{"id":1527,"date":"2024-07-05T15:56:05","date_gmt":"2024-07-05T13:56:05","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=1527"},"modified":"2024-07-05T15:56:06","modified_gmt":"2024-07-05T13:56:06","slug":"die-dorotheenschule-am-klosterplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/07\/05\/die-dorotheenschule-am-klosterplatz\/","title":{"rendered":"Die Dorotheenschule am Klosterplatz"},"content":{"rendered":"\n<p>Verschiedene Autoren. Zusammenstellung Dietmar Plate<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1083\" height=\"674\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-1550-Maedchenschule.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1528\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-1550-Maedchenschule.jpg 1083w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-1-1550-Maedchenschule-768x478.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1083px) 100vw, 1083px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Am 8. 10. 1872 wurde die neue M\u00e4dchenschule am Klosterplatz eingeweiht. 1886 wurde sie durch einen Anbau erweitert, so da\u00df sie nun die evangelische M\u00e4dchenschule und die h\u00f6here T\u00f6chterschule beherbergen konnte. Die Schule liegt an der ehemaligen inneren &nbsp;Stadtmauer. Auf dem Hof stand bis zu seinem Abri\u00df einer der 15 T\u00fcrme der Stadtbefestigung, der sogenannte Hungerturm. Er wurde 1871 mit Genehmigung des B\u00fcrgermeisters Stahn bis auf Mannsh\u00f6he abgerissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Rest war also noch vorhanden. 1912 wurde die H\u00f6here T\u00f6chterschule abgetrennt und kam in das neue Lyzeum. Den Namen erhielt die Schule wie alle anderen auch im Jahre 1921. Die Heilige Dorothea ist nach der Legende eine aus Caesarea in Kappadokien stammende M\u00e4rtyrerin unter Diokletian (um 304). Sie wird meist mit Blumen und Fr\u00fcchten dargestellt. Tag: 6. 2. Auf einer Zeichnung, angefertigt 1830 von dem taubstummen Lithographen Schneider stand auf der Stelle wo sp\u00e4ter die Schule gebaut wurde ein hohes Fachwerkgeb\u00e4ude in dem der Magistrat die ihm geh\u00f6renden Marktbuden aufbewahrte. Davor war ein Schutzdach f\u00fcr die Feuerleitern.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1125\" height=\"767\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-10237-Gerda-VoigtDorotheenschule-Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1529\" style=\"width:486px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-10237-Gerda-VoigtDorotheenschule-Kopie.jpg 1125w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-10237-Gerda-VoigtDorotheenschule-Kopie-768x524.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1125px) 100vw, 1125px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ein daneben liegendes Haus wurde als Spritzenschuppen bezeichnet. &nbsp;Die H\u00f6here T\u00f6chterschule hatte im Jahre 1872 unter Rektor Eckersberg ihr eigenes Heim neben der Klosterschule erhalten. Der Bau begann am 30. 11. 1869, Richtfest war am 10. 11. 1871. Das gr\u00f6\u00dfere Geb\u00e4ude nahm im mittleren Teil die H\u00f6here T\u00f6chterschule auf und in den Fl\u00fcgeln die Klasse der M\u00e4dchen-B\u00fcrgerschule. 1879 erhielt die Schule eine Turnhalle, die erste in Bunzlau an der Kreuzung der Zolltra\u00dfe mit der Promenade, wo 1877 das alte Salzhaus abgerissen worden war. 1886 wurde die Schule erweitert. Im Jahre 1912 zog die H\u00f6here T\u00f6chterschule aus. Das gesamte Schulgeb\u00e4ude wurde nun von der M\u00e4dchenschule \u00fcbernommen. &nbsp;Am 16. November 1914 wurde im evangelischen M\u00e4dchenschulgeb\u00e4ude eine Volksk\u00fcche er\u00f6ffnet, aus der bed\u00fcrftige Personen kostenlos Mittagessen erhalten konnten. Es hatten sich 190 Anw\u00e4rter gemeldet. Nach der Abzweigung der Knabenklassen blieben die M\u00e4dchenklassen unter der Leitung von Rektor Kottwitz. Als die Schule 1912 das Geb\u00e4ude der H\u00f6heren T\u00f6chterschule \u00fcbernahm, war Rektor Michael der Leiter, aber nur f\u00fcr wenige Jahre. Am 1. 4.1914 berief der Magistrat Rektor Artur Maroske aus Lindow in der Mark, unter dessen F\u00fchrung die Schule sich weiter gut entwickelte und wie die Knabenschule 20 Klassen umfa\u00dfte. Er sorgte zum Beispiel f\u00fcr den Ausbau des Dachgeschosses, um lichte R\u00e4ume f\u00fcr den Handarbeitsunterricht zu gewinnen. Dort standen \u00fcber 20 N\u00e4hmaschinen. Am 1. 4. 1930 folgte er unter Berufung als Schulrat nach Namslau. Von dort kam er am 1. 7. 1933 als Schulrat zur\u00fcck. Wegen Zugeh\u00f6rigkeit zur Freimaurerloge wurde er von den Nazis trotz seiner Verdienste als Schulmann, Stadtrat und Kriegsteilnehmer seines Amtes enthoben, Er starb 1947 in Wolgast. Sein Nachfolger als Rektor wurde Otto Voigt, der leider schon am 22. 