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Bericht über das Heimattreffen 2016

Naumburg am Queis und Umgebung in Hildesheim

 

 

 

Erstaunlich viele Heimatfreude konnte Alfred Hübner von der Heimatgemeinschaft Naumburg am Queis begrüßen. So waren auch einige von weit her aus allen Gegenden Deutschlands  angereist, Hans Schäfer aus Weißwasser, Karl Gries aus Remscheid, Georg Seipold aus Düsseldorf, Ludwig Hersel aus Würzburg und Heinz Engwicht aus Berlin. Manchen hatten sich von ihren Kindern oder Enkeln bringen lassen. Alfred Hübner überbrachte die guten Wünsche von Christoph Rückert, der seit Jahren die Heimattreffen organisiert hat, aber wegen einer schweren Erkrankung in diesem Jahr nicht dabei sein konnte.

 

 

Ca. 100 Heimatfreunde waren zum Treffen Naumburg am Queis und Umgebung nach Hildesheim gekommen 

 

Für nächstes Jahr ist bereits der Termin festgelegt. Das Naumburgertreffen findet am 2. Juli 2017 ab 11 Uhr im Berghölzchen in Hildesheim statt. In Zukunft werden Treffen immer am 1. Sonntag im Juli im Berghölzchen stattfinden. Auch das traditionelle Pestfest der Naumburger Katholiken findet in diesem Jahr wieder statt, allerdings nicht in Hildesheim, sondern in Wöhle bei Ottbergen, dem Wohnort von Pfarrer Schmidt.  Der Gottesdienst findet  am 6. November 2016 um 10.30 Uhr in der katholischen Pfarrkirche St.Cosmas und Damian in Wöhle statt. Anschließend wird zu einem gemütlichen Beisammensein in der Gastwirtschaft Lüke eingeladen.

 

 

Alfred Hübner, Ortsbetreuer von Paritz, begrüßte die Naumburger im Berghölzchen

 

 

Inzwischen ist das von Uli Hübner aus Berlin durchgeführte Projekt alte und neue Fotos aus der Heimat abgeschlossen. Hübner hatte bei den Naumburger Treffen von den Besuchern mitgebrachte Fotos gescannt und so ein abwechslungsreiches Fotoarchiv von Naumburg am Queis, Herzogswaldau, Ullersdorf; Paritz, Birkenbrück, Hermannsdorf, Siegersdorf, Tschirne Tiergarten und Königswalde geschaffen. Dabei sind fast 1000 Fotos mit zum Teil sehr persönlichen Schnappschüssen entstanden. Diese Fotos wurden auf eine DVD gebrannt und an alle Interessierten kostenlos abgegeben. Die Heimatgemeinschaft dankte Uli Hübner für seine Arbeit am Fotoarchiv und ermutigte ihn, die Ortsfamilienbücher für Naumburg und Umgebung weiter zu erforschen. Die Kirchen- und Standesamtsbücher der Region um Bunzlau sind zurzeit in den Gebäuden des ehemaligen Internats der Staatlich Zahnschen Schulanstalten in Bunzlau eingelagert und auch zugänglich.

 

 

 

Rudolf Rückert und Alfred Hübner mit der Naumburger Fahne

 

 

Die Naumburger Fahne war wieder bei dem Heimattreffen dabei. In nächster Zeit soll sie entweder an das schlesische Museum in Görlitz oder an die Bunzlauer Heimatstube nach Siegburg gegeben werden. Die Ermittlungen im Seligsprechung - Prozess der von Sowjets 1945 ermordeten Schwester Rosaria aus Naumburg und 10 weiterer deutscher Nonnen vom Orden der Elisabethinerinnen sind abgeschlossen. Nach einem feierlichen Amt im Breslauer Dom wurden die Unterlagen zum Papst in den Vatikan weitergegeben. Schwester Rosaria liegt auf dem Naumburger Friedhof begraben.

