{"id":1555,"date":"2024-07-05T16:03:36","date_gmt":"2024-07-05T14:03:36","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=1555"},"modified":"2024-07-05T16:03:37","modified_gmt":"2024-07-05T14:03:37","slug":"aus-der-geschichte-der-baufirma-gansel-in-bunzlau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/07\/05\/aus-der-geschichte-der-baufirma-gansel-in-bunzlau\/","title":{"rendered":"Aus der Geschichte der Baufirma Gansel in Bunzlau"},"content":{"rendered":"\n<p>Zur 100-Jahr-Feier.<\/p>\n\n\n\n<p>Arnold Glander. Erstver\u00f6ffentlichung: Heimatkalender 1930<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie bess\u2019re Zeit ist ein Erinnern<\/p>\n\n\n\n<p>und alles Gl\u00fcck ist Streben nur &#8230;\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Siebel.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ehrt sich selbst, wer ehrend seiner V\u00e4ter gedenkt! Und zu den erfreulichsten Tatsachen geh\u00f6rt es, in unserer schnellebigen Zeit Menschen zu finden, die trotz aller Daseinsschwere mit ehrf\u00fcrchtiger Liebe die Spuren verfolgen, die ihre Altvorderen hinterlie\u00dfen. Zu diesen seltenen Menschen geh\u00f6rt der Sch\u00f6pfer unseres Museums, der Mitinhaber der Baufirma Gansel, Peter Gansel. Seinem eifrigen Forschen in der Familiengeschichte der Familie Gansel verdankt Schreiber dieses Beitrages zur Kulturgeschichte Bunzlaus das reiche Material.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider kann an dieser Stelle nur ein fl\u00fcchtiger Blick in all den vorliegenden Stoff getan werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1228\" height=\"729\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-17207-G05.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1556\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-17207-G05.jpg 1228w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-17207-G05-768x456.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1228px) 100vw, 1228px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Peter Gansel der \u00c4ltere und seine gro\u00dfe Familie<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Aus der Zeit, die f\u00fcr die meisten einheimischen Familien grau ist, geistert bereits der Name eines Pr\u00e4zeptors Joseph Gansel 1584, eines Ahnen des heute bl\u00fchenden Geschlechtes. Uns soll es gen\u00fcgen, zun\u00e4chst jenes Mannes zu gedenken, der den Grundstein zu der jubilierenden Firma legte. Engelhardt Gansels.<\/p>\n\n\n\n<p>Engelhardt Gansel, geboren am 29. Oktober 1806 als Sohn des Ratskellerwirts und einzigen Weinsch\u00e4nks Bunzlaus trug den Namen Gansel ehrenvoll \u00fcber Schlesiens Grenzen hinaus In ihm sehen wir heute einen jener M\u00e4nner, die aus eigener Kraft Bedeutendes leisteten, so da\u00df ihr Werk Jahrhunderte \u00fcberdauert.<\/p>\n\n\n\n<p>Es kann nur in der Veranlagung des jungen Engelhardt gelegen haben, da\u00df er, nur mit damaligem Volksschulwissen ausgestattet, seinen Weg zum K\u00f6niglichen Gewerbeinstitut in Berlin fand, nachdem er als Lehrling des Maurermeisters Leitner in den Jahren 1822 \u2013 24 und auf seiner Wanderschaft, die ihn durch \u00d6sterreich, die Schweiz und Belgien nach Berlin (1825) und Hamburg f\u00fchrte, sich das R\u00fcstzeug f\u00fcr seinen sp\u00e4teren Beruf erworben hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem K\u00f6niglichen Gewerbeinstitut fand er Lehrer bedeutenden Formats; die dort ausgestellten Zeugnisse tragen u. a. die Namen Beuth, Wedding, Mauch, Schubarth u. a.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"4024\" height=\"1247\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-D2173-B453-Peter-Gansel-4024x1247.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1557\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-D2173-B453-Peter-Gansel-4024x1247.jpg 4024w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-D2173-B453-Peter-Gansel-1300x403.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-D2173-B453-Peter-Gansel-768x238.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-D2173-B453-Peter-Gansel-1536x476.jpg 1536w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-D2173-B453-Peter-Gansel-2048x635.