{"id":1474,"date":"2024-07-05T15:21:12","date_gmt":"2024-07-05T13:21:12","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=1474"},"modified":"2024-07-05T15:21:13","modified_gmt":"2024-07-05T13:21:13","slug":"stadt-bunzlau-provinz-schlesien-7434-einwohner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/07\/05\/stadt-bunzlau-provinz-schlesien-7434-einwohner\/","title":{"rendered":"Stadt Bunzlau (Provinz Schlesien) &#8211; 7434 Einwohner"},"content":{"rendered":"\n<p>Deutsche Gemeinde-Zeitung. Herausgegeben von Dr. Hermann Stolp. Dritter Jahrgang. (Erstes Halbjahr.) 1864. Berlin. Selbstverlag des Herausgebers. Commission von L. A. Kittler in Leipzig. Bericht \u00fcber die Verwaltung und den Stadt der Gemeinde-Angelegenheiten der Stadt Bunzlau, erstattet vom B\u00fcrgermeister Schilke<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">A. Statistisches<\/h2>\n\n\n\n<p>Seit der im Dezember 1861 stattgefundenen Aufnahme der Bev\u00f6lkerung ist eine neue Z\u00e4hlung nicht vorgenommen. Bunzlau z\u00e4hlte damals 7434 Einwohner und zwar 3694 m\u00e4nnlichen und 3740 weiblichen Geschlechts; der Religion nach 6239 evangelische, 1018 katholische, 13 altlutherische Christen, 48 Mitglieder der christkatholischen Gemeinde und 116 Juden. Da\u00df dieses Verh\u00e4ltni\u00df sich bereits vielfach ge\u00e4ndert, ist keinem Zweifel unterworfen. Die ult. Dezember dieses Jahres stattfindende Z\u00e4hlung wird dieses seiner Zeit n\u00e4her feststellen. \u2013 Geboren wurden 1863: bei der evangelischen Kirche 186, bei der katholischen 46, bei den Juden 1; dem Geschlecht nach 121 Knaben, 112 M\u00e4dchen; uneheliche Geburten waren 28 m\u00e4nnliche, 21 evangelische, 7 katholische; todtgeboren waren 16 Kinder und zwar 13 evangelische und 3 katholische. \u2013 Getraut wurden: bei der evangelischen Kirche 35, bei der katholischen 11, bei den Juden 1, bei den Dissidenten 1 Paar. \u2013 Gestorben sind: bei der evangelischen Kirche 156, bei der katholischen 31, bei der j\u00fcdischen Gemeinde 2.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahl der Gemeindew\u00e4hler betrug in Abtheilung I: 69, in II: 177, in III: 573. Bei der im November stattfindenden Erg\u00e4nzungswahl nahmen Theil aus Abtheilung I: 29, aus II: 68 und III: 142.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">B. Personalien<\/h2>\n\n\n\n<p>Als Stadtverordnete fungirten seit dem 8. Januar cr. und zwar gew\u00e4hlt von der<\/p>\n\n\n\n<p>I. Abtheilung:<\/p>\n\n\n\n<p>Kaufmann Gebhardt&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Justiz-Rath Heinzel<\/p>\n\n\n\n<p>Rechtsanwalt Minsberg&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kaufmann C. Baumann<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fchlenbesitzer R\u00f6hricht<\/p>\n\n\n\n<p>als Ersatz f\u00fcr den Kalkulator Schulz bis ult. 1867<\/p>\n\n\n\n<p>verblieben sind:<\/p>\n\n\n\n<p>Zimmermeister Buchholtz&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kaufmann H\u00f6fig<\/p>\n\n\n\n<p>Braumeister Nicolaus&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Landes\u00e4ltester v. B\u00f6hm<\/p>\n\n\n\n<p>Kreis-Steuer-Einnehmer Sommer&nbsp; &nbsp; &nbsp;Vorwerksbesitzer A. Seidel<\/p>\n\n\n\n<p>Posamentier Zahn<\/p>\n\n\n\n<p>II. Abtheilung:<\/p>\n\n\n\n<p>Konditor Grubert&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Buchh\u00e4ndler Kreuschmer<\/p>\n\n\n\n<p>Heildiener Wendenburg&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; B\u00e4ckermeister Weinknecht sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seifensieder Ro\u00dfwitz&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; T\u00f6pfermeister Rothe<\/p>\n\n\n\n<p>verblieben sind:<\/p>\n\n\n\n<p>Kaufmann Sachs&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kaufmann Schunke<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00e4ckermeister Stolz&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kanzlei-Direktor Liebig<\/p>\n\n\n\n<p>Tuchfabrikant Heinrich&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; B\u00e4ckermeister H\u00e4\u00dfler<\/p>\n\n\n\n<p>III. Abtheilung:<\/p>\n\n\n\n<p>Schneidermeister Menzel&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Schuhmachermeister Kobelke<\/p>\n\n\n\n<p>Porzellanmaler Scholz&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Tuchfabrikant Walter<\/p>\n\n\n\n<p>verblieben sind:<\/p>\n\n\n\n<p>Weber-Ober\u00e4ltester Behrendt&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Seifensiedermeister Krause<\/p>\n\n\n\n<p>Seilermeister Tangel&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Tischlermeister Zuber sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Waisenhaus-Rendant K\u00fchn&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Riemermeister Sender<\/p>\n\n\n\n<p>Drechslermeister Litschke&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kreis-Gerichts-Kalkulator Eper<\/p>\n\n\n\n<p>Im Magistrats-Collegium wurden neu eingef\u00fchrt:<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00fcrgermeister Schilke am 4. April 1863<\/p>\n\n\n\n<p>Rathsherr Gotthardt am 4. November 1852<\/p>\n\n\n\n<p>Rathsherr Titze am 3. November 1863<\/p>\n\n\n\n<p>au\u00dfer diesen fungiren:<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00e4mmerer und Beigeordneter Stahn seit 1859<\/p>\n\n\n\n<p>Rathsherr Schneider seit 1830<\/p>\n\n\n\n<p>Rathsherr Wolf seit 1849<\/p>\n\n\n\n<p>Rathsherr R\u00f6hricht seit 1856<\/p>\n\n\n\n<p>Rathsherr K\u00f6rnig seit 1861<\/p>\n\n\n\n<p>Die Beamten des Magistrats sind folgende:<\/p>\n\n\n\n<p>a) bei der Kasse: 1) Gemeindeerheber Beck, 2) Gemeinde-Rendant Helbing, 3) Kassen-Assistent Nicolai;<\/p>\n\n\n\n<p>b) im B\u00fcreau des Magistrats: 1) Secretair Kreutz, 2) Kalkulator Menzel, 3) B\u00fcreau-Assistent Richter.