 

Naumburg/Nowogrodziec heute hat einen großen wirtschaftlichen Aufschwung genommen. So wurde in beachtlichen Mengen EU-Mittel in die Region geholt. Die letzten Kriegsschäden aus dem 2. Weltkrieg sind die Ruinen des Magdalenen Klosters. Sie wurden jedoch als Baudenkmal saniert. Leider findet sich für den Wiederaufbau kein Investor. Es hat sich in Naumburg/Nowogrodziec auch ein reges gesellschaftliches kulturelles Leben entwickelt. Das Schnabel Musik-Festival ist sehr beliebt und die Stadtfeste rund um den großen Topf / Galone auf dem Marktplatz haben großen Zuspruch.

 

 

Im Jahr 2000 erneuerte, alte sächsische Postsäule, am südwestlichen Ortseingang von Naumburg 

 

 

Naumburg/Nowogrodziec hat einen sehr guten Internetauftritt. Unter „Oficjalna stroma Gminy Miasta Nowogrodziec“ kann man im Netz die Homepage der Stadt aufrufen und Informationen über alle Ereignisse in Naumburg/Nowogrodziec in Bild und Text erhalten. Selbst die deutsche Übersetzung kann man aufrufen. Es erscheint auch ein gedrucktes Journal, allerdings nur in polnischer Sprache. Die Partnerschaft von Naumburg/Nowogrodziec mit der bosnische Stadt Scrab wird sehr intensiv gepflegt.

 

Es wurde an die Heimatfreunde appelliert, die „Bunzlauer Heimatzeitung“ zu abonnieren. Der Jahresbezugspreis sei kaum höher als die Kosten für ein Essen in einem guten Restaurant. Nur so könne man die weitere Existenz der Heimatzeitung sichern.

 

Rudolf Rückert

  

 

Treffen der Naumburger in Hildesheim 2015

 

 

Nach der Absage des 2 – tägigen Treffens von Naumburg am Queis und Umgebung im letzten Jahr war man gespannt, wie die Heimatfreunde die Änderung aufnehmen würden. Christoph Rückert, der Verantwortliche der Heimatgemeinschaft Naumburg am Queis war angenehm überrascht, dass ca. 100 Naumburger den Weg nach Hildesheim ins Hotel Berghölzchen gefunden hatten. Er war überzeugt, dass noch mehr Heimatfreunde zum 61. Treffen gekommen wären, wenn nicht eine extrem hohe Hitzewelle mit Temperaturen an die 40 Grad geherrscht hätte. Manche Naumburger hatten wieder weite Wege auf sich genommen und waren aus Berlin, Düsseldorf, Görlitz und dem Ruhrgebiet angereist, wobei man sich zum Teil auch von den Kindern oder Enkeln im Auto bringen ließ.

 

 

 

Ulrich Hübner aus Paritz hat nach seinem Ortsfamilienbuch Naumburg am Queis und Umgebung, an dem er immer noch arbeitet und Daten sammelt, nun auch ein „Foto – Archiv mit ca. 1000 Fotos“ von Naumburg und Umgebung vorgelegt. Er hatte die Fotos aus Hermannsdorf, Paritz, Gießmannsdorf, Ullersdort, Siegersdorf, Tschirne, Birkenbrück, Herzogswaldau, Tiergarten  und Naumburg am Queis bei den Naumburger Treffen in Hildesheim von Heimatfreunden übernommen und auf eine CD gebrannt. Es handelt sich um historische Familienaufnehmen, um alte und neue Fotos aus der Heimat und Aufnahmen von Naumburger - Treffen in Hildesheim. Die Heimatgemeinschaft Naumburg am Queis ist bereit, Kopien dieser Foto-CD interessierten Heimatfreunden zu schicken. Bestellung bitte an Christoph Rückert.

  