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 4024px) 100vw, 4024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Es mag den Lehrern der strebsame, intelligente junge Bunzlauer aufgefallen sein; denn ihre Empfehlungen verschafften ihm eine j\u00e4hrliche Unterst\u00fctzung von 300 Talern, eine immerhin beachtenswerte Summe, die sicherlich nicht verausgabt worden w\u00e4re, wenn die urteilsf\u00e4higen M\u00e4nner um Gansel nicht von dem jungen Manne Au\u00dferordentliches erwartet h\u00e4tten. Bezeichnend ist ferner, da\u00df der Zimmermannssohn August Borsig aus Breslau zu seinen Freunden z\u00e4hlte. Leider ist nicht feststellbar, wie lange die Freundschaft dieser beiden M\u00e4nner dauerte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Berechtigung zum einj\u00e4hrigen Dienst, die das Institut als Vorl\u00e4uferin der heutigen Akademie austeilte, und bedeutenden Kenntnissen ausgestattet, kehrte Engelhardt Gansel 1829 in seine Vaterstadt zur\u00fcck. Inzwischen veranla\u00dfte die preu\u00dfische Regierung, drei der besten Sch\u00fcler des Instituts auf Staatskosten zum Studium des modernen M\u00fchlenbaus nach England zu schicken. Unter diesen befand sich auch Engelhardt Gansel. (Siehe Festschrift deutscher Ingenieure, Breslau 1888.)<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1830 nahm nun Engelhardt Gansel seine T\u00e4tigkeit in Bunzlau auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 22. Januar 1831 bestand er in Liegnitz vor der Handwerkskammer gl\u00e4nzend seine Meisterpr\u00fcfung.<\/p>\n\n\n\n<p>Von seinen F\u00e4higkeiten zeugen heute seine Werke. Es ist unm\u00f6glich, die einzelnen Leistungen zu w\u00fcrdigen. Das Verzeichnis aller Arbeiten, das im Jahre 1846 aufgestellt worden ist, z\u00e4hlt deren vierhundert.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer seiner ersten Bauten ist die Errichtung des Turmes der hiesigen evangelischen Kirche im Jahre 1834. Sein gef\u00e4lliger Entwurf machte ihn zum Sieger \u00fcber seinen Lehrherrn. Dieser Arbeit folgte eine stattliche Anzahl bedeutender Sch\u00f6pfungen. Willk\u00fcrlich aus dem Verzeichnis \u201eGr\u00f6\u00dfere Bauten\u201c entnommene Titel m\u00f6gen dies bezeugen:<\/p>\n\n\n\n<p>Boberviadukt Bunzlau, Turm und herzogilches Erbbegr\u00e4bnis f\u00fcr Peter von Kurland zu Sagan, Burg auf dem Gr\u00f6ditzberge, Schlo\u00df, Sr. Majest\u00e4t dem K\u00f6nige von Holland geh\u00f6rig, zu Neuland, Schlo\u00df, dem Hern Landrat v. Unruh geh\u00f6rend, zu Gro\u00df-Bohrau, Kr. Freystad, usw. Elf Kirch- und zehn Schlo\u00dfbauen weist dieses Verzeichnis auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Fabriken, H\u00fcttenwerke, Ziegeleien, T\u00f6pfereien, Brenn- und Kalk\u00f6fen in den Kreisen Bunzlau, Lauban, G\u00f6rlitz, Sagan, Sprottau, Freystadt, L\u00fcben, Goldberg-Haynau, Hirschberg, Sch\u00f6nau und L\u00f6wenberg gaben seinen weit mehr als eintausend Arbeitern und Handwerkern Brot und Lohn.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1435\" height=\"912\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-17216-G14.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1558\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-17216-G14.jpg 1435w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-17216-G14-1300x826.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-17216-G14-768x488.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1435px) 100vw, 1435px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Die Villa Gansel an der G\u00f6rlitzer Stra\u00dfe<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Da\u00df die Steine zum Bau des Boberviadukts aus seinem eigenen Sandsteinbruch zu Dobrau kommen, ist bekannt. Doch besa\u00df er auch den \u201eHusarensprung\u201c bei Sirgwitz, den \u201ePfaffenberg\u201c bei Krummh\u00fcbel und etliche Wirtschaften dortselbst. Oft verbrachte er auf dem Pfaffenberge den Sommer, beliebt und geehrt von der dortigen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6ffentlich \u00c4mter wurden ihm selbstverst\u00e4ndlich auch \u00fcbertragen. So war er von 1838 bis 1856 Stadthauptmann, am 3. Juli 1850 wurde er Ratsherr, 1856 Provinziallandtagsabgeordneter f\u00fcr Bunzau und Sagn, und am 16. Juni 1871 Stadt\u00e4ltester. Nicht nur sein Heimatort wu\u00dfte ihn zu ehren. Gelegentlich der Fertigstellung des Boberviadukts erhielt er von der Staatsregierung den Roten Adlerorden (1847).