{"id":1422,"date":"2024-06-26T13:55:09","date_gmt":"2024-06-26T11:55:09","guid":{"rendered":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/?p=1422"},"modified":"2024-07-05T14:28:25","modified_gmt":"2024-07-05T12:28:25","slug":"a-g-werner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/index.php\/2024\/06\/26\/a-g-werner\/","title":{"rendered":"A. G. Werner"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Meister der Geologie \u2013 Abraham Gottlob Werner<\/h2>\n\n\n\n<p>Gocke, Thomaswaldau. Erstver\u00f6ffentlichung: Heimatbuch 1925<\/p>\n\n\n\n<p>Der Meister der Geologie Abraham Gottlob Werner war der Sohn des Inspektors der Solmsischen Eisenh\u00fcttenwerke zu Wehrau und Lorenzdorf, Abraham David Werners und wurde am 25. September 1750 geboren. Bis zu seinem zehnten Lebensjahre blieb er zu Hause, wo seine Aufmerksamkeit schon fr\u00fch auf das Mineralreich und auf das berg- und h\u00fcttenm\u00e4nnische Gewerbe geleitet wurde, kam er aber dann in die Waisenhausschule zu Bunzlau, welche er 1764 verlie\u00df. Er wurde zur Unterst\u00fctzung seines Vaters als H\u00fcttenschreiber in Wehrau eingestellt. Kr\u00e4nklichkeit, durch \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Flei\u00df herbeigef\u00fchrt, n\u00f6tigte den 18j\u00e4hrigen J\u00fcngling, Karlsbad aufzusuchen. Er sah auf dieser Reise zum ersten Male den gro\u00dfen Bergbau zu Freiberg. Hier wurden einige Bergbeamte auf den f\u00fcr Fach begeisternd eingenommenen jungen Mann aufmerksam und bewegten ihn, die zwei Jahre zuvor errichtete Bergakademie zu beziehen, welches Ostern 1769 geschah, gerade in den Tagen, als dem achmaligen s\u00e4chsischen K\u00f6nige in Freiberg gehuldigt wurde, wobei man einen gro\u00dfen Bergaufzug veranstaltete. So lernte Werner die gl\u00e4nzende und poetische Seite des Bergmannslebens kennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Akademie war noch in ihren Anf\u00e4ngen. Werner beschr\u00e4nkte sich nicht allein auf das H\u00f6ren der Vorlesungen und die Anfertigung der aufgegebenen h\u00e4uslichen Arbeiten, sondern lie\u00df sich das Befahren und Untersuchen der Gruben angelegen sein. Er benutzte sorgsam die Gespr\u00e4che \u00fcber Mineralkunde und Bergbau mit den oberen und niederen Beamten, um sich wissenschaftlich und praktisch weiterzubilden, vernachl\u00e4ssigte aber auch die \u00fcbrigen Kenntnisse nicht. 1771 bezog W. die Universit\u00e4t Leipzig und wurde 1775 Lehrer der Mineral- und Bergbaukunde an der Freiberger Akademie. Hier lehrte er bis zu seinem Tode und schuf der Schule einen solch gl\u00e4nzenden Namen, da\u00df aus allen L\u00e4ndern Europas, ja selbst aus Amerika Sch\u00fcler und Lehrer, Mineralogen und Bergbaubeflissene herbeieilten, um den ber\u00fchmten Werner zu sehen und von ihm zu lernen. Ein englischer H\u00f6rer, Professor Jameson, begr\u00fcndete in seinem Heimatlande sogar eine Werners Namen tragende gelehrte Gesellschaft. Der Name Werner war zu jener Zeit in allen L\u00e4ndern der gebildeten Welt bekannt, was daraus hervorgeht, da\u00df er einst einen Brief unter der Adresse \u201eWerner in Europa\u201c erhielt. Alexander von Humboldt und Leopold von Buch geh\u00f6rten zu seinen Sch\u00fclern. Werner ist der Begr\u00fcnder der naturhistorisch-beschreibenden Richtung der Mineralogie und Geologie als Wissenschaft. Nach ihm ist auch eine Gesteinsart benannt, der \u201eWernerit\u201c (Skapolith).