11. 1930 starb. Dann f\u00fchrte Rektor Karl Gebauer die Schule von &nbsp;Ostern 1931 bis zu seinem tragischen Tod im Fr\u00fchjahr 1944 bei einem Bombenangriff in Berlin. Am 1. 6. 1944 wurde Konrektor Paul Iben von der Knabenschule ins Rektorat berufen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1068\" height=\"698\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-241-Dorotheenschule.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1530\" style=\"width:497px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-241-Dorotheenschule.jpg 1068w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-241-Dorotheenschule-768x502.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1068px) 100vw, 1068px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die in der G\u00f6rlitzer Stra\u00dfe in der Fabrik Hammer und den umliegenden H\u00e4usern untergebrachten ehemaligen italienischen Kriegsgefangenen die wohl als Arbeitskr\u00e4fte in den umliegenden Fabriken eingesetzt wurden, waren f\u00fcr die teilweise Zerst\u00f6rung der Schule sowie des Kinderhortes (Wintergarten) im wesentlichen verantwortlich. Die wieder hergerichtete Dorotheenschule erhielt sp\u00e4ter ein zus\u00e4tzliches Stockwerk. Beim Vergleich von alten und neuen Bildern entsteht der Eindruck, das lediglich ein schon vorher vorhandenes Dachgescho\u00df zu einem weitern Stockwerk ausgebaut worden ist. Zudem scheint auch ein neues Dach auf dem Haus errichtet worden sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eUnd sie reget ohn\u2018 Ende &#8230;\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>Erstver\u00f6ffentlichung: Bunzlauer Stadtblatt, 26. 3. 1928<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausstellung von Nadelarbeiten<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung von Nadelarbeiten in der Aula der Dorotheenschule wurde gestern vormittag kurz nach 11 Uhr er\u00f6ffnet. Rektor Maroske begr\u00fc\u00dfte in einer Ansprache die Vertreter des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung, des Elternbeirates, die Herren der andern Schulen, die Vertreter der Vereine, der Presse und die Frauen und Freundinnen der Schule. Nach zwei Jahren habe die Schule, so f\u00fchrte der Redner aus, auf allgemeinen Wunsch der Elternschaft wieder eine Ausstellung von Nadelarbeiten zusammengestellt. Wenn diese Ausstellung im gro\u00dfen und ganzen auch nur eine Wiederholung bestimmter Formen bringen k\u00f6nne, so sei doch auch bei einem Vergleich mit fr\u00fcheren Ausstellungen leicht festzustellen, da\u00df die Schule in dieser Zeit bestrebt war, den Unterricht modern zu gestalten und die Eigenart der Sch\u00fclerinnen zu ber\u00fccksichtigen. Die Schule wolle Zeugnis davon ablegen, da\u00df die Lehrpersonen nicht nebeneinander, sondern miteinander arbeiten, um eine wertvolle Gemeinschaftsarbeit zu leisten. In einem gro\u00dfen Schulk\u00f6rper wie dem der Dorotheenschule k\u00f6nne nur Vorteilhaftes geleistet werden, wenn alle Kr\u00e4fte an einem gemeinsamen Ziel zusammenarbeiten. Man habe Wert darauf gelegt, den Unterricht lebendiger und gewinnbringender f\u00fcr das praktische Leben zu gestalten. Hierzu b\u00f6te der Nadelarbeitsuntericht, der als gleichwertiges Unterrichtsfach in den Lehrplan eingereiht sei, die beste Handhabe. Durch diesen Unterricht k\u00f6nne man nicht nur technische F\u00e4higkeiten entwickeln, sondern auch f\u00fcr das logische Denken biete ich gen\u00fcgend Gelegenheit. Die M\u00e4dchen als zuk\u00fcnftige Hausfrauen und M\u00fctter w\u00fcrden eingef\u00fchrt in<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"771\" height=\"513\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-13641-Jahrgang-32.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1531\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-13641-Jahrgang-32.jpg 771w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-13641-Jahrgang-32-768x511.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-4-13641-Jahrgang-32-360x240.jpg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 771px) 100vw, 771px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>das wunderbare Gebiet der Heimgestaltung,<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>die f\u00fcr das Gedeihen eines Volkes von gr\u00f6\u00dfte Wichtigkeit sei, denn wo der Mann ein gem\u00fctliches Heim vorfinde, habe er keinen Grund, andere Zerstreuungen zu suchen, die das Familienleben gef\u00e4hrden. Der Redner dankte den st\u00e4dtischen K\u00f6rperschaften f\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung und wies auf den neu eingerichteten Nadelarbeitsraum hin, der sich wohl in ganz Preu\u00dfen unter den Volksschulen