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bild des erfolgreichen Mannes wird vollst\u00e4ndiger, wenn man seines Familienlebens gedenkt. Am 12. Januar 1837 f\u00fchrte er seine Luise, die anmutige Tochter des Gasthofbesitzers Matthai, heim. Von ihr wird gesagt, da\u00df sie eine den sch\u00f6nen K\u00fcnsten freundliche Dame war, die ihrem Gatten eine liebevolle Gef\u00e4hrtin sein konnte. Nach drei\u00dfigj\u00e4hriger Ehe starb Luise Gansel.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"479\" height=\"745\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-20048-VillaGanselmitAuto_57.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1559\" style=\"width:303px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Eine Station im Leben Engelhardt Ganses bildet der Bau des Hauses in der G\u00f6rlitzer Stra\u00dfe. Am M\u00fchlgraben kaufte er sich 1837 ein Gartengrundst\u00fcck, auf dem er das f\u00fcr seine Zeit au\u00dferordentlich stattliche Heim errichtete und das noch heute Familienbesitz ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Manch liebensw\u00fcrdiger Zug aus seinem Bilde k\u00f6nnte noch geschildert wrden. Doch w\u00fcrde ein weiteres Eingehen auf Einzelheiten hier nicht am Platze sein. Nur sei noch bemerkt, da\u00df er Mitbegr\u00fcnder der hiesigen Freimaurerloge (1849) war und sich viel mit Alchemie besch\u00e4ftigte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 10. Mai 1876 starb Engelhardt Gansel.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft rei\u00dft der Tod eines solchen Mannes eine L\u00fccke, die nicht gef\u00fcllt werden kann. Hier war das Schicksal freundlicher. Der Tote hinterlie\u00df drei S\u00f6hne, Peter, Andreas und Erwin, die das Erbe anzutreten wu\u00dften. In der Hauptsache ist es der am 8. Februar 1845 geborene Peter, der berufen schien, Tr\u00e4ger der Firma zu werden, w\u00e4hrend Andreas im Jahre 1872 das an der L\u00f6wenberger Stra\u00dfe gelegene Baugesch\u00e4ft gr\u00fcndete, welches nach dem Tode des Andreas 1901 der Zimmermeister Paul Lepski \u00fcbernahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie seine Br\u00fcder, wurde auch Peter nach vollendeter Schulzeit f\u00fcr das Baufach vorgebildet. Praktische Arbeiten in der Heimat w\u00e4hrend des Sommerhalbjahres, Bauschulstudien in Holzminden (1861- 64), Wanderschaft, praktische Arbeiten in Bremen und Hamburg sind die Daten, die sein Werden kennzeichnen. Interessant ist, da\u00df er 1863 bei der Einw\u00f6lbung der gro\u00dfen Kreuzkappen im Querschiff des K\u00f6lner Domes t\u00e4tig war. Den Krieg 1866 machte er mit, kehrte zu neuem Schaffen heim und zog 1870 abermals in den Krieg, den er als Pionier bei bayrischen Formationen mitmachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Heimgekehrt (mit der Tapferkeitsmedaille geschm\u00fcckt), st\u00fcrzte er sich in rastloses Schaffen. Erfolge bl\u00fchten auch ihm in reichem Ma\u00dfe. Aus seinen Werken m\u00f6gen folgende als besonders nennenswert aufgef\u00fchrt werden:<\/p>\n\n\n\n<p>Bauten am Schlo\u00df zu Klitschdorf, zu Hohlstein, eine Anzahl Kircht\u00fcre, das herrliche Erbbegr\u00e4bnis im Park von Muskau, die Queisbr\u00fccke bei Klitschdorf, Bauten an den Provinzial-Heil- und Pflegeanstalten in Bunzlau und Plagwitz bei L\u00f6wenberg und schlie\u00dflich das herzogliche Schlo\u00df zu Primkenau. Die Hartmannsdorfer, Tiefenfurter, Siegersdorf \u2013 Lorenzdorfer Chausseen z\u00e4hlen ebenfalls zu seinen Sch\u00f6pfungen. Die L\u00f6wenberger Sta\u00dfe ist fast ausschlie\u00dflich von ihm erbaut.