<\/p>\n\n\n\n<p>Werner war sehr bescheiden, anspruchslos und als Mensch liebensw\u00fcrdig. Mit ganzer Seele hing er an seinem Vaterlande, lehnte mehrere vorteilhafte Rufe ins Ausland ab, schlug auch eine von der Pariser Akademie ihm zugedachte Ehrung aus, und begn\u00fcgte sich mit seinem m\u00e4\u00dfigen Einkommen. Er blieb unverheiratet und starb zu Dresden am 30. Juni 1817 in den Armen seiner Freunde und seiner einzigen Schwester. Sein Leichnam wurde auf Staatskosten nach Freiberg \u00fcberf\u00fchrt und in dem dortigen uralten Dom beigesetzt. An der Freiberger Stra\u00dfe in Dresden steht sein Denkmal. Seine verwitwete Schwester (Pastorin Glaubitz in Hirschberg) lie\u00df ihm 1823 auf seinem Grabe ein Denkmal errichten.<\/p>\n\n\n\n<p>In Wehrau ist sein Andenken durch eine an seinem Geburtshause angebrachten steinernen Gedenktafel gesichert, auf der zu lesen steht:<\/p>\n\n\n\n<p>Te Saxa loquentur (d. h. von dir reden die Steine). Zur Erinnerung an Abraham Gottlob Werner, geboren in diesem Hause als Sohn des Gr\u00e4fl. zu Solmsischen H\u00fctten-Inspektor Werner am 25. September 1750, begann hier im 14. Jahre als H\u00fcttenschreiber seine ehrenvolle Laufbahn, die ihm als Gr\u00fcnder der Geognosie und Geologie, sowie des Weltrufs der Freiberger Bergakademie die Weihe der Unsterblichkeit verlieh. Er starb am 30. Juni 1817.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Werner in Europa<\/h2>\n\n\n\n<p>Artur Schiller. Erstver\u00f6ffentlichung: Neuer G\u00f6rlitzer Anzeiger Nr. 31, 1932.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man in Klitschdorf mittels der Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke unter dem Teufelswehre, der sogenannten Jennybr\u00fccke, den Queis \u00fcberschreitet und die romantische Felsgruppe der \u201eKaffeekanne\u201c rechts liegen l\u00e4\u00dft, die gewi\u00df einst die alten Bunzlauer T\u00f6pfer auf die Form ihrer ber\u00fchmten Kaffeekannen gebracht hat, so gelangt man auf der Lausitzer Seite des Flusses nach dem Dorfe Wehrau und zun\u00e4chst in eine terrassenartig aufsteigende H\u00e4usergruppe der Schlesischen Pappenfabrik. In der Mitte des Fabrikhofes liegt ein altert\u00fcmliches, langgestrecktes Verwalterhaus in einem freundlichen G\u00e4rtchen. \u00dcber der Haust\u00fcr befindet sich eine Sandsteintafel, die ihr Dasein 1884 der Munifizienz des Grafen Friedrich zu Solms-Baruth verdankt. Die stolze Inschrift lautet:<\/p>\n\n\n\n<p>Te saxa loquentor.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"728\" height=\"857\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-2-15899-1991-06-20Werner.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1425\" style=\"width:610px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Zur Erinnerung an Abraham Gottlob Werner, geboren in diesem Hause als Sohn des Gr\u00e4fl. zu Solms\u2018schen H\u00fctten-Inspektors Werner am 25. September 1750, begann hier im 14. Jahre als H\u00fcttenschreiber seine ehrenvolle Laufbahn, die ihm als Gr\u00fcnder der Geognosie und Geologie sowie des Weltrufes der Freiberger Bergakademie die Weihe der Unsterblichkeit verlieh. Er starb am 30. Juni 1817.