als vorbildlich sehen lassen k\u00f6nne. Auch auf die Ergebnisse des Werkunterrichts wies Rektor Maroske hin. Durch dieses Fach sollten die Werktugenden: Flei\u00df, Ordnungsliebe, Genauigkeit, Geschicklichkeit, Augenma\u00df und dergleichen gepflegt werden. Abschlie\u00dfend schilderte dann der Redner, wie in den Schulen die beste nationale Arbeit geleistet werden, wenn diese in der Schule gegebenen Anregungen zu Arbeitsgemeinschaften f\u00fchren, in denen es keine Gegens\u00e4tze gibt, Arbeitsgemeinschaften, die durch gemeinsame Arbeit zur Freude und Befriedigung gelangen und so als Idealgebilde f\u00fcr ein gro\u00dfes Volk zu betrachten sind. \u2013 Es folgte dann<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ein Rundgang durch die Ausstellung, <\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>die vom einfachste Kreuzstich bis zur wirkungsvollsten Kunststickerei alles enthielt, was man sich nur denken kann. Viel Genugtuung erregte es bei den Hausfrauen, da\u00df auch auf dem Gebiete der praktischen Arbeiten, wie Stricken, Stopfen und Flicken ganz Musterhaftes geleistet worden war, so da\u00df man mit Beruhigung sagen kann, da\u00df die M\u00e4nner von diesen M\u00e4dchen einmal nicht mit zerrissenen Sachen und Str\u00fcmpfen herumlaufen m\u00fcssen \u2013 vorausgesetzt nat\u00fcrlich, da\u00df die &nbsp;M\u00e4dchen so flei\u00dfig bleiben, wie in der Schule. Auch die Klebarbeiten des Werkunterrichts waren gut gelungen. Besonders bewundert wurde<\/p>\n\n\n\n<p><strong>das Nadelarbeitszimmer,<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>in dem 16 N\u00e4hmaschinen stehen. Der helle Raum enth\u00e4lt mit seinen zahlreichen Wandschr\u00e4nken alles, was zum Nadelarbeits- und Haushaltsunterricht erforderlich ist. B\u00fcgeleisen, Pl\u00e4ttbretter, Vorlagen, Lehrmittel, alles ist vorhanden, wenn auch noch nicht restlos \u201ealles\u201c, denn dazu m\u00fc\u00dfte Deutschland reicher sein. Durch zahlreiche Tageslichtlampen kann der Raum hell erleuchtet werden. Die reizenden bunten Bauernst\u00fchle und die geschmackvolle Farbenhaltung des Raumes erzielen ein anziehendes Bild. Hier wird jeder gern arbeiten! Das f\u00fchlt jeder. Somit ist ein hohes Ziel der Schule erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>So bietet die Ausstellung und die Schule manch Sehenswertes, das sicherlich bei allen Freunden einer modernen Unterrichtsgestaltung gro\u00dfen Beifall finden wird. \u2013n.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Elternabend in der Dorotheenschule<\/h2>\n\n\n\n<p>Erstver\u00f6ffentlichung: Bunzlauer Stadtblatt, 2. 4. 1928<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1088\" height=\"717\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-355-Dorotheenschule-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1533\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-355-Dorotheenschule-1.jpg 1088w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-5-355-Dorotheenschule-1-768x506.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1088px) 100vw, 1088px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Am Sonnabend, dem 31. M\u00e4rz, hatte der Leiter der 2. Grundschulklasse in der Dorotheenschule, Herr Lehrer Glander, die Eltern und Angeh\u00f6rigen der Kinder zu einem Elternabend in die Aula der Schule geladen. Die zahlreich Erschienenen hatten es nicht zu bereuen, diesen wohlgelungenen Abend besucht zu haben. Es gab Einzelvortr\u00e4ge, Tanz und Reigen und sogar ein richtiges kleines Theaterst\u00fcck \u201eSchneewittchen und die sieben Zwerge.\u201c Die kleinen M\u00e4dels entledigten sich ihrer Aufgabe mit Lust und Hingebung und gaben sich so nat\u00fcrlich und ungezwungen, da\u00df man seine helle Freude an ihren Darbietungen haben konnte. In sehr dankenswerter Weise hatte Herr Lehrer Glander in Erg\u00e4nzung dieser Vorf\u00fchrungen eine kleine Ausstellung von Zeichnungen und Plastilinfiguren seiner Schulkinder veranstaltet. Es war lehrreich zu beobachten, wie so verschiedenfach in freier Gestaltung das Ausdrucksverm\u00f6gen sch\u00f6pferisch wird, wie es sich entwickelt und wie sich schon bei einzelnen besondere Eigenarten plastisch und zeichnerisch auszupr\u00e4gen vermochten. Die Hauptsache war, da\u00df sich die Eltern \u00fcberzeugen konnten, wie in dieser spielerischen Bet\u00e4tigung der Kinder im Zeichnen und Formen seelische Werte sich offenbarten, die auf andere Weise zuweilen nicht zum Ausdruck kommen k\u00f6nnen, und da\u00df es eine ganz verkehrte Ansicht ist, es w\u00fcrde hier in nutzloser Spielerei Zeit vertan. Es w\u00e4re sehr bedauerlich, wenn k\u00fcnftig solche M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Entwicklung des kindlichen Gestaltungs- und Ausdrucksverm\u00f6gens eingeschr\u00e4nkt werden m\u00fc\u00dften, weil eine allzustarke Klassenfrequenz das nicht mehr zul\u00e4\u00dft. Nach Andeutungen des Herrn Rektor Maroske schien diese Gefahr leider nicht mehr abwendbar zu sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausstellung in der Dorotheenschule<\/h2>\n\n\n\n<p>Erstver\u00f6ffentlichung: Bunzlauer Stadtblatt, 21. 