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Kanzlei werden stehend 2 Mann besch\u00e4ftigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Unterbeamten-Personal besteht aus 1) dem Kastellan Schulz, wie den Polizei-Sergeanten 2) Schubert, 3) Kurtz, 4) Tschepe, 5) Ad. Scholz, 6) Ernst Gorisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Gasanstalt, welche von einem Directorio, bestehend aus dem Rathsherrn Wolf, Vorsitzenden, den Rathsherren R\u00f6hricht u. Gotthardt und den Stadtverordneten Sommer, Esser, K\u00fchn, Stolz, Litschke und Buchholz, geleitet wird, fungirt als Inspector Endenthum, als Schlosser Blankenburg als Maurer Laidinger. Bei der Kranken-Anstalt ist der Dr. med. G\u00fcrcke besch\u00e4ftigt; als Armen-Arzt fungirt Dr. med. Kranzfelder.&nbsp; Bei den von der Stadt verwalteten Instituten werden die Verwalter resp. Rendanten n\u00e4her angegeben werden. Dem Baurathsherrn R\u00f6hricht sind die beiden R\u00f6hrmeister Gottwaldt und Jacob und der Bauaufseher Vogel unmittelbar zugeordnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der ansehnlichen Forstverwaltung, deren Decernat dem Rathsherrn K\u00f6rnig obliegt, fungiren der Oberf\u00f6rster Schmidt, dem die specielle Aufsicht der ganzen Forst obliegt, und nachstehende F\u00f6rster: 1) im Gemeinheider Revier F\u00f6rster Rahn, 2) im Buchwalder Revier F\u00f6rster Blumel, Hilfsj\u00e4ger Jarisch in Aschitzau, 3) im Grasegrunder Revier F\u00f6rster Richter, Hilfsj\u00e4ger Seliger, 4) im Greulicher Revier F\u00f6rster L\u00f6we, Hilfsj\u00e4ger Anders, 5) Hilfsj\u00e4ger G\u00fcnther auf dem Kretschamberge, 6) im R\u00fcckenwaldauer Revier F\u00f6rster Brautmann, Hilfsj\u00e4ger Droth, 7) im Oberheider Revier F\u00f6rster Hillmann, 8) in dem Revier Zeche F\u00f6rster Arndt. Ueber die Verwaltung soll unten das N\u00e4here angegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem im Vorstehenden das Wissenswertheste in Betreff der statistischen Verh\u00e4ltnisse und \u00fcber die in der st\u00e4dtischen Verwaltung besch\u00e4ftigten Personen angegeben ist, wollen wir \u00fcber die Verwaltung selbst genaue Nachricht geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1863 sind die Servitut-Abl\u00f6sungen in der Forst beendigt, indem es den Bem\u00fchungen des Regierungs-Assessors und Special-Kommissarius Herrn Fischer noch gelungen ist, die letzte Gemeinde Burglehn zu einem Vergleiche zu bewegen, der f\u00fcr beide Theile ein vortheilhafter genannt werden mu\u00df. Hat die Stadt auch ein gr\u00f6\u00dferes Opfer bringen m\u00fcssen, so ist der Vortheil immerhin ein unsch\u00e4tzbarer. Die Verhandlungen haben allerdings eine Reihe von Jahren in Anspruch genommen, wie dieses auch wohl nicht anders m\u00f6glich ist. Um ein ohngef\u00e4hres Bild von den Opfern, die die Stadt hat bringen m\u00fcssen, geben zu k\u00f6nnen, f\u00fchren wir an, da\u00df die Stadt hat bringen m\u00fcssen, geben zu k\u00f6nnen, f\u00fchren wir an, da\u00df die Stadt an die Gemeinden, au\u00dfer Abtretung von ca. 1580 Morgen Forstland, incl. Zinsen ein Kapital von 201,255 Thlr. 15 Sgr. hat zahlen m\u00fcssen. Wir glauben, da\u00df, wenn die Torf- und Ziegel- namentlich Holz-Beneficien, welche den B\u00fcrgern noch zu Theil werden, fallen, wir bald in der gl\u00fccklichen Lage sein d\u00fcrften, keine Gemeindeabgaben zu erheben. Es mag dahin gestellt sein, ob die Aufhebung der Beneficien eine Wohlthat ist oder nicht, bis jetzt haben sich die st\u00e4dtischen Beh\u00f6rden hier\u00fcber nicht einigen k\u00f6nnen. Es wird nach unserem Daf\u00fcrhalten sich auch, wenn auch vielleicht nach Ablauf so manchen Jahres, die Ansicht Bahn brechen, da\u00df die Zeit solcher Beneficien aufh\u00f6ren mu\u00df. Die st\u00e4dtische Verwaltung hat im Anfange des Jahres auch den Bau der Gas-Anstalt vollendet. Ohne derselben hier eine gro\u00dfe Vorrede zu halten, wird allgemein anerkannt, da\u00df die junge Anstalt vortreffliches Gas liefert und die st\u00e4dtischen Beh\u00f6rden f\u00fcr die \u00f6ffentliche Beleuchtung sehr viel gethan haben. Die Kosten der Anstalt incl. Beamtenhaus betragen in runder Summe 53,000 Thlr., und rechnet man die Gasuhren im Betrage von 3500 Thlr. hinzu, so kostet die Einrichtung incl. der Beleuchtung und Einrichtung f\u00fcr die \u00f6ffentlichen st\u00e4dtischen Geb\u00e4ude 56,500 Thlr. &nbsp;An \u00f6ffentlichen Flammen waren bei Er\u00f6ffnung der Anstalt vorhanden: 777 Privatflammen, 116 \u00f6ffentliche Stra\u00dfenflammen. Jetzt sind vorhanden: 119 \u00f6ffentliche Stra\u00dfenflammen, 1504 Privatflammen; letztere sind im Zunehmen begriffen, und sollte die Eisenbahn-Verwaltung sich entschlie\u00dfen, den Bahnhof und dessen Geb\u00e4ulichkeiten mit Gas zu erleuchten, so w\u00fcrde die Vermehrung der Privatflammen eine noch bedeutendere werden. Wir wissen nicht, was die K\u00f6nigliche Eisenbahn-Verwaltung bis jetzt abgehalten hat, die