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Bunzlauer Nachkriegskeramik | Drucken |  E-Mail

 

Ausstellung
„Bunzlauer Tippel nach 1945"
Neuere und neueste Bunzlauer Keramik aus Deutschland und Polen

 

Schon am Eröffnungstag, dem 17. Mai 2009, war nicht zuletzt dank unserer Plakate und reger Werbung in den lokalen Medien ein ungewöhnliches Besucherinteresse zu verzeichnen.

 

Unterstützt von den vor Ort anwesenden Vorstandsmitgliedern hatte Elisabeth Zahn als die Initiatorin und Projektleiterin Gelegenheit, drei Gruppen mit zusammen über dreißig Personen durch die Heimatstube zu führen. Die Besucher stellten immer wieder neugierige und sachkundige Fragen, tauschten sich untereinander aus und erfuhren so ganz nebenher manches Unbekannte über das alte und neue Bunzlau und über das Schicksal von Vertreibung und den Wiederaufbau nach dem Krieg.

Bald darauf, am 4. Juni 2009, drängten sich anlässlich des diesjährigen Schüleraustauschs 35 Bunzlauer und Siegburger Schülerinnen und Schüler mit den sie begleitenden Lehrkräften durch die Räume der Heimatstube. Besonders groß war - wie immer bei solchen Gelegenheiten - das Interesse der jungen polnischen Gäste. Die Besucher brachten uns schöne Geschenke mit, u.a. den neuesten farbenprächtigen Bildband über Niederschlesien.

  

     

Der  Ausstellung lag folgender Aufbau zugrunde:

I. Flucht und Vertreibung der heimatvertriebenen Keramiker aus Stadt und Kreis Bunzlau, der mühsame Beginn einer neuen Existenz und die Rolle der Patenstadt Siegburg.

II. Beispiele für Bunzlauer Keramikfirmen nach dem 2. Weltkrieg im Westteil Deutschlands. Besonders vorgestellt wurden dabei die Firmen Wesenberg in Ludwigsburg, der Aufbau im Westerwald (Siershahner Feinsteinzeug, Peltner in Höhr-Grenzhausen, Werner) sowie die Bunzlauer Feinkeramikfabrik Kurt Börner in Holzhausen. Auch die Firmen Buchwald, Seiler / Moll (ehemals Naumburg) und Gleisberg waren vertreten, beide mit bemerkenswerten uns zugesandten Ausstellungsstücken.

III. Hauptthema ist die Keramik-Entwicklung im polnisch gewordenen Bunzlau (Bolesławiec), hinführend zum heutigen Stand. Herzlichen Dank in diesem Zusammenhang auch der Firma Zakłady Ceramiczne Bolesławiec (auf dem Gelände der ehemaligen Tonröhrenfabrik Hoffmann), die uns mehrere große Kartons mit Keramik aus ihrer aktuellen Produktion kostenlos überlassen hat.

IV. Nicht zu vergessen die Keramiker aus der Oberlausitz! Wir hatten die Töpfereien Heinke und Lehmann in Neukirch im Vorfeld aufgesucht und von der Töpferei Frommhold Material zugeschickt bekommen. In der Lausitz wird praktisch ohne Unterbrechung, also  auch zu DDR-Zeiten, von Töpfern wie Karl Louis Lehmann (1912-1968), die z.T. an der Bunzlauer Keramik-Fachschule noch ausgebildet worden waren,  „Keramik nach Bunzlauer Art“ hergestellt.

  

- Was ist unter diesen Umständen eigentlich „Original Bunzlau“?

 

    

Fotos der Vitrinen und Exponate  

Raum 1

 

Raum 2

 

Präsentationsveranstaltung

am 06. Juni 2009

Der Höhepunkt der Keramik-Ausstellung war der „Präsentationstag“ am 6. Juni 2009. Nach einer kurzen Einführung durch Peter Börner, verbunden mit Dank für die großzügige Unterstützung nicht zuletzt der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit, und nach herzlichen Grußworten der Siegburger Paten in Gestalt von Vizebürgermeisterin Doris Römer und Vizelandrätin Uta Gräfin Strachwitz berichtete Frau Zahn über das große Projekt. Es folgte eine Grußbotschaft, direkt aus Bunzlau dargebracht von unserer bewährten Kooperationspartnerin Direktorin Anna Bober-Tubaj, die mit Ehemann, zweien ihrer Mitarbeiter aus dem Keramikmuseum, der Amtsvorgängerin Teresa Wolanin und Herrn Stanislaw Wiza, dem Keramikpionier und langjährigen Chef der Firma WIZA in Tiefenfurt, extra nach Siegburg angereist war.

Herr Wiza hatte der Bundesheimatgruppe mehrere Service und schöne Einzelstücke mit aktueller Keramik als Geschenk mitgebracht, die er noch vor Veranstaltungsbeginn in der neuen aus Mitteln der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit finanzierten großen Vitrine höchstpersönlich arrangierte. Das Überraschungsgeschenk von Frau Wolanin war eine hübsche Nachbildung des früheren Bunzlauer Stadt- und jetzigen Keramikmuseums in einem zartem Weiß-Blau.

Sodann unterrichtete uns Frau Alexandra Offermann von Haus Schlesien in ihrem Festvortrag anschaulich über „Dekore und Dekorwandel in der Bunzlauer Nachkriegskeramik“, ein nicht nur für Keramiksammler und Bunzlaufreunde spannendes Thema.

Speziell Interessierten empfehlen wir die Bestellung des von uns erarbeiteten Ausstellungsbegleitbuchs. Es enthält alle Vorträge, die meisten Texte und Abbildungen der Ausstellungstafeln, ausgewählte Photos der Exponate, oft Leihgaben, die bald wieder in den Schränken verschwinden, historische Dokumente zum Wiederaufbau der Bunzlauer Keramik nach dem Krieg und vieles, vieles mehr. Wenn das Ausstellungsbegleitbuch druckfertig ist, kann es gegen eine Schutzgebühr von 7.50.- Euro von der Heimatstube erworben werden.

Nach dem Umtrunk im Versammlungssaal des „Hauses der Begegnung“ stiegen die ca. 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Präsentationsveranstaltung nach oben und bestaunten, was in monatelanger Vorarbeit von den Mitarbeitern der Heimatgruppe zusammengestellt worden war: über 500 Ausstellungsstücke unter 7 gut bestückten und informativ beschrifteten Vitrinen, auf zwei langen Tischen und auf zusätzlicher Fensterbrett-Ausstellungsfläche.  

21 DIN A 0 - Informationstafeln boten Hintergrundinformationen.

   

 

Fotos einiger Informationstafeln