3. 1938<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"725\" height=\"505\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-6-13781-Turm-Dorotheenschule-um-1880.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1534\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Dorotheenschule veranstaltet in den Tagen vom 20. bis einschlie\u00dflich 22. d. M. eine Ausstellung von Handarbeiten und Zeichnungen. Sie ist in der Aula und in dem neben ihr liegenden Lichtbildsaal untergebracht. Die Er\u00f6ffnung erfolgte gestern vormittag um 11 Uhr durch einen schlichten Festakt. Ein Sch\u00fclerinnenchor sang in frischer klangsch\u00f6ner Weise mehrere Lieder, reizend brachten einige M\u00e4dchen \u201eSommerliche Weisen\u201c (Fl\u00f6te) von Werner Gneist (Tillendorf) zu Geh\u00f6r. Rektor Gebauer begr\u00fc\u00dfte sodann die Elternschaft, Vertreter der Beh\u00f6rden und der Partei und wies auf die hohe erzieherische Bedeutung des Handarbeitsunterrichts, der in siebenj\u00e4hriger, unter Beachtung gr\u00f6\u00dfter Sauberkeit und Ordnung geleisteter Arbeit die M\u00e4dchen frei und selbst\u00e4ndig mache zur Wahl des Stoffes, der Form und Farbe, und sie im Bewu\u00dftsein, etwas sch\u00f6nes leisten zu k\u00f6nnen, mit Stolz und Freud erf\u00fclle.<\/p>\n\n\n\n<p>Der M\u00e4dchenchor sang noch einige Lieder, und eine Fl\u00f6tenabteilung spielte bei Klavierbegleitung Mozartsche Tanzweisen, worauf Rektor Gebauer die Ausstellung f\u00fcr er\u00f6ffnet erkl\u00e4rte. Es reihte sich nun ein Gang durch die au\u00dfergew\u00f6hnlich reichhaltige Ausstellung, wobei von den Lehrerinnen die erforderlichen Erkl\u00e4rungen gegeben wurden. Der Besucher sieht vom sauber gearbeiteten Topflappen der untersten Klassen an farbenfrohe Strick- und H\u00e4kelarbeiten, es sind reizende Kissen, Decken und Deckchen, wahre kleine Kunstgebilde in Hohlsaumstickerei zu sehen, bei denen die Sch\u00fclerinnen ihrer Phantasie bereits freien Lauf lassen konnten. Man sieht W\u00e4schest\u00fccke mit Stickerei, reizende seidenen sogenannte \u201eGedichte\u201c die das Entz\u00fccken der Besucher erregten. Allerliebst ist der Tisch mit den Babyw\u00e4schest\u00fccken zu sehen, es fehlt an nichts und das junge M\u00e4dchen hat hier die erste Anleitung zum Beruf als k\u00fcnftige Mutter erhalten. Den Abschlu\u00df, fast m\u00f6chte man sagen, das Gesellenst\u00fcck des Handarbeitsunterrichts, bildet die Anfertigung eines Kleides nach eigener Wahl und einem gegebenen Schnitt. Man sieht wunderh\u00fcbsche, praktische und zierliche Jungm\u00e4dchenkleider, hell und farbenfroh, mit viel Liebe und Sorgfalt hergestellt. Zum Schlu\u00df noch ein Blick auf die Zeichnungen, die die Kinder flei\u00dfig und malerisch dargestellt, geleistet haben. Beim Verlassen der Ausstellung hat man das Gef\u00fchl, einen Einblick in den Handarbeits- und Werkunterricht einer neuzeitlichen gut geleiteten Volksschule getan zu haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Meldungen<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1631\" height=\"1033\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-2720-Dorotheenschule.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1535\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-2720-Dorotheenschule.jpg 1631w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-2720-Dorotheenschule-1300x823.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-2720-Dorotheenschule-768x486.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-7-2720-Dorotheenschule-1536x973.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1631px) 100vw, 1631px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>1864: E. Beck. Die ev. B\u00fcrgerschule, in 2 Schulh\u00e4usern, besteht aus 9 Klassen und zwar: 3 Knaben-, 3 M\u00e4dchen- und 3 gemischten Klassen mit 10 Lehrern und 1 Lehrerin. Es sind dies gegenw\u00e4rtig: Herr Rector Eckersberg und f\u00fcr die Knabenklassen die Lehrer: Herren Weinknecht, Pils und Heidrich, f\u00fcr die M\u00e4dchenklassen die Lehrer: Herren B\u00f6hr, Pfeffer und Breyer, f\u00fcr die gemischten Klassen die Lehrer: Herren Re\u00dfler, Engmann jun. und Richter und f\u00fcr die weiblichen Handarbeiten der oberen M\u00e4dchenklassen Fr\u00e4ulein S. Haube. Bei den B\u00fcrgerschulen ist der Turnunterricht eingef\u00fchrt, welchen Hr. Lehrer Weinknecht leitet. In der Sonntags- oder Handwerker-Fortbildungs-Schule, welche allsonnt\u00e4glich nachmittag von 3 \u2013 4 Uhr abgehalten wird, fungiren als Lehrer derselben gegenw\u00e4rtig Hr. Weinknecht und Hr. Heidrich. Mit der ev. B\u00fcrgerschule ist eine Zeichenschule verbunden, in welcher eine Anzahl Sch\u00fcler freien Unterricht im Zeichnen erh\u00e4lt. Fr\u00fcher wurden die besten Zeichner mit silbernen Medaillen von der K\u00f6nigl. Regierung in Liegnitz pr\u00e4miirt. Lehrer Hr. Menzel. Collator aller ist der Magistrat.