Gasbeleuchtung einrichten zu lassen, da s\u00e4mmtliche gr\u00f6\u00dfere K\u00f6nigliche Institute, wie die Post, das Waisenhaus, sowie die Provinzial-Irren-Anstalt hiermit versehen sind. Den Herren Vorsteher dieser Anstalt sind wir \u00fcberaus verpflichtet, da sie sich bei den h\u00f6heren Beh\u00f6rden f\u00fcr die Einrichtung warm bef\u00fcrwortet haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">C. Schulwesen<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Bau des Gymnasiums ist in dem verflossenen Jahre \u00fcberaus gef\u00f6rdert und mit Gottes H\u00fclfe hoffen wir, es dem Zwecke nach den gro\u00dfen Ferien zu \u00fcbergeben. Es mag in den Verwaltungsbericht nicht hinein geh\u00f6ren, diesen Prachtbau als solchen besonders hervorzuheben; wer aber, wie wir, t\u00e4glich sich in den sch\u00f6nen R\u00e4umen schaffend und ordnend bewegt, dem kann es nicht verdacht werden, wenn er des Baues gedenkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein Denkmal f\u00fcr ewige Zeiten und wir glauben mit Recht darauf hinweisen zu k\u00f6nnen. Das Gymnasium ist nun vollst\u00e4ndig errichtet und hat acht Klassen, n\u00e4mlich: Prima, Ober-Secunda, Unter-Secunda, Tertia, Quarta, Quinta, Sexta und die Vorbereitungsklasse. Die st\u00e4dtischen Beh\u00f6rden haben auch bereits beschlossen, eine Real-Tertia zu errichten, und sind die Verhandlungen hier\u00fcber im Gange. An der Anstalt fungiren:<\/p>\n\n\n\n<p>1) der Direktor Dr. Beisert&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 7) d. Gymnasiallehrer Luchterhand<\/p>\n\n\n\n<p>2) der Prorector Dr. G\u00fcthling&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; 8) der Gymnasiallehrer Dr. Adler<\/p>\n\n\n\n<p>3) der Konrektor F\u00e4hrmann&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 9) der Hilfslehrer Deckert<\/p>\n\n\n\n<p>4) der Oberlehrer Dr. Mayr&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 10) der Kollaborator Heinrich<\/p>\n\n\n\n<p>5) d. Gymnasiallehrer Dr. Schmidt&nbsp; 11) der Lehrer Engmann in der<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vorbereitungsklasse<\/p>\n\n\n\n<p>6) der Gymnasiallehrer Dr. Rode<\/p>\n\n\n\n<p>Den Gesangunterricht ertheilt der Kantor Re\u00dfler, jedoch soll mit der Einrichtung der Real-Tertia ein besonderer Gesang-, Zeichen- und Schreiblehrer angestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die h\u00f6here T\u00f6chterschule, welcher der Rektor der B\u00fcrgerschule Eckersberg vorsteht, hat 5 Klassen. An denselben fungiren:<\/p>\n\n\n\n<p>1) Lehrer Menzel&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 4) Lehrer Limpricht<\/p>\n\n\n\n<p>2) Lehrerin Glogner&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 5) Lehrer Breuer<\/p>\n\n\n\n<p>3) Lehrerin Ulrich<\/p>\n\n\n\n<p>Die evangelische B\u00fcrgerschule hat 9 Klassen, worin 10 Lehrer wirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die katholische B\u00fcrgerschule hat 3 Klassen, worin 3 Lehrer wirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Wird in Erw\u00e4gung genommen, da\u00df das K\u00f6nigliche Waisenhaus noch Gelegenheit bietet, die Kinder erziehen zu lassen, so ist unsere Stadt in Betreff des Schulwesens gewi\u00df nicht vernachl\u00e4ssigt. Die Opfer, welche die Stadt f\u00fcr die Schule gebracht und noch bringt, sind gewi\u00df nicht gering.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Gymnasial-Baukasse sind bis ult. 1863 verausgabt 41,128 Thlr. 15 Sgr. 4 Pf.; f\u00fcr 1863 betrug der Zuschu\u00df aus der K\u00e4mmereikasse 17,465 Thlr. 16 Sgr. 4 Pf. Bei der Gymnasial-Schulkasse sind vereinnahmt 7977 Thlr. 26 Sgr. 5 Pf., verausgabt 7976 Thaler 5 Sgr. 1 Pf.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Schulklasse der h\u00f6heren T\u00f6chter- und evangelischen B\u00fcrger- und der katholischen B\u00fcrgerschule sind vereinnahmt und verausgabt 5625 Thlr. 22 Sgr. 7 Pf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">D. Zustand der st\u00e4dtischen Kassen<\/h2>\n\n\n\n<p>I. K\u00e4mmerei-Kasse<\/p>\n\n\n\n<p>Rendant derselben ist Gemeinde-Einnehmer Beck.<\/p>\n\n\n\n<p>1) Die Einnahme betr\u00e4gt&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 71,234 Thlr. 1 Sgr. 1 Pf.<\/p>\n\n\n\n<p>2) die Ausgabe betr\u00e4gt&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; 66,388 Thlr. 16 Sgr. 2 Pf.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Bleibt Bestand &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 4,845 Thlr. 14 Sgr. 11 Pf.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Die Activa betragen noch 15,088 Thlr. 6 Sgr. 11 Pf. incl. 2700 Thlr. angelegte Kautionsgelder.<\/p>\n\n\n\n<p>5) Amortisirt wurden: a) Bier-Abl\u00f6sungs-Kapital 420 Thlr., b) Forst-Abls\u00f6ungs-Kapital 8138 Thlr. 21 Sgr. 11 Pf. Zur Bezahlung der letzteren wurden 8120 Thlr. Werthpapiere versilbert. c) Kautionen wurden zur\u00fcckgezahl an die Wittwe Walter, Schlittgen und Conrad 1149 Thlr.<\/p>\n\n\n\n<p>6) Grundst\u00fccke wurden erworben: a) das Grundst\u00fcck des Beamtenhauses der Gasanstalt f\u00fcr 600 Thlr., b) die G\u00e4rtnerstelle Nr. 88 Lichtenwaldau f\u00fcr 910 Thlr. und darauf 410 Thlr. bezahlt, e) das Drath\u2018sche Grundst\u00fcck Nr. 167\/8 hier f\u00fcr 10,000 Thlr, worauf aber erst gezahlt sind 200 Thlr.