Ulrich Hübner stellte auch ein Buch vor, das der in Ullersdorf wohnende  polnische Lehrer Krzysztof Stefan  über Nowogrodziec / Naumburg geschrieben hat. Das Buch  „Nowogrodziec miasta ceramiki“ ist bisher leider nur in polnischer Sprache erschienen, aber reich mit historischen Bildern versehen. In seinem Vorwort schreibt der Autor, dass sich die heutige polnische Bevölkerung von Nowogrodziec / Naumburg für die Geschichte der Stadt in der Vor- und Nachkriegszeit interessiere.  Da die Geschichte Naumburgs bis 1945 eine rein deutsche Geschichte war, musste der Autor sich an die deutschen Quellen halten. Das Buch ist sicher auch für uns vertriebene Naumburger interessant. Man kann es wahrscheinlich über den Buchhandel unter der Nr. ISBN 978-83-936701-1-6 bestellen. Stefan bedankt sich auch bei Deutschen, die ihm Informationen über die Vorkriegszeit gegeben haben, bei Ludwig Hersel aus Ullersdorf, Ulrich Hübner aus Paritz und Christoph Lachmann aus Naumburg. Er weist auch darauf hin, dass man in Nowogrodziec mit dem Schnabel Musikfestival und dem Großen Topf an die deutsche Geschichte erinnert. Nach seiner Meinung habe sich das Verhältnis zwischen dem deutschen und dem polnischen Volk als das besten in der Geschichte der beiden Völker gestaltet.

 

 

 

Gesprochen wurde auch über den Verbleib der „Naumburger Fahne“. Die Traditionsfahne ist bei allen Naumburgertreffen in Hildesheim dabei gewesen und auch bei Familienfeiern der Naumburger.  Als mögliche künftige Standorte kommt das Rathaus der Stadt Nowogrodziec / Naumburg, die Bunzlauer Heimatstube in Siegburg oder das Schlesische Museum in Görlitz in Frage.

 

Im nächsten Jahr wird das Treffen am Sonntag, den 25. Juni 2016 ab 11 Uhr im Hotel Berghölzchen in Hildesheim stattfinden.

(Christoph Rückert)

 

 

Nowogrodziec/Naumburg am Queis

 

- Suche nach Partnerstadt in Niedersachsen -

 

Der Bürgermeister von Nowogrodziec/Naumburg, Robert Relich, hat an die Heimatgemeinschaft Naumburg am Queis einen Brief geschrieben. Darin erinnert er an die guten Kontakte zwischen der Heimatgemeinschaft und der polnischen Stadt Nowogrodziec in der Vergangenheit.

 

Gemeinsam veranstaltete Konzerte und das „Pestmonument“ auf dem Friedhof belegen die Verbindungen. Er bedauert, dass sie in letzter Zeit geringer geworden seien. Das große Interesse an der deutschen Geschichte Naumburgs belegt er mit dem 7. Schnabel-Musikfestival, das an einen in Naumburg geborenen deutschen Musiker erinnert. Auch der jüngst aufgestellte „Große Topf“ die Gallone auf dem Marktplatz ist ein Nachfolger des 1933 von Buchwald gefertigten „Größten Topf der Welt“.

 

Nowogrodziec hat seit langem eine Partnerschaft zu der deutschen Stadt Groß Dubrau (Wulka Dubrowa sorbisch) einem Ort mit 1700 Einwohnern nördlich von Bautzen in Ostsachsen. Sorbisch ist eine slawische Sprache, und man kann sich mit Polen leichter verständigen. Diese Partnerschaft ist nicht mehr sehr aktiv. Man sucht schon lange nach einem geeigneten Partner in Deutschland.

 

Bürgermeister Relich hatte nun die Idee, Partnerschaften mit Orten aufzunehmen, aus denen die heutigen Bewohner von Polen kommen. Erfolgreich war er mit dem Ort Srbac in Bosnien. Hier gibt noch persönliche Beziehungen aus Mischehen und Rückkehrern nach Bosnien von 1945/46  zugewanderten Polen nach Paritz, Herzogswaldau und Gießmannsdorf.

 

Man will  jetzt auch Kontakte in die Ukraine in den Bezirk Przemysl  suchen. Aus dem Gebiet wurden ja 1945/46 die Polen vertrieben und manche leben heut in Nowogrodziec. Ob man allerdings bei der heutigen Situation in der Ukraine Erfolg haben wird, ist fraglich.

 

Aus Deutschland kamen damals keine Polen nach Nowogrodziec, aber wir deutschen Naumburger wurden „umgesiedelt“, wie man in Polen sagt, „vertrieben“ wäre besser. Bürgermeister Relich hat nun die Idee, eine Patenschaft mit einer deutschen Stadt zu schließen, in der „umgesiedelte“ vertriebene Naumburger leben. Die meisten Naumburger sind 1946 über Mariental in Südniedersachten gelandet. Er bittet darum, dass man ihm bei dieser Suche behilflich ist.