<\/p>\n\n\n\n<p>1872: 8. Oktober. Einweihung des neu erbauten M\u00e4dchenschulgeb\u00e4udes am Klosterplatz. Bei der Errichtung derselben hatte ein alter Befestigungsturm an der nordwestlichen Seite, der sogenannte Hungerturm, weichen m\u00fcssen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>1903: Ev. M\u00e4dchen-B\u00fcrgerschule. Kottwitz, Rektor. Nerger, Helwig, G\u00fcrke, Seiffert, Schneider, Voigt, Mei\u00dfner, Lehnick, Laube, Vietzke, Pohl, Bunzel, Lehrer. Frl. Lieske, Lehrerin. Frl. G\u00f6hlich, Frl. Kr\u00fcger, Handarbeits- und Turnlehrerinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>1904. Aus der Stadt Bunzlau, Bunzlauer Stadtblatt-Kalender 1904: \u2026 Wurde und wird hier f\u00fcr die geistige Nahrung des Volkes gesorgt, so finden wir nicht weit im Kellerraum der stattlichen M\u00e4dchenschule den Herd, der in der Not des Winters mancher armen Familie den leiblichen Hunger stillte. Am 4. Januar cr. wurde hier wie im Vorjahre die Volksk\u00fcche wieder er\u00f6ffnet, um Mitte M\u00e4rz beim Nahen des Fr\u00fchlings wieder geschlossen zu werden, nachdem sie an 75 Kochtagen 5509 ganze und 5861 halbe Portionen verabfolgt hatte. \u2013 In den eigentlichen Amtsr\u00e4umen der M\u00e4dchenschule, speziell der h\u00f6heren M\u00e4dchenschule vollzog sich am 2. Oktober v. Js. ein f\u00fcr die Geschichte und die Entwicklung der Anstalt h\u00f6chst bedeutungsvoller Akt. Der neue Direktor, Herr Steffens aus Unna i. W., wurde durch den Kreisschuldirektor Herrn Superintendent Stra\u00dfmann und Herrn B\u00fcrgermeister Richter feierlich in sein Amt eingef\u00fchrt. Bald darauf wurde die Schule der K\u00f6niglichen Regierung in Liegnitz direkt unterstellt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"805\" height=\"488\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-8-14507-HB1964-Dorotheenschule.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1536\" style=\"width:342px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-8-14507-HB1964-Dorotheenschule.jpg 805w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-8-14507-HB1964-Dorotheenschule-768x466.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 805px) 100vw, 805px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>1913: Evangelische M\u00e4dchen-B\u00fcrgerschule. Michael, Rektor. Lehrer: Nerger, Hellwig, G\u00fcrke, Seiffert, Schneider, Mei\u00dfner, Voigt, Lehnick, Laube, Vietzke, Bunzel, H\u00fcbner, Hoffmann, Schuster, Schliebitz. Lehrerinnen: Frey, Warko. G\u00f6hich, Handarbeits- und Turnlehrerin. Hornig, Schuldiener. Kr\u00fcgel, Turndiener.<\/p>\n\n\n\n<p>1928. 8. 10. Schulpersonalien. Die an der Martin-Opitz-Schule freigewordene Konrektorstelle ist seitens der Schuldeputation vom Beginn des Winterhalbjahres ab dem bisher an der Dorotheenschule t\u00e4tig gewesenen Konrektor Vietzke \u00fcbertragen worden. Das Konrektorat der letztgenannten Schule \u00fcbernimmt vom gleichen Zeitpunkt ab der neuernannte Konrektor Voigt.&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>1929: 25. 6. Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr sozialen und kulturellen Fortschritt. Oeffentlicher Vortrag. Mittwoch, 26. Juni, 20 Uhr, i. d. Aula der Dorotheenschule. Fabrikbesitzer Pelzer, G\u00f6rlitz, spricht \u00fcber \u201eArmut und Fortschritt im Lichte der Bodenreform.\u201c Eintritt 10 Pfennige.<\/p>\n\n\n\n<p>1930: Am 1. M\u00e4rz ging Rektor Maroske, der seit 1914 die Dorotheenschule leitete , als Schulrat nach Namslau. Zum Rektor der Dorotheenschule wurde Otto Voigt berufen, der leider schon am 22. 11. 1930 starb.<\/p>\n\n\n\n<p>1930: Am 22. November verstarb Rektor Otto Voigt, der erst im April die Leitung der Dorotheenschule \u00fcbernommen hatte. An seine Stelle trat Rektor Gebauer.<\/p>\n\n\n\n<p>1935: Dorotheenschule. Evangelische M\u00e4dchen-B\u00fcrgerschule, Klosterplatz 15. Sprechstunden des Schulleiters: Sommerhalbjahr von 11 \u2013 12 Uhr, Winterhalbjahr von 12 \u2013 13 Uhr. Gebauer, Rektor; Schulze, Konrektor; Bunzel, Schuster, Schliebitz, Ossig, Gottwald, Glander, Hauke, Bethge, Lehrer; Proske, Frickinger, Springer, Grohmann, Lehrerinnen; Hoffmannn, Bendt, technische Lehrerinnen; Werft, Hausmeister; Behmisch, Hausmeister (Turnhalle).