<\/p>\n\n\n\n<p>Te saxa loquentor! Ja, von dir sollen die Steine reden, wenn es etwa die sp\u00e4ter lebenden Geschlechter nicht mehr tun sollten! Hier in diesem H\u00e4uschen erblickte der ber\u00fchmteste Geologe aller Zeiten das Licht der Welt, umgeben von sonderbaren Naturgebilden, die schon in fr\u00fchester Jugend den beweglichen Sinn des Kindes f\u00fcr die Wunder der Natur sch\u00e4rften. Sein Vater, Abraham David Werner, ein bibelfrommer Mann, war 1708 in Ludwigsstadt geboren und bei der Geburt seines Sohnes Inspektor der Gr\u00e4fl. zu Solmschen Eisenh\u00fcttenwerke zu Wehrau und Lorenzdorf. Seine Mutter, eine geborene Schilling, stammte aus dem nahen schlesischen St\u00e4dtchen Bunzlau; dort kommt einer ihrer Vorfahren, Niclas Schilling, schon 1432 als P\u00e4chter einer Boberm\u00fchle vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Familie Werner war ins dritte Jahrhundert dem praktischen H\u00fcttenwesen ergeben. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts besa\u00df ein Johann Christoph Werner ein Eisenh\u00fcttenwerk bei Weida, das sich durch mehrere Generationen vererbte. Werner selbst spielte schon als kleines Kind sehr verst\u00e4ndig mit Mineralien und besa\u00df, von seinem Vater darin gern untest\u00fctzt, eine recht artige Sammlung von glitzernden Steinen. Der erste Lehrer des Kindes war der Predigtamtskandidat Andreas Rothe aus Lissa bei G\u00f6rlitz, der seit 1739 als Geistlicher in dem nahen Thommendorf besch\u00e4ftigt war; Rothe ist als Dichter des sch\u00f6nen Kirchenliedes \u201eich habe nun den Grund gefunden\u201c in evangelischen Kreisen bekannt. Der Knabe Werner kam in seinem neunten Lebensjahre auf das Bunzlauer Waisenhaus, wo er bis zu seiner Konfirmation im Jahre 1764 verblieb. Trotz dieser Erziehung war er zwar sein Leben lang ein kindlich frommer, aber keineswegs strenggl\u00e4ubiger Mann, was ihm sein Biograph, der Prediger und Seminardirektor Christian Samuel Wei\u00df, in Freiberg, sein intimster Freund, in seiner 1825 erschienenen Lebensbeschreibung ein wenig \u00fcbelnimmt. Nachdem Werner die Schule verlassen hatte, kehrte er in das damals zu Sachsen geh\u00f6rende Wehrau zur\u00fcck. Sein Vater besch\u00e4ftigte ihn mit der ziemlich eint\u00f6nigen Arbeit eines H\u00fcttenschreibers. Diese hatte f\u00fcr ihn aber den Vorteil, da\u00df er seine gewaltige Anlage f\u00fcr Ordnen und Registrieren aufs beste ausbildete.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem h\u00fcbschen Pastellbilde, das ihn als J\u00fcngling darstellt, war er ein h\u00fcbscher Mann, mittlerer Natur, von zarter Gesichtsfarbe und flachsgelbem Haarwuchs.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Sch\u00f6nste an ihm waren aber seine hellen, blauen Augen, aus denen hohe Geisteskraft und Menschenfreundlichkeit strahlte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit 18 begann er etwas zu kr\u00e4nkeln. Es wurde eine Kur in Karlsbad n\u00f6tig, das er sehr lieb gewann und in seinem sp\u00e4teren Leben, auch zu Studienzwecken, an drei\u00dfigmal aufsuchte. Die Reise f\u00fchrte \u00fcber Freiberg, wo zwei Jahre vorher unter dem Berghauptmann Pabst von Ohain als Kurator eine Bergakademie errichtet worden war. Ein kurzer Aufenthalt in Freiberg, verbunden mit genauer Besichtigung der Berganlagen, war f\u00fcr das weitere Leben Werners bestimmend. Er beschlo\u00df sofort, Bergmann zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fachleute, die den jungen Mann unterst\u00fctzten, konnten sich nicht genug \u00fcber dessen bedeutende, offen zutage tretende Begabung f\u00fcr dieses edle Fach wundern.