<\/p>\n\n\n\n<p>7) Die katholische Kirchenkasse erhielt zur Bezahlung r\u00fcckst\u00e4ndiger Baukosten ein Geschenk von 500 Thlr.<\/p>\n\n\n\n<p>8) Die evangelische Kirchenkasse in R\u00fcckenwaldau 100 Thlr.<\/p>\n\n\n\n<p>9) Dem K\u00f6niglichen Fiskus wurde bei Abtretung der Zechstra\u00dfe ein Kapital gezahlt von 1500 Thlr.<\/p>\n\n\n\n<p>10) Der Dominialp\u00e4chter Jungfer erhielt auf 6 Jahre nachtr\u00e4glich eine Entsch\u00e4digung von 192 Thlrn.<\/p>\n\n\n\n<p>11) Die Gymnasialbaukasse erforderte einen Zuschu\u00df von 17,465 Thalern 16 Sgr. 4 Pf..<\/p>\n\n\n\n<p>12) Die Gasbau-Kasse au\u00dfer den aufgenommenen 53,000 Thlrn. Darlehn einen Zuschu\u00df von 930 Thlrn. 6 Sgr. 10 Pf.<\/p>\n\n\n\n<p>13) Die Gas-Betriebskasse desgl. von 168 Thl. 1 Pf. Der Zuschu\u00df bei derselben w\u00fcrde gr\u00f6\u00dfer sein, wenn einige Bel\u00e4ge aus dem alten Jahre, wor\u00fcber die Rechnung erst nach dem Abschlu\u00df eingegangen sind, noch im alten Jahre zur Buchung gekommen w\u00e4ren, was nicht geschehen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>14) Die st\u00e4dtische Baukasse erforderte Zuschu\u00df 8748 Thlr. 22 Sgr. 7 Pf.<\/p>\n\n\n\n<p>15) Die Armenkasse 2565 Thlr. 15 Sgr. 8 Pf. Alle diese Ausgaben sind ex pro pils geleistet.<\/p>\n\n\n\n<p>16) Die Passiva betragen 100,188 Thlr. und zwar incl. der am 3. Dezember 1863 aufgenommenen 5000 Thlr. Lombard-Darlehn, welches am 17. Februar cr. bereits abgesto\u00dfen worden ist, und excl. des zum Bau der Gas-Anstalt aufgenommenen Darlehns von 53,000 Thlr.<\/p>\n\n\n\n<p>II. Sonder-Kassen<\/p>\n\n\n\n<p>1) Forst-Kasse. Die Einnahme und Ausgabe betr\u00e4gt 58,293 Thaler 7 Sgr. 10 Pf. Unter der Ausgabe befindet sich ein Ueberschu\u00df von 40,252 Thlrn. 5 Sgr. 11 Pf., welcher zur K\u00e4mmereikasse geflossen ist. Forststrafgef\u00e4lle wurden vereinnahmt 115 Thlr. 18 Sgr.<\/p>\n\n\n\n<p>2) Torf-Kasse. Die Einahme und Ausgabe betr\u00e4gt 8352 Thlr. 2 Sgr. 5 Pf. Der zur K\u00e4mmerei-Kasse gezahlte Ueberschu\u00df betr\u00e4gt 1400 Thlr. 1 Sgr. 10 Pf.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Armen-Kasse. Die Einnahme und Ausgabe betr\u00e4gt 3088 Thaler 23 Sgr. Die K\u00e4mmerei-Kasse trug hierzu bei 2565 Thlr. 15 Sgr. 8 Pf. Au\u00dferdem erhielten die Armen 40 Klaftern Holz und 34,100 Stk. Torf. An Interessen von Legaten mit besonderer Bestimmung wurden vertheilt 131 Thlr. 15 Sgr. Activ-Kapitalien besitzt die Kasse 5518 incl. der neuen H\u00fclse\u2018schen Stiftung.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Bau-Kasse. Die Einnahme und Ausgabe betr\u00e4gt 9008 Thlr. 23 Sgr. 2 Pf. Die Klitschdorfer Stra\u00dfe wurde ein St\u00fcck ausgebaut und darauf verwendet 500 Thlr. 1 Sgr. 8 Pf. Die Umpflasterung der Bahnhofs-, Nicolais- und Sch\u00f6nfelder Stra\u00dfe erforderte 900 Thlr. 21 Sgr. 5 Pf. excl. Steine, deren Herstellung schon 1862 bezahlt worden ist. Zum Wiederaufbau der abgebrannten Friedrichsh\u00fctte in Greulich wurden abschl\u00e4glich an Baukosten gezahlt 2917 Thlr. 14 Sgr. An Brandentsch\u00e4digung erhielt die Kasse 5982 Thlr.<\/p>\n\n\n\n<p>5) Ziegelei-Kasse. Die Einnahme und Ausgabe betr\u00e4gt 3344 Thaler 9 Sgr. 1 Pf. Die Benefication f\u00fcr Beneficien betrug 337 Thlr. 28 Sgr. 5 Pf. An Ueberschu\u00df wurden zur K\u00e4mmereikasse abgef\u00fchrt 541 Thlr. 23 Sgr. 3 Pf. Es wurden 19 Br\u00e4nde gefertigt.<\/p>\n\n\n\n<p>6) Gas-Anstalts-Kasse. Die Einnahme und Ausgabe betr\u00e4gt 8693 Thlr. 16 Sgr. 4 Pf. Zur Bestreitung der Ausgaben war ein Zuschu\u00df aus der K\u00e4mmerei-Kasse erforderlich von 168 Thlrn. 1 Pf. (cfr. Bemerk. 13 der K\u00e4mmerei-Kasse).<\/p>\n\n\n\n<p>7) Gas-Anstalts-Baukasse. Die Einnahme und Ausgabe betr\u00e4gt 55,647 Thlr. 13 Sgr. 8 Pf. Au\u00dfer dem aufgenommenen Darlehn von 53,000 Thlrn. war f\u00fcr 1863 ein Zuschu\u00df aus der K\u00e4mmereikasse erforderlich von 930 Thlrn. 6 Sgr. 10 Pf.<\/p>\n\n\n\n<p>III. Die Gemeinde-Institute und Sparkassen.<\/p>\n\n\n\n<p>1) Gemeindekasse. Die Einnahme betrug, incl. 5438 Thlr. 25 Sgr. 4 Pf. Zuschu\u00df aus der K\u00e4mmereikasse, ingleichen die Ausgabe 11,807 Thlr. 17 Sgr. 2 Pf.; darunter die Zusch\u00fcsse: a) zur Krankenkasse mit 197 Thlr. 26 Sgr. 3 Pf., b) zur h\u00f6heren T\u00f6chter- und Volksschulenkasse 2958 Thlr. 3 Sgr. 1 Pf. c) zur Gymnasialschulkasse zr Bestreitung der gew\u00f6hnlichen Ausgaben 4197 Thlr. 28 Sgr., zum Pensionsfonds 108 Thlr. 1 Sgr. 10 Pf., und zwar 32 Thlr. 8 Pf. f\u00fcr 1863 und 76 Thlr. 7 Sgr. 2 Pf. f\u00fcr die Vorjahre.<\/p>\n\n\n\n<p>2) Hospitalkasse. Die Anstalt gew\u00e4hrt 27 Hospitalisten freie Wohnung und Beheizung, je monatlich 1 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf. Verpflegungsgeld, viermal im Jahre je 2 Sgr. auf Fleisch und 1\/2 Pfund Weizenmehl, sowie j\u00e4hrlich 11 Sgr. 4 Pf. auf Beleuchtungsmaterial. Au\u00dferdem erhalten 24 Hospitalisten w\u00f6chentlich 6 Pfd. Brot. Als Weihnachtsgeschenk wurden unter die Hospitalisten au\u00dfer den gew\u00f6hnlichen Christbraten 70 Thlr. vertheilt. \u2013 Die Einnahme betrug 2802 Thlr. 19 Sgr. 4 Pf., die Ausgabe 2315 Thlr. 21 Sgr. 10 Pf.; bleibt Ende 1863 Bestand von 486 Thlrn. 27 Sgr. 6 Pf. \u2013 Die ausgeliehenen Kapitalien betragen 23,070 Thlr., mithin Summa des Gesammtverm\u00f6gens Ende 1863 23,556 Thlr. 27 Sgr. 6 Pf., so da\u00df sich dasselbe f\u00fcr 1862 vermehrt hat um 716 Thlr. 15 Sgr. 3 Pf. Durch die neue Verpachtung der L\u00e4ndereien mit Scheune wird an Pachtgeld j\u00e4hrlich mehr gewonnen 100 1\/2 Thlr.