 

Die Naumburger Heimatkreisgemeinschaft hat sich an den „Niedersächsischen Städtetag“ gewandt, um einen geeigneten Partner zu suchen. Der Städtetag hat seine Mitglieder angeschrieben und auf die Möglichkeit einer Partnerschaft mit Nowogrodziec hingewiesen.  Leider hat die Bereitschaft der deutschen Städte abgenommen, neue Partnerschaften mit ausländischen Städten zu schließen. Trotzdem hofft man, eine geeignete Partnerstadt für Nowogrodziec/Naumburg zu finden.

 

 


Die Schlesienreise der Heimatgemeinschaft Naumburg am Queis 

 

Die Schlesienreise und das Deutsch-Polnische Freundschaftskonzert in Naumburg am Queis war für die 60 Naumburger Heimatfreunde ein großes Erlebnis. Unter den Teilnehmern waren nicht nur Angehörige der Erlebnisgeneration, sondern auch die Nachkommen, denen die Eltern oder Großeltern das Land zeigen wollten, aus denen ihre Vorfahren stammen. Selbst aus Amerika waren Heimatfreunde angereist, um die alte Heimat wiederzusehen. Nicht zuletzt die sachkundige Führung durch Siegfried Ilgner aus Hermannsdorf hat zu diesem Erfolg beigetragen. Ilgner hat die Entwicklung in Polen seit Jahrzehnten verfolgt und sich bei seinen regelmäßigen Reisen nach Schlesien ein besonderes Wissen über Geschichte, Gegenwart und Natur in unserer früheren Heimat angeeignet.

Untergebracht waren die Teilnehmer im Hotel Ariston in Milkkow/Arnsdorf, einem neuen Haus bei Krumhübel, das erst im letzten Jahr fertiggestellt wurde. Schon auf der Hinreise wurde das Kloster Mariental bei Ostritz an der Neiße besichtigt. Hier hat das Hochwasser vor zwei Jahren große Schäden angerichtet, die zum größten Teil noch nicht beseitigt sind. In der Wallfahrtskirche in Grüssau las der mitgereiste Dechant Johannes Schmidt aus Herzogswaldau eine deutsche Messe. Auch die riesige Friedenskirche in Schweidnitz wurde besichtigt. Agnetendorf mit dem Gerhart Hauptmann Museum und Hirschberg waren ebenfalls Ziele der Heimatfreunde.

In der Kreisstadt Bunzlau ist der Wiederaufbau des alten Stadtkerns weit fortgeschritten. Zu Zeit bekommt das Rathaus ein neues Dach. Wie auch in den deutschen Städten wirkte die Bunzlauer Innenstadt am Sonntag wie ausgestorben. Dagegen war die katholische Kirche brechend voll, obwohl hier sonntags fünf Messen gefeiert werden.

Zweifellos der Höhepunkt der Reise war der Besuch in der Stadt Naumburg am Queis und den ehemaligen Stiftsdörfern des Klosters der Magdalenerinnen. Hier hat vor zwei Jahren die Heimatgemeinschaft Naumburg am Queis zu Hildesheim zusammen mit der Stadt Nowogrodziec/Naumburg ein Monument an der Ruine der früheren sogenannten Pestkirche zum Gedenken an die Pest und die rund um die ehemalige Kirche ruhenden Menschen eingeweiht. Am Beginn des Besuchs wurde ein Kranz mit einer Schleife der Heimatgemeinschaft Naumburg am Queis an dem Gedenkstein niedergelegt. Danach wurde mit einem Gebet auch ein Gesteck am Grabe der Schwester Rosaria abgelegt. Sie war eine deutsche Ordensschwester des Ordens der heiligen Elisabeth, der aus Neiße kommt. Sie wird auch in Polen verehrt und soll mit 10 anderen von Sowjets 1945 ermordeten Nonnen selig gesprochen werden.