<\/p>\n\n\n\n<p>19. 10. 1937. Kraft durch Freude, Dienststelle Bunzlau. Frauengymnastik mit Frl. Vielhauer. Wir weisen besonders darauf hin, da\u00df dieser Kursus jetzt jeden Donnerstag von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle der Dorotheenschule, Zollstra\u00dfe, stattfindet, also nicht mehr in der Turnhalle der Waisen- und Schulanstalt.<\/p>\n\n\n\n<p>1938: 19. 10. Aus dem Schulleben. Endg\u00fcltig angestellt wird an der Dorotheenschule in Bunzlau ab 1. November die Lehrerin Elli Tartsch in Bunzlau.<\/p>\n\n\n\n<p>1938: 19. 10. Spende f\u00fcr die Sudetendeutschen. Von den Lehrern und Lehrerinnen der Dorotheenschule wurden als einzelne Sonderspenden f\u00fcr Sudetendeutsche insgesamt 66 RM. bei der hiesigen NSV. eingezahlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bunzlauer Stadtblatt 31. Dezember 1938. Im November zog in die Aula der Dorotheenschule das volkskundliche Trachtenmuseum, eine Wanderschau, ein.<\/p>\n\n\n\n<p>1940: Wandrey, H., Dr., prakt. Arzt, Sprechstunden 9 \u2013 11, 16 \u2013 18, Klosterplatz 15, Fernruf 1060.<\/p>\n\n\n\n<p>1944: Gefolgschaft Marine. Sonntag, 26. 3., tritt die gesamte Gefolgschaft in tadelloser Uniform um 8.15 Uhr mit Fahne auf dem Klosterplatz an.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1465\" height=\"991\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-9-27343-Dorotheenschule.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1537\" style=\"width:439px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-9-27343-Dorotheenschule.jpg 1465w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-9-27343-Dorotheenschule-1300x879.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-9-27343-Dorotheenschule-768x520.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1465px) 100vw, 1465px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>1944: Deutscher Volksgesundheitsbund. Sonnabend, 29. 4., 20 Uhr, spricht in der Aula der Dorotheenschule Herr Walter Schoeffel, Reichenberg, \u00fcber \u201eHeimische Wildgem\u00fcse im Haushalt\u201c an Hand von ca. 70 herrlichen Farbbildern. Wir empfehlen den Besuch allen Mitgliedern dringlichst und laden auch G\u00e4ste ein. Kreisverein Bunzlau.&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; 1944: 26. 4. NS.-Frauenschaft, Ortgruppe Aue. Donnerstag, 27. 4., von 14 \u2013 19 Uhr, N\u00e4hen (Lazarettw\u00e4sche ausbessern) in der Dorotheenschule. Rege Beteiligung erw\u00fcnscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Margarete D\u00f6rner (1957) &#8230; Das gab ein tolles Schneetreiben im letzten Winter meiner Schulzeit, es sch\u00fcttete nur so vom Himmel, und morgens, noch im Dunkel, h\u00f6rte man schon das Scharren der breiten Holzschaufeln unter den Fenstern, die die B\u00fcrgersteige von den Schneemassen freimachten. Wie herrlich war dann der Weg zur Schule in all dem glitzernden Wei\u00df, der Weg zum Klosterplatz, wo damals die H\u00f6here T\u00f6chterschule, sie hie\u00df ja noch nicht Lyzeum, untergebracht war. Wir die \u201eh\u00f6heren G\u00e4nse\u201c, wie uns die benachbarten Gymnasiasten titulierten, hatten unsern Schulhof vorn nach dem offenen Klosterplatz, w\u00e4hrend die evangelische M\u00e4dchenvolksschule den ihren nach der Promenade, dem Theater gegen\u00fcber hatte. Beide Schulen waren ja in einem Haus gelegen. Auch bei hohem Schnee spazierten wir gern in den Pausen drau\u00dfen und besonders in der Zeit vor Weihnachten gabs viel zu erz\u00e4hlen und lustiges Schneeballwerfen. Die Weihnachtsferien waren mal wieder in Sicht, und mit ihnen die auch so gef\u00fcrchteten Zensuren! So sagten wir damals zu den heutigen Zeugnissen. Nun ja, also es war mal wieder so weit. Wir M\u00e4dels spazierten auf dem Hof herum, Direktor Steffens, Lehrer Matull, Lehrer G\u00e4bler und die kleine Elli Rudolf, unsere Englisch-Lehrerin, verzehrten ihr Fr\u00fchst\u00fcck meist auch in der frischen Luft. Einige Tage vor Schulschlu\u00df. Die Glocke ert\u00f6nte zum Stundenanfang. Ich ging mit Hilde Richter, meine Herzensfreundin, \u00e4lteste Tochter unseres B\u00fcrgermeisters, langsam die Treppen hoch. Lehrer G\u00e4bler holte uns ein. \u201eGrete D\u00f6rner, was soll ich dir blo\u00df f\u00fcr eine Note im Rechnen geben?\u201c \u201eAch\u201c, sagte ich keck, \u201eschreiben sie gut und \u00fcberlegen sie nicht lange.\u201c \u201eDas h\u00e4ttest du verdient\u201c sagte er lachend. Ich war n\u00e4mlich in der Rechenk\u00fcnste eine gro\u00dfe Niete, und wenn der gute Valz nicht bei den Hausarbeiten darin geholfen h\u00e4tte, w\u00e4re alles mit dem Bruchrechnen mit mir in die Br\u00fcche gegangen!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1972\" height=\"1397\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-10-15690-BildSchuleBunzlau.