dtische Kanalisation und dies gab den Ansto\u00df zu einer gro\u00dfz\u00fcgigen Umformung und Erneuerung der ganzen alten Anstalt, die sich in den Jahren 1905 \u2013 1907 vollzog.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1074\" height=\"681\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-B138-Kinderheim.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1601\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-B138-Kinderheim.jpg 1074w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-B138-Kinderheim-768x487.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1074px) 100vw, 1074px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Das Kinderheim der Heilanstalt<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Anstalt in ihrer urspr\u00fcnglichen Anlage f\u00fcr die Aufnahme von 400 Kranke berechnet, bestand auf jeder Geschlechtsseite aus zwei monumentalen Wohngeb\u00e4uden und je einem aus Isolierzellen gesonderten Bau. Die Geb\u00e4ude, unter sich verbunden, stellen gewisserma\u00dfen zusammen die Umfassungsmauern eines gro\u00dfen rechteckigen Hofes dar, in deren Mittelpunkt das Wirtschaftsgeb\u00e4ude mit W\u00e4scherei und Kochk\u00fcche gelegen ist. Der ganze Komplex war noch durch eine Steinmauer umfa\u00dft. Es ist deutlich, da\u00df alles auf den Sicherheitszweck abgestellt war. Die Krankengeb\u00e4ude enthielten einen durchgehenden hellen, ger\u00e4umigen Korridor und zu einer Seite desselben, nebeneinander gelagert, eine Reihe sch\u00f6ner ger\u00e4umiger Zimmer, ohne weitere Gliederung. Ein leitender Gesichtspunkt aus dem Behandlungszweck war in der Anlage der R\u00e4ume nicht zu erkennen. Man wu\u00dfte eben wohl theoretisch, da\u00df es sich um Kranken handle, man hatte die humansten Gesichtspunkte und die besten Absichten, aber im Grunde genommen beschr\u00e4nkte sich die Einrichtung darauf, da\u00df auf die Unterbringung st\u00f6render und schwieriger Elemente in abgesonderte Zellenr\u00e4ume vorsorglich Bedacht genommen war. Die zweite Phase der Anstaltsentwicklung kennzeichnet sich durch die F\u00fcrsorge f\u00fcr freiere Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeit der Kranken; es wurden 1869 und 1873 sogenannte Kolonieh\u00e4user f\u00fcr diesen Zweck gebaut und 1887 das der Anstalt unmittelbar benachbarte Doussinsche Dr\u00fcsselvorwerk zugekauft und das Gutshaus mit 30 m\u00e4nnlichen Kranken belegt. Abgesehen von drei Pferdeknechten und vier M\u00e4gden wurden s\u00e4mtliche Arbeitsverrichtungen einschlie\u00dflich der Erntearbeiten durch Kranke bew\u00e4ltigt. Au\u00dferdem war durch den tatkr\u00e4ftigen Direktor Sioli im Dorf Looswitz die damals noch neue Einrichtung der Familienpflege begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1875\" height=\"1329\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-10057-Richter-Oestlicher-Gartenteil-Heilanstalt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1603\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-10057-Richter-Oestlicher-Gartenteil-Heilanstalt.jpg 1875w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-10057-Richter-Oestlicher-Gartenteil-Heilanstalt-1300x921.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-10057-Richter-Oestlicher-Gartenteil-Heilanstalt-768x544.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-10057-Richter-Oestlicher-Gartenteil-Heilanstalt-1536x1089.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1875px) 100vw, 1875px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Heilanstalt, \u00f6stlicher Teil. Bildsammlung Bgm. Richter<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1908 erwarb dann die Anstalt alles Gel\u00e4nde bis zum Viehmarkt und schlo\u00df mit der Stadt einen Vertrag, wonach sie aus dem Bebauungsplane herausgelassen wurde, daf\u00fcr aber eine 18 Meter breite Stra\u00dfe \u2013 die jetzige Burghau\u00dfstra\u00dfe \u2013 aus eigenen Kr\u00e4ften ausf\u00fchren sollte. Die gro\u00dfe st\u00e4dtische Schuttgrube, die den bis dahin recht ungepflegten Weg von der Stadt zu Anstalt flankierte und bei dem zumeist herrschenden S\u00fcdwestwind die G\u00e4rten und Anlagen mit einer F\u00fclle von Papieren \u00fcberflutete, ging durch Gel\u00e4ndetausch in unseren Besitz \u00fcber. Sie ist aufgef\u00fcllt und das Land zu Schreberg\u00e4rten f\u00fcr das Anstaltspersonal hergegeben. Wer heute dort vor\u00fcber geht und das Bl\u00fchen und Wachsen und die Pflege der Anlagen und Wege sieht, wird sich an dem Fortschritt freuen. Nach der Regelung der Terrainverh\u00e4ltnisse konnte eine Erweiterung der Anstalt beantragt werden, die sich dann von 1909 \u2013 1913 in gro\u00dfem Ma\u00dfstabe vollzog. Die Anstalt ist jetzt eingerichtet f\u00fcr rund 1150 Kranke; sie umfa\u00dft 20 gro\u00dfe mehrgeschossige Krankengeb\u00e4ude mit einer Gliederung in 49 selbst\u00e4ndige Abteilungen mit zusammen 22 Badewannen, 12 Beamtenwohngeb\u00e4ude, eine D\u00f6ckersche Infektionsbaracke, ein Wirtschaftsgeb\u00e4ude mit Kochk\u00fcche, Waschk\u00fcche, Zentralbad, Maschinenhaus und Dampfdesinfektionsapparat, zwei Gew\u00e4chsh\u00e4user, eine Leichenhalle mit Sektionsraum, eine Kirche und den Gutshof, welcher der \u00fcber 160 Hektar umfassenden Landwirtschaft dient.