Unter der sachkundigen Führung von Mariusz Urban, einem städtischen Bediensteten des Kulturamtes von Nowogrodziec, fand danach eine Stadtführung statt. Dabei wurde festgestellt, dass in der Stadt viele Neubauten entstanden sind. Offensichtlich ist ein gewisser Wohlstand unter den polnischen Bürgern der Stadt vorhanden, nachdem die Stadt zur Sonderwirtschaftszone erklärt wurde und dadurch EU-Mittel in erheblichem Umfang nach Naumburg fließen. Sanierungsbedarf besteht allerdings an viele Altbauten aus deutscher Zeit. Bei den Neubauten in der Innenstadt hat man nicht immer auf die historische städtebauliche Gesamtsituation Rücksicht genommen. Die Sanierung der Gebäude des Marktplatzes ist noch in vollem Gange. Sie scheint zu gelingen, auch wenn man manche Sünden der Vergangenheit ertragen muss.

Ein großes musikalisches Ereignis war das Deutsch-Polnische Freundschaftskonzert mit Künstlern aus Deutschland und Polen und europäischer Musik aus drei Jahrhunderten Das Konzert fand in der St. Peter und Paulkirche in Naumburg statt, die über eine ausgezeichnete Akustik verfügt. Die Kirche war fast ganz gefüllt. Neben den vielen polnischen Besuchern aus Nowogrodziec und den Mitgliedern der Heimatgemeinschaft Naumburg am Queis waren auch deutsche Gäste aus Görlitz, Berlin, Dresden und Würzburg extra für das Konzert angereist. Auch die Polen hatten sogar in Breslau mit Plakaten für das Konzert geworben, das auch gleichzeitig Auftakt für das jährlich stattfindende „Ignaz Josef Schnabel Musikfestival“ war.

Bei der Begrüßung erinnerte der Bürgermeister der Stadt Nowogrodziec Robert Relich und für die Heimatgemeinschaft Naumburg am Queis Rudolf Rückert an das gute Einvernehmen zwischen den heutigen polnischen Bürgern von Nowogrodziec und den früheren deutschen Einwohnern von Naumburg. Das habe sich auch in der gemeinsamen Errichtung eines Gedenkmonuments mit einer Gedenktafel in deutscher und polnischer Sprache ihren Ausdruck gefunden. Es werde heute durch das Konzert fortgesetzt. Man wolle überlegen, ob man weitere gemeinsame Aktionen auf den Weg bringen könne.

Das Konzert bot ein abwechslungsreiches Programm mit geistlicher und weltlicher klassischer Musik verschiedener Komponisten aus unterschiedlichen Epochen. Auch Texte in deutscher und polnischer Sprache waren dabei, sowie ausgewählte Musik für Solotrompete. Das Konzert begann mit einer festlichen Toccata für Trompete und Orgel im barocken Stil von Giambattista Martini, virtuos auf der Trompete intoniert von Reinhard Grosser. Jacek Dutka sang einen dramatisch baritonal gefärbten Tenor, der kraftvoll und warm klang und sowohl in der Spitzenlage als auch im Baritonbereich sehr beweglich war.

Sehr sensibel begleitete Lothar Rückert die Solisten auf der Orgel. In den Orgelsolostücken von G. Young, C. Frank und N. J. Lemmens brachte Rückert seine pianistischen Fähigkeiten ausgezeichnet zur Geltung. Das Konzert wurde mit so großer Begeisterung aufgenommen, dass die Künstler nicht um eine Zugabe herum kamen. Selbst in der Home Page von Nowogrodziec ist von stürmischen Beifall und Standing Ovation die Rede. Am Ende überreichten Relich und Rückert den drei Musikern Blumen und kleine Geschenke.

Christoph Rückert stellte am Schluss die drei Künstler vor, den Tenor des Opernhauses Hannover den Polen Jacek Dutka, den Solotrompeter Reinhard Großer, der schon viel nationale und internationale Auftritte hatte, und den Organisten und Kirchenmusiker an der St. Clemensbasilika in Hannover, Lothar Rückert. Dabei wurde erwähnt, dass er der Neffe des letzten deutschen Organisten in der St. Peter und Paulkirche in Naumburg bis 1946, Karl Hennig, sei.

(Christoph Rückert)

 

 

Die Mitglieder der Heimatgemeinschaft Naumburg am Queis vor der Friedenskirche in Schweidnitz Schlesien.