<\/p>\n\n\n\n<p>Werner bezog 1769 die Akademie. Hier wurden damals alle Studienf\u00e4cher nur schulm\u00e4\u00dfig, rein praktisch behandelt; von einer Bergwissenschaft war noch kaum die Rede. Der junge Eleve arbeitete und forschte mit geradezu ungeheurem Flei\u00dfe, so da\u00df Herr von Ohain bald sein G\u00f6nner wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohain war im Besitze einer weitber\u00fchmten Mineraliensammlung, die unserm Werner als Grund seines Studiums diente. Er lieferte auch sp\u00e4ter, 1791\/92, eine t\u00fcchtige, wissenschaftliche Beschreibung derselben. Aber bereits auf der Akademie mu\u00df er sich durch wissenschaftliche und schriftstellerische Leitungen hervorgetan haben, denn schon 1770 ernannte die Leipziger \u00d6konomische Gesellschaft den 20 Jahre alten Bergsch\u00fcler zu ihrem Ehrenmitgliede!<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der hohen Schule studierte er neben Mineralogie und Bergwesen h\u00f6chst eifrig mehrere fremde Sprachen, als wenn er vorausgeahnt h\u00e4tte, da\u00df er dereinst Sch\u00fcler aus allen Teilen der Erde heranzubilden haben w\u00fcrde. Sogar Schwedisch erlernte er, um ein wissenschaftliches Werk in dieser Sprache \u00fcbersetzen zu k\u00f6nnen. Da er sich als Lausitzer f\u00fchlte, blieb ihm auch die wendische Sprache nicht fremd.<\/p>\n\n\n\n<p>An den langen Abenden vergn\u00fcgte er sich auch mit deutscher Literatur. Anstatt sich an Vegn\u00fcgungen und Gelagen zu beteiligen, las er als junger Bergsch\u00fcler seiner alten intelligenten Quartierwirtin die Meisterwerke der Dichtkunst vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen solchen Sch\u00fcler h\u00e4tte von Ohain am liebsten gleich als Lehrer auf der Akademie behalten. Dessen Streben ging aber h\u00f6her. Er bezog 1771 die Universit\u00e4t Leipzig, wo er die zwei ersten Jahre jura et cameralia h\u00f6rte. Schon 1774 ver\u00f6ffentlichte er sein allgemeines aufsehenerregendes Erstlingswerk \u00fcber die \u00e4u\u00dferen Kennzeichen der Fossilien. Er schuf darin als erster eine mineralogische Kunstsprache, indem er Bezeichnungen suchte und fand, die kurzerhand zur F\u00f6rderung der internationalen Wissenschaft in fremde Kultursprachen \u00fcbernommen werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Er stellte auch die Forderung auf, da\u00df ein Mineraloge seine Objekte ohne anderweitige Untersuchung allein schon durch die \u00e4u\u00dferen Merkmale unterscheiden k\u00f6nnen m\u00fcsse. Darin hatte er es selbst freilich zu einer erstaunlichen Fertigkeit gebracht. Einmal geriet er in Halle in eine Versammlung von Naturforschern, die eine Menge St\u00fccke Bernstein vor sich liegen hatten und sich ba\u00df wunderten, da\u00df eines dieser St\u00fcckchen nicht elektrisch reagierten wollten. Werner trat dazu, nahm das St\u00fcck nur in die Hand und sagte: \u201eWeil es gelber Chaledon ist!