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Ruttert\u2018sche Fundationskasse. Das Stipendium mit 40 Thlr. ist an einen Studenten der Philologie gezahlt und ebenso sind als Zuschu\u00df zu den Lehrergeh\u00e4ltern die etatsm\u00e4\u00dfigen 340 Thlr. zur Schulkasse gezahlt worden.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Die Einnahme betrug 642 Thlr. 11 Sgr., die Ausgabe 626 Thlr. 1 Sgr. 6 Pf., mithin Bestand Ende 1863 16 Thlr. 9 Sgr. 6 Pf. \u2013 Die ausgeliehenen Kapitalien betragen 8491 Thlr.; daher die Summa des Gesammtverm\u00f6gens 8507 Thlr. 9 Sgr. 6 Pf., mithin ult. 1863 4 Thlr. 28 Sgr. 4 Pf. mehr als ult. 1862.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Bleul\u2018sche Fundationskasse. a) Industrie-Schulen-Fundation. Gem\u00e4\u00df dem Willen des Testators wird eine Lehrerin zur Ausbildung confirmirter M\u00e4dchen in weiblichen Arbeiten aus der Kasse besoldet, auch armen M\u00e4dechen event. das Arbeitsmaterial gratis gegeben. Die Lokale resp. deren Miethe gew\u00e4hrt die Stadt. \u2013 Die Einnahme betrug 128 Thlr. 19 Sgr. 8 Pf., die Ausgabe 65 Thlr.; mithin Ende 1863 Bestand 63 Thlr. 19 Sgr. 8 Pf. \u2013 Die Activ-Kapitalien betragen 1719 Thlr. 2 Sgr. 5 Pf.; Summa des Gesammtverm\u00f6gens 1782 Thlr. 22 Sgr. 1 Pf., also 17 Thlr. &nbsp;13 Sgr. mehr als Ende 1862.<\/p>\n\n\n\n<p>b) Schulen-Fundation. Das Verm\u00e4chtni\u00df bezweckt die Verbesserung der Lehrergeh\u00e4lter und ist zu diesem Behufe f\u00fcr 1863 ein Zuschu\u00df von 60 Thlrn. zur Schulkasse gezahlt worden. \u2013 Die Einahme betrug 68 Thlr. 26 Sgr. 10 Pf., die Ausgabe 65 Thlr., also Bestand Ende 1863 3 Thlr. 26 Sgr. 10 Pf. und mit Hinzurechnung der Activ-Kapitalien mit 1338 Thlr. 27 Sgr. 7 Pf. ein Gesammtverm\u00f6gen von 1342 Thlrn. 24 Sgr. 5 Pf.; mithin hat sich dasselbe 1863 vergr\u00f6\u00dfert um 1 Thlr. 28 Sgr. 5 Pf.<\/p>\n\n\n\n<p>c) Armen-Fundation. Aus der Kasse erhielten nach dem Willen des Testators an seinem Todestage honette Arme 10 Thlr. und der erste evangelische Prediger f\u00fcr die Vertheilung 3 Thlr. \u2013 Die Einnahme betrug 29 Thlr. 18 Sgr. 5 Pf., die Ausgabe dagegen 13 Thlr.; mithin baarer Bestand 16 Thlr. 18 Sgr. 5 Pf. \u2013 Die ausgeliehenen Kapitalien betragen 450 Thlr., zusammen 466 Thlr. 18 Sgr. 5 Pf. Es hat sich also der Verm\u00f6genszustand 1863 verbessert um 8 Thlr. 22 Sgr. 6Pf.<\/p>\n\n\n\n<p>5) Wagenknecht\u2018sche Fundationskasse. Die Fundation gew\u00e4hrt unverschuldet verarmten Einwohnern hiesiger Stadt freie Wohnung und Lagerst\u00e4tte in den von dem Testator hierzu \u00fcberwiesenen H\u00e4usern Nr. 87\/88, auch nach Bed\u00fcrfni\u00df Kleidung. \u2013 Die Einnahme betrug 77 Thlr. 13 Sgr. 10 Pf., die Ausgabe 32 Thlr. 17 Sgr. 4 Pf., beibt baarer Bestand 44 Thlr. 26 Sgr. 6 Pf. Hierzu die ausgeliehenen Kapitalien mit 1145 Thlr., zusammen 1189 Thlr. 26 Sgr. 6 Pf. Der Finanzzustand hat sich also 1863 vergr\u00f6\u00dfert um 2 Thlr. 27 Sgr.<\/p>\n\n\n\n<p>6) Schulz\u2018sche Fundationskasse. A. Stipendien-Fundation. Diese Fundation gew\u00e4hrt einem Studirenden ein Stipendium, armen evangelischen Schulkindern B\u00fccher und bezweckt ferner die Unterhaltung des Familienbegr\u00e4bnisses des Testators.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einnahme betr\u00e4gt 57 Thlr. 27 Sgr. 6 Pf., die Ausgabe 49 Thlr. 13 Sgr. 6 Pf., mithin baarer Bestand 8 Thlr. 14 Sgr. Das Activ-Kapital betr\u00e4gt 1000 Thaler. B. Legat f\u00fcr die deutsh-katholische Gemeinde. Der Testator hat 200 Thlr. f\u00fcr die hiesige deutsch-katholische Gemeinde ausgesetzt, welche inde\u00df erst in den Genu\u00df treten soll, sobald sie Korporationsrechte erlangt hat. Bis dahin event. bis zu 25 Thlr. sollen die Zinsen aufgesammelt werden. Dadurch und resp. durch zinsbare Anlegung der Zinsen ist das Verm\u00f6gen bis ult. 1863 auf 321 Thlr. 2 Sgr. 11 Pf. gewachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>7) Kranken-Anstalts-Kasse. Die Einnahme betrug, incl. 197 Thlr. 26 Sgr. 3 Pf. Zuschu\u00df aus der Gemeindekasse, ingleichen die Ausgabe 570 Thlr. 1 Sgr.<\/p>\n\n\n\n<p>8) Schulkasse. An der h\u00f6heren T\u00f6chterschule, der Vorbereitungsklasse und der evangelischen B\u00fcrgerschule wirken 12 Lehrer und 2 Lehrerrinnen unver\u00e4ndert. Die Einnahme betrug, incl. der Zusch\u00fcsse und zwar a) 340 Thlr. aus der Ruttert\u2018schen Fund.-Kasse, b) 60 Thlr. aus der Bleul\u2018schen Fund.-Kasse, c) 2958 Thlr. 3 Sgr. 1 Pf. aus der Kommunalkasse, ingleichen die Ausgabe 5625 Thlr. 22 Sgr. 7 Pf.<\/p>\n\n\n\n<p>9) Gymnasialkasse. Zu Folge Theilung der Tertia in Ober- und Unter-Tertia ist die Anstellung eines neuen Hilfslehrers seit dem 1. April erfolgt. In den Schulgelds\u00e4tzen und deren Erhebung ist dagegen keine Aenderung eingetreten. Die Einnahme betrug 7977 Thlr. 26 Sgr. 5 Pf.; darunter befindet sich der Zuschu\u00df aus der Kommunalkasse zu den gew\u00f6hnlichen Ausgaben mit 4197 Thlr. 28 Sgr. und zum Pensionsfond mit 76 Thlr. 1 Sgr. 2 Pf., f\u00fcr die Vorjahre und Jahr 1863 mit 32 Thlr. 8 Pf. Die Ausgabe betr\u00e4gt 7976 Thlr. 5 Sgr. 1 Pf., incl. der f\u00fcr den Pensionsfond zinsbar angelegten 513 Thlr. 21 Sgr. 7 Pf. Mithin ult. 1863 baarer Bestand von 1 Thlr. 21 Sgr. 4 Pf., welcher dem Pensionsfonds geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>10) St\u00e4dte-Feuer-Societ\u00e4tskasse. Die Einnahme betrug 291 Thlr. 15 Sgr. 8 Pf., die Ausgabe 277 Thlr. 5 Sgr.; mithin Ende 1863 Bestand 14 Thlr. 9 Sgr. 9 Pf. Die Versicherungsummen betrugen ult. 1863 f\u00fcr die Stadt 229,520 Thlr.