 

 

Nach dem Konzert in der St Peter und Paulkirche in Nowogrodziec/Naumburg . Von Links :Krzyszdof Stabicki; Pfarrer der St. Peter und Paulkirche, Kulturamtsleiterin der Stadt Nowogrodziec , Bürgermeister Robert Relich, Trompeter Reinhard Grosser, Organist Lothar Rückert, Tenor Jacek Dutka, Rudolf Rückert Heimatgemeinschaft Naumburg

 

 

Kranzniederlegung am Pestmonument in Naumburg rechts Ilse-Marie Rönsch links Karin Bruns

 

 

Am Grab von Schwester Rosaria vom Konvent der Schwestern von der hl. Elisabeth, sie wurde 1945 von einem sowjetischen Kommissar erschossen. Sitzend Schwester Kanizia, die jahrzehntelang Anlaufstelle für deutsche Heimwehtouristen in Naumburg war.

 

 

65. Heimarttreffen Naumburg am Queis und Umgebung

 

Wieder sehr gut besucht war das 65. Heimattreffen „Naumburg am Queis und Umgebung“ im Berghölzchen in Hildesheim. Zwar ist die Zahl der Vertriebenen aus der Erlebnisgeneration zurückgegangen, aber die noch Lebenden Heimatvertriebenen reisen aus ganz Deutschland an, wenn sie dazu in der Lage sind. Die Treue zu den Heimattreffen und die Liebe zu der alten Heimat sind ungebrochen.

Christoph Rückert, der Ortsverantwortliche der Naumburger, konnte fast 200 Heimatfreunde begrüßen. Bereits am Vorabend hatten hauptsächlich die von auswärts angereisten Naumburger einen kleinen Heimatabend veranstaltet, den Barbara Siedentopf, die Tochter des letzten Lehrers in Hermannsdorf, Kreis Bunzlau, die heute in Teltow wohnt, durch Mundartbeiträgen bereicherte. Der Vorsitzende der Bundesheimatgruppe Bunzlau –Stadt und Kreis e.V. in Siegburg, Peter Börner, hatte ein Grußwort an die Teilnehmer des Treffens gesandt. Darin erwähnt er, dass die Naumburger stolz sein könnten, schon 65-mal alle Jahre dieses Treffen erfolgreich veranstaltet zu haben. Börner bewundere den Einsatz der Funktionsträger, aber auch die Treue der Heimatfreude der Stadt Naumburg und der umliegenden Dörfer.

In seiner Begrüßung erwähnte Christoph Rückert die Ortsbetreuer Edgar Altmann und die 91 jährige Elisabeth Minnich, die aus gesundheitlichen Gründen in diesem Jahr nicht dabei sein konnten. Er gab einen Rückblick auf die Geschichte der Heimattreffen der Naumburger. So habe man sich bereits am 3.Juli 1946, also kurz nach der Vertreibung das erste Mal in Salzdetfurth getroffen. Der Hauptlehrer Karl Gurtmann, Hans Sauer und August Gursch waren die Organisatoren der ersten Stunde. Zwei Wochen nach der Währungsreform hatte kaum jemand genug DM, trotzdem kam eine beachtliche Zahl von Heimatfreuden.

Die nächsten Treffen fanden dann im Steuerwald in Hildesheim statt. Zum Tanz spielte sogar eine Naumburger Tanzkapelle auf, die zu meist aus vertriebenen Naumburgern bestand. Verständlicherweise waren unter den Vertriebenen damals noch sehr viele junge Leute, die moderne Tanzmusik machen konnten. Rückert erinnerte daran, dass 1959 Otto und Hilde Lachmann eine Naumburger Heimatfahne stifteten, die sie in ihrer Werkstatt im Saarland hergestellt hatten. Viele Jahre spielte dann die „Harsumer Band“ zum Tanz auf. Erst 2008 war es dann mit der Tanzmusik vorbei, die Heimatfreude waren älter geworden.