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1538\" srcset=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-10-15690-BildSchuleBunzlau.jpg 1972w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-10-15690-BildSchuleBunzlau-1300x921.jpg 1300w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-10-15690-BildSchuleBunzlau-768x544.jpg 768w, https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-10-15690-BildSchuleBunzlau-1536x1088.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1972px) 100vw, 1972px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>BHZ 10\/2000. Ursula Werft &#8230; Unsere Schule ist jetzt Lyzeum geworden. Es schienen Ferien zu sein, denn die Klassen waren abgeschlossen. Die Hausmeisterin, die gleich erschien, war mi\u00dftrauisch, aber nachdem ich ihr das Bild von der Schule gezeigt hatte und auch andere Bilder, \u00f6ffneten sich f\u00fcr uns T\u00fcr und Tor. Sie stellte uns einer Lehrerin vor und sp\u00e4ter auch der Direktorin. Sie nahmen alle reges Interesse an unseren Bildern. Die Sprachschwierigkeiten waren kein Hindernis. Nun machten wir einen Rundgang durch die Schule. Die Aula, das Handarbeitszimmer, Zeichensaal und das Physikzimmer bestanden nicht mehr. Das Rektorzimmer war jetzt Sekretariat. In den Klassenzimmern standen jetzt Tische und St\u00fchle, und die Treppen waren nicht mehr aus ge\u00f6ltem Holze, sondern aus Stein. Da mein Vater seit 1922 in der Schule Hausmeister gewesen war, kannte ich jede Ecke des Hauses. Die ge\u00f6lten Treppen, die ich manchmal auf dem Hosenboden runterrutschte, brachten mir manche Kopfnu\u00df ein. Ein gro\u00dfer Nachteil war f\u00fcr mich, in der Schule zu wohnen, da meine Streiche immer gleich br\u00fchwarm meinem Vater zu Ohren kamen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Evangelische Schule<\/h2>\n\n\n\n<p>Am 22. 6. 1752 wurde auf dem Schlo\u00dfplatz der Grundstein zum evangelischen Gotteshaus gelegt. Dabei h\u00f6ren wir zum ersten Male genaueres von der evangelischen Schule. Mit den Mitgliedern des Magistrats, den Geistlichen J\u00e4rschky und Woltersdorf und den Lehrern Konrektor Am Ende, Kantor R\u00f6sler und Auditor H\u00f6flich versammelten sich die Kinder der 1., 2. und 3. Klasse im K\u00fcrschnersaal des Rathauses, wo bisher die evangelischen Gottesdienste gehalten wurden und er\u00f6ffneten Paar um Paar den Festzug zum Schlo\u00dfplatz. Am gleichen Tage ergingen aus Breslau einige Verordnungen \u00fcber das Schulwesen. Konrektor Am Ende wurde beauftragt, dem 3. Lehrer &nbsp;an der Lateinschule H\u00f6flich und den Lehrern Horn und Siegmund an der Deutschen Schule aufzugeben, sich unverz\u00fcglich beim Inspektor Walter in Jauer zu melden, sich von ihm examinieren zu lassen und dann unter Verbringung seines Originaltextes binnen vier Wochen um Best\u00e4tigung einzukommen. Sodann wurde der unentgeltliche Unterricht angeordnet, jedoch sollten die Kinder wohlhabender Eltern viertelj\u00e4hrlich sechs Groschen bezahlen. Die Regierung in Glogau verf\u00fcgte, da\u00df die Stadt den Rektor einzusetzen habe, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen Kirchen- und Schulbeamten unter Zuziehung des Pfarrers zu berufen w\u00e4ren. Rektor und Kantor sollten ihre Besoldung aus der K\u00e4mmereikasse erhalten. Bei den Schulkonferenzen sollte ein Mitglied des Magistrats zugegen sein. Freilich hatte diese Schule jahrzehntelang kein eigenes Geb\u00e4ude, der Unterricht fand in Privath\u00e4usern statt. Sie bestand aus einer Elementarschule mit zwei Klassen und einer Lateinschule mit drei Klassen. Bis 1777 geh\u00f6rte Bunzlau zum Schulinspektionsbezirk Jauer, dann wurde Pfarrer Christian Ludwig Woltersdorf, der Direktor des Waisenhauses von 1762 bis 1804 mit der Beaufsichtigung der Kreise Bunzlau und L\u00f6wenberg beauftragt. So blieben die Verh\u00e4ltnisse viele Jahre. Auf Rektor Am Ende der am 2. 5. 1792 starb, folgte Rektor Engmann. 1809 amtierten au\u00dfer ihm noch Kantor Munsky (gest. 1810) und die Schulkollegen Berthold Puschmann und Exner. 1812 vernachte ein edeldenkender und verm\u00f6gender Mann, Kaufmann Bleul in seinem Testament eine Summe zur Erbauung neuer Schulh\u00e4user und zur Verbesserung der Lehrergeh\u00e4lter. Der Betrag reichte aber nicht aus f\u00fcr einen Neubau mit f\u00fcnf Klassen und Wohnungen. Da entstand der Gedanke, aus dem aufgehobenen Dominikanerkloster und seiner Kirche die so lange entbehrte evangelische Schule zu erstellen. Der K\u00f6nig stimmte der Bitte um \u00dcberlassung der Geb\u00e4ude zu. Obgleich alle Baustoffe aus der K\u00e4mmerei geliefert wurden, fehlte es doch bald an dem n\u00f6tigen Gelde. Die Erben des Kaufmanns verweigerten die Auszahlung des Verm\u00e4chtnisses, so da\u00df die Stadt in einen Proze\u00df verwickelt wurde. Aber der Bau war angefangen und wurde unter vielen Schwierigkeiten so weit gef\u00fchrt, da\u00df die Klosterkirche in Schulklassen verwandelt und die M\u00f6nchszellen in Lehrerwohnungen eingerichtet wurden. Kaum bezogen, wurde das Haus im Franzosenkrieg teilweise als Lazarett und als Magazin f\u00fcr Lebensmittel verwendet. &nbsp;Als B\u00fcrgermeister K\u00fcrbis am 2. 