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er hatte es an der K\u00fchle und an der gr\u00f6\u00dferen Schwere sofort erkannt. Nach dem gro\u00dfe Erfolge der erw\u00e4hnten Schrift konnte es nicht ausbleiben, da\u00df ihn Ohain nunmehr an die Akademie zog. Im Jahre 1775 wurde er an dieser Inspektor und Lehrer der Mineralogie mit einem Jahresgehalt von 300 Taler. Von 1779 ab hielt er Vorlesungen \u00fcber die Gebirgslehre, f\u00fcr die er 1785 die Bezeichnung \u201eGeognosie\u201c erfand. Unter Oryktognosie (von dem griechischen or\u00fcsso = ich grabe) verstand er die Lehre von den Fossilien.<\/p>\n\n\n\n<p>Goethe sagte \u00fcber Werner: \u201eSein Oryktognosie ist mehr als eine Kunst, als eine Wissenschaft; sie wird von ihm mehr nach einem feinen Takte ge\u00fcbt, als durch Belehrung auf andere \u00fcbertragen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Seine blendende Lehrmethode und seine pers\u00f6nliche Hingabe f\u00fcr seine Anh\u00e4nger und Sch\u00fcler, die er,&nbsp; der Unverheiratete, ihnen st\u00e4ndig entgegenbrachte, zogen der Akademie Sch\u00fcler aus aller Welt zu. Auch der Dichter Theodor K\u00f6rner und seit 1797 Novalis (Friedrich v. Hardenberg) z\u00e4hlten zu diesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich fehlte es ihm nicht an Neidern und Kritikern. Ein sonst wenig bekannter Franzose Chenevix behauptete, in einer Vorlesung von Werner die Worte geh\u00f6rt zu haben, um des Studiums der Mineralogie halber w\u00e4re die Erschaffung der Erde und dann die des Menschen n\u00f6tig gewesen. Der gute Mann hat, wenn die \u00c4u\u00dferung gefallen ist, diesen Professorenscherz eben nicht verstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Werner begann nach etwa f\u00fcnfj\u00e4hriger T\u00e4tigkeit, in Freiberg seine Mineraliensammmlung auszubauen. Sie wurde so umfangreich, da\u00df er die auf 60000 Taler gesch\u00e4tzte schlie\u00dflich der Akademie f\u00fcr 40000 Taler \u00fcberlie\u00df, wovon er sich aber nur ein Angeld von 7000 Taler ausbat. Der Rest sollte teilweise seiner Schwester, verw. Pastor Christianie Sofie in Hirschberg i. R. zufallen, dann aber auch der Akademie. Mit Doppelst\u00fccken war er freigiebig. Solche erhielten z. B. die Gymnasien in G\u00f6rlitz und Bautzen. Bez\u00fcglich der Gebirgsbildung verfocht er den Neptunismus, d. h. die Bildung durch Wasser. Die Gegner, die Plutonisten, die besonders f\u00fcr den Basalt die Einwirkung des Feuers voraussetzten, waren die St\u00e4rkeren.<\/p>\n\n\n\n<p>Als er am 10. M\u00e4rz 1792 Bergkommissionsrat und Mitglied des Oberbergamts Freiberg geworden war, mu\u00dfte er wegen der nunmehr auf ihm lastenden umfassenden bergm\u00e4nnischen Organisationsarbeit eine literarische T\u00e4tigkeit erheblich einschr\u00e4nken. 1799 wurde er K\u00f6niglicher Bergrat.