Für das Heimattreffen 1993 hatte Werner Gries aus Naumburg, ein künstlerisch begabter Architekt, 720 als Unikate farbig gestaltete Namensschilder mit dem Naumburger Wappen und 70 Ortsschilder in Handarbeit kostenlos angefertigt, die heute noch verwendet werden und an Werner Gries erinnern. Er erwähnte auch, dass sein Bruder Karl Gries Stadtpläne, Lagepläne, Skizzen vom Klosterhof sowie die Chronik Naumburgs mit Stichwortverzeichnis in verkürzter Form übersichtlich erstellt hat.

Die Zahl der Teilnehmer nahm zunächst ständig zu, weil die Naumburger wohlhabender geworden waren und lange Reisen aus ganz Deutschland finanzieren konnten. So ließ, sich der frühere Besitzer der Töpferei Siegfried Patting jedes Jahr von Oberbayern nach Hildesheim zum Heimattreffen fahren. Beim 50. Treffen 1997 waren noch über 1000 Heimatfreunde nach Hildesheim gekommen, wobei nach der Wende auch viele Naumburger aus der ehemaligen DDR kamen, die ja vorher ihren „Vertriebenenstatus hatten verleugnen müssen. Zu diesem Treffen hatte Ruth List von der früheren Greulich Töpferei in Naumburg, deren Vater Georg Greulich nach der Vertreibung in Fredelsloh im Kreise Northeim sehr erfolgreich eine Töpferei mit schlesischen Tonwaren errichtet hat eine großzügige Spende gemacht. Sie hat kostenlos für alle Teilnehmer ein echtes „Naumburger Tippel“ gefertigt mit Pfauenauge, Strahlendekor mit Blumen, blau und braun. Sogar eine Volkstanzgruppe in Tracht aus dem Riesengebirge bereicherte die Jubiläumsveranstaltung.

Den traditionellen Festgottesdienst in einer Hildesheimer Kirche hält seit dem Tod von dem letzten deutschen Pfarrer der Peter und Paulgemeinde in Naumburg, Joseph Brands, der Dechant Johannes Schmidt, früher unterstützt von dem aus Herzogswaldau stammenden Pfarrer Alois Bormann. Auch das 60. Jubiläum 2007 wurde sehr feierlich begangen. Gekommen waren der Bürgermeister von Hildesheim und der Vorsitzende der Bundesheimatgruppe Bunzlau aus Siegburg, die beide ein Grußwort sprachen. Von den Heimatfreunden Lenchen Heidrich und Alfred Hübner wurde ein Schwank in Mundart aufgeführt „Ein Berliner in Naumburg“. Der Festgottesdienst wurde umrahmt von 40 Musikern des Symphonischen Blasorchesters der Hildesheimer Marienschule.

Viele Heimatfreude hatten Fotoalben und Fotos aus der alten Heimat mitgebracht, die Ulrich Hübner als Material scannte für die von ihm geplante Bilderchronik. Wer nicht in Hildesheim war kann ihm immer noch Fotos per Brief oder e-Mail zukommen lassen.

Auch für die im Mai nächsten Jahres geplante Heimfahrt nach Schlesien haben sich viele Heimatfreude gemeldet. Siegried Ilgner als Reiseleiter hat ein vorläufiges Programm aufgestellt. Die Firma Schmidt aus Salzgitter wird den Bus stellen, es sind fünf Tage vorgesehen.

1.Tag: Anreise von Salzgitter, Hildesheim, Peine, Braunschweig (Möglichkeit des Zustiegs auf der Reiseroute) ins Riesengebirge, wahrscheinlich Krummhübel mit Unterbrechung zur Besichtigung des Klosters Mariental bei Görlitz

2. Tag: Naumburg und umliegende Dörfer mit Besuch des Konzerts in der Peter und Paulkirche im Rahmen des „Schnabel Musik Festival“ mit Lothar Rückert an der Orgel.

3.Tag: Rundfahrt Riesen- und Isergebirge mit Besichtigung aller interessanten Orte.

4.Tag: Kloster Grüssau und Friedenskirche Schweidnitz

5. Tag: Rückfahrt mit Unterbrechung in Bunzlau

Es wird darauf hingewiesen, dass auf anstrengende Unternehmungen verzichtet werden soll, so dass auch körperlich weniger leistungsfähige Heimatfreunde mitfahren können.

(Christoph Rückert)