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"371\" height=\"442\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-12565-Gansel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1560\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">                        <sup>Engelhardt Gansel<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wie sein Vater, bekleidete auch Peter Gansel sen. verschiedene Ehren\u00e4mter. So das Amt eines Obermeisters der Bauhandwerkerinnung als Nachfolger seines Vater, sowie das eine Majors der Sch\u00fctzengilde. Auch war er Vertrauensmann der Baugewerks-Berufsgenossenschaft. Besonders werden ihm rastloser Flei\u00df und ein goldiger Humor nachger\u00fchmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Peter Gansel am 18. Juli 1897 starb, \u00fcbernahm die Leitung der Firma dessen Witwe, Frau Klara Gansel, geb. Schott, Tochter eines Berliner Gro\u00dfkaufmanns Schott. Es darf gesagt werden, da\u00df sie in umsichtiger Weise das umfangreiche Unternehmen leitete.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1906 \u00fcbernahm der am 6. Februar 1877  geborenen heutige Inhaber, Peter Gansel, gemeinsam mit seinem Bruder Andreas Gansel das Baugesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df auch diese Inhaber es verstanden haben, die Tradition der Firma hochzuhalten, bekunden verschiedene bedeutsame Leistungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schwer lastete auf der Firma der Krieg. Auch die Nachkriegszeit war eine schwere Pr\u00fcfung auf die Lebensf\u00e4higkeit des Baugesch\u00e4ftes. Doch ist es trotz dieser nicht leicht zu \u00fcberstehenden Notzeiten und der stets wachsenden Konkurrrenz m\u00f6glich gewesen, dem Unternehmen die Bedeutung wieder zu erringen, die es einst besa\u00df. 1926 beteiligte sich die Firma Peter Gansel auch an den von seinem Vater Peter Gansel 1893 begr\u00fcndeten Ziegelwerken Fritz Gansel. Heute gibt sie etwa 300 Arbeitern und Angestellten Besch\u00e4ftigung, und ihre Inhaber d\u00fcrfen von sich sagen, da\u00df sie das Erbe der V\u00e4ter treu gewahrt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Einhundert Jahre Firma Gansel! Wer wollte ermessen, welche F\u00fclle energischen Wollens, erfolgreichen K\u00f6nnens, rastlosen Flei\u00dfes dieses Jahrhundert in sich schlie\u00dft? Die Taten, f\u00fcr Jahrhunderte sichtbar, zeugen daf\u00fcr, da\u00df wertvolle Kr\u00e4fte gewaltet haben, nicht nur zum Segen der alten Familie, sondern zum Wohl der Heimtstadt und einer weiten Umgebung.<\/p>\n\n\n\n<p>Leicht ist der wirtschaftliche Kampf auch heute nicht. Jahrzehnte werden ins Land gehen, bevor die \u00e4rgsen Sorgen behoben sein werden. M\u00f6gen den Leitern der Firma Gansel nicht die Kr\u00e4fte erlehmen, damit sie einem ebenso erfolgreichen Jahrhundert entgegengehen, wie es das erste war. M\u00f6gen sie im rastlosen Streben ihr und ihrer Familie Gl\u00fcck finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Betrachtung der Geschichte der Firma mu\u00dfte zugleich ein Eingehen auf die Pers\u00f6nlichkeiten sein, an deren Namen sich die Firma heftete. So w\u00e4re es unrecht, wenn \u00fcber den gegenw\u00e4rtigen Tr\u00e4ger des Namens Peter Gansel nicht wenigstens das Hervorstechendste gesagt werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eingangs wurde er der Begr\u00fcnder des st\u00e4dtischen Museums genannt. Als solcher hat er sich einen unverge\u00dflichen Namen gemacht. Ist es doch sein Charakteristikum, da\u00df er als erfolgreicher Altertumssammler und guter Kenner der heimischen Vergangenheit gilt. Der \u201eBunzlauer Verein f\u00fcr Heimatschutz\u201c machte ihn bei seiner Gr\u00fcndung zu seinem Zweiten Vorsitzenden. Wer sein Haus betritt, wird erstaunt sein: Der Keller ist ein Museum en miniature, die Wohnr\u00e4ume tragen fast s\u00e4mtlich das Gepr\u00e4ge irgendeiner Kulturepoche. Seine Sammlungen sind bedeutend.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Freude aber ist es, ihn selbst \u00fcber alte Foliante und vergilbte Pergamente gebeugt zu sehen, wie er die Spuren der V\u00e4ter liebevoll und ehrerbietig verfolgt. \u2013 Es ehrt sich selbst, wer ehrend seiner V\u00e4ter gedenkt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur 100-Jahr-Feier. Arnold Glander. Erstver\u00f6ffentlichung: Heimatkalender 1930 \u201eDie bess\u2019re Zeit ist ein Erinnern und alles Gl\u00fcck ist Streben nur &#8230;\u201c Siebel. Es ehrt sich selbst, wer ehrend seiner V\u00e4ter gedenkt! 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