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1914\" height=\"1320\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-10015-Richter-Provinzial-Heilanstalt-neuer-Teil.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1605\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-10015-Richter-Provinzial-Heilanstalt-neuer-Teil.jpg 1914w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-10015-Richter-Provinzial-Heilanstalt-neuer-Teil-1300x897.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-10015-Richter-Provinzial-Heilanstalt-neuer-Teil-768x530.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-10015-Richter-Provinzial-Heilanstalt-neuer-Teil-1536x1059.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1914px) 100vw, 1914px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Heilanstalt, neuer Teil. Bildsammlung Bgm. Richter<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nicht minder gro\u00df wie der Auf- und Umschwung im \u00e4u\u00dferen Bilde der Anstalt st der neuzeitliche Fortschritt in Einrichtungen und Geist der Krankenbehandlung. Nicht mehr nur auf Bewahrung und Unterbringung, sondern auf m\u00f6glichst eingehende Ber\u00fccksichtigung der Pers\u00f6nlichkeitsbed\u00fcrfnisse zielt die moderne Psychiatrie ab, und die Fachwissenschaft ist weit genug entwickelt, um auf gr\u00fcndliche Untersuchung das \u00e4rztliche Handeln im Einzelfalle aufbauen zu k\u00f6nnen. Klinische Behandlung mit Bettruhe, B\u00e4dern und Arznei dient den frischen F\u00e4llen, w\u00e4hrend vielf\u00e4ltige Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr Rekonvaleszenten und chronisch Kranke dazu helfen soll, den Kontakt mit dem Leben wieder zu gewinnen und die Pers\u00f6nlichkeit erstarken zu machen. Die Entlassungen der Kranken k\u00f6nnen nunmehr in der Regel nach viel k\u00fcrzerer Behandlungsdauer erfolgen und zudem hat die Provinzialverwaltung Mittel bereit gestellt, um auch f\u00fcr die vor vollst\u00e4ndiger Genesung entlassenen Kranken durch Besuche eines Anstaltsarzte und einer geschulten Pflegerin im Heimatort eine sachgem\u00e4\u00dfe Betreuung zu leisten und nach M\u00f6glichkeit R\u00fcckf\u00e4lle und Wiederaufnahmen verhindern zu helfen. Die Aufgabe des modernen Psychiaters beschr\u00e4nkt sich nicht mehr nur auf die Behandlung internierter Geisteskranker, er ist zum Tr\u00e4ger geworden aller Bestrebungen f\u00fcr die Erhaltung der geistigen und nerv\u00f6sen Gesundheit unseres Volkes; seine Mitarbeit an \u00f6ffentlichen Aufgaben, an den Hilfsschulen, bei der F\u00fcrsorgeerziehung, an den Strafanstalten, vor dem gerichtlichen Forum, bei den Beratungsstellen f\u00fcr Trinker, f\u00fcr Psychopathen, f\u00fcr eugenische Fragen usw., wird nach und nach, so hoffen wir, die eingewurzelten Vorurteile und unbegr\u00fcndetes Mi\u00dftrauen zu besiegen verm\u00f6gen. M\u00f6chte die freundliche Ausgestaltung unserer Anstaltsanlagen dazu beitragen, in diesem Sinne zu wirken!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1087\" height=\"694\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-1435-Gaertnerei-Heilanstalt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1606\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-1435-Gaertnerei-Heilanstalt.jpg 1087w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-1435-Gaertnerei-Heilanstalt-768x490.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1087px) 100vw, 1087px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Die G\u00e4rtnerei der Heilanstalt<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Sehr bald nachdem wir im Jahre 1913 die Fertigstellung der Neubauten und zugleich das 50j\u00e4hrige Jubil\u00e4um des Bestehens der Anstalt festlich begangen hatten, kam der Krieg und mit ihm mannigfache Wechself\u00e4lle, durch welche wir bis zum heutigen Tage noch nicht zur ungest\u00f6rten Ausnutzung aller Bauten und zu ruhiger Entwicklung des Anstaltslebens gekommen sind. Schon 1914 mu\u00dften wir den vor den Russen fliehenden zirka 600 Insassen der Kreuzburger Anstalt nebst Aerzten und Personal Zuflucht gew\u00e4hren, sp\u00e4ter nahmen wir das Milit\u00e4r-Reservelazarett und eine besondere milit\u00e4rische Nervenabteilung auf. W\u00e4hrend der Wohnungsnot in der Nachkriegszeit gew\u00e4hrten wir dem st\u00e4dtischen Krankenhaus, dem st\u00e4dtischen Altersheim, danach der Landwirtschaftsschule und endlich dem Kinder-Erholungsheim der Kriegshinterbliebenen-F\u00fcrsorgestelle Unterkunft, und noch jetzt sind drei unserer Geb\u00e4ude mit st\u00e4dtischen Mietern besetzt. Wir vertrauen aber auf die Zusicherung des Magistrats, da\u00df noch in diesem Jahre auch diese Geb\u00e4ude ihrem eigentlichen Zwecke wieder werden zugef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Clemens Neisser. Erstver\u00f6ffentlichung im Jahre 1927 in \u201eBunzlauer Volksstimme\u201c. Am 17. 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