<\/p>\n\n\n\n<p>Werner stand im Zenit seines Ruhms. Einer seiner Sch\u00fcler, Jameson, gr\u00fcndete in Edinburg eine Wernerian Natural History Society. Der europ\u00e4ische Spazierg\u00e4nger Seume erhielt in Finnland ein besonders sch\u00f6nes St\u00fcck Rosenquarz n den Tornister gesteckt und \u00fcberbrachte es pers\u00f6nlich nach Freiberg. Ja, aus Amerika sandte ein fr\u00fcherer Sch\u00fcler von ihm, als seine Schmeichelei, einen Brief an ihn ab, der nur die ber\u00fchmte Adresse trug: \u201eAn Werner in Europa\u201c und trotzdem postalisch richtig zugestellt wurde, ein Beweis seiner internationalen Popularit\u00e4t. Eine Schrulle des gro\u00dfen Mannes war, auf Briefe, die ihm eine Ehrung meldeten, nicht zu antworten. Privatbriefe waren ihm gar zuwider. Deshalb sandte seine Schwester, die diese seine Schreibunlust kannte, ihm einmal wegen einer notwendigen Anfrage einen besonderen Boten nach Freiberg. Werner empfing den Boten sehr freundlich, hielt ihn aber acht Wochen hin und beherbergte ihn solange im Gasthotel.<\/p>\n\n\n\n<p>1817 wurde Werner schwer krank. Die Krankheit hatte ihn in Dresden festgehalten. In seinem Testament vermachte er seinen literarischen Nachla\u00df und seine \u00fcbrigen Sammlungen von B\u00fcchern, M\u00fcnzen usw. der Bergakademie. Am 30. Jui 1817 endete sein reich gesegnetes Leben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-6c531013 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p>Die Kosten der Beerdigung trug auf Befehl des K\u00f6nigs der Staat. In der Nacht vom 2. zum 3. Juli wurde seine Leiche auf einem sechssp\u00e4nnigen Wagen unter f\u00fcrstlichen Ehrungen nach Freiberg \u00fcbergef\u00fchrt. An der Stelle in der N\u00e4he von Dresden, wo die Freiberger Abordnung den Leichenkondukt \u00fcbernahm, und wo sp\u00e4ter ein Denkmal mit der Inschrift \u201eWerners Ruh\u201c errichtet worden ist, wurde noch eine w\u00fcrdige Gedenkfeier gehalten. Einer seiner Freunde, Hofrat C. A. B\u00f6ttiger, hielt dort eine ergreifende Rede, die in Dresden 1817 im Druck erschienen ist. Werners Leichnam wurde im Dom in Freiberg, im Kreuzgange, unweit des Grabes des Berghauptmanns von Ohain bestattet. Seine Schwester hat dort 1823 eine einfache Gedenktafel anbringen lassen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"508\" height=\"654\" src=\"https:\/\/bunzlau.siegburg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bild-3-14492-HB1964-Abraham-Gottlob-Werner-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1427\" style=\"width:417px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Noch im Jahre 1816 war unter Mitwirkung von Werner selbst in Dresden eine Gesellschaft f\u00fcr Mineralogie gegr\u00fcndet worden. Dem ersten Bande ihrer Ver\u00f6ffentlichungen ist ein Bild Werners, ein Stich von Fr. Fleischmann, vorgeheftet, der als Geburtsjahr Werners im Gegensatz zu der Biographie von Chr. S. Wei\u00df und der Wehrauer Tafel 1749 angibt, nicht 1750. Nat\u00fcrlich ist er auch sonst oft gemalt und gezeichnet worden. Mei\u00dfen fertigte Porzellanb\u00fcsten von ihm, die K\u00f6nigliche H\u00fctte in Gleiwitz solche aus Gu\u00dfeisen. In Freiberg besitzt er eine B\u00fcste auf einem Postamente.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Meister der Geologie \u2013 Abraham Gottlob Werner Gocke, Thomaswaldau. Erstver\u00f6ffentlichung: Heimatbuch 1925 Der Meister der Geologie Abraham Gottlob Werner war der Sohn des Inspektors der Solmsischen Eisenh\u00fcttenwerke zu Wehrau und Lorenzdorf, Abraham David Werners und wurde am 25. September 1750 geboren. 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