<\/p>\n\n\n\n<p>11) Sparkasse. Wegen dieser wird auf den Jahresbericht Bezug genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>IV. Die evangelische Kirchenkasse.<\/p>\n\n\n\n<p>Die s\u00e4mmtliche Einahme betr\u00e4gt 1018 Thlr. 19 Sgr., die Ausgabe betr\u00e4gt 1010 Thlr. 10 Sgr. 6 Pf.; mithin Bestand 8 Thlr. 8 Sgr. 6 Pf. Hierzu an Hypothekenkapital 2300 Thlr., an Staatspapieren 1300 Thlr., an Resten 7 Thlr 1 Sgr., giebt in Summa 3615 Thlr. 9 Sgr. 6 Pf. Davon ab an Legaten-Kapital 2020 Thlr., verbleiben 1595 Thlr. 9 Sgr. 6 Pf. Im Jahre 1862 verbleiben 1697 Thlr. 12 Sgr. 3 Pf.; mithin minus 102 Thlr. 2 Sgr. 9 Pf., welche durch die in diesem Jahre vorgekommenen bedeutenden Bauten entstanden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>12) Die Kirchhofs-Kasse. Die Einnahme derselben betr\u00e4gt 363 Thlr. 11 Sgr. 7 Pf., die Ausgabe betr\u00e4gt 265 Thlr. 28 Sgr. 9 Pf.; mithin Bestand 97 Thlr. 12 Sgr. 10 Pf. Hierzu an Resten 22 Thlr. 14 Sgr. 6 Pf., an Legaten-Kapital bei der Kirchhofskasse 370 Thlr., an Staatspapieren 300 Thlr, an Bestand an Grabsteinen 37 Thlr. 13 Sgr., macht in Summa 827 Thlr. &nbsp;10 Sgr. 4 Pf. Das Jahr 1862 ergab 658 Thlr. 15Sgr. 7 Pf., somit verbleibt plus 168 Thlr. 24 Sgr. 9 Pf.<\/p>\n\n\n\n<p>V. Die katholische Pfarr-Kirchkasse.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einnahme f\u00fcr 1863 betrug 1084 Thlr. 8 Sgr. 5 Pf., die Ausgabe 1353 Thlr. 17 Sgr. 8 Pf.; mithin Mehrausgabe 269 Thlr. 9 Sgr. 3 Pf., welche durch Bauten und Tilgung von Resten aus fr\u00fcheren Jahren entstanden und durch milde Beitr\u00e4ge gedeckt worden sind. Das Verm\u00f6gen der Kirche, welches s\u00e4mmtlich zinsentragend angelegt ist, betr\u00e4gt 4372 Thlr.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem wir den Zustand der st\u00e4dtischen Kassen dargethan, haben wir nun noch \u00fcber einzelne Verwaltungszweige folgendes zu bemerken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Armenverwaltung<\/h2>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4ses der Armen-Deputation ist Rathsherr Schneider. \u2013 Die Sitzungen der Deputirten finden regelm\u00e4\u00dfig alle Monate ein- bis zweimal statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem Jahre 1862 verblieben 231 Arme, davon waren Abgang 29 und zwar sind gestorben 13, confirmirt 5, verheirathet 1, weggezogen 4, in andere Anstalten untergebracht 3, entlassen 2, so da\u00df verbleiben 202. Dagegen sind zugezogen 26 Arme, bleibt demnach Bestand 228 Arme. \u2013 F\u00fcr die 2771 Raten bezahlten monatlichen Armengelder ist aus der Armenkasse die Summa von 2075 Thlr. 14 Sgr. erhoben worden; im Jahre 1862: 2106 Thlr.; mithin weniger 30 Thlr. 16 Sgr., wogegen f\u00fcr einige Kinder an Rettungs-Anstalten besonders bezahlt wird. \u2013 Die in fremder Pflege untergebrachten Kinder wurden mit der ben\u00f6thigten Kleidung versehen und den Armen auch, wie jedes Jahr in den Wintermonaten 40 Klafter Holz, vertheilt und au\u00dferdem die meisten Armen jeder mit 200 St\u00fccken Torf beschenkt, so wie den Bed\u00fcrftigsten aus den hier bestehenden Legaten noch ansehnliche Unterst\u00fctzungen zu Theil wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>n den beiden Armenh\u00e4usern haben 36 Arme, zum Theil mit Familie, freie Wohnung erhalten. 4 Personen sind mit Tode abgegangen und eine Familie von hier fortgezogen, deren Abgang jedoch durch neuen Zutritt wieder ersetzt wurde. Da die Bewohner des Armenhauses fast s\u00e4mmtlich zu der Zahl der hiesigen Stadt-Armen geh\u00f6ren, so erhalten dieselben ebenfalls monatliche Armen-Unterst\u00fctzungen und im Winter Brennmaterial.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Forstverwaltung<\/h2>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4ses der Forst-Deputaion Rathsherr Koernig.<\/p>\n\n\n\n<p>An neuen Kulturen wurden f\u00fcr 1863 in den Stadtforsten ausgef\u00fchrt: 1) im Schutzbezirk Zeche 14 Morg. durch Saat und 4 durch Pflanzung; 2) im Schutzbezirk Gemeinheide 95 Morg. 90 \uf0a8 R. durch Saat und 90 \uf0a8 R. durch Pflanzung; 3) im Schutzbezirk Buchwald 40 Morg. durch Kiefersaat; 4) im Schutzbezirk Grasegrund 75 Morg. durch Pflanzung; 5) im Schutzbezirk Greulich 5 Morg. durch Saat, 15 durch Pflanzung; 6) im Schutzbezirk Hinterheide 12 Morg. 90 \uf0a8 R. durch Pflanzung; 7) im Schutzbezirk Oberheide 32 Morg. 90 \uf0a8 R. durch Saat und 26 Morg. durch Pflanzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferden wurden die \u00e4lteren Schonungen wo es n\u00f6thig ausgebessert und zur Kultur f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre die erforderliche Saat und Pflanzk\u00e4mpe angelegt. Obwohl der Sommer sehr trocken, so erhielten die Saaten und Pflanzungen doch nur mittelbar nach ihrer Ausf\u00fchrung mehrere Male Regen, so da\u00df dieselben auf und angehen konnten, und wenn die nacher eintretende gro\u00dfe D\u00fcrre auch nicht ganz ohne sch\u00e4dlichen Einflu\u00df auf die Kulturen blieb, so wurden dieselben doch keineswegs von ihr vernichtet, sondern gingen ziemlich