5. 1814 feierlich eingef\u00fchrt wurde, begleiteten ihn 24 wei\u00df gekleidete M\u00e4dchen und \u00fcberreichten ihm ein Gedicht. Dabei ist zum erstenmal von einer Lehrererin die Rede, Madame Scheller, die ihre M\u00e4dchen begleitete. Wenige Wochen sp\u00e4ter erfahren wir von einer Lehrerin Madame Petzold, die mit 20 geputzten M\u00e4dchen den durchreisenden Br\u00fcdern des Zaren Ehren erwiesen. Im Jahre 1813 erfahren wir wieder einmal die Namen der Lehrer an der evangelischen Schule. Auf Rektor Heinze war 1826 Rektor Vogel gefolgt (gestorben 71j\u00e4hrig am 13. 2. 1865), Kantor Buchwald, der die zweite Knabenklasse betreute, Lehrer Ende f\u00fcr die erste Klasse, Lehrer Vogel f\u00fcr die dritte, Hauptmann Traugott H\u00f6hne als Lehrer der ersten M\u00e4dchenklasse (1835 wurde er K\u00e4mmerer), Elementarlehrer B\u00f6hr, dann Witwe Bachmann, Lehrerin an der weiblichen Industrieschule. Darunter haben wir uns eine Schule vorzustellen, die mit Spinnen, N\u00e4hen und Stricken besch\u00e4ftigt war. Die evangelische Schule wurde 1848 von 560 Kindern besucht, davon 25 katholischen (wohl wegen des fremdsprachlichen Unterrichts) und 13 j\u00fcdischen, also im Durchschnitt 80 Sch\u00fcler in jeder der sieben Klassen. Die wachsende Kinderzahl , der Bildungseifer des B\u00fcrgertums jener Jahre, zwang die Stadt zum Ausbau des Schulwesens. Am 3. 7. 1857 beschlossen die Stadtv\u00e4ter eine gr\u00fcndliche Reorganisation der evangelischen Stadtschule, wobei gymnasiale Klassen gebildet werden sollten, und am 19. 12. 1857 die Errichtung einer H\u00f6heren T\u00f6chterschule. Am 31. 1. 1858 w\u00e4hlte man Gymnasialoberlehrer Friedrich Wilhelm Beisert aus Lauban zum Rektor der erweiterten Schule. Unter seiner Leitung war sie von Ostern 1858 ab gegliedert in eine deutsche B\u00fcrgerschule mit Knaben- und M\u00e4dchenklassen (ohne fremdsprachlichen Unterricht), in eine H\u00f6here T\u00f6chterschule, in der auch Knaben aufgenommen werden zur Vorbereitung auf den Besuch des Gymnasiums von Sexta bis Untertertia. In den n\u00e4chsten Jahren entwickelten sich die Zweige dieser vielseitigen Anstalt zu selbst\u00e4ndigen Schulen. Am 27. 4. 1860 wurde die Anstellung eines Leiters f\u00fcr die T\u00f6chter- und B\u00fcrgerschule beschlossen. F\u00fcr dieses Amt wurde am 13. 1. 1861 Rektor Eckersberg gew\u00e4hlt. Unter dem 14. 9. 1860 genehmigte die Regierung die Erweiterung des Progymnasiums zu einem Vollgymnasium. Die Schule hatte damals in ihren f\u00fcnf Klassen 7 Lehrer und 137 Sch\u00fcler. Ostern 1861 begann der weitere Aufbau, den Direktor Beisert durchf\u00fchrte, der zu diesem Zeitpunkt die Leitung der anderen Zweige Rektor Eckersberg \u00fcbergab. Damit war das Gymnasium selbst\u00e4ndig. Die H\u00f6here T\u00f6chterschule hatte 1862 auch bereits in f\u00fcnf Klassen 105 Sch\u00fclerinnen und 28 Knaben. Daher wurde an 3. 2. 1868 die Trennung von T\u00f6chter- und B\u00fcrgerschule beschlossen. Ostern 1867 wurde unter der Leitung von Rektor Eckersberg die T\u00f6chterschule selbst\u00e4ndig. Zum Rektor der Knaben- und M\u00e4dchenklassen der B\u00fcrgerschule wurde am 30. 4. 1867 der bisherige Lehrer Menzel gew\u00e4hlt. Er starb am 24. 7. 1883. An der Schule wirkte auch Kantor Knauer, der durch viel Konzerte das Musikleben der Stadt f\u00f6rderte und durch die Gr\u00fcndung des Niederschlesischen S\u00e4ngerbundes am 28. 12. 1864 weit \u00fcber die Stadt hinaus Bedeutung gewann. Auch er starb 1883. Unter Rektor Kottwitz wurden 1899 Knaben- und M\u00e4dchenklassen getrennt, indem die ersteren mit Rektor Peschel einen eigenen Rektor bekamen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"753\" height=\"455\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-11-14062-Dorotheenschule.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1539\"\/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verschiedene Autoren. Zusammenstellung Dietmar Plate Am 8. 10. 1872 wurde die neue M\u00e4dchenschule am Klosterplatz eingeweiht. 1886 wurde sie durch einen Anbau erweitert, so da\u00df sie nun die evangelische M\u00e4dchenschule und die h\u00f6here T\u00f6chterschule beherbergen konnte. Die Schule liegt an der ehemaligen inneren &nbsp;Stadtmauer. 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