gut fort; am meisten schadete die anhaltende Hitze den Fichten-Saatk\u00e4mpen auf dem Torfmoorboden, so da\u00df daselbst viele Pflanzen g\u00e4nzlich vertrockneten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00e4ben wurden auch in diesem Jahre rechtzeitig ger\u00e4umt, sowie auf Gradelegung derselben und der Wege, soweit es sich thun lie\u00df, R\u00fccksicht genommen, die Communikationswege wurden im Sommer mit Kies besch\u00fcttet, die Holzabfuhrwege gebessert und die schadhaften Br\u00fccken reparirt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Holzabsatz war gut, die Preise f\u00fcr Bau und Nutzholz waren anf\u00e4nglich sehr hoch, im Fr\u00fchjahr durch die politischen Wirren etwas gedr\u00fcckter, ebenso waren die Preise f\u00fcr Brennh\u00f6lzer au\u00dfer Kohlholz durch den gelinden Winter nicht mehr so hoch, wie zum Anfang des Jahres. Windbruch fand noch im Monat December in ziemlicher Menge statt.&nbsp; Auch der Borkenk\u00e4fer trat wiederum im Schutzbezirk Greulich in bedenklicher Menge auf, wurde aber durch Fangb\u00e4ume soviel als m\u00f6glich vertilgt, wof\u00fcr 17 Thlr. 12 Sgr. verausgabt wurden. \u2013 In s\u00e4mmtlichen Schutzbezirken, namentlich aber in den Bel\u00e4ufen Grasegrund, Greulich fand ein Fra\u00df der Phalaena Bombyx Pini statt und wurde dieselbe im Winterlager gesucht, auch die Cocons gesammelt und Schmetterlinge get\u00f6dtet. &nbsp;Im Ganzen wurden vertilgt 5,500,00 St\u00fcck Raupen und 51,500 St\u00fcck Puppen und Falter, f\u00fcr einen Lohn von 2801 Thlr. 26 Sgr. 9 Pf. Auch die Phalaena Bombyx Monacha zeigte sich in s\u00e4mmtlichen Revieren; im Schutzbezirk Greulich mu\u00dften die Raupen in den Spiegel vernichtet werden und im Bezirk Gemeinheide wurden 25,000 St\u00fcck Puppen und Falter gesammelt, wof\u00fcr in beiden Bel\u00e4ufen zusammen 77 Thlr. 13 Sgr. verausgabt wurden.&nbsp; Was den Fra\u00df der Nonne in den beiden Schutzbezirken Gemeinheide und Greulich anbelangt, so wurden mehrere unterdr\u00fcckte St\u00e4mme kahlgefressen und gingen ein, so da\u00df ihr Einschlag erfolgen mu\u00dfte; durch die gro\u00dfe Kiefernraupe fand dagegen 1863 noch nirgends ein Kahlfressen statt; auch traten die gr\u00f6\u00dften Feinde derselben, die Ichnemon bereits in gro\u00dfen Massen auf. Es fanden im vorigen Sommer 3 kleine Waldbr\u00e4nde statt, welche sich \u00fcber 8 1\/2 und 3 Morg. erstreckten, ohne jedoch wesentlichen Schaden anzurichten. Die Entstehungsursachen waren nicht zu ermitteln. Es ist von den st\u00e4dtischen Beh\u00f6rden die Vermessung und Absch\u00e4tzung der 4 niederen Forstreviere zum Zweck der Betriebsregulirung beschlossen und wird dieselbe im Jahre 1864 begonnen werden. Im Jahre 1866 soll diese Absch\u00e4tzung beendigt sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Ziegelei-Verwaltung<\/h2>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4ses der Deputation Rathsherr Gotthardt.<\/p>\n\n\n\n<p>Fabrizirt wurden 1863 Dachziegel 121,012, worunter 3662 krumme waren; Forstenziegel 600 St, Mauerziegel a) gute 268,240, b) Klinker 8200, c) Ausschu\u00df 5650, 4) Hohlziegel 5775. Plattenziegel a) gro\u00dfe 300, b) kleine 3925.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fabrikat selbst war im verflossenen Jahre ein gutes, da s\u00e4mmtliche Ziegel den bei unserer Erde n\u00f6thigen Feuersgrad erhalten und deshalb die richtige Farbe und einen hellen Klang hatten. Darum w\u00e4re auch der Absatz zu fremden Preisen ein viel gr\u00f6\u00dferer gewesen, wenn nicht die Stadt selbst zum Baue des Gymnasiums und der Gas-Anstalt einen gro\u00dfen Theil gebraucht und den Rest h\u00e4tte zum B\u00fcrgerpreise zu Reparaturbauten verabfolgen lassen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein vor mehrern Jahren aufgegebener, jetzt wieder aufgenommener Versuch, statt Holz und Torf mit Waldenburger Steinkohlen zu feuern, hat ein ziemlich g\u00fcnstiges Resultat ergeben und wird in diesem Jahre fortgesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Verwaltung<\/h2>\n\n\n\n<p>der st\u00e4dtischen Thongruben<\/p>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4ses der Deputation Rathsherr Gotthardt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Betrieb ist im Jahre 1863 durch die Anstellung neuer Thongr\u00e4ber ein bedeutend gr\u00f6\u00dferer geworden, als in den fr\u00fcheren Jahren, so da\u00df ca. 70 Haufen f\u00fcr die H\u00e4lfte des Gr\u00e4berlohnes gefertigt wurden. Der Thon fand auch guten Absatz, so da\u00df Ende 1863 nur 3 Haufen Bestand blieben. Die ganze Sachlage ist von der Art, da\u00df auch in diesem Jahre ein gleiches Resultat zu erwarten steht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Verwaltung des Torfstiches<\/h2>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4ses der B\u00fcrgermeister.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende 1862 blieb ein Bestand von 1,276,645 St\u00fcck. 1863 wurden gefertigt 11,839,500 St\u00fcck, macht in Summa 13,116,145 St\u00fcck. Ausgegeben sind: a) verkauft 8,394,000 St\u00fcck, b) als Deputat 320,600 St., in Summa 8,714,600 St\u00fcck, so da\u00df Ende 1863 ein Bestand war von 4,401,545 St\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Torf, namentlich der, welcher im Torfstiche zu Greulich gestrichen wird, ist ein sehr guter, so da\u00df die Nachfrage gro\u00df ist. \u2013 Zur Bequemlichkeit des Publikums, sowie zum Nutzen der K\u00e4mmereikasse werden aus der st\u00e4dtischen Niederlage auch ganz kleine Quantit\u00e4ten verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ueberschu\u00df aus dem Verkaufe ist, wie bei der Kasse nachgewiesen wird, 1400 Thlr. 1 Sgr. 10 Pf.; es mu\u00df hierbei aber in Erw\u00e4gung gezogn werden, da\u00df noch ein Bestand von 4,401,545 Ende 1863 verblieben ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie in fr\u00fcheren Jahren h\u00e4tte der Verkauf allerdings schon bewirkt sein k\u00f6nnen, es mu\u00dfte aber der Verkauf nach ausw\u00e4rts vermieden werden, damit nicht wie fr\u00fcher die st\u00e4dtische Niederlage Ende Januar keinen Torf mehr habe. Der Ueberschu\u00df pro 1864 wird demnach ein bedeutender sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">6. Verwaltung der Kranken-Anstalt<\/h2>\n\n\n\n<p>Am Schlusse des Jahres blieben Bestand 8 Personen, 1863 wurden aufgenommen 82 Personen, in Summa 90 Personen. Hiervon wurden geheilt entlassen 68 Personen, ungeheilt 2, gestorben sind 16, in Summa 86 Personen, so da\u00df am Schlusse verblieben 4 Personen. Vorstehende Personen haben im ganzen 1957 Krankentage in Anspruch genommen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">7. Hospital-Verwaltung<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Zahl der Hospitaliten betr\u00e4gt 27, gestorben sind im Laufe des Jahres 4, aufgenommen 4. Jeder Hospitalit erh\u00e4lt freie Wohnung, Beheizung und Beleuchtung und monatlich 1 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf. Alimentationsgelder.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 21 \u00e4ltesten Hospitaliten erhalten au\u00dferdem w\u00f6chentlich 2 Brote \u00e0 2 Pfd. 5 Loth, auch werden etatsm\u00e4\u00dfig 60 bis 70 Thlr. zu Weihnachtsgeschenken verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>8. Allgemeine Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung<\/p>\n\n\n\n<p>Als Registrator und Polizeisekretair fungirt der Stadtsekretair Krantz, der auch das Journal f\u00fcr Communal-Sachen f\u00fchrt, sowie das Pa\u00df- und Transportwesen besorgt. Als Kanzlei-Vorsteher und Expedient fungirt der Rathskalkulator Menzel, der gleichzeitig das Polizei-Journal f\u00fchrt. Beiden ist der B\u00fcreau-Assistent Richter, dem das Visiren der P\u00e4sse und Wanderb\u00fccher obliegt, zur H\u00fclfe beigegeben. In der Kanzlei werden die Kanzlisten Beutel und Scholz besch\u00e4ftigt. Die Zahl der Vortrag-snummern betrug in Communal-Sachen 6015, in Polizei-Sachen 2764, in Summa 8779. Wenn nun pro 1862 13,542 Vortragsnummern waren, so liegt die Verminderung keineswegs in der Verminderung der Gesch\u00e4fte, sondern in der ver\u00e4nderten Anordnung. Es werden n\u00e4mlich die Reproducenda und die Termine nicht wie bisher in\u2018s Hauptjournal unter einen neuen Nummer eingetragen, sondern in einen neuen besondern Reproductions-Termin-Kalender. Reise- und Wanderp\u00e4sse wurden 80 und Zwangsp\u00e4sse 14 ausgefertigt. Laut Pa\u00df- und Visa-Journal sind \u00fcberhaupt 848 P\u00e4sse und Reiserouten visirt worden. Transporte wurden expedirt a) ab hier 27, b) von ausw\u00e4rts kommend 16, zusammen 43. \u2013 Gesinde-Dienstb\u00fccher wurden 113 ausgefertigt. Straf-Mandate wurden in Polizei-Contraventions-Sachen \u00fcberhaupt 40 erlassen, welche s\u00e4mmtlich erledigt sind. Nur in einem Falle wurde Widerspruch erhoben und die Sache an die competente Gerichts-be-h\u00f6rde abgegeben. Gewerbesteuer-, Defraudations-Prozesse schwebten 5, wovon nur 1 am Schlusse des Jahres unbeendigt blieb. \u2013 Unter Polizei-Aufsicht befanden sich am Schlusse des Jahres 23 Personen. \u2013 In Strafanstalten sind aus dem st\u00e4dtischen Polizei-Bezirk abgef\u00fchrt worden 2 Personen, und aus demselben entlassen 11 Personen. Fremde wurde angemeldet: a) laut Meldezettel der Gastwirthe 2556 Personen, b) laut dem von der Polizei gef\u00fchrten Melde-Journale 551, in Summa 3107 Personen. In Betreff der Feuerpolizei ist anzuf\u00fchren, da\u00df im vorigen Jahre eine neue Spritze mit Zubringer f\u00fcr 500 Thlr. aus Berlin von Bachmann angeschafft wurde. Der Magistrat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche Gemeinde-Zeitung. Herausgegeben von Dr. Hermann Stolp. Dritter Jahrgang. (Erstes Halbjahr.) 1864. Berlin. Selbstverlag des Herausgebers. Commission von L. A. Kittler in Leipzig. Bericht \u00fcber die Verwaltung und den Stadt der Gemeinde-Angelegenheiten der Stadt Bunzlau, erstattet vom B\u00fcrgermeister Schilke A. Statistisches Seit der im Dezember 1861 stattgefundenen Aufnahme der Bev\u00f6lkerung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-1474","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-texte-vor-1945"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1474","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1474"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1474\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1475,"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1474\